Beiträge von bibo614

    Hallo Ihr Lieben,
    danke erstmal an Yvonne und Jule für Eure Beiträge.

    Ich hoffe, dass Ihr alle den 1. Advent zu Eurer Zufriedenheit verlebt habt. Ich selber hatte ein sehr schönes Wochenende. Gestern Morgen war ich wie immer schwimmen. 60 Bahnen, duschen,....oh, wie herrlich.
    Am Nachmittag waren wir auf der Geburtstagsfeier meiner Nichte; wir haben Kaffee getrunken und Kekse gegessen. Natürlich gab es am Abend auch Bier - aber das war kein Thema für mich. Ich war dann auch ziemlich früh müde und bin nach Hause gefahren. Habe mich ins Bett gelegt und gelesen. Die "Männer" haben halt noch beim Bier zusammengesessen.
    Auch heute Morgen ging es wieder zum schwimmen. Das ist jetzt tatsächlich zu meinem festen Frühsport geworden. Obwohl ich auch jedes Mal erst 16 km. fahren muss. Aber das stört mich nicht. Ich genieße diese Zeit und der Tag ist halt so organisiert, dass das jeden Morgen machbar ist. (Ausser ich habe so wie am Freitag einen Arzttermin; da geht es halt wirklich mal nicht). Mit dem Schwimmen setze ich mich intensiv auseinander. Ich schwimme immer Brust - und möchte jetzt auch das Kraulen richtig beherrschen. Ab Januar wird ein spezieller Kurs angeboten, da werde ich mich anmelden. Sollte meine Reha dazwischenkommen, dann habe ich halt Pech gehabt. Dann mache ich beim übernächsten Kurs mit.
    Heute Mittag habe ich lecker gekocht; anschliessend habe ich Mittagsschlaf gemacht (sage und schreibe 2 Stunden). Danach fühle ich mich meistens auch sehr gut. Dann ging es mit meinem "Mann" nochmal raus,- ein kleiner Spaziergang kann nicht schaden und am Abend haben wir Fussball geguckt.
    Wie ich schon geschrieben habe, ist jeder Tag wirklich von morgens bis abends komplett durchstrukturiert. Das tut mir unheimlich gut. Auch für Morgen habe ich schon meinen Tagesablauf im Kopf abgespeichert. Ohne Schwimmen geht es natürlich nicht.
    Nach nun mittlerweile 9 Wochen Abstinenz geht es in kleinen Schritten immer bergauf. Wobei die Stimmungsschwankungen mir immer mal wieder massiv zu schaffen machen. Diese hängen aber auch mit der Beziehung zusammen - das ist eigentlich noch das Bedrohlichste für mich. Ich mache mir zur Zeit keine Gedanken bzgl. der beruflichen Zukunft - das sehe ich völlig entspannend. Aber sehr viele Gedanken mache ich mir um diese Beziehung. Ich glaube manchmal, dass das nicht mehr lange gut geht. Ich habe schon so gut wie abgeschlossen. Es gibt 2 Gründe, weshalb noch keine Entscheidung gefallen ist: Zum einen sind da die Kinder, denen man eine erneute Trennung eigentlich nicht zumuten kann und zum anderen sind es finanzielle Gründe. Die klassischen Gründe halt.
    Aber für heute ist es nun genug. Ich werde jetzt auf dem Balkon noch eine Rauchen und anschliessend im Bett wie immer lesen.
    Ich grüße Euch alle ganz lieb und wünsche noch einen schönen Abend.
    Bianca

    Hallo Jule und herzlich Willkommen hier im Forum,

    Du hast vorhin in meinem Thread geschrieben, darüber habe ich mich sehr gefreut und möchte Dich nun auf diesem Wege in deinem Thread erreichen.
    Ja, es scheint bei uns alles sehr ähnlich zu sein. Du schreibst von den eigenen Bedürfnissen und den Auszeitmomenten, die für uns einfach überlebensnotwendig sind. Diese Dinge aber einzufordern, sprich das Ganze, was man theoretisch weiß auch praktisch umzusetzen, dass dauert und ist ein sich hinziehender Lernprozess. Ausserdem kostet es halt wirklich unheimlich viel Kraft. Es ist natürlich sehr viel einfacher, sich diese Auszeiten in Form von Alkohol zu "gönnen". Denn dann müssen wir ja nicht lange reden (...wir wollen jetzt mal nicht gestört werden; ich muss jetzt mal alleine raus....) und auch die permanenten Störungen (wenn Kinder im Haus sind, wird man doch immer wieder gestört), zerren dann nicht an unseren Nerven. Weil unsere Auszeit ist ja die Wirkung des Alkohols - alles andere prallt dann an uns ab. Hört sich super an - Alkohol, dass Wundermittel. Wir wissen aber, dass es das nicht ist.
    Naja, ich selber befinde mich trotz mittlerweile 9 Wochen Abstinenz immer noch am Anfang. Ich lerne und lerne und lerne. Jeden Tag gehe ich einen kleinen Schritt weiter.
    Ich wünsche Dir auf Deinem Weg alles Gute, lass uns hier in Kontakt bleiben. Ganz liebe Grüße von Bianca

