Hallo Frank,
willkommen im Forum. 5 Entzüge in 1- 1.5 Jahren, Deine Lebensgefährtin ist das was man einen Drehtürpatienten nennt. Kaum raus, schon wieder drin. Was nach meiner Erfahrung nicht gerade den unbedingten Willen zur Trockenheit dokumentiert.
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Ich dringe z.Z.nicht zu ihr durch. Des Pudels Kern (ihre Psyche) ist unerreichbar.
Die kannst Du auch nicht erreichen, dass kann nur sie selbst. Der Körper ist schnell entwöhnt vom Alkohol, die Seele nicht. Sie muss sich ihren Dämonen, die sie versucht mit Alkohol zu beseitigen selbst stellen. Im Entzug ist es ja nicht so, dass es nur keinen Alkohol, Medikamente gegen die Gefahren des Entzuges und ein Bett um den Entzug durchzustehen gibt. Es werden Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt, wohin man sich wenden kann, was man tun kann um ein Leben ohne Alkohol zu führen. Diese Hilfe muss man aber auch annehmen und das scheint sie nicht zu tun.
Ich habe das jahrelang mit meiner Mutter mitgemacht. Unzählige Entzüge, rein raus, manchmal im 4 Wochen Abstand, Langzeittherapien, ambulante Suchtberatung, psychologische Betreuung, Selbsthilfegruppe. Fast alles was einem Alkoholiker als Hilfe in diesem Land geboten wird. Sie hat immer wieder gesagt, dass sie nicht mehr trinken will. Nur hat sie in letzter Konsequenz doch nicht gewollt, denn angenommen hat sie die gebotene Hilfe nicht. Sie hat immer wieder den Alkohol gewählt. Nichts was ich oder mein Vater gesagt oder getan haben hat auf Dauer etwas gebracht, außer Leid für uns selbst. Mein Vater redet sich heute noch glücklich und mich hat es ans Ende meiner eigenen Kräfte gebracht.
Der Alkohol hat meiner Mutter etwas gegeben ohne das sie nicht leben wollte. Er hat ihr sehr viel genommen, aber immer noch etwas gegeben, dass ihr wichtiger war als ihr Leben. Was es auch war, ich werde als Nichtsüchtiger nie begreifen, ebenso wenig Du. Dann hat er genommen, was mir wichtig war, ihr Leben, wenn ich es hätte verhindern können, hätte ich es getan.
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Ich will meine Freundin wieder und NICHT DAS.
Ich wollte auch meine Mutter wieder und nicht diese mir unbekannte, besoffene Frau. Irgendwann musste ich einsehen, dass genau diese Frau meine Mutter war. Entweder ich nahm sie so, wie sie war oder ich ließ es. Alles bitten, betteln, hoffen und bangen brachte mich dem was ich mir wünschte nicht näher, ganz einfach, weil es nicht der Realität entsprach. Es waren meine Wünsche, aber es war nicht die Realität. Die Realität war, meine Mutter wollte trinken.
Lange Rede, kurzer Sinn. Du kannst ihr nicht helfen, dass kann nur sie selbst. Der einzige Mensch, dem Du helfen kannst bist Du. Was brauchst Du für Dich und wie denkst Du kannst Du es bekommen? Was kannst Du für Dich tun?
Für sie ist jetzt gesorgt und wenn sie will kann sie dort jede Hilfe bekommen die sie braucht. Wenn sie will. An Dich zu denken ist das Beste was Du jetzt tun kannst und daran ist nichts, aber auch gar nichts falsches.
Gruß
Skye