nun ja, zunächst wirst Du Dich in ein Krankenhaus oder in eine speziellen Einrichtung zur Entgiftung begeben. Wo das ist kann ich Dir nicht sagen, möglicherweise gibt es hier für die BW eigene Institutionen.
Dort wirst Du wahrscheinlich viele Leute treffen, die Du vom Äusseren her ablehnen wirst. Wahrscheinlich werden einige von denen auch mit Dir auf einem Zimmer schlafen. Dies ist für viele Leute, die sich noch nicht ganz auf dem Tiefflug befinden ein grosses Problem und häufig werden die Entgiftungen im selben Moment wo man das Krankenzimmer betritt wieder abgebrochen, weil man sich vor den Mitpatienten ekelt. Beziehe das bitte mit in Deine Überlegung mit ein. Wenn Du Dich hierfür nicht in der Lage siehst, ist es besser wenn Du da erst gar nicht hingehst.
Zunächst wirst Du auf einer Entgiftungsstation von Kopf bis Fuss untersucht, was Du von der Bundewehr ja kennen dürftest. Danach wird entschieden ob Du einen medikamentösen Entzug machen kannst oder ob man es erst mal mit einem "kalten" Entzug bei Dir probiert. Die Entgiftung dauert in der Regel 2-3 Wochen. In dieser Zeit wirst Du über die Alkoholkrankheit ausreichend informiert, was leider die meisten nicht von späteren Rückfällen abhält. Deswegen solltest Du gleich eine Therapie anstreben. Die Weichen hierzu können auf der Entgiftungsstation gestellt werden. In seltenen Fällen gehen die Patienten direkt von der Entgiftung in eine Therapie über. Möglicheweise sogar in der selben Klinik.
Während der Entgiftung wird häufig von den Patienten erwartet, dass sie bestimmte Aufgaben übernehmen. Bsp Essen an Mitpatienten verteilen, Raucherraum sauber machen, etc. pp. Aber das dürftest Du von der Bundeswehr her als Revierreinigen kennen. Manche dieser Dienste sind täglich gefragt andere wöchentlich. Dies ist allerdings nicht in jedem Krankenhaus gleich. Du kannst also nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen. Wenn Du nicht deutlich rückfallgefährdet oder selbstmordgefährdet bist, kannst Du schnell Ausgang kriegen, so dass Du Dich zumindest auf dem Klinikgelände frei bewegen kannst. Es könnte auch sein, dass Du z. B. alle persönlichen Gegenstände wie die Geldbörse, Feuerzeug etc. pp. abgeben musst, damit für Dich und andere keine Gefahr ausgeht. Solche Dinge gibt es, muss aber nicht sein.
Möglicherweise hat die Bundeswehr hier aber eigene vorzeigbarere Entzugsstationen, wo Dir das ein-oder andere erspart bleibt. Hierzu musst Du mit dem zuständigen Truppenarzt mal reden.
Ich wollte Dich hier nicht von einer Entgiftung abschrecken, aber überlege Dir ob Du jetzt schon dazu bereit bist Dich in eine solches Umfeld zu begeben, bevor Du am ersten Tag wieder Reissaus nimmst, was Dir Dein Abeitgeber u. U. mit der Kündigung belohnen würde...