Sich selbst lieben!?

  • Hallo Spes,
    gerne gehe ich noch mal auf das „Umarmen“ und „Drücken“ ein:

    Ich habe für meine bevorzugte „Halbdistanz“ zwei wesentliche Gründe:

    1. Ich lasse mir nicht gerne die Gefühle von anderen Menschen überstreifen oder mich von ihnen vereinnahmen.
    2. Ich mache mich lieber erstmal mit meinen Gefühlen vertraut. Das dauert manchmal ein bisschen …

    Bei Matthias mache ich eine Ausnahme ;) Den kenn ich schon etwas länger, den mag ich und dem vertraue ich :D

    Liebe Grüße
    Manfred

  • glück auf manfred

    :lol::lol::lol::lol: freu mich wien "matscheimer" über die ausnahmeregelung :lol::lol::lol:

    :wink: beruht auf gegenseitigkeit :!::wink:

    :D
    matthias

    (hab gesehn das du wieder im "garten" bist - bin dort)

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo zusammen,

    ich möchte noch mal auf meinen letzten Beitrag in diesem Thread eingehen. Da ging es um den Begriff „Halbdistanz“.

    Ich hatte den Begriff ja in erster Linie in Bezug auf andere Menschen verwendet. Nach längerem Nachdenken darüber ist mir klar geworden, dass er auch in Bezug auf den Umgang mit mir selbst und meinen Gefühlen zutrifft.

    Wahrscheinlich ist es so, dass je mehr ich mich annehme und mag desto mehr mag ich auch andere Menschen.

    Wie gehe ich also mit mir um?
    In welcher Haltung begegne ich mir selbst?
    Welche Botschaften habe ich an mich selbst?
    Wann mag ich mich und wann nicht?
    Was mag an mir und was nicht?

    Rückblickend und zusammenfassend würde ich sagen, dass ich in der (trockenen) Vergangenheit überwiegend so mit mir umgegangen bin:

    Kritisch, analysierend, fordernd, im Bestreben einem idealisierten Selbstbild zu entsprechen.

    So etwas wie Zuwendung, Güte, Liebe kam da so gut wie nie vor.

    Da sind auch Botschaften (so wie ich sie wahrgenommen habe) aus der LZT (1989) mit eingeflossen: Kritische Analyse der Lebensgeschichte und mein Anspruch es Allen zu zeigen, dass ich in der Lage bin etwas zu leisten, dass ich eine hohe Frustrationstoleranz besitze, etc.

    Ich bin insgesamt sehr hart mit mir gewesen und habe mir nur wenig Schönes erlaubt. Es ist dieses tiefe Gefühl von „Ich muss es mir erst verdienen“.

    In den ersten 15 Jahren meines Lebens habe ich es meinen Eltern „nicht recht gemacht“. Dann 16 Jahre getrunken und es allen Anderen „nicht recht gemacht“.

    Da hatte ich häufig in den letzten 21 Jahren Trockenheit das Gefühl, dass ich etwas wieder gutmachen muss.

    Dass ich auch etwas in mir selbst „gut machen“ muss, ja „gut machen“ darf, dieses Gefühl, diese Botschaft sickert erst langsam durch. Insbesondere deshalb, weil ich nicht mehr durch berufliche Aktivitäten abgelenkt bin bzw. nicht mehr die tief liegenden Gefühle verdrängen und abwehren kann.

    Diese jahrelange Verdrängung und Abwehr hatte sicher auch eine Schutzfunktion. Ich hatte schlicht kein Vertrauen in die äußeren Rahmenbedingungen um meine innere Befindlichkeit leben zu können. Mein Leben war eher geprägt von den Gedanken:

    Wenn Ihr kein Interesse an mir habt, wenn meine Gefühle und Bedürfnisse Euch nicht interessieren, dann zeige ich Euch, dass ich auch ohne Euch klar komme.

    Die Krux daran war, dass ich lange nicht gemerkt habe, dass ich mich auch nicht wirklich um meine Gefühle und Bedürfnisse gekümmert habe. Außer dem Bedürfnis beruflich erfolgreich zu sein, zu zeigen dass ich in der Lage bin auch schwierigste berufliche Herausforderungen zu meistern, zu zeigen dass ich etwas leisten kann.

