Beiträge von oldie

    Darf ich in eurem Bunde die 3.,4.,5.... sein?

    Wofür ich diesem Forum wirklich dankbar bin, ist die Möglichkeit zu lesen, welch einheitliche Verhaltensmuster diese Sucht im Menschen auslöst.

    Ohne dieses Forum würde ich immer noch darüber grübeln, ob und inwieweit ich Schuld am Trinken habe.

    Und ich kann inzwischen keine Trinkenden, keine Bierflaschen in der Hand, keinen Bierdunst und keine Betüdelten mehr ausstehen. Ich fühle dann Panik aufsteigen.

    Ich möchte niemanden hier überzeugen, ich möchte nur mir helfen.

    Wenn mir mein nun kürzlich trockengelegter Alki-mann sagt, ich dürfe keine Erwartungen in seine zukünftige Trockenheit haben, weiß ich woran ich bin.

    Erwartungen an einen Partner zu haben,empfinde ich als das Normalste auf der Welt. Warum soll ich bei einem trockenen Alkoholiker Ausnahmen machen? Soll ich wieder dem Muster der Cos entsprechen?

    Ob meinen Erwartungen allerdings entsprochen wird, ist eine andere Sache. Aber dann weiß ich, was ich zu tun habe.

    Ich bekomme Panik, wenn ich an die Feuchtbiotope der letzten Jahre denke.

    Ich finde, es geht hier teilweise um Spitzfindigkeiten.

    Ich empfinde, die Abwehrhaltung gegen eine Erwartung von Angehörigen an den Trockenen nun Trockenzubleiben wiederholt die Verhaltensmuster des nassen A.

    Ich möchte niemanden überzeugen, ich möchte niemandem helfen außer mir selbst.

    Eine nötige Ergänzung:

    Dieses kommunikative Nicht-Verhalten solange eine Ansicht oder ein Verlangen zu wiederholen ohne besondere Argumente zu geben und ohne mir zuzuhören oder gar zu realisieren, dass ich andere Ansichten habe, war außerordentlich verstörend.
    Das heißt, mein Alko-mann labberte bis ich zustimmte, Das Verlangen nach bedingungsloser Zustimmung und "ehrlicher" Überzeugung meinerseits gab es in den "nassen" und den "nüchternen" Phasen.

    Eine nötige Ergänzung:

    Dieses kommunikative Nicht-Verhalten solange eine Ansicht oder ein Verlangen zu wiederholen ohne besondere Argumente zu geben und ohne mir zuzuhören oder gar zu realisieren, dass ich andere Ansichten habe, war außerordentlich verstörend.
    Das heißt, mein Alko-mann labberte bis ich zustimmte, Das Verlangen nach bedingungsloser Zustimmung und "ehrlicher" Überzeugung meinerseits gab es in den "nassen" und den "nüchternen" Phasen.

    Es ist doch ein existentielles Bedürfnis verstanden zu werden und für mich auch zu verstehen.

    Ich jedenfalls führte keine endlosen Gespräche, um meinen Alkoholiker zur Einsicht zu bringen oder ihn zu irgendetwas zu bewegen. Dass da kein Weg hinführte, war nach ein paar Mal für mich eindeutig und klar. Vielleicht sind doch nicht alle Cos gleich strukturiet - und Co muß ich wohl sein, sonst wäre ich doch nicht so ewig lange in dieser Beziehung. Und ohne Co gibt es keinen Säufer, heißt es doch.

    In der tropfnassen Zeit meines Alkoholikers war es aber so, dass ich ab einem gewissen Pegel beschwafelt wurde, und der einzige Vorwurf an mich im Rahmen der Paargespräche bei der Suchtberatung war, dass ich nicht bereit sei, mir "seine" großen Probleme (welche das sind, wurde mir nie klar, außer dass es meiner Meinung nach Probleme waren, die mit der Sucht zusammenhingen. Aber das gab es ja nicht *g*- diese Sucht!) -anzuhören und davon überzeugt zu werden. Es wäre sehr wichtig gewesen, ihm in allem zustimmen - bloß, es ist mir nie klar geworden, was das Thema gewesen ist.
    Ja, mein Alkoholiker wünschte die sofortige und wiederholte und ausdrückliche Zustimmung und Bestätigung.


