Beiträge von lavendel

    hallo innocent,

    Zitat von Innocent

    Wenn ich alles zusammen nehme, habe ich meine Ersten Schritte getan, ich habe dieses Forum entdeckt; das mir unheimlich viel kraft gibt. Dafür danke ich Euch allen und hoffe auch weiterhin auf Euch.
    Ich werde also weiter zwei Schritte nach vorn machen und nur einen zurück wenn es sein muß. Aber ich bin entschlossen etwas zu ändern.
    Ich suche mir jetzt eine SHG um weiter Schritte zugehen.

    hallo innocent,

    das hört sich doch schon ziemlich sortiert an, schön. das mit der shg ist auch ein guter schritt. mir hat das damals sehr geholfen, in zweierlei hinsicht: zum einen dabei, meinen trinken freund und seine "argumente", die schuldzuweisungen und mitleidstouren zu durchschauen und irgendwann auch mal abprallen zu lassen, und zum zweiten dabei zu erkennen, dass ich nicht spinne, und beim starkbleiben in der entscheidung mich zu trennen, wenn er nicht aufhört zu trinken.

    ich kenne auch diese drohungen: "wenn ich dich nicht mehr hätte, würde ich mich tottrinken". letztlich ist das auch eine suiziddrohung, und die hat mich genauso belastet wie dich, und mit meine größte angst war, dass er sich wirklich was antut, wenn ich ihn verlasse. die angst war lange zeit größer als mein leiden, unter anderem deshalb habe ich so lange gezögert mit meinem schritt.

    ich habe ihn dann aber auch mental sorfälig geplant (ich musste nicht ausziehen, wir hatten zwei wohnungen, das macht es natürlich viel leichter), aber trotzdem: habe mir gedanken gemacht, wo ich hin kann, wer mich auffängt, wie ich mich ablenken kann, wie ich mich abschotte bei erpresser-anrufen und smssen, was ich am telefon sage... alles immer und immer wieder im kopf durchgespielt und auch aufgeschrieben. und irgendwann wars dann so weit, da konnte ich dann. weh getan hat es trotzdem sehr, die trennung, aber jetzt - mit abstand - geht es mir soooo viel besser als vorher, und ich frage mich - wie wohl die meisten, nachher ist man immer klüger :wink:, warum ich das nicht schon eher getan habe.

    also: mach du mal deine schritte, und solange dir die richtung klar ist, ist es auch nicht so schlimm, wenn mal einer zurückgeht. aber nicht so viele, bitte :wink:.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe marina,

    oh mann, schon wieder so ne erpressung :?

    Zitat

    Allerdings habe ich auch das Gefühl, versagt zu haben - denn ich habe meinem Vater auf dem Sterbebett versprochen, mich um sie zu kümmern...aber wie macht man das, wenn derjenige einen nicht lässt? Oder nur dann, wenn es ihm passt? Und dann noch mit dem Worten "Du hast es deinem Vater auf dem Sterbebett versprochen!!"

    marina, es ist nicht deine verantwortung, dich um deine mutter kümmern zu müssen, die nicht einsichtig ist, die weiter trinkt, die sich nen unmöglichen typen angelt, und die sich für dich als ihre tochter und dein befinden nicht die bohne interessiert. die dir nicht zuhört, die deine sorgen nicht ernst nimmt. die trauer um sie ist das eine - die ist da und die wird auch immer mal wieder hochkommen - aber das gefühl der verantwortung und des versagens, das solltest du ganz schnell aussperren. du hast es doch ganz genau erkannt: sie wollte nicht, das du dich kümmerst, sie hat dich doch regelrecht ausgesperrt aus ihrem leben.

    und dann noch mit der keule zu kommen "du hast es doch deinem vater versprochen auf dem sterbebett" ist ja wohl allermieseste masche. schlechtes gewissen erzeugen, wo sie selbst keinen deut bereit war, etwas zu tun, damit es ihr besser geht. ich finde ein sich kümmern und für andere da sein äußerst wichtig, ich wünsche mir das für mich und ich bin auch bereit, für andere da zu sein, aber auch das hat grenzen, nämlich dann, wenn es anfängt mir zu schaden, weil der andere es ausnutzt oder torpediert. also liebe marina: mach dich bittebitte von diesem ko-satz mit dem sterbebett frei. dein versprechen hat auf anderen voraussetzungen basiert.

