Beiträge von hoppegarten

    Hallo,

    bedenke aber, dass sich die von dir beschriebene Euphorie auch sehr schnell und plötzlich ins Gegenteilige ändern kann.

    Es wird nicht so bleiben wie in der ersten Phase des Trockenseins.
    Und dann fängt die Arbeit an.


    Alles Gute und freundlichen Gruß

    @ Neuer

    Du verstehst eben noch nicht, dass es Wichtigeres gibt als die "schlimme" soziale Isolation.

    Fakt ist, dass du nicht trocken bleibst, wenn du dich weiterhin mit trinkenden Menschen umgibst.

    Auch wenn du keinen Saufdruck empfindest, wird dein Unterbewusstsein schon wirken.

    Im Endeffekt ist es ganz einfach. Das haben mir Langzeit-Trockene bestätigt und ich kenne es aus eigener Erfahrung:

    Gib dich weiterhin mit Menschen ab, die trinken: und du wirst auch wieder trinken.

    Gestalte deine sozialen Radius vollkommen neu: und du hast eine Chance, wirklich tocken zu werden.

    Belüg dich aber nicht selbst ...

    Sei du selbst oder ende als armseliger dich selbst-belügender Trinker.

    Besten Gruß

    Hallo,

    Zitat von EinNeuer

    Der Autor vermutet, dass man in Europa erst als Alkoholiker gilt, wenn man morgens halbnackt auf der Straße liegt und Spiritus aus einem Schuh trinkt. In den USA würde ein "Nein, ich trinke nicht" sofort verstanden und der, der anbietet, würde die Situation verstehen, die Beherrschung seines Gegenübers loben und sich und seine Trinkgewohnheiten reflektieren.

    Das kann man wohl nicht so pauschal sagen.
    Auch in den USA gibt es soziale Schichten, in denen Alkohol genauso dazu gehört wie in bestimmten sozialen Schichten in Europa.

    Man betrachte nur mal die ländlichen Gegenden, in denen wirkliche "Hinterwäldler" leben, die wir uns in Europa überhaupt nicht vorstellen können.
    Aber man betrachte auch das extreme Trinken in Studentenkreisen, vor allem zu Zeiten des Spring Break. Dort wird kein Student Alkohol ablehnen, der dazu gehören will, so traurig es auch ist.

    Die USA immer als die Vorreiter und himmlischen Kämpfer gegen den Drogenkonsum hinzustellen, finde ich immer ein wenig fragwürdig.

    Aber auf jeden Fall ist Europa traditionell viel enger mit dem Alkoholkonsum vernknüpft als die USA, da stimme ich zu.

    Grüße

    ch betone, dass ich erkannt habe, dass diese Gedankengänge schlecht sind.

    Ich bezog, solltest du korrekt gelesen haben und nicht nur auf ein Wort angesprungen sein, den Faktor "minderwertig" vor allem auf mein altes trinkendes Ich.
    Dass ich dies nun nicht auf alle anderen nassen Alkoholiker beziehen kann, habe ich bereits erkannt und auch in meinem Post geschrieben.

    Also, ruhig Blut.

    Grüße

    Hey,

    und dein Selbstwertgefühl heute? Gut oder?

    Ich liebe dieses Gefühl mittlerweile. Nach solchen von Dir beschriebenen Tiefphasen und der Überwindung dieser Phasen ohne Alkohol fühle ich mich stark und als absoluter Herr über mich selbst.
    Diese Hochgefühle geben mir sehr viel Kraft und bestätigen meine Entscheidung.
    Ich blicke mittlerweile auf mein anderes Ich der Alkzeit in der Form zurück, dass ich erkenne, was für ein Häuflein Minderwert und Elend ich doch war. Ich war ängstlich und habe meinen Mut im Alkohol gesucht, weil die Welt doch so gemein und anstrengend war.

    So wie ich mittlerweile mein altes Ich abwerte, werte ich allerdings auch Menschen ab, die immer noch Alkohol trinken, um sich in eine andere Welt zu flüchten. Ich betrachte nasse Alkoholiker, die ich im Laufe der Tage sehe (Supermarkt etc.) als den Inbegriff von Schwäche und als minderwertig.