    Mit dieser beruflichen Leistungsorientierung ist es nun seit einiger Zeit vorbei. Und jetzt wird mir nach und nach klar, dass ich in allen anderen Lebensbereichen Vieles nachzuholen habe, soweit das überhaupt möglich ist.

    Insofern ist diese berufslose Zeit einerseits sehr schwer auszuhalten, andererseits auch eine Chance, die mir die Gelegenheit gibt, mir klarer darüber zu werden: Wie gern habe ich mich? Unabhängig von Firma, Familie, Freunden.

    Ich stehe also jetzt mit 52 Jahren vor der Aufgabe bei mir noch mal von vorn zu beginnen. Wie kann ich mein in der Summe destruktives Verhalten mir selbst gegenüber verändern? Wie kann ich die selbst zerstörerischen Beweggründe verändern? Wie komme ich zu mehr Annahme statt Ablehung? Zu mehr Öffnung statt Abgrenzung?

    Einen ersten Schritt habe ich mit der Einleitung meiner Traumatherapie gemacht. Welche weiteren Schritte noch folgen, dass kann ich im Moment nicht einschätzen.

    Ich glaube, dass es im Kern etwas mit Vertrauen zu tun hat. Vertrauen im Sinne von Urvertrauen.
    Urvertrauen, das ich nicht kenne.

    Wie entwickle ich Urvertrauen?

    Kennt sich jemand damit aus? Ist das möglich?

    Wenn ich bei einigen EKA´s lese, dann entdecke ich dort viele Parallelen in der Grunddisposition. Insbesondere in dem Beschreiben und den Auswirkungen von emotionaler Vernachlässigung und seelischem und körperlichem Missbrauch.

    Ich bin mir im Moment sehr unsicher an wen ich mich (außer meiner Therapeutin) mit den Fragen nach dem Urvertrauen zu einem weiteren Austausch wenden soll.

    Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee?

    Ich wünsche allen Lesern noch einen schönen Restsonntag.


    Liebe Grüße
    Manfred

  • Hallo Manfred,

    ich weiß nicht ob ich jetzt den Zusammenhang mit Urvertrauen für Dich richtig auslege, was mir aber spontan dazu einfällt:

    Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle, (meine Bedürfnisse). Wage sie in Worte zu fassen. Denn habe so oft festgestellt, dass was ich fühle, richtig ist. Richtig für mich. Also hör in Dich hinein. Fühlst du Dich unwohl, ist irgend etwas nicht gut für Dich. Ganz persönlich für Dich.

    Versuche es in Ruhe auszusprechen. Gelingt mir nicht immer.

    Menschen, die mich mögen können damit umgehen und ich weiß genau wer ich bin. Lasse es nicht mehr zu, schlecht behandelt zu werden. Denn wir haben alle Respekt verdient. Selbst wenn wir Fehler machen.

    Wer meint mir negativ entgegen zu treten, oder genau in meine Wunden reintrifft und uneinsichtig bleibt, kann wegbleiben.
    Deshalb fühle ich mich nicht mehr ungeliebt.
    Denn oft haben diese Personen solche Probleme mit sich selbst, dass sie Deine Grenzen überschreiten.

    So ähnlich hat mir meine Therapeutin es auch erklärt. Denn wir alle können sehr gut fühlen, wenn es brenslich wird.

    Ich hoffe ich habe Dir ein wenig weiter geholfen.

    LG
    Zeter

  • Lieber Manfred,

    teilweise kann ich Deine Gedankengänge nachvollziehen. Ich stelle es mir nicht leicht vor, wenn man den Anfang nicht so recht findet. Alles was mir im Moment einfällt ist, warum willst Du glaich beim 100 anfangen? Wie wär's mit kleinen Schritten?
    Wenn Du schon Schwierigkeiten mit Vertrauen hast, warum willst Du gleich beim Urvertrauen anfangen was ja das gesamte Vertrauen in alles mögliche umfasst bzw. zusammenfasst.

    Kleine Schritte zu gehen und sich Pausen zu nehmen, so lernt man laufen.

    Worin könntest Du vertrauen. Ich meine heute. Oder Morgen? In ein Gefühl? Eine Situation? Einen Menschen?

