Beiträge von Anesa

    Hallo Rosa Li,

    das Hektische war in mir drinnen, ist es teilweise immer noch. Es ist vielleicht etwas verstärkt worden, weil ich einiges schaffen wollte, was natürlich auch mit Haushaltssachen zu tun hatte, die zu zweit einfach etwas mehr waren. Ich wollte es selber so. Mein Ex hat in den ersten Jahren auch viel gemacht, aber es wurde weniger, was auch meine Schuld ist. Er hat Sachen nicht so gemacht, wie ich es gemacht habe! Irgendwie habe ich oft hinter ihm her geputzt. Ich habe aber auch gemerkt, dass mich das irgendwie auch manchmal frustriert hat.

    Das Schöne ist jetzt: Manchmal mache ich eine Woche fast gar nichts im Haushalt. Es fällt aber auch nicht viel an, wenn man alleine ist! Das ist so schön, das kannst Du dann auch bald geniessen!!!
    Ich gehe morgens aus der Wohnung und sie sieht abends, wenn ich nach Hause komme, noch genauso aus! Herrlich!

    Ich erinnere mich vom Tag meiner Trennung an auch an die guten Seiten meines Ex! Er hatte ja nicht nur die schlechte Seite! Nur leider überwog diese in den letzten Monaten/Jahren. Wenn ich mir vorstelle, dass er mit einer anderen intim wird, das macht mich schon traurig.

    Man muss sich unbedingt immer wieder klar machen, dass man gelitten hat und dass sich dies ja (ausser es geschieht ein Wunder) auf unser Leben auswirkt! Wozu will man an einer solchen Beziehung festhalten? Wem tun wir damit einen Gefallen? Weder ihm noch uns!
    Oder wegen "der Leute"? Ich weiss, dass in meinem Umfeld darüber geredet wird, dass mein Ex weg ist und wieso denn, bei der Frau würde ich auch weggehen usw. Geredet wird immer. Wenn mein Ex laut war, wenn er betrunken war, war mir das auch peinlich. Das hat man auch draussen vor dem Haus gehört.

    Geh Deinen Weg weiter, ich persönlich finde, Du bist auf dem richtigen!
    Lass Dich nicht von den "schönen Gedanken" an ihn einlullen, Du weisst, wie schlimm das Leben mit "ihm" für Dich war!!!

    LG, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    am 15. kannst Du schon rein? Das ist ja schon Sonntag!
    Ich gratuliere Dir!!!

    Die Sorgen mit dem Geld kenne ich auch. Ich habe jetzt auch viel weniger, kann mir nicht mal die laufenden Kosten für ein Auto leisten, obwohl mein gespartes Geld für einen Gebrauchten reichen würden! Das liegt hauptsächlich daran, dass ich die relativ grosse Wohnung jetzt alleine bezahle und dann einfach nicht viel Geld übrig ist.
    Obwohl ich mir jetzt viele Sachen nicht leisten kann, fühle ich mich trotzdem pudelwohl! Ich geniesse alles, was ich mache.

    Vor allem geniesse ich die Langsamkeit. Ich war eigentlich immer etwas hektisch. Mit dem Auto hierhin, dahin, schnell weiter usw. Jetzt bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, und die fahren hier nicht so oft, vor allem am Wochenende. Samstag z.B. bin ich eine halbe Stunde ganz gemütlich nach Hause gegangen, weil der Bus erst 40 Minuten später gefahren wäre! Ich habe dadurch sehr viel Zeit draussen verbracht, was ich mit einem Auto so nicht gemacht hätte! Das hat irgendwie auch was, mein Tagesablauf ist jetzt oft anders als früher. Es wartet ja niemand auf mich!

    LG, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    das ist ja eine Frage! Ich glaube es gibt kaum jemanden, der völlig eiskalt den Partner verlassen hat! Ohne irgendwelche Gefühle zu haben! Schließlich war man mit demjenigen zusammen, weil man ihn ja auch irgendwie mochte oder geliebt hat!
    Wenn einer keine Gefühle für den Partner hat, wird er sich hier keine Hilfe gesucht haben, weil für denjenigen eine Trennung nicht viel bedeutet.

    Ich würde sagen, jeder, der hier im Forum schreibt, hatte oder hat genau deshalb Probleme, weil er eben nicht mal eben den Partner verlassen kann oder möchte.

