Von Coabhängigkeit lösen können ohne sich zu trennen??

  • Hallo Rosa Li,

    man kann schon mit einem nassen Alkoholiker leben, das bedeutet aber bedingungslose Liebe und knallharte Grenzen. Gerade das, können Co.-Abhängige innerhalb der Beziehung nicht, und eine gesunde Partnerin würde sich wohl eher einem anderen Leben zuwenden. Räume Dir die nötige Zeit ein und setze Dich nicht unter Druck, Du musst noch nicht heute zu einer Entscheidung kommen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Hallo Laurina!!
    Was verstehst du unter einer bedingslosen Liebe zu einem Alkoholiker???
    Grenzen zu setzen hab ich schon gelernt.aber das ist schwer,wenn es ne woche gut gelaufen ist auf einen Schlag sich vom Patrner zurückziehen zu müssen.Das gleiche hab ich aber seltsamerweise seitens meines AdoptivVaters auch erlebt.Mal wars ne zeit gut dann war wieder eine andere Stimmung an der Tagesordnung.Also sagt mir das ich muß da noch mal hinschaun.Du hast recht wenn wir gesund wären würden wir uns einem anderen Leben zuwenden!!
    Danke das du mir sagst ich soll mich nicht unter Druck setzen,das tut gut das zu hören.Es ist aber oft schwer zum aushalten,da man sich denkt "so jetzt" langt es mir aber!!
    Lg Claudia

  • Hallo Claudia,

    mit bedinungslos meine ich, ihn so zu aktzeptieren wie er ist, ohne eigene Bedingungen daran zu stellen.

    Es läuft immer mal besser und schlechter, das wechselt je nach Pegel oder wenn das Suchtmittel fehlt, ein ganz liebervoller Mensch kann sich innerhalb von Minuten total verändern und plötzlich angreifend aggressiv werden. Und wenns gerade mal gut läuft, schöpft Frau Co. natürlich wieder neue Hoffnung, das kenne ich alles zu gut, habe auch lange rumgeeiert, bis ich mich trennen konnte. Von daher werde ich Dir auch nichts raten, sondern von meinen Erfahrungen berichten. Du musst Dich ja nicht zurückziehen, warum hälst Du es nicht einfach mal aus und guckst, wie Du Dich damit fühlst. Ich kenne das auch alles von meinem Vater und fühlte mich in solchen Situationen zu Hause. Folglich habe ich niemals gelernt Grenzen zu setzen, das kann man aber nach und nach in kleinen Schritten lernen. So jetzt ist genug und jetzt reicht es mir, das habe ich ganz häufig gesagt und meinte, ich müsste mich trennen, um bei Anderen in einem besseren Licht zu stehen. Von innen her war ich aber noch nicht reif und noch lange nicht soweit. Es ist ein Entwicklungsprozess, der Brocken wird immer wieder neu serviert, und zwar solange, bis wir tatsächlich satt sind. Der Trinker merkt ganz genau, wenn wir etwas androhen, was wir nicht so meinen. Von daher setzt man auch Grenzen erst dann, wenn man es nicht muss, sondern wenn sie dem eigenen Wohlergehen dienen. Sicher ist das alles schwer, aber wenn wir genau hinsehen, haben wir uns genau das ausgesucht. Heute, im Nachhinein, kann ich meinen Trinkern nichts mehr vorwerfen, ich war an allem beteiligt und habe mich dafür zur Verfügung gestellt. Je mehr man sich aber unter Druck setzt, desto weniger ist man bei sich selbst, von daher braucht jeder Entwicklungsschritt seine Zeit. Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du Deinen Weg findest.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Ich habe lang über deine Worte nachgedacht.Bin jetzt auch noch sprachlos.Im Moment gehts mir irgendwie schlecht.Ich weine viel ,bin auf einmal wieder so gefühlsüberladen,hab viel redebedürfnis....Und das alles weil ich eben Abstand gehalten habe von meinem Freund und weil ich weiß das das alles keinen Sinn mehr macht eigentlich.Ich merke zusehens das es mir schwerer fällt wieder von null anzufangen,wieder Gefühle aufzubauen....Im Moment weiß ich nicht wo mir der Kopf steht.Ich bin irgendwie total verwirrt und ich setz mich zu sehr unter Druck.Eine Sackgasse.War die Woche bei Al-Anon bei und am Donnerstag geht meine erste Stunde vom Abnehmworkout los.Soll nicht heißen das ich total übergewichtig bin.Und nun geht der ganze Schmerz wieder los.Die Vergangenheit holt mich wieder ein!!Das ist doch verrückt!! Es ist so als ob ich mich immer im Kreis drehe.Mir geht es genauso wie dem Alkoholiker.Ich hab auch immer wieder meine Tiefs,so wie jetzt.Und das hatte ich schon lang nicht mehr so extrem.Vielleicht bin ich zu negativ.Ich weiß es nicht.Ich habe mich die letzten Tage mit meinem inneren Kind beschäftigt.Habt ihr denn nicht das Gefühl es ist ewig der gleiche " Sch...)??Bei einem selbst.Alleine muß es einem doch auch nicht unbedingt besser gehen.Ich hab in der letzten Woche viele Einsichten gewonnen .War deswegen zuerst total erfreut und nun die große Ernüchterung.