    lieben gruß, und eine gute nacht wünsche ich dir

    lavendel

    liebe marina,

    dann doch so schnell :(. ich drücke dich mal und wünsche dir alle kraft, die du jetzt brauchst. gut, dass du so ruhig bist, und gut

    Zitat

    Und es ist auch seltsam, dass ich zwar traurig, aber auch in gewissem Sinne erleichtert bin - ich habe keine Verantwortung mehr: niemand kann ihr mehr weh tun, ihr kann nichts mehr passieren....

    dass du das so sehen kannst.

    es ist schon komisch, was einem als kind so für gedanken kommen, oder? als meine mutter wieder geheiratet hat (dieser mann ist allerdings leider schon wieder tot) war mein erster gedanke auch "gut, dass ich die verantwortung los bin." ich finde es erschreckend, dass auf uns alki-kindern eine bürde der verantwortung liegt, die uns oft fast erdrückt, und da kann ich deine erleichterung gut nachvollziehen...

    kann mich summerdream nur anschliessen: wenn irgendwas ist: meld dich hier, heul dich hier aus, jeder wird dich verstehen.

    mir gings auch so, als mein vater gestorben ist: erst hat es mich relativ kalt gelassen (mischung aus "wir waren eh nicht so dicke", schock, stress mit beerdigung und haushaltsauflösung, ärger über die vergangenheit...), aber irgendwann hat mich dann doch mit macht die trauer gepackt. meine lieblingsfreundin, die auch ihren vater an den alkohol verloren hat, hat mir dann ganz lapidar gesagt: "man hat halt nur einen vater, und du wirst diesen einen vater vermissen, egal was er für ein mistkerl war, er war dein vater." ich habs ihr nicht geglaubt, aber ihr vater ist ein jahr vor meinem gestorben, und sie hat recht behalten.

    also: wenn´s dich drückt, du trost brauchst oder dich einfach nur ausheulen willst: wir sind hier für dich da...

    lieben gruß

    lavendel

    Zitat von Innocent

    Sie tut mir halt Leid,weil ich sehe wie sie versucht es ohne Alk zu schaffen.

    aber innocent, sie versucht es doch garnicht!!!

    wenn sie es ernsthaft wollte, würde sie zum arzt gehen, sich zur entgiftung einweisen lassen, kontakte zur suchtberatung knüpfen, mal in ne selbsthilfegruppe gehen, über therapiemöglichkeiten nachdenken und sich informieren! tut sie das? nein.

    sie spielt das allseits bekannte "aber ich wills doch schaffen und geb mir auch mühe"-spiel, ein besonders von alkis perfektioniertes spiel ohne weg und ohne ziel, das auch nur deshalb mal für einen tag oder zwei funktioniert, weil du zuguckst. wenn du nicht mehr zuguckst, wird es das spiel auch nicht mehr geben, es wird die volle breitseite geben - oder eben ein erwachen. solange du zuguckst, wird dieses spiel mit euch beiden immer weitergehen - ohne ziel, ohne entkommen.

    DU tust mir leid, sie nicht. tu was, für dich und deine kinder!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo innocent,

    du bist kein "idiot", das ist quatsch. du bist vielleicht (noch) nicht stark genug, deiner frau die stirn zu bieten, du hast das spiel (noch) nicht durchschaut, du hast (immer noch) hoffnung. das alles gehört zu einem coabhängigen partner dazu wiedas trinken, lügen, verharmlosen beim alkoholiker. wie du reagierst, ist "normal" für jemanden, der sich (noch) nicht gut genug auskennt, der sich vielleicht auch (noch) einlullen lassen will, dessen leidensdruck (noch) nicht groß genug ist.

    weißt du, wenn ich bei mir nachlese, wie oft ich meinem partner geglaubt habe, mich gefreut, hoffnung geschöpft, welche spielchen ich NICHT durchschaut habe, auf welche sätze und gesten ich reingefallen bin, kann ich HEUTE nur den kopf schütteln. aber das ist heute, und ich beschäftige mich mit dieser materie intensiv nun schon über ein jahr. "durchschauen" kann ich es vielleicht seit ein paar monaten. und wenn es mein ex jetzt nochmal richtig raffiniert anstellen würde, würde ich meine hand auch nicht dafür ins feuer legen, dass ihn dann immer noch durchschauen würde.

    was ich damit sagen will: du bist "normal krank" und musst dich nicht idiot schimpfen. beobachte, analysiere, stelle in frage - sie und dich, ihre worte, deine handlungsweisen. irgendwann bekommt man ein gespür dafür, was man glauben kann und was show ist - und irgendwann platzt einem die hutschnur. je intensiver du dich mit diesem thema auseinandersetzt, umso schneller kommst du an den punkt wo du sagst "bis hierher du nicht weiter".

    also, hab ein bisschen geduld mit dir, aber sei wachsam. verschliess die augen nicht vor den dingen, die du nicht sehen willst, sondern schau sie dir umso intensiver an.

