Beiträge von Manfred

    Hallo Matthias,
    wenn Du mich unbedingt bewundern willst, dann kann ich ja nichts dagegen machen :wink:

    Mir ist der Begriff „bewundern“ einfach viel zu groß.
    Jemanden bewundern schafft ja immer auch Distanz.
    Und ich wünsche mir nicht mehr Distanz zu anderen Menschen sondern mehr Nähe.
    Nähe im Sinne von Teilen ähnlicher Gefühle, und den Anderen so sein lassen können wie er/sie ist.

    Außerdem bin ich, wie ich schon mal schrieb, auch anfällig für Grandiositätsgefühle.
    Da achte ich halt darauf, dass diese nicht „gefüttert“ werden.

    Liebe Viola,

    Zitat

    Selbstverständlich ist es jedenfalls keinesfalls!

    Danke. :D

    Zitat

    Wäre "den ganzen Tag teifenenspaennt durch die Gegend latschen" wohl wirklich so ein tolles Lebensziel?
    Viel spannender emfpfinde ich es für mich, alle Gefühle, auch die unguten, zuzulassen und mich in alles Facetten wahrzunehmen.
    Prozess ist doch ein positives WOrt!

    Nein. Ja. Ja.

    Zitat

    So ganz ohne Partner zu sein - muss das sein?

    Nein.

    Zitat

    Nun sind die potentiellen Partnerrinnen sicher nicht auf dem Silbertablett serviert - aber ich denke, das Bewusstsein der eigenen Atttraktivität und die prinzipielle Offenheit sind hier die entscheidende Stellschrauben.

    Ja.

    Liebe Viola, bitte in Zukunft immer solche Fragen, auf die ich mit „Ja“ und „Nein“ antworten kann. :wink:

    Das ist selbstverständlich ein Scherz. :D

    LG Manfred

    Hallo Matthias,
    vielen Dank für Deine freundlichen Worte :D , aber es gibt an mir nichts zu bewundern.

    Ich suche lediglich nach Wegen mit meiner aktuellen Lebenssituation umzugehen.

    Es ist ja nicht so, dass ich den ganzen Tag tiefenentspannt und gelassen unterwegs bin.
    Ich habe da noch jede Menge Regulierungsbedarf meiner aufflammenden Gefühle.

    Ein Beispiel:
    Wenn ich längere Zeit mit meinen Eltern im Kontakt bin, dann flammen da auch immer wieder alte Gefühle auf. Dieses Eltern-Sohn-Muster ist scheinbar tief verankert.
    Ich achte daher auf die „Kontaktdosis“. Mir hilft es, wenn ich immer wieder Abstand nehme und mich wieder ausbalanciere.

    Zur Frage „Was ich brauche“ möchte ich noch etwas sehr Wichtiges ergänzen:
    Es tut mir gut, wenn ich ein Gegenüber habe, dass sich für meine Gefühle, meine Gedanken, meine Ressourcen und meine Kompetenzen interessiert.
    Ich interessiere mich zwar auch dafür, aber es tut mir auch gut, wenn ich spüre, dass jemand anderes sich dafür interessiert.
    Es geht dabei um diese tiefe Sehnsucht wahrgenommen zu werden, um die Spiegelung meines Daseins.

    Insgesamt ist es so, dass ich mich nach wie vor in einem Annäherungsprozess an meine aktuelle Lebenssituation und den sich daraus ergebenen Perspektiven befinde.

    Falls es noch niemand bemerkt hat, „Prozess“ ist eines meiner Lieblingswörter ... :wink:

    LG Manfred

    Ich hatte ja in Bc`s Thread angekündigt, dass ich etwas Ausführlicheres zu folgender Frage schreiben wollte:

    Was brauche ich?

    Essen und Trinken
    Regelmäßige Mahlzeiten sind für mich wichtig.
    Gerade wegen meiner schon länger andauernden Erwerbslosigkeit strukturieren sie auch meinen Tag.
    Ich bin froh, dass es mir gelingt 3 Mahlzeiten am Tag einzuhalten, davon eine warme.
    In letzter Zeit habe ich auch wieder Spaß am ausprobieren neuer Rezepte bekommen.

