Beiträge von Laurina5

    Hallo Ritterin,

    ich bin auch lange rumgeeiert, mache es mir aber nicht zum Vorwurf, sondern kam zu der Sichtweise, dass ich diese Zeit gebraucht habe und zuvor noch nicht in der Lage war, meinen Absprung zu schaffen. Solange ich nicht gehen konnte, wurde mir vorgespiegelt, wie süchtig ich selbst noch bin. Ich musste durch viele Schmerzen und bittere Erfahrungen durch, bis ich meinen Tiefpunkt hatte und aus innen heraus sagen konnte, nun reicht es, ich will doch ganz anders leben und habe andere Ansprüche an eine Beziehung. Dafür musste ich heraus finden, welche Ansprüche ich habe, was ich mir selbst wert bin und dass ich mich achten kann. Zuvor habe ich mich aus vermeintlicher Liebe geopfert und hatte Sehnsucht nach dem Wahnsinn, wenn ich ihn nicht hatte, empfand ich eine süchtige Leere und wollte mein Drama zurück, weil es mir ohne meinen Alki langweilig erschien. Das waren Achterbahnfahrten mit neuer Hoffnung und ständigen Abstürzen und Enttäuschungen, das kann über Jahre so laufen. Dank meiner Gruppe waren Rücktritte -sie wurden auch Rückschritte genannt- erlaubt und kein Grund zur Verzweiflung, ich durfte es tun solange ich wollte, bis ich merkte, dass ich selbst nicht mehr dahinter stand, das war erst die Wende. Irgendwann war ich satt, hätte mir vorher Jemand gesagt, Du musst Dich trennen, wäre ich innerlich noch nicht bereit gewesen. Unsere Wege sind individuell, von daher Schritt für Schritt, dann ist auch ein kleiner Rückschritt nicht mehr bedrohlich, wenn man erkennt, wo man selbst schon steht. Heute lebe ich allein und arbeitete weiter an mir, habe mich aus dem früheren Milieu zurückgezogen und neue Kontakte aufgebaut. Manchmal fühle ich mich auch einsam, es hält aber nicht lange an Dank meiner neuen Kontakte. Für eine neue Beziehung fehlt mir noch etwas, was ich noch umzusetzen habe, da bin ich vorsichtig und kritisch geworden. Ich möchte keine faulen Kompromisse mehr eingehen, nur um nicht allein zu sein, von daher räume ich mir Zeit ein und lasse es auf mich zukommen. Zudem bin ich anspruchsvoller geworden und kann inzwischen auch ein Leben allein akzeptieren. Liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo manilogos,

    Deine Geschichte ist nicht ungewöhnlich, sie ist uns Co.-Abhängigen bekannt. Du hast nun erstmal eine Bestandsaufnahme Deiner aktuellen Situation gemacht und hierher gefunden, es ist ein langer Weg und nicht in kurzer Zeit zu schaffen. Ich habe mir damals erstmal Bücher über Co.-Abhängigkeit besorgt und mir im Forum alles von der Seele geschrieben.
    Dann war es für mich sinnvoll, mir eine Angehörigengruppe zu suchen, die es in jeder Großstadt gibt, meist über die Kirche zu finden. Findet man auch im Internet, dort kennt man die Probleme und alle sind gleich betroffen. Dann wirst Du nach und nach erfahren, dass Du die Möglichkeit hast, in dieser Geisterbahn zu verharren oder auszusteigen und an Dich zu denken und vieles für Dich zu tun, was vernachlässigt wurde. Das sollte für den Anfang reichen, dafür wünsche ich Dir viel Kraft. Liebe Grüße Laurina :wink:

    Zitat von Ette

    Hallo Laurina,

    was machst du denn jetzt, um aus deiner Co-Abhängigkeit zu kommen?

