Beiträge von Manfred

    Hallo,
    wer einen weiterführenden, vertiefenden, systemischen Blick in das Thema "Abhängigkeiten" "riskieren" möchte, dem empfehle ich das Buch "Im Zeitalter der Sucht" von Anne Wilson Schaef.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich lese es nach 15 Jahren jetzt gerade nochmal neu.

    Vieles über mein Verhalten in den letzten Jahren und auch meine Überlegungen im heute finde ich in dem Buch wieder.

    Im Kern läuft es für mich auf folgende Frage hinaus:

    Wie kann ich unabhängig von den mich umgebenden Strukturen meine Gefühle und Bedürfnisse leben?

    Und auch bei den Erkenntnissen in diesem Buch gilt wieder:
    vom Wissen zum ändern des Verhaltens ist es oft ein weiter Weg ...

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Karotte,
    das mit den spezifischen Ideen für eine Veränderung ist ja i.d.R. sehr individuell.

    Aber da hier gerade Buchtipps abgegeben werden ...
    Hier ist meiner: "Liebe Dich selbst und freu Dich auf die nächste Krise". Von Eva-Maria Zurhorst.
    Habe ich mir erst vor ein paar Tagen gekauft und bin somit ganz am Anfang ... da stehn ne Menge guter Gedanken drin ...

    Ausserdem beginne ich gerade mit einer (Trauma)-Therapie um nochmal einige lebengeschichtliche Dinge aufzuarbeiten.

    Dir alles Gute und liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Spes,
    gerne gehe ich noch mal auf das „Umarmen“ und „Drücken“ ein:

    Ich habe für meine bevorzugte „Halbdistanz“ zwei wesentliche Gründe:

    1. Ich lasse mir nicht gerne die Gefühle von anderen Menschen überstreifen oder mich von ihnen vereinnahmen.
    2. Ich mache mich lieber erstmal mit meinen Gefühlen vertraut. Das dauert manchmal ein bisschen …

    Bei Matthias mache ich eine Ausnahme ;) Den kenn ich schon etwas länger, den mag ich und dem vertraue ich :D

    Liebe Grüße
    Manfred

    Lieber Matthias,

    ich bin nicht so der große „Umarmer“ ;)

    Mir geht es mit dem „Drücken“ und „Umarmen“ häufig ein bisschen zu schnell. Mein Eindruck ist, dass damit auch Gefühle sehr schnell zugedeckt werden können.

    Ich bevorzuge für mich eher die „Halbdistanz“ (das hat sicher auch mit meiner Geschichte zu tun).

    Ich setzte mich gern zu Dir. Höre Dir gerne zu. Fühle mit Dir. Lache mit Dir :lol: Weine mit Dir :cry:

    Liebe Grüße :D
    Manfred

    PS: Als ich von der Einsamkeit Deiner Exfrau sprach, meinte ich ihre innere Einsamkeit

    Lieber Mattias,
    ich fühle mit Dir, Deinen Kindern ... und auch mit Deiner Exfrau.
    Wie einsam muss sie gelitten haben ...

    Du erzählst das auf so eine tragikomische Art und Weise. Das macht es besonders anrührend.

    Ich bin dankbar, dass ich erkennen durfte, dass ich Alkoholiker bin und dass ich die Chance bekommen habe, etwas Anderes, Neues zu leben.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Martha, lieber Matthias, liebe Alle,

    mein Erstgespräch bei der Traumatherapeutin hat mir gut gefallen. Ich habe die Atmosphäre als vertrauensvoll und insgesamt sehr angenehm empfunden.
    Seit mir mein idealisierter Anspruch an alle meine Bezugspersonen (letztlich an mir selbst) bewusst ist, kann ich auch die eine oder andere „Unzulänglichkeit“ besser annehmen.