    Sicheren, alkoholfreien Ort (Wohnung)
    Mit meiner Wohnung bin ich im Großem und Ganzen zufrieden (47 qm, 2 Zimmer).
    Das Wohnzimmer ist leider etwas dunkel, da durch den Balkon (Loggia) sehr viel Licht draußen bleibt.
    Nun ja, dafür ist der Balkon recht groß (reicht für Tisch u. 2 Stühle, oder Sonnenliege).
    Da ich auch Ruhe brauche, stört mich am meisten, dass sich die „lieben“ Nachbarn nicht so gern an die Ruhe zeiten halten.
    Ein Umzug ist aus finanziellen Gründen nicht möglich, also versuche ich das Beste aus der Situation zu machen.

    Sinnvolle Beschäftigung
    Die Hoffnung auf einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob habe ich aufgegeben (ob mit oder ohne Sinn).
    Ich habe in den letzten Jahren gelernt, auch mit sehr wenig Geld auszukommen.
    Derzeit überlege ich, wie ich etwas hinzuverdienen könnte, um die eine oder andere kleine Neuanschaffung zu realisieren.
    Freude an der Tätigkeit und nettes Team stehen dabei im Vordergrund.

    Darüber hinaus unterstütze ich jetzt mehr und mehr meine Eltern, die zunehmend gebrechlicher werden.
    Ich kümmere mich um Haus und Garten, und ich begleite sie bei ihren vielfältigen Erkrankungen, insbesondere meine Vater (84), der demnächst wg. einer Krebserkrankung bestrahlt werden muss.

    Da sich unser Verhältnis in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, freue ich mich darüber, dass ich jetzt für sie da sein kann.
    Ich hatte es, glaube ich, schon einmal geschrieben: Es ist auch eine Zeit des Abschiednehmens.
    Hin und wieder tauchen auch alte Muster auf, aber sie haben nicht mehr die Bedeutung wie früher.
    Heute bin ich klarer und handlungsfähiger.

    Soziale Kontakte
    Den meisten Kontakt habe ich z.Zt. mit meinen Eltern. Wir telefonieren häufiger als früher, und ich besuche sie alle 1-2 Wochen.
    Den gleichen intensiven Kontakt habe ich zu meinem Bruder (wohnt mit seiner Familie ca. 200 km entfernt),
    der mich auch in der Betreuung meiner Eltern unterstützt, was mich sehr entlastet.
    Wir stimmen uns regelmäßig über alle Fragen ab, und haben jetzt auch beide eine Vorsorgevollmacht.
    Sehr gerne telefoniere ich auch mit meinem Neffen (11), der mich in Sachen Fußball, Schule, etc. auf dem laufenden hält.
    Außerdem habe ich noch einen langjährigen Freund, mit dem ich auch telefoniere und mich treffe.

    Hin und wieder spreche ich auch mit dem einen oder anderen Nachbarn, zu denen ich insgesamt ein gutes Verhältnis habe.

    Auch die MitarbeiterInnen in meinem Supermarkt zähle ich zu meinem sozialen Umfeld. Alle, die dort arbeiten sind sehr freundlich. Gelegentlich tausche ich mich dort auch über meine neuen Rezeptideen aus und lasse mich ein wenig beraten.

    Z.Zt. ist auch noch meine Therapeutin für mich ein wichtiger Kontakt.
    Da die Termine langsam auslaufen, treffen wir uns nur noch alle 4 Wochen.
    In den vergangenen 2,5 Jahren war meine Therapeutin eine sehr wichtige Begleiterin für mich.
    In den Gesprächen mit ihr habe ich erfahren was es bedeutet, wenn ich mich vertrauensvoll einem anderen Menschen mit all meinen Gefühlen öffne, und dieser bereit ist, diese für einen Moment mit mir zu teilen.

