Beiträge von elke1961

    Liebe Martha,

    ja- ich lebe noch.
    Im Moment hab ich ohne Anlass einen Tiefpunkt.
    Vielleicht, weil alles nicht so klappt, wie ich es möchte.
    Ich habe heute bei der Diakonie angerufen. Das war schon ein Kraftakt- ich hatte das Telefon in der Hand und lief hin und her und dachte daran, was ich sagen würde. Und als ich mir das so überlegte, kamen die Tränen und der Mut verschwand. Endlich hatte ich mich doch überwunden.
    Morgen könnte ich zur offenen Sprechstunde der Suchtberatung und man hat mich auch gleich telefonisch zur Schuldnerberatung weiter gestellt.
    Bei der Schuldnerberatung konnte man mir auch nicht wesentlich mehr Tips geben, als ich hier im Forum erhalten habe.
    Ich habe mal wieder meine Finanzen überschlagen und mir Immobilien im Internet angeschaut.
    Das- was ich mir vorstelle, kann ich niemals umsetzen.
    Dann überlegte ich, ob ich heute in eine Selbsthilfegruppe gehe und da kamen schon wieder die Tränen: Ich hatte das Gefühl, wenn ich in diese gemischte Gruppe gehe, dass ich da nicht hingehöre, da ich ja bald nicht mehr mit einem Alkoholiker zusammen lebe.
    Dann kam er ins Wohnzimmer, fragte, was ist. Ich erklärte, dass sich jetzt MEIN Leben ändern wird und ich noch gar nicht weiß, wie ich das schaffen soll.
    Er stand nur auf und ging, um irgendwelche anderen Sachen zu machen. Ohne Kommentar oder so.

    Ich fühle mich so allein, weiß nicht, wo ich hingehöre, bin nicht mehr zuhause hier, habe Angst, bin enttäuscht, weiß nicht, wie es weiter gehen soll.
    Ich fühle mich gefangen. Ich kann nicht aktiv auf fremde zugehen und Hilfe einfordern.

    Ich bin so kraftlos heute.

    Liebe Grüße
    Elke

    Oh Fliegender Stern!!!
    Der Anfang deiner Geschichte ist genau meine Geschichte. Ich wunderte mich auch, dass er jeden Abend seine Bierchen trank und seine Entschuldigung, dass ihm das schmeckt, nahm ich allzu gerne an.

    Und die Junggesellenbude: Mann hab eich in SEINER Bude geschruppt:
    Einerseits, weil es mich störte, wenn ich da war, andereseits auch, um Anerkennung zu bekommen.

    Und nach unserem Zusammenzug habe ich schon früh gespürt, dass es ein Fehler war, aber mir noch 13 Jahre lang etwas vorgemacht.

    Boh- mit der Katze- das ist ja schlimm. Da werde ich wütend. omisch, das wir erst dann handeln können, wenn es nicht mehr ganz offensichtlich um uns geht.
    Wir sind ja leidensfähig und können selbst Aggressionen gegen uns zulassen.

    Wenn meiner mal mit den Kiddys geschimpft hat, konnte ich sofort immer in Verteidigungsstellung gehen. Nie hat er sich für sie eingesetzt oder etwas für sie getan, dann hatte er ihnen auch nichts zu sagen.

    Können wir nicht auch mal für uns so denken?

    Und ich kann dir auch Geschichten erzählen:
    Nach Beendigung seiner Affäre sollte er Besuch von seiner Familie bekommen. Ich wusste nichts davon, und zog mir meine Gartensachen an und machte mir einen Zopf. da sagte er zu mir. Ich glaube , ich muss mal wieder fremd vö....... gehen, damit du dich immer schön machst.
    Ich bin im Garten geblieben, weil ich so geheult hatte und habe im Regen Bäume geschnitten. Prompt kam später der Vorwurf, dass ich seiner Familie noch nicht mal "Guten Tag" sage, ich solle sie anrufen und mich entschuldigen. Habe ich natürlich nicht gemacht.
    Meine Güte, wir können hier richtige Schauergeschichten erzählen.

    Ich versuche nun zu schlafen.

    Ganz liebe Grüsse

    Deine Elke

    Hiswife..
    ....mich auch.
    Meine Güte, wie es doch die Kleinen schaffen, einem zum Lächeln zu bringen.

    Heute war gut, dass ich noch 2 Wochen Krankenschein bekommen habe (mein Arzt hat auch Samstags auf) und mich noch ausruhen darf.
    Ich habe heute gefaulenzt, nur gemacht, worauf ich Lust hatte, viel ferngesehen und keinmal geheult habe.