    Diesbezüglich muss ich sehr aufpassen und mir eingestehen, dass auch ich mal so war. Trinker sind sehr arme Menschen und auch ich gehörte mal zu diesen armen Menschen.
    Allerdings liegt es nur in unseren Händen, nicht mehr zum Alkohol zu greifen und autonom zu bleiben.

    Grüße

    Hallo.

    Es sollte wohl eher verdeutlichen "auf Alkohol verzichten wollen sie nicht".
    Und das ist definitiv nicht in Ordnung, wenn sie von deinem Problem wissen und dennoch in deiner Gegenwart trinken.
    Solltest du ihnen ernst und wirklich intensiv vermitteln, dass du dies nicht möchtest, sie dann aber dennoch trinken, solltest du deine Definition von "Freunden" wirklich mal kritisch hinterfragen.

    Besten Gruß

    Zitat von bookfriend


    Ich weiß nicht dass tut mir weh, warum macht er sowas? Das Bild seiner Kinder ist noch nie abhanden gekommen.

    Hallo,

    ich kann dir nur raten, diesen Mist zu lassen, wenn du deinen Freund nicht verlieren möchtest.
    Zu einer Beziehung gehört Vertrauen, ein alter, aber weiser Spruch.

    Auch wenn du ihm vermittelst, dass du dich anstrengen möchtest, wird er immer sensibler auf solche Aktionen wie die von dir beschriebene Brieftaschen-Situation reagieren, bis er irgendwann schlicht und ergreifend keine Lust und Energie mehr hat.
    Und dann lässt sich die Situation auch nicht mehr reparieren, da er erkennen wird, dass du nur versicherst und versprichst, aber nichts einhältst.

    Weshalb vergeudest du deine Energie und belastest dich selbst durch solche Gedankengänge?
    Weshalb schätzt du dich so unterbewertet ein, um dich immer wieder zu vergewissern, ob dein Freund dich wirklich liebt?
    Im Endeffekt kannst du durch Kontrollgedanken und -Handlungen nichts verbessern, nur verschlimmern.

    Warum schreibe ich dir das?

    Weil ich früher selbst so drauf war wie du. Ich habe meine Freundin kontrolliert, war eifersüchtig und wollte sie am liebsten in einem goldenen Käfig einsperren, nur um sie für mich allein zu haben.
    Ich habe versprochen und versprochen, mich zu ändern, war aber nie richtig davon überzeugt.
    Und ich habe meine Freundin durch mein Verhalten verloren.
    Mittlerweile weiss ich, dass man an sich arbeiten kann und sich lediglich disziplinieren muss.

    Du wirst einen Menschen niemals durch Zwang, Kontrolle und Druck halten können.

    Grüße

    Hallo Oliver,

    ich sehe es so:

    jüngere alkoholkranke Menschen haben es auf der einen Seite "leichter", mit dem Trinken aufzuhören, da sie noch nicht so lange alkoholabhängig sind.
    Das hat mir auch mal ein Neurologe erzählt. Dabei sprach er vor allem die Zeitspanne an.
    Ein Mensch, der sagen wir mal 50 Jahre alt ist und von diesen 50 Jahren 30 Jahre getrunken hat, muss 30 Jahre aufarbeiten. Da die Psyche eines 50jährigen aber in der Regel schon voll entwickelt ist, ist das Verhalten (permanentes Trinken in fast allen Lebenssituationen) fest verinnerlicht.
    Der Neurologe meinte aus persönlicher Erfahrung auf Suchtstationen, dass Menschen, die über Jahrzehnte hinweg stark getrunken haben, nur sehr selten dauerhaft trocken werden können.

    Ein Mensch, der sagen wir mal 30 ist und von diesen 30 Jahren 8 Jahre stark getrunken hat, ist in der psychischen Entwicklung noch flexibler, sodass die Erfolgsaussicht, dauerhaft trocken zu werden, eher gegeben ist.
    Im Vordergrund der Erklärung des Neurologen stand auch die neurologische Veränderung des Gehirns. Demzufolge wird es immer schwieriger, trocken zu werden, je länger man trinkt.