    Hallo und guten Morgen an alle,
    seit meinem letzten Beitrag sind nun auch schon wieder so einige Tage vergangen. Es ist tatsächlich erstaunlich: Ich gehe nicht arbeiten und doch vergehen die Tage sehr schnell.
    Ich freue mich sehr darüber, dass ich mich aus meinem Tief der letzten Wochen so nach und nach rausgekämpft habe.
    Das wichtigste ist, dass ich nun wirklich jeden Tag durchstrukturiere:
    morgens erledige ich im Haushalt die wichtigsten Dinge. Anschliessend fahre ich seit neuestem fast täglich! zum schwimmen. Dort ziehe ich meine 60 Bahnen und fühle mich danach wie neugeboren. Es ist schon komisch: Ich gehe für mein Leben gerne schwimmen und konnte mich in den letzten Wochen und Monaten überhaupt nicht dazu aufraffen. Letzte Woche bin ich dann losgefahren und selbst als ich schon vor der Tür des Schwimmbades stand, da hatte ich absolut keine Lust. Ich habe gegen meinen inneren Schweinehund angekämpft, bin rein und los ging`s. Das wunderbare Gefühl danach werde ich so schnell nicht vergessen.
    Am Mittag koche ich und wenn dann meine Kinder nach Hause kommen, dann bin wirklich für die Beiden da. Das ist echt ein schönes Gefühl. Wie oft war ich einfach nur genervt und gereizt.
    Ansonsten wurde schon alles weihnachtlich geschmückt und Plätzchen gebacken haben wir auch schon.
    Unheimlich wichtig ist für mich, dass ich mir auch für den Nachmittag immer noch irgend etwas vornehme (so wie in dieser Woche z.B. das Backen).
    Langeweile ist für mich ganz gefährlich. Dann kommen immer noch relativ schnell Gedanken an den Alkohol. Mittlerweile kann ich mit den Gedanken aber ganz gut umgehen.

    So, nun muss ich erstmal Schluss machen. Heute geht es mal nicht zum schwimmen. Ich habe am Mittag einen Arzttermin und um 10.00 Uhr kommt eine Freundin zum Quatschen. Jetzt werde ich noch ein paar Kleinigkeiten im Haus erledigen und anschliessend geht es in die Badewanne. Das ist bei dem Wetter genau das Richtige.
    Bis demnächst und ganz liebe Grüße von Bianca :)

    Hallo Ihr Lieben,
    seit meinem letzten Bericht sind schon wieder 10 Tage vergangen. In dieser ganzen Zeit hatte ich sehr mit mir zu kämpfen.
    Es ging nicht um die Alkoholproblematik, sondern das vorherrschende Thema waren meine Depressionen. Zeitweise dachte ich wirklich, "ob ich da überhaupt mal wieder rauskomme?"
    Ich konnte mich zu nichts aufraffen - wie Ihr seht, noch nicht mal zu einem Gang an den PC. Ich hatte das Gefühl, dass meine Seele gefangen war und das ich fast erdrückt wurde.
    Ich war beim Hausarzt und als Erstes wurde die Dosis von meinem Antidepressiva erhöht. Bisher habe ich immer die niedrigste Dosis genommen - jetzt muss es halt für eine gewisse Zeit mehr sein.
    Ausserdem habe ich mich nach vielen Telefonaten bei einer Verhaltenstherapeutin auf die Warteliste setzen lassen. Mir wurde von der Ärztin in der Suchttagesklinik dringend zu einer weiterführenden Therapie geraten - aber man muss erstmal in absehbarer Zeit einen Therapieplatz bekommen. Nun kann ich Ende Januar mit dem Beginn dieser Therapie rechnen. Was nützt mir heute denn ein Beginn in einem Jahr? Solange Wartezeiten gibt es tatsächlich. Da wären wir dann wirklich bei dem Problem der Volkskrankheiten Depressionen und Ängste. Diese Worte sind ja nun seit dem tragischen Selbstmord Robert Enke`s in aller Munde. Doch wirklich mitreden kann hier nur jemand, der selber weiß, wie sich diese Krankheiten anfühlen.
    Als nächstes habe ich mich um die Beantragung einer medizinischen Rehabilitation gekümmert. Ich werde also wahrscheinlich in absehbarer Zeit zur "Kur" fahren. Wobei "Kur" hier eigentlich das falsche Wort ist. Insgesamt muss bei mir halt von ärztlicher Seite aus begutachtet werden, ob und wenn ja in welchem Umfang ich zur Zeit arbeitsfähig bin. Wenn ich das alles jetzt so lese, dann wundere ich mich gerade schon ein bisschen über mich selbst. Ich habe doch ganz schön viele Dinge auf den Weg gebracht - dafür, dass es mir so schlecht ging.
    So langsam geht es mir auf jeden Fall besser. Ich mache jeden Tag ein bisschen Sport - das tut mir gut. Wichtig ist jetzt, dass ich mich ein bisschen mehr um Kontakte kümmere. In der letzten Zeit habe ich mich sehr zurückgezogen. Ich habe es einfach satt, nach außen hin so tun zu müssen, als sei alles in Ordnung - und innendrinnen sieht es katastrophal aus. Denn wie ich schon erwähnt habe - die meisten Menschen können mit psychisch Erkrankten Personen nicht umgehen. Und solche Worte wie: "Das wird schon wieder" oder "Da musst Du drüber stehen", die helfen mir auch nicht weiter.
    So Ihr Lieben, ich melde mich wieder. Jetzt muss ich meinen Kindern gute Nacht sagen und dann ist Fussball gucken angesagt.
    L.G. und einen schönen Abend Euch allen von Bianca