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nexie,

    mir wäre es in deiner situation völlig wurscht, ob ich objektiv übertreibe oder nicht. für mich ist ein für alle mal klar: kein mann mehr in meinem leben, der nicht mit alkohol umgehen kann. beim allerersten "ausrutscher" wäre es bei mir vorbei, auf nimmerwiedersehen. wäre mir völlig egal, wie viele flaschen bier, welche entschuldigungen - das vertrauen wäre weg, kaputt, nicht mehr herzustellen. ich will nicht mehr ständig misstrauisch sein, schnüffeln, bangen, meine worte wägen, nix da. wer einmal ausruscht im alkohol, bei dem besteht auch die gefahr des zweiten ausrutschens - und für mich sind das dann schon zweimal zuviel.

    manche haben aufkleber "nie wieder krieg". ich hab einen im kopf: "nie wieder ein alki in meinem leben". gebranntes kind scheut das feuer, auch wenns hier "nur" ein streichholz sein sollte - auch das wäre mir schon zu brenzlig.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ette,

    Zitat von Ette

    vertrauen habem zu "müssen", anzunehmen, dass ich liebenswerter bin, als ich von mir selbst vielleicht annehme. Und das fast unbekannte Gefühl, einfach so sein zu dürfen, wie ich bin.

    ich glaube, man muss sich im tiefsten innern selbst mögen, um eine "erwachsene" beziehung leben zu können. wenn ich mich selbst ständig in frage stelle, bin ich natürlich auch verletzlicher durch andere, und viel eher bereit, mich für andere zu verbiegen. erst wenn ich weiss, wer ich bin, was ich will und wenn ich fühle, dass ich liebenswert bin, kann ich eine partnerschaft leben ohne unterzugehen.

    etwas überspitzt gesagt sehe ich das mittlerweile für mich so: ich find mich klasse, und wer das nicht sieht ist selber schuld :wink:.

    was nicht heisst, dass ich nicht auch unliebenswerte macken habe, klar, weiss ich selber :oops:, aber im großen und ganzen bin ich im reinen mit mir und nicht mehr bereit, mich einem partner zuliebe in den mir wichtigen dingen zu ändern oder anzupassen. und wenns dann keinen passenden deckel gibt, ist das zwar nicht schön, aber eben so, und auch damit werde ich leben können.

    noch was, was ich durch diese ganze geschichte gelernt habe: ich will nur noch einen partner, der auch mit sich im reinen ist. ich habe keine lust (mehr) altlasten auszubügeln und seelenkrüppel zu "retten" weil ich das ja ach so gut kann und ach so viel verständnis habe. nix da. mir kommt nur noch ein gleichberechtigter mann ins haus, der mich so nimmt wie ich bin 8).

    und, schön gelaufen? ich glaube, ich bin heute faul, und ausserdem scheint die sonne, da ist es mir eh zu warm :oops:.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ette,

    wie das in der (medizin)theorie aussieht, weiss ich nicht. aber ich hab nicht vor, jede mögliche beziehung zu vermeiden :wink:.

    ich glaube (hoffe!) auch, dass in meinem fall der spruch "gebranntes kind scheut das feuer" zutrifft. wissen kann ich es natürlich erst, wenn es mal wieder so weit sein sollte, jemanden kennen zu lernen.

    des weiteren glaube ich (bei mir), dass ich durch die beschäftigung mit der co-abhängigkeit, den ursachen und den anzeichen so viel gelernt habe, dass ich mittlerweile gegensteuern kann. das merke ich ja jetzt schon in meinem alltag. schon jetzt tue ich dinge (nicht), was früher undenkbar gewesen wäre. einfach weil ich muster erkenne, die ich vor einem jahr noch nicht erkannt hätte. und weil ich nicht mehr bereit bin, zugunsten einer anderen personen meine wünsche zu vernachlässigen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo tecke,