    Bewegung (körperlich, geistig, seelisch)
    Leider laufe ich nicht so regelmäßig wie es mir gut tun würde. Das war schon mal besser.
    Aktuell habe ich gerade mit einer neuen Behandlung wg. meiner „Beckenverspannungen“ begonnen. Diesen schon sehr lange andauernden hohen Muskeltonus lasse ich jetzt durch Triggerpunktbehandlungen lösen. Es sind schon erste leichte Verbesserungen zu spüren.
    Der sehr freundliche Franzose, der mich behandelt, hat scheinbar die richtigen Punkte gefunden.
    Wichtiger Hinweis von ihm: richtig und regelmäßig dehnen!
    Besonders durch die fortschreitende Gebrechlichkeit meiner Eltern ist mir die Vergänglichkeit des eigenen Körpers nochmal sehr deutlich geworden. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass unser Körper alle unsere Belastungen 80 Jahre und mehr schadlos übersteht. Ein wenig regelmäßige Instandhaltung kann da nicht schaden.

    Meine geistige Beweglichkeit erhalte ich mir i.W. durch das Lesen und das Verfassen von Texten (insbesondere hier im Forum).

    Die seelischen „Bewegungen“ sind nach wie vor ein eher langsamer Prozess, der immer wieder durch „kleine“ Momente angeregt wird.
    Manchmal fließt es etwas schneller, dann wieder eher langsam.
    Viele Ereignisse brauchen immer auch eine gewisse Zeit bis sie sich eingeordnet haben.

    Forum
    Und nicht zuletzt ist da ja auch noch das Forum. Hier bekomme ich täglich Anregungen und Impulse, die mich immer wieder zum Innehalten und reflektieren bringen.

    Fazit:
    Ich spüre nach und nach, dass ich auch mit „wenig“ zufrieden sein kann. Es müssen nicht immer die „großen“ Ereignisse sein.
    Klar, ein wenig mehr soziale und regelmäßige Kontakte würden mir schon gut tun. Vielleicht gelingt es mir, über einen Hinzuverdienst das soziale Umfeld ein wenig zu vergrößern. Und vielleicht kann ich auch einen Teil des Geldes in einen Vereinsbeitrag o.ä. investieren.

    Und wer weiß, vielleicht begegnet mir ja auch noch eine Frau, mit der ich mir (und sie mit mir) eine Partnerschaft vorstellen könnte.

    LG Manfred

    Hallo Melanie,
    ich bin so unperfekt, dass ich nicht einfach so perfekt alles loslassen kann.

    Ich empfinde mein Leben als einen Genesungsprozess.

    Mein Ziel ist nicht, dass ich perfekt werde, sondern es geht mir im Wesentlichen um einen Befreiungsprozess, Innen wie Außen.

    Teile dieses Prozesses beschreibe ich hier, so gut wie möglich.
    Vieles geschieht auch im Stillen, das ich nicht immer, oder sofort in Worte fassen kann. Es ist ein sehr langsamer Bewusstwerdungsprozess.

    LG Manfred

    Danke Marion, Penta und Maria für Eure Beiträge.

    Zitat

    "Kann ich MICH auch einfach mal so lassen?".

    Danke für die Ergänzung.

    Wieso bin ich da wohl nicht selbst drauf gekommen? :wink:
    Liegt wohl an diesen Optimierungsbotschaften, die immer wieder bei mir aufflackern. :lol:

    LG Manfred

    Hallo Blue Cloud,

    Zitat

    Das wichtigste war aber, dass ich die Motivation einer Entscheidung herausarbeiten sollte, eine genaue Zielsetzung für mich definiere.

    Für mich ist es immer am schwersten herauszufinden, was ich will bzw. was ich brauche.
    Es fällt mir leichter herauszufinden, was ich nicht will/brauche.

    Und wenn ich herausgefunden habe, was ich will/brauche, dann stellen sich schon die nächste Fragen:
    Gibt es eine Strategie um es zu bekommen?
    Gibt es eine konkrete Möglichkeit der Veränderung?
    Oder gilt es, das anzunehmen, was ich habe.

    Es läuft für mich im Kern auf den Gelassenheitsspruch der AA´s hinaus, den Du sicher kennst.

    Alles Gute für Dich bei Deinen Entscheidungsfindungen.

    LG Manfred

    Hallo Marion,

    wie wär´s damit:

    Wir müssen uns mehr lieben um frei sein zu können.

    Wobei mir die Worte "müssen" und "lieben" zu "groß" sind.
    "Müssen" klngt immer irgendwie nach Druck.
    Und "lieben" klingt für mich immer zu idealistisch.

