Beiträge von Laurina5

    Hallo Dagmar,

    ich habe verfolgt, was sich bei Dir so alles getan hat, darauf kannst Du wirklich stolz sein.

    Bei mir liegt auch seit ein paar Tagen Bügelwäsche, na und... sie läuft mir nicht weg, dafür habe ich mir meine Wohnung schön geschmückt, hatte am Heiligenabend meine Mutter, meinen Sohn und Bruder hier, es war ein ruhiger und angenehmer Abend. Gestern war ich mit einer Freundin zum Essen und heute besuche ich meine Tochter und Familie.

    Ich hätte Morgen eine Verabredung mit einem Mann wahrnehmen können, habe diese abgesagt, weil ich das erste Mal in meinem Leben bewusst allein leben will und für eine neue Beziehung nicht bereit. Das habe ich offen ausgesprochen und traf auf Verständnis. Ich fühle mich nicht unvollständig, sondern genieße ganz bewusst mich selbst und mein Leben, in dem ich alles allein entscheiden und regeln kann. Anstatt etwas zu beklagen, mache ich mir die Vorzüge bewusst.

    Einen schönen 2. Weihnachtstag
    und liebe Grüße Laurina :wink:

    Liebe Thea,

    eine gebrochene Hand kann auch etwas gutes haben, nämlich Hilflosigkeit und Kapitulation, die zur inneren Einsicht führen kann. Die Weihnachtszeit macht mich auch sehr sensibel und sentimental, im Namen der Nächstenliebe will wohl Jeder ein guter Mensch sein und Niemanden fallen lassen. Wenn ich mir jedoch bewusst mache, dass gerade dieses Fallenlassen die einzige Hilfe für einen Abhängigen ist, kann ich mein Verhalten als richtig einstufen, indem ich nicht mehr beteiligt bin, seine Krankheit zu verlängern.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Er versucht mir irgendwelche Brocken zu servieren und wartet wie ich reagiere. So schlau ist er, obwohl er voll war. Ich sitze - um Dein Bild zu gebrauchen - im Rettungsboot aber noch verflixt nah an dem sinkenden Schiff. Weit und breit nur Wasser aber ich fange mal an zu rudern.
    Gruß
    Trudchen
    Dagmar[/quote]

    Liebe Trudchen,

    diesen Satz habe ich zweimal gelesen, er kommt mir so bekannt vor.
    Bei mir lag genau da der Knackpunkt. Natürlich war ich auch süchtig nach Wertschätzung und Anerkennung. Diese Brocken konnten meine gesamte Stimmung lenken, weil ich nicht klar war. Nach verletzenden Brocken habe ich mir Antworten und Entscheidungen zurecht gelegt, die er mit einem Bröckelchen wieder kippen konnte, gespickt mit dem Gefühl und der Aussicht, dass er mich doch lieben und ich ihm etwas bedeuten könnte. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass er sich für das Trinken entschieden hat.

    Liebe Grüße Laurina :wink: [/quote]

    Hallo Ihr,

    ich heiße übrigens auch Dagmar

    und glaube, wenn ein Alkoholiker sich eine Neue nimmt, macht er es aus Rache, um zu treffen. Nichts reizt ihn mehr als im Namen der Rache noch Macht über die Gefühle seiner Ex zu haben. Wenn dann die Neue auch noch eifersüchtig reagiert, wird sie sicher als Co.-Abhängige, ist das Spiel perfekt. Schließlich muss er sich schlecht fühlen, um einen berechtigten Trinkgrund zu haben.

    Mein Ex hat vor ein paar Tagen in einer Kneipe ganz in der Nähe den Weihnachtsmann gespielt, d.h. großzügig alle eingeladen und Weihnachtsgeld an Gäste und die Tresenbedienung verteilt, zwei Tage sollen ihn um die tausend Euro gekostet haben. Natürlich weiß er, dass mir dies zugetragen wird, zumal er mich gerne kurz gehalten hat. :lol:


    Lieben Gruß Dagmar
    alias Laurina :wink:

    Hallo amor,

    sei willkommen hier im Forum.