  • Hallo Rosa Li,
    mir geht es sehr ähnlich. Ich habe Tage, da könnte ich die ganze Zeit nur Weinen, danach gehts mir nicht viel besser.
    Auch mit dieser Entscheidung, Trennung oder nicht, kämpfe ich mit mir. Wenn mein Mann trinkt und so richtig schlecht drauf ist, habe ich kaum noch Gefühle für ihn und denke, ich schaff das! Aber an den Tagen, wo er nüchtern ist, denke ich wieder, er tut mir leid und ich kann ihn doch nicht hängenlassen! Er fängt jetzt gerade eine Psychotherapie an, weil er viele Probleme aufarbeiten muss. Und ich bin natürlich froh darüber, weil er endlich den Schritt gewagt hat. Er ist von seiner Familie gewohnt, dass nicht über Probleme oder Sorgen geredet wird.
    Ich habe jetzt auch angefangen, konsequent zu sein. D.h., wenn er trinkt, lasse ich ihn links liegen und schlafe getrennt von ihm. Das fällt mir auch schwer, aber ich habe gemerkt, im Guten kommt nichts bei ihm an.
    Vor dem Alleinsein habe ich auch Angst, obwohl ich vor ihm 4 Jahre alleine gelebt habe.
    Ich glaube Du hast auch geschrieben, dass Dir eine Trennung leichter fallen würde, wenn er jeden Tag trinken und schlecht drauf wäre. Das geht mir genauso, dann wäre das Mass so voll und man hat auch nichts mehr, worauf man hoffen kann.
    So denkt man immer noch, er kriegt die Kurve und die Beziehung kann weitergeführt werden.

    Ich glaube, ganz wichtig ist es, sich diese Sachen von der Seele zu schreiben oder darüber zu reden, um sich nach und nach klar zu werden, was man wirklich möchte! Ich gehe jetzt zu einer Therapeutin von der Diakonie, um mir helfen zu lassen. Ausserdem versuche ich, unabhängig von ihm, Unternehmungen zu machen, sei es auch nur Sport. Das ist zwar nicht wie "Wellness", aber man tut trotzdem etwas nur für sich selbst.

    Ich wünsche Dir Kraft für die weitere Zeit!

    LG, Anesa

  • Danke das du mir geantwortest hast.Es tut so gut zu wissen das es dir ähnlich geht wie mir.Allein das ich gestern geschrieben habe und die Hoffnung hatte das man mir antwortet hat mir wieder ein wenig Mut gemacht.Ich habe auch eingesehen das nur noch Taten helfen.Habe auch lange gebraucht um ihn stehn lassen zu können wenn er getrunken hatte.Hab dann auch extra geschlafen und tue es jetzt auch noch.Mir ging es dann besser damit.Aber das depremierende war oft ,das es ganz unvorhergesehen kam wenn er getrunken hatte.Da war ich manchmal enttäuscht weil wir uns tags zuvor gut verstanden hatten und auf einen Schlag die Gefühle zurückhalten zu müssen das war oft schwer für mich.Kennst du das auch??Jedes mal wenn er wieer was getrunken hat denk ich so jetzt schaff ich den Absprung,dann verfliegt es wieder,wie bei Dir.Er geht 2mal im Monat zur SHG weil er eine Auflage hat.Ich merk aber schon das er oft sehr gut gelaunt wieder rauskommt.Es scheint ihm gut zu tun.Das dein Freund sich in Behandlung gibt ist wirklich super!!! Ein sehr gutes Zeichen finde ich wenn er es wirklich von sich aus getan hat!!??
    Ich habe schon mal ne Woche woanders gelebt,zumindest kam er damals endlich mal zum nachdenken und hatte auch die ersten Einsichten.Ich denke schon länger darüber nach mich mal kurzzeitig räumlich zu trennen.Fällt mir ein bischen schwer weil ich eine Katze habe die sehr an mir hängt.Solange er grad daheim ist (er stempelt grad)würde es doch gehen.
    Ich hab festgestellt das wenn ich mehr bei mir bin und mehr loslassevon ihm und den Menschen die mir wehgetan haben in der Vergangenheit(also versöhnlicher werde),Dann ist wie bei dem Alkholiker mit dem Aklhohol,das bei mir dann alles mehr rausbricht aus mir.Die Droge Mann ist ja dann nicht mehr so verfügbar um eine Decke über meinen Schmerz zu legen.Das hab ich festegestellt die letzte Zeit.Geht es dir auch so??
    Grüße Claudia