    Wie würde es sich anfühlen sich auf dieses Vertrauen einmal einzulassen, diesen Wunsch nach Vertrauen zuzulassen?

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Hallo Zeter, hallo Kaleu,

    vielen Dank für Euer Feedback.

    Zitat

    Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle, (meine Bedürfnisse). Wage sie in Worte zu fassen. Denn habe so oft festgestellt, dass was ich fühle, richtig ist. Richtig für mich. Also hör in Dich hinein. Fühlst du Dich unwohl, ist irgend etwas nicht gut für Dich. Ganz persönlich für Dich.

    Versuche es in Ruhe auszusprechen. Gelingt mir nicht immer.

    Ja, das ist sicher ein sinnvoller Ansatz.

    Bei mir hat das dazu geführt, dass ich mich mehr und mehr abgegrenzt habe, weil mir mein Gefühl häufig gesagt hat, diese oder jene Situation tut mir nicht gut.

    Gerne würde ich in Zukunft mal wieder in Situationen kommen, in denen es mir gut geht. In denen ich mich wohl fühle und in denen ich mich mehr öffnen mag, weil ich darauf vertrauen kann, dass ich dadurch keine Nachteile erfahre.

    Zitat

    Worin könntest Du vertrauen. Ich meine heute. Oder Morgen? In ein Gefühl? Eine Situation? Einen Menschen?

    Ja Kaleu, das sind gute anregende Fragen, die Du da stellst.

    Tja, so ganz und voll vertraue ich im Moment wohl weder einem Gefühl, einer Situation oder einem Menschen. Es bleibt immer ein gewisser Rest von Skepsis.

    Ich würde heute weder einer Situation noch einem Menschen bedingungslos vertrauen. Vertrauen in Situationen oder Menschen entwickelt sich ja auch in einem Prozess, der regelmäßig von den Beteiligten gestaltet wird. In die eine oder andere Richtung.

    Zitat

    Wie würde es sich anfühlen sich auf dieses Vertrauen einmal einzulassen, diesen Wunsch nach Vertrauen zuzulassen?

    Ich verstehe die Frage so, dass Du mit Vertrauen bedingungsloses Vertrauen meinst, also ohne Skepsis.

    Für mich würde es bedeuten, dass ich mein Abwehr- und Alarmsystem einmal vollkommen abschalten müsste bzw. könnte.

    Das löst bei mir ambivalente Gefühle aus.

    Einerseits wäre ich sehr froh, wenn ich einmal die Anspannung los wäre, die ich benötige um das Alarmsystem in Betrieb zu halten.

    Andererseits löst das mir auch (bisweilen existentielle) Ängste aus, wenn ich verteidigungsunfähig bin.

    Ich befürchte dann, dass andere Menschen Kontrolle über mich und mein Leben haben, die möglicherweise damit nichts Gutes im Sinn haben.

    Das gilt auch für positive Gefühle, die ich nicht unbedingt jedem mitteile, da ich befürchte, dass man mir diese wieder wegnimmt oder sie in negative Gefühle verwandeln möchte.

    Trotz alledem ist da nach wie vor die große Sehnsucht, dass ich (alle) meine Gefühle mit Jemandem teilen kann. Und ich möchte dabei nicht, dass die Gefühle „weggeredet“ oder „wegtherapiert“ werden.

    Ob, wann und wo es mir gelingt meine Gefühle offener zu zeigen und zu leben, dass wird die Zukunft zeigen.

    Zur Zeit vermisse ich auch eine stabile innere und äußere Struktur. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Leben sich in einem Auflösungsprozess befindet. Nichts hat auf Dauer bestand. Es gibt wenig feste Konstanten.

    Mein Leben ist im Moment eine einzige Baustelle. Oder wenn ich das Bild eines „Gartens“ verwende ein einziger Dschungel.

    Ob, wie und wann es mir gelingt neue, klare und gesunde Strukturen für mich zu finden, dass kann ich im Moment nicht sagen.

    Ich denke auch darüber nach, noch mal eine stationäre Therapie zu machen. Um mir dort das notwendige Fundament für mein weiteres Leben zu erarbeiten. Ein Leben ohne Beruf und mit wenig Einkommen.

