Beiträge von HansHa

    Zitat von silberkralle

    appetit weil andere in meiner gegenwart getrunken haben hatt ich von anfang an nich


    Hallo,

    der Eine bemerkt den "Appetit" bewusst und beim Nächsten löst es unbemerkt was im Suchtgedächtnis aus. Wo ist der Unterschied? Na ja, vielleicht geht es mit dem Rückfall bei dem Einen schneller und beim Nächsten dauert es etwas. Das Ergebnis sind dann Sprüche wie: "Auf einmal hatte ich ein Bier in der Hand.".
    Für mich ist es egal wer wo wohnt oder hin gehen will. Ich weiß wo meine Prioritäten liegen. Und wenn ich anfangen muss, meine Überschreitung von selbst gesetzten und notwendigen Grenzen wortreich zu verteidigen und irgendwelche Gründe dafür vorzuschieben, werde ich darüber nachdenken, ob ich etwas falsch mache. Das macht für mich den Unterschied.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von silberkralle

    meiner meinung nach is alkoholfreies bier n rückfall


    Hallo,

    genau so sehe ich auch. Es ist für mich auch egal ob sich Reste oder Null-Alkohol im Getränk befinden. Es ist ein Zurückgehen in alte Handlungsweisen bei der ich psychische Barrieren bewusst einreiße, die mich schützen.
    Und um es noch mal deutlich zu sagen: Es "passiert" mir nicht, das ist eine Handlung, bei der ich den Rückfall bewusst in Kauf nehme.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von dpqb

    Literweise Obstwein floss da, aber ich mich störte das überhaupt nicht, ganz im Gegenteil!

    Zitat von hans_klein

    ich bin nicht der einzige der auf Festaktivitäten keinen Alkohol trinkt uns sich trotzdem (oder gerade deshalb) amüsieren kann.

    Hallo,

    ich bin jetzt fast 5 Jahre trocken und würde immer noch nicht auf so eine Veranstaltung gehen. Ich habe nichts bei Leuten zu suchen, die mein Suchtmittel gebrauchen, egal wie.
    Diese Aussagen sind für mich gefährlich für Andere, die versuchen trocken zu werden und unverantwortlich. Wer der Meinung ist, auf solche Veranstaltungen nicht verzichten zu können, sollte es nicht als den "normalen Weg" hinstellen, sich selbst in Gefahr zu begeben.
    Für mich sind die Grundbausteine immer noch sehr wichtig und ich verhalte mich auch danach.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von drybabe

    "Hey, es ist Samstag, Frühshoppenzeit. Gib Dir einen Ruck, einen kannst Du ja".


    Hallo,

    mit so plumpen Versuchen kommt mein Suchtgedächtnis überhaupt nicht mehr. :lol:
    Aber mal ernsthaft: Wenn so was (selten) bei mir vorkommt, passiert das schon anders. Da sehe ich mich dann z. B. in der Sonne, natürlich mit dem entsprechenden Getränk. Solche Bilder verbinden ich dann immer mit dem Gedanken daran, was weiter mit mir passieren wird. Das habe ich am Anfang meiner Trockenheit als Tipp bekommen und bin immer gut damit gefahren. Bei mir baut sich auch kein echter Saufdruck auf, da ich mich nicht in den Gedanken hinein steigere.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Karsten

    dass wir unser Sozialsystem haben. :)


    Hallo Karsten,

    natürlich hast Du recht und wir sollten nicht vergessen, dass Sucht eine Krankheit ist.

    In Deinen obigen Satz würde ich ein "noch" einfügen wollen.

    Schönen Tag noch

    HansHa

    Zitat von Karsten

    Vielleicht wäre es auch hilfreich, wie bei einigen anderen Leistungen der Krankenkassen, zum Beispiel der Sehhilfen, eine Art Selbstbeteiligung einzurichten, die ja dann ähnlich dem Bafög nach erreichen eines neuen Lebens, zurückgezahlt werden muss.

    Hallo Karsten,

    da machen die Betroffenen jetzt schon selber Einsparvorschläge für die Krankenkassen? :D
    Ich glaube nicht, dass eine Zuzahlung eine Besserung bringen würde, es sei denn Du meinst, das wäre wenn mehr Betroffene auf der Straße verrecken, weil sie keine Hilfe in Anspruch nehmen. So lange vielleicht 1/100 oder weniger gerettet werden können, finde ich das vertretbar, auch wenn das System vermeintlich immer wieder ausgenutzt wird. Aber diese Leute werden ja auch schon sortiert. Und dabei trifft es jetzt schon immer wieder "Unschuldige".

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo,

    ich frage mich immer wieder warum ich Kompromisse eingehen soll, wenn es um meine eigene Gesundheit oder Wohlbefinden geht. Bekomme ich was dafür, wenn ich meine Trockenheit zum Wohlgefallen oder die Achtlosigkeit der Anderen aufs Spiel setze. So lange ich mich gegen solche "Mordversuche" nicht konkret abgrenzt habe, wurde das bei mir auch nichts mit der zufriedenen Trockenheit.

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo,

    ich glaube der Begriff "Ehrenrunde" für einen Rückfall kommt vom Sitzen bleiben in der Schule. Das wird ja, auch schon so lange ich denken kann und bestimmt auch länger, "Ehrenrunde drehen" genannt. Trotzdem finde ich es bedenklich, einen Rückfall so verharmlosend zu benennen.
    Ich habe früher immer Trinkpausen gemacht, wenn besondere Situationen, z. B. das Austragen eines Konfliktes oder ein größeres Projekt auf der Arbeit, anstanden. Für mich ist also eine Trinkpause nur das Aushalten des Nichttrinkens. Ich verändere nicht mein Denken, Fühlen oder Verhalten. Deshalb muss eine Trinkpause unweigerlich wieder zu Konsum führen. Dies kann auch nicht zeitlich eingegrenzt werden. Mir wurde aber schon von Trinkpausen über mehrere Jahre oder Jahrzehnte berichtet.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Starfish

    Also egal, ob Rauchen aufhören oder Kaffeetrinken (als nur als Beispiel), salzarm zu essen, schnellfahren ... Aber die eigene Motivation ist ja oft da und verstärkt am Anfang und evtl. reicht das ja aus. Vielleicht aber nicht. Vielleicht steckt da mehr hinter als Gewohnheit, die zur Sucht führte. Also Probleme der Vergangenheit, seelischer Art und sowas. Du hast ja auch viele Alkoholiker in Deiner Familie, da ist das Suchtpotential schon höher.


    Hallo,

    also da muss ich doch mal nachfragen, wenn jemand so was für einen Neuling verfasst.
    Da wird Alkoholsucht mit der dämlichen Angewohnheit zu schnell zu fahren oder zu viel Salz zu essen, verglichen und keiner versucht das richtig zu stellen oder protestiert? Das stellt sich für mich so dar, als wenn einige noch nicht den Ernst der Lage begriffen haben. Ich finde das unverantwortlich.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Steiger

    Ich habe mir wieder ein altes Prinzip von früher verinnerlicht. Ich war früher ca.12 Jahre als Bergmann Untertage und da war Alkohol absolut tabu denn Alkohol Untertage=Lebensgefahr :!:
    Ich hab auch während der Arbeit kein Bedürfniss nach Alkohol gehabt.
    Heute sage ich mir auch wieder kein Alkohol während der Arbeitszeit,denn
    Alkohol= Lebensgefahr :!:


    Hallo,

    das ist für mich Wunschdenken. Ich habe es auch geschafft über 20 Jahre nicht auf der Arbeit zu trinken. Aber wenn der Saufdruck immer schlimmer wird, ist von diesen eigenen Vorgaben bald nichts mehr übrig.
    Und wenn ich meine Trockenheit nur aushalte, werde ich nie zufrieden.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn ich daran erinnert werde, welche komplizierten Erklärungen mein Suchtgedächtnis jahrelang für meine Sucht gefunden hat. Wie es mich z. B. mit guten Vorsätzen hereingelegt und geködert hat, bis es nicht mehr ging.
    Dann hat nur noch eine klare einfache Strategie geholfen. Und das war auf die erfahrenen Trockenen zu hören und auch zu tun, was sie und andere erfahrene Fachleute geraten haben. Mit meinen eigenen Ideen und dem Schrott und Durcheinander vom Suchtgedächtnis hätte ich das niemals geschafft.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Weißbär

    Soll ich mich nicht Äußern bzw. Mut machen, weil es sich hier schon um einen sehr speziellen Fall handelt?

    "Äußern bzw. Mut machen" schon, aber keine Hoffnungen erwecken, die nicht befriedigt werden können.
    Und was ist an dem Fall speziell? Tatsache ist, dass der Süchtige sich entscheiden und Prioritäten setzen muss, um das gesamte Leben zu ändern. Und wenn die Rückfallquote sowieso schon 95 - 98% beträgt, wird sie bei Beschäftigten in der Gastronomie nicht besser.

    Zitat von FrankyFresh

    Wie Matthias schreibt, geht das aber wohl trotzdem, ich kenne auch einen Kneipenbesitzer, der schon viele Jahre trocken ist.

    Zitat von Weißbär

    Aber auch ich kenne einen trockenen Kneipenbesitzer, bei dem es geklappt hat. Seine Stammgäste wussten bescheid, als Selbstschutz sozusagen.

    Hallo,

    haben denn alle die Grundbausteine vergessen? Natürlich kenne ich auch Leute, die in der Gastronomie arbeiten und auch mal nichts getrunken haben. Aber ich kenne keinen Fall, der wirklich dauerhaft trocken geworden ist.
    Wer Neulingen andere Auskünfte erteilt oder andere Hoffnungen weckt, hat es selbst immer noch nicht begriffen.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    müsste die Frage nicht anders lauten? Statt mich zu fragen "... was sage ich?", sollte ich da nicht eher erkunden "... was fühle ich?" ???
    Ich kann mich zu anderen Leuten und/oder deren Vorurteile stellen wie ich will, gehe ich mit mir bei dem Thema nicht ehrlich um, helfen meine Lügen nicht weiter.
    Ich muss mir kein Schild auf die Stirn kleben, aber auf Anlass oder Nachfrage kriegt es jeder von mir auf die Stulle geschmiert, dass ich trockener Alkoholiker bin. Wie er dann damit umgeht ist seine Sache.

    Schönen Tag noch