  • Hallo RosaLi,

    die Ernüchterung gehört dazu. Ich war zuerst völlig in Hochstimmung fast euphorisch, dann folgten leere Gefühle, dass alles Sch... ist und weitere Negativgefühle. Es gibt keinen Knopf, um von heute auf morgen in Hochstimmung zu sein, das wäre auch unnatürlich, damit würde alles zugedeckt und unbearbeitet bleiben. Ich war ungeduldig und wollte schnell einen Erfolg, so funktionierte es nicht, folglich musste ich es erst annehmen und meine Gefühle fühlen und akzeptieren. Dazu gehörte Frust, Trauer, Empörung und Wut, auch Angst vorm Alleinsein. Das sind alles berechtigte Gefühle. Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Ich habe geschrien, geweint und vor Wut in meine Kissen geschlagen, weil ich meinte, diesen Schmerz nicht ertragen zu können. Ernüchterung fühlt sich leerer an als Täuschung, in dieser können wir uns noch lebendig und beansprucht fühlen. Wenn alles wegfällt, stehen wir da mit leeren Händen, gerade so wie vor dem Bild die gescheiterte Hoffnung. Aus dieser Leere heraus können wir wieder neue Kraft schöpfen, nicht umsonst heisst es, man muss erst durch den dunklen Tunnel, bevor wir an das Licht kommen. Mit neuem Erkennen und Einsichten verändert sich das Leben. Auch Deine momentane Verzweiflung ist berechtigt. Nach einem ersten Gruppentreffen hatte sich bei mir natürlich noch nichts verändert, ich meinte eher, die haben gut reden, so einfach ist das alles nicht und wollte schon zurückkehren in mein heimatliches bekanntes Denken. Außerdem wollte ich mich nicht stellen und an Gefühle heran, die mir Angst machten und Unbehagen auslösten. Im Laufe von zwei Jahren haben sich viele Knoten gelöst, mir ging es nach jedem Treffen ein Stück besser.
    Alles Gute für Dich Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Hallo Laurina,
    das kenn ich auch ,wenn ich die letzte Zeit neue Einsichten bekam oder Klarheit über bestimmte Dinge die meine Vergangenheit und zumit Gegenwart betreffen hatte ich die absolute Hochstimmung(Freude darüber) dann der Fall.So wie gestern.Auf einmal war ich eifersüchtig und wütend.Ich bin auch oft ungeduldig weil ich eben schon solange ums weiterkommen kämpfe,zu kämpfen das ich diesen Schmerz endlich ablegen kann unter anderem,dann die Ernüchterung das das vielleicht nie vergeht??Manchmal gehn mir die Veränderungen auch zu langsam!!Dann denke ich mir wieder das ich schon so viel geschafft habe.Versuche einen Realitätscheck zu machen.Denke an die Geschichten die ich in der letzten Zeit geschrieben habe und sehe dann doch das ich ganz kleine Schritte nach vorn gemacht habe.Eine Sozialpädagogin hat zu mir gesagt das wenn wenn man indem Veränderungsprozeß steckt,das man viele Spiralen durchläuft,aber das man bei jeder Spirale die man durchläuft dann doch ein bischen vorwärts kommt.Was hängenbleibtLeider wurde sie unerklärlicherweise plötzlich krank und hat ihren Beruf aufgegeben.Und ich steckte mitten in einer wunderbaren Veränderung.Sie hat mit mir dieses Stuhlprinzip gemacht.Das meine 2 Menschen in mir auf 2 Stühlen sitzen.Und dann die Kommunikation zwischen beiden.Jetzt erst hab ich erst begriffen was sie da mit mir gemacht hat.Mein innerer Erwachseneer und mein inneres Kind hat sie aus mir herausgeholt.Es war so schade das sie nicht mehr mit mir das weitermachen konnte.Die Therapeutin bei der ich im Moment bin und auch schon dort war als ich zu der Sozialpädagogin war,da geht das nicht .Bei der anderen Frau ist das spontan entstanden,ich ging damals hin um ein Patentrezept zu erfahren wie ich meinen Freund trocken legen kann unter anderem,(er war zu dem Zeitpunkt gerade im Gefängnis)das war bei einer Suchtberatungsstelle.Bei Al-Anon bin ich schon seit über einem Jahr.Da merk ich auch das es ganz langsam nach vorne geht.Ich hab aber oft das Gefühl das es oft nicht richtig weitergeht.Ich habe mir vorgenommen mit mir liebevoller umzugehen,dazu gehört wohl auch mehr Geduld und Verständnis für einen Selbst aufzubringen.Das geht mir immer wieder mal verloren!!Danke für deine Worte,es tut im schwebenden Zustand wieder auf den Boden geholt zu werden!!!
    Wie ist bei Dir die momentane Beziehungssituation??
    Lg Claudia