    Zitat

    woher man weiss, dass man genug kraft hat?

    hmmmhhh... ich hab ds einfach gespürt, bis hierher und nicht weiter... vorher hatte ich immer noch das gefühl "du hälst es noch aus". an besagten tag hatte ich dieses gefühl dann nicht mehr...

    hast du denn einen plan wie es weitergeht, wenn du die trennung aussprichst? so ein plan macht näcmlich stark. zu wissen, wo man hin kann, wie man sich finanziert, welche freundin ein offenes ohr hat, einfach ein notfallplan, den man dann in die wege leiten kann. denn sonst bist du doch ziemlich hilflos, oder? was machst du wenn du sagst "ich trenne mich" und er macht "haha" und trinkt weiter? wo gehst du hin, wo übernachtest du, was sind die nächsten schritte? mir hat solch ein vorab ausgedachter plkan geholfen, mich nicht hilflos und ausgeliefert, sondern stark zu fühlen...

    lieben gruß

    lavendel

    hallo tecki,

    du schreibst

    Zitat

    Ich wünsche mir, das ich Morgen die Kraft habe Ihm zu sagen das wir uns trennen. Hab ein bischen Angst davor. Ich weiß wie er reagiert. Er droht mit Selbstmord, verspricht alles, weint etc.. Eventuell verlässt mich dann wieder der Mut. Wie fange ich es nur an, damit ich genug Kraft habe.

    brich nichts übers knie, das ist mein rat. wenn du etwas androhst, musst du innerlich so weit sein, dich nicht einwickeln und erpressen zu lassen, und es auch durchzuziehen, sonst wirst du unglaubwürdig. und du solltest auf jeden fall nur mit ihm reden, wenn er nüchtern ist.

    ich hab mich auch lange mit dem gedanken an diese drohung getragen, bestimmt drei monate. aber ich habe sie mir für genau den moment "aufgehoben", bis ich mir 100%ig sicher war, dass er mich mit keiner anschuldigung, keiner träne und keinen versprechen mehr erreichen würde.

    ich hab es auch "zweistufig" gefahren: ich habe ihm ein ultimatum gesetzt, bis zu dem ich schritte erwarte (arztbesuch, shg, was auch immer, und den festen willen, nicht mehr zu trinken), und ihm angedroht, mich nach dem ablauf des ultimatums von ihm zu trennen, falls er nicht aufhören wird. diesen "text" habe ich vorab tagelang aufgeschrieben, geändert, umformuliert... bis ich meinte, dass er passt und dass ich keine angriffsfläche biete. ich hab nur von mir geredet, keine vorwürfe an ihn, nix. nur "ich will, ich erwarte, ich will nicht, ich werde nicht...". habe bei dem gespräch dann auf keine anschuldigung, nix reagiert, sondern immer nur wiederholt, was ich will, womit ich leben kann und womit ich nicht leben werde. danach bin ich gegangen. keine diskussion, bei der frau meistens den kürzeren zieht, weint, einknickt, wollte ich alles nicht.

    das ultimatum war mir die liebere variante, weil ich angst vor dem abrupten schnitt hatte und ausserdem auch die hoffnung, dass ich ihm wichtiger bin als der alk.

    was ich dir sagen will: sprich etwas endgültiges wirklich erst aus, wenn du stark genug bist es umzusetzen. lieber noch ne woche warten und kraft sammeln, als übermorgen wieder einzuknicken, denn bei jeder nicht umgesetzten drohung wird er dich weniger ernst nehmen, und du wirst jedes mal ein bisschen mehr mut verlieren...

    ...was aber alles natürlich KEIN plädoyer sein soll, im jetztigen zustand zu verharren, gelle, nur ein aufruf, deine derzeitige kraft kritisch zu überprüfen...

    lieben gruß

    lavendel

    hallo inoocent,

    hui, bei dir gehts ja rund, innen und außen :roll:.

    zwei dinge möchte ich kommentieren. zum einen schreibst du:

    Zitat

    Außerdem schleppe ich immer noch den Tod meiner Tochter mit mir rum, und sieh hat damit einen Riesigen Faustpfand in der Hand. Nach dem Motto wie kannst du so mit mir umgehen, meiner Tochter ist gestorben und oder für eine Mutter ist es viel schlimmer Ihr Kind zu verlieren, da kann man es doch wohl verstehen wenn, ich mal einen trinke.