    Ich denke, dass Du Dich schon ein wenig durchgelesen hast und berechtigte Gründe Dich hier her führten. Lt. Erfahrungswerten klappt es mit dem eigenen runter reduzieren nicht, bei dem nächsten Konflikt werden es dann wieder mehr Biere. Nur 10 - 12 Biere täglich, das liegt weit über dem normalen Schnitt, damit würde ein normaler Mensch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Folglich ist Dein Mann alkoholabhängig und krank. Diese Krankheit schreitet voran, bis der Leidensdruck auf der einen oder anderen Seite groß genug wird, um etwas ändern zu wollen/müssen. Nicht jeder Alkoholiker wird böse oder aggressiv, ich kenne auch einige, die ganz lieb und anhänglich wurden und anschließend einschliefen. Für Dich stellt sich die Frage, ob Du weiterhin so leben möchtest und Dein Leben auf seine Trinkgewohnheiten einstellen oder ob Du Dein Leben selbst in eigener Verantwortung in die Hand nehmen möchtest. Neben diesem Forum sind alle Fragen übrigens gut in einer Angehörigengruppe zu klären.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Zitat von S.Käferchen

    Aber das beste Gefühl hatte ich, als ich für mich und mein Leben die Verantwortung übernahm, daß nicht mein Ex-Alkoholiker *schuld* für meine Misere ist, sondern ich selbst, weil ich abhängig bin. Ich weiß nicht,aber fühlt es sich bei einem Alkoholiker ähnlich befreiend an? Für mich war es eine Befreiung!

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

    Liebe Käferchen,

    diesen Satz finde ich sehr prägnant und wichtig für alle Co.-Abhängigen, die anfangs gerne den Betroffenen anklagen.

    LG Laurina :wink:

    Gute Morgen Ihr Lieben,

    ich oute mich bei meinem Arzt, beim Therapeuten und in der Gruppe sowieso, im Bekanntenkreis bei näheren Kontakten. Flüchtige Bekannte können meist nichts damit anfangen. Finde es wichtig, dass die Dinge dort besprochen werden, wo sie hingehören und wo entsprechende Erfahrungswerte vorliegen. Wenn eine Außenstehende mir erzählt, dass sie schwer zucker- oder rheumakrank ist, kann ich zwar Mitgefühl zeigen, mich aber nicht so in ihre Situation versetzen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Lilly,

    ich glaube sogar, dass Du es gut gemeint hast und wachrütteln wolltest. Ich habe eine Bekannte, die seit ca. 20 Jahren mit einem Trinker lebt, ihren persönlichen Gewinn sieht sie im finanziellen Bereich, weil sie dadurch ihre beiden Söhne und andere sozial Schwache unterstützen kann, sie ist ihrem Bekannten dankbar und hasst ihn zugleich, selten offen und fröhlich. Seit ein paar Jahren hat sie ein Magengeschwür und seit einem Jahr eine Gesichtsrose. Wir anderen haben früher auf sie eingeredet, sie solle sich trennen, ihre Entscheidung fiel anders aus. Ich halte mich heute heraus und lasse es los, früher habe ich ihr mal vorgeschlagen mit in die Gruppe zu kommen, sie hat es belächelt, weil ich so etwas brauche. Im Therapiegespräch hat mich vor kurzem etwas sehr beeindruckt, wir können von allem möglichen clean werden, indem wir es einfach weg lassen, es spukt aber noch weiter in uns herum und macht uns empfänglich, erst wenn wir wirklich frei sind, können wir unseren Weg ohne Suchtmittel/Suchtpartner gehen. Dieses völlige Freisein, das wird sich wunderbar anfühlen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Diese Antwort macht mich gerade ein wenig betroffen, eine Sucht oder Co-abhänigkeit kann man nicht herausprügeln. Jede Betroffene geht ihren indivuduellen Weg und benötigt ihre eigene Zeit bis hin zum persönlichen Tiefpunkt. Alles wird wiederholt, und zwar solange bis man davon gesättigt ist. Ich verstehe es auch so, dass jede aus ihrer jeweiligen Situation heraus schreibt und nichts dabei überspringen kann, um einen Punkt vorzugeben, der noch nicht erreicht und verinnerlicht wurde. Es geht ums Lernen Schritt für Schritt, und wenn Orlando heute meint, dass sie etwas davon hat, ist dies ihr gutes Recht. Ich kenne es aus meiner Erfahrung nur so, dass ich nicht die Erfahrungen anderer übernehmen kann, gerne aber über andere Erfahrungen etwas höre oder lese und dann wieder dazu beitragen kann, indem ich über meinen Weg berichte. Haben wir uns nicht alle die Dinge schön geredet, als wir noch nicht wirklich etwas ändern wollten? Es gehörte dazu. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich auch angenommen, sowohl in meiner Gruppe als auch im Forum. Im Großen und Ganzen mag ich liebe Lilly Deine direkte Art, habe ich Dir vor kurzem gerade geschrieben, bitte vergiss nicht, dass Du auch erst etwas verändert hast, als Du mit dem Krankenwagen abgeholt worden bist. :wink:

