Beiträge von Bruce

    Hallo Hartmut,

    Für mich war gerade dieses die absolut wichtigste Voraussetzung zur dauerhaften Trockenheit: nämlich von nun an ohne Alkohol ein zufriedenes Leben führen zu können.

    Wie das nun aussehen sollte, konnte ich selbst bestimmen. Das bedeutete auch, ich konnte selber bestimmen, ob ich fortan mit Faust in der Tasche anderen Leuten beim Trinken zusehe (anders wäre das bei mir nicht gegangen - ich wäre ein eher nutzloses Ex-Mitglied in meiner ehemaligen Gesellschaft gewesen), oder ob ich mir ein neues Leben aufbaue, bzw. den Schwerpunkt auf die Dinge setze, die mich nüchtern schon interessierten und mir Vergnügen bereiteten. Ich entschloss mich für letzteres, und auch dafür, den Alkohol voll und ganz aus meinem Umfeld zu entfernen.

    Ab und dann sehe ich auch, wie dies von Aussenstehenden als "voller Furcht durch die Gegend kriechend" interpretiert wird, als ob man jede Minute nur noch in Angst davor lebt, von der Alk-Reklame an der Bushaltestelle schon die nächste Flasche in den Hals gerammt zu bekommen. Dies könnte nicht weiter von der Realität entfernt sein. Ich gebe zwar auf mich acht, aber ich nehme den Alk auf der Straße schon lange so gut wie gar nicht mehr wahr. Ich brauche auch im Supermarkt keinen Bogen um die Alk-Abteilung zu machen, weil dieser Bereich eh schon lange nicht mehr zu meiner Routine beim Einkauf dazu gehört.

    Vereinsamt war ich übrigends eher als Alkoholiker. Jetzt bin ich halt die trockene Version von mir selbst, weiß wieder etwas besser, wer ich nun eigentlich wirklich bin, und was ich alles auf die Beine stellen kann. Wenn ich trocken nur noch als Trauerkloß durch das Leben geschlurft wäre, hätte ich als Gegenmittel ja doch nur wieder den Rausch als Möglichkeit gesehen.

    Gruß, Bruce

    Hallo Matthias,

    Zitat

    klar könnte "wer neues" sich aus allen threads im forum die passenden "wahrheiten" selber rauslesen. hat n "frischling" soooooviel zeit?

    Klar, ich selbst sehe mich als Beispiel dafür. Angemeldet hatte ich mich hier 2009. Meinen ersten Beitrag schrieb ich allerdings erst 2011, und auch erst einen Monat, nachdem ich endlich fertig war mit dem Trinken. Man könnte sagen, ich hatte mich bis dahin vollends mit den Richtlinien des Forums identifizieren können, und hatte Jahre lang nur gelesen und gelesen, in den hintersten Ecken des Forums, wo meine damals noch nassen Ansichten regelmäßig von den Erfahrungen der Langjährigen enttarnt wurden, bis es dann schliesslich doch endlich klick machte.

    Das hat vielleicht etwas gedauert, aber andererseits wäre ich heute wahrscheinlich immer noch am Saufen.

    Gruß, Bruce

    Hallo Atze,

    Das hört sich doch alles sehr gut an, und man kann deinen Beiträgen wirklich entnehmen, dass Du täglich intensiv dabei bist.

    Ich frag einfach mal so, für viele von uns konnten die Feiertage vor allem im ersten Jahr eine ungewohnte, und eventuell auch schwierige Situation darstellen. Hast Du da schon Überlegungen gehabt, wie diese für dich dieses Jahr aussehen sollen? Vielleicht hast Du da ja sogar Beispiele von deiner eigenen trocken gelebten Zeit von vorher.

    Gruß, Bruce

    Hallo Andreas,

    Zitat

    Daß mein "Jubiläum" keinem aufgefallen ist, weder hier noch zuhause, wundert mich ehrlich gesagt nicht wirklich.

    Da hat meine Sekretärin wohl gepennt, entschuldige ;)

    Ich find das super, dass Du diesen Zeitpunkt mit uns erleben magst, und ich find das super, dass Du da bist.

    Wie Du ja selbst bemerkt hast, Normalität bedeutet noch lange nicht, dass „es“ nun für immer geschafft ist. Aber sie tut doch schon mal ziemlich gut.

