Beiträge von Laurina5

    Hallo Lilly,

    Du schreibst sehr aufschlussreich aus der Sicht der anderen Seite, obwohl wohl beides zusammengehört. Herr Suff und Frau Co. oder auch umgekehrt. Las mal in einem Buch, ob Angehörige ein Fluch oder ein Segen seien? :shock:
    Alkoholiker provozieren, weil sie trinken wollen, Angehörige provozieren, weil sie sich über ihn beklagen, erheben oder auch manipulieren wollen. Sie wollen den Partner besitzen und reagieren schon über, wenn eine andere Person Komplimente erhält, die ihnen gegenüber ausbleiben.

    Früher habe ich beim Kennenlernen rasant meine komplette Persönlichkeit mit allen Schwächen auf einem Tablett serviert und wunderte mich, wenn der Trinkende in meinen wunden Punkten herumstocherte.

    Für die Zukunft möchte ich mich zum großen Teil öffnen mit der Gewissheit und dem Vertrauen, dass meine Offenheit nicht missbraucht und gegen mich verwendet wird. Das würde ich als gesunde Basis definieren.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo verflixt,


    das kommt mir gerade so bekannt vor...))) :D

    Verstanden werden wollen, was habe ich mich in der Partnerschaft um Kopf und Kragen, auch in Rage geredet, fast schon angefleht, um endlich mal verstanden zu werden, dabei fielen mir immer wieder neue Möglichkeiten und Argumente ein, ich gab einfach keine Ruhe. Am Ende war ich völlig wütend und erschöpft :x

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Gabriele,

    als ich vor ein paar Jahren noch mit meinem Mann zusammenlebte, habe ich Wohnungsinserate gelesen und bin durch die Straßen gelaufen, wo ich wohnen möchte, habe mir schon gedanklich die eigene Wohnung bereits eingerichtet. Das war im Nachhinein betrachtet der Einstieg zum Ausstieg. Es dauerte noch Monate, bis ich tatsächlich ausgezogen bin. Ich suchte nach immer weiteren Gründen, die meine Entscheidung rechtfertigen würden. Es reichte noch nicht an Verletzungen, es mussten noch weitere her, um meinen persönlichen Tiefpunkt zu erreichen. Oftmals habe ich auch Streit provoziert, um "guten Gewissens" gehen zu können. Ich war so verwirrt und nicht in der Lage, meinen Wunsch nach einem anderen Leben klar zu definieren. Außerdem sollte mein Entschluss auch vor Anderen gerechtfertigt sein. Wie krank ich war, war mir nicht bewusst, war getrieben von dem Gedanken, auch noch "Mitleid" zu bekommen und äußerlich "die Gute" zu sein. Als ich in die Angehörigen-Gruppe ging, bekam ich kein "Mitleid", sondern mir wurde aufgezeigt, dass ich dran bin, an meinem Verhalten und meiner Erkrankung zu arbeiten.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Mein aktueller Stand:

    Neben meiner Co.-Abhängigkeit bin ich hochempfindsam und habe die Neigung, mir andere Probleme hineinzuziehen, sprich mich schwer abgrenzen zu können. Folglich brauche ich meine Pausen und Auszeiten für mich. Neben den Büchern über Co-Abhängigkeit lese ich aktuell ein Buch über emotionale Erpressung. Ich wurde emotinal erpresst und habe es im Gegenzug auf subtile Weise gleichfalls getan. Die Werte meiner Mutter, wie lieb, nett, zurückhaltend, ausgleichend, großzügig und bescheiden zu sein, haben mich krank gemacht und mir keinen Erfolg in der Liebe eingebracht. Habe nicht gelernt, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und geltend zu machen. Momentan werben zwei Ex-Männer um mich, beide Trinker, beide kommen für mein zukünftiges Leben nicht mehr in Frage. Manchmal kommen gelebte Situationen hoch - ich denke mir, wie konnte ich so verrückt und verzehrend nach diesen Männern sein. Meine Tochter und ich haben derzeit den Kontakt gebrochen, wir brauchen eine Pause, um uns neu zu definieren. Mein verändertes Verhalten ist der Familie fremd, als Co.-Abhängige mit meinen Schuldgefühlen war ich leicht zu manipulieren. Nunmehr wehre ich mich und schlage auch mal über die Stränge, das räume ich mir ein, es ist mein Recht, neues Verhalten zu üben. Derzeit habe ich mich bewusst fürs Alleinleben entschieden, es geht mir relativ gut damit. Sage mir täglich mich zu lieben, und dass ich gutes verdient habe. Es hört sich noch etwas fremd an, wird von Tag zu Tag besser und wird sich wohl eines Tages manifestieren. Meine Gedanken richte ich auf meine positiven Eigenschaften und darauf, was ich alles habe.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    mir ging es auch so, als der Partner weg war fühlte ich mich von meiner Familie zu sehr in Anspruch genommen. Diese glaubten, ich habe nun alle Zeit der Welt und könne jederzeit zur Verfügung stehen. Mein Bedürfnis nach Ruhe und Alleingang konnten und wollten sie nicht nachvollziehen, es ging um ihre Bedürfnisse, für die ich als Co. meist zur Verfügung stand. Es war für mich ein Gefühl, als müsste ich mich frei schlagen, verteidigen und rechtfertigen für meine ureigenen Bedürfnisse. Es wird daran liegen, dass dieses neue Verhalten noch ungewohnt ist und sich erst zu einem Normalzustand ohne schlechte Gefühle entwickeln muss. Da schlägt man beim Üben schon mal über die Stränge. Für mich ist es immer noch nicht leicht, ein einfaches "Nein" auszusprechen, das habe ich in den Kinderjahren nicht gelernt, es wurde auch nicht akzeptiert. Da liegen die Ur-sachen des Co.-Schemas, ja sagen, hilfsbereit sein, alles recht machen und beliebt sein, wogegen Unbeliebtsein kaum ertragbar ist. Und dieses Verhalten ist nicht allein durch die Trennung vom Partner von heute auf morgen verschwunden, es braucht Geduld und Zeit.

    Lieben Gruß Laurina :wink:


    Liebe Dagmar,

    in Bezug auf Deinen Solarkreis komme ich zu dem Schluss, es ist nicht immer alles verfügbar. Gerade habe ich die NDR Talkshow gesehen und herzlich lachen können. Da war das Ehepaar Tiller/Giller, das durch viele Krisen ging und letzlich durch gegenseitige Autonomie wieder zueinander fand. Während der Sendung wurde mir klar, dass das Leben ganz einfach und leicht sein kann, wenn man bei sich bleibt und dafür entscheidet, sich nicht von Anderen verletzen zu lassen. Für Verletzungen habe ich mich zur Verfügung gestellt und war regelrecht süchtig danach. Ich konnte meinem Ex verzeihen und sah deutlich meinen Anteil. Nunmehr empfinde ich keinen Groll und kein Bedürfnis mehr nach Klarstellung. Es ist sein Leben und sein Recht zu trinken und andere Frauen zu haben. Das möchte ich nicht mehr bewerten, es ist auch nicht mehr relevant, ob ihm seine Verletzungen bewusst waren. Was durfte ich daraus lernen, in Zukunft entscheide ich, wen ich nah heranlasse, und wer einen Platz in meinem Leben haben kann. Ich habe ihn geliebt, er hatte einen Platz in meinem Leben, nunmehr kann ihn gehen lassen. Soll ich ihn verachten, weil ich es nicht war, weil er es nicht war, nein es war ein notwendiger gemeinsamer Lebensabschnitt zum Wachsen. Ich werde nun zufrieden in mein Bett gehen mit dem Wissen, dass in diesen Leben vieles noch möglich ist.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Dagmar,

    bei mir ist nochmal ein intensiver Schmerz hochgekommen, das ist aber gut so. Ich lebe und kann Schmerz empfinden und zulassen.