    Auf den anderen Seite sehe ich es auch so, dass jüngere Menschen aufgrund der täglichen Reize und aufkommenden Verzichtgedanken eher geneigt sind, wieder zur Flasche zu greifen, weil sie das Gefühl entwickeln, ihr Leben ohne Spaß an sich vorbeiziehen zu lassen und alle Situationen, in denen junge Menschen Spaß haben, mit Alkohol verknüpft beziehungsweise mit alkoholisierten Menschen verbunden sind.
    Stichwort Disse, Konzert, Kneipenbesuche, beispielsweise um nur mal Darts zu spielen etc.
    Darüber hinaus sind viele jüngere Menschen eher von anderen Menschen abhängig. Sie sehen sich oft noch nicht als eigenständiges Individuum und verbinden das gesamte Leben mit Freunden und sozialen Kontakten.
    Siehe die diversen sozialen Netzwerke.
    Wenn dann "Freunde" kommen und meinen "Los, auf die alten Zeiten, nur zwei Bier oder so", dann neigen jüngere Menschen eher dazu, diesem Angebot nachzugehen.
    Oft stößt dann noch der Gedanke dazu "Hey, du bist doch noch jung und warst ja an sich nie richtiger Alki, mal zwischendurch einen trinken ist doch nicht so wild."

    Ein weiterer Aspekt sind wohl auch die Message der Werbung und das Gesamtbewusstsein der Gesellschaft.
    Immer noch findet sich in vielen Köpfen, dass vor allem junge Männer auch mal gut einen trinken müssen, um überhaupt zu einem richtigen Mann zu werden. Da junge Männer dieses Männerbild oft als zutreffend einstufen, ältere Männer aber eher wissen, was einen richtigen Mann ausmacht, sind ältere Männer solchen bescheuerten Ansichten wohl auch ein wenig immuner gegenüber.
    Junge Mädels werden durch die Werbung und prominente Beispiele manipuliert, dass die junge, selbstständige, erfolgreiche und coole Frau von heute ebenso trinken und rauchen darf wie Männer.
    Beispiele sind hier die grenzwertigen Vorbilder aus der US-Musik-Szene und US-Jungschauspieler.
    Drogentod, Alkoholentzüge und andere Aussetzer dieser Vorbilder werden dann oft sogar als cool und gut interpretiert, denn "Nur die Guten sterben ja jung".

    Mittlerwiele wird ja auch vor allem die steigende Rate von trinkenden Mädchen in der öffentlichen Diskussion hervorgehoben. Es gehört bei vielen 15jährigen Mädels mittlerweile leider dazu, mit ihren Freundinnen vor der Disse eine Flasche Wodka zu leeren, was früher, auch in meiner Schulzeit kaum denkbar war.

    Aber im Endeffekt kann das wohl auch nicht pauschal auf alle Alkoholiker bezogen werden.
    Die Grundtendenz ist meiner Meinung nach aber da.

    Grüße

    Aber back to topic.

    Sinnvoll und wenn nicht sogar notwendig ist das Meiden von öffentlichen Veranstaltungen, Feiern etc., auf denen definitiv Alkohol konsumiert wird.

    Egal wie willensstark man sich einschätzt, egal welche Vorsätze man sich auferlegt, die Gefahr des anspringenden Suchtgedächtnisses ist einfach zu hoch.
    Das ist jedenfalls meine Meinung/Erfahrung und ja auch die Meinung der meisten Langzeittrockenen.

    Grillen macht dann sicherlich Spaß, wenn man entsprechende Leute dabei hat, die auch Spaß am Grillen ohne Alkohol haben.
    Merkt man einigen anwesenden Leuten aber an, dass sie einen Verzicht spüren und an sich Bier für diese Leute dazu gehört, dann macht es wahrscheinlich keinen Spaß.

    Beste Grüße

    @ Doro

    Danke für die offenen Worte. Es hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Energie gegeben.

    @ Hartmut

    Da liegst du sicher richtig. Ein Gefühl der Einsamkeit war irgendwie immer vorhanden, was wohl auch einer der Gründe für das Trinken war.
    Diese Einsamkeit würde ich aber nicht im klassischen Sinn beschreiben, also das absolute Alleinsein und keine Leute kennen, sondern als eine innere und verborgene Einsamkeit.
    Leute kannte ich genug und Möglichkeiten hatte ich auch genug.

