Beiträge von Kaleu

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    Es tut mir gut und manchmal erschrecke ich, wie viel Kraft all die Jahre für dieses MÜSSEN drauf gegangen ist.

    Das war für mich auch eins der erschreckendsten Dinge überhaupt, für wie normal ich es hielt, Rollen zu spielen, fest in dem Glauben verankert, Rollen spielen zu müssen. Dass dies meine Aufgabe sei.

    Das war von kindheit an erlernt, incl. der Überzeugung, Rollen spielen zu müssen, da ich sonst niemals von anderen menschen akzeptiert werde.

    Es spielte dabei keine Rolle, was für eine Rolle ich annahm. Die des treusorgenden Vaters, die des braven Sohnes, die des aufopferungsvollen Partners.

    Das zog sich durch mein gesamtes Leben, überall, bis in den letzten Winkel. Ich hab gespielt, eine Person zu sein, von der ich glaubte, sie sein zu müssen. Und so vollautomatisiert, daß ich lange brauchte um das überhaupt zu bemerken.

    Mit meinen Eltern hatte ich so ca. ein bis 2 Jahre überhaupt keinen Kontakt weil's für mich gar nicht anders möglich war. Diese Zeit hat schon sehr viel für mich verändert.

    Heute kann ich einen guten, aber dennoch begrenzten Kontak zu meinem Elternhaus halten. Und der macht mich lange nicht mehr so fertig.

    Trotzdem, bestimmten Menschen gegnüber, meiner Mum zum Beispiel, falle ich immer und immer wieder in diese alten Rollen zurück. Ich werf's mir nimmer vor. Es ist nur noch eine alte - aber auch unangenehme - Angewohnheit.

    Trotzdem passierts unmerklich. Bestimmte Schlüsselmomente und ich befinde mich wie auf Schinen und merks gar nicht. Ich merke nur, daß es mir plötzlich schlechter geht und dieses Gefühl des schlechter gehens zunimmt. Dann weiss ich, ich spiel wieder eine Rolle und bin weit weg von mir, von dem der ich bin.

    Meine Mum mache ich dafür allerdings heute nicht mehr verantwortlich. Sie ist nur meine Mum. Mehr nicht. Ich bin ja der, der die Rolle spielt, selbst wenn ich's nicht absichtlich tue.

    Eine liebe Freundin nannte es mal - mein Kryptonit - und darüber musste ich lachen und so kann ich es auch akzeptieren.

    Lange hab ich versucht, mich zu zwingen, daß doch zu können, bei mir zu bleiben, auch gegenüber Menschen, bei denen ich in Rollen falle. Das hat alles noch schlimmer gemacht, bis ich gemerkt habe, das ist das gleiche wieder. Nur versuch ich dann die Rolle eines Menschen zu spielen, der das Problem was ich habe nicht hat.

    Ich hab für mich einfach akzeptiert, zumindest im Moment, gibt's ein Kryptonit für mich vor dem ich besser einen gesunden Abstand halte.

    Ich mag mich auch mit meinem Kryptonit :)

    Und es gibt Menschen, die mögen mich genau dafür, daß ich eben Schwächen habe. Und nicht perfekt bin.

    Und ich mag menschen, die Schwächen haben und nicht perfekt sind.

    Kryptonit haben, ist irgendwie menschlich. Und menschlich sein, ist schön. Denn das macht mich erst zu dem kerl, der ich bin und den ich gern hab.

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    Klingt nach einer Entschuldigung - vielleicht.

    Ach, finde ich gar nicht. Das hat wohl Jeder gemacht nachdem das erste Mal der Schleier von den Augen weg war. Man hat zwar längst einen verkohlten Arm, aber bisher war der Griff auf die heisse Herdplatte ja vollautomatisch. Da fragt man sich dann gerne mal, kommt der verkohlte Stumpf da an meiner Seite denn nun wirklich von der heissen Herdplatte?

    Und dann wird erstmal mit vollem Bewusstsein drauf gegriffen.

