Beiträge von Bruce

    Hallo online,

    Als ich zum ersten mal trocken meinen Geburtstag erlebte, haben mir zwei Menschen in meinem nahen Umfeld Sekt geschenkt. Mein Fehler war gewesen, das ich es bis dato versäumt hatte, ihnen zu sagen, dass ich nicht mehr trinke, weil ich Alkoholiker bin.

    Dieses holte ich aber in dem Moment sofort nach, und gab ihnen auch die Flaschen gleich wieder mit. So musste ich auch gar nichts mehr in den Ausguss kippen, oder gar Zeit damit verbringen, die Flaschen anzustarren. Es ist aus diesen Gründen so wichtig, das alle Bescheid wissen.

    Wenn es in meinen ersten Monaten nur um's "überstehen" dieser Zeit gegangen wäre, hätte ich glaube ich irgendwann keine Lust mehr gehabt. Du wirst hier in diesem Forum vieles zum Thema "Nur trinken allein reicht nicht" lesen können, mir hat es immens viel geholfen, immer noch.

    Gruß, Bruce

    Hi online,

    Gut finde ich, dass Du jetzt nichts mehr trinkst.

    Aber so blöd das jetzt auch klingt, bei der ganzen Wehmut nach vergangenen Zeiten wäre es vielleicht gerade jetzt nicht verkehrt darüber nachzudenken, auch die eingelegten Oliven, das Stangenbrot und den Käse wegzulassen, und diese potenziellen Trigger mit etwas neutralerem zu ersetzen.

    Denn um ehrlich zu sein, selbst ich wurde bei diesem Bild ein wenig an meine eigene nasse Zeit erinnert.

    Besinnliche Tage, und ja, es wird besser.

    Gruß, Bruce

    Hallo Angela,

    Wenn ich so zurückdenke, dann habe ich mir glaube ich in den ersten Monaten, und auch heute noch, einen großen Gefallen damit getan, Unterschiede dieser Art keine allzu große Bedeutung zu geben. Sie waren für mein Ziel, fortan nur noch trocken zu leben, nicht wirklich von belang.

    Ich kann mich sogar noch an eine Zeit erinnern, wo mich das "Wissen", nicht körperlich vom Alkohol abhängig zu sein, etwas zu sehr beruhigte, und letztendlich nur daran hinderte, konsequentere Schritte in meine Abstinenz zu gehen.

    Lieben Gruß und frohe Festtage,

    Bruce

    Hallo delia,

    Es nützt ja alles nichts, wie es scheint. Da muss jetzt einfach mehr kommen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Thread noch lange offen sein wird, deswegen spreche ich an dieser Stelle jetzt einfach meine Hoffnung für Dich aus, dass Du so schnell wie möglich konsequentere Wege gehen kannst, und die Hilfe in Anspruch nehmen wirst, die jetzt notwendig ist.

    Und wenn Dir Menschen Vorwürfe machen, liegt das vielleicht auch daran, dass Du denen nicht egal bist.

    Alles Gute, Bruce

    Hi schnuffig!

    Da liest sich ja ein leichter Frust über dein Umfeld heraus in den letzten Wochen.

    Der Pappnase wird sicherlich auch ein solcher gewesen sein, aber wusste er denn auch wirklich, mit wem er es zu tun hatte? Wenn ein "nein" als solches nicht verstanden wird, dann darf der nächste Satz ruhig "Ich trinke nicht." sein. Das spart dann allen eine Menge Zeit und Frust.

    Eine schöne weitere Woche wünsche ich Dir, ich hoffe Du hast auch etwas Freude an der Arbeit haben können?

    LG Bruce

    Guten Morgen Georg,

    Ich habe den Spruch immer so verstanden, dass der sprichwörtliche Moment, wo es anfängt "weh" zu tun, meistens da auftritt, wenn man sich auf einmal für Dinge rechtfertigt, die man als eher harmlos ansieht, aber die mit einer fast schon übersehbaren Selbstverständlichkeit im früheren, nassen Leben zu Hause waren.

    Da lohnt es sich dann meistens schon, "da hin zu gehen", sprich, sich genauer anzugucken, warum man noch an diesen alten Gewohnheiten festhalten möchte. Es kann ja schließlich vorher nicht alles richtig gewesen sein, was man gemacht hatte.

    Schönes Wochenende! Nix Regen.

    Bruce

    Hallo Hiagspiegel,

    Herzlichen Glückwunsch zum 2. Jahr!

    Du musst eine Menge richtig gemacht haben, um soweit zu kommen, deswegen Hut ab!

    Jetzt habe ich mich natürlich ein wenig über deine beschriebene Tarnaktion gewundert, und mir deswegen deinen Thread einmal von vorne durchgelesen. Interessant ist dabei schon, dass es anscheinend immer für dich wichtig war, von der Gesellschaft nicht als Alkoholikerin angesehen zu werden, jeden Falls war dies ein immer wieder kehrendes Thema, das Du mit der Zeit auf deine eigene Art gelöst zu haben scheinst. Oder ja eigentlich eher "umgangen".

    Auf jeden Fall: Hauptsache Du bist zufrieden trocken.

    Aber dein Missmut über die vermeintlich missbilligen Blicke und herablassenden Meinungen der Anderen, dass wäre ja vielleicht noch ein Punkt zum Nachdenken, was dieses über einen selbst aussagen könnte. Du beklagst dich zwar: "Wie krank ist das denn?", aber mit einem Rotweinglas in der Hand wirst Du ja nur selbst ein Teil des Problems.

    Nur ein Denkanstoss, nichts weiter.

    Lieben Gruß!

    Bruce

    N'Abend, Prinzessin.

    In Wirklichkeit wäre es ja viel enttäuschender, wenn alle ihre Erfahrungen und Einwände für sich behalten würden.