    Deshalb vielleicht folgende Variante:

    Ich darf heute freundlich zu mir sein.

    Für mich ist das schon mal ein guter Anfang. :D

    LG Manfred

    Hallo Melanie und Viola,
    danke für Eure Rückmeldungen.

    Zitat

    Ich denke aber, als erwachsener Mensch haben wir auch die chance, neue udn vor allem selbstgewählte Bahnen im Gehirn anlegen zu können, und wir sind nicht länegr davon abhängig, was früher da mal war....

    Ja, das sehe ich genauso.
    Ich habe das in den vergangenen 20 Jahren auch schon häufiger so erlebt, dass ich mit bestimmten Situationen heute anders umgehe als früher. Ich erlebe mich da mit einem größeren Handlungsspielraum.

    Zitat

    die Tatsache, dass wir uns von unserem süchtigen Verhalten abewenden konnten, und dass wir trotz der Suchterfahrungen nun trocken leben können, sagt da ja schon einiges!

    Ob ich mich so ganz von meinem süchtigen Verhalten abwenden kann, da bin ich mir nicht so sicher.
    Bei mir tauchen da immer wieder süchtige Merkmale auf.
    Ein gewisses Übermaß an Kontrollverhalten beispielsweise.
    Glücklicherweise fällt es mir heute (früher) auf, und ich frage mich dann: Muss ich da jetzt die Kontrolle behalten oder kann ich „Es“ oder die „Anderen“ auch einfach mal so lassen?

    LG Manfred

    Danke, Linde, zerfreila und Melanie. :D

    Nochmal zum „Balancierungsprozess“:
    Es gibt da in meinem Inneren „Gewichte“ bzw. Gewichtiges, dass mal schwerer und mal leichter wiegt, und dabei in ständiger Bewegung ist.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn die „Gewichte“ aus der Balance geraten, dass Langsamkeit eine gute Antwort darauf ist.
    Es fällt mir leichter mich wieder auszubalancieren, wenn ich mein Tempo verlangsame und auch mal innehalte.
    Langsames Laufen hilft da auch. Correns hat etwas von „Laufmeditation“ geschrieben. Ich hatte das so ähnlich auch schon mal beschrieben. Durch dieses leichte, langsame „Schaukeln“ beim Laufen findet m.E. auch eine „neurobiologische Ausbalancierung“ statt.
    Ich sollte das wirklich regelmäßiger machen ... :oops:


    Zum Thema „Umgang mit „alten“ Erlebnissen“ (da das hier im Forum auch immer wieder Thema ist):
    Ich gehe davon aus, dass es genauso wie es ein Suchtgedächtnis gibt auch ein „Kindheitsgedächtnis“ gibt.

    Das Suchtgedächtnis ist ja den Meisten hier bekannt. Kurz gesagt sind es alle Erinnerungen/Situationen, die mit/bei dem Konsum von Alkohol in Verbindung gebracht werden.
    Wenn jemand über einen langen Zeitraum Alkohol als Schutz- bzw. Betäubungsmittel eingesetzt hat, dann hinterlässt das eben seine Spuren im Gedächtnis.

    Ähnlich verhält es sich m.E. mit dem Kindheitsgedächtnis.
    In den ersten Lebensjahren werden viele grundlegende „Verschaltungen“ der 100 Milliarden Nervenzellen des Gehirns festgelegt.
    Bei jeder Interaktion zwischen Säugling/Kleinkind und Umwelt (Eltern, andere Menschen, Umfeld, etc.) werden bestimmte Verbindungen im Gehirn gebildet. Wiederholen sich bestimmte Eindrücke, Wahrnehmungen und Erfahrungen, so schleifen sich bestimmte Bahnen ein. Es bilden sich also Prägungen, Konditionierungen und „Botschaften“.

    Lange Zeit sind uns diese Prägungen nicht bewusst. Wir leben einfach damit. Jede/r auf seine Weise.
    Bis … ja bis wir beispielsweise ein süchtiges Verhalten entwickelt haben.
    Süchtiges Verhalten (ob nun stofflicher oder nicht-stofflicher Art) ist m.E. immer auch ein Schutzverhalten.
    Wir schützten uns damit unbewusst vor den für uns bedrohlichen Erlebnissen, Erfahrungen und Gefühlen, denen wir in unserer Kindheit ausgesetzt waren, und auf die wir keine angemessene, für uns dauerhaft gesunde Antwort finden konnten.