    In der nassen Zeit habe ich dann meinen Trost im Trinken gefunden, sodass sich der Alk zu meinem richtigen und einzigen Freund entwickelt hat.
    Aber irgendwann wandelte sich dieser Freund zum Feind und schädigte mich mehr als er mir half.

    Im Endeffekt hat der Alk meine innere Einsamkeit behoben bzw. betäubt, später aber, als die Sucht mich hatte, definitiv verstärkt, vor allem am Tag nach Besäufnissen.

    Jetzt, nach einer längeren Zeit ohne Alk, merke ich schon, dass ich emotional gleichgültiger, härter und abgestumpfter geworden bin.
    Dinge, über die sich viele Menschen amüsieren, nerven mich an und Menschen nerven mich zum Teil.
    So hat sich meine ehemals empfundene innere Einsamkeit (die ja keiner erkennen konnte, da ich mich durch den Alk gut anpassen konnte) zu einer Einsamkeit im klassischen Sinn entwickelt.
    Viele meiner alten Kollegen sind weggefallen, weil ich den Kontakt relativ kalt aufgegeben habe und übrig sind nur noch sehr wenige Bezugspersonen, unter anderem der innere Kern meiner Familie.

    Da ich mit dieser Einsamkeit, wie ich schon sagte, relativ gut zurecht komme, bin ich nicht traurig oder gebrochen wie Menschen, die unbedingt immer Leute um sich haben müssen und allein verkümmern würden, aber ich merke auch, dass ich mich zwingen muss, meine Einstellung Menschen gegenüber ein wenig zu ändern, um nicht vollkommen den Anschluss zu verlieren bzw. um die Leute, die letztendlich noch übrig sind, nicht auch noch aus meinem Leben ziehen zu lassen.

    Wie Doro schon sagte, handelt es sich wahrscheinlich um einen normalen Übergangsprozess, da der Geist sich erstmal wieder neu orientieren muss, der vorher über Jahre hinweg nur an den Alkohol gekoppelt war.

    Am Ende ist zu sagen, dass die Wesensveränderung schon extrem ist.
    Ich bin sehr ernst und kalt geworden, sodass mich Leute teilweise nicht wiedererkennen und fragen, was passiert sei.
    Vielleicht aber bin ich so und habe mir in den letzten Jahren nur etwas vorgemacht, mich durch den Alk der gesellschaftlichen "Freuden" angepasst und mein Selbst manipuliert.
    Vielleicht war ich immer ein ernster Mensch und jetzt erkenne ich mich.
    Ich werde sehen, wie es sich entwickeln wird.

    Grüße

    Hallo zusammen.

    Ok, ihr seid gute Beispiele, dass es funktioniert.
    Aber das geht nur, wie du schon sagst, wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein hat, das aber oftmals, auch bei mir, neu aufgebaut werden muss bzw. erst wieder neu erkannt werden muss.
    Wenn dieses nämlich über Jahre hinweg immer nur mit Alk gedoped wurde, muss es erst mal wieder neutral erlebt werden.

    Ich wollte Dir auch nichts unterstellen, Doro.

    Aber niemand von den "Frischlingen" soll zu blauäugig an die Sache herangehen.
    Ist man nämlich ein Mensch, der von einer anderen Person abhängig ist (Ehepartner etc.) und nicht in der Lage ist, allein klar zu kommen, wird es verdammt schwer bzw. ist es an sich unmöglich, voll und ganz mit dem Alk zu brechen.
    Das geht denke ich nur, wenn man sich selbst wertschätzt und die erwähnte Einsamkeit auch selbst verarbeiten kann.
    Auch geht es nur, wenn man in verpassten Feiern und Festen keinen Verzicht sieht, was schwer ist, wenn Menschen dabei sind, die man liebt bzw. sehr mag.

    Deswegen auch meine Andeutung bezüglich des Alters. Ältere Menschen sind oftmals autonomer und emotional nicht mehr so sehr an das Elternhaus und bestimmte Menschen gebunden. Und ältere Menschen haben vielleicht auch nicht mehr so das Interesse, in der Disse herum zu hüpfen oder während der WM die Spiele im Rahmen einer Public Viewing Veranstaltung zu sehen.
    Spaß ist dann eben auch bei einer Spielerunde mit 5 Leuten oder bei einer Fußball-Übetragung am TV gegeben.
    Ich gehe in solchen kleinen sozialen Gemeinschaften nicht auf und mich ödet und nervt sowas momentan nur an, komme aber damit klar, so "isoliert" zu leben wie ich lebe.