    LG
    Elke

    Zitat von hiswife


    "mann" liegt übrigens gerade neben mir und pennt-volltrunken...

    ich muss ehrlich sagen, im moment spiele ich halbwegs brave ehefrau. damit ich meine ruhe habe und MEINE zukunft planen kann. der gedanke ohne ihn zu leben beruhigt mich irgendwie.

    Hallo Sanni,

    halte dir das immer vor Augen, dann wirst du deine Stärke wieder finden.

    Gefährlich sind nur die Tage, an denen der Partner ruhig ist und brav "spielt", weil wir dann wieder falsche Hoffnungen haben.

    Liebe Grüße
    Elke

    Liebe Martha,
    ich freue mich auf dich.

    Morgen ist mein Hundewandertag.
    Also mal wieder etwas reale Welt.

    Ich glaube manchmal, er braucht etwas länger, bis er kapiert hat, wie weh er mir tut. Heute hat er für mich mal was mitgekocht, weil er wohl doch mal bemerkt hat, dass es mir echt schlecht geht und ich die letzten zwei Nächte wieder mal nicht geschlafen habe.

    Auch war ich nicht einkaufen, meine Kleine schläft heute bei ihren Freund und ich "knabber" mich nur mal so durch, wenn ich merke, dass ich untezuckere.

    Aber-- ich trinke viel Volvic!

    Da hat er eingekauft. Das wird er mir mal irgendwann auf´s Butterbrot schmieren, aber es ist mir egal. Sagte er doch immer, er hätte nieeeeeeee von mir verlangt, dass ich dieses oder jenes mache. Witzig!

    Hab ich doch immer alles von selbst gemacht und wenn er etwas wollte und ich nicht sofort gesprungen bin ( hab ich extra nicht gemacht), drohte er mit Konsequenzen.

    Gut war, dass ich ihn gestern einmal voll überzeugt gesagt habe, dass ich das nicht verdient habe!!!!!
    Und der Meinung bin ich jetzt! Ich habe so was nicht verdient! Ich bin mehr wert, auch wenn es mir im Moment sch.... geht. So etwas muss ich nicht mehr mitmachen.

    Nun werde ich ein wenig schlafen. Ich hoffe, es klappt.

    Ganz liebe Grüße und ein "Drück-Dich"

    Elke

    Zitat von Zimt


    Trotzdem möchte ich gerne für mich erkennen, was das für ein komisches Spiel ist, dass wir da spielen. Und wie die Regeln sind. Denn nur, wenn ich das erkenne, kann ich es verändern. Dazu muss ich aber erst mal verstehen, welche Rolle ich dabei inne habe.

    Liebe Zimt,

    es ist das Spiel:
    Solange wir ihnen ein wenig geben, was sie wollen (Wie speedy sagt: Aufmerksamkeit), geben wir uns selbst auch ein wenig Hoffnung.

    Es kann entweder die Hoffnung sein, dass die Beziehung zu ihm eine gute wird
    oder die Hoffnung, dass wir doch alles richtig machen
    oder die Hoffnung, dass wir selbst noch gute Menschen sind.

    Wäre dieser Mensch dir absolut gleichgültig, wärest du selbstbeswusst und du wüsstest um seine Motivation- lediglich deine Aufmerksamkeit und Mitgefühl zu erhalten- könntest du ohne Kommentar auflegen.

    Aber solange wie wir uns tatsächlich nicht weiterentwickelt haben, ist es ganz natürlich dieses Spiel zu spielen. Weil wir hier doch ein wenig über die Regeln Bescheid wissen.
    Sobald wir aber eine Regeländerung einbringen wollen, wird es immer ein Risiko für uns. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt und es kann sein, dass wir dieses Spiel verlieren.

    Ganz liebe Grüße
    Elke

    Lieber fliegender Stern,

    ja - es ist ganz weiß hier.

    Mann- ich sollte auch mal wieder aus gehen.
    Aber ich weiß gar nicht, mit wem? Ich will mich nicht an die Beine meiner Töchter binden- ist nicht meine Altersklasse.
    Meine Hundefreunde gehen schon mal aus, da werde ich nächste Mal zusagen.

    Alles Liebe- bis später mal

    Elke

    Zitat von Ette

    Ich kann meine eigenen Gedanken, Hoffnungen und Träume eins zu eins wiederfinden. Schreiben kann ich dazu nur mehr selten. Denn meine Erfahrungen wird jemand, der selbst noch so tief in seiner Co-Abhängigkeit steckt, nicht annehmen wollen. Und ich bin es leid, immer und immer wieder die gleichen Fakten zu schreiben. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen.