    Und nun?

    Nun haben wir die Möglichkeit uns diese Prägungen anzusehen.
    Wir haben die Möglichkeit eine andere Antwort auf unsere Prägungen als Sucht zu geben, im Sinne von Ver-antwortung für uns zu übernehmen.
    Wir haben die Möglichkeit herauszufinden was wir denn wirklich brauchen, was denn unsere tieferen Bedürfnisse sind, unabhängig von all diesen Botschaften, die uns vermittelt wurden (und häufig auch noch werden).

    Jetzt ist das mit dem Kindheitsgedächtnis ähnlich wie mit dem Suchtgedächtnis: Es ist ziemlich hartnäckig.
    So leicht lassen sich alte Prägungen nicht einfach dauerhaft verändern (insbesondere dann nicht, wenn sie vor dem Spracherwerb erfolgten).
    Und meiner Kindheit kann ich auch nicht aus dem Weg gehen. Die habe ich ja immer bei mir/in mir.
    Dieser „kleine Manfred“ in mir, mit seinen kleinen und großen Bedürfnissen, den kann ich ja jeden Tag spüren. Ich habe schon einmal geschrieben, dass mich das manchmal überfordert, aber so langsam kann ich mich mit ihm anfreunden. :D

    Ob, wann und in welchem Maße sich jemand mit diesen alten Prägungen beschäftigt, das darf selbstverständlich jeder für sich selbst herausfinden.
    Ich bin mir auch nicht sicher, ob das im Einzelfall immer hilfreich bzw. nötig ist.

    Mir hat es jedenfalls geholfen, dass ich vor ca. 2,5 Jahren eine Traumatherapie begonnen habe, in der ich mich schrittweise diesen alten Prägungen und Mustern angenähert habe.
    Ich verstehe bestimmte Zusammenhänge noch besser, und das Wichtigste: Ich konnte mich auch auf der Gefühlsebene diesen alten Prägungen annähern.
    Es war und ist ein ständiger innerer Befreiungsprozess.

    LG Manfred

    Hallo Melanie und Marion,
    danke für Feedback und Daumendrücken.

    Das Ergebnis der Biopsie war negativ, also für mich positiv.
    Ich hatte heute nochmal ein ausführliches Gespräch mit meinem Arzt, in dem wir auch über andere Ursachen der Werteerhöhung gesprochen haben.
    Es gibt da auch plausible andere Gründe, auf die ich hier im Einzelnen nicht eingehen möchte.
    Ich bin in jedem Fall froh und erleichtert, dass der Krebsverdacht sich nicht bestätigt hat.
    Ich werde das jetzt in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.

    Schönes Wochenende allerseits!

    LG Manfred

    Hallo Marion,

    Zitat

    Trotzdem ich muss es so sagen, verstehst du ( Manfred) mich wirklich

    Ob das wirklich so ist, da bin ich mir nicht so sicher.
    Ich verstehe mich selbst ja nur ansatzweise :wink:
    Ich kann halt einigermaßen mitschwingen :D

    Alles weitere von mir dann, wie üblich, in "meinem" Thread.

    Schönes Wochenende!

    LG Manfred

    Hallo Marion,

    Zitat

    aber beim Lesen und anschließenden Erkennen (durch Fühlen nicht durch den Intellekt) woher meine seelische Einsamkeit kommt, nahm das meinen Gefühlen einen großen Teil der Schwere.

    Mir erging das ganz ähnlich als ich kürzlich das Buch "Verlassenheit und Selbstentfremdung" von Kathrin Asper (hatte ich glaube schonmal erwähnt) las.
    Das Buch ist im offiziellen Handel derzeit vergriffen. Ich habe es mir übers Internet beim antiquarischen Buchhandel bestellt.
    Lt. Auskunft eines Buchhandels soll es im September neu aufgelegt werden.

    Auch Dir eine gute Nacht!