    Also ich habe meinen Ex regelrecht rausgeschmissen. Da stand es mir schon einige Wochen bis zum Hals! Trotzdem habe ich teilweise Schuldgefühle deswegen gehabt, ich habe mir auch manchmal Gedanken gemacht, dass ich wegen des Rausschmiss Schuld sein könnte, dass es ihm schlecht geht. Es ist mir noch nicht völlig egal, wie es ihm geht.
    Ich frage aber auch nicht nach und will es nicht wissen.
    Ich weiss aber, dass er seine Psychotherapie abgebrochen hat, was ich nicht gut finde! Ob er im Moment trinkt, weiss ich nicht und will ich auch nicht wissen!

    Trotz allen Umständen geht es mir richtig gut alleine!!!! Es ist, als ob eine Last von mir gefallen ist! Ich kann jeden Tag geniessen ohne Gedanken an den Partner, trinkt er jetzt, wie ist er drauf, wie finde ich ihn vor, wenn ich nach Hause komme....

    Ich habe viel weniger Geld, habe kein Auto mehr, bin alleine, aber es geht mir im innern richtig gut!!!
    Ich wünsche Dir, dass es Dir nach der räumlichen Trennung auch so gut geht!!!

    LG, Anesa

    Hallo Mohn,

    wahrscheinlich wiederhole ich nur, was die anderen Forenteilnehmer Dir geschrieben haben. Keiner verlangt von Dir eine Trennung, aber Du solltest Dich damit auseinandersetzen, was Du willst. Willst Du mit einem Alkoholiker zusammenleben oder lieber nicht.
    Genau das war der Punkt, der für mich sehr schwer war! Ich hatte heute mein letztes Gespräch bei der Beratung von der Diakonie, das erste war im Februar. Im Februar habe ich gesagt, ich will alles tun, damit mein Ex mit dem Trinken aufhört. Ich wollte mich eigentlich nicht trennen, obwohl ich viel darüber nachgedacht habe. Im Juni habe ich mich getrennt, weil mir klar geworden ist, ich kann ihn nicht dazu bringen aufzuhören und ich habe auch absolut keine Lust und wahrscheinlich auch keine Liebe mehr dafür!

    Bei dem einen dauerts 20 Jahre, bei dem anderen vielleicht 2 Jahre.
    Versuche einfach durch Gespräche und durch Schreiben hier herauszufinden, was Du für Dich selber möchtest.

    Am Anfang dachte ich auch oft, ups, das ist aber hart, was einige schreiben. Aber sehe es als Chance, Dich wachzurütteln. Manchmal möchte man die Wahrheit nicht sehen und den Kopf in den Sand stecken! War bei mir jedenfalls so!

    LG,
    Anesa

    Hallo Grazia,

    ich habe irgendwie immer ein schlechtes Nachgefühl, wenn ich das tue, was ich will, ohne Rücksicht zu nehmen! Das geht mir in allen Bereichen so!
    Dann denke ich immer, hätte ich dies oder jenes anders machen sollen, vielleicht war das jetzt nicht nett von mir usw.

    Damit mache ich mir das Leben echt schwer!

    Aber ich bin auch stolz auf mich, was ich in den letzten Monaten gemacht habe! Alleine mit der Trennung und wie ich sie durchgezogen habe, habe ich schon sehr "rücksichtslos" gehandelt und nur an mich gedacht.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich das kann!

    Also, weiter gehts!

    Gruss, Anesa

    Hallo Grazia,

    da ich jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit fahre, passiert es mir sehr oft, dass ich Leuten begegne, die nach Alkohol riechen!
    Früher war das für mich ganz weit weg, das waren Menschen, mit denen ich nie was zu tun gehabt hätte!
    Aber jetzt kommen mir da schon viele Gedanken, und ich sehe mir die Leute genauer an.

    Dass Du die Gefühle von dem Mann nicht verletzen wolltest, kann ich nachvollziehen. Ich verhalte mich auch oft so.

    Wir nehmen doch ganz schon viel Rücksicht, oder?

    Gruss, Anesa

    Hallo Susanni,

    für mich ist es wichtig, dass mir andere sagen, wie sie es sehen. Also kein Problem, wenn mir jemand schreibt, was er denkt! Auch wenn es vielleicht "unbequem" ist.

    Stimmt, ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen.
    Das liegt auch daran, dass ich einerseits wütend bin und andererseits auch ihn verstehen kann. Ich wäre ja auch verletzt und würde vielleicht auch nicht immer nett sein. Ich weiss auch, dass seine Familie ihm den Kopf wäscht!

    Ich bin mir auch unsicher, was ich tun muss und was nicht. Wir haben ja beide voll gearbeitet und den Hausrat müssen wir ja auf jeden Fall noch teilen. Ich will sowieso nicht alles behalten, so viel Kram brauche ich auch gar nicht. Ich bin eigentlich froh, wenn die Hälfte weg ist!! Weniger Ballast!

    Jetzt muss ich mich dringend beraten, wie die rechtliche Seite aussieht und ob eine Scheidung jetzt schon möglich ist.

    Auf jeden Fall hat mich dieser Besuch heute wieder sehr aufgewühlt, nachdem ich fast 3 Wochen Ruhe hatte!

    Ach ja, und er ist dieses Jahr schon 3x weggefahren! Zwar nur zu seiner Familie, aber immerhin weggefahren! Und ich noch gar nicht! Das habe ich ihm auch gesagt, als er mir Schuldgefühle eingeredet hat!!!
    Ich will unbedingt im September für 2-3 Tage wegfahren, um mal richtig abzuschalten! Das brauche ich wirklich!

    Gruss,
    Anesa

    Hallo zusammen,

    ich muss mich hier mal ausweinen! Eigentlich ging es mir gut, bis gerade eben mein Ex plötzlich vor der Tür stand, ohne sich anzumelden. Er war gerade 1 Woche bei seiner Familie in seiner Heimat, obwohl er vorher noch gesagt hat, dass er ja keinen Urlaub bekommt.

    Er hat ein paar Sachen geholt und fragte, ob ich denn nun die Scheidung beantragt habe und dass er ja noch Geld von mir bekommt. Ich habe gesagt, dass ich ihm kein Geld geben werde, weil er schon einiges bekommen hat (eben auch UNSER Auto) und ich ihm schon 2000 Euro gegeben habe. Ausserdem haben wir einen Ehevertrag, in dem wir auf alles verzichtet haben! Er hatte ja auch vor der Trennung gesagt, dass er von mir gar nichts will! Jetzt meint er, er wollte mich prüfen!!!! Und dass man ja jetzt sieht, was für einen Charakter ich habe!
    Das hat mich alles verletzt, es sind meine schlechten Gefühle wieder hochgekommen und jetzt geht es mir total schlecht!!!

    Ich habe ihm auch gesagt, dass ich jetzt die Miete für die große Wohnung alleine bezahle, dass er mehr Gehalt hat als ich und er ja kaum laufende Kosten hat. Gut, ich habe etwas Geld gespart, aber dafür haben wir seiner Familie in den letzten 13 Jahren jede Menge Geld geschickt! Das ist für mich ja auch weg! Und sparen kann ich jetzt erstmal vergessen! Da meinte er, das hätte ich mir ja jetzt so ausgesucht, denn er wollte sich ja jetzt ändern!!!!! So ein Schwachsinn! Das hat er mir im letzten Jahr so etwa 5-10 mal versprochen!!!

    Oh mann, ich glaube, ich lasse ihn nicht mehr rein. Ich habe gehofft, dass alles friedlich bleibt, aber ich habe schon geahnt, dass da noch was kommt.

    Ja, und jetzt will er die Scheidung auf einmal ganz schnell. Vorher wollte er gar nicht!

    Gruss, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    ich schreibe Dir jetzt zu dem Thema, auf das Dagmar Dir geantwortet hat.

    Ich glaube, Dagmar und auch viele andere brauchen einfach keinen Partner, um ihr Leben zufrieden und glücklich zu leben! Das hat, denke ich, nicht unbedingt damit zu tun, dass die letzte Beziehung "so schlimm war".
    Ich wollte auch immer einen Partner haben, aber jetzt frage ich mich schon, wozu eigentlich? Gut, es gibt immer Dinge, wo es schön wäre. Mit handwerklich schweren Sachen, die man machen muss, oder um mal jemanden zu haben, den man in den Arm nehmen kann. Oder eben auch körperliche Bedürfnisse!
    Aber ich glaube, man sollte nicht "irgendeinen" Partner für seine Bedürfnisse nehmen.
    Nach meiner bisherigen "Lebenserfahrung" würde ich klar sagen, das geht immer schief!!

    Übrigens hatte ich auch schon häufig die Vorstellung, im Altersheim mal einen netten Rentner kennenzulernen und so ein "Rentner-Techtelmechtel" zu haben!! Ich finde den Gedanken wirklich witzig! Und es ist gar nicht mal so abwegig!

    Wieso bist Du Dir selbst nicht genug? Du kannst doch Menschen treffen, um nicht immer "alleine" zu sein! Du kannst auch Leute zur Dir einladen oder sonst etwas machen. Wieso meinst Du, dass Du ohne Beziehung Dein Leben nicht geniessen kannst?

    LG,
    Anesa

    Hallo Grazia,

    ich habe jetzt das erste Mal in Deinem Thread gelesen, mensch, Du hast ja wirklich viele Jahre gelitten unter der Beziehung!

    Ist schon komisch, meine Therapeutin sagte auch mal zu mir: sie fühlen sich sehr verantwortlich für ihren Mann! Ja, genau, und das ist trotz fehlender Liebe immer noch so! Es gibt so Sachen, da denke ich, ich muss ihm Bescheid sagen, dass er an dieses oder jenes denkt. Ich habe teilweise das Gefühl, ich muss es ihm sagen, weil ich es ja die letzten 13 Jahre auch immer gemacht habe! Aber ich halte mich zurück, ich melde mich nur bei ihm, wenn Post für ihn da ist oder jemand angerufen hat, wenn es irgendwie wichtig erscheint.
    Wenn er kommen will, dann ruft er oft auf dem Weg hierher an, dass er jetzt kommt. Da habe ich es auch noch nicht geschafft, nein zu sagen. Es wäre mir lieber, er fragt 1 Tag vorher, ob es bei mir passt. Aber er scheint immer noch das Gefühl zu haben, dass er das Recht dazu hat. Und mein schlechtes Gewissen, weil ich ihn rausgeschmissen habe, sagt mir, ich kann ihm das nicht antun, in dem Fall so hart zu sein! So ein Mist!!!
    Manchmal wäre ich gerne rücksichtslos. Habe aber Angst, dass das für mich unangenehme Konsequenzen hat! Ich will die Scheidung, er nicht. Und weil ich Angst davor habe, dass er Schwierigkeiten macht, die das ganze noch teurer machen, versuche ich, den Ball möglichst flachzuhalten.
    Die Scheidung wird sowieso teurer, als unsere Hochzeit! Die war nämlich ganz einfach!!!
    :evil:

    LG, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    ja, ich kenne das und wohl auch viele hier im Forum! Deswegen wäre es wirklich wichtig für Dich, die Trennung durchzuziehen und es dann wirklich mal alleine zu versuchen, sich nicht gleich wieder in eine neue Partnerschaft/Abhängigkeit zu stürzen!!!!!!
    Es ist natürlich Deine Sache, aber das kann ich Dir wirklich ans Herz legen!

    LG, Anesa

    Hallo,

    ich hatte und habe einen sehr starken Lebenswillen! Ich hatte als Jugendliche viele Komplexe, fand mich hässlich, dick und war total schüchtern und ängstlich. Meinen ersten Freund hatte ich erst mit 25, die erste richtige Beziehung hatte ich dann mit meinem Ex. Obwohl es für mich nicht die große Liebe war, war ich froh, jemanden zu haben. Ich hatte vorher immer Angst, dass ich nie jemanden finden würde.

    So sehe ich das heute nicht mehr. Ich habe keine Angst mehr vor dem Alleinsein, ich kann ja irgendwo hingehen, um mit Menschen Kontakt zu haben, einen Partner brauche ich dazu nicht. Das habe ich mich vor meiner Ehe nicht so getraut, ich hatte nicht viel Selbstbewusststein dafür. Ich war ängstlich und unsicher.

    In den ersten Jahren meiner Ehe habe ich oft gedacht, dass wir nicht zusammenpassen, aber es gab für mich keinen Punkt, an dem ich mich getrennt hätte. Als dann aber das Alkoholproblem meines Ex und die Lust zu nichts dazukam, bin ich mir wirklich bewusst darüber geworden, wie ich mein Leben leben möchte! Gut, ich hätte aushalten können und die Augen verschließen können, wie es viele jahrelang tun. Aber ich finde das Leben so schön, ich möchte es mir nicht vermiesen lassen. Trotz meines schlechten Gewissens und Mitleid mit ihm, weiss ich genau, dass ich das richtige getan habe! Und ich möchte so etwas nicht wieder erleben!

    Aber ich glaube, diese Erfahrung war für mich sehr wichtig. Ich wäre nicht an diesem Punkt, ohne das, was ich erlebt habe!
    Ich kenne viele, die in einer Partnerschaft sind, und eigentlich nur so vor sich hinleben. Gut, die haben nicht solche Tiefs wie ich, aber haben die dann solche Glücksgefühle wie ich jetzt? Spüren sie das Leben so intensiv wie ich?

    Gruss,
    Anesa

    Hallo Blaubaerchen,

    ich weiss ja nicht, wie bei Dir die örtlichen Gegebenheiten sind, aber mir hat es sehr geholfen, dass ich zur Suchtberatung gegangen bin und dort wurden mir persönliche Gespräche mit einer Sozialtherapeutin angeboten.
    Ich war vorher wegen anderer Probleme bei einem Psychotherapeuten, die Therapie habe ich aber abgebrochen, weil ich bei ihm das Gefühl hatte, dass ich bei ihm nicht weiterkomme.

    Ich hatte 9 Gespräche bei dieser öffentlichen Stelle und die haben mir seeehr geholfen. Im Februar war das 1. Gespräch, da wollte ich meinem Ex noch helfen und alles tun (!), im Juni war das vorletzte Gespräch und 2 Tage zuvor war ich so weit mich zu trennen! Da muss die Therapeutin wirklich ein Erfolgserlebnis gehabt haben! Sie hat mir nie zu etwas geraten, sondern hat mir mit ihrer Unterstützung geholfen für mich selbst herauszufinden, was ich wirklich will. Hätte ich bei meinem Ex bleiben wollen, hätte ich die selbe Unterstützung bekommen. Die Entscheidungen habe ich selber getroffen.

    Also, ich kann Dir nur empfehlen, so eine Hilfe zu suchen. Für was für einen Weg Du Dich dann entscheidest, ist ganz alleine Deine Sache. Aber es wird Dir besser gehen!

    LG,
    Anesa

    Hallo Rosa Li,

    ich rede ja noch mit meinen Eltern. Aber ich gehe seit einigen Jahren nicht mehr ganz so oft hin und rufe auch nicht so oft an, weil mir immer wieder Vorwürfe gemacht werden, da habe ich mich einfach mehr zurückgezogen!
    Das scheint meine Mutter nicht zu verstehen. Sie ist dafür verantwortlich, dass ich nicht mehr hingehen mag. Ich kann doch nicht erwarten, dass sich jemand um mich kümmert und ihn immer wieder beleidigen, Vorwürfe machen usw. Also die Leute, die ich kenne, würden sich dann garantiert gar nicht mehr melden.

    Womit ich meine Kollegin enttäuscht habe, kann ich gar nicht genau sagen. Es ist nur eine Vermutung, weil ich natürlich auch nicht immer so reagiere, wie der andere es vielleicht gerne hätte. Wie soll das auch gehen? Manchmal denke ich auch nicht ganz genau darüber nach, was ich sage oder nicht sage und wie es bei dem anderen ankommt.

    Ich habe in der letzten Zeit keinen Mann kennengelernt, daher kann ich gar nicht sagen, wie ich mich verhalten würde, wenn einer Interesse hätte und irgendwie problematisch wirkt. Ich glaube, ich würde es ganz langsam angehen lassen, dann merkt man ja auch erst, ob man sich wirklich versteht und ob man überhaupt auf einer Wellenlänge liegt. Auf eine ernsthafte Beziehung habe ich im Moment überhaupt keine Lust, das würde ich auch ganz deutlich sagen.
    Für Spass wäre ich vielleicht zu haben, aber mehr auch nicht. Ich habe noch nie eine "nur Bett-Beziehung" gehabt und weiss auch nicht, ob es mir damit gutgehen würde. Aber im Moment denke ich, dass ich das vielleicht machen würde. Ohne Verpflichtungen, ohne Kompromisse! Einfach mal nur an mich denken! So wie es auch viele Männer tun!