    supernummer. killerargument. könnte man meinen. weisst du was ich darin sehe: eine ganz miese erpressung!!! du hast deine tochter nicht verloren, oder was? dir ist das schnuppe, oder was? und du musst sie zu all deinem leid zusätzlich auch noch besoffen ertragen - stillschweigend, oder was? ich glaub ich spinne! da könnte ich ja wirklich an die decke gehen... weil mich das fatal an meinen vater erinnert. mein bruder hat sich umgebracht, da war er 18. ich war 20. mein vater hat mir einen vorgeheult, ich sei ja nun das letzte, was er auf der welt noch habe, und hat mich mit dieser nummer zu einem gemeinsamen urlaub im camping-bulli in frankreich "gezwungen". diesen urlaub hat er versoffen, mir abends besoffen die ohren vorgeheult - und ich hatte noch ein schlechtes gewissen über meine versteckte wut, weils dem armen kerl ja sooooo schlecht geht. ich wette, du kannst das nachfühlen....

    jetzt würde ich mir sowas nie wieder gefallen lassen. natürlich tut es sicher unendlich weh, ein kind zu verlieren, aber das ist kein freibrief, sein leben zu ruinieren - und wenn man das partout tun will - natürlich hat jeder das "recht" dazu - dann soll er das gefälligst alleine tun - und nicht andere da mit mieser erpressung reinziehen, grrrhhh, ich könnte mich so richtig in rage reden :twisted::evil::evil::evil:.

    das zweite ist:

    Zitat

    Also ich brauche Hilfe, zusätzlich zu diesem Forum.

    versuchs doch mal mit einer selbsthilfegruppe. ich war selbst als angehörige beim kreuzbund, in einer gemischten gruppe, und mir hat das sehr gut getan, für mich und auch für den loslösungsprozess und den abbau des schlechten gewissens und des ewigen gefühls, man sei für seinen partner verantwortlich. ich weiss ja nicht wo du genau wohnst, aber allein in bonn gibts fünf regelmäßige gruppen allein vom kreuzbund, und es gibt ja noch ne menge anderer "anbieter". tu was für dich, sieh zu, dass du dir alle rückenstärkung holst, die du kriegen kannst!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nelly,

    zweierlei. zum einen schreibst du bei summerdream:

    Zitat

    Mir würde es auch gut tun, glaube ich, wenn ich eine reale Person (neben dem Forum!) hätte, mit der ich über diese Alkoholdinge sprechen könnte.

    versuchs doch mal mit ner lokalen selbsthilfegruppe an deinem studienort. du hast doch nix zu verlieren, und vielleicht hilft es ja? ich hab das ja auch ne zeitlang gemacht, und es hat mir sehr gut getan.

    zum zweiten: alles was dein leben ausmacht, kannst du hier schreiben. gut, im moment ist es eher dein vater als deine alki-mutter, aaaaaaber: diese spannungszustände, das streit-vermeiden, das nicht-streiten können sind oft auch folgen des alkoholismus zuhause. das ganze ist so komplex, dass man es oft nicht mehr durchschaut. natürlich können wir nicht jede macke auf unsere alki-mütter schieben, wär ja noch schöner :wink:, denn dann wären wir wirklich in der opferrolle - und die find ich auch iiiihhhhbääää 8) - und das wollen wir ja nicht, gelle?

    im prinzip hast du schon recht, dass wir unser leben auch selbst in die hand nehmen müssen - und das tun wir ja auch. trotzdem haben wir das recht - und die pflicht, finde ich - auch objektiv auf unsere vergangenheit und unser jetziges leben zu schauen, damit es uns gut geht, irgendwann. und wir eben nicht die selbstmitleidigen opfer werden.

    im übrigen, wenn ihr wüsstet was in meine tagbuch alles steht, was nix mehr mit alki-freund oder alki-eltern zu tun hat und derzeit nicht mal mit sonstigen problem sondern nur mit schönen dingen :lol:. also: mach du mal weiter so!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ette,

    Zitat von Ette

    Mir ist klar geworden, dass ich nicht unbedingt einen anderen Menschen „brauche“, um zufrieden leben und glücklich leben zu können. Nichtsdestotrotz empfinde ich es als ein besonderes Geschenk, mit einem anderen Menschen etwas teilen zu können.