    LG Manfred

    Hallo Matthias, Melanie und Viola,
    vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

    Zu meinem kleinen Zusammenbruch in der Praxis:
    Von dem Krebsverdacht wusste ich ja schon vor der Biopsie. Deshalb wurde sie ja gemacht.
    Ich hatte dazu auch ein ausführliches Gespräch mit meinem Arzt, der mich darin auch über den Umgang mit einem tatsächlichen Krebs aufklärte. Außerdem habe ich mich zusätzlich im Internet informiert.
    Ich weiß also, dass man (ich) mit diesem (eventuellen) Krebs auch alt werden kann, mit Behandlung oder ohne, je nach Bösartigkeit der eventuellen Krebszellen.
    Ich habe mich in der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht panisch gefühlt.

    Ich glaube, dass der Zusammenbruch andere Gründe hatte. Das Stichwort „Reizung des Vagusnerves“ hatte ich ja schon geschrieben.
    Ich werde die Klärung bei meinem nächsten Termin am Freitag weiterführen.
    Über weitere Einzelheiten und Hintergründe möchte ich an dieser Stelle erstmal nicht weiterschreiben.

    Zu „Grandiosität und Depression“:
    Ich schrieb ja, dass ich dabei bin eine Balance zwischen den beiden Polen zu finden, mit einer eher größeren Tendenz zur Depression.
    Ich gehe nach wie vor davon aus, dass je bewusster mir bestimmte Zusammenhänge sind, desto eher habe ich die Möglichkeit mich dazu entsprechend zu verhalten.
    Soooo dramatisch bzw. existentiell gefährdend waren die Ausschläge in die eine oder andere Richtung in den letzten 20 Jahren ja glücklicherweise nicht.
    Offensichtlich ist mir da eine gewisse Balance schon gelungen, wenn es auch nicht immer das „gesunde Mittelmaß“ war.
    Der Balancierungsprozeß geht weiter …

    Danke nochmal für Euer Daumendrücken und Mutmachen.

    LG Manfred

    Hallo Melanie, Sonnenblume, Viola und Matthias,
    vielen Dank für Eure Beiträge.

    Das Thema „langsamer, tiefer, näher“ beschäftigt mich weiter.

    Je langsamer und tiefer ich mir näher komme, desto deutlicher spüre ich meine Bedürfnisse und Gefühle, die für mich lebensbestimmend waren und sind.

    Angst, Wut, Trauer und Scham spielen dabei eine zentrale Rolle.

    Ich kann diese Gefühle nach und nach besser alten und neuen Lebensereignissen bzw. nicht/erfüllten Bedürfnissen zuordnen.

    Jetzt sind das ja Gefühle, die jeder Mensch hat. Der Unterschied besteht m.E. im Grad der Ausprägung und dem entsprechenden Umgang damit.

    Der Grad der Ausprägung hängt, nach meiner Auffassung, mit den prägenden ersten Lebensjahren zusammen. Und der Umgang damit wird m.E. von den vorhandenen Ressourcen bestimmt.

    Sollte mich demnächst mal jemand fragen, wie es mir geht, dann könnte ich folgende Antworten darauf geben:

    Die psychoanalytische Antwort:
    Ich bin ein frühkindlich narzisstisch gestörter Mensch, der dabei ist sein „Ich“ herzustellen, in dem ich u.a. versuche eine Balance zwischen Grandiosität und Depression herzustellen. Ich bewege mich dabei häufiger näher im Bereich der Depression, da Grandiositätsgefühle für mich riskanter sind im Bezug auf meine Alkoholkrankheit.
    „Depressionsähnliche“ Gefühle halten mich „näher am Boden“. Das mag ein wenig düster klingen. Ist es manchmal auch, aber nicht immer.

    Die „poetische“ Antwort:
    Ich bewege mich überwiegend im Reich der Melancholie und freue mich über jeden heiteren Moment.

    Die „konkrete“ Antwort:
    Ich vermisse, nach wie vor, ein Gefühl von Zugehörigkeit und das Eingebundensein in regelmäßige (mir gut tuende) Strukturen und Abläufe.