    Ich hab das so um die 7.364.381 mal gemacht. Gefühlt glaube sogar noch ein paar mal mehr :D :D :D

    Aber damit nicht genug, irgendwann wusste ich, die Herdplatte ist heiss und ging in meinem Grössenwahn davon aus, ich könne es lernen drauf zu fassen ohne mich zu verbrennen.

    Jeder hat so seine eigene Schmerzgrenze und stolpert seine ersten Schritte ziemlich zusammen.

    Tu Dir selbst nur den Gefallen, selbst wenn Du morgen bei ihr wieder einziehst weil auf einmal alles wieder gut wird, nicht ganz zu vergessen, daß Du auch Ansprechpartner ausserhalb der Ehe hast auf die Du zurückgreifen kannst.

    Es ist ja nichts verurteilenswertes, an seiner Ehe festzuhalten oder zu hoffen oder sich zu wünschen, daß es doch noch gut kommt.

    Ich habe eben Deine Frage bei den Lebensmitteln mit/ohne Alkohol gesehen, mag Dir aber dennoch hier antworten. Ich hab zwar schon viel hier bei Dir geschrieben, muss aber gestehen nach dieser Frage die Du da gestellt hast, bin ich ernsthaft erschüttert.

    Bananen?

    Du willst tatsächlich Deinem Kind Obst vorenthalten?

    Weil Dein Mann ein Alkoholproblem hat?

    Und Du glaubst tatsächlich, Du würdest so etwas für die Familie tun?

    Nun, dann mag ich Deine Frage auch direkt beantworten die Du hast.

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    Welche typischen Kinderprodukte kennt ihr noch die meinen Lebensgefährten triggern könnten und daher aus dem Haus verschwinden müssen?

    Alle Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten dürfen Dein Mann, Du und Dein Kind nicht mehr zu euch nehmen. Denn im Moment des Kauens und der Berührung mit Speichel beginnt sofort und unvermeidlich der Gärungsprozess da die dafür benötigten hefen Teil der Mundflora sind und jeder Zucker oder Mehrfachzucker sofort von diesen aufgenommen wird. Es genügt also der Biss in eine Scheibe Brot und es entsteht direkt im Mund Alkohol.

    Das heisst, ab sofort nur noch reines Fett bzw. reines Protein.

    Ihr werdet zwar in Kürze ernste Mangelerscheinungen haben, aber hey, was tut man nicht alles für die Trockenheit des Mannes.

    Ihr habt ein sehr ernstes Problem. Und wenn Du tatsächlich glaubst, Du würdest Deinem Kind etwas Gutes tun, diese Ehe so weiter aufrecht zu erhalten, obwohl Du bereits darüber nachdenkst, Deinem Kind Obst vorzuenthalten, dann hast Du ein sehr ernstes Problem.

    Du handelst absolut verantwortungslos Deinem Kind gegenüber und Deinem Mann gegenüber - ich kann es leider nicht anders sagen - vollkommen hörig.

    Während Dein Mann überhaupt keine Verantwortung für seinen Alkoholismus übernimmt sondern statt dessen den Alkohol verantwortlich macht und deswegen aus der Welt entfernen will.

    Es ist erschreckend, wie verantwortungslos Du mit Deinem Kind umgehst.

    Weil es hier so schön Thema war, was in der Beziehung passiert, wenn einfach nur der "böse Alkohol" weg ist, empfehle ich den heute eröffneten Thread von MariechenMariechen.

    Wenn Du mich fragst, säuft Dein Kerl bald wieder. Und natürlich bist Du dann schuld. Vermutlich weil Du eine Freundin angerufen hast, die vor 4 Wochen ein Glas Wein getrunken hat :D

    Der Alkohol dominiert euer Leben. Und alles hat sich dem unterzuordnen. Das war so als er gesoffen hat, und das ist jetzt so, wo er sein Trinkpäuschen einlegt.

    Naja, wenn Du so leben willst, ich hatte zwar eingangs den leisen Verdacht, das willst Du gar nicht, aber der große Sieg hat natürlich Vorrang.

    Wie schon gesagt, Hacken zusammen, Fahne hoch. Bis zum bitteren Ende!