    Hallo Blue,
    vielen Danke für Deine Antwort so früh am heutigen Morgen. Das mit dem Abschalten des Körpers - mit dem Schlafen - das ist übrigens bei mir auch so. Was ich zur Zeit schlafen kann, das ist unter normalen Gesichtspunkten eigentlich nicht normal.
    Ich gehe abends super früh ins Bett und schlafe dann durch bis so gegen 4.30 Uhr. Dann stehe ich auf - genieße den frühen Morgen für mich alleine - um mich dann ab 5.45 Uhr meinen Kindern zu widmen.
    Ein Mittagsschlaf jeden Tag muss aber auch sein - sonst halte ich den Tag nicht durch und es würde bestimmt irgendwann zu Suchtgedanken kommen. Ich habe nämlich immer sehr gerne getrunken, wenn mein Körper eigentlich viel zu müde war - der Tag aber noch so einiges von mir abverlangt hat. So habe ich mich mit Hilfe des Alkohols noch ein bisschen hochgepuscht - ich konnte dann noch die wichtigen Dinge erledigen - um dann irgendwann betrunken ins Bett zu fallen.
    Naja, jetzt sitze ich hier nach einem angenehmen Tag. Mir geht es zur Zeit gut und das ist das Wichtigste überhaupt. Keine Suchtgedanken - weder an Alkohol noch an eine Zigarette. Ich habe heute früh mein Sportprogramm absolviert und danach fühlte ich mich echt gut. Am Nachmittag war ich dann spazieren. Da muss ich jetzt auch am Ball bleiben, denn eines weiß ich schon jetzt: Es ist tatsächlich so, dass, wenn man mit dem Rauchen aufhört, der Hunger zunimmt. Ich hätte das in dem Maße nicht gedacht. Also - Bewegung, Bewegung, Bewegung ist angesagt.
    So, ich wünsche Dir und allen anderen noch einen schönen Abend.
    L.G. Bianca

    Hallo und guten Morgen,
    wie ich sehe, ist nicht nur hier zu Hause noch alles ruhig - auch im Forum bin ich zur Zeit alleine unterwegs.
    Macht nichts - ich bin auf jeden Fall putzmunter und sitze hier mit meinem Kaffee ganz gemütlich vorm PC.
    In den letzten Tagen habe ich in einem eigens eingerichteten Thread geschrieben. Ich hatte das dringende Bedürfnis, über den immer wiederkehrenden Suchtdruck separat zu schreiben und so auch speziell zu diesem Thema Ratschläge von anderen Forenteilnehmern zu bekommen.
    Nun möchte ich meine "Lageberichte" wieder hier in meinem kleinen "Tagebuch" weiterschreiben. Als ich schon Mal im Forum geschrieben habe, da war ich auch im geschlossenen Bereich unterwegs. Das muss ich aber nicht mehr haben. Hier fühle ich mich auch sehr wohl.
    Im geschlossenen Bereich gibt es so viel zu lesen und so viele Anregungen - das finde ich wirklich toll - aber sich da durchzunavigieren war für mich zeitlich fast unmöglich. So schreibe ich lieber hier mal mehr und mal weniger oft.
    Die letzten Tage waren nicht einfach für mich - ich hatte mit Selbstzweifeln und Suchtdruck zu kämpfen. Gestern ging es mir endlich mal wieder ganz gut - ich hatte das Gefühl, dass das auch mit meinem Rauchstop-Erlebnis zu tun hatte. Wie schon erwähnt, könnt Ihr das unter dem Suchtdruck-Thema nachlesen.
    Es ist schon manchmal komisch - ich sitze jetzt hier mit meiner Tasse Kaffee und zu dieser gehörte jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen als erstes die Zigarette. Und heute habe ich kein Verlangen danach - noch nicht mal ein Nikotinkaugummi brauchte ich bisher. Gestern habe ich insgesamt nur 3 Kaugummis gekaut. Sollte das so leicht bleiben, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Mit dem Alkoholstop tue ich mich manchmal immer noch sehr schwer und beim Rauchstop geht das so einfach?
    Naja, auf jeden Fall fühle ich mich gerade jetzt sehr gut und ich freue mich schon wieder auf meinen Sport nachher. Sobald es draußen hell wird geht es los.
    So, ich werde mich bestimmt heute noch mal melden. Werde jetzt noch ein bisschen im Internet rumschauen.
    L.G. Bianca :)

    Hallo und guten Morgen,

    werde von Alltäglichem jetzt wieder unter meinem anderen Thread (Ich freue mich, dass ich wieder hier bin) berichten.

    Das Thema "Immer wieder Suchtdruck" hatte ich speziell für dieses Thema eröffnet.
    Würde mich freuen, auch weiterhin von Euch zu hören.

    L.G. Bianca

    Hallo Ihr Lieben,
    erneut vielen, vielen Dank für Eure Beiträge. Ihr alle macht mir Mut und das kann ich wirklich gut gebrauchen.
    Es ist zur Zeit wahrscheinlich alles etwas zu viel.
    Diese Veränderungen durch die Abstinenz und auch der immer mal wieder auftretende Suchtdruck machen das Leben zur Zeit schwerer als es eigentlich ist. Mein Umfeld tut mir echt leid wg. meiner starken Stimmungsschwankungen. In der einen Minute bin ich noch gut drauf und in der nächsten fahre ich meine Krallen aus. Naja, wir müssen da halt alle irgendwie durch. Mitleid mit den anderen hilft mir natürlich auch nicht weiter.
    Und je nachdem wie ich drauf bin, so denke ich natürlich auch. Fühle ich mich schlecht - dann denke ich auch negativ. Fühle ich mich gut - dann denke ich auch mal positiv.
    Heute Morgen habe ich echt was krasses erlebt. Während der Tagesklinik-Zeit habe ich mich gedanklich viel mit meiner Raucherei beschäftigt. Ich habe in den letzten Jahren so um die 25 Zigaretten am Tag geraucht und merkte in letzter Zeit sehr stark die Auswirkungen auf meinen Körper und meine Psyche. Nun hatte natürlich erstmal die Alkoholproblematik Vorrang. Aber meine Gedanken gingen in die Richtung: " Wenn die Tagesklinik-Zeit vorbei ist, dann gehe ich meiner Raucherei an den Kragen". Bereits vor 3 Wochen habe ich mir Nikotin Kaugummis und eine Selbsthypnose-CD gekauft. Diese habe ich nun jeden Abend vor dem Schlafen angehört und heute früh haben die Suggestionen anscheinend voll Ihre Wirkung entfaltet. Ich saß also wie immer mit meinem ersten Kaffee und der Zigarette auf dem Balkon; doch beim ersten Zug an der Zigarette überkam mich ein totales Ekelgefühl. Das war echt krass. Die Zigarette musste ich ausmachen. Ich habe es danach noch mal probiert - und wieder kam der Ekel. So habe ich also kurzerhand seitdem keine Zigarette mehr angefasst.
    Heute früh habe ich dann tatsächlich mal mit einer positiven und freudigen Stimmung Sport gemacht. Ich bin abwechselnd gewalkt und gejoggt. So insgesamt eine dreiviertel Stunde. Das war wirklich herrlich. Und am Nachmittag kam dann der obligatorische Spaziergang. Auch herrlich.
    Wie gesagt, heute habe ich mal einen guten Tag erwischt und darüber freue ich mich und bin echt dankbar. Die Kinder sind beide bis ca. 20 Uhr auf Geburtstagen unterwegs. So ist es natürlich auch mal still im Haus.
    Ich grüße Euch alle und wünsche Euch einen schönen Samstag Abend.
    Bianca :)