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Ich durfte gestern bei meiner Heilpraktikerin einen Gedanken aufnehmen, der mich nahezu beflügelt. Sie sagte mir, es nütze nichts, von einer Sache oder einem Menschen clean zu werden, das kann man zwar ein stellen, es poltert und geistert aber weiterhin in uns herum und mache uns noch empfänglich. Wir können erst unseren Weg ein Stück weiter gehen, wenn wir davon frei sind. Für diese Erfahrung sind beide Seiten wichtig, die einen führen uns zum Licht, die anderen in die Dunkelheit, beides hat eine eigene Qualität. Wir dürfen auch denen dankbar sein, die uns in die Dunkelheit führten, durch sie und die damit verbundenen Schmerzen und Ent-täuschungen wurden wir sehend und durften erfahren, dass wir einen anderen Weg zu gehen und ein anderes Leben zu führen haben. Haben wir diese Erkenntnis verinnerlicht, können wir in Frieden und Liebe loslassen.
    Ich übe mich heute weiterhin im Loslassen, denke positives und werde niemanden bewerten oder gar verurteilen. Es tut mir wirklich gut. Welche Farbe hat die Welt, liegt es nicht an unseren Gedanken, wie wir sie anmalen? Glauben wir fest daran gutes verdient zu haben, es wird auf uns zukommen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Dagmar,

    bei dem Stichwort Polizeieinsatz erinnere ich folgendes.

    Es war im Sommer, ich war mit einer Freundin zum Relaxen im Stadtpark. Mein Handy klingelte, es war die Polizeiwache, sie wollten ihn da behalten, er war betrunken auf ein Taxi gestürzt und konnte sich nicht ausweisen, hatte zudem keine gemeldete Anschrift, ob ich ihn abholen könne. Ich Helferin/Retterin bin sofort mit Freundin per PkW dort hin und wurde vom diensthabenden Beamten sehr schäbig und abwertend behandelt. Anschließend haben wir ihn abgesetzt bei einem Bekannten, wo er dann und wann mal nächtigte, er wollte natürlich mit zu mir, anschließend fuhr er mit dem Taxi zum Kiez (Reeperbahn) und hat sich dort die Nacht über mit Wodka zugeschüttet. Haleluja .....


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Für mich kommt das Verhalten Deines Vater anderes rüber. Er hat sich bewusst für seine Trockenheit entschieden und besucht regelmäßig seine Gruppe. Folglich kann er auf Festen zufrieden mit seinem Wasser sitzen. In Restaurants wird zum Essen auch Alkohol gereicht, folglich dürfte ein Trockener dann auch nicht mehr auswärts zum Essen gehen. Das mag zum Selbstschutz richtig sein, solange man sich noch gefährdet fühlt. Wichtig ist halt auch, wie mit Lebenskonflikten umgegangen wird, da meine ich die Situationen, in denen man sich früher betäubt hat, die können m.E. gefährlicher werden, als ein Weihnachtsmarkt.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Lucy,

    im Leben eines nassen Alkoholikers wirst Du immer die Nummer zwei sein, dafür lässt er Dich schon stehen. Außerdem provoziert er Streit, um sich schuldig zu fühlen und wieder trinken zu können. Es ist ein Teufelskreis.