    Deine Erklärung scheint mir logisch. Es ist in etwa so, wie warten auf Godot, der niemlas kommt, so haben wir vergeblich darauf gewartet, doch noch einen Liebesbeweis mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln heraus zu kitzeln und unsere Energie dort hineingesteckt. Es war nicht naiv, sondern der Stand unseres Wissens und Begehrens. Heute kann ich mir sagen, es ist zuviel passiert, es geht nicht mehr und ich tue mir das nicht mehr an, doch der Schmerz über die Verletzungen ist noch in mir, das wird wohl auch noch andauern und ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Bei diesem Text kommen bei mir ganz heftige Emotionen hoch und ich frage mich, wozu sind Alkoholkranke fähig und was ist ihnen bewusst?

    Ein früherer Freund hatte mir nach der Trennung damit gedroht, ihm müsse ein Bein amputiert werden.

    Der letzte, er war Anwalt, an ihn erinnere ich mich sofort beim Stichwort "Puffn...". Mich wollte er finanziell knapp halten, jedoch für leichte Mädchen zahlte er alles. Auch er hat sich aus Rache, weil ich ihn hinausgeworfen habe, sexuell anderweitig betätig und warf mir vor, mein Verhalten war schäbig, bzw. hätte ich ihn dort hingetrieben. Beim Lesen dieses Textes kommt das alles noch mal wieder schmerzhaft hoch und ich frage mich, war diesem Menschen bewusst, wie sehr er mich verletzte?

    LG Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    mir wird es auch oft zuviel, was Andere von mir wollen oder anbieten. Bin gerade in einer Phase, in der ich das Alleinsein genieße und tun oder lassen kann was ich will. Hinzu kommt, dass sich die Kontakte verändert haben, mit den ehemaligen Bekannten komme ich nicht mehr so gut zu recht, bzw. sie mit mir auch nicht. Einige wollten mich auch schon verkuppeln :) haben es wohl gut gemeint. Geblieben sind wenige, mit denen ich den Austausch aber auch genieße. Mit Frauen, die noch mit einem nassen Trinker leben, habe ich mich früher viel ausgetauscht, heute ist mein Interesse daran gesunken. Schließlich habe ich jederzeit die Möglichkeit mich in den Trubel zu stürzen, mit dieser Gewissheit ist es wesentlich reizloser geworden. Gerade brauche ich keinen Partner an meiner Seite, dieses Mal lasse ich mir mal Zeit. Wenn ein passender vorbeikommt ist es gut, wenn nicht ist es auch gut. Mein Fokus darauf hat sich verändert, früher wollte ich Chancen haben und begehrt werden, war auch fast schon dankbar, wenn man mich mochte, heute mache ich mich auch mal unbebliebt, vor allem bleibe bei mir und sende keine falschen Hoffnungen aus. Es ist auch zu meinem Selbstschutz, um nicht wieder vom alten Muster angelockt zu werden. :)