    Da ich mich vor längerer Zeit auch beruflich im therapeutischen Umfeld bewegt habe, ist es für mich nicht mehr so besonders, dass ich auch für mich therapeutische Hilfe in Anspruch nehme. Ich habe bisher, aus unterschiedlichen Gründen, nur nicht den geeigneten Therapeuten gefunden. Ob ich jetzt die „richtige“ Bezugsperson gefunden habe, dass werden die weiteren Gespräche zeigen. Für heute habe ich jedenfalls ein gutes Gefühl.

    Zum Dirigenten/ Kapitän:
    Bisher war es bei mir so, dass ich ein sehr strenger Dirigent war. Wer nicht genau nach meinen Anweisungen gespielt hat, der durfte nicht mehr mitspielen. Aus dem Takt kommen oder eine „falsche“ Melodie spielen habe ich nicht akzeptiert.
    Die Begründung war für mich immer: Das Ziel einer gelungenen Gesamtinszenierung ist sonst gefährdet.
    Das Ziel lautete: heitere Gelassenheit.

    Heute erkenne ich langsam, dass dieses kopfgesteuerte Inszenieren nicht der richtige Weg ist. Das Ergebnis war häufig eher eine heisere Gelassenheit (sorry, das Wortspiel bot sich irgendwie an …).

    Zukünftig möchte ich einen anderen Weg gehen. Inspiriert durch den Austausch hier im Forum.

    Mir gefällt die folgende Vorstellung sehr gut:

    Ich möchte gern ein liebevoller, wertschätzender Dirigent oder Kapitän oder steuerndes Selbst sein, der jedes Instrument wertschätzt, unabhängig davon wie gut oder schlecht es gerade spielt.
    Ich möchte gerne allen meinen Instrumenten die Möglichkeit zur Entfaltung bieten.

    Wie das gelingen kann, dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Mir gefällt der Ansatz der Stille sehr gut. Und zwar in verschiedenen Ausprägungen. Entspannend zu Hause oder aber auch im Laufen.
    Mit dem Laufen habe ich schon mal gute Erfahrungen gemacht. Es ist so eine Art therapeutisches Laufen. Mit der Aufmerksamkeit nach innen gerichtet. Ich habe auch schon Mal die Augen beim Laufen zu gemacht (nur bei bekannter Strecke geradeaus;-)) Ein tolles Gefühl.

    Leider habe ich dann irgendwann wieder aufgehört zu Laufen. Ich hätte gern jemand zu Mitlaufen gehabt, konnte aber niemanden finden.

    Heute ist mir klarer, dass wenn ich etwas für mich tun will, dann kann ich mich nicht abhängig davon machen, ob jemand anderes zufällig das Gleiche machen will.

    Und es ist mir auch klarer, dass es um Regelmäßigkeit geht. Quasi als liebevolles, wiederkehrendes Ritual. Nur für mich und meine Instrumente.

    Die Vorstellung, dass sich durch ein liebevolles Ritual und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle auch irgendwann meine äußere Welt verändert, finde ich sehr anziehend.

    Fehlt nur noch eins: Geduldig sein und nicht nach dreimal Laufen schon ein Wunder erwarten ;)

    @Mattias
    Sehr treffender Witz! Danke!

    Liebe Grüße
    Manfred

    Zitat

    stimmen die ^ gerade ihre instumente
    damit die sinfonie dann umso besser klingt

    Lieber Matthias,

    Ja, das wird es sein ;)

    Zitat

    ich mag das so sehr, wie Du Dich beschreibst....

    Liebe Martha,
    das freut mich sehr :D

    Zitat

    sag mal, hast Du eigentlich ein Kammerorchester oder eine ganze Symphonie ???????????

    Weiß ich noch nicht so genau. Könnte auch ne Bigband sein …

    Zitat

    Hauptsache Du bist ein guter Dirigent, Sir Simon Rattle probt auch noch vor jedem Auftritt!!!!!!!!

    Na ja, das Fernziel ist ja, das alles von alleine gut zusammenpasst. Die Musik ohne Kontrolle laufen lassen … Aber bis dahin ist noch viel zu tun …

    Zitat

    Ich bin gespannt, ob Du das Buch magst.