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    Er hat schon mehrere Personen bei der Polizei angezeigt weil diese Alkohol an Minderjährige verkauft haben und hat eine Bürgerinitiative gegründet die den Fasching in unserer Gemeinde Alkoholfrei machen will.
    Es ist schwer hier in der Pfalz die von den Weinfesten lebt aber kämpft verbissen gegen den Alkohol.

    Die ganze Welt werdet ihr gemeinsam trockenlegen und vom Alkohol befreien! Alles wird gut!

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    Ja, aber ein trockener Alkoholiker braucht ein absolut abstinentes Umfeld. Ein trockener Alkoholiker wird nie trocken bleiben können wenn der Partner weiterhin wenn auch nur gelegentlich Alkohol in irgendeiner Form konsumiert.

    Weil Du ein Stück Torte isst?

    Ehrlich, ich hab ja nun schon den grössten Blödsinn gehört, aber der Alkohliker der rückfällig wird, weil seine Freundin ein Stück Schwarzwälder gegessen hat...also...also... Ich bin gerade echt sprachlos.

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    Mein LG kämpft jeden Tag. /quote]

    Und das ist das Problem. Er bleibt an der falschen Stelle stehen. Wenn es Kampf für ihn bedeutet, hat er noch nichts verstanden.

    [quote]Und ich glaube einfach, dass davonlaufen keine Lösung ist.

    Kampf bis zum bitteren Ende, bis alles in Trümmern liegt, die Kids einen Hau weg haben, Du durchdrehst und er wieder säuft weil er den Kampf verliert, das ist dann die Lösung, ja?

    Bei euch ist nur der Alkohol weg, sonst nichts. Verstanden habt ihr Beide aber nichts.

    Auch hier wird Dir Niemand helfen können, denn derzeit bist Du ja genauso radikal drauf wie er. Und irgendwelchen Argumenten nicht zugänglich. Jeder der die Beziehung in Frage stellt wird zum Feind erklärt.

    Das ist nunmal das ganz typische Verhalten in einer Suchtbeziehung.

    Merkst Du eigentlich Deine Ambivalenz? Du schreibst eingangs, wie schlecht es Dir geht. Und sofort schwenkst Du um. Alles nicht so schlimm. Alles eigentlich genau richtig wie wir das machen.

    Und Du orientierst Dich nur an Deinem Mann. Der Ärmste, der so kämpfen muss. Und Du die, die ihn auf seinem schrecklichen Weg retten will. Indem sie selbst zur radikalen Absitenz bekehrt wird. Und ein Verbrechen begeht, wenn sie mal 'n Stück Torte isst.

    Wo siehst Du den Unterschied zur Alkoholikerfamilie in der noch fleissig gesoffen wird?

    Ich seh da Keinen. Nach aussen Hui - innen pfui.

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    Wir haben einen gemeinsamen Sohn und ich Denke der Verdient es, dass die Eltern um die Beziehung bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus kämpfen.

    Zudem könnte mein LG auch Multiples Sklerose oder Diabetes haben und dann würde ich ihn ja auch nicht verlassen nur weil sich unser Leben nun von der Krankheit bestimmt wird.

    Jawoll. So spricht der wahre Co. Ich kämpfe! Ich gebe nicht auf. Mir geht's zwar mies, aber ich kämpfe weiter. Alles für den partner! Für den gebe ich mein letztes Hemd.

    Hacken zusammen und Fahne hoch!

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    Ich traue mich nicht es meinem LG zu sagen, dass ich das Stück Kuchen gegessen habe. Ich habe Angst, dass er die Hochzeit im Mai absagt.
    Ich habe keine Ahnung wie er mir diesen Vertrauensmissbrauch verzeihen kann.

    Vetrauensmissbrauch?

    Weil Du ein Stück Schwarzwälder gegessen hast?

    Er ist der Alkoholiker, nicht Du.

    Also ehrlich, mir bleibt die Spucke weg.