    LG,
    Anesa

    Hallo Susanni,

    ich glaube mir gehts gut. Ich schlafe zwar immer noch schlecht, aber eigentlich fühle ich mich sonst sehr wohl.
    Letzte Woche war ER wieder da, um noch Sachen abzuholen. Vor allem seine beiden (!) PC's. Es lief ganz nett ab, er hat mir noch Lebensmittel gebracht, von der Arbeitsstelle, die nicht mehr verkauft werden. Ansonsten war es ganz neutral. Ich hoffe, dass es so bleibt.
    Und ich hoffe, dass er jetzt erstmal eine Zeit nicht kommt, weil er jetzt fast jede Woche da war, das ist zu oft, um wirklich mal abzuschalten. Jetzt ist er die nächsten 3 Wochen wohl alleine, weil sein Bruder wegfährt. Ich hoffe, dass das gut geht und er mich nicht anruft, weil er alleine ist.

    Gestern war ich mit einer Freundin in einem Beach Club, war wirklich schön und wir haben beide nur alkoholfreie Getränke gehabt! Ich habe gestern auf dem Weg von der ARbeit nach Hause viele Männer mit Bierflaschen in der Hand gesehen und ich fand es so schrecklich! Ich bin da wirklich etwas traumatisiert. Früher habe ich mir nie was dabei gedacht, was ist schon mal gegen ein Bier einzuwenden. Und ich trinke auch gerne mal ein Glas Wein, aber es ist schon viel weniger als früher. Ich will ja nicht auch so enden...

    Und wie geht es Dir?

    Gruss,
    Anesa

    Hallo Melanie,

    ich bin jetzt fast 40 und habe keine Kinder. Und ich bin heilfroh darüber! Mein Ex wollte immer Kinder und ich hatte ein schlechtes Gewissen und war kurz davor, mir einen Kinderwunsch einreden zu lassen (auch von anderen Seiten!). Aber ich wusste immer, dass es mit Kindern eine Katastrophe geworden wäre! Diese ganze Situation mit Kindern hätte ich mir nicht vorstellen können! Und die hätten auf jeden Fall auch gelitten!

    Ich finde, Du solltest nur mit einem Partner, bei dem Du ein gutes Gefühl hast, Kinder haben oder Dir im Klaren sein, dass Du vielleicht alleinerziehend sein wirst. Willst Du um jeden Preis Kinder haben?

    Und ich finde, da hast Du noch Zeit. Viele bekommen ihr erstes Kind mit Ende 30, da spricht doch nichts dagegen.

    Ganz wichtig ist, dass Du für Dich herausfindest, was Du möchtest.
    Also ich wusste schon lange, dass ich nicht mit einem Alkoholiker oder trockenen Alkoholiker zusammen sein möchte! Und dann habe ich Schritt für Schritt daran gearbeitet, mich innerlich und dann auch räumlich zu trennen!

    LG,
    Anesa

    Hallo Rosa Li,

    eigentlich geht es mir gut, ich vermisse meinen Ex kaum. Es ist nur die Situation nach der Trennung, die mir zu schaffen macht. Eben auch schlechtes Gewissen wegen ihm (wie ich schon schrieb), er tut mir leid, ich kann ihm aber nicht helfen, aber ich weiss nicht, ob er das auch so sieht. Meine Gedanken kommen immer wieder darauf, ob ich etwas anders hätte machen können. Wenn ich dann vernünftig darüber nachdenke, hätte ich natürlich nichts anders machen können, was das ganze besser gemacht hätte!

    Ich mache jetzt eigentlich mehr, als in der Zeit, als ich noch in der Beziehung war. Ich gehe oft alleine raus, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Manchmal treffe ich mich mit einer Freundin (leider die einzige im Moment), z. B. gestern abend. Meistens fahren wir dann irgendwo hin, gestern zu einem Beach Club an der Elbe. Das geniesse ich sehr, denn abends mag ich nicht alleine weggehen. Alleine irgendwo sitzen kann ich mir im Moment nicht vorstellen und der Nachhauseweg ist auch etwas schwierig alleine, vor allem wenn es schon dunkel ist. Da könnte ich nur noch ein Taxi nehmen. Und den Aufwand, auch schon wegen des Geldes, mache ich alleine dann doch nicht. Da bleibe ich eher zuhause und mache es mir eben gemütlich.

    Zum Thema Enttäuschung habe gerade wieder das Problem mit meiner Adoptivmutter. Sie hat mir letzte Woche vorgeworfen, mich würde ihre Krankheit (Krebs) gar nicht interessieren, ich würde mich zu wenig melden und wäre kalt. Sie hat Erwartungen an mich, die ich nicht erfülle. Muss ich das tun? Ich habe ihr gesagt, dass sie mir genau das schon als Kind vorgeworfen hat und ich schon immer so war. Sie meinte dann, das wäre schlimmer geworden. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich vielleicht auch verändert habe. Komischerweise haben mir schon viele andere Leute (Verwandte und auch Bekannte) gesagt, dass sie finden, dass ich mich zum Positiven verändert habe.
    Ich habe ganz bestimmt auch die Kollegin, von der ich geschrieben habe, mal enttäuscht. Ich habe mich auch bei anderen vielleicht anders verhalten, als sie es sich von mir gewünscht hätten. Aber wie gesagt, niemand ist perfekt!

    Ich habe mir schon seit ich denken kann, Gedanken gemacht, wie ich was tue, ob ich es richtig gemacht habe usw. Und trotzdem habe ich schon viele negative Erfahrungen gemacht, Freundschaften sind kaputtgegangen, Familienangehörige haben sich zurückgezogen. Was bringt dann dieses ganze Denken? Ich kann es aber auch nicht sofort abschalten, will immer noch niemanden verletzen und tue es trotzdem!

    Ich hoffe, dass Du für Dich auch einen Weg aus Deiner schwierigen Situation findest! Ich kann Dir nicht raten, Dich zu trennen. Aber für mich kann ich aus ganzem Herzen sagen: "Ja, es ist die richtige Entscheidung für mich!!!" Trotz aller Schwierigkeiten, und obwohl ich wirklich alleine bin. Aber ich denke, ich werde es schaffen!

    LG,
    Anesa

    Hallo Rosa Li,

    ich habe auch in den letzten Jahren einige Sachen aus meiner Kindheit erkannt und "aufgearbeitet". Sachen, die ich erst jetzt verstanden habe, warum ich mich in bestimmten Situation so und so fühle und verhalte. Natürlich kann ich mich jeden Tag damit beschäftigen, es sind Sachen, die ich nicht einfach mal so wegstecken kann. Aber ich muss auch irgendwann an den Punkt kommen und sagen: Das war einmal und ich habe es erkannt und ich kann versuchen, diese dadurch verursachten Verhaltensmuster zu ändern.

    Ich habe auch immer versucht, einen "Menschen" für mich zu finden, der für mich da ist. Ich habe da ein gutes Beispiel:

    Ich habe vor ca. 10 Jahren eine neue Kollegin kennengelernt, habe mich dann einige Jahre mit ihr super verstanden und dachte wirklich, dass sie so etwas wie eine Freundin für mich ist. Ich habe mich von ihr auch zum Lästern mitreissen lassen, was ich heute sehr bereue! Dann allmählich ging sie auf Rückzug, hat mich oft angeschnauzt und ich fühlte mich total verletzt und war beleidigt deswegen (echt kindisch!). In den letzten 2 Jahren habe ich versucht mich damit abzufinden, ich kann es ja nicht ändern und ich wollte auch nicht "angekrochen kommen", da bin ich zu stolz. Sie hatte dann eine andere Kollegin, mit der sie ganz dicke war und hat mir immer öfter Sachen gesagt, über die ich mich geärgert habe. Im letzten Jahr ist es dann eskaliert und ich habe ihr meine Meinung gesagt. Sie hat alles abgestritten, konnte sich auf einmal an ihre Äußerungen nicht erinnern usw. Und ich hätte ja schon viel früher was sagen müssen! Also war ich Schuld! Es waren aber eine Menge Dinge wirklich nicht in Ordnung von ihrer Seite, 2 andere Kollegen hatten die selben Probleme mit ihr!
    Gestern ist sie den letzten Tag da gewesen, sie hatte gekündigt (aus anderen Gründen). Und sie hat mir noch viel Spass gewünscht. Irgendwie habe ich wieder ein schlechtes Gefühl, ich hätte alles falsch gemacht, ich hätte irgendwie alles anders machen müssen usw.

    Und dieses Gefühl habe ich in allen Bereichen: mit meinen Adoptiveltern, mit meinem Ex, bei der Arbeit... Das ist so typisch für uns Frauen, wir fühlen uns fast immer schuldig. Und genau das versuche ich zu ändern! Ich mache Fehler, aber andere auch. Man kann ja auch verzeihen.

    Im Endeffekt ist es so, dass ich durch meine Erfahrungen versuche, Probleme mit mir alleine auszumachen. Ich habe immer den Drang, mich anderen mitzuteilen, irgendwie brauche ich das, aber ich merke auch, dass so etwas echt in die Hose gehen kann! Ich möchte auch jemanden haben, der gerade dann für mich da ist und mich mental unterstützt, aber dann kommt es eben auch immer zu Enttäuschungen! Weil meine Erwartungen einfach von anderen nicht immer erfüllt werden können und müssen! Ich kann das ja auch nicht immer! Ich habe bestimmt auch schon viele enttäuscht!

    Verstehst Du, was ich meine?

    LG,
    Anesa

    Hallo Steffi,

    erstmal gratuliere ich Dir, dass Du es geschafft hast, Dich zu trennen!
    Ich habe meinen Mann vor 5 Wochen rausgeschmissen, 1 Tag vor unserem 13. Hochzeitstag. Das war sehr schwer für mich, aber ich bin auch erleichtert!
    Ich habe in den letzten Monaten mithilfe einer Therapeutin von der Diakonie herausgefunden, was ich möchte und auch festgestellt, dass es keine Liebe mehr war, die mich an meinen Mann gebunden hat.

    Ich habe teilweise noch ein schlechtes Gewissen und auch das Gefühl, ihn "im Stich gelassen zu haben". Aber ich hatte so gut wie alle Hilfsversuche durch und die beste Hilfe ist im Endeffekt keine Hilfe zu geben!! Wir haben so viel geredet, er war auch teilweise einsichtig, aber es hat alles nichts gebracht! Er ist sogar zu einem Psychotherapeuten gegangen, aber erstmal nicht wegen seines Alkoholproblems.

    Am Tag, als ich ihn rausgeworfen habe, hat er gesagt, dass er jetzt vielleicht eine Therapie machen will und mich dann gefragt, ob wir es nochmal versuchen wollen. Ich habe nein gesagt.

    Ich denke mal, auch für Dich ist es total wichtig, erstmal zu Dir selbst zu finden. Genau das kann Dein Ex-Partner ja auch tun! Und wenn er es wirklich ernst meint, zieht er seine Therapie durch. Und wenn dann immer noch genug Gefühle da sind, besteht doch immer noch eine Chance, wieder zusammenzukommen. Dann weisst Du auch, ob Du das wirklich noch willst!

    Ach ja, ich habe auch nicht viele Freunde oder Bekannte. Wenn Du Dich aufraffen kannst, gehe einfach mal alleine raus. Mache ich auch oft, habe ich auch schon getan, als ich noch nicht alleine war, weil ER oft keine Lust hatte. Oder mache es Dir zuhause schön, les etwas Schönes oder sehe Dir nette Filme an!

    LG,
    Anesa

    Hallo Susanni,

    ich hab erst jetzt gesehen, dass Du mir geschrieben hast!
    Tja, wie geht es mir. Eigentlich meistens gut.
    Nur manchmal bekomme ich so ein schlechtes Gefühl wegen ihm. Undefinierbar, kann nicht sagen, was genau. Vor allem, wenn er anruft, bin ich total aufgeregt und ich steh irgendwie neben mir. Er kommt im Moment fast jede Woche, um Sachen abzuholen. Ich will ja auch, dass die Sachen weg sind, aber es wühlt bei mir jedesmal etwas auf.

    Es fällt mir auch total schwer, jetzt hart zu sein, z.B. wegen des Ummeldens des Autos auf seinen Namen. Weil er mir einfach leid tut, ich hab ihn rausgeschmissen und sitze gemütlich in einer fertigen Wohnung und er hat ein kleines Zimmer bei seinem Bruder.

    Aber was positiv ist: Ich vermisse ihn nicht, nicht als Person, was eigentlich schon erschreckend ist! Aber bei mir ist es so wie bei vielen hier. Ich habe sehr gelitten, als er noch hier war. Da habe ich unsere "Beziehung" schon vermisst, da habe ich viel wegen ihm geweint und habe angefangen, mich "innerlich" zu trennen. Und es ging mir sehr schlecht! Jetzt habe ich nur noch etwas "Nachwehen", aber das schlimmste ist vorbei (hoffe ich jedenfalls!).
    Ich weiss von ihm auch nicht viel, z.B. ob er trinkt. Will ich auch nicht wissen, das würde ich wahrscheinlich noch früh genug erfahren!

    Und wie geht Dir?

    LG,
    Anesa