    Werde bei Gelegenheit drüber berichten.

    Zitat

    Der Vergleich mit dem Orchester ist wunderbar. Bitte, bitte schreibt weiter.

    Liebe Spes,
    freut mich, dass er Dir gefällt.

    Ich freue mich über jede/n, der/ die mitschreibt, mitspielt und mitliebt.

    Ich bin übrigens morgen bei einer Instrumentenstimmerin (Traumatherapeutin) zum Erstgespräch.
    Bin schon sehr gespannt, ob es „passt“.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Liebende,

    Ich freue mich sehr, dass es hier die Möglichkeit gibt zum Austausch, zur Vertiefung, zur Unterstützung.

    Jede/r mit ihre/seinen Möglichkeiten und Ressourcen, mit ihrer/seiner Geschichte, mit ihrem/seinem Fundament.

    Austauschen im Forum, Bücher lesen, SHG, Therapie, etc.: alles was ich dort lese, höre, fühle, erfahre, fällt dann auf mein Fundament, auf meinen Resonanzboden.
    Jeder hat sein eigenes Fundament, seinen eigenen Resonanzboden. Und bei jedem entsteht ein eigener Ton. Ein eigener Klang. Misstöne inklusive.

    Wenn ich also irgendetwas höre, lese, erfahre, dann löst das bei mir irgendeine Schwingung aus. Manchmal ist das ein Mitschwingen in dem Tonfall des Anderen, manchmal ist das ein „Gegentrommeln“. Als wenn das Gehörte nicht in meinen Rhythmus und meine Melodie integrierbar ist.

    Was ist denn überhaupt mein Rhythmus, meine Melodie?
    Sind die jeden Tag gleich? Ändern die sich täglich? Stimmt der Sound insgesamt? Mag ich den Sound?

    Also bei mir ist das so:
    Wie bei einem Orchester (ich hatte das Beispiel schon am 22.1.10 einmal gewählt):

    Mit allen möglichen Instrumenten. Viele kenne ich. Viele auch nicht.

    Im Moment bin ich in einer Phase in der alle auf einmal spielen. Ohne Rhythmus. Ohne Melodie. Kakophonie. Das ist furchtbar.

    Ich bin ständig, täglich, stündlich dabei diese Kakophonie in einen Rhythmus und eine Melodie zu bringen, die für mich stimmig. Einen Einklang herzustellen.

    Ich bin auf dem Weg alle Instrumente kennen zu lernen. Laute, Leise, Traurige, Lustige, Freudige …

    Was das mit „sich selbst lieben“ zu tun hat?

    Ich möchte jedes Instrument wertschätzen. Es annehmen. Darauf und damit spielen zu können.

    Wenn ich mit meinem „Orchester“ besser in Kontakt komme, dann gelingt es mir vielleicht auch besser mit anderen „Orchestern“ in Kontakt zu kommen. Etwas Gemeinsames zu spielen. Vielleicht nur für einen Moment. Vielleicht für länger.

    Ich wünsche Allen ein schönes Stück Musik, so wie es Euch gefällt. :D

    Übrigens, hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich ein Freund von Metaphern bin? ;)

    Liebe Grüße
    Manfred

    PS: Habe mir heute das Buch „Liebe Dich selbst und freue Dich auf die nächste Krise“ von Eva Zurhorst gekauft.

    Liebe espoir,
    vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich freue mich, dass Du wieder mitschreibst, mitredest. :D

    Zitat

    ich stelle mir häufiger die Frage, ob das denn auch unbedingt sein muss, ich meine dieses Einklang-mit-sich-selber-Gedöns, diese buddhistisch-spirituelle Sich-selbst-Beweihräucherungs-Orgie, die als theoretisches Ziel zu erreichen sicherlich lohnenswert erscheinen mag, angesichts der tagtäglichen Herausforderungen jedoch kaum nonstop anwendbar ist.