    Also eine Kommunikation, die das Wort nicht verdient und die auf beiden Seiten in der Sackgasse endete.

    Nun, ich soll bei mir bleiben, wird es heißen.
    Kurz gesagt, ich fühlte mich durch diese Egozentrizität verarscht.

    Meine Einstellung.

    Ich erwartete früher, dass ein Mensch (mein Mann), dem ich vertraue, mich nicht belügt und betrügt. Diese Erwartung und dieses Vertrauen war illusorisch.

    Das war bevor ich erkannte, er ist süchtig.

    Nun erwarte ich, dass er seine innerhalb einer Stunde organisierte Therapie (nachdem er erfahren hat, dass ich in meine bereits vorhandene neue Wohnung ausziehen werde) durchziehen wird und trocken bleibt.

    Ich weiß mit gr. Sicherheit, dass das ebenso illusorisch sein wird, wie meine frühere Erwartung, dass jeder sein bestes zu einer gelungenen und glücklichen Partnerschaft beiträgt.

    Ich vermute auch, dass ich nicht erwarten darf, dass diese Einstellung hier besonderen Anklang finden wird.

    Ich hole diesen alten Thread wieder hervor und möchte dein freundliches Angebot "Was ihr schon immer wissen wolltet" annehmen.

    Die Frage, die ich habe, ist hier soviel ich weiß, noch nicht behandelt worden.

    Ich möchte von einem persönlichen AHA-Erlebnis ausgehen. Vor einigen Jahren oder Jahrzehnten habe ich beim Küchensaubermachen ein paar Mal stehengebliebene alkoholische Reste ausgetrunken und bemerkt, wie viel leichter und entspannter die Arbeit dadurch wurde.
    Nach dem 2. oder 3. Male dachte ich mir "Ich bin doch verrückt - das ist doch der beste Weg in die Abhängigkeit".

    Wenn mein Mann zu dieser Zeit ähnliche Gedanken gehabt hätte, dann wäre ihm (und mir) vieles erspart geblieben.

    Haben Alkoholiker in ihrer langen Phase, die den Übergang vom nicht abhängigen Gewohnheitstrinker zum Trinker begleitet, nicht Gedanken dieser Art?
    Glauben sie tatsächlich, dass sie die Ausnahme darstellen?

    Zitat

    Genau das ist aber das Ziel dieses Forums: dass wir lernen, für uns ein zufriedenes Leben zu erarbeiten. Und dazu gehört zwingend die Abgrenzung von dem, was uns nicht gut tut.

    Richtig, die Abgrenzung davon, was mit unseren Tieren geschieht (13 Hennen, 5 Enten, Katze, Hund) tut mir nicht gut.

    Dieses Selbsthilfeforum dient nicht dazu Grundlagen zu hinterfragen, sondern die Teilnehmer sollen nur eigene Erfahrungen wiedergeben bzw. spiegeln.

    Nun, gerade das half mir (insbesondere die Schilderungen der Trockenen, wie sie ihre nasse Vergangenheit sahen und die Schilderungen von Angehörigen über das Verhalten des Alkoholikers) das rätselhafte Verhalten meines Alko-Mannes zu verstehen. Es ist denen, die an dieser Suchtkrankheit offensichtlich nicht klar, wie ein Außenstehender, der keine Ahnung davon hat, im Nirvana herumschwimmt. Es half mir jedenfalls aus der Rolle des erstarrten Kaninchens, das gebannt auf die Schlange starrt, herauszukommen und die Rolle des unbeteiligt Analysierenden einzunehmen.