    LG
    Ette


    Hallo Ette,

    das ist eine gute Frage.
    Ich lebe wieder allein, gehe regelmäßig in meine Gruppe, habe mich von meinem früheren Bekanntenkreis distanziert, von allen, die noch regelmäßig in die Kneipe gehen, und besuche gerade zusätzlich die Angehörigengruppe in der Psychiatrie, wo mein Sohn seit zwei Monaten untergebracht ist, während dieser Zeit habe ich mich mal wieder überfordert bezüglich meiner eigenen Kraft, mehr auf die Bedürfnisse meines Sohnes geachtet als auf meine. Co. sein erstreckt sich nicht nur auf das Zusammensein mit einem Alkoholabhängigen, sondern betrifft das ganze Umfeld und den Umgang damit, schnell bin ich wieder in meiner Helferrolle und vergesse mich abzugrenzen, möchte zudem die Kontrolle über die Dinge behalten und eine gute Mutter sein. Mein Fokus war zu sehr auf die Befreiung vom suchtabhängigen Partner gerichtet, nun habe ich gerade in der letzten Woche umgesetzt, dass ich nur noch die Dinge mache, die ich auch machen möchte, und nicht mehr die, zu denen ich mich verpflichtet fühle aus Schuldgefühlen oder aus Gründen, was Andere über mich als Mutter denken könnten. Die Co.-Abhängigkeit ist weitaus breiter gefächert als eine Suchtabhängigkeit, wobei ich die Erfahrung machte, dass in meiner Gruppe trockene Alkoholikerinnen gleichfalls co.-abhängig sein können. Wenn wir ein Suchtmittel los sind, stürzen wir uns auf ein neues und suchen einen Ersatz. Von daher ist es mit der Trennung vom Suchtobjekt noch lange nicht geschafft, man ist trocken, aber noch nicht heil. Mir ist zudem mein Muster klarer geworden, mit krankem Sohn überforderte ich mich zudem mit einem Alkoholiker, weil ich glaubte, einen gesunden Mann nicht verdient zu haben - mit zwei Kranken konnte ich mich ein wenig gesünder und überlegener fühlen.
    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Das habe ich in der Vergangenheit auch so erlebt.
    Der Begriff Co-Abhängigkeit scheint wirklich nur in Suchtberatungsstellen/Therapien bekannt zu sein.

    Als ich damals sehr krank war, bekam ich eine Verhaltenstherapie verschrieben. Wurde nach meiner Kindheitsgeschichte befragt und
    mein Selbstwert sollte aufgebaut werden, indem ich mir ein Kästchen
    zulegen und auf Zettel meine positiven Eigenschaften aufschreiben sollte.
    Als ich mich von meinem alkoholabhängigen Partner getrennt hatte, galt ich als geheilt und wurde als stabil und gefestigt entlassen. Antidepressiva habe ich abgelehnt, weil ich an die Ursache wollte. Dennoch blieb ich co.-abhängig und ließ mich danach nochmals auf einen alkoholabhängigen Partner ein.

    Laurina :wink:

    Hallo Hartmut,

    mir wird nicht gesagt, dass mein Verhalten krank ist, ich weiß es selbst, wenn ich wieder mal einen Rückschritt habe und in mein Co.-Verhalten zurückfalle. Ich stelle mich vor als Co.-Abhängige und sage offen, dass ich an mir arbeite und in eine Gruppe gehe. Unsere Gruppenleiterin arbeitet seit fünfzehn Jahren in der Suchtberatung, sie scheint nach außen bereits sehr reif und gefestigt zu sein, dennoch gibt sie zu, ein Leben lang eine Co.-Abhängige zu sein und auch noch ihre Rückschritte zu haben. Früher war co.-abhängiges Verhalten scheinbar normales Verhalten, ich wusste es nicht anders, auch nicht, dass es mich krank macht, bzw. krank ist , heute kann ich es erkennen und anders damit umgehen, es wirft nicht mehr aus der Bahn, sondern es wird nach einer Lösung gesucht, indem die Ursache dafür gefunden wird. Manchmal erlebe ich auch, dass mein neu erworbenes gesundes Verhalten, von bisherigen Bekannten als krank empfunden wird, dem messe ich aber nicht mehr so viel Bedeutung bei.

    Laurina :wink:

    Hallo Chilili,

    der rechtliche Weg wäre so, dass Du ausstehenden Lohn/Gehalt beim zuständigen Arbeitsgericht einklagen kannst. In jedem Arbeitsgericht sind Rechtspfleger tätig, die die Klage aufnehmen und formulieren, Du solltest nur sicher wissen, wie hoch Deine Forderung ist, ob Dir noch anrechenbarer Urlaub, Weihnachtsgeld etc. zusteht. Zudem kannst Du PKH Prozesskostenhilfe beantragen, dann würden nur die Gerichtskosten anfallen. Manchmal reicht es schon, wenn man den Weg zum Arbeitsgericht mitteilt, da zahlt so mancher lieber sofort als sich auf einen Prozess einzulassen. Allerdings muss eine Klage innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eingereicht werden. Anschließend muss ein Antrag auf nachträgliche Zulassung begründet werden. Es gibt auch eine Stelle im zuständigen Ortsamt, wo Übergangsgeld gezahlt wird.