    Das ist sicher ein hoher Anspruch. Ich hatte ja versucht das in dem Begriff „Weltklassealkoholiker“ zusammenzufassen.

    Für mich ist es so:
    Je mehr ich mit mir, mit

    meinen Mustern
    meiner Brüchigkeit
    meiner Verletzlichkeit
    meinen Bedürfnissen nach Nähe, Schutz, Ruhe, Freude, Gelassenheit …
    mein Schreien, Lachen , Weinen …

    im Einklang bin, d.h. je mehr ich sie wahrnehme und mich um sie kümmern kann, sie zulassen kann, annehmen kann umso unabhängiger bin ich von äußeren Einflüssen.
    Oder anders: Je näher die Beziehung zu mir desto weiter die Entfernung zum Suchtmittel, zu anderen Abhängigkeiten.

    Wie schwierig und mühsam dieser Annäherungsprozess für mich ist, dass hast Du ja vielleicht in den vorangegangenen Beiträgen gelesen ;)

    Liebe Martha,

    Zitat

    Der alte Schmerz der hoch kommt zerreißt mich manchmal. Mittlerweile habe ich so viel Vertrauen bekommen, dass ich merke, wenn ich in das Gefühl gehe und die Tränen fließen lassen, dann beginnt es zu heilen. Es ist wie eine Wunde, aus der der Eiter einfach raus muss, damit sie heilen kann.

    Da habe ich offensichtlich noch viel zu weinen … :cry:

    Zitat

    Wie Du vielleicht gelesen hast, habe ich anfangen Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg zu machen.

    Ich habe das Buch auch. Und auch schon gelesen ;) Aber das ist ja ein Buch zum öfter Lesen ;)
    Das Zitat ist leider bei mir nicht mehr angekommen. Versuch es doch bitte mit eigenen Worten zu beschreiben oder sag mir bitte auf welcher Seite es steht ;)

    Euch beiden einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die Woche. Den ich auch Karl, Matthias und Ulrike wünsche. Eine Antwort auf Eure Beiträge und weitere Gedanken dazu demnächst.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Martha,
    ich möchte noch kurz nachtragen, wie sich Deine Worte für mich anhören, anfühlen.

    Ich finde sie gleichermaßen klar und verständlich wie warmherzig und tröstlich.

    Mir tut das gut. :D Vielen Dank.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Martha, lieber Karl,
    vielen Dank für Eure Gedanken und Anregungen.

    von Martha:

    Zitat

    ich glaube, wenn ich es schaffe über diesen Punkt hinweg zu kommen, dass ich meine Angst überwinde, mich zu zeigen wie ich wirklich bin, und mir keine Gedanken mehr darüber mache, wie ich wahr genommen werde oder was der andere denkt oder daraus macht, weil ich das Vertrauen in mich habe, das ich so wie ich bin "perfekt" bin, dann bin ich komplett bei mir, mit mir verbunden und in der so genannten Eigenliebe.

    von Karl:

    Zitat

    Liebe beginnt bei mir, wenn ich Macht brauche, wenn ich anderen Macht über mich erteile, dann muss ich mich beachten. Es geht um mich, um meine Liebe, mich kann niemand verletzen, ich kann das nur selbst.

    Zitat

    andere könnten mich psychisch, auch physisch madig machen, wenn sie es könnten. Ich konnte das immer nur bei Menschen die es zuließen. Andere können mich auch in ihre Projektionen einbeziehen und ihren Dreck auf mich übertragen, wenn ich es zulasse.

    Ich verstehe das. Ich kann das nachempfinden. Ich kann dem nachspüren.

    Ich habe das Vertrauen, dass ich so „perfekt“ bin, wie ich bin (noch) nicht. Ich bin nicht komplett bei mir, mit mir verbunden, mit meiner Eigenliebe.

    Ich weiß auch noch nicht, wie ich dahin komme. Bisher war es bei mir immer ein starkes Wollen. Ja, ich verstehe das und ich will das auch. Der Gedanke, dass es auch ein Dürfen gibt, der ist für mich neu.

