Beiträge von HansHa

    Zitat von Oliver

    Ich verbinde Schuld mit dem Wunsch nach Bestrafung eines Anderen.


    Hallo,

    das ist ja gerade der Dreh. Solange ich anderen die Schuld geben kann oder immer wieder andere Leute sehen, denen es schlimmer als mir geht, kann ich meine Krankheit nicht annehmen. Erst wenn ich aufhöre, mich selbst zu belügen, habe ich eine Chance zur Trockenheit. Und dann wird Schuld auch belanglos.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von FrankyFresh

    Alkohol ist kein Problem für mich


    Hallo Franky,

    diesen Satz hörte ich öfter, meist von Leuten die sich zu sicher waren. Und dann kam der Rückfall.
    So ist es mir früher auch immer. Ich dachte kein Problem mehr zu haben und dann hat die Sucht zurück geschlagen. Für mich und mein Gefühl ist der Satz einfach zu optimistisch und kann nicht der Wahrheit entsprechen. Wenn ich in mich hinein höre, ist da, trotz der Sicherheit, Zufriedenheit, Ruhe und Gelassenheit, immer noch was, das ich nicht als "kein Problem" bezeichnen würde. Es ist aber auch nicht unbeherrsch- oder unberechenbar.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Karsten

    Ich würde mich nie dazu hinreißen lassen, über jemanden anderen zu sagen, er ist oder er ist nicht abhängig. Das kann jeder nur selbst wissen.


    Hallo,

    das sehe ich auch so. Eigentlich ist es ja der Sinn der Selbsthilfe bei mir, meinen Handlungen und Gefühlen zu bleiben. Das spekulieren über die Befindlichkeiten anderer vermeide ich tunlichst. Das wäre für mich auch ein Beweis, dass mit mir was nich i. O. wäre.
    Zum Thema zurück - Ich für mich brauche die Erkenntnis, dass ich krank bin. Sonst würde mich das "schlechte Gewissen" immer weiter in die Sucht treiben. Das ist also ein Ausweg aus dem Kreislauf des süchtigen Denkens.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo cindy,

    ich habe damals versucht ohne Vorurteil zur Reha zu gehen. Außerdem war es für mich wichtig, anderen zuzuhören und mich von Leuten, die es besser wissen und mehr Erfahrung mit Sucht haben, anleiten zu lassen.
    Das konnte ich nur, weil ich in mir den Vorsatz gefasst hatte, trocken zu werden, mir meine Erkenntnis, dass ich süchtig bin erhalten habe und aufgehört habe, mich selbst zu belügen.
    Deshalb ist es (bis jetzt :lol: ) mit meiner Trockenheit gut gegangen.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von kossi

    bin jetzt seit dem 1. 11 Rentner, ein komisches Gefühl.

    Hallo kossi,

    versuch es doch mal so wie ich zu sehen: Jetzt habe ich Sicherheit über meine Zukunft und kann mich um mich und die Sachen kümmern, was ich schon immer mal machen wollte.
    Das mit dem hinter dem Rücken reden ist mir egal. Wenn die Leute kein Thema haben, suchen sie sich eins. Aber ein großer Teil der Vermutungen, was die anderen denken und tun, kommt aus mir selbst.

    Zitat von kossi

    In der Gesellschaft zählt nur Arbeiten, Funktionieren.

    Na jetzt ist der Anspruch ja nur noch, als Rentner zu funktionieren. Ich mache mir darüber keine Platte mehr.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von cduck

    Wow, Du scheinst da ja über eine ganz erstaunliche medizinliche Ausbildung zu verfügen. Du kannst eine Medikation beurteilen, ohne auch nur das Medikament oder die Diagnose zu kennen. Es geschehen hier anscheinend wahre Wunder.


    Deine Sucht- und Medizinerfahrung wird Dich zu Deiner Erkenntnis gebracht haben. - Aber nein! In Deinen Beiträgen sehe ich weder eine Erkenntnis in diesem, noch einem anderen Suchtthema - nur Kopfsalat.

    Bei meinem Beitrag habe ich von mir und nicht vom Weihnachtmann gesprochen. Das ist bei der Selbsthilfe so, um ein Ziel zu erreichen. Aber dazu gehören noch andere Sachen, wie Demut z. B..

    Und Tschüss

    Zitat von -Maria-

    dein Verhalten kenne ich aus meinen selbsauferlegten Trinkpausen, um mir zu beweisen... ICH bin doch keine Alkoholikerin.

    Hallo,

    so war es bei mir auch. Aber bei mir war der Tiefpunkt weiter im Keller angeordnet. Ich konnte weder geistig noch körperlich weiter und habe das im besoffenen Zustand (nüchtern gab es nicht mehr) gesehen und mir helfen lassen.
    Ehe ich mit dem Selbstbetrug aufgehört habe, musste ziemlich viel passieren. Aber anscheinend geht das bei vielen Menschen nicht anders.
    Medis als "kleine Helferlein" habe ich immer abgelehnt. Das ist ja wie Pest mit Cholera zu bekämpfen.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Bernsteinauge

    Viele Dinge und tägliche Abläufe habe ich schon verändert. Etliche Ratschläge von Euch umgesetzt.
    Aber ich möchte meinem Leben nicht die Priorität geben, dass sich alles um die Heimtücke des Alkohols dreht


    Hallo,

    auf viele neue Verhaltensweisen habe ich bestanden und bestehe immer noch darauf, um sie so weit wie möglich zu automatisieren. Die Sucht hat das ja genau so mit mir gemacht. Dann brauche ich mich irgend wann nicht mehr jede Stunde und jeden Tag mit dem Thema beschäftigen. Aber ich muss es trotzdem präsent halten, damit nicht das Suchtgedächtnis wieder das Ruder übernimmt.