    Andere kommen damit aber sicher nicht klar, gehen zu einer öffentlichen Veranstaltung oder zu einem Fest und trinken wieder.

    Der absolut harmonische Übergang von der nassen Zeit in die trockene Zeit ohne das Gefühl der Einsamkeit und der Isolation ist selten gegeben.
    Wenn in der Zeit der Einsamkeit erkannt wird, dass man an sich immer einsam war, der Alkohol dieses Gefühl aber verfälscht hat und Trost gegeben hat, dann stumpft man entweder ab, zerbricht und wird rückfällig oder man findet sich selbst und beginnt ein neues Leben mit neuen sozialen Werten.

    Die Zeit wird es zeigen.

    Grüße

    Zitat von dorothea

    so einfach ist das für mich mittlerweile. denn es geht ja um nichts weiter als mein leben.

    Ich lese bei dir sehr oft, dass es einfach für dich zu sein scheint.
    Dies ist auch schön --- jedenfalls für dich.

    Allerdings kann das so doch nicht pauschal gesagt werden.

    Der erste Punkt ist wahrscheinlich dein Alter, ohne dir zu nahe treten zu wollen.
    Befindet man sich allerdings in den Zwanzigern, ist es doch schon deutlich schwieriger, Leute zu finden, die es zur Regel machen, vollkommen ohne Alkohol einen Grillabend oder Ähnliches zu verbringen. Für viele jüngere Leute gehört Alk definitiv dazu. Schade, aber es ist so.

    Der zweite Punkt ist, dass du anscheinend über ein vielfältiges und gutes soziales Umfeld verfügst. Deine Freunde akzeptieren deine Krankheit und verbringen dir zuliebe auch gerne mal einen gemeinschaftlichen Abend ohne Alkohol.

    Was passiert aber, wenn diese positiven Umstände, in denen du verweilst, nicht zutreffen?
    Was passiert demzufolge, wenn keine Freunde vorhanden sind, die auf Alkohol verzichten wollen?

    Klar, man erkennt, dass es keine richtigen Freunde sind ...
    Aber vor allem passiert dies:

    Es muss der Tatsache ins Auge gesehen werden, dass nur zwei Möglichkeiten bestehen.
    Entweder man setzt sich der Gefahr aus und besucht diverse Feste und Veranstaltungen, oder man tut dies nicht, mit der Folge, den sozialen Anschluss zu verlieren beziehungsweise mit Einsamkeit klarkommen zu müssen.

    Ich spreche für mich: Ich komme mit dieser "Einsamkeit" relativ gut zurecht.
    Ich kenne aber einige Mitstreiter, die mit dieser Einsamkeit nicht klargekommen sind, die dann eben wieder auf ein Dorffest oder auf einen großen Geburtstag gegangen sind und jetzt wieder ordentlich trinken.

    Ich finde es irgendwie unpassend, Leuten mit voller Überzeugung zu vermitteln, dass das Meiden sozialer Zusammenkünfte vollkommen einfach sei. Dies kann nur jemand sagen, der den entsprechenden Support hat, nämlich einen guten und verständnisvollen Freundeskreis beziehungsweise eine intakte und unterstützende Familie.
    Spricht man allerdings ehrlich über diese Problematik, dann muss auch gesagt werden, dass Trockenheit mit Einsamkeit verbunden ist, jedenfalls in der Anfangsphase, wenn noch kein neuer und trockender Freundeskreis geschaffen worden ist.

    Und diese Einsamkeit beziehungsweise das Unvermögen, diese Einsamkeit zu ertragen, führt viele zurück zum Trinken.


    Besten Gruß

    Hallo,

    ich denke, wer sich ernsthaft mit seiner Sucht beschäftigt, sollte ohnehin wissen, dass alkoholfreis Bier eben nicht alkoholfrei ist.

    Das ist auch vielen "Normaltrinkern" klar.
    Dennoch ist ein weiterer Hinweis sicher nicht falsch.