    Gruß, Bruce

    Hallo Atze,

    Wie gesagt, ich würde mir überlegen, wie ich die Umstände ändern könnte. Wenn all die Jahre jeden Tag soundso viele Bierflaschen durch deine Hände gewandert sind, und zudem noch beim lässigen Öffnen solche heftigen Emotionen in Dir ausgelöst werden, dann würde ich das mit den Glasflaschen einfach eine Zeit lang ganz lassen. Das mag anfangs vielleicht etwas übertrieben klingen, und im Falle des Kindes mit seiner Colaflasche wahrscheinlich auch etwas egoistisch, aber mir wäre das über kurz oder lang egal, hauptsache ich müsste mir keine Gedanken mehr über Kronkorken und so’n Zeugs machen.

    Gruß, Bruce

    Hi Atze,

    Das ist eine gute Beobachtung. Mir fiel anfangs auf, dass alleine schon die Uhrzeit 17 Uhr mich leicht triggern konnte, da diese Zeit an freien Tagen für mich das Trinken einläutete, und der Tag danach ausser Benebelung nichts mehr bringen würde.

    Ich änderte also die Umstände. Fortan war ich um diese Zeit nicht mehr zu Hause, und suchte mir andere Dinge, die ich zu tun hatte. 17 Uhr hat nun schon lange keine Bedeutung mehr.

    Das mit dem Flaschen öffnen kann ich mir gut vorstellen, wahrscheinlich würde ich das in Zukunft einfach lieber ganz lassen. Mir fällt jetzt gerade wieder ein, dass ich dazu immer mein Taschenmesser benutzte, aber diese Funktion seitdem nie wieder benutzt habe, weil ich seitdem eh keine Glasflaschen mehr im Haus habe.

    Gruß, Bruce

    Hallo schnuffig,

    Ich kann das gut nachvollziehen, wovon Du sprichst. Ein paar Mal habe ich versucht, einigen mir wichtigen Menschen meine schwierige Zeit mit meinem Vater zu beschreiben, damit sie es vielleicht besser verstehen können, aber es wurde eigentlich immer schnell reduziert auf ein Problem, das schon lange zurück liegt, und über das ich auch nicht mehr reden bräuchte, und überhaupt hat ja jeder mal Probleme mit seiner Familie gehabt und so.

    Dabei habe ich damals wirklich Hass zu spüren bekommen. Hass, und Rage. Gegen mich gerichtete, ungezähmte Wut, ohne überhaupt etwas getan zu haben. Ich bin in seiner Gegenwart auf ein Minimum zusammengeschrumpft worden. Immer wenn ich mich frage, warum ich so bin wie ich bin, dann liegen die Antworten für mich dort.


    Ich glaube aber nicht, dass ich es gerne hätte, wenn Du diese Liste im Kopf hättest, sollten wir uns einmal unterhalten ;) Kann auch sein, dass ich dann absichtlich alle Wörter so oft benutze, wie nur möglich.

    Gratulation zu deiner Erwähnung in dem Käseblatt. Ich freu mich darüber auch sehr.

    Lieben Gruß, Bruce

    Hallo Hartmut,

    Hm... ich bin gar nicht mal so sicher, ob es wirklich an mangelnden Antworten liegt.

    Um deine Frage direkt zu beantworten, würde ich einfach mal sagen, um mehr Antworten zu bekommen, müsste man auch mehr Fragen stellen.

    Gerade an dieser Stelle des Forums liegt die zuletzt gestellte Frage „Kryptisch oder klar“ schon über 2 Monate zurück, und die war ja zumindest quantitativ ein ziemlicher Hit.

    Gruß, Bruce

    Hallo Quantensprung,

    Zitat

    Mich nervt nur die völlig unreflektierte Phrase in meiner Gruppe, die da lautet: "Ich bin nunmal krank und ein Rückfall gehört dazu".

    Yup, das habe ich auch schon oft gehört. Wenn das kein Hintertürchen ist, dann weiß ich auch nicht.

    Zitat

    Wieso kommen die wenigsten auf die Idee, sich einfach mal dazu zu entscheiden, eben zu den Prozent zu gehören, die KEINEN Rückfall bauen?

    Das gefällt mir schon, wie Du das formulierst, und ist auch einer der Gründe, weswegen ich mich bei meinem eigenen Werdegang immer an die Menschen orientiert habe, die schon eine lange, zufriedenen Trockenheit gelebt haben. Da ging es dann für mich auch darum, nicht alles gleich auf einmal haben zu wollen, sondern zu schauen, zu lernen, und zu wachsen, und mit der Zeit eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie das Leben von nun an aussehen soll.

    Einen schönen Tag.