    Wenn ich die Worte von Dir, Karl, lese, dann höre ich immer:
    Hier steht es doch wie es geht. Mach doch, wie ich es sage. Kapierst Du das denn nicht?!
    Ich höre: Meine Güte, das ist doch nicht so schwer. Ich habe Dir doch gesagt wie es geht.

    Für mich ist es offensichtlich schwer, vom Lesen, vom Verstehen, vom Nachspüren in das Umsetzen zu kommen.

    Ich weiß nicht, ob und wie es mir gelingt. Ich werde diesem Dürfen, diesem Nachspüren weiter nachgehen.

    Ich bin manchmal dicht vor der Resignation. Vor dem Aufgeben. Ich schaffe es einfach nicht mit mir im Einklang zu leben. Ich komme da nicht hin. Zu den trockenen Weltklassealkoholikern, die mit allen Wassern gewaschen sind. Da muss ich wohl noch in einige Trainingslager …

    Liebe Grüße
    Manfred

    Zitat

    es gibt diese Menschen, die konzentriert vor einem Glas sitzen und es schaffen das Glas zu besiegen, nicht zu trinken. Es gibt diese Menschen, irgendwann, alle verlieren, denn im Kampf gibt es keinen Sieger.

    Hallo Karl,

    Sollte ich zu diesen Menschen gehören, dann wird es so sein.

    Wer kann das wissen???

    Es gibt Menschen, die kapitulieren einmal und der Kampf gegen den Alkohol ist für sie beendet. Es gibt Menschen, die kapitulieren jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr neu.

    Gebe ich jetzt meinen (Abwehr)Kampf auf, dann bekommen Andere über mich Macht und zerstören, benutzen mich auf diese Weise. So empfinde ich es.

    Hallo Matthias,

    Ich bedanke mich für Dein Mitschwingen und Deine Unterstützung. :D

    Zitat

    kannst du dich in dein neugebohrenen gefühl zurückversetzen / es "neu starten"
    + was danach kam unter vergangenheit ablegen (geht mich nichts mehr an - is weg)
    wenn wieder jemand kommt (zum zerren) ihm sagen du gehörst zu meiner vergangenheit du bist weg

    Wie ich zukünftig damit umgehen werde, dass weiß ich nicht.

    Ich habe nur eine vage Vermutung, wie es möglicherweise gehen könnte:

    Diesen für mich kostbaren Teil meines Selbst, eben als einen Teil zu betrachten. Und nicht mehr als den Kern meines Selbst, der so angreifbar ist. Und diesen Teil meiner Persönlichkeit zu schützen und ihn in dem geschützten Bereich zu versorgen, mich um ihn zu kümmern, damit er irgendwann integrierbarer ist als jetzt.

    Mit Unterstützung und Begleitung im therapeutischen Rahmen.

    Das ist mein Weg. Ob andere ihn nachempfinden können oder nicht, darauf habe ich keinen Einfluss.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Kaltblut, hallo Matthias, hallo alle Anderen,

    ich fasse für mich zusammen:

    ich habe ein Gefühl von Stimmigkeit, von Einklang, von Ausgeglichenheit schon einmal gespürt.

    Es war zu Beginn meiner Trockenzeit. Es war so eine Art Neugeborengefühl. Ohne 12 Schritte, ohne Grundbausteine, ohne Therapie.
    Das hielt ca. 3 Monate. Dann begann die LZT.

    Ich hielt dieses Neugeborengefühl und alles was damit zusammenhing für kostbar. Während der Therapie und danach kamen ständig Leute, die daran herumzerrten. Die in alten Gefühlen meiner Lebensgeschichte herum gruben. Die eine Defizitliste erstellten. Die ständig meine Grenzen überschritten. Ich habe mich abgegrenzt, so gut es ging. Ich wollte mir dieses kostbare Gefühl nicht wegnehmen lassen. Ich habe vieles was danach kam als Angriff auf mein kostbares Selbst empfunden. Ich habe diese Angriffe so gut es ging abgewehrt. Meine Schutzwand ist über die Jahre brüchig geworden. Meine Abwehrkräfte erlahmen.