    Vielleicht klärt sich aber einiges auch schon in meiner ambulanten Therapie, die ja Mitte Mai richtig beginnt.

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Lieber Manfred,

    ich freue mich, wenn ich Dir die eine oder Anregung geben kann. Kurz zum verständnis, ich bin selbst der Typ der alles jetzt und sofort in Angriff nehmen will und ich sah irgendwann einen Dschungel aus Defiziten den ich sortiert haben wollte. Und das möglichst schnell. Letzten Endes war es das gleiche Verhalten wie immer. Mit aller Gewalt Ordnung reinbringen.
    So wie ich es in äusseren Situationen handhaben wollte, wollte ich es dann auch machen als ich begonnen habe mich mit mir selbst zu beschäftigen.

    Ich hab lange gebraucht um zu merken, dass ich zwar so meine Defizite bearbeitete, aber es mir trotzdem nicht besser ging. Denn nicht meine Defizite waren das Problem, sondern meine Vorgehensweise.

    Ein wenig erkenne ich mich bei Dir wieder.

    Wenn ich lese was Du schreibst, merke ich, dass Du Dich sehr gut reflektieren kannst. Ich bin mal frech und nehme das ein wenig auseinander. Bitte sieh es nicht als Kritik oder Aufforderung etwas zu ändern, es sind nur Gedankengänge die mir beim Lesen Deiner Zeilen kommen.

    Tja, so ganz und voll vertraue ich im Moment wohl weder einem Gefühl, einer Situation oder einem Menschen. Es bleibt immer ein gewisser Rest von Skepsis.

    Ich würde heute weder einer Situation noch einem Menschen bedingungslos vertrauen. Vertrauen in Situationen oder Menschen entwickelt sich ja auch in einem Prozess, der regelmäßig von den Beteiligten gestaltet wird. In die eine oder andere Richtung.

    Zitat:
    Wie würde es sich anfühlen sich auf dieses Vertrauen einmal einzulassen, diesen Wunsch nach Vertrauen zuzulassen?


    Zitat

    Ich verstehe die Frage so, dass Du mit Vertrauen bedingungsloses Vertrauen meinst, also ohne Skepsis.

    Ich glaube bedingsungsloses Vertreuen gibt es nicht und ist ungesund. Skepsis ist nichts schlechtes. Solange sie in dem Maße vorhanden ist wie sie bei genauerem hinsehen auch Sinn macht.
    Macht es zum Beispiel Sinn einem eigenen Gefühl zu misstrauen? Das gefühl ist da. Und wenn es da ist - dann ist es da. Also kann ich dem gefühl auch blind vertrauen. Ich muss nicht skeptisch sein ob ich mich gerade wohl fühle oder nicht. Entweder fühle ich mich wohl oder nicht. Ich kann mich dann fragen, warum fühle ich mich wohl bzw. warum nicht. Aber dem Gefühl selbst mit Skepsis zu begegnen hindert mich.

    Zitat

    Für mich würde es bedeuten, dass ich mein Abwehr- und Alarmsystem einmal vollkommen abschalten müsste bzw. könnte.

    Hier kann ich die innere Zerissenheit in einem Satz rauslesen. Da stecken zwei Kernegedanken drin. Zum einen, das könnte, der Wunsch vielleicht doch mal Vertrauen zulassen zu können um wirklich mal loszulassen. Zum anderen, das müsste, der Zwang auf keinen Fall das zuzulassen, loszulassen, anzunehmen, treiben lassen.

    Zitat

    Einerseits wäre ich sehr froh, wenn ich einmal die Anspannung los wäre, die ich benötige um das Alarmsystem in Betrieb zu halten.

    Wärst Du das? Ein Grundgefühl was Dich schon immer begleitet abzulegen, bedeutet sich auf Neuland einzulassen. Das kann beägstigend sein.

    Zitat


    Andererseits löst das mir auch (bisweilen existentielle) Ängste aus, wenn ich verteidigungsunfähig bin.