    Das Nichthinterfragen von Grundlagen ist mir als Naturwissenschaftlerin naturgemäß sehr fremd und erinnert mich eher an eine Religionsgemeinschaft, bei der ich auch keineswegs gewillt bin, trotz einiger für mich positiven Erkenntnisse, Glaubenswahrheiten nachzubeten.

    Bei Interesse kann nach "Anton Prokschinstitut Co-abhängigkeit ein hilfreiches Konzept" gegoogelt werden.

    Die Vorführung ins gelungen!

    Allerdings kommt die abwertende Sprache in der Auflösung, die beim Provozieren ihre Funktion haben mag, für mich schlecht rüber. (Ist der Ausdruck "Meute" tatsächlich nötig?) Ich finde diese Sprache, die doch auch Ausdruck der eigenen Einstellungen bedeutet, kontraproduktiv.

    Liebe Reset!

    Zitat

    Und wie verhalte ich mich am besten meiner Mutter gegenüber?
    Das macht mir doch große Kopfzerbrechen. Und ein "richtiges" Bauchgefühl habe ich dazu auch noch nicht gefunden. Sie ist ja Co.A als Ehefrau von IHM und auch diese Erkenntnis hat sie letztendlich wieder mir zu "verdanken".

    Auch ihr gegenüber spüre ich oft eine Wut in mir, die ich mich nicht traue so recht rauszulassen. Denn ich liebe meine Mutti wirklich sehr und vermisse sie immer schon sehr stark. Sie hat sich immer liebevoll um mich gekümmert, wenn es mir nicht gut ging. Und jetzt geht es ihr selbst eben auch nicht gut und ein bischen fühle ich mich daran schuldig. Da ich es ja war, die alles aufgewühlt und ins Rollen gebracht hat.

    Jetzt haben wir uns schon einige Wochen nicht gesehen und telefonieren aber oft. Und immer wenn das Thema "Alkoholkrankheit von IHM" aufkommt (und das haben wir natürlich IMMER) - werde ich richtig wütend auf SIE? Verstehe das oft selbst nicht und ich will IHR das auch nicht antun, das ich sie jetzt auch noch im Stich lasse.

    Fühle mich nur so verkehrt, wenn ich meiner Mutter Tipps gebe. Das habe ich ihr auch schon gesagt. Aber wirklich aus meiner Haut kann ich da trotzdem nicht. Und dann bin ich wieder sauer auf Sie!?

    Ich schreibe nun aus der Position deiner Mutter - weil ich mich in einer ähnlichen Position befinde.

    Deine Wutgefühle entsprechen den Wutgefühlen, die gegenüber dem Alkoholkranken aufkommen. Man wüßte ja, was er tun müßte, er tut es aber nicht. Du weißt auch, was deine Mutter tun müßte - zumindest sich sehr gut abgrenzen und auf sich schauen - Aber auch du solltest dich gegenüber deiner Mutter emotional besser abgrenzen, denn das "Mitleiden" zieht dich herunter. Wenn deine Mutter und du ein so gutes, einander verstehendes Verhältnis habt, dann wird sie verstehen, wenn du klar sagst, was du fühlst und warum du es fühlst und dass du Gespräche, in denen "Er" das Hauptthema sind, nicht mehr ertragen kannst. Das ist kein in Stich lassen, deine Ratschläge kennt sie und auch, wenn sie sie nicht befolgt oder glaubt, sie nicht befolgen zu können, können sie doch in ihr weiterwirken und Veränderungen auslösen. Ich empfinde es nicht als falsch sondern bin froh, wenn meine Tochter mir Ratschläge erteilt.

    Deine Mutter wird dich verstehen, da bin ich mir sicher und zumindest versuchen, dich nicht mehr als "Anjammerpartner" zu mißbrauchen. Das Thema "Er" wird jedoch immer wieder aufkommen, denke ich mir, dann würde ich aber jedesmals meinen Standpunkt wiederholen ohne einen Zweifel aufkommen zu lassen, wie wichtig das für dich ist.