    Liebe Ette,
    schön, dass du schreibst.
    Du hast recht, wenn man tief in der Abhängiggeit steckt, kann man nicht so einfach von den Erfahrungen anderer etwas annehmen. Es ist wichtig, eigene Erfahrungen zu machen.

    Das Leid mitteilen zu können und sich mit jemanden auszutauschen, hat mir unheimlich geholfen und nach und nach die Augen geöffnet. Hier ist ein Ort, an dem sich die noch "Leidenden" verstanden fühlen und Unterstützung bekommen.

    Es ist gut, dass du in deiner emotionalen Entwicklung soweit bist, dass du sagen kannst: Ich stehe nicht mehr an dem Punkt- ich habe mich weiter entwickelt.

    Für mich ist es wichtig, erst einmal erkannt zu haben, was los ist. Erkannt zu haben, dass ich nicht das Leben eines anderen nach meinen Wünschen formen kann. Die Tat muss nun folgen. Aber wie du auch schreibst, ist es ein ständiger Lernprozess.

    Umso schöner ist es auch mal, wenn diejenigen, die es geschafft haben, als "glücklicher" Single durchs Leben zu gehen, ihre Erfahrungen mitteilen.
    Denn das ist es, was Hoffnung gibt. Nicht, um mit seinen Partner weiter zu leben, sondern es zu schaffen, glücklich alleine zu leben.

    Vielen Dank

    LG
    Elke

    Zitat von pedi1970

    Vielleicht kannst Du erstmal dort wohnen bleiben, Dich abgrenzen und Dich erstmal wieder stabilisieren? Dann findest Du die Kraft, Dich weiter um Deine Wohnsituation etc. zu kümmern.

    Liebe Pedi und alle anderen Lieben!

    Er möchte, am liebsten, dass ich sofort ausziehe und macht Druck. Täglich fragt er, ob ich schon eine Wohnung habe. Im Februar habe er Urlaub und könne mir beim Auszug helfen, ob ich dann schon so weit wäre.

    Deutlicher kann er mir nicht zeigen, dass er mich loswerden will.

    Im Gegensatz tut er nichts, um die finanzielle Seite zu klären. Da es aber wichtig ist, um auszuziehen zu können, stelle ich im Gegenzug immer eine Forderung nach Klärung.

    Jetzt ist er täglich im Internet und sucht ganz offen eine Freundin- ohne es zu verbergen.

    Daraufhin war ich gestern ganz schön fertig und habe ihn gebeten, Rücksicht zu nehmen. Das ertrage ich nicht. Dann fährt er ins Tierheim, um sich einen neuen Hund auszusuchen.

    Das verletzt mich, dass er meint, er könne alles austauschen. So wenig haben ihn die letzten 13 Jahre bedeutet. Mit einem Wisch alles weg. Könnte ich es doch auch. Dann wäre aber immer noch der Kampf ums finanzielle Überleben.

    Ich versuche mich abzugrenzen, aber dann kommt er mit immer neuen Schoten, die mir weh tun.

    Er sagt, dass er ja auch nicht von mir erwartet, dass ich alleine bleibe. Wie nett!

    Und dann diese Reibereien, Streitereien. Spreche ich nicht, bin ich wieder "drauf". Spreche ich, ist es nicht okay, was ich sage.
    Z.B. hat einer unserer Hunde gestern fordernd gebellt, weil er spielen wollte. Damit er ruhig ist, hat Ex ihm ein Stück Futter gegeben. Ich meinte daraufhin, dass er ihn damit bestätigen würde, dass er bellt und das falsch wäre.
    Oje- Kritik geübt, er hats persönlich genommen und schon wieder Streit.

    Er achtet nicht, er respektiert mich nicht, er nimmt keine Rücksicht, er zeigt, dass ich ihm nichts bedeute. Er arbeitet daran und wartet nur darauf, dass ich weg bin....Aber eigendlich war er schon immer so!
    Wieder einmal soll ich diejenige sein, die alles in die Hand nimmt und von alleine regelt. Die alleine aus dem Mist rauskommt.

    Er kommt aus der LZT und zwei Tage später will er sein Leben ändern und meint, dass ich es umsetzen soll. Typisch- nicht wahr?