    Hallo Mieken und Dorothea, danke nochmal für Eure gedanklichen Anregungen.
    Das mit "dem für die Kinder dasein" ist schon so ein Thema für sich.
    In den Jahren, wo ich alleine gewohnt habe und die Kinder mich alle 2 Wochenenden besucht haben, da habe ich mich immer auf dieses Wochenende eingestellt und wir haben tolle Sachen gemacht.
    Wobei auch in dieser Zeit der Alkohol immer einen hohen Stellenwert hatte. Bevor die Kinder kamen war ich immer sehr angespannt und wenn sie dann da waren, habe ich abends grundsätzlich getrunken.
    Ich tue mich unheimlich schwer mit der Verantwortung für die Kinder. Ich liebe die Beiden - aber vieles macht mir auch immer wieder sehr zu schaffen.
    Was ich aber sagen wollte, ist, dass wir, seitdem ich hier wieder wohne, kaum noch gemeinsame Unternehmungen durchführen. Ab und zu gehen wir mal schwimmen oder essen. Das war es dann aber auch. Aufgrund meiner wirklich schlechten psychischen Verfassung ziehe ich mich abends z.B. immer sehr früh zurück und lese dann für mich alleine. Ich bin in vielen Situationen des Familienlebens total überfordert. Ständig muss man Rücksicht nehmen; oder alleine schon die Essensplanungen. Oder was läuft abends im Fernsehen und wann läuft der Fernseher? All diese Fragen und Situationen belasten mich sehr. Im Prinzip hätte ich gar keine Kinder kriegen dürfen. So schlimm, wie sich das auch anhört. Aber ich selber möchte mich nicht als Mutter haben. Für die Kinder tut mir halt besonders leid, dass sie ständig meine wechselhaften Stimmungen mitbekommen.
    Naja, jetzt ist es erst mal genug für Heute. Jetzt versuche ich mal, gedanklich ein bisschen abzuschalten.
    Liebe Grüße von Bianca

    Hallo an alle,
    gerade habe ich das Thema Abnehmen entdeckt.
    Das ist ja beruhigend, dass es anderen auch so geht wie mir.
    Ich bin nun seit fast 6 Wochen trocken und habe komplett meine Ernährung umgestellt.
    Im letzten Jahr hatte ich zum Anfang der Trockenheit (ambulante Therapie) zu diesem Zeitpunkt schon 6 kg. abgenommen, doch dieses Mal tut sich gar nichts. Kein Gramm geht runter und das, obwohl ich wirklich ganz bewusst esse und super viel Wasser in mich reinschütte.
    Naja, wahrscheinlich muss ich wirklich mehr Sport treiben - doch das fällt mir zur Zeit aufgrund einer schlechten psychischen Verfassung sehr schwer. Ich bin froh, dass ich wenigstens jeden Tag so eine halbe bis dreiviertel Stunde flott spazierengehe.
    Wie gesagt, es ist wirklich beruhigend, dass es anderen auch so ergeht.
    Aber dauerhaft macht mich das doch ein bisschen unzufrieden. Geht es Euch auch so? Man möchte doch so gern die Kilos, die man sich angetrunken und angefuttert hat, wieder loswerden. Automatisch denke ich dann auch: Wenn ich alleine schon die ganzen kcal. vom Bier weglasse - dann müssen die Pfunde doch nur so purzeln. Aber weit gefehlt.
    Ich auf jeden Fall werde in den nächsten Wochen die Waage meiden - denn Frustation kann ich zur Zeit am wenigsten gebrauchen.
    L.G. Bianca

    Danke für Eure Antworten,

    erstmal möchte ich sagen, dass die Beziehung natürlich ein großes Thema in der Tagesklinik-Therapie war. Es wird mir immer wieder zu einer erneuten Trennung geraten. Doch ist das leichter gesagt als getan. Ich kann das meinen Kindern gewissensmäßig nicht antun. Daran würde ich dann innerlich ganz zerbrechen. Ich befinde mich da zur Zeit in einer totalen Zwickmühle.
    Und was den gedanklichen Vollzug eines Rückfalls betrifft: Biene hat wahrscheinlich recht. Die Gedanken gehen wieder öfters in folgende Richtung: Am liebsten mal wieder die Birne zudröhnen - damit ich diese ganze Situation mal für ein paar Stunden wegbeamen kann. Es geht mir ja eh schon sch....; schlechter als zur Zeit geht es kaum noch.

    Ich stehe dem Ganzen wirklich ratlos gegenüber. Es ist einfach nur noch zum Heulen. Hätte, wenn und aber....... (Das ich hier im letzten Jahr wieder eingezogen bin, das war der Größte Fehler meines Lebens).
    Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.
    Ich bleibe auf jeden Fall standhaft und trinke wirklich Wasser, was das Zeug hält. So auf die 4 - 5 Liter komme ich am Tag.
    Ausserdem war ich vorhin doch noch ein bisschen spazieren - das hat mir auch gut getan.
    So, ich wünsche Euch allen einen schönen Abend.
    L.G. Bianca

    Hallo an alle,

    wie Ihr ja meinen bisherigen Beiträgen entnehmen könnt, war ich bis Montag in einer Sucht-Tagesklinik. Diese Tagesklinik-Zeit möchte ich nicht missen - sie hat mir wahnsinnig gut getan und ich bin mittlerweile seit fast 6 Wochen trocken.
    Nun aber muss ich feststellen, dass, kaum bin ich wieder den ganzen Tag zu Hause, der Suchtdruck wieder regelmäßiger auftritt.
    Ich hatte ja schon vom Suchtdruck am Montag nachmittag berichtet - heute ging das Ganze dann wieder los. Nach meinem Mittagsschlaf gingen mir die Gedanken an Bier nicht aus dem Kopf. Ich wäre mal wieder fast verrückt geworden.
    Mir ist natürlich klar, dass es dafür Gründe gibt und ich weiß auch, wo diese Gründe bei mir zu finden sind. Der entscheidende Faktor ist diese Beziehung, die ich in dieser Form kaum noch aushalte. Leider weiß ich zur Zeit keinen Ausweg. Zu einer Trennung bin ich "noch" nicht in der Lage.

    Die letzte Zeit mit all ihren Umstellungen ist insgesamt echt heftig gewesen (bzw. sie ist es immer noch). Es wird ja oft davon berichtet, dass man sich besser fühlt, wenn man trocken ist. Das kann ich nach den 6 Wochen nun überhaupt nicht sagen. Natürlich hängt das auch ganz eng mit der belastenden Beziehungssituation zusammen.
    Ich habe zur Zeit zu nichts Lust. Bin insgesamt sehr kraftlos, erschöpft. Könnte ständig schlafen. Und wenn dann der Suchtdruck kommt, dann bin ich gereizt, wütend und traurig. Vorhin habe ich erstmal wieder eine Runde geheult.

    Ich bin ziemlich ratlos und weiß wirklich nicht, wie es weitergehen soll.
    Viel Zeit werde ich mir für wichtige und richtige Entscheidungen nicht mehr lassen können - das wichtigste ist die Abstinenz; doch diese wird in dieser Situation bald bedrohlich wackeln.

    Drückt mir bitte die Daumen.
    L.G. Bianca :?

    So, nun ist es mal wieder an der Zeit, meinerseits einen kurzen Lagebericht abzugeben.
    Am Montag hatte ich nun meinen letzten Tagesklinik-Tag.
    Ich habe am Morgen ein Gespräch mit der Ärztin geführt und diese hat meiner Entlassung ohne Weiteres zugestimmt.
    Meine gesetzten Ziele hatte ich erreicht und alles andere kann ich sowieso nur von zu Hause aus auf den hoffentlich richtigen Weg bringen.
    Nun bin ich also den ganzen Tag zu Hause und genieße es momentan sehr, dass ich mir die Zeit einteilen kann wie ich es möchte.
    Es gilt, viele Dinge bzgl. meiner beruflichen Zukunft zu regeln - aber dabei lasse ich mir alle Zeit der Welt. Erstmal bin ich weiterhin krank geschrieben; es läuft alles auf eine Berufsunfähigkeit im Bereich der Altenpflege hinaus.
    Wahrscheinlich werde ich in absehbarer Zeit nicht um eine Rehabilitation herumkommen. Eigentlich will ich das nicht - aber es wird mir sowohl von Seiten der Krankenkasse als auch der Rentenversicherung dringend dazu geraten. Denn im Rahmen so einer Reha wird dann auch festgestellt, in wie weit ich überhaupt arbeitsfähig bin. Als Diagnose steht bei mir ja nicht nur das Alkoholproblem; es geht ja noch viel weiter.
    Wie gesagt, das lasse ich alles auf mich zukommen. Mein Hausarzt hat diese Woche eh noch Urlaub und dann sehe ich weiter.
    Ansonsten geht es mir wirklich gut. Ich gehe jeden Tag spazieren - egal bei welchem Wetter. Vormittags mache ich ein bisschen was im Haushalt und ich kämpfe gegen meinen inneren Schweinehund bzgl. meines Sports. So ganz kann ich ihn noch nicht besiegen. Mal raffe ich mich auf und dann mal wieder habe ich echt keine Lust. Ein bisschen frustiert bin ich wg. meines Gewichts. Im letzen Jahr habe ich nach dem Trinkstop innerhalb kürzester Zeit 8 kg. abgenommen. Nun bin ich fast 6 Wochen trocken - habe meine Ernährung komplett umgestellt- und auf der Waage tut sich so gut wie gar nichts. Am besten ist wahrscheinlich, dass ich diese erstmal meide. Sonst wird der Frust noch größer.
    Komischerweise hatte ich am Montag nachmittag nach dem letzten Tagesklinik-Tag massiven Suchtdruck. Wochenlang ging das alles wirklich gut - Gedanken an Alkohol kamen und gingen - sie gehören ja auch zum Teil dazu. Doch am Montag wäre ich bald durchgedreht. In meinem Gehirn kreisten die Gedanken - und trotz des Einsetzens der gelernten Skills dauerte es wirklich sehr, sehr lange, bis die Gedanken sich wieder verflüchtigten.
    Zum Glück habe ich mich gleich mit Beginn der Tagesklinik für eine Aversivtherapie entschieden. Dadurch bin ich in solchen Situationen wirklich geschützt. Denn ich weiß, dass ich gar nicht trinken darf. Ansonsten würde es mir super schlecht gehen. Diese Therapie werde ich auch noch eine ganze Zeit fortführen.