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Orlando,

    ich kann mich gut an frühere Zeiten erinnern, als ich das bischen, was ich von meinem alkoholischen Freund hatte, noch idealisierte und mir schön redete, um es vor mir und nach außen vertreten zu können. Ich hielt seine Abhängigkeit mir gegenüber für Liebe und interpretierte alles mir erdenkliche hinein. Ob ich es wahrhaben wollte oder nicht, er liebte nicht mich, ich stand nicht in seinem Leben an erster Stelle, das Suchtmittel hatte immer Vorrang. Auch ich habe manchmal Sex über mich ergehen lassen, damit er ruhig wird und bald einschläft, um für den Rest des Abends meine Ruhe zu haben. Oder auch aus Eifersucht heraus, damit er sich nicht an Andere heranmacht, was er einige Male androhte. Als ich noch so gefangen war in diesem abhängigen süchtigen Verhalten, ging mir vorerst noch kein Licht auf, nur dass ich mich schlecht und benutzt fühlte, das verdrängte ich aber wieder, um mir zu suggerieren, er liebt mich halt und begehrt mich. Erst in der Gruppe in gemeinsamen Gesprächen und Erkennen der Parallelen, dass es fast überall ähnlich läuft, wurde mir klar, was ich mir damit antue und wie krank ich bin. Das braucht seine Zeit und die persönliche Schmerzgrenze ist sehr individuell.
    Als Co.-Abhängige wurde ich schon in der Kindheit an persönliche Übergriffe gewöhnt und kannte kein gesundes Maß, um Grenzen für mich setzen zu können, von daher empfand ich vieles wohl auch als normal. Der Weg hieraus ist ein weiter, mit Rückfällen geflastert, man kann ihn nur in kleinen Schritten gehen und von Tag zu Tag an der eigenen Genesung arbeiten. Die Sache mit den finanziellen Vorteilen wollte meine Mutter mir gerne schmackhaft machen, dass man für ein gut versorgtes Leben halt Kompromisse machen muss, diplomatisch sein soll und auch mal zurückstecken. Das geht unterm Strich aber nicht auf, Geld ist ein Mittel, das niemals glücklich und zufrieden macht. Was nützt mir eine gute Versorung, wenn ich seelisch und körperlich erkranke? Du hast im Dezember erst Deinen Beratungstermin, von daher stehst Du erst am Anfang. Für Deinen weiteren Weg wünsche ich Dir viel Kraft.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Thea,

    Du fragst, warum habe ich das so lange ausgehalten? Diese Frage habe ich mir auch oft gestellt, nachdem ich mehrere Beziehungen mit suchtabhängigen Männern hatte. Ja es war alles aus der Kindheit so bekannt und fühlte sich so vertraut an, es war mein Muster, zu dem ich mich sofort hingezogen fühlte. Ich konnte erst etwas ändern, als meine Schmerzgrenze erreicht war, die ist individuell verschieden. Meine Mutter, Oma und Schwiegermutter waren noch stolz darauf, ein Leben lang ausgehalten zu haben und warfen mir vor, man wirft nicht so schnell die Flinte ins Korn. Nun bin ich die erste, die seit Generationen aus diesem Suchtkreis ausssteigt und ich werfe mir nicht mehr vor, dass es so lange gedauert hat, sondern sehe den positiven Aspekt, es in diesem Leben noch zu schaffen, das ist mein Ziel in Gegenwart und Zukunft zu sehen, es kann und soll ein anderes Leben für mich geben.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Das kann ich bestätigen. Für mich kam auch nur die Trennung in Frage, weil auch ich nicht nur "rein freundschaftlich" zu ihm eine Beziehung haben kann. Ich mochte ihn nicht nüchtern -er wann dann unausstehlich- und hätte ihn sicher unbewusst wieder in einen Rückfall getrieben. Mit seinem Entzug ist die Welt noch lange nicht in Ordnung, in meiner Gruppe ist bekannt, dass viele Trockene co.-abhängig werden oder sich Ersatzsüchte suchen. Meine Co.-Abhängigkeit ist nicht nur auf den nassen Alkoholiker beschränkt, sie spiegelt sich in allen Lebensbereichen und Verhaltensweisen meinen Verwandten und Bekannten gegenüber wieder. Das bedeutet für mich, genauso den Entzug zu brauchen von meinen krankmachenden Mustern. Das bedeutet auch, mich frei zu machen von den Meinungen Anderer. Als ich ihn das letzte Mal hinauswarf, nahmen Bekannte ihn auf und warfen mir vor, rücksichtslos zu sein, der arme Mann sei krank, sie haben ihn aus Mitleid und Freundschaft aufgenommen, ich fühlte mich tatsächlich schlecht, warum? weil ich als Co. natürlich gemocht werden möchte und beliebt sein will - es gehört auch zum Loslassen, diese anderen Ansichten stehen lassen zu können und nicht vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Dass ich ihn noch unbeantwortet anrufen lasse, ist noch eine Form von Kontrolle, ich werde einen weiteren Schritt wagen und mir eine neue Handy-Nr. zulegen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Tina,

    Deine Geschichte erinnert mich gerade wieder an meine. Es ist tatsächlich besser keinen Kontakt mehr zu haben. Obwohl ich von meinem letzten Freund schon Monate getrennt bin, klingelt abends gegen 23.00 h immer noch mein Handy mit mehreren Versuchen mich zu erreichen. In einem Buch habe ich mal gelesen, dass es gar nicht so leicht ist, einen Alkoholiker los zu werden, sie halten auf ihre Art ihre Treue...))) würde ohnehin nur Schuldzuweisungen erhalten und mich in Gespräche verstricken, die mir nicht gut tun. Früher habe ich das alles gemacht, mich eingelassen und verteidigt, bin verletzt und beleidigt gewesen und wollte die Dinge zurecht rücken. Es bringt alles nichts, kostet halt unnötige Energie und frisst auf. Es ist schon erstaunlich, was der trinkenden Person alles an Vorwürfen und Verleumdungen einfällt. Früher habe ich ihn noch aus der Kneipe abgeholt, als ich einmal mit einem mir fremden Mann gleichzeitig eintrat, hatte ich sofort ein Verhältnis mit diesem und er soll in der Ecke gesessen und mich beobachtet haben. Zu dem Zeitpunkt war ich noch getroffen und entsetzt, heute weiss ich, dass es zum Krankheitsbild gehört.

    Lieben Gruß Laurina :wink:


    Liebe Frozen Tears,

    danke für Deine Zeilen. Du hast Dich sehr in mich hineinversetzt und versucht, mich zu analysieren. Das habe ich auch immer mit Vorliebe getan und versuche es nun abzustellen, um bei mir zu bleiben. Wie ich oben schrieb, habe ich gerade eine Auszeit für mich genommen, weil ich nur das tun will, wo es mich gerade hintreibt, was mir gut tut. Wenn mir etwas nicht gut tut, mache ich es so lange, bis es sich wieder aussschleicht.
    Aufgeopfert habe ich mich nicht, vielmehr versäumt, bzw. bin unfähig gewesen gesunde Grenzen zu setzen für mich, gegenüber den Kindern, Partnern und Eltern. Dass ich es früher nicht anders konnte und besser wusste habe ich mir auch schon oft gesagt. Das reichte nicht, Wunden brauchen ihre Zeit zum Ausheilen, voran geht der Schmerz, anschließend ist der Blick wieder klar und frei. Alles braucht seine Zeit und muss meiner Meinung nach ausgelebt werden. Dass ein traumatisches Erlebnis meiner Tochter nun noch mal so massiv hochkam, mag im Ergebnis gut für uns beide gewesen sein. Zumindest hat das Ausgesprochene eine Chance auf Lösung und Vergebung. Wenn sie nicht verstehen und verzeihen kann, wird es ihr Problem bleiben und sie kann entscheiden, wie lange sie sich damit quälen möchte.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe S. Käferchen,

    ich lese hier fast täglich und bringe mich gerne bei Bedarf ein. Momentan habe ich mir eine Auszeit genommen von der Familie und von Bekannten, die mir Ratschläge geben oder sich in mein Leben einmischen wollen- brauche diese Zeit für mich, auch um herauszufinden, wo meine Ur-Bedürfnisse liegen, wie ich leben will und wo es hingehen soll. Mal ganz ohne Ablenkung und das Wahrnehmen anderer Probleme, die ich gerne schnell zu den meinigen machte. Außerdem möchte ich mich gesund abgrenzen und nicht mehr rechtfertigen. Mal geht es ganz gut, mal weniger, es ist halt nicht immer alles vorhanden. Also weiter im Prozess.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo liebe S. Käferchen,

    ich erinnere nicht mehr genau, wann Du Dich getrennt hast, empfinde beim Lesen Deiner Texte eine großartige Entwicklung, die mich erfreuen und aufbauen weiter meinen Weg zu gehen.