    Dein Männe hat auch seine Sucht nicht im Griff, wenn Du mich fragst. Der hat den Alkohol gegen den Kampf gegen den Alkohol ersetzt. Das nenn ich Suchtverlagerung. Und da sollst Du jetzt wieder in Deine Co-Rolle zurück.

    Der Paartherapeut hat von der Materie auch keinen Plan wie mir scheint.

    Merkst Du nicht, daß Du längst wieder Co-Strukturen angenommen hast? Nichts mehr selber entscheiden wollen. Angst davor, daß er Dich bestraft wenn Du Dich nicht verhälst wie er will. Völlige Unterodnung.

    Sorry, auch mit einem trockenen Alkoholiker (ich bin einer) ist das nicht Sinn einer Beziehung.

    Mir dreht sich beim Lesen der Magen um.

    Statt dem Saufen steht in eurer Beziehung das Nicht-Saufen im Meittelpunkt und Du hast Dich dem radikal unterzuordnen.

    Super Sache :D

    Was ich echt erschreckend finde ist, daß der Paartherapeut Dich gemeinsam mit Deinem LG zur brav funktionierenden Co erziehen will. Da stellen sich mir sämtliche Nackenhaare auf.

    Mal 'ne ganz einfache Frage.

    Stellst Du Dir so Deine Beziehung vor?

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    Warum bin ich so verdammt schwach und kann das nicht einfach durchziehen?

    Äääh, weil Du - gottseidank - ein Mensch bist. Mit Schwächen. Fehlern. Gefühlen. Träumen. Wünschen.

    Und kein Eisklotz.

    Diese Unsicherheit gehört dazu. Die darfst Du haben!

    Nur lass Dich von ihr nicht steuern.

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    warum schiesst mir ständig durch den Kopf: es muss doch noch eine andere Lösung geben? Das kann doch nicht das Ende sein.

    Warum bin ich so verdammt schwach und kann das nicht einfach durchziehen?

    Dafür gibt's eine Menge Gründe. Auf die wirst Du noch kommen. Es ist unmöglich, das Du das alles an einem Tag verstehst, Du übernimmst Dich nur.

    Für den Moment reicht es eigentlich wenn Du weisst - das geht allen so.

    Es ist auch nicht unbedingt was Schlechtes. In gewisser Weise zeigt es, daß Du am Leben bist.

    Fühl Dch ein wenig erleichtert in dem Wissen, daß das ganz normal ist - und sitz es ein wenig aus erstmal. Wirklich was dagegen machen, wird Dir im Moment eher nicht gelingen.

    Übrigens, diese Gedanken haben auch mit Schritt 178 zu tun.

    Denn was hast Du denn bisher ach so Schreckliches getan? Du verbringst 'ne Nacht woanders und planst eine räumliche Trennung weil Du selbst am Ende bist.

    Was ist realistisch betrachtet daran schlimm?

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    Bin gerade nervlich am Ende weil ich begreife dass mein eigenes Leben irgendwie in Trümmern liegt.

    Das mag erschreckend sein und sich nicht schön anfühlen. Doch ist es heilsam. Weil Du den Fokus wieder auf Dich lenkst. Und Dein leben betrachtest. Damit ist der Fokus vom leben des Anderen mal weg. Oder zu deutsch, die Augen sind offen.

    Es ist ja nicht ganz grundlos, dass man lange, lange weg sieht. Wer will denn sehen und sich eingestehen, daß das eigene Leben nur noch ein Trümmerhaufen ist?

    Es ist dann erstmal schockierend, doch dieser Schock ist der erste Schritt. Denn er weckt einen auf.

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    Kotzt mich halt an meine Eigentumswohnung und meine Altersvorsorge den Bach runtergehen zu sehen, aber ohne eigenes Leben ist das auch nicht viel Wert.

    Was nützt Dir denn die tolle Altersvorsorge, wenn Du sie nicht mehr erleben wirst, weil Du vorher entweder in der Klappse oder direkt unter der Erde landest.

    Oder drehen wir's mal rum. Schauen wir uns das heute mal an. Und nun stell Dir vor, es ist soweit. Endlich bist Du 60, 65 und kannst Deine Altersvorsorge geniessen. Dein Leben ist aber noch das was Du heute führst.