    Lieben Gruß Sensiva :wink:

    edit: Bitte die Standartfarbe der Schrift auf schwarz lassen, danke Karsten

    Hallo RosaLi,

    ich möchte mich heute auch mal wieder hier einbringen.

    Meine neue Beziehung nach der Trennung von meinem alkoholabhängigen Partner war nur ein kurzer Rausch.
    Es war viel zu früh. In der ersten Verliebtheit sah ich alles rosig und fühlte mich später durch seine Anhänglichkeit erdrückt. Ich habe es lediglich genossen, umworben und gesehen zu werden, für einen Mann wichtig zu sein, seine Aufmerksamkeit tat meiner Eitelkeit gut. Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass ich noch gar nicht reif und offen für eine neue Beziehung war, wir konnten uns nicht gegenseitig unsere Wunden lecken und trugen beide emense Altlasten mit uns herum. Es war eine Verliebtheit, die mir anfangs über die dunklen Monate hinweg half. Mehr war es nicht und ist es auch nicht geworden.

    Nun lebe ich wieder allein. Es wird Zeit brauchen, bis ich einem Mann wieder vertrauen und lieben kann. Ich möchten meinen neu erworbenen Werten treu bleiben und habe auch Angst vor meinem Muster. Von daher schütze ich mich bewusst und arbeite an meinem Programm. Der Bekanntenkreis von früher hat sich zum größten Teil aufgelöst, ich bin nicht mehr gesellig, es gibt mir nichts mehr und ist nicht mehr vereinbar mit dem, was ich leben möchte. Der Preis dafür, ich bin häufig allein und lerne mit mir zurechtzukommen, das beinhaltet auch Einsamkeitsgefühle und aufsteigende Traurigkeit. Auch Wut und Eifersucht auf vergangene Tage. Mein Ex konnte mich rasend vor Eifersucht machen, dass ich mich solange darauf einließ und nicht früher gehen konnte, beschämt mich einerseits :oops: andererseits brauchte ich diese Erfahrung. Wenn über einen langen Zeitraum gegenseitige Eifersucht zum Streitinventar gehörte, wird man nicht automatisch von heute auf morgen davon frei. Es ist eine Verlustangst und mangelndes Selbstwertgefühl. Hätte ich das zuvor gehabt, hätte ich mich nicht auf eine Abhängigkeitsbeziehung eingelassen. Das kann kein Mann ausgleichen, ob nass oder trocken. Das kann ich nur im Alleingang schaffen. Wenn das Vertrauen zu mir, in meine Werte und Fähigkeiten wächst, gut mit mir umgehe, dann werde ich nicht mehr zulassen, dass mich Jemand kränkt und schlecht behandelt. Schließlich bekommt man das zurück, was man selbst von sich hält. Ein Partner ist immer ein Spiegel. Ich mache weiter und gehe meinen Weg......sollte die Liebe eines Tages doch noch zu mir kommen, werde ich ganz achtsam damit umgehen, sie gibt es freiwillig vom Herzen, da hat Eifersucht keinen Platz mehr.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo auch ich wünsche Euch angenehme Osterfeiertage.

    Bedingt durch einen Bandscheibenvorfall und starken Schmerzen habe ich mich die letzte Zeit ein wenig zurückgezogen.

    Liebe Grüße Laurina :wink:


    Hallo,

    ich möchte mich hier auch noch mal melden, weil ich durch meine Frage an Heinrich diese Diskussion mit ausgelöst habe. Auch ich habe heute noch mal nachgelesen und stellte fest, ebenfalls ein Halbwissen zu haben, folglich habe ich meine Meinung diesbezüglich revidiert. Fälscherlicher Weise ging ich ebenfalls von der narzisstischen pathologischen Persönlichkeitsstörung aus, ohne die verschiedenen Abstufungen zu kennen, nun bin ich eines besseren belehrt, sorry Heinrich!

    Das Wort Egoismus hat hier auch eine recht negative Besetzung. Wer sich nicht als egoistisch bezeichnen möchte, könnte sich als Alternative z.B. für eine gesunde Selbstfürsorge entscheiden.