    Nun ja, wer vertrauet ist nicht verteidigungsunfähig. Man kann auch mit scharfen Sinnen Vertreuen haben und die Augen offen halten. Es kostet dann nur sehr wenig Energie. Die hat man dann zur verfügung, wenn man sich wirklich mal schützen muss. Im permanenten Alarmzustand zu bleiben ist viel zu energieraubend um sich im Falle tatsächlich nötiger Selbstschutzmaßnahmen wirklich schützen zu können. Dafür ist dann schlicht keine Energie mehr vorhanden, die wurde ja zum Aufrechterhalten des Alarmsystems schon verbraucht. Im Grunde also ein miserabler Sebstschutz weil energieverschwendend und zusätzlich im tatsächlichen Alarmfall wenig nützend.

    Zitat


    Ich befürchte dann, dass andere Menschen Kontrolle über mich und mein Leben haben, die möglicherweise damit nichts Gutes im Sinn haben.

    Du befürchtest also, dass etwas eintritt, was Du eigentlich schon Dein ganzes Leben lang lebst. Fremdbestimmung. Wieviel Eigenbestimmung ist es im permanenten Selbstverteidigungsmodus festzuhängen?
    Eine provokante Frage, sicher.

    Zitat

    Trotz alledem ist da nach wie vor die große Sehnsucht, dass ich (alle) meine Gefühle mit Jemandem teilen kann. Und ich möchte dabei nicht, dass die Gefühle „weggeredet“ oder „wegtherapiert“ werden.

    Das kann ich gut verstehen. Menschen die Dir wirklich helfen wollen (das wird nicht Jeder sein, was aber normal ist) werden das nicht machen. Leider kennst Du wahrscheinlich wenig solche Menschen, Du schliesst sie ja bereits im Vorfeld aus Deinem leben aus indem Du ihnen mit misstrauen begegnest. Misstrauen schürt Misstrauen.

    Zitat

    Zur Zeit vermisse ich auch eine stabile innere und äußere Struktur. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Leben sich in einem Auflösungsprozess befindet. Nichts hat auf Dauer bestand. Es gibt wenig feste Konstanten.

    Das Leben hat keine Konstanten. Die Konstante ist das Leben selbst. Und Du darin. Mehr wirst Du nicht finden, aber das ist mehr als genug, wenn man es einmal ausprobiert hat.

    Zitat

    Mein Leben ist im Moment eine einzige Baustelle. Oder wenn ich das Bild eines „Gartens“ verwende ein einziger Dschungel.

    Ob, wie und wann es mir gelingt neue, klare und gesunde Strukturen für mich zu finden, dass kann ich im Moment nicht sagen.

    Worauf ich hinauswill kann ich an diesem fabelhaften Bild welches Du geliefert hast am Besten beschreiben. Du glaubst Dein Garten sei ein Dschungel. Und um das Leben bzw. Deinen Garten zu geniessen, müsstest Du erstmal den Dschungel lichten - Ordnung in's Chaos bringen. Erst wenn jede Hecke ordentlich geschnitten ist, jedes Unkraut entfernt, kannst Du Dich in Deinen Schaukelstuhl legen und durchatmen.

    Glaubst Du.

    Der Garten ist kein Problem. Die Akzeptanz ist das Problem. Das Geniessen selbst ist das Problem. Solange Du Dich in Deinem garten auf das konzentrierst, was Du nicht magst, wirst Du Deinen garten nicht mögen und bis in alle Ewigkeit an ihm rumschneiden. Es wird nie der Zeitpunkt kommen, an dem Du sagen wirst - so, alles ist geschnitten, alles ist ok, jetzt ernte ich. Denn ernten kannst Du nicht bzw. willst Du nicht. Ernten könntest Du jetzt genauso. Auch in einem Dschungel wachsen leckere Früchte. Du siehst nur die Blüten nicht - wie auch wenn Du nur nach den Dornen suchst?

    Nicht beim Garten klemmt es sondern bei Deinem Umgang mit dem Garten. Man ändert nicht den Garten um ihn irgendwann zu mögen, sondern man lernt ihn zu mögen und beginnt dann ihn zu pflegen.