    Oh ja, da wird die monatliche Rentenzahlung Dich bestimmt glücklich machen. ;)

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    Belügen wir COs uns genauso wie die Alkis selber was die Realität angeht?

    Schlicht und einfach ja. Alki und Co geben sich in der Beziehung wenig was den Selbstbetrug angeht. Verhalten, Denken und Strategien sind Beiden viel ähnlicher als es den Anschein hat. Sieht man aber erst mit viel Abstand.

    Selbstbetrug ist Selbstbetrug. Der einzige unterschied zwischen Co und Alki ist, daß sie dafür unterschiedliche Werkzeuge einsetzen. Doch zum gleichen zweck. Ich will MEIN Leben nicht sehen und auch nicht leben. Und der Andere ist "schuld".

    Das ändert sich erst, wenn Abstand reinkommt.

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    Wenn ich weg bin und sie das realisiert hat, wird sie sich höchstwahrscheinlich im Internet recht schnell einen neuen Kerl mit dem nötigen Beschützerinstinkt angeln und dann einfach fröhlich weitermachen.

    Das wäre Dein Glück. So hart es klingt. Ich weiss aber auch aus eigener Erfahrung, daß eben genau diese Vorstellung des Anderen für den Co-Teil die absolute Horrorvorstellung ist. Der Satz es wäre Dein Glück, wird Dir deswegen vielleicht nicht viel helfen. Dennoch wär's so, weil es Dir die Chance rückfällig zu werden sofort nehmen würde. Zwangsentzug sozusagen ;)

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    ich werde mir morgen mal ein möbliertes Zimmer auf Zeit suchen, wie wir das ganze finanziell auf die Reihe bekommen weiss ich noch überhaupt nicht, aber das ist Schritt 5 oder 6 denke ich.

    Genau so ist's richtig. Schritt 1 haste gemacht, super! Schritt 2 kannst Du jetzt machen, zur Ruhe kommen, vielleicht informieren. Luft holen, vielleicht weinen. Was immer erstmal passiert. Doch versuch den Kontakt zu ihr zu meiden oder auf das absolut nötigste zu begrenzen.

    Und mit dem Nötigsten ist tatsächlich das Nötigste gemeint. Das heisst, wenn akute Gefahr besteht, sie säuft sich tot oder tut sich was an - verständige Hilfe. Sei nicht die Hilfe.

    Huch. Nu hab ich überlesen, daß Du bereits untergekrochen bist. Schonmal gut.

    So, nu kommt Schritt 2. Komm zur Ruhe. Wenigstens etwas.

    Danach ist danach. Und Schritt 178 kommt nach 177. Darum brauchst Dir gerade keine Birne machen.

    So, netter Ausflug in die Theorie, denn nicht zu vergessen ist - das alles ist nur Gewäsch und ungefähr Schritt 178.

    Aber auch eben typisch Co. Schritt 1 nicht gehen weil Panik und Gedankenkreisen um Schritt 178.

    Und Schritt 1 heisst hier, wie auch sonst, Selbstschutz umsetzen!

    Also wiederhol ich meine Frage. Hast 'n Kollegen wo Du nächtigen kannst?

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    doch, es gibt viele Alkoholiker, die den Absprung auch ohne Trennung geschafft haben!! Ich weiß dies von meiner SHG - und bin fest davon überzeugt, dass auch ich/wir es schaffen!

    Ja sicher, ich sagte ja, es gibt genügend Fälle die's hinbekommen haben. Die Frage ist - in wie vielen Fällen wurde danach auch eine glückliche Beziehung draus?

    Nur weil der Alkohol weg ist, ist längst nicht alles Bestens. Der Alkohol ist - was die Beziehung angeht - überhaupt nicht das Problem. Er kommt nur noch obendrauf.

    Der Alkoholiker führt seine Beziehung ja mit dem Alkohol. Der muss erstmal lernen ohne Alkohol klar zu kommen. Dann mit sich ein bisschen klar zu kommen. Und dann erst kann er sich überhaupt Gedanken darüber machen, ob er sich auf 'nen anderen Menschen einlassen möchte.

    Während der Co gar keine Beziehung führt sondern die Welt retten will und glaubt, wenn er erst die Welt gerettet hat und der Alkoholiker trocken ist, wird automatisch alles gut. Dabei steht der Co so unter Druck endlich die erwünschte Beziehung zu erreichen, und ist so verbissen in dem Glauben, wenn der Alkoholiker endlich das Trinken aufhöre, dann müsse alles gut werden, daß er sofort den Alkoholiker unter Druck setzt. Der versucht ein bisschen klar zu kommen und sofort hat er den Co am Bein hängen weil der mit sich allein nicht klar kommt.

    Die Aussichten, daß das gut geht, stehen naturgmäss sehr ungünstig. Natürlich ist es nicht unmöglich, aber dafür müssen BEIDE sich bewegen und auch vom Anderen den Raum haben, sich überhaupt bewegen zu können.

    An der Stelle an der sich alle diese Fragen stellen ist die Beziehung aber meisst schon so zerrüttet, daß sie nur noch als Belastung empfunden wird.

    Und nicht zu vernachlässigen ist ja auch, daß der Wunsch des Zusammenbleibens, gar selten auf Liebe basiert, sondern eben nur auf genau dieser gegenseitigen Abhängigkeit die mit der all zu großen Liebe verwechselt wird.

    Aber - manchmal ist wirklich beiderseits Liebe im Spiel. Und da ist's dann tatsächlich möglich.

    Ändert aber nichts daran, daß jeder von Beiden erstmal mit sich selber klarkommen muss. Das kann nämlich weder der Alki, noch sein Co.

    Und das weiss ich ja nun wirklich, bin ja nicht umsonst Beides.

    Ich will's ja immer genau wissen :D

    Zitat

    Niemand der die Erfahrung gemacht hat, dass der Alkoholiker sein Leben in den Griff bekommen hat und das es eine gemeinsame Zukunft geben könnte?

    Glaube diese Frage stellt sich jeder Co am Anfang. Dass diese Frage selbst schon Teil der Co-Abhängigkeit ist, hab ich Jahre später erst kapiert.

    Also ich kenne genügend Beispiele aller drei möglichen Ausgänge.

    1. Trennung
    2. Zusammenbleiben und der Alkoholiker wird Trocken, aber die kranken Beziehungsstrukturen und das zwanghafte Aneinanderketten und der Kampfgegeneinander bleibt
    3. Die Beziehung gesundet

    Der Punkt ist, 3. funktioniert nur, und das war in allen mir bekannten Fällen so, wenn einer die Beziehung in dieser Form tatsächlich nicht mehr will und das auch konsequent durchzieht.

    Da bist Du nur weit weg von. Du willst ja unbedingt die Beziehung behalten. Und das führt immer zu 1. oder maximal 2. Dann wird sie vielleicht trocken, aber die Beziehung bleibt unglücklich. Und dann ist's auch nur wieder 'ne Frage bis der Alkohol wieder einzieht. Es hat sich ja nichts verändert.

    Allein durch die Frage zeigst Du das.

    Du willst es anders als es ist - aber auf keinen Fall darf sich was ändern.

    Mit genau diesem Widerspruch sorgt der Co-Abhängige(!!!) dafür, daß alles so weiter geht bis zum Sankt Nimmerleinstag. Denn es DARF sich ja nichts verändern.

    Stell Dir diese Beziehung als ein Wollknäuel vor. Du bist ein Faden, sie ist ebenfalls einer. Das alles ist aber total verwurschtelt und keiner blickt da wirklich irgendwie durch. Du weisst eigentlich nicht wer Du bist, was Du bist, wo Du anfängst und wo Du aufhörst, das gleiche gilt für sie. Und als Sahnhäubchen ist dieser Wollknäuel jetzt in Alkohol eingelegt, um ihn zu konservieren. :D
    Das Ganze ist richtig schön verknotet, damit bloss nie einer irgendwie weg geht denn beide kriegen Panik.

    In einer gesunden Beziehung ist es aber kein Wollknäuel. Sondern zwei Fäden. Die nah beieinander sind. Sich lieben, gern haben, sich achten und in die gleiche Richtung schauen. Auch gerne mal jeder ein Stück für sich selbst leben. keiner kriegt Panik wenn der Andere mal eigene Schritte amcht. Durch die gegenseitige Achtung will keiner sich mit dem anderen verwurschteln, sondern Beide sind bemüht sich entwurschtelt (ich bin ich, Du bist Du) zu halten, ohne sich dabei zu bekämpfen sondern eben genau dafür zu achten und zu wertschätzen, dass da dieser eine Faden (ich) und der andere Faden(Du) ist. gerade diese Differenzierung vom Anderen, macht es erst möglich den Anderen zu lieben. Denn der ist so wundervoll anders als ich.

    Um das herstellen zu könne, müsste mindestens einer aus dem Wollknäuel erstmal raus wollen und sich selbst entwurschteln. Also tatsächlich auf eine Art Trennung zusteuern.

    Das kommt aber gar nicht in Frage.

    Du willst ja den Wollknäuel behalten! Damit Niemals einer geht. Auf ihrer Seite ist das nicht viel anders. Nur noch etwas durchgeknallter wegen dem Stoff.

    Und genau das, was Du versuchst, funktioniert auf keinen Fall. Es wird so immer ein Wollknäuel bleiben. Denn genau dieser Wollknäuel verhindert, daß Deine Frau geht. Sie ist genauso darin gefangen wie Du. Und das gibt Dir Sicherheit die Dir alleine fehlt.

    Und ausnahmslos alle Fälle die ich kenne in denen die Beziehung gesundet ist, liefen so ab, daß die Beziehung eine ganze Zeit lang (und da rede ich durchaus mal von Jahren) überhaupt keine Rolle mehr gespielt hat und sich Beide jeweils um sich selbst gekümmert und irgendwann später wieder zusammen gefunden haben.

    Die Fälle die ich unter 2. aufgeführt habe, die gibts auch. Wollknäuel ohne Alkohol. Na super. Das ist dann der totale Horror.

    Du gehst Schritte. Es spielt keine Rolle, wie groß sie sind. Oder wie schnell. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

    Den Du getan hast. Darauf darfst Du stolz sein, denn Du hast Dich von Deiner Scham nicht zurückhalten lassen, sondern bist dennoch diesen Schritt gegangen. Du liest, Du hörst hin, Du öffnest die Augen, Du nimmst Hilfe in Anspruch, Du überwindest Angst, Scham und Schuldgefühle.

    All das hast Du bereits getan. Also bist Du schon auf dem Weg.

    Und während des Gehens zeichnen sich schon die nächsten Schritte ab. Du suchst, Zeit, Abstand, Ruhe und Frieden um zu Dir zu kommen, Luft zu holen und zu überlegen, wie es dann weiter gehen kann.

    Manchmal sind es Sprünge, manchmal Junikäfertappsen und manchmal bleibt man stehen um sich zu erholen und Kraft zu sammeln.

    Das alles macht gar nichts.

    Sei geduldig mit Dir, Du bist schon auf dem Weg, Du hast schon angefangen. Dein Tempo findet sich und jeder weitere Schritt ebenso.

    Sorg jetzt erstmal für den Abstand und die Ruhe und die Zeit die Du suchst und brauchst.

    Zitat

    "Lass mich nicht zugrunde gehen"

    Der ist gut :D

    Sie richtet sich mit Gewalt zugrunde und Du bist Schuld weil Du's nicht schaffst, daß sie das lässt.

    Ja nee, is klar :D

    Da wird man mächtig schwummerig der Rübe sobald man nur drüber nachdenkt.

    Gut, hilft Dir natürlich jetzt auch nicht unbedingt. Aber merkst wie verdreht da alles ist?

    Und nu? Keine Ahnung. Zur Beratung kann sie doch hin. Oder hälst Du sie auf?

    Hast keinen Kollegen wo Du mal die Nacht schlafen kannst?