    Gruß, Bruce

    Hallo Quantensprung,

    Wenn Poster sich für meine Meinung dazu interessiert (was ich bezweifle), gehe ich gerne genauer darauf mit ihm ein. Bis dahin beruhige ich mich mit der Tatsache, das eh alles mit einer Handbewegung weggewischt wird, was ich in diesem Thread von mir gebe. :)

    Gruß, Bruce

    Hallo Poster,

    Aus dem Thread „Spionage der Amerikaner und Engländer“:

    Zitat

    Die Amis haben mich befreit und dafür bin ich ewig dankbar.

    God bless America

    Ach, herrje... „God bless America“ und sonstige Floskeln gehörten für mich immer zu den schlechteren Eigenschaften eines Landes und seiner Einwohner, das ich trotz allem immer noch sehr liebe.

    Es überrascht mich nicht, dass Du dich mit Begeisterung an den Eigenschaften ranhängst, die vornehmlich von Arroganz bewandert sind, genauso wenig wie es mich überrascht, dass Du all die Zeit doch nicht so zufrieden in deiner Haut gewesen zu sein scheinst, wie Du immer vorgegeben hast.

    Gruß, Bruce

    Hallo Atze,

    Bei Lena schriebst Du gestern:

    Zitat

    Ich bin jetzt knapp 4 Wochen weg vom Alk und mir geht es dabei gut.

    Und „schwupps“ sind wie schon weg, die zwei Biere. Nochmal, für aussenstehende dürfte das soweit so ziemlich egal sein, ob Du jetzt 2 Wochen oder 2 Monate abstinent lebst, nur für dich könnte das ja vielleicht doch von Nutzen sein, nichts mehr unter den Tisch zu kehren, sondern mit aller Ehrlichkeit dein eigenes Verhalten zu beobachten und darauf hin dein Leben umzustellen.

    Auch das hier ist vielleicht nicht so gemeint, wie es klingt, aber es stach mir ins Auge:

    Zitat

    Auch meine Hausärztin ist ganz gespannt wie lange ich das bringe.

    Hat sie das wirklich so gesagt? Wozu die Spannung? Im Prinzip dürfte doch alles klar sein, auch dass es kein zeitliches Endziel geben sollte.

    Es liest sich dann aber manchmal auch wieder so, als ob Du Dir dessen schon bewusst bist. Und ich finde es gut, dass Du es für dich willst.

    Ich wünschte Dir einen schönen Tag.

    Gruß, Bruce

    Hallo schnuffig,

    Stimmt, „heute ist nicht früher“. Das geht mir auch öfters durch den Kopf.

    Ich hoffe dein Abend war schön, meiner war leider nicht so frei, aber gelacht habe ich trotzdem auch etwas.

    Gruß, Bruce

    Hallo Andreas,

    Wer sagt denn überhaupt, dass hier alle Informationen vorliegen, um jetzt schon in solcher Klarheit die Situation erkennen zu können? Ich könnte das nicht.

    Es wäre doch schlimm, wenn etwas passieren würde, weil Karl auf diesen Vorschlag gehört hätte. Wie seine Frau (aus zweiter Hand, wohlbemerkt) ihre eigene Alkoholsucht einschätzt, kann keine Grundlage für so eine Methode sein.

    Und ja, es wird meistens immer geraten weiter zu saufen, bevor man die Entgiftung angeht.

    Gruß, Bruce

    Hallo,

    Ein typischer Alkoholiker ist jemand, der übermäßig viel Alkohol trinkt, und sich dann dementsprechend betrunken verhält.

    Mehr hab ich nicht, sorry.

    Würde ich anfangen, nach typischen Merkmalen zu suchen, würde ich wie gewohnt meine eigenen nennen müssen, und die gehen tatsächlich eher in die Richtung des netten Betrunkenen, aber damit ist ja nun auch niemand geholfen, am wenigsten mir selbst.

    (jetzt an der Frage vorbei, aber es wurde hier angesprochen:) Ich kann’s auch bis heute nicht einfach als Willensschwäche abtun, denn damit würde ich die Wahrheiten meiner eigene Alkoholiker-Geschichte verleugnen müssen, und hätte dann ausserdem nicht mehr verstanden, wie ich damit aufhören konnte.

    Was ich die ganzen Jahre machen wollte, war jeden Abend viel Alkohol trinken, also habe ich letztendlich genau das gemacht, was ich wollte. Da ich in den letzten Jahren feststellen musste, dass ich nach kurzen Pausen immer wieder zum selben Rhythmus zurück fand, egal was, habe ich auch im nach hinein kein Problem damit, dieses als Symptom der Krankheit zu sehen. Nicht als Ausrede, sondern als Fakt, mit dem ich dann endlich Umzugehen lernen konnte.

    Gruß, Bruce