    Lerne als erstes, Deinen Garten zu mögen, so wie er jetzt ist. Vertreue Dir selbst und Deinem Garten. Er ist kein Dschungel. Er ist ungepfelgt, weil Du ihn nicht magst und Du ihn nicht wertschätzt. Lass Dir Zeit. Halte an, sieh ihn Dir an. Lerne die Blüten an ihm zu schätzen. Wenn da der ein- oder andere Wurm drin ist, so wirst Du ihn von allein entfernen wenn Du erst begonnen hast das Obst zu mögen. Leben ist Bewegung.

    Vertrau Dir selbst! Ob Du's glaubst oder nicht, es ist alles schon da. Du brauchst vielleicht eine Anleitung oder Hilfe wie man den Zaun streicht oder wie man Ungeziefer los wird. Dafür gibt es Therapeuten. Der Anfang bist aber Du selbst. Versuch Dir selbst zu Vertrauen. Nicht im Wegschneiden liegt die Lösung sondern im wachsen lassen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • glück auf manfred

    bin jetzt bissl verwirrt - was der kaleu zu deinem garten geschrieben hat könnte stimmen? - das gefällt mir nich
    ich hoffe das du durch deine therapie weiterkommst

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Lieber Manfred,

    villeicht hilft es Dir, wenn ich Dir meine Veränderung durch die darunterliegenden Grundüberzeugungen beschreibe.

    Ich hab doch mal beschrieben, dass meine ursprüngliche Charakteristik eher der Co-Abhängige war. Damals war die Grundüberzeugung an der ich unbewusst mein Leben ausgerichtet habe folgende.

    Ich mag mich nicht. Ich bin es nicht wert, dass Du mich magst. Ich brauche es, dass Du mich magst um mir selbst einen Wert zu geben. Da man mich nicht mögen kann, muss ich etwas leisten, damit Du mich magst. Denn mich kann nicht mögen sondern nur meine Leistung. Da ich Dich brauche um mich wahrzunehmen, versuche ich Dich zu verändern.

    Irgendwann, durch Therapie und Foren wurde ich dann auf mich geworfen und ich verstand, dass nur ich mich ändern kann. Aber ich verstand nicht, dass es zwei Dinge waren die mich hinderten mich besser zu fühlen. Meine Grundüberzeugung änderte sich dann.

    Ich muss mich mögen. Ich muss mich ändern. Ich muss etwas leisten um mich zu mögen. Dann erst bin ich etwas wert. Dann werde ich auch von anderen gemocht

    Der Punkt sollte Dir bekannt vorkommen. Dennoch übersah ich das Leistungsprinzip. Da steckt übrigens viel Narzismus drin. Sehr ungesunder. Bis ich dann wirklich verstanden hab. Ich brauche nur ein paar klitzekleine Kleinigkeiten ändern.

    Ich darf mich mögen. Ich darf mich ändern.

    Der Rest kam spielend.

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Lieber Kaleu,

    danke für Deine ausführliche Antwort. Bisweilen klingt da für mich wieder dieser „Dozentensound“ durch, aber in einem offenen Internetforum kann ich ja nicht erwarten, dass sich alle immer auf meinen Sound einstimmen ;)

    Zu dem ganzen Thema „Vertrauen“ möchte ich an dieser Stelle nicht mehr viel sagen. Nur soviel:
    Da ja niemand „in meinen Schuhen gehen kann“, ist es sicher auch schwer nachzuempfinden was ich empfinde.
    Ich werde das Thema zukünftig in einem geschützten therapeutischen Rahmen besprechen.

    Zum „Dschungelbild“:
    Das ist ganz stimmig beschrieben. Wie ich jetzt damit umgehe? Siehe oben.

    Zu den Grundüberzeugungen:
    Diesen Wechsel von „Ich muss“ zum „Ich darf“ haben wir ja schon einmal mit Martha besprochen. Das ist sicher ein Schlüssel zum zufriedeneren Leben.

    Lieber Matthias,

    Zitat

    bin jetzt bissl verwirrt - was der kaleu zu deinem garten geschrieben hat könnte stimmen? - das gefällt mir nich

    Ich habe nicht ganz verstanden, was Dir nicht gefällt. Kannst Du mir das bitte noch mal kurz erklären?