    Im Übrigen schließe ich mich des Textes von Glück auf Matthias an.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo RosaLi,

    die Ernüchterung gehört dazu. Ich war zuerst völlig in Hochstimmung fast euphorisch, dann folgten leere Gefühle, dass alles Sch... ist und weitere Negativgefühle. Es gibt keinen Knopf, um von heute auf morgen in Hochstimmung zu sein, das wäre auch unnatürlich, damit würde alles zugedeckt und unbearbeitet bleiben. Ich war ungeduldig und wollte schnell einen Erfolg, so funktionierte es nicht, folglich musste ich es erst annehmen und meine Gefühle fühlen und akzeptieren. Dazu gehörte Frust, Trauer, Empörung und Wut, auch Angst vorm Alleinsein. Das sind alles berechtigte Gefühle. Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Ich habe geschrien, geweint und vor Wut in meine Kissen geschlagen, weil ich meinte, diesen Schmerz nicht ertragen zu können. Ernüchterung fühlt sich leerer an als Täuschung, in dieser können wir uns noch lebendig und beansprucht fühlen. Wenn alles wegfällt, stehen wir da mit leeren Händen, gerade so wie vor dem Bild die gescheiterte Hoffnung. Aus dieser Leere heraus können wir wieder neue Kraft schöpfen, nicht umsonst heisst es, man muss erst durch den dunklen Tunnel, bevor wir an das Licht kommen. Mit neuem Erkennen und Einsichten verändert sich das Leben. Auch Deine momentane Verzweiflung ist berechtigt. Nach einem ersten Gruppentreffen hatte sich bei mir natürlich noch nichts verändert, ich meinte eher, die haben gut reden, so einfach ist das alles nicht und wollte schon zurückkehren in mein heimatliches bekanntes Denken. Außerdem wollte ich mich nicht stellen und an Gefühle heran, die mir Angst machten und Unbehagen auslösten. Im Laufe von zwei Jahren haben sich viele Knoten gelöst, mir ging es nach jedem Treffen ein Stück besser.
    Alles Gute für Dich Laurina :wink:

    Zitat von Hartmut

    Hallo zusammen,

    da werden Therapien gemacht, sich jahrelang ausgetauscht , SHG besucht, wissentlich und gedanklich auf dem neusten Stand gebracht ,
    aber in vielen Fällen wird dann, im eigenen Umfeld nur das angenehmste und notwendigste umgesetzt.

    Deswegen wollte ich mal was wissen.

    Wie kann denn ein Co Kranker merken, das er nicht mehr durch die Krankheit gesteuert wird ,und wann sich die Erfolge der Eigenständigkeit und Zufriedenheit oder Gesundung einstellt.

    Gruß Hartmut


    Hallo Hartmut,

    ich würde Dich gerne genauer verstehen.

    Was meinst Du damit, dass im eigenen Umfeld meist nur das Angenehmste und Notwendigste umgesetzt wird.

    Gerade das Notwendigste schließt das Unangenehmste nicht aus.

    Für mich ist das eigene Erkennen eher ein schleichender Prozess, der mir nicht immer bewusst ist. Es sind die Anderen, die mir spiegeln, wie ich mich in bestimmten Situationen heute anders verhalte, für mich eintrete, Bedürfnisse geltend mache und Interessen entwickel, die mir gut tun. Ein Beispiel von heute, ich habe einen Termin verschwitzt, das habe ich so erzählt und dazu gestanden, früher hätte ich mir garantiert eine Ausrede einfallen lassen, warum brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. :lol:


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Emma,

    es lohnt sich wirklich, sich außerhalb der Suchtbeziehung etwas ganz eigenes aufzubauen. Nach und nach lernt man weitere Menschen kennen, sie sind alle auf dem Weg und verstehen, nichts ist ihnen fremd. Es entwickelt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, dadurch wird die Fixierung auf diesen einen Menschen weitaus geringer und man hat diese Sicherheit des Getragenwerdens im Hintergrund. Als ich zuerst in die Gruppe kam, konnte ich vor Selbstmitleid und tränenerstickter Stimme kaum sprechen. Durch das freie Sprechen wird man selbstbewusster und mutiger. U.a. war es für mich eine große Hilfe zu sehen, wie Andere einfach so weinen konnten und ihrem Schmerz freien Lauf ließen. Ich habe mich anfangs geschämt, wenn mir die Tränen kamen und wollte sie unterdrücken, nach und nach habe ich auch gelernt, zu meinem Befinden zu stehen, wenn ich traurig war, dann war das halt so, niemand störte sich daran, es waren nur meine Gedanken.
    Heute bin ich ein anerkanntes Mitglied und begrüße teilweise die Neuen. Wenn ich meine Geschichte erzähle, ist sie völlig neutral und frei von allen belastenden Emotionen.