    Am Montag werde ich die Diakonie anrufen.
    Meine Tochter hat meinen neuen Arzt getroffen und er hat sich nach mir erkundigt. Als sie ihm sagte, dass ich besser aussehe und schon etwas schlafen kann (obwohl die letzten 2 Nächte mal wieder nichts waren), war er beruhigt. Dann erzählte sie ihm, dass ich noch hier wohne und der Stress erst los geht, war er entsetzt. Er hatte es nicht ganz rausgehört bei unserem Gespräch, weil ich nur sagte, dass ich mich trennen werde.

    Auf jeden Fall verlängert er noch meinen Krankenschein. Ich schaffe es nicht, den ganzen Tag wieder arbeiten zu gehen und dann nach "Hause" in dieses Elend zu kommen, nicht schlafen zu können, meist nur zu Heulen, mich um Klärung zu kümmern, eine Wohnung zu suchen, Sachen einzupacken und dann noch mit mir selbst zu beschäftigen.

    Das ist im Moment alles zuviel. Langsam fange ich an, zwei oder drei Stunden schon irgendetwas zu machen. Aber mehr kann ich nicht. Und ich bin froh, wenn ich draußen in der realen Welt schon ein paar Stunden "überlebe".

    Irgendwie habe ich auch Angst, dass ich mich zu intensiv mit meinen Sorgen beschäftige. Mein Gefühl sagt, dass ich es brauche. Mein Kopf sagt, lenke dich ab. Und so zwinge ich mich ein wenig, nach meinen Kopf zu handeln. Auch, wenn ich es noch nicht solange kann.

    Eines ist aber schon zu 90% in meinen Kopf und Herzem verfestigt: Ich trenne mich. Die restlichen 10% warten immer noch auf ein Fünckchen Hoffnung. Und sobald die räumliche Trennung geschafft ist, kann ich vielleicht auch diese restlichen % einfach "wegwischen"..


    Liebe Grüße
    Elke

    Hallo,

    mir tat heute gut, bei meiner Tochter zu sein. Es tat gut, weil diese Stunden normal waren, andere Leute zum renovieren da waren und ich raus aus dem Haus war.

    Dann tat mir gut, dass meine Schuhe nach zwei Jahren umgetauscht worden sind, weil sie nicht mehr wasserdicht waren. 1 Paar neue Schuhe also!

    LG
    Elke

    Hallo du armes, krankes Marthalein!

    Ich gebe dir in fast allen Punkten Recht.

    Nein- Ich kann nur für mich sprechen: Ich will nicht mehr in der Belastung leben, aber ich trauere.
    Ob unsere Männer nicht nachdenken? Manchmal erkenne ich auch eine Strategie. Aber die ist so egoistisch, dass sie wirklich nicht merken, was sie auslösen. Das ist genau das, was verletzt.

    Lach- du hat gut beobachtet, dass es reicht, nur in einem Thread zu schreiben. Da haben sich ja welche gefunden, nicht wahr?

    Ich wünsche dir gute Besserung und freue mich, dass die doch trotz deiner Krankheit meldest.

    LG
    Elke

    Ich fange mal an:

    Ich habe es heute geschafft, aus meiner Starre zu erwachen.
    Einige kaputte Sachen genäht und ein paar Kisten gepackt.

    Es war gut, weil ich in den letzten Wochen wie gelähmt war.
    Es war gut, weil ich mich von diesem Haus langsam löse.
    Es war gut, weil ich das Gefühl hatte, dass ich langsam wieder "normal" werde.

    LG
    Elke

    Anlass dieses Thread ist, das wir oftmals nicht sehen, was der Tag Gutes gebracht hat.

    Wir verschließen oft die Augen voller Sorge, Schmerz und Trauer vor dem, was uns doch eigendlich gut gelungen ist, was an dem heutigen Tag schön war.

    Gerade diese Augenblicke sollten wir uns bewusst machen, damit sie uns Kraft geben, alles "durchzustehen".

    Meist haben wir ein Ziel vor den Augen und vergessen dabei das "Hier und Jetzt".

    Der Weg ist das Ziel!

    Ich hoffe, ihr schreibt fleissig. So können wir gegenseitig erkennen, welche kleinen Dinge uns doch erfreut haben oder zumindest in die Normalität gebracht haben.
    Es soll nicht ein Thread werden wie "Was mir gut tut". Das wissen wir eigendlich, aber setzen es meist nicht um. Lasst uns die Augen öffnen und am Abend schauen, was der Tag uns Gutes gebracht hat.


    Liebe Grüße
    Elke