  • Hallo Claudia,
    leider kann ich im Moment nicht so viel schreiben, da ich bei der Arbeit bin.
    Ich habe auch festgestellt, dass ich mich eigentlich wohl fühle, wenn mein Mann nicht da ist. Manchmal ist er auch für 1 Woche bei einer Fortbildung oder so. Da denke ich dann, ich brauche ihn eigentlich nicht, um mich wohlzufühlen.
    Aber das ist ja auch kein endgültiger Zustand, wie bei einer Trennung.

    Das mit der kurzzeitigen Trennung klingt eigentlich ganz gut, wenn das bei Dir möglich ist.

    Für mich ist es so, wenn ich mich von ihm trenne, dann möchte ich einen Schlussstrich ziehen. Für mich ist vorübergehend auch wieder so, dass ich mich die ganze Zeit mit dem Thema beschäftige und wahrscheinlich hin- und hergerissen bin zwischen ich will ihn zurück oder ich bau mir wieder ein Leben alleine auf. Ich denke, das wäre für ihn auch nicht gut.

    Alles in allem glaube ich, das die anderen Recht haben, wenn sie schreiben, dass man sich mit der Entscheidung nicht unter Druck setzen sollte. Wenn man dann unter Druck sich für eine Trennung entscheidet, fällt man danach vielleicht wieder um, und alles wird noch schlimmer, weil der Partner merkt, ha, die hält das doch nicht durch. Da kann er dann wieder eine Menge Einfluss nehmen und die Co-Abhängigkeit verstärken.

    LG, Anesa

  • Ich muß dann auch aufhören zu schreiben,weil ich dann arbeiten muß!!Mir gehts auch gut wenn er mal nicht da ist.Früher hab ich ihm oft hinterhertelefoniert,kontrolliert,hab mich beschissen ohne ihn gefühlt usw... aber jetzt hat sich das geändert.Ich fühl mich ohne ihn oft viel besser.Wenn er sich um 180 Grad drehn würde dann wäre es schon schwer.Ich glaube man würde dann wieder mehr an dem anderen hängen und mit ihm mehr Zeit verbringen wollen.Eine Entscheidung in diesem Bereich muß gut überlegt sein.Bei mir gibt es sowas auch nicht.Trennen und dann wieder zusammen,das will ich auch nicht.Deswegen überlege ich schon so lange.Denn räumliche Trennung kann ja auch sein das es nichts bewirkt.Außer man denkt nur an sich selbst,das es einem dann mal wieder gut geht,nachdenken,erholen und Kraft schöpfen!!!Du bist verheiratet mit ihm?? Habt ihr Kinder?? Wie lang seid ihr schon zusamen?? Du kannst mir auch abends antworten!!
    Bis dann liebe Grüße von Claudia

  • Hallo,
    wir sind dieses Jahr 13 Jahre verheiratet und haben glücklicherweise keine Kinder! Ich wollte nie Kinder haben, er schon. In den letzten Jahren war ich kurz davor, mich doch für ein Kind zu entscheiden, weil ich auch dachte, jetzt oder nie. Und weil viele meinten, man müsste doch unbedingt wenigstens ein Kind haben.
    Jetzt bin ich heilfroh, dass ich mich nicht habe überreden lassen! Wenn ich einige Beiträge lese, wo noch Kinder im Spiel sind, da wird mir richtig schlecht. Da muss man an sich und auch noch an die Kinder denken.
    So bin ich nur für mich alleine verantwortlich, was schwer genug ist.

    Und ich stelle jetzt langsam fest, dass die Ehe schon mit einer Abhängigkeit anfing. Er hätte in seine Heimat zurückgemusst, deswegen mussten wir heiraten. Ansonsten würden wir einfach so zusammenleben. Er ist heute auch wieder etwas angetrunken und heute gehts mir doch wieder schlecht deswegen. Immer, wenn ich mit ihm geredet habe, hat er gesagt, er ist mit sich selbst nicht im Reinen, es wäre alles seine Schuld. Heute hat er gesagt, dass er das Gefühl hat, ich gebe ihm für alles Schuld. Naja, ich sage ihm natürlich schon lange, dass unsere Ehe ein Witz ist. Er sitzt den ganzen Tag am Computer, wir machen schon lange kaum noch was zusammen. Und wenn er getrunken hat, ist er für mich sowieso nicht da. Sagt ein Angetrunkener die Wahrheit oder sollte man da nicht hinhören?

    Wir hatten in unserer Ehe schon viele Streitereien, vor allem wegen seiner Familie. Und ich habe mich oft geärgert, weil ich zwar gegen einige Sachen war, die wir machen mussten, aber das meiste dann -zwangsweise- doch mitgemacht habe. Da habe ich oft von ihm zu hören bekommen, ich wäre ja sowieso gegen alles. Und diese Streitigkeiten konnten wir nie klären, weil er irgendwann abgeblockt hat und ich stand dann da! Ich dachte schon sehr oft, dass es mit uns nicht gut geht.
    Manchmal denke ich, das ist jetzt vielleicht eine Chance für mich, den Absprung zu schaffen. Ohne das Alkoholproblem wäre ich nicht so weit wie jetzt.
    Aber ein kleiner Teil von mir hofft immer noch, dass es vielleicht wieder besser werden könnte, wenn diese "Krise" überstanden ist. Vielleicht lernt er bei der Therapie, dass man doch lieber reden als abblocken sollte.

    Mir bleibt jetzt wirklich nur, mir Hilfe zu holen, um mir klar zu werden, was ich möchte.

    LG, Anesa

  • Tut mir leid wenn ich gestern nicht mehr geschrieben habe,ich kam spät nach Hause und war ziemlich erledigt.
    Was hat dein Freund für eine Staatsangehörigkeit??Ich habe gottseidank auch keine Kinder und will mit ihm sichelich keine!! Ich finde es auh schrecklich wenn man mit einem trinkenden Partner ein Kind hat.Die armen Kinder.Die wachsen völlig "irritiert " auf.Ich hatte auch mal dran gedacht,vielleicht doch ein Kind,aber gottseidank hab ich das wieder über Bord geworfen!!Ihr musstet heiraten?? Wollte er das so??UNd du hattest nachgegeben??Das ist das fatale es erwischt einen doch immer wieder das die Trinkerei ,auch wenn es nicht so ausschweifend ist,einen dann doch immer wieder betrofen macht.So geht es mir auch immer wieder.Ich glaube wenn das alles einen so nicht mehr berührt und man das ganze schon mit Abstand sieht und auch losläßt,es belastet einen dann doch immer wieder.Ich kenn das auch!!
    Ob ein Angetrunkener die Wahrheit sagt?? Ich denke ein Funken Wahrheit steckt schon drin,da kommen Gefühle und Gedanken zutage die ansonsten meiner Meinung nach tief verborgen liegen!!!
    Wieso hattet ihr Streitereien wegen seiner Familie???Was musstest ihr machen??
    Ich bin der Überzeugung mit einem Alkoholiker kann man niemals glücklich werden ,solange er sich nicht in dauerhafte Behandlung gibt und sich wirklich ändern will!! Ímmer schieben sie alles auf einen drauf ,wollen uns Schuldgefühle machen und stellen einen als krank hin!! So wie heute bei mir und meinem Freund!!Er stempelt ja,jetzt sind beide Motorsägen kaputt und jetzt kann ernicht mehr holzen gehen,jetzt klebt er wieder die nächste Zeit an mir!! Vielleicht nur bis morgen,weil die Säge dann angeblich wieder gerichtet sein soll.Er hat noch Schafe und Hasen(Die Hasenzucht haben wir angefangen miteinander-war seine Idee.)Ich bin mittags von der Arbeit gekommen und wollte essen.Er wollte das ich mit ihm zusammen zu den Schafen fahre und dann bei der Bank vorbei.(Die Schafe sind ca.2 km entfernt von uns)Ich wolte mir lieber was zum essen machen und Haare waschen und Mc Leods Töchter im Tv anschauen bevor ich wieder an Nachmittag zur Arbeit.Er fuhr dann gottseidank allein.Ich hörte wie er wieder kam und er im Haus war .Dann hörte ich den Roller von seinem Neffen.Er fuhr mit ihm davon.(Früher hatte er das auch gemacht und kam stunden später,ohne das er mir das gesagt hätte.)Nachdem 10 Min.vergangen waren machte ich mir Gedanken und er war wieder dann doch wieder da.Ich fragte ihn warum er mir nicht Bescheid gesagt hat das er gleich wieder da ist,er hatte dann auch zugegeben das er die Katze in unsere Wohnung gelassen hat,aber Bescheid sagen konnte er mir nicht.Er hatte kein Verständis,meinte warum er sich rechtfertigen müsste,keine Einsicht nix.Er hat dann auch nicht mehr aufgehört,ich meinte er soll mein Zimmer verlassen,tat er nicht,ich mußte ihn mit Gewalt rausschieben.Später fragte er ob ich mich beruhigt hätte??Ich wohn auch noch bei ihm.Früher hatte ich solche Probleme nicht!!!Mit so einem Mann hat man nur Stress und Aufregung.Ich will das einfach nicht mehr.Ich hab da keine Lust mehr drauf!!!!!Alkoholier haben kein Einfühlsvermögen,kein Vertsändnis und usw.....So wie du es auch geschildert hast!!!Meiner blockt dann auch ab!!Ich finde dieses Verhalten einfach unter aller Kanone!!!Zum kotzen auf gut Deutsch!!!
    Wie meinst du das ohne das Alkoholproblem wärst du nicht so weit wie jetzt????Ist das positiv oder negativ gemeint???
    Und diesen kleinen Funken kenne ich auch,aber es ist nur noch ein Funken,früher war es ein Stern!!!
    Ich glaube um den Absprung schaffen zu können müsssen wir stärker werden.Und das bedeutet auch noch einmal durch alte Schmerzen zu durchlaufen.
    Sorry wenn ich soviel geschrieben habe!!
    Lg Claudia

  • Zitat von Rosa Li

    Ich bin der Überzeugung mit einem Alkoholiker kann man niemals glücklich werden ,solange er sich nicht in dauerhafte Behandlung gibt und sich wirklich ändern will!!

    Hallo Ihr fleißigen Schreiberinnen,

    was ist denn da mit Euch, wann fangt Ihr denn an was zu ändern?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Die Frage ist berechtigt!! Ich hab auf alle Fälle etwas geändert.Allein schon dadurch das ich regelmäßig zu Al-Anon gehe ,eine Einzeltherapie schon ne zeitlang mache!!Ihm gegenüber hab ich mich auf alle Fälle geändert !! Keine Vorwürfe,keine Vorhaltungen,kein nachtelefonieren,keine übertriebene Kontrolle mehr,Freiheit geben,Ich setze klare Grenzen ihm gegenüber ,ich setze ihn nicht mehr unter Druck weils eh keinen Wert hat....usw......Ich selbst tue mehr für mich.Gehe in Sport,treffe mich regelmäßig mit meiner Freundin und anderen guten Bekannten,arbeite an meinen Schwächen.....usw....
    Mehr kann ich nicht tun!!!
    Lg Claudia

  • Ich hätte mir gewünscht das er meine Hand nimmt die ich ihm entgegengestreckt habe und bereit ist gemeinsam mit mir nach vorne zu gehen.Aber es ist leider nicht so.Hab ihm das versucht durch 3 Paargespräche zu vermitteln was er von mir nie verstanden hat.Er ging überraschenderweise mit,aber als es an dem Punkt kam das er sich verändern sollte bzw. einzelne Dinge (es wären nur Kleinigkeiten gewesen,das mit der Sucht natürlich ne größere)damit manches besser bei uns läuft,da hat er die innere Flucht ergriffen.Es gibt eben 2 Sorten von Menschen auf dieser Erde.
    Die die sich verändern wollen,vorankommen wollen,sich mit Schmerz und dergleichen auseinandersetzen.
    Und eben solche die so große Angst vor Veränderungen haben das sie lieber im gewohnten"Mist" bleiben.
    Lg Claudia

  • Hallo Kaltblut,
    da fällt mir noch was ein.Ich hab ihm ein ganzes Stück Verantwortung zurückgegeben.In vielerlei Hinsicht.Das einzige was ich noch mache ist das ich ihn 2 mal im Monat zur SHG zu fahre(er hat eine Auflage,aber ob er nur deswegen hingeht kann mir egal sein-mittlerweile hab ich den Mut gefunden es von ihm einzufordern das er da hingeht.Und das hab ich lange nicht gemacht-Ich hatte ihm das überlassen.)und das ich seine Wäsche wasche.Was wohl auch noch zuviel ist was ich da für ihn mache !!!
    Selbst ist der Mann oder ???

  • Hallo Rosa Li,
    ich habe fürs Schreiben auch nicht immer so viel Zeit, kein Problem.
    Also woher mein Mann kommt schreibe ich im offenen Forum lieber nicht, da kann vielleicht jemand Rückschlüsse ziehen.

    Ich habe auch nicht nachgegeben wegen des Heiratens, ich bereue es auch nicht getan zu haben, eine andere Möglichkeit, zusammenzubleiben, gab es einfach nicht.

    Die Familie von ihm verlangt ständig Geld (Söhne sind dafür da, die Eltern zu versorgen!), er ist der Älteste und ist somit auch noch verantwortlich für seine jüngeren Geschwister, d.h. wenn einer etwas von ihm will, muss er es tun. Das ist alles mögliche, von Geld leihen bis hin zu irgendwo hinfahren, weil irgendetwas erledigt werden muss usw.

    Ich bin jetzt endlich so weit, dass ich denke, eine Trennung wäre das beste. Ich sehe keine gute Zukunft für uns. Und so weit wäre ich jetzt nicht, wenn das Alkoholproblem nicht gekommen wäre.

    Hat Dein Freund heute getrunken oder ist er auch so, wenn er nüchtern ist?

    Ich war heute bei der 2. Stunde in der Therapie von der Diakonie. Die hat mit mir meine Familiengeschichte aufgearbeitet. Natürlich haben in meiner Familie auch viele getrunken. Aber Alkohol ist ja auch heute bei den meisten Leuten "normal". Meine Chefin kommt jeden Tag mit einer Fahne zur Arbeit...

    Als ich nach Hause kam, war mein Mann noch betrunkener als gestern. Er ist jetzt schon ins Bett, obwohl ich gesagt habe, dass er auf der Couch schlafen soll. Schön, dann schlafe ich da eben. Mir ging es trotzdem schlecht, der Wahrheit ins Auge zu sehen, dass er trinken will und ich keine Chance habe, ihn davon wegzubringen. Ich habe aber nicht nachgesehen, was er getrunken hat, ist mir schon fast egal.

    Nächste Woche haben wir einen Termin beim Notar, um einen Ehevertrag für den Fall der Scheidung zu machen. Danach werde ich weitersehen.

    Na hoffentlich gibts bei mir keine Rückenschmerzen von der Couch!