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Guten Morgen Fränkin,

    ich würde Dir gerne ein paar tröstende Worte sagen.

    Wenn wir lieben, ist alles so wunderbar, dass wir es am liebsten festhalten möchten und für die Ewigkeit einplanen. Eine Frau aus meiner Gruppe sagte vor kurzem, es ist nicht immer alles vorhanden. Schon in einer "normalen" Beziehung gibt es Zeiten, wo sich die Liebe mal ausschleicht, um durch ständige Lernprozesse neu errungen zu werden, so wie wir uns verändern, wird sich auch die Liebe verändern und zu einer anderen Qualität finden. Das Glück scheint die kurzen seligen romantischen Momente zu sein, zumindest empfinden wir es so.
    Was der Deinige Dir zu dem Zeitpunkt sagte, hat er sicher so gemeint. Die Liebe zu einem Alkoholiker ist ein Tanz auf dem Seil, einerseits erlebst Du den Himmel, auf der anderen Seite die Hölle. Nichts ist sicher und berechenbar. Während er nüchtern der liebenswerteste Mensch ist, ist er trinkend vom Dämonen Alkohol besetzt. Er muss dann trinken und Du wirst in diesen Zeiten niemals an erster Stelle stehen. Dieses Eingeständnis ist schmerzhaft und schmeckt bitter, das weiß ich sehr wohl, da kommen wir nicht drum herum. Wenn es verinnerlicht ist, was auch seine Zeit braucht, können wir bewusst entscheiden, ob wir uns auf dieses Wagnis einlassen wollen. Wie Dein Vater schon sagte, ein Rückfall kann immer passieren, meistens dann, wenn innere Konflikte auftreten.

    Ich war in zweiter Ehe mit einem Trockenen verheiratet, er war bereits sechs Jahre trocken, ich hätte damals die Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er nicht mehr rückfällig wird. Er arbeitete auch noch als Kellner am Hauptbahnhof und war nüchtern ganz lieb und tolerant mir gegenüber. Als es Konflikte am Arbeitsplatz gab, er wollte dort weg, wurde er rückfällig, danach erlebte ich die Hölle.

    Hätte Dir gerne zuversichtlicheres geschrieben. Alles was ich tun kann, ist Dir Kraft, Einsicht und Klarheit zu wünschen. Hier sitzen heute einige allein vor ihrem PC, wir können uns gemeinsam stützen und den ersten Advent virtuell in liebevollen gegenseitigen Gedanken doch ein wenig schön zu gestalten.

    Alles Liebe und Gute für Dich
    Laurina :wink:

    Ich denke mal, man kann auch verzeihen, wenn die andere Person zu einer Entschuldigung nicht fähig ist oder sich gar nicht schuldig fühlt. Eine Entschuldigung ist schnell dahin gesagt, ob sie von innen heraus kommt, ist eine andere Sache. Meine Mutter würde sie womöglich auf meine Bitte hin aussprechen, was würde das in meinem gegenwärtigen Leben verändern? Verzeihen ist nichts anderes, als Wut und Groll auf die betreffende Person loszulassen, um sich selbst nicht mit negativen Gefühlen zu belasten, wobei durchaus eine Meinungsverschiedenheit bestehen bleiben kann. Nichtverzeihen können bedeutet, über einen anderen Menschen zu richten und beinhaltet für mich falscher Stolz. Menschen sind nicht perfekt, sondern fehlbar. Wie gesagt, ich spreche für mich. Unter anderem ist es besser, davon abzusehen, andere verstehen zu wollen, sie sind wie sie sind mit ihrer eigenen Geschichte und werden sich nicht für uns ändern. Es ist schon schwierig genug, sich selbst zu ändern. Allerdings haben wir das Recht, uns von Menschen fern zu halten, die uns nicht gut tun. Ich möchte nicht mehr von allen verstanden werden, viel zu aufwendig diese Erklärungen und Rechtfertigungen und will gleichfalls auch nicht alle verstehen.

    Lieben Gruß Laurina :wink: