Zitat von espoir
Doch, das tust du.
Du enthältst dich automatisch, wenn du etwas nicht tust, was du doch jederzeit tun könntest.
Wenn ich das tun würde, hätte ich eine Trinkpause, in der ich es aushalte nicht oder wenig zu trinken. Das habe ich früher in meiner nassen Zeit oft gemacht, z. B. in Situationen bei denen ich physisch oder psychisch unter Druck stand, auch manchmal über mehrere Wochen. War die Situation überwunden, habe ich wieder zum Suchtmittel gegriffen. Jetzt gehört Alkohol nicht mehr zu meinem Leben und ich erwäge nicht irgendwann noch mal zur Flasche zu greifen. Natürlich sind da die Gedanken, die mir das Suchtgedächtnis einbläst. Aber ich habe mich davor ergeben und wehre mich nicht. Denn wer kämpfen muss, wird auch irgend wann verlieren.
Ich kenne also den Unterschied. Deshalb finde ich den Begriff "Abstinenz" nicht zutreffend. Außerdem beschreibt er ja auch den Kampf zu widerstehen und dadurch eine Sieg zu erringen. Aus der Verwendung des Begriffs in anderen Zusammenhängen und der Geschichte, können sich falsche Deutungen über den Weg eines trockenen Süchtigen ergeben, die ich nicht weitergeben möchte. Der Priester kann Tischler werden, heiraten und Kinder bekommen. Also von einer normalen anerkannten sozialen Struktur in eine andere gehen. Kann ich das unter der Droge auch?
Zitat von espoir
Ich finde nicht, dass dieser Aspekt aus der Bedeutung "sich fernhalten" hervorgeht, denn das Wort beschreibt nur die Handlung, nicht aber die Konsequenz bei Unterlassung.
Genau, es beschreibt die Handlung der Unterlassung. Aber ich unterlasse nicht, ich lebe damit. Darauf will ich eigentlich hinaus.
Zitat von espoir
Und so wie ich Bianca verstanden habe, ist das Jonglieren mit Fachbegriffen auch nicht gerade hilfreich für sie. Aber trotzdem Danke für den Gedankenaustausch mit dir! 
Auch wenn ich wahrscheinlich den Unterschied hier nicht rational rüber bringen kann, ist er bei mir auf der Gefühlsebene vorhanden. Am Anfang meiner Trockenlegung habe ich das auch nicht begriffen.
Schönen Tag noch