    LG, Anesa

  • Ist ok wenn du nicht schreibst woher dein mann kommt.Ist zumindest sehr positiv wenn du die Heirat nicht bereust.
    Die Familie manipuliert deinen Mann anscheinend auch ganz schön.Wenn er gezwungen wird es zu tun ist das auch ganz schön "doof".
    Mein Freund hatte gestern nicht getrunken.
    Das ist schon der erste Schritt wenn du was für dich tust,Therapiestunden!! Hoffentlich kommt er dir nicht quer wenn ihr das mit dem Ehevertrag macht.Kann sein das er anfängt sich querzustellen??
    Je mehr ich von ihm abgelassen habe,mich nicht mehr ausnutzen hab lassen ,mich weniger manipulieren lasse.Und als ich erkannt habe das er versucht alles auf mich zu schieben und ich zur Gruppe gehe usw. habe ich zunehemnds gemerkt das ich ihn nicht mehr aushalten kann.Das ist gut so,erst dann schafft man es allmählich sich zu lösen!!!
    Ich will nix lieber als mich da raus zu lösen,er hat genug Chancen gehabt wenn er gewollt hätte,so muß er eben mit dem Verlust klar kommen das wir mal gehen.Aber das ist denen doch eh egel.
    Ich finde es schlimmdas der Alkohol so legalisiert wird,zum größten Teil des Konsums wegen damit die Branche finanziell boomt.Alkohol ist ein Teufelszeug.Ich hab früher auch viel getrunken,wenn ich weg war und so.Gottaseidank hab ich den Absprung noch geschafft bevor ich süchtig geworden bin.Vielleicht war ich es ja schon ein wenig.In unserer Gesellschaft wird es so hingestellt das es dazugehört zu trinken.Und wer trinkt ist cool usw....zumindest wenn man jung ist.Schlimm das alles.
    Ich kenn das auch das mein Freund im besoffenen Zustand immer im besseren Bett geschlafen hat als ich.Es hätte andersrum sein müssen.Einmal hatte ich den Mut ihn auszusperren und dann hatte ich im besseren Bett geschlafen.Aber waas er dann hinter verschlossener Türe abgelassen hat war schlimm.Gut das du nicht nachkontrolliert hast das ist ein Anfang und sicherlich auch für ihn besser.
    Wie geht es deinem Rücken???
    Auch ich muß sehn wie es weitergeht,und mich immer mehr ein Stückchen lösen,denn so will ich nicht mehr weitermachen.Er hätte ja die Wahl gehabt.Wir hääten es so schön haben können. auf einem abgelegenen Grund.Ich hab mir dort einen Garten angelegt.Aber hilft nix.Ich würde mir dasgern selbst erschaffen.Hatte auch schon einen privaten Termin bei einem der bei der Bank ist.Ich hab den Traum von was eigenem.Meins!!!Was kleines.Aber alles ist so teuer.Mit GRundstück und so.Aber ich bin dabei mir einen Plan zu machen.Denn die Stimmung meines Freundes wird immer schlimmer weil er vielleicht merkt das ich mich immer mehr von ihm löse.Da ich auch noch eine Katze habe und ich eine WG gründen muß weils finanziell anders nicht geht geht das nicht von heut auf morgen und bis dann muß ich gezwungenermaßen wieder auf das Karussell aufspringen und mitfahren weil er sonst noch durchdreht!!!
    Ich hab auch da GEfühl wir Cos drängen uns den Alkoholiker auf.Im Prinzip wollen sie nur in Ruhe Saufen und sich nicht verändern.Die sind froh wenn sie uns loshaben!!Sie sagens nur nicht,schließlich kriegen sie ja noch Sex und einiges mehr!!Auf das wollen sie ja vielleicht nicht unbedingt verzichten....Ich will gar nicht mehr so davon sprechen.Im MOment bin ich so wütend auf das alles.Ich möchte die Gegenseite nicht schlecht machen!!!

    LG,Claudia

  • Mein Rücken ist ok, danke.
    Also ich habe auf der Couch geschlafen, weil er schon früh ins Bett gegangen ist und ich mir dachte, in dem Zustand bringt es nichts, zu diskutieren. Heute morgen (er muss früher aufstehen als ich) kam er ins Wohnzimmer und fragte, ob ich jetzt ins Bett gehen will. Ich habe nein gesagt. Nach solchen Aktionen tuts ihm immer wieder leid, er entschuldigt sich auch immer. Aber was solls? Mir bringt das nichts.
    Ich muss wirklich sehen, dass ich mich da rausrette, bevor er anfängt, mich zu beschimpfen oder noch schlimmeres passiert.

    Ich habe mal eine Frage an alle:
    Ist es egal, wie ich mich dem trinkenden Partner gegenüber verhalte? Mir wurde in der offenen Sprechstunde von der Suchtberatung empfohlen, ihn zu ignorieren und Abstand zu halten. Ist das nicht eine Art Bestrafung? Es ist ja auch eine Krankheit, wird hier ja auch immer wieder deutlich gesagt.

    Gruss, Anesa

  • glück auf anesa

    Zitat von Anesa

    Ist es egal, wie ich mich dem trinkenden Partner gegenüber verhalte? Mir wurde in der offenen Sprechstunde von der Suchtberatung empfohlen, ihn zu ignorieren und Abstand zu halten.

    das ist zu deinem schutz - wenner besoffen is könnter agressiv werden
    wenner nüchtern is kannst du mit ihm reden (dann verstehter auch was du sagst) - kannst ihm sagen wasses mit dir macht - kannst ihm n hilfsangebot machen > falls er trocken wird + bleibt + + +

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!