    Heute Abend ist wieder Treffen, bis später, alles Gute und viel Kraft für Dich.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Claudia,

    mit bedinungslos meine ich, ihn so zu aktzeptieren wie er ist, ohne eigene Bedingungen daran zu stellen.

    Es läuft immer mal besser und schlechter, das wechselt je nach Pegel oder wenn das Suchtmittel fehlt, ein ganz liebervoller Mensch kann sich innerhalb von Minuten total verändern und plötzlich angreifend aggressiv werden. Und wenns gerade mal gut läuft, schöpft Frau Co. natürlich wieder neue Hoffnung, das kenne ich alles zu gut, habe auch lange rumgeeiert, bis ich mich trennen konnte. Von daher werde ich Dir auch nichts raten, sondern von meinen Erfahrungen berichten. Du musst Dich ja nicht zurückziehen, warum hälst Du es nicht einfach mal aus und guckst, wie Du Dich damit fühlst. Ich kenne das auch alles von meinem Vater und fühlte mich in solchen Situationen zu Hause. Folglich habe ich niemals gelernt Grenzen zu setzen, das kann man aber nach und nach in kleinen Schritten lernen. So jetzt ist genug und jetzt reicht es mir, das habe ich ganz häufig gesagt und meinte, ich müsste mich trennen, um bei Anderen in einem besseren Licht zu stehen. Von innen her war ich aber noch nicht reif und noch lange nicht soweit. Es ist ein Entwicklungsprozess, der Brocken wird immer wieder neu serviert, und zwar solange, bis wir tatsächlich satt sind. Der Trinker merkt ganz genau, wenn wir etwas androhen, was wir nicht so meinen. Von daher setzt man auch Grenzen erst dann, wenn man es nicht muss, sondern wenn sie dem eigenen Wohlergehen dienen. Sicher ist das alles schwer, aber wenn wir genau hinsehen, haben wir uns genau das ausgesucht. Heute, im Nachhinein, kann ich meinen Trinkern nichts mehr vorwerfen, ich war an allem beteiligt und habe mich dafür zur Verfügung gestellt. Je mehr man sich aber unter Druck setzt, desto weniger ist man bei sich selbst, von daher braucht jeder Entwicklungsschritt seine Zeit. Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du Deinen Weg findest.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Feuerengel,

    zu Deiner Frage, wann man geheilt ist, wird es keine eindeutige Antwort geben. Meine Gruppenleiterin ist seit ca. 10 Jahren im Programm, sie trennte sich vom abhängigen betroffenen Partner, absolvierte eine Ausbildung als Suchttherapeutin, macht heute wöchentliche Beratungen und leitet lange eine Angehörigengruppe. Auch heute noch entdeckt sie hin und wieder co.-abhängiges Verhalten in sich, es wird angesehen und nach Lösungswegen gesucht. Aber mehr von außen, ohne dass es ihren Alltag aus den Angeln heben, sie belasten oder herunter ziehen würde. Sie kann es mit Charme und Abstand annehmen und sich dazu bekennen, eine Co.-Abhängige zu sein. Das sind wir und bleiben wir.
    Co.-Abhängigkeit wird erst dann gefährlich, wenn wir an ihr leiden und erkranken, nicht mehr bei uns und unseren Gefühlen sind.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Rosa Li,

    man kann schon mit einem nassen Alkoholiker leben, das bedeutet aber bedingungslose Liebe und knallharte Grenzen. Gerade das, können Co.-Abhängige innerhalb der Beziehung nicht, und eine gesunde Partnerin würde sich wohl eher einem anderen Leben zuwenden. Räume Dir die nötige Zeit ein und setze Dich nicht unter Druck, Du musst noch nicht heute zu einer Entscheidung kommen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Melanie,

    ich sollte u.a. auflisten, welche Vorteile das Leben mit einem Nassen hat und welche Vorteile ein freies Leben bieten würden. Da war es unterm Strich im Grunde klar. Heute bin ich froh, dass mir die Augen geöffnet wurden und ich anfing, mich um meine Defizite zu kümmern, da gab und gibt es immer noch genug zu tun. :lol:

    Ich habe noch eine andere Frage, und zwar vermisse ich hier S. Käferchen (Susanne). Ich lese von ihr nichts mehr, hat sie das Forum verlassen?

    Lieben Gruß Laurina :wink: