Beiträge von Kaleu

    Oh je, was wurde mir in meinem Leben gepredigt, daß ich doch Geduld lernen muss. Und was hab ich mir gesagt, daß ich Geduld lernen muss.

    Zum Glück fing ich an mich irgendwann gegen diesen völlig schwachsinnigen Satz innerlich zur Wehr zu setzen.

    Frag mal einen, der Dir sagt, daß Du Geduld lernen musst, wie das geht.

    Du wirst keine Antwort bekommen, antweder ein Stottern, oder einen sehr ablehnenden (und sehr ungeduldigen :D) Vorwurf.

    Allein der Satz "Ich muss Geduld lernen" kann nur eins erzeugen.

    Ungeduld.

    Denn der Satz allein impliziert, man könne das lernen. Man könne das erreichen. Kann man aber nicht. Denn Geduld ist die Abwesenheit von Ungeduld. Nichts weiter. Und das kann man nicht lernen, im Sinne von - etwas zu sich hinzufügen.

    Geduld lässt sich nicht erreichen.

    Geduld ist nichts weiter als Frieden mit sich selbst.

    Und der stellt sich ein sobald man den Satz von

    "Ich muss Geduld lernen"

    in

    "Ich darf geduldig mit mir sein" oder "Ich darf mir Zeit lassen"

    verändert.

    Das ist auch schon das ganze Geheimnis.

    Jeder der versucht Geduld zu lernen, fliegt auf die Fresse damit. Weil der Anstaz völliger Blödsinn ist. :D

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    die müssen müssen Männer, haha, ja da haben sich hier ganz viele eingenistet. Ich werde sie wohl beim nächsten Saubermachen wollen / dürfen mal mit dem Besen verjagen.

    Das mögen die gar nicht. Da können die so laut werden, daß Du ihnen wieder nachgibst.

    Unabhängig davon ob diese Müssen müssen Männchen Dir gut tun oder nicht, sie sind eine Art Teil von Dir. Du hast sie mal gebraucht, zum überleben oder wie immer man das ausdrücken will, sie waren ein wichtiger Teil von Dir.

    Du wirst nichts was irgendwie zu Dir gehört, mit Druck los, sondern immer nur mit Sanftheit und Güte. Das mag vielleicht esoterisch klingen, ist aber dennoch wahr.

    Je mehr Du darfst und je weniger die Müssen müssen Männchen gebraucht werden, um so lauter können die durchaus werden, weil sie nach Futter suchen. Je weniger sie beachtet werden, um so mehr sterben sie mit der Zeit. Das wollen die nun wieder nicht und machen gerne mal Radau. Im Todeskampf sozusagen.

    Am Besten ist es, sich innerlich bei ihnen zu bedanken, klingt komisch, funktioniert aber.

    Wenn also die "ich kann doch aber nicht", "ich darf doch aber nicht", "ich muss doch aber" Stimmen mal loslegen, begegne ihnen indem Du ihnen sagst, hey, Danke, dass Du mich erinnerst, Du warst mal wichtig für mich, doch heute brauche ich Dich nicht mehr und gehe meinen eigenen Weg.

    Dann werden die ruhiger und immer ruhiger.

    Und wenn sie mal mit Dir durchgehen, nimm's Dir nicht krumm. Auch das kommt vor.

    Das alles gehört ein wenig zur Selbstannahme.

    Je mehr Du von Dir selbst liebevoll annehmen kannst, selbst die Dinge die Du nicht mehr haben möchtest, um so leichter lassen sie sich verändern. Weil Du so nicht gegen Dich selbst kämpfst, was nur einen inneren Zwiespalt nach sich zieht.

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    Momentan habe ich das Gefühl, dass ich mehr von den Kindern lernen sollte, als sie von mir.

    Eine sehr clevere Entscheidung. Erwachsene sollten meiner Meinung nach in die Schule gehen und Kinder lehren.

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    Und - ich muss mein Leben und mich nicht ändern, sondern ich will es. Ich muss auch nicht xy endlich aus dem gemeinsamen Haus werfen, sondern ich mach es, wenn ich es will.

    Genau so und nicht anders. Du musst nämlich tatsächlich nichts. Und darfst alles.

    Obwohl man die gleichen Dinge tut, ist die Motivation dahinter das Ausschlaggebende.

    Wenn Du den Abwasch machst, weil Du ihn machen musst, spielst Du eine Rolle. Die Rolle der Mutter. Oder wie auch immer. Aber Du bist dann nicht Du, sondern Du spielst etwas was Du glaubst zu müssen. Und nur das Tun des Abwaschs, zehrt von Deiner Energie und Freude.

    Tust Du den gleichen Abwasch, weil Du's möchtest, damit Du Dich in Deiner Wohnung wohl fühlst, damit Du Dir und Deinen Kindern dadurch etwas gibst, gibt Dir die gleiche Tätigkeit, der Abwasch, Energie und Freude.

    Es ist immer nur die Einstellung.

    Aber weil ich hier so große Worte schwinge, ich kann's auch nicht immer, mittlerweile merke ich's aber wenn ich in's Müssen müssen zurück falle und merke dadurch, ich bin weit weg von mir und muss mal wieder zusehen, wie ich zurück zu mir finde. meisst brauch ich dann mal Abstand von allem.

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    Ich denke, ich möchte gar nicht mehr zurück in das gemeinsame Haus.

    Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen. Co's neigen dazu sich während der Beziehung an den Besitz zu klammern, weil dieser zur Erfüllung der Träume angeschafft wurde. Doch haben sich die Träume nicht erfüllt und man beginnt leicht sich an den Besitz als Erstz für diese Träume zu klammern. Es kann gut sein, daß das beim Auszug vielleicht noch so bei Dir war, Dir jetzt aber langsam bewusst wird, daß Du Dich eigentlich da gar nicht wohl fühlen würdest.

    Genau aus dem Grund, ist der räumliche Abstand so wichtig. Weil erst jetzt kommt langsam zu Tage, was Du eigentlich tatsächlich willst, was Du bist, wie Du fühlst, was Du Dir wünscht. Das ist nunmal unmöglich, wenn man dazu neigt, sich einem anderen unterzuordnen und der wiederum genau in diese Kerbe schlägt und das unterordnen fördert und fordert.

    Du wirst viel entdecken, von dem Du glaubtest, es wäre mal Dein Wunsch gewesen und stellst heute fest, daß es nie Deiner war, sondern wieder nur Teil einer Rolle.

    Ist schön mit anzusehen, wie Du aus Dir rauskommst und konsequent Deinen Weg weiter verfolgst.

    Ich freu mich sehr für Dich. :)

    Da lässt es Jemand krachen. Daumen hoch! :)

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    Klingt kitschig, ich weiß

    Nichtmal ein bisschen. Lauf mal barfuss durch nasses Gras.

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    war unruhig und hatte ein schlechtes Gewissen, wegen der Arbeit, die liegen bleibt?

    Mehr wegen des Müssen müssens. Tauscht man das zum ersten mal durch dürfen aus, laufen die Müssen Müsser Männchen im Kopf Amok. Die haben Angst arbeitslos zu werden. Lass sie Angst haben. :D

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    Kaleu sagt: Brav gemacht Nys! So geht s in die richtige Richtung.... !

    Und dann tätschelt der Kaleu der Nys noch das Köpfchen und reicht einen Keks. :D

    Huh, da gruselts mich. Furchtbares Gefühl.

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    Ich befürchte, ich bin viel unkomplizierter und verträglicher, als Du denkst.

    Nachdem was Du heute Nachmittag so geschrieben hast, befürchte ich das auch.

    Aber soll ich Dir was sagen? Ich hab lange Foren genutzt, rein um mich auszukotzen. Und wenn's gut lief und alles okay war, war das nicht nötig, so dass Jedem Forenleser ein sehr einseitiges Bild von mir haben musste. Da wurden mir Macken anghangen, frage nicht nach Sonnenschein. Ich glaub das gleiche hab ich gerade bei Dir gemacht.

    Ein Forum ist halt ein Forum und Einblicke nur bruchstückhaft und sagen am Ende über den Menschen nichts aus.

    Wenn Du meinen alten Kram liest, denkst Du vermutlich auch, ich hab schwer was am Christbaum.

    Am Ende haben wir das wahrscheinlich alle :D

    Und so wie's aussieht hab ich Dich mächtig missverstanden.

    Was Du beschreibst, kenne ich sehr gut aus meiner Vergangenheit. Vor allem die vermeintlichen Erwartungen an mich, die ich mir zum großen Teil selbst zusammengestrickt habe.

    In Folge hab ich mich enorm unter Druck gesetzt und bei echten Erwartungen bin ich dann an die Decke. Frei nach dem Motto - WAS WOLLT IHR DENN NOCH ALLES? :D :D :D

    War 'ne heisse Zeit.

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    Pff, was schreibt man da?

    Falsche Frage. Was schreib ich da?

    Deine Frage zielt schon wieder darauf ab, eine vermeintliche Erwartung zu erfüllen, "das Richtige" zu schreiben.

    Schreib nicht das Richtige. Schreib was Du fühlst.

    Die lieben Profis. :D

    Die zerlegen einen so schön und lassen einen dann mit den Brocken stehen. Und wenn man dann die Neigung zur Perfektion hat (die des Übels Wurzel ist) fängt man an an den Einzelteilen rumzufeilen. An der Stelle bin ich immer nicht mehr weiter gekommen.

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    was mich gleichzeitig auch immer wieder hemmt- mein starkes strenges "Über-ich"

    Hehe, da hat sich ein schweizer Opa mal was ausgedacht, was bis heute alle nachplappern :D

    Lass Dich ganz. Ein ganzer Mensch lässt sich leichter lieben als Teile davon. Du bist mehr als die Anhäufung irgendwelcher Bestandteile.

    Wenn Du immer wieder an der gleichen Stelle stecken bleibst, such mal in einer ganz anderen Richtung.

    Sei ein bisschen sorgsamer mit Dir.

    Das sogenannte Über-Ich ist Blödsinn. Nur ein Bild was ein alter Mann mal gemalt hat weil ihm nichts Besseres einfiel. Damals der letzte Schrei natürlich.

    Solang Du natürlich der festen Überzeugung bist, ein Über-Ich zu haben und zu brauchen, wirst es natürlich auch so behalten. Aus Schubladen in die man sich legt, kommt man schwer wieder raus.

    Jetzt stellt der Kerl auch noch 10 Jahre Therapieerfahrung in Frage :D

    Wie fühlt sich das an, wenn ich Dir Dein Über-Ich wegnehmen will?

    Brauchst das noch? Oder bist Du auch noch Du, wenn Du's nimmer hättest?

    Für mich allein schon aus Rückfallprophylaxe.

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    Wenn ein Mensch unsicher und auf der Suche nach sich selbst ist, gibt es viele Ratgeber, die im Grunde ihr eigenenes Sueppchen auf fremdem Herd kochen.

    Da mir selbst sowas genauso passiert und das im Regelfall einfach nur aus Unsicherheit geschieht, find ich's bei Jedem verzeihlich. Denn wir sind alle nur Menschen udn greifen alle immer wieder voll in's Klo. Das macht's doch so schön.

    Letztlich bin ich dafür verantwortlich eben nicht fremde Ansichten zu übernehmen nur um damit irgend eine Art Anerkennung zu erreichen. Das ist nämlich genauso eine Art von Manipulation, wenn ich Ja sage, wo ich Nein meine.

    Gerade am Anfang ist es allerdings schwierig das auseinanderzuhalten.

    Heute geht's etwas besser. Und auch meine Autoritätshörigkeit ist zum Glück Geschichte.

    Wenn ich drüber nachdenke, wer mir gegenüber allerdings so im Laufe der letzten Jahre die Autoritätskarte gezückt hat, frag ich mich dann doch, wie viele Menschen das eigentlich brauchen ;)

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    Oh, vielen Dank Kaleu! Von Dir gerade bedeutet mir das sehr viel.

    Ohne Schei*** jetzt?

    Immer wenn ich von Dir was les, denk ich, boah, die is' der Hammer und bewunder Dich heimlich so'n bisschen weil ich mit vielem, was Du irgendwie aus dem Ärmel zu schütteln scheinst gefühlt eeeeewig selber rumgemacht habe, teilweise immer noch rumeier. Ich hab zwar innen mächtig ausgefegt, aber ich krieg noch nicht alles davon in's Aussen übertragen.

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    Wie lange das wohl geht. Und wann wird es wohl seinen Höhepunkt erreichen. Beim Suizidversuch? Oder schon bei meinem Auszug? Hmm...

    Ist das gerade rückblickend von Dir gemeint oder ist da was akut?

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    Ich erwarte keine Liebe von ihr. Ihre Liebe erdrückt mich. Ich möchte Kontakt haben und ich sein dürfen, ohne mich dafür ständig abgrenzen zu müssen.

    Das ist schön. Jetzt bist Du nicht so, mit der Faust in der Tasche :)

    Oh je, wie ich das kenne. Mir geht die Abgrenzerei auf die Nüsse :D

    Ist meisst auch gar nicht nötig. Das war aber das was am Schwersten für mich zu lernen war. Es gab auch kaum Hilfe dabei. Schaut man bei Selbsthilfe oder Therapeuten, heissts laufend Abgrenzung, Abgrenzung, Abgrenzung.

    War für mich nie eine Lösung. Denn es ist nur anstrengend und trennt.

    Dass es noch eine andere gibt, das hat lange gedauert.

    Ich mag heute das Wort Differenzierung.

    Bei Abgrenzung werden die Ufer so betont und der Fluss dazwischen. Ich mag heute lieber Brücken.

    Bau eine. Zu Deiner Mum. Nur in Dir. Das genügt. Und Du wirst Beides bekommen. Freiheit und Liebe.

    Dann brauchst Du nicht entscheiden, was Dir wichtiger ist. Beides ist untrennbar verflochten.

    Fang nicht aussen an. Sondern innen. Das aussen kommt erst später.

    Na gut, ich picke mal.

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    Ja - und wer braucht Mutti mit 40+ ? Jeder! aber nicht so.
    Wir brauchen einander als Menschen und es kann einfach schön sein, wenn das mal "sein darf" ohne daß man gleich seine Freiheit verteidigen muß. Es ist das Bedürfnis eines jeden von uns, auch mal schwach sein zu können und dabei liebevoll behandelt zu werden. Wer das nicht zugeben kann, ist sich selbst fremd.

    Hier schmeisst Du unwahrscheinlich viel zusammen was nicht zusammengehört um Deine Argumentation zu untermauern. Ich hab Recht. So und nicht Anders hat es zu sein und Jeder der das nicht versteht ist gleich mal lebensfremd.

    Nein. Niemand braucht Mutti mit 40. Auch nicht mehr mit 18. Aber hier verteidigst Du bis auf's Messer, daß Du aber Mutti willst. Und zwar so, so wie Mutti Deiner Meinung nach zu sein hat. Alles was hier aus Dir spricht ist Verletzung nicht Argumentation. Eine die Du gern behalten magst und sie gerne auch bis auf's Messer verteidigen magst. Ich habe nicht nur recht, sondern eben auch das recht verletzt zu sein.

    Ja, hast Du. Darfst Du. Punkt.

    Der einzige Mensch dem Du damit weh tust bist aber Du.

    Du hast auch recht, das Menschen Bindungen brauchen. Freiheit ohen Bindung ist völlig unmöglich. Aber zeitgleich fürchtest Du Bindung. Weil Du Dich vereinnahmt fühlen könntest und pochst deswegen radikal auf Autonomie. Ich bin schon groß, ich brauch euch alle nicht. :D

    Deine Ambivalenz, daß Du Bindung suchst, aber Bindung fürchtest ist ganz deutlich. Nur wirst Du ohne auch nie frei sein.

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    Ich habe Autonomie in meinem Leben oft bewiesen

    Und warum ist das überhaupt nötig? Warum musst Du etwas beweisen, oder warum glaubst Du etwas beweisen zu müssen, was Du bereits hast? Niemand kann's Dir nehmen. Nur Du. Denn nochmal - Du bist 40. Nicht 4.

    Bindung bedeutet nicht seine Autonomie aufgeben. Bindung bedeutet nur sich mit einem anderen Menschen verbunden fühlen, ganz gleich wie der ist, was der tut und warum.

    Diese Bindung zu Deiner Mum wirst Du immer haben und fühlen. Immer. Du kannst Dich noch so dagegen wehren, aber sie wird bleiben. Das wird alle Menschen in Deinem Leben betreffen.

    Du hast es in der Hand, deine Autonomie anzuerkennen und die Bindungen die Du fühlst und die Dir diese Autonomie überhaupt erst ermöglichen. Dann endet der Kampf und es entsteht Raum für inneren Frieden.

    Deine Mum ist Deine Mum. Sie ist wie sie ist. Solange Du sie aber brauchst, damit sie anerkennt, wie Du Dich gern sehen willst, bist Du nicht Du.

    Du bist der Mensch der das entscheidet. Nicht Deine Mum.

    Sie ist im Grunde wurscht. Du musst nicht mit ihr zusammenleben wenn's Dir nicht gut tut. Deine Verbundenheit mit ihr, wirst Du dennoch behalten.

    Solange Du Dich aber selbst von Deiner Mum lösen willst indem Du die Bindung nicht mehr willst, hast Du keine Autonomie. Und wirst Du nie haben. Denn Du wirst Dich durch diese Bindung ge-bunden fühlen. Bindung aber ist sich ver-bunden fühlen.

    Es ist wurscht ob Deine Mum das Gleiche macht. Es geht nur um Dich.

    Du kannst Dich auf'n Kopf stellen und mit dem Hintern fliegen fangen, dennoch wirst Du Dich mit Deiner Mum verbunden fühlen. Du kannst es erlauben. Und dadurch autonom werden. Oder bekämpfen. Deine Entscheidung.

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    Dann dachte ich mir: Das kann ja wohl nicht Dein ernst sein, daß Du glaubst, ich spiel da aus Langeweile die Schwache.

    Das habe ich nicht geschrieben. Ich schrieb nicht von Langeweile sondern von Lebensaufgabe. Im Sinne eines Lebenssinns.

    Denn - wer wäre der Hungrige plötzlich noch, würde er beginnen zu essen?

    Zu dem Satz den ich an Reante geschrieben habe, und mit dem Du mich zum Kopfmenschen gebastelte hast, mag ich was schreiben, denn das passt hier ganz gut.

    Ich wollte das mit dem Vertrauen damals verstehen. Als ich angeanfengen habe mich mit mir auseinanderzusetzen. vertrauen konnte ich zwar, aber das war eher naiv alles glauben. Was Vertrauen wirklich ist, wusste ich damals nicht. Also hab ich's versucht mit dem Denken, also rational, zu durchdringen. Letzten Endes weil ich's eben verstehen wollte. Eben unbedingt wollte. Weil ich eben endlich Frieden wollte.

    Und genau das geht nicht.

    Ich hab alles nur erlauben müssen. Und nicht mehr wollen.

    Vertrauen, Freiheit, Autonomie, Frieden, all das ist die ganze Zeit da. Immer. Wir brauchen nur aufhören es zu wollen und es erlauben. Das ist alles.

    Bin ganz froh, daß mich Dein Thread da gerade selbst wieder hin bringt, ich war in den letzten Wochen ein ganzes Stück weg davon.

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    Ich hatte schon den Verdacht, daß ich Dich an irgend etwas unangenehmes in Deinem Leben erinnere. Dachte aber eher, daß ich evtl. einer anderen Person ähnle, die für Dich negativ belegt ist.

    Treffer und versenkt. Ich muss gerade wieder lachen. :)

    Aber auch hier geht es nicht um diesen anderen Menschen oder um Dich. Sondern rein um mich selbst. Denn ich tue mir nichts Gutes andere Menschen negativ "zu belegen". Ich bin sogar ganz froh, daß Du mich drauf schubbst, denn es geht hier um eine Verletzung die ich noch nicht ganz ausgeheilt habe und auf die Du mich gestossen hast.

    Es war nicht ganz fair von mir, das auf Dich zu übertragen, doch hab ich's unabsichtlich getan und wäre froh, wenn Du mir das nachsehen könntest.

    Mich hat das angesprochen, der Austausch zwischen Dir und Schnuffig hauptsächlich. Da war etwas davon Frieden und/oder Autonomie mit Gewalt zu erzwingen. Das schwang bei euch Beiden mit. Aber eben genau dieses erzwingen wollen verhindert jeden Frieden und vor allem jedes Vertrauen.

    Ich merke aber gerade, daß ich in den letzten Tagen diesen Kampf selbst wieder innerlich aufgenommen hatte. Und mich das deswegen so angesprungen hat.

    Ich bin recht froh, daß Du mich ein bisschen darauf schubbst und das auch offen ansprichst. Hast mich da direkt erwischt. Danke :)

    Zu Dir und Schnuffig mag ich sagen, ich hoffe ihr nehmt's mir Beide nicht krumm, es fällt mir ein bisschen auf, daß ihr zwar Frieden sucht, ihn aber erzwingen wollt. Das geht nicht. Ich hab es lange probiert. Man kann ihn aber erlauben.

    Wenn Du willst Nys, pick ich mir mal die Sätze raus an denen mir das bei Dir aufgefallen ist, aber nur wenn Du möchtest. Ich möchte Dir nichts unterstellen oder Dir was an's Knie nageln.

    Derweil Dir einen schönen Tag :)

    Oh, und bevor ich's vergesse, ich bin nicht negativ Dir gegenüber eingestellt. Falls es Dich allerdings beschäftigt wo Dein Gefühl herkommt, ich bleibe absichtlich distanziert in Deinem Faden. Weil da etwas sehr altes (für mich altes) drin liegt wo ich heute nicht mehr hin will wovor ich mich aber noch recht instabil abgrenzen kann. Vielleicht hätte ich gar nicht schreiben sollen.

    Ich wollt's halt, weil vieles was Dich beschäftigt mal meine großen Themen waren.

    Liebe Nys,

    jetzt muss ich so lachen. Wo hab ich jemals geschrieben ich sei ein Kopfmensch? Ich bin der Gefühlsdusel vor dem Herrn. ich hab Jahre gebraucht um Gefühl und Kopf als eins zu sehen und überein zu bekommen weil mein Gefühl immer vorneweg marschiert ist. Du bist der erste Mensch der mich Kopfmensch nennt. :D

    Ich wollte Dich weder provozieren noch bewerten, verzeih falls es so aussah. Ich werfe Gedanken oftmals nur sehr direkt in den Raum. Wenn nichts weiter dran ist, ist's genauso okay. :)

    So gefällst Du mir schon besser. Denn gerade fänbgst Du an Dir einzugestehen, daß Du selbst ein paar Warnsignale erspürt hattest, dass bei ihm eben gar nicht alles so ist wie Du es Dir wünscht.

    Stell Deine Wünsche nicht so zurück nur um Anderen zu gefallen.

    Ich finde es in höchstem Maße bewundernswert wie weit Du gekommen bist. Und das geht mir nur in wenigen Threads so. Du hast eine unglaubliche innere Stärke die Du Dir leider nur überhaupt nicht zurtraust, teilweise nichtmal zugesethst. Was ich sehr schade finde.

    Denn, sein wir mal ehrlich, innerlich bist Du doch stolz auf Dich. Und magst Dich. Allen Cos, auch Dir ist eine gewisse gefühlsbetontheit gemein. Was eigentlich doch etwas sehr wertvolles ist.

    Durch das was Du in den letzten Jahren erreicht und Dir aufgebaut hast, trotz allen persönlichen Widrigkeiten hat sich das doch gefestigt.

    Würdest Du selbst einen partner haben wollen, der eher oberflächlich ist? Der diese Gefühlsbetonheit nicht will oder zu schätzen weiss?

    Du darfst durchaus Ansprüche haben. Hauptsächlich den Anspruch, daß eben der Mann den Du in Deinem lebn haben möchtest, Dich, so wie Du bist, von ganzem Herzen liebt und schätzt.

    Und alles weniger ist einfach nicht genug.

    Du bist es wert.

    Ich hab übersehen, daß Du hier meinen alten Faden hochgeholt hast.

    Hhhm, also die Jahre danach zusammenzufassen wäre glaube ein bisschen viel. Dennoch mag ich's versuchen.

    Also was das Forum angeht war ich eine Weile im Geschlossenen, aber das war eher Neugier, mir persönlich hat es ein bisschen was gebracht, aber auch nicht so wirklich viel. Ich hatte noch eine reale SHG in die ich so ca. 2 Jahre ging. Aber auch das habe ich dann irgendwann gelassen.

    Irgendwas war da immer schon in mir, daß ich's Anderen nicht nachmachen wollte, wohl von Anderen Lernen, aber eben meinen eigenen Weg finden und gehen. Ich wollte auch weit darüber hinaus gehen, was so an Hilfe angeboten wird. Das lag hauptsächlich daran, daß bei mir Alkoholismus und Co-Abhängigkeit Hand in Hand gingen.

    Als Co-Abhängiger war aber meine größte Neigung es in den Augen Anderer richtig machen zu wollen und nicht meinen eigenen Weg zu vertreten woraus ich mich mühevoll erstmal lösen musste. Wie tief das reichte und das selbst hier im Forum oder in der SHG eine Rolle für mich gespielt hat, wurde mir erst über einen langen Zeitraum bewusst.

    Das Einzige was ich noch lange beibehalten habe, war meine Suchtberatung, dort bin ich lange hin. Da hatte ich eine Super Beraterin die mich einfach hat machen lassen und nicht beraten hat sondern mir geholfen hat selbst zu sortieren ohne zu bewerten. Ist selten sowas zu finden.

    Mir ist mit der Zeit aufgefallen, daß viele Menschen aus unbewusstem Eigeninteresse versuchen Andere zu lenken und ich war für dererlei sehr empfänglich. Sowohl in dem Sinne, daß ständig Selbstzweifel aufkamen, als auch in dem Sinne, daß ich mich stark kritisiert fühlte, selbst da wo es gar nicht nötig war.

    Eine zeitlang nahm ich Grenzüberschreitungen sehr empfindlich wahr.

    Dafür hab ich dann eine Weile die Mauern errichtet die ich heute aber als einengend empfinde. Eine zeitlang habe ich sie aber gebraucht.

    Es gibt schon noch ein paar Co-Muster auf die ich heute völlig unabsichtlich noch anspringe und mühsam wieder zurück finden muss, aber insgesamt gesehen hat sich das doch sehr verändert. Wenn ich dünnhäutig bin merke ich heute noch, daß es mir schwer fällt, zum Beispiel hier, offen meine Meinung zu vertreten wenn sie nicht mit der Meinung der Masse autark geht. Aber ich hab heute nicht mehr das Bedürfnis mich dafür zu rechtfertigen so wie früher.

    Persönlichkeitsentwicklung, wirklich der werden, der ich bin, wurde irgendwann für mich einfach wichtiger als Konventionen zu erfüllen. Das betrifft selbst meinen Alkoholismus. Denn was den angeht, verhalte ich mich nach gängiger Meinung nicht immer "regelkonform". Gleiches gilt für den Umgang mit den Resten meiner Co-Abhängigkeit. Hier greif ich zwar gerne mal noch in's Klo, bevorzuge es aber, einen Haken dahinter zu machen und sobald ich wieder kann, darüber zu lachen, statt mich in endloser Dauer mit Selbstkritik zu foltern. Was letzten Endes - zumindest bei mir - Ursache sowohl für Alkoholismus als auch Co-Abhängigkeit war. Die Gier nach Anerkennung Anderer und in Folge das Rumbiegen an mir um in irgend ein vermeintliches Bild zu passen. Alles richtig zu machen um dadurch richtig zu sein.

    Für mich war's dabei wichtig, auf dem Weg einiges hinter mir zu lassen was mir nicht mehr geholfen hat, sondern mich statt dessen blockiert hat und mir das dann auch einzugestehen.

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    Meine Antwort war: "Was glauben sie wohl was ich heute gemacht habe, den ganzen Krams habe ich ausprobiert. Lecker essen, Körperpflege, Tee bis zum abwinken, positive Gedanken, Sport bis an die Kotzgrenze. Das geht mir alles tierisch auf den Keks. Was wollen bloss alle von mir? Und obendrauf hatte ich letzte Woche noch nen Autounfall. Tolle Tipps haben Sie da!"

    Ich kenn das nur zu gut. All diese Dinge tun mir tatsächlich gut - dann wenn ich sie für mich mache. Wirklich für mich.

    Solang ich sie mache um eine Erwartung zu erfüllen, die eben der Suchtberater hat oder Jemand im Forum oder sonstwer, immer dann wenn ich sie mache, um "das Richtige" zu tun, nervts mich nur.

    Aus einem ganz simplen Grund. Weil ich's dann nicht für mich mache. Und da nervt mich auch, dass permanente Gelaber was ich doch machen solle.

    Im Regelfall bedeutet das bei mir nur eins. Ich hab den Kontakt zu mir verloren. Und das ist der Grund weswegen mich alles annervt und ich auch nichts für mich machen kann. Das alleinige Tun reicht nicht wenn die Motivation dafür die Falsche ist.

    Ich weiss dann, es ist an der Zeit zu mir zurück zu finden und das kann ich am Besten allein. Oder im gespräch mit Jemanden, der einfach nur mit mir redet. Ohne daß er versucht mich zu lenken. So Jemand dann zu finden ist aber nicht immer leicht.

    Wenn mir eins auffällt, an Deinem Thread und im Besonderen auf den letzten Seiten, ist Dein krampfhafter versuch Autonomie zu gewinnen und diese zu beweisen.

    Nur - Autonomie hast Du schon. Permanent. Jederzeit. Du müsstest diese nur anerkennen. Du selbst. Nicht Andere. Nicht Deine Mum oder sonst irgendwer.

    Um Autonomie zu erhalten, zurückzufordern, einzufordern oder durchzusetzen, musst Du die Autonomie die Du bereits hast, jederzeit hast, erstmal abgeben.

    Und das ist das was Du tust.

    Natürlich kannst Du das gerne fortsetzen und Dein Leben lang versuchen die Autonomie die Du selbst abgibst zurück zu fordern. Das kann durchaus ein Lebensinhalt sein. Denn man hat was worauf man hinarbeiten kann. Sein Leben lang. Auch wenn es unerreichbar ist. Aber so bleibt auch das Ziel immer da und man muss nicht überlegen was man mit der Autonomie die man hat, nun eigentlich anfangen soll.

    Was tun, wenn man plötzlich anerkennen müsste, daß man bereits gewonnen hat? Daß man längst am Ziel ist?

    Dann ist ja nichts mehr da was man noch gewinnen kann. Wie langweilig :D

    So traurig wie das vielleicht ist - aber was machst Du Dir eigentlich für viele Gedanken darüber?

    Du bist Dir mit 'nem Kerl näher gekommen und er will keine Beziehung. Das ist alles. Das ist die normalste Sache von der Welt. Dass er's nicht direkt gesagt sondern Du es aus ihm rausprügeln musstest, ist zwar ein bissl doof, aber manch einer ist eben zu feige das offen zu sagen. Vielleicht auch aus missverstandender Rücksichtnahme.

    But however - das war schon alles. Warum fängst Du jetzt an ein riesiges FGedankenkonstrukt darum zu spannen, welches nur dazu dient, daß Du Dich irgendwie dafür schuldig machst, daß es nicht geklappt hat?

    Gefallen Dir diese alten Muster immer noch so gut?

    Magst immer noch ein klein wenig an Dir rumbiegen um ein bisschen perfekter zu sein?

    Da ist nichts Besonderes oder Nachdenkenswertes passiert. Sondern etwas völlig Alltägliches. Was vielleicht traurig ist und diese Trauer darfst Du auch haben. Aber das war's auch schon.

    Kein großes Geheimnis.

    Dennoch, Du schriebst, daß Du langsam gemacht hast. Langsam aus dem bauch heraus weil's Deinem Tempo entsprach? Oder hast Du kontrolliert?

    Ich hab ebenfalls Deinen gesamten Thread gelesen. Du hast so viel erreicht worauf Du stolz zurück blicken kannst. manchmal war's hart, manchmal bist Du beinah dran zerbrochen. Und immer hast Du's überstanden.

    Wär es nicht einfach gesund anzuerkennen, daß Dich genau das unheimlich stark gemacht hat? Und der Depp einfach ein Angsthase ist der das nicht nachvollziehen kann?

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    Er schien gesund und stabil.

    Sicher? Jemand der kneift wenn's ernst wird?

    Hast Du dem nicht was voraus?