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Lieber Manfred,

    Zitat

    Bisweilen klingt da für mich wieder dieser „Dozentensound“ durch, aber in einem offenen Internetforum kann ich ja nicht erwarten, dass sich alle immer auf meinen Sound einstimmen

    Jetzt möchte ich doch noch ehrlich etwas loswerden. Wenn Du das nicht erwartest, wieso erwähnst Du es dann? Ich fühle mich sehr verunsichert Dir zu antworten oder Dir einen Gedanken anzubieten wenn ich mir dafür jedes Wort haargenau überlegen muss.

    Zitat

    Da ja niemand „in meinen Schuhen gehen kann“, ist es sicher auch schwer nachzuempfinden was ich empfinde.

    Wie kommst Du darauf? Ist da eine trotzige Anklage darin versteckt?
    Es gibt verschiedene Arten von Verständnis. Man kann auch Verständnis haben und aufbringen ohne sich emotional in der gleichen Situation zu befinden.

    Es fällt mir sehr schwer Dich zu "greifen" Manfred. Das macht die Kommunikation mit Dir manchmal wirklich schwierig. Ich bin mir manchmal nicht sicher ob Du übervorsichtig bist, hochsensibel oder ob Du hin- und wieder Trotzreaktionen in angenehm formulierte Sätze verpackst.

    Vor ein paar Wochen wirktest Du authentischer auf mich.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Grüße

    Kaleu

  • Lieber Kaleu,
    für mich sind alle Fragen um das Thema (Ur)-Vertrauen sehr elementar.

    Dass für Dich die Kommunikation mit mir schwierig ist, das hängt möglicherweise damit zusammen, dass Du mich oder das Thema „greifen“ möchtest. Ich glaube nicht, dass man Menschen oder Themen immer „greifen“ kann.

    Insbesondere bei diesem Thema bin ich sicher mal übervorsichtig, mal hochsensibel und auch mal trotzig.

    Mir wird nach und nach klar, dass mir eine vertiefende Betrachtung auf diesem (schreibenden) Weg nicht gut tut.

    Deshalb werde ich das Thema zukünftig in einem geschützten Rahmen besprechen, in einem persönlichen, therapeutischen Gespräch.

    Deine Anregungen werde ich dort mit hinnehmen.

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Hallo Manfred,

    habe bei Dir noch weiter gelesen. Ja das kenne ich auch. Manchmal wenn ich hier schreibe, wühlt es mich auf.

    Das liegt aber auch oft daran, dass man hier nicht seine ganze Lebensgeschichte so richtig wiedergeben kann, dass einem die Argumente immer weiter helfen, die hier aufgeführt werden.

    Bei mir treffen dann oft Antworten nicht mein Gefühl.

    Ich habe aber dadurch auch angefangen, manchmal eben das Thema nochmal aufzugreifen. Habe genauer darüber nachgedacht, wie kann ich es aufschreiben, dass ich auch richtig verstanden werde.

    Dadurch musste ich immer tiefer in mich hineinhören. Habe dabei fast immer neue Gefühle entdeckt, die mich dann doch weiter brachten.

    Ich wünsche Dir bei Deiner suche nach dem Urvertrauen aber weiter viel Glück und Du wirst es dabei auch finden. Denn wer suchtet, der findet.

    Liebe Grüße
    Zeter :D

  • Lieber Manfred,

    lese ich richtig aus Deinen Zeilen, das Du hier keinen weiteren Austausch zu dem Thema Vertrauen und Urvertrauen haben möchtest, da Dir Schutz und Sicherheit wichtig sind?

    Ich überlege gerade, ob Dein erster Sätze an Kaleu im Sinne der GFK Haltung sind.........:lol:

    danke für Deine ausführliche Antwort. Bisweilen klingt da für mich wieder dieser „Dozentensound“ durch, aber in einem offenen Internetforum kann ich ja nicht erwarten, dass sich alle immer auf meinen Sound einstimmen


    Ein perfekter Satz um sich in GFK zu üben und in die Selbstempathie zu gehen....... ;)

    Dir einen schönen Abend, liebe Grüsse Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • glück auf manfred

    Zitat von Manfred

    Ich habe nicht ganz verstanden, was Dir nicht gefällt. Kannst Du mir das bitte noch mal kurz erklären?