    Für mich ist das im Moment immer noch zentral:
    Wie kann ich mein kostbares Selbst besser und nachhaltiger schützen? Ohne mich zu isolieren.

    Wie kann ich
    meine Muster
    meine Brüchigkeit
    meine Verletzlichkeit
    meine Bedürfnisse nach Nähe, Schutz, Ruhe, Freude, Gelassenheit …
    mein Schreien, Lachen , Weinen …

    in einem geschützten Rahmen in Ordnung bringen, in Einklang mit mir bringen, stimmig werden lassen? Lieben lernen.
    So lange dies nicht gelingt, werde ich mich weiter gegen Angriffe abgrenzen. Meine Abwehrkräfte stärken. Meine Ressourcen mobilisieren.

    Ich habe häufiger die Erfahrung gemacht, dass wenn meine Unsicherheit, meine Verletzlichkeit von Anderen wahrgenommen wird, dass sie diese dann zu ihrem Vorteil nutzen. Und mich dabei benutzen. Ich will mich von Anderen nicht benutzen lassen. Wozu auch immer.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Karl,
    danke für Deinen Beitrag.

    Folgende Satzteile haben mich angesprochen:


    … wenn in mir und mit mir alles in Ordnung ist …

    … solange ich mit mir im Einklang bin …

    … wenn es in mir stimmt …

    Für mich ergibt das eine zusammenfassende Frage:

    Wie kann ich

    meine Muster
    meine Brüchigkeit
    meine Verletzlichkeit
    meine Bedürfnisse nach Nähe, Schutz, Ruhe, Freude, Gelassenheit …
    mein Schreien, Lachen , Weinen …

    in Ordnung bringen, in Einklang mit mir bringen, stimmig werden lassen?

    Gibt es einen inneren Kern, der alles bündelt?
    Gibt es so etwas wie eine Schaltzentrale?
    Gibt es ein steuerndes Selbst?
    Kann man dieses steuernde Selbst reparieren, wenn es kaputt war, wenn es noch nie funktioniert hat?

    Wie stelle ich mir dieses Selbst vor?

    Wie ein Orchester?
    Mit Pauken, Trompeten, Geigen, Oboen, Klavier und was es sonst noch alles gibt …
    Und jedes Instrument steht für ein Muster, ein Bedürfnis, Lachen, Weinen, etc. …
    Und ein Dirigent ordnet, sorgt für den Einklang, macht es stimmig …
    Mal laut, mal leise, mal schwungvoll, mal langsam …

    Gibt es dazu einen größeren Ordnungsrahmen?
    24 Stunden. Immer wieder im 24 Stunden-Rhythmus. Im Vertrauen auf einen großen Musikmeister, der alles mit Wohlwollen betrachtet. Unabhängig davon, ob es auch mal Misstöne gibt. Oder irgendwelche Dissonanzen.

    Denn ohne einen Ordnungsrahmen wäre alles grenzenlos. Wie beim trinken …

    Liebe Grüße
    Manfred

    Nachtrag zu meinem letzten Beitrag:

    Mein Verhalten ist überwiegend aus einem Schutzbedürfnis entstanden.

    Schutz vor eigenen Gefühlen und Schutz vor Angriffe auf mein Selbst.

    Die Wahl der Schutzmittel hat dann i.d.R. zu destruktiven Konsequenzen
    geführt.

    Liebe avalon,

    Zitat

    Muss man sich bedingungslos annehemen um sich zu lieben ? Kann man sich nicht auch lieben, obwohl man einige Ecken und Kanten an sich selber nicht so prickelnd findet?

    Mit allen Ecken und Kanten ist dann bedingungslos ;)

    Liebe Grüße
    Manfred