    Das ist doch gute an so einem Austausch, dass man eine völlig neue Sichtweise der Dinge erfahren kann, von Menschen, die genau verstehen, wo Du dich gerade befindest, und ehrliche Bedenken vermitteln können.

    Gesteh Dir mal ein bisschen mehr Gelassenheit zu, und profitier von den Erfahrungen anderer. Diese ständige Abwehrhaltung und Vorwürfe von Dir werden nämlich auf die Dauer etwas anstrengend :)

    Gute Nacht!

    Bruce

    Hi Matthias,

    Bitte verzeih, wenn ich hier einmal kurz einhake, aber mir ist irgendwie so als hättest Du das hier:

    Zitat

    da sind wir "ausnahmeerscheinungen"

    nicht zum ersten Mal nach wenigen Tagen schon bei neuen Mitgliedern geschrieben. Beispiele kann ich dafür jetzt allerdings nicht geben, denn die dazugehörigen Threads sind schon lange in der Versenkung verschwunden, und die Mitglieder in Vergessenheit geraten.

    Ich bin zwar sicher, deine Worte sind genau das, was Prinzessin jetzt hören möchte, aber Fakt bleibt nun mal, dass viele von uns, die sich hier austauschen, und sich die Zeit nehmen von "Kapitulation" und diesem ganzen Unsinn zu faseln, auch schon mal an Tag 13 sich guten Gewissens zugesprochen hatten, zu den wenigen Ausnahmen zu gehören, weil wir ja alle kluge Menschen sind, keine richtigen Saufköpfe, geregeltes Leben führen können, etc., etc.

    Als ich noch meine einfachen Trinkpausen machte, verwandelten sich die euphorischen Gedanken der ersten Wochen mit der Zeit immer wieder in das verführerische: "Bei mir ist es nicht so schlimm". Wie denn auch? Ich hatte ja alles im Griff, und bewiesen, dass ich's kann. Nach meiner letzten Trinkpause habe ich dann 1 1/2 Jahre weitergesoffen. Auch meistens in meinem stillen Kämmerlein, übrigens.

    Freundlicher, aber nachdenklicher Gruß,

    Bruce

    Tag Prinzessin!

    Etwas weiter unten hat Nyana einen Thread zum Thema "Kapitulation" aufgemacht. Den würde ich mir erstmal durchlesen. Zum Anfang. Dann gibt es sicher noch weitere Threads zu dem Thema zu finden.

    Die Kapitulation war für mich der grundlegende Unterschied zu meinem vorherigen Denken und Verhalten. Erst als es mir endgültig klar wurde, dass ich mit dem Alkohol keinen Kampf mehr zu führen brauchte, ja, ihn sogar für immer ignorieren konnte, war der Anfang zu einem selbstbestimmten Leben getan.

    Und nicht so, wie Du es jetzt anscheinend vorhast.

    Dem Alkohol ist es nämlich so ziemlich egal, ob Du ihn hasst oder nicht, und ob er es mit schwachen oder starken Menschen zu tun hat. Solange Du noch mit ihm in den Ring steigst, hast Du noch nicht ganz eingesehen, dass Du schon lange gegen ihn verloren hast.

    Genau jetzt ist die Zeit, sich zu 100 % um das eigene Wohlbefinden zu kümmern, auch wenn man dabei einige Dinge anders handhaben muss als vorher.

    Lieben Gruß!

    Bruce

    Hallo Lito,

    Ich verstehe vollkommen, was Du meinst, und denke oftmals genauso. Schließlich war und ist es heute immer noch für mich wichtig eine innerliche wie äussere Atmosphäre herzustellen, die der früheren nicht ähnelt.

    Aber dennoch... wenn ich ehrlich bin, habe ich damals hauptsächlich deswegen getrunken, weil es 17:00 Uhr war.

    Ich trank, weil ich trank.

    Gruß, Bruce

    Hallo Paulina,

    Es freut mich, mal wieder von Dir zu lesen. Schon damals habe ich gerne deine Berichte verfolgt, weil ich da einige Gemeinsamkeiten entdecken konnte, wie beispielsweise der Wunsch Aufzuhören, bevor es erst so richtig abwärts geht. Es tut gut zu hören, dass Du bald schon 2 Jahre trocken bist.

    Schade finde ich nur, dass der Hauptteil deiner Rückmeldung die Geschichte von jemand anderen ist, die wahrscheinlich nicht einmal weiß, dass Du sie hier erzählst. Es gibt Selbsthilfegruppen für Co.-Abhängige, auch hier im Forum könnte sie sich austauschen, wenn sie möchte. Vielleicht könntest Du sie darauf hinweisen.

    Viel Glück, und weiterhin alles Gute Dir!

    Gruß, Bruce

    Hallo Ute,

    So wie es aussieht, hast Du halt momentan keine 450 Euro über, das muss deine Tochter jetzt einfach mal einsehen, also den Gang zur Bank kannst Du ruhigen Gewissens wieder streichen.

    Aber ich muss einfach noch mal nachfragen, wenn Du aufgrund dieses Problems sagst, "Heute bin ich soweit, dass ich trinken könnte...", sind das dann nicht die Dinge, die Du ein wenig näher betrachten solltest?

    Ich weiß jetzt nicht, in wiefern da einfach nur der Frust über die Schulden deiner Tochter aus Dir spricht, aber wenn Du tatsächlich eine Gefährdung deiner Trockenheit siehst, sobald die Probleme anderer zu deinen gemacht werden, dann ist das um so mehr ein Grund, noch stärker auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, und der Familie zuzutrauen, alleine mit ihren Tennisstunden-Gebühren klar zu kommen.

    Und das... ist vollkommen in Ordnung.

    Gruß, Bruce