    Das ist auch eine Menge Arbeit.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo,

    ich will mal noch einen neuen Aspekt beleuchten. Ich habe in meiner ersten trockenen Zeit mitgeteilt, dass ich süchtig bin. Bei Menschen, die mir wichtig sind, habe ich aber auch mitgeteilt, dass Rückfälle zum Wesen der Krankheit gehören, ich mein Bestes tue um das zu verhindern, aber keine 100%ige Garantie oder gar ein Versprechen abgeben kann, dass ich trocken bleiben kann. Ich hatte den Eindruck besser verstanden worden zu sein und habe mich besser damit gefühlt, nicht nur wegen eines Versprechens trocken bleiben zu müssen. Ich bin es nur aus einem einzigen Grund geworden - wegen mir.

    Schönen Tag

    H.

    PS: Ich verspreche heute noch niemandem, dass ich trocken bleibe, außer mir selbst.

    Zitat von cduck

    falls es doch einmal zu einem Rückfall kommt.


    Na da isses doch. Wenn ich mich anderen mitteile, lasse ich mir kein Hintertürchen offen, "falls ich doch noch mal trinke". So habe ich das früher auch gemacht, aber jedes Mal bin ich damit auf die Schnauze gefallen. Erst als ich gegenüber mir selbst und gegenüber anderen zugegeben habe, dass ich süchtig bin, hat es mit der "Trockenheit für immer" geklappt. Also kann das sich mitteilen nur gut sein.

    Zitat von cduck

    Ja, ich denke so werde ich es machen. Ich habe halt noch große Hemmungen, mich als Alkoholiker zu bezeichnen.


    Hallo,

    ich glaube aber auch nicht, dass der einfachste Weg immer der beste ist.
    Von mir wissen es auch alle wichtigen Leute, wie Hartmut und Martin es schon beschrieben haben. Hausieren gehe ich aber nicht mit meiner Krankheit. Aber wenn ich noch nicht mal in der Lage bin, meinen engsten Verwandten mitzuteilen, wie es mir geht, belüge ich mich dann nicht auch selbst?

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von preha

    Sie ist und bleibt "chronisch" und bekanntlicher Weise, können chronische Erkrankungen immer wieder ausbrechen.


    Hallo,

    das habe ich früher auch gedacht und immer wieder getrunken. Heute weiß ich, dass meine Krankheit nicht wieder ausbrechen kann, da ich nicht geheilt bin. Ich habe den Verlauf meiner Krankheit angehalten, aber sie ist immer noch da. Greife ich wieder zum Suchtmittel, bin ich innerhalb kürzester Zeit wieder an der Stelle, an der ich es nicht mehr ausgehalten habe, zu trinken. Und es wird weiter abwärts mit mir gehen, bis ich am Alkohol sterbe.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo,

    für mich ist das eine grundsätzliche Frage. Es fängt damit an, ehrlich zu mir selbst zu sein. Und dazu gehört auch, zuzugeben, dass mich Alkohol in meiner Nähe stört. Die alkoholfreie Wohnung ist meine "Burg" in die ich mich zurückziehen kann. Treffe ich an anderer Stelle auf Alkohol, kann ich ausweichen, wenn mein Gefühl mir sagt, dass es notwendig ist. Oder ich toleriere es eben und mache einen Kompromiss, z. B. weil ich was Schönes essen will. Nach meiner Zeit der Trockenheit habe ich gelernt damit umzugehen. Jemandem der frisch trocken ist, würde ich dringend davon abraten, denn niemand kann wissen, was der Kontakt mit Alkohol im Suchtgedächtnis anrichtet. Und wer sich in Gefahr begibt....

    Schönen Tag

    H.

    Hallo,

    nach meiner Erfahrung kann ich nur trocken bleiben, wenn ich mich mit meiner Sucht beschäftige. Du bist neu hier - hast Du vorher schon eine Selbsthilfegruppe besucht? Nur der Arzt wird nicht weiter helfen können, und schon gar nicht mit Medis. Die kann man ja nicht das ganze Leben nehmen.
    Bei mir war es bei meinen früheren Versuchen auch immer so, dass ich im "eigenen Saft geschmort" habe. Das ist aber nur ein Aushalten des Nichttrinkens und früher oder später hat die Sucht wieder zugeschlagen. Es hat keinen Sinn ständig zu kämpfen, diesen Kampf habe ich immer verloren. Erst nachdem ich mein Leben geändert habe und mit meiner Sucht lebe, kann ich trocken sein.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Paul P.

    Wär schön wenn man seine Beiträge noch berichtigen könnte, ich hau hier einen grammatikalischen Fauxpass nach dem andren rein...von der Rechtschreibung ganz zu schweigen :oops:


    Für Firefox gibt es ein Addon, welches wenigstens die schlimmsten Fehler beim Schreiben unterstreicht.