Es ist doch ein existentielles Bedürfnis verstanden zu werden und für mich auch zu verstehen.
Ich jedenfalls führte keine endlosen Gespräche, um meinen Alkoholiker zur Einsicht zu bringen oder ihn zu irgendetwas zu bewegen. Dass da kein Weg hinführte, war nach ein paar Mal für mich eindeutig und klar. Vielleicht sind doch nicht alle Cos gleich strukturiet - und Co muß ich wohl sein, sonst wäre ich doch nicht so ewig lange in dieser Beziehung. Und ohne Co gibt es keinen Säufer, heißt es doch.
In der tropfnassen Zeit meines Alkoholikers war es aber so, dass ich ab einem gewissen Pegel beschwafelt wurde, und der einzige Vorwurf an mich im Rahmen der Paargespräche bei der Suchtberatung war, dass ich nicht bereit sei, mir "seine" großen Probleme (welche das sind, wurde mir nie klar, außer dass es meiner Meinung nach Probleme waren, die mit der Sucht zusammenhingen. Aber das gab es ja nicht *g*- diese Sucht!) -anzuhören und davon überzeugt zu werden. Es wäre sehr wichtig gewesen, ihm in allem zustimmen - bloß, es ist mir nie klar geworden, was das Thema gewesen ist.
Ja, mein Alkoholiker wünschte die sofortige und wiederholte und ausdrückliche Zustimmung und Bestätigung.
Also eine Kommunikation, die das Wort nicht verdient und die auf beiden Seiten in der Sackgasse endete.
Nun, ich soll bei mir bleiben, wird es heißen.
Kurz gesagt, ich fühlte mich durch diese Egozentrizität verarscht.