    ich hab aus kaleus bild herausgelesen das dein garten nach+nach immer mehr verwildert + vernachlässigt wird - ich kann mich an deinen garten erinnern da war er schön auch mit unkraut + pflanzen die nich in jedem garteb dazugehörn - insgrsammt hats gesimmt - du warst am gärtnern + wir haben uns gern dort aufgehalten zum geniesen und entspannen oder um aufeiander zu warten
    wenn das o.g. bild (mein herauslesen) stimmt hättest du n rückschritt gemacht (dich aufgegeben) < das gefällt mir nich - ich hoffe ich irr mich

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo zusammen,

    ich sitze gerade in einem Internet-Café und schreibe diese Zeilen.

    Mein Rechner hat gestern den Geist aufgegeben.

    Ich bin jetzt auf der Suche nach einer kostengünstigen Lösung. Das kann ein paar Tage dauern.

    Dann schreibe ich wieder etwas ausführlicher.

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Hallo zusammen,

    nachdem ich nun einige Tage Forumpause hatte versuche ich mal den Faden wieder aufzunehmen.

    @ Kaleu
    Vielen Dank für den Netbook-Tipp. :D

    Ich habe eine ganz gute PC-Lösung gefunden, die meinen Bedürfnissen entspricht. Ich muss mich mit den neuen Sachen noch ein wenig anfreunden, aber das ruckelt sich schon zurecht. Fast wie im richtigen Leben :wink:

    In den letzten Tagen wurden im Forum ja ganz spannende Beiträge geschrieben, die sich für mich auch hier gut einbinden lassen.

    Martha hat in einem Beitrag sinngemäß geschrieben, dass wir alle letztlich in unseren Gefühlen und Bedürfnissen wahrgenommen und verstanden werden wollen. Dass in dieser Wahrnehmung und Annahme auch der Heilungsprozess möglich ist.

    Ich sehe das ganz ähnlich:

    Wenn ich hier von meinen Gefühlen und Bedürfnissen schreibe, dann sind das für mich gewissermaßen „Kostbarkeiten“, die ich von mir offenbare. Und da wünsche ich mir, dass diese einfühlsam wertgeschätzt werden.

    Das ist sicher ein hoher Anspruch, der sicher nicht immer zu erfüllen ist, auch von mir selbstverständlich nicht. Insbesondere in einem Forum, in dem einem ja nur das schriftliche Wort zur Verfügung steht. In einem persönlichen Gespräch wäre sicher vieles leichter.

    Außerdem setzt ein einfühlsames Zuhören auch voraus, dass man mit sich selbst einigermaßen im Klaren ist. Und da ja die Meisten hier sich eher in einer schwierigen Lebenssituation befinden, ist das schlicht in vielen Fällen einfach nicht leistbar.

    Ich werde in Zukunft weiter darauf achten, dass ich zuallererst bei mir bleibe und von mir schreibe. Bei den Themen, die mir besonders nahegehen werde ich zukünftig darauf achten, ob ich sie hier anspreche oder eher im geschützten Rahmen der Therapie.

    @ Matthias
    Aufgeben kommt überhaupt nicht in Frage!!!

    Ich habe schon manchen „Dschungel“ durchquert. Und wer weiß, vielleicht lerne ich ihn auch irgendwann lieben :wink:

    Liebe Grüße
    Manfred

  • Hallo Manfred,

    schön, dass Du wieder da bist.

    Ich musste ja etwas schmunzeln, dass ausgerechnet Dir der Computer versagt hat. War es der Wink von oben, etwas mehr ins Aussen zu gehen ;-)?

    Weisst Du ich als GFK´ler habe nicht den Anspruch und die Erwartung, hier im Forum Empathie zu bekommen. Sympathie ja, auf jeden Fall.

    Als Strategie für Einfühlung habe ich meine GFK´ler. Hier im Forum erfülle ich mir ein anders Bedürfnis.

    Für mich ganz wichtig geworden, ganz genau zu gucken: was brauche ich und wo kann ich es mir erfüllen?

    Und wenn Du Dir in diesem Forum erhoffst, Empathie zu bekommen, wirst Du glaube ich eher entäuscht werden.

    Nun wünsche ich Dir einen schönen Tag.

    Liebe Grüsse Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

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