    Verlogen finde ich ja die tolle Werbung vor allem bei Fußballspielen.
    "Biermarke" (alkoholfrei) - - - "das Bier deiner Helden!". "Es gehört zum Fußball einfach dazu!", "der Mann und sein Bier", bla bla bla.

    Deutschland und die Alkohol-Lobby: Ein untrennbares Paar.

    Zitat von Seelenblick

    s scheint ja zwangsläufig darauf hinaus zu laufen wenn sich der Partner nicht mit verändert das eine Trennung angesagt ist.

    Ist es nicht auch vollkommen absurd, wenn ein Partner derartig ignorant reagiert?

    Ich würde mir in diesen Fällen zwangsläufig die Frage stellen, ob mein Partner mich wirklich liebt, wenn ihm eine Feier mit Leuten und Alkohol wichtiger ist als meine Bedürfnisse.
    Wenn mein Partner nicht versteht, dass es mir schlecht geht, wenn getrunken wird und dass die Gefahr eines Rückfalls besteht, dann ist mein Partner entweder vollkommen ignorant und dumm oder ihm sind andere Dinge wirklich wichtiger.
    Das aber kann doch kein Fundament für eine Beziehung sein.
    Für mich wäre es jedenfalls kein vernünftiges Fundament und ein deutliches Zeichen, die Beziehung schnell zu beenden.

    Auch wenn ich meinem Partner sagen würde, dass es mich nicht stört, wenn in meinem Beisein getrunken wird (was vollkommener Quatsch wäre), sollte mein Partner dennoch darauf verzichten, in meinem Beisein zu trinken.
    Soviel Empathie und Rücksicht erwarte ich einfach.

    Es geht nicht so recht in meinen Kopf, wie man in solchen Fällen noch von gesunden Partnerschaften reden kann und wie einige Menschen sich doch über Jahre hinweg selbst belügen, nur um eine Beziehung zwanghaft aufrecht zu erhalten.

    Grüße

    Hi.

    Es tickert und rattert in Hintergrund, das kleine und gemeine Suchtgedächtnis.
    Ich habe es eben beim Einkaufen fürs Wochenende auch gespürt. Alle Menschen so euphorisiert beim Grillfleisch und Bier einkaufen.

    Das kann ich doch auch, denn weshalb sollen nur die anderen Spaß haben?
    Und so habe ich es gemacht, nämlich Grillfleisch gekauft. Sollen die anderen sich den Kopf fluten :)

    So war ich in der Lage, die Verknüpfung und Lüge Alkohol > Spaß schnell zu entkräften und ich fühle mich sehr gut.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich!

    Hi,

    ich finde deine Darstellung sehr offen, abgeklärt und vernünftig.
    Vor allem aufgrund deiner abschließenden Aussage über Schuld und Verantwortung.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass du Dir die Entwicklung deiner Tochter immer vor Augen halten wirst, sollte dich der Suchtdruck mal überraschen.
    Sie hat denke ich genug unter deiner Sucht gelitten und Borderline bzw. Symptome wie Selbstverletzung sind definitiv nicht als jugendliche Spinnerei abzuhaken, so wie es viele "Erwachsene" oft tun.
    Es ist ein intensiver, leider oft überhörter Hilfeschrei einer geschundenen Kinderseele.

    Alles Gute auch für sie.

    Lieben Gruß

    Bei der Aussage "mach Sport, es wird Dir helfen" musste ich früher immer lachen, bis ich merkte, dass die Aussage vollkommen zutrifft.

    Damit meine ich nicht mal kurz durch den Park zu wandern, oder mit nem Kumpel Federball zu spielen, sondern sich wirklich (natürlich im Rahmen) zu verausgaben. Ideal ist dafür meiner Meinung nach Krafttraining in Verbindung mit Ausdauer-Training.
    Nach solchen Trainings-Einheiten bin ich froh, vollkommen entspannt ein Buch zu lesen und früh einzuschlafen. Grübeln und destruktive Gedanken kann ich so meist auch kompensieren.

    Und ein weiterer Vorteil ist neben der optischen "Aufwertung" und damit auch des Selbstbewusstseins das Wiederlangen des eigenen Körpergefühls, dass bei vielen Menschen eh nicht mehr vorhanden ist, aber bei Drogenabhängigen umso oftmals neu aufgebaut werden muss.

    Grüße