Hallo Käferchen,
Danke für Deine Worte.
Gerade weil ich das Gefühl habe mich immer mehr zu verlieren habe ich mich hier angemeldet und sitze nun schon wieder vor meinem Laptop.
Die Mädchen sind gerade eben aus dem Haus und noch bevor ich irgendetwas anderes mache, sitze ich hier und lese schon wieder.
Ich war gestern, obwohl ich vorgestern abend ein gutes Gespräch mit meinem Mann hatte, den ganzen Tag über extrem nervös.
Ich bin im Moment total angespannt.
Einerseits möchte ich ihm alles glauben und auf das Vertrauen, was er mir verspricht, andererseits kann ich es.
Was meine Mädchen angeht habe ich bereits im Bereich der Erwachsenen Kinder gelesen und mir einen Link herunter geladen den ich vorgestern dort gefunden habe. Ich bin allerdings noch nicht dazu gekommen ihn mir genauer anzusehen, was ich heute Vormittag aber noch machen möchte.
Ich sehe im Verhalten der Mädels sehr viele Veränderungen, die sicherlich auch auf ihr Alter zurückzufürhen sind.
Aber ich mache mir sehr viele Gedanken, darüber wie es ihnen mit dieser Situation geht.
Ich führe immer wieder Gespräche mit ihnen und versuche ihnen die Situation zu erklären. Allerdings scheue ich mich davor von einer Alkoholsucht zu sprechen.
Sie selber sprechen immer wieder den Bierkonsum meines Mannes an, obwohl er überwiegend nur Abends trinkt und sie sich noch nicht für sein Verhalten vor ihren Freunden schämen.
Aber sie sehen ihn am Wochenende, wenn sie länger aufbleiben können betrunken und seine Stichelleien beziehen sich dann ja auch des öfteren auf die Kinder.
Seit einigen Monaten fängt die Kleine an, mich ganz gezielt darauf anzusprechen, daß sie weiß, daß es mir deswegen schlecht geht und versucht mich bei meinen Aufgaben zu unterstützen oder mich zu trösten.
Die Große hat sich sehr zurückgezogen und ist einige Zeit mit ihren eigenen Problemen nicht mehr zu mir gekommen.
Erst in den letzten Wochen wird sie wieder etwas offener.
Sie hat Hilfe von mir abgelehnt und sich kaum auf Gespräche über ihr Wohlbefinden eingelassen.
Das Ergebnis (zumindest aus meiner Sicht) ist, daß es im Moment ganz stark danach aussieht, daß sie die sechste Klasse im nächsten Jahr wiederholen muß. Und das, obwohl sie in der Grundschule einen Notendurchschnitt fürs Gymnasium hatte und wir uns nur weil sie bereits deutliche Anzeichen der Pubertät zeigte, und ihre Leistungsbereitschaft nachgelassen hat für die Realschule entschieden haben.
Meine Schuld dabei sehe ich darin, daß ich nicht in der Lage war den nötigen Druck und die nötige Hilfe anzubieten, um den Unterrichtsstoff zu hause aufzuarbeiten.
Ich habe den Eindruck sie im Stich gelassen zu haben.
Heute Nachmittag habe ich mit der Kleinen einen Termin bei unserem Kinderarzt. Ich überlege, ob ich ihn darauf anspreche und ihn frage, ob es Möglichkeiten gibt, hinter die Psyche meiner Mädels zu kommen, ohne großes Aufheben darum zu machen und sie dadurch noch mehr zu verunsichern.
Meine eigenen Versuche dahingehend sind irgendwie ergebnislos.
Die Aussagen meiner Mädels sind in der Beziehung noch recht oberflächlich, ich weiß allerdings, daß sie sich austauschen.
Gestern haben sie mir ein Zeugnis übergeben und darin unser Familienklima beurteilt. Es standen nur Mangelhaft und ungenügende Beurteilungen darin.
Ich habe es ihnen zurück gegeben und sie gebeten Beispiele dazu zu benennen.
Auch diese Beispiele bezogen sich überwiegend auf die normalen Bedürfnisse der Kinder z.b. nicht geschimpft zu bekommen, oder länger spielen gehen zu dürfen.
Alledings haben sie auch den Bierkonsum meines Mannes und unsere Auseinandersetzungen aufgefürht.
ich denke die Mädchen sind genauso zerissen wie ich.