    Noch Etwas sehr Konkretes:
    Letzte Woche hatte ich eine Gewebeentnahme (Biopsie) aufgrund eines Krebsverdachts (der „klassische“ Männerkrebs). Weitere Einzelheiten und die ziemlich blutigen Folgen der Biopsie möchte ich hier nicht im Einzelnen beschreiben.
    Nach der Biopsie hatte ich einen „kleinen Zusammenbruch“: Plötzlich auftauchender starker Schwindel, starkes Schwitzen und starke Übelkeit zwangen mich, mich noch ca. 1 Stunde in der Praxis hinzulegen.
    Ich hatte derartiges noch nicht erlebt, und war ziemlich erschrocken.
    Das Team (Arzt und Mitarbeiterinnen) in der Praxis hat sich dabei sehr gut um mich gekümmert.
    Eine Mitarbeiterin blieb ca. die ersten 15 Minuten neben der Liege sitzen und hat alle 5 Minuten den Blutdruck gemessen. Auch der Arzt schaute immer wieder mal vorbei und maß den Blutdruck.
    Er erklärte den Zusammenbruch mit „mögliche Reizung des Varusnerves“.
    Zu einem weiterführenden Klärungsgespräch war ich kaum in der Lage. Ich werde das bei meinem nächsten Termin machen.
    Ich war froh, dass ich nach einer Stunde soweit wieder hergestellt war, dass ich nach Hause fahren konnte.
    Mich hat dieses Erlebnis ziemlich nachhaltig erschüttert.
    Es hat mir gezeigt, wie schnell man (ich) die Kontrolle über „selbstverständliche“ Körperfunktionen verlieren kann.
    Das Ergebnis der Biopsie erhalte ich im Laufe der Woche.
    Egal wie es ausfällt, ich werde einen Weg finden damit umzugehen.

    LG Manfred

    Hallo Matthias,
    ich stelle immer wieder fest, dass wenn ich bestimmte Gefühle und Stimmungen nicht haben will, dass ich dann häufig nach einer schnellen „Lösung“ suche, die mein Gefühl bzw. meine Stimmung verändern soll.

    Es ist dieses „Ich muss jetzt schnell etwas „machen“, dass Gefühl bzw. Stimmung sich verändert.“

    Genau genommen ist das auch ein „wegmachen“ von Gefühlen. Wobei es dann häufig auch eher ein Abwehren der Gefühle ist.
    Das ist in manchen Situationen auch durchaus sinnvoll, beispielsweise wenn bestimmte Gefühle mich zu „überfluten“ drohen.

    Künftig möchte ich bestimmte Gefühle auch mal länger zulassen können, ohne nach einer schnellen Lösung zu suchen.
    Im Rahmen meiner Traumatherapie ist mir das auch schon schrittweise gelungen. Es ist ein „rantasten“ an lange verdrängte und abgewehrte Gefühle, die etwas mit unerfüllten Bedürfnissen in der frühen Kindheit zu tun haben.

    Ich habe ziemlich lange nach dem Motto gelebt: schneller, höher, weiter (das gilt ja nicht nur bei Olympia, sondern ist ja auch ein Motto unserer Zeit).
    Künftig möchte ich mich mehr diesem Motto nähern: langsamer, tiefer, näher.

    Uns allen ein schönes, trockenes Wochenende (mit oder oder ohne Olympia).

    LG Manfred

    Hallo Matthias, Marion, Melanie und Uwe,
    vielen Dank für Eure Beiträge.

    Nochmal zu folgendem Satz:

    Die Quelle meiner seelischen Verknotungen ist das Kostbarste, was ich habe.

    Mit „kostbar“ meine ich, dass ich einen für mich verstehbaren, fühlbaren und benennbaren Ausgangspunkt habe, der für mich vor allem auch sinnstiftend ist.

    Wenn ich die inneren Schatten ein wenig aufhellen und integrieren kann, dann ist das für mich schon o.k.
    Je weniger ich sie „weg“ haben will, desto kleiner werden sie.
    In dem Maße wie ich gegen bestimmte innere (und auch äußere) „negative Gestalten“ kämpfe desto präsenter werden sie.
    Hoffentlich fällt mir das auch beim nächsten Kampf ein ... :wink:

    Ich werde mir mal wieder meine Ressourcen genauer ansehen … :D

    LG Manfred