    So, das war es erstmal wieder von meiner Seite. Liebe Grüße an Euch alle und einen schönen Abend wünscht Bianca :)

    Hallo Ihr Lieben,
    danke für Eure Beiträge.
    Also, als erstes möchte ich Euch mitteilen, dass ich noch immer in der Tagesklinik bin, diese Zeit aber dem Ende entgegen geht. Evt. ist schon in dieser Woche mein letzter Tag. Ich hatte am Freitag ein längeres Gespräch mit dem Pfleger der Station. Das hat mir sehr gut getan. Ich merke zur Zeit nämlich, dass die Tageskliniksituation mir jetzt so langsam auf die Nerven geht. So gut wie die Zeit für mich war - so viel wie ich in der kurzen Zeit gelernt habe - so langsam reicht es.
    Die Patientenzusammensetzung hat sich in den letzten 1 1/2 Wochen sehr verändert und es gibt unheimliche Spannungen zwischen den Männern. Da gehören verbale Aggressionen täglich mehrmals dazu.
    Das Problem ist halt, dass alle Patienten nachmittags ihrer Wege gehen aber doch für 6 Stunden am Tag gezwungen sind, auf engstem Raum miteinander zu "leben". Die Spannungen nehmen auf jeden Fall massiv zu und darüber habe ich auch mit dem Pfleger gesprochen. Mich selber belastet diese Situation, da ich solche verbalen Entgleisungen nicht gut annehmen kann. Ich bin zwar nicht direkt betroffen, kriege das Ganze aber ständig mit. Man kann sich halt auch wegen der Größe der Station gar nicht aus dem Weg gehen.

    Themenwechsel:
    Was meinen "Mann" betrifft, so ist das ein ziemlich schwieriges Thema.
    Über die Alkoholproblematik hat er sich noch nie informiert. Er hört mir natürlich zu, wenn ich versuche, ihm etwas verständlich zu machen, aber so richtig verstehen kann er das nicht. Ich kann da ein gutes aktuelles Beispiel bringen: Neulich kam er vom Hausarzt und hatte im Wartezimmer in einer Zeitung von einem neuen Medikament gegen Alkoholismus gelesen. Da waren seine Worte: "Dieses soll irgendwelche Glücksgefühle hervorrufen - da stand auch, dass das der Alkohol angeblich ja auch tut". Ich dachte, mich trifft der Schlag. Was erzähle ich ihm eigentlich immer? Egal ob von meinen Erfahrungen oder von der Therapie. Da merke ich dann wirklich, dass er gar keine Ahnung hat und auch keine haben möchte. Einfach Augen zu und durch.
    Was die Vorschläge bezüglich der vorhin beschriebenen Problematik betrifft, so danke ich Euch dafür sehr. Wenn ich jetzt erstmal wieder ganztags zu Hause bin, dann werde ich mich alleine um die Einrichtung meines Raumes im Hobbyraum kümmern. Da kann ich aus irgendwelchen Gründen nicht auf Unterstützung hoffen. Denn dieses ist schon seit April Thema bei uns, aber passiert ist bis heute nichts.
    Ich werde mich zu dem ganzen noch mal melden, muss jetzt aber erstmal Schluss machen. Heute ist Fussballturnier von meinem Sohn und ich stehe dann hinter dem Verkaufstresen. Sollte mal so langsam unter die Dusche springen. Bis dann und liebe Grüße von Bianca

    Hallo und guten Morgen,
    es ist noch ganz ruhig hier im Haus und so kann ich die Zeit mal wieder für einen kurzen "Lagebericht" hier im Forum nutzen.
    Erstmal stelle ich mir immer die Eingangsfrage: "Wie geht es mir?"
    Die Antwort lautet: "Sehr durchwachsen".
    Mal geht es mir ganz gut, dann wieder schlägt meine Gedanken- und Gefühlslage um und es geht mir schlecht. Viele Dinge kreisen in meinem Kopf rum. Und immer wieder geht es dabei um das Thema Beziehung.
    Im Nachhinein betrachtet weiß ich nun, dass ich im letzten Jahr nicht hätte wieder zur Familie ziehen dürfen. (Zur Info: Ende 2003 bin ich ausgezogen - Trennung - Scheidung. Die Kinder blieben bei ihrem Vater) Mit dem "wieder hier einziehen" haben sich so viele Dinge für mich zum negativen verändert - das alles macht mir schwer zu schaffen.
    Wir hätten es im letzten Jahr bei zwei getrennten Wohnungen belassen sollen - das wäre für uns alle das Beste gewesen. Aber nicht ohne Grund gibt es diesen Satz: Im Nachhinein ist man immer schlauer.
    Das ich so sehr unter der hiesigen Situation leide hat mehrere Gründe: Erstmal habe ich fast 5 Jahre alleine gewohnt. Ich hatte zwar einen Partner - (auch wir haben das Zusammenleben mal ausprobiert und es hat auch da nicht funktioniert) - aber ich hatte halt meine eigene kleine Wohnung. Und wenn ich eines in diesen 5 Jahren gelernt habe, dann ist es das Alleinsein. Ich bin sehr gerne alleine und genieße die Ruhe um mich herum. Dann kann ich stundenlang lesen - oder auch mal Fernsehen schauen - ich muss auf keinen Rücksicht nehmen und mich mit niemanden absprechen.
    Das ist natürlich heute in einem 4 - Personen Haushalt kaum möglich.
    Diese Situation belastet mich ganz massiv.
    Nun habe ich mir angewöhnt, abends so gegen 20.00 Uhr ins Bett zu gehen - da habe ich meine Ruhe und kann lesen. Seit kurzem kriege ich von Seiten meiner Männer deswegen Vorwürfe zu hören. "Kannst du nicht mal mit uns Fernsehen?"; "wir möchten auch mal einen Abend mit Dir hier sitzen". Die Situation ist für mich mittlerweile fast unerträglich geworden.

    Bis vor 5 Wochen war der Alkohol mein Fluchtweg in dieses dringend benötigte Alleinsein. Immer wenn ich getrunken habe, habe ich mich auf den Balkon gesetzt und wurde von den anderen in Ruhe gelassen.
    Nun gehe ich früh ins Bett, lese und genieße auf diesem Wege das Alleinsein. Und auch das ist der Familie nicht recht.
    Ich bin nun mal ein Mensch mit einem ausgeprägten Ruhebedürfnis. Ausserdem bin ich nervlich nicht sehr belastbar. Bisher bin ich immer weit über meine Grenzen gegangen. Und als Mittel zum Zweck gab es den Alkohol.
    Nun versuche ich mein Leben zu verändern - kein Alkohol mehr - aber die Veränderungen sind anscheinend im Rahmen eines Familienlebens nur mit einem permanenten schlechten Gewissen durchsetzbar. Das kann es doch auch nicht sein. So ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis ich das Mittel zum Zweck wieder einsetze.
    So, nun ist es erstmal genug. Egal wie oft ich mich mit diesem Thema auseinandersetze, ich finde zur Zeit keine Lösung der Problematik.
    Muss ich tatsächlich erst wieder ausziehen? Da könnte ich gar nicht mit Leben. (Das Gewissen gegenüber meinen Kindern)

    Nun werde ich erstmal einen Kaffee trinken und eine Zigarette rauchen.
    L.G. an alle und einen hoffentlich schönen Sonntag. Bianca

    Puh, einmal tief durchatmen.
    Bin gerade erstmal in den Hobbyraum an unseren PC geflüchtet. Hatte gerade das Gefühl, dass alle gleichzeitig was von mir wollen. Mama hier, Mama da, Bianca hier, Bianca da.....
    Das sind immer die Momente, in denen ich am liebsten davonlaufen würde.
    So laufe ich zwar nicht davon, gehe aber erstmal auf Tauchstation. Immer raus aus der Situation. Das alleine bringt mir schon unheimlich viel. Mein Stresslevel ist relativ schnell wieder unten (so wie jetzt).
    Wie geht es mir? Bis auf solche immer wiederkehrenden Situationen wie soeben wirklich ganz gut. Die Therapie in der Tagesklinik geht so ganz langsam dem Ende entgegen. Morgen in 14 Tagen ist mein letzter Tag. Dann sind genau 6 Wochen rum. Auch wenn es jetzt wirklich ein wenig anstrengender ist (s. letzten Beitrag), so werde ich die letzten 14 Tage noch genießen. Jeder Tag dort ist wirklich klasse. Egal ob es die Therapie an sich ist - oder die Ergotherapie - oder die Physiotherapie (heute hatten wir Aqua-Fitness), alles macht Spaß.
    Nun merke ich so langsam wieder den hinter mir liegenden Tag. Ich bin super müde und werde mich jetzt in mein Bett begeben. Noch ein wenig lesen (die Ruhe genießen) und dann meine Selbsthypnose-CD hören. Danach schlafe ich mittlerweile traumhaft ein und auch durch.
    So, das war`s heute von mir. Einen schönen Abend noch an alle und liebe Grüße von Bianca :D

    Hallo Ihr Lieben,
    erstmal die Antworten auf Glenny`s Fragen:
    Am Donnerstag sind 4 Wochen in der Tagesklinik vorbei. Normalerweise geht das Ganze so 6 Wochen, in Ausnahmefällen auch mal 8 Wochen. Ich habe bezüglich eines Entlassungstermins noch kein Datum mitgeteilt bekommen. Wenn es nach dem Personal geht, soll ich die 6 Wochen voll machen. Ich selber muss ab Morgen aber erstmal sehen, wie es mir anschließend zu Hause ergeht. Denn seitdem ich dort jeden Tag hinfahre, (übrigens sind es so ca. 18 km. bis in die Stadt, die Krankenkasse bezahlt aber das Spritgeld) musste ich erst an den beiden ersten Tagen das Ganze mit den Kindern etc. managen. Dann kamen die Herbstferien und in der letzten Woche war mein "Mann" zu Hause. Da hatte ich also morgens und mittags keinen Stress. Ab Morgen läuft das nun wieder anders. Mein Mann fährt um 5.30 Uhr zur Arbeit - den "Kleinen" muss ich dann zu meinen Eltern bringen, den "Großen" nehme ich auf dem Weg zur Klinik mit und setze ihn an der Schule ab.
    Und wenn ich mittags nach Hause komme, dann geht es nun sofort an die Hausaufgaben etc. Die Tagesklinik geht übrigens von 8-14 Uhr. Am Donnerstag etwas länger wg. der Chefarztvisite, am Freitag bis 13 Uhr. Jetzt muss ich also erstmal die nächsten 1-2 Tage abwarten. Sollte das alles zu stressig für mich werden, dann muss ich mir weitere Gedanken machen.
    Ansonsten geht es mir wirklich gut und ich bin echt froh, dass ich die Krise in dieser Woche gut überstanden habe.
    Nun ist das Wochenende also auch schon wieder vorbei und mir fällt gerade ein, dass ich noch Hausaufgaben für die Tagesklinik machen muss. Vielleicht mache ich die heute Abend noch oder aber Morgen sehr früh. Da ich zur Zeit ja meistens eh sehr früh aufstehe würde das dann auch noch reichen. Ich werde es mir auf jeden Fall gleich mal anschauen.
    So, ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend.
    L.G. von Bianca :D