    Hallo Alli,

    als ich mich getrennt habe, wollte ich vieles bereinigen und ihm noch sagen per SMS, es ging alles ins Leere und endete mit Schuldzuweisungen an mich. Irgendwann habe ich es gelassen und mir zum Verarbeiten alles selbst aufgeschrieben, nichts mehr abgeschickt. Heute gehe ich nicht mehr ans Handy, es geht mir weitaus besser damit. Als ich mich frisch getrennt habe, war ich vorerst euphorisch über meine neue Situation und fühlte mich vogelfrei. Es folgten auch viele düstere und leere Tage, an denen ich fast rückfällig geworden wäre, habe aber duchgehalten. Dafür habe ich meine Gesprächs- und Tanzgruppe. Die Eifersuchtsdramen sind mir gut in Erinnerung, und dass, obwohl er sich betrunken sexuell völlig daneben benommen hat, diese Dramen sind typisch für einen Alkoholabhängigen. Gerade vor ein paar Tagen habe ich mir eine Liste erstellt, was ich an oder von ihm gehabt habe, es war bescheiden wenig im Verhältnis dazu, was mir alles fehlte, bzw. was ich mir wünschte. Er nährte mich nicht, sondern verstrickte mich in Szenarien und Tragödien. Heute will ich ihn nicht mehr zurück, es stellen sich Fragen, warum ich diesen Mann so begehrte und was es war, das ein Gefühl der Liebe in mir aufkommen ließ. Es war keine Liebe, sondern Sucht und Abhängigkeit. Fast ist es mir ein wenig peinlich, dass ich solange mit gemacht habe. Vor allem spürte ich, dass ich nicht mehr dahinter stehen kann. Erst durch Abstand kann ich wieder klar sehen, als ich mit gefangen war, war mein Blick getrübt. Glück habe ich insofern gehabt, noch rechtzeitig den Absprung zu schaffen, um mein Leben zu retten, bevor die leichten psychosomatischen Beschwerden in einer ernsthaften Erkrankung enden.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg
    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Ette,

    danke für Deine Worte.

    Nun hat es sich nach ein paar Tagen wieder beruhigt, hilfreich war auch das Gespräch in meiner Angehörigengruppe, alle Beteiligten ob Betroffen oder Co. haben ihre Altlasten. So ein massiver Traum kann schon beeinträchtigend sein, doch wenn man weiss wofür, und er nach vorne wirft, muss man halt da durch.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Danke für Eure Antworten,

    mit meinen Kindern habe ich mich schon vor Jahren ausgesprochen, es kam alles auf den Tisch ohne wenn und aber, wir haben gemeinsam geweint und uns in den Armen gelegen. Ich glaubte, dass alles im Reinen wäre und wunderte mich, dass in der letzten Nacht ohne sichtbaren Grund alles noch mal wieder so komprimiert hochkam und fragte mich, wie lange dauert es, bis man sich selbst vergeben kann, und warum es viel leichter ist, anderen zu vergeben.

    LG Laurina, die nun gleich in ihre Angehörigengruppe fährt. :wink:

    Heute war so eine Nacht, dass ich erschlagen von meinen Träumen erwachte. Es kamen frühere Situationen hoch in Bezug auf Arbeitsplatzgeschehnisse und auch mein Verhalten den Kindern gegenüber, als ich stark in meinem co.-abhängigen Verhalten gefangen war und der Alltag nicht immer so lief, wie es hätte sein sollen. Mein Leben war geprägt durch Tragik und Verstricksein in die Probleme anderer. Darunter hatte vieles gelitten. Heute habe ich nicht mehr viel nervliche Belastbarkeit zur Verfügung und bin bereits im Vorruhestand. Schon bald gilt es, einen neuen Rentenantrag zu stellen, mein Leben lief heute Nacht im Halbtraum wie ein Raster ab. Ich kann mir zwar sagen, ich konnte und wusste es damals nicht besser, doch eine innere Stimme verurteilt mich und macht mich beschämt und schuldig. Wie kann ich mir selbst vergeben und inneren Frieden finden?

    Lieben Gruß Laurina