    Hallo Glenny, natürlich erinnere ich mich an Dich.
    Wie mein Titel schon aussagt, freue ich mich auch, dass ich wieder im Forum bin.
    Ich möchte jetzt einfach mal ein bisschen von der vergangenen Woche berichten; die war nämlich zwischendurch ziemlich heftig.
    Ich hatte ein absolutes Tief und habe 2 Tage nur geheult. Das ganze fing am Dienstag an; ich dachte echt, dass ich mich gar nicht mehr beruhigen kann. Am Mittwoch ging das durchweg so weiter und ich bin wirklich froh, dass ich in der Tagesklinik die richtigen Ansprechpartner hatte. Erst am Donnerstag stabilisierte ich mich wieder und hatte auch wieder positivere Gedanken. Ich fühlte mich so elendig - aber das Ganze hatte natürlich auch etwas sehr befreiendes.
    Tagesklinik ist wirklich das heftigste, was ich bisher im Rahmen meiner Suchterkrankung unternommen habe. Es wird so viel und so intensiv an dem Thema gearbeitet - es kommt gedanklich und gefühlsmäßig so viel ins Rollen - das beschäftigt mich natürlich auch noch nach "Feierabend". Solche Reaktionen wie bei mir gehören da einfach dazu.
    Naja, es geht mir jetzt wieder gut und das Wochenende gestaltet sich widererwartend im Familienkreis sehr harmonisch. Heute Vormittag waren wir vier in der Stadt und haben Klamotten für die Kids gekauft. Ausserdem waren wir auf dem Wochenmarkt - das finde ich immer mal sehr entspannend. Leckere Äpfel etc. probieren und kaufen. Am Nachmittag war ich 1 Stunde mit dem Hund spazieren. Das hat mir sehr gut getan. Jetzt steht gleich gemeinsames Fernsehschauen auf dem Programm und dann gehe ich wie immer ziemlich früh ins Bett. Ich brauche abends mein Buch, meine Ruhe und kurz vorm Schlafengehen neuerdings auch meine Selbsthypnose CD.

    Ich wünsche allen ein stressfreies Wochenende und melde mich bald wieder. L.G. Bianca :)

    Nun ist es an der Zeit, dass ich mal wieder ein bisschen von den letzten Tagen berichte.
    Wie geht es mir zur Zeit?
    Es gibt ganz unterschiedliche Phasen. Mal geht es mir wirklich gut und dann mal wieder bin ich sehr niedergeschlagen. Meine Stimmung wechselt häufig.
    Ich bin nach wie vor in der Sucht-Tagesklinik. Es tut mir unheimlich gut, dass ich mich nun endlich mal intensiv mit der Sucht auseinandersetze. Dagegen war die ambulante Therapie im letzten Jahr gar nichts.
    Es kommen natürlich auch Erkenntnisse zum Vorschein, die ich am liebsten verdrängen würde. Aber darum geht es nunmal in Zukunft: Die Dinge nüchtern auszuhalten und anzugehen. Es ist kein einfacher Weg, dessen bin ich mir bewusst.
    Zur Zeit bearbeiten wir gerade in der Therapie die beiden Wege: Suchtautobahn und abstinenter Weg.
    Wir setzen uns ohne Einschränkungen mit beiden Wegen auseinander und es werden wirklich alle Seiten der Sucht beleuchtet. Es ist ja nicht nur alles schlecht - sonst hätte sich die Sucht erst gar nicht entwickelt. Wir sprechen über die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Sucht. Wie gesagt, so intensiv habe ich mich noch nie mit der Sucht auseinandergesetzt.
    Es ist nicht einfach, die gewonnenen Erkenntnisse erstmal auszuhalten und Wege zur Veränderung zu finden. Manchmal habe ich gerade das Gefühl, dass mein Gehirn gar keine Pause mehr macht. Es denkt und denkt und denkt. Und meine Seele fühlt und fühlt und fühlt. Echt heftig.

    Zumindest versuche ich, soviel wie möglich für mein Wohlbefinden zu tun. Täglich ein ausgiebiger Spaziergang - das ist ein Muss! Auch wenn ich manchmal meinen inneren Schweinehund überwinden muss - anschliessend fühle ich mich richtig gut.
    So, ich könnte noch ewig weiterschreiben. Habe aber gerade richtig Lust auf eine Zigarette. Dann werde ich mich jetzt mal auf den Balkon begeben.
    L.G. und bis demnächst
    Bianca

    Auch heute möchte ich kurz "Hallo" sagen und von meinem Tag ein wenig berichten.
    Erstmal begann der Tag wirklich gut, denn ich habe endlich mal wieder bis heute Morgen durchgeschlafen. Dementsprechend fühlte ich mich gleich wesentlicher besser als in den letzten Tagen, wo ich doch zwischendurch immer mal wieder von starker Müdigkeit geplagt wurde.
    Ich hatte heute keinen Tiefpunkt - im Gegenteil, auch nach der Therapie, die Donnerstags immer länger als üblich dauert (wg. der Chefarztvisite), hatte ich noch richtig Lust auf einen strammen Spaziergang. So war ich also noch 1/2 Stunde draußen und das hat mir richtig gutgetan. Ich liebe den Herbst; gerade wenn einem der Wind so richtig ins Gesicht pustet. Ich fühle mich dann immer richtig frei.
    Insgesamt geht es mir wirklich gut; ich freue ich mich jeden Morgen auf den Tag und das ist ein schönes Gefühl.
    Natürlich weiß ich auch, dass noch ein ganzes Stück Arbeit vor mir liegt. Für mich selber mache ich zur Zeit noch eine Hypnosetherapie. Da habe ich so alle 14 Tage einen Termin. Letztes Mal hatte ich die Testhypnose und nächsten Mittwoch geht es dann richtig los.
    Ansonsten ist hier Beziehungsarbeit angesagt. Da läuft seit einiger Zeit so einiges aus dem Ruder. Mein "Mann" und ich können uns leider gegenseitig nicht das geben, was jeder braucht und was jeder sich unter einer glücklichen Beziehung vorstellt. Mittlerweile habe ich erkannt, dass, sollte sich die Beziehung nicht in absehbarer Zeit bessern, alles erneut auf eine Trennung hinausläuft. Denn mein Suchtproblem hängt unmittelbar mit der Beziehungsproblematik zusammen. Und die dauerhafte Abstinenz hat für mich nun oberste Priorität.
    So, nun knurrt mein Magen - Zeit, auch mal ans Abendessen zu denken.
    Schönen Abend an alle und L.G. von Bianca