    ich glaube, dass das ein ganz großer knackpunkt, den man irgendwie lösen muss. mir ging das nach meiner trennung ganz genauso, ich hab mich bei all den reisen, den theater- und opernbesuchen, bei den kleinen begebenheitem am rande wie der kaninchenfamilie oder dem regenbogen beim abendlichen laufen gefragt "und wem ich erzähl ich das jetzt???".

    ich hatte auch das gefühl, dass das geniessen nur rund ist, wenn ich es (mit einem partner?!?) teilen kann. das hat sich jetzt ein bisschen gelegt. zum einen gehe ich meinen freundinnen, meinem tagebuch hier in der geschlossenen und meinen kollegen damit auf den nerv 8), und zum anderen kommt es so langsam, das dieser gedanke garnicht mehr so präsent ist. ich habe über lange zeit all diese schönen dinge rein mit dem kopf und oft gegen das wollen durchgezogen, dass ich jetzt so weit bin, auch allein im konzert zu versinken ohne den gedanken zu haben, wie schön es wäre, jemanden an der seite zu haben. ich glaube immer mehr, dass das auf sich achten auf der einen seite, aber auch die zeit auf der anderen seite einfach sein müssen, um sich irgendwann auch alleine wieder ganz und zufrieden zu fühlen. und das fühlt sich guuuuuuut an 8).

    lieben gruß

    lavendel

    huhu nelly, guten morgen!

    ich kann man wieder summerdream nur beipflichten, ich glaub mein schwein pfeift! und zwar bei fast allem, was du so geschrieben hast!

    habs jetzt erstmal nur überflogen, aber hängengeblieben sind die schimpfereien von vater und bruder (faul, undankbar), die intrigen der zweiten frau, die faulheit der männer (verdreckte wohnung) - und wer kriegt das ALLES ab? du! und kommst auch noch auf die idee, weil du dich vor 9 jahren als jugendliche :!::!::!: von erwachsenen (vater, der vertrauensperson und vorbild hätte sein müssen :!::!::!:) hast instrumentalisieren lassen, du müssest jetzt ein schlechtes gewissen haben und alles "erdulden", was da so an verwicklungen und katastrophen bei euch zu hause passiert, ich glaub ich spinne :twisted:. weisst du was mir bei der ganzen geschiche einfällt? was dein vater da macht ist fortgesetzter missbrauch, ist dir das eigentlich klar? vielleicht nicht körperlich, aber psychisch, das ausnutzen eines schwächeren - eine schutzbefohlenen - für die eigene befriedigung! das fängt beim intrigieren mit der anderen frau an und hört bei den selbstmitleidigen und ungerechten beschimpfungsorgien auf, oder was soll das heißen, wenn du ihn nach seinem befinden fragst und er antwortet "interessiert dich doch nicht, willst ja doch nur, dass ich geld rankarre." hast du das nötig???? und dann willst du ihn noch mitten in der nacht zum flughafen fahren? "mach deinen sch*** alleine", fällt mir da nur als antwort ein :roll:.

    mir fällt da auch nur kontaktabbruch ein, auch wenn du schreibst

    Zitat

    Tja, das mit dem Kontakt abbrechen geht halt schlecht. Eben weil ich als Studentin finanziell abhängig bin und na ja. Es ist ja wie gesagt nicht permanent schrecklich bei uns.

    ich hab das theater zuhause auch aus genau dem grund drei jahre mitgemacht, und dann eine andere lösung gefunden. die war zwar rabiat, aber es ging mir danach sooo viel besser. meine eltern meinten damals, sie könnten meinen unterhalt nicht mehr bezahlen (stimmte auch, wegen pfändungen und so). trotzdem verdienten sie laut gesetz zuviel, als dass ich bafög hätte bekommen können. ich hab sie dann - allerdings im einvernehmen - "verklagt". da reicht ne unterschrift am bafög-amt, das muss man nicht so mit anwalt und so machen. dann ist das land eingesprungen, hat mir den bafög-satz bezahlt, und die haben es sich nach und nach von meinen eltern zurückgeholt. und einen teil musste ich dann selbst nach dem studium abstottern. nebenher bin ich arbeiten gegangen, und ich war FREI.

    ich weiss, dass das ne rabiate methode ist, aber wäre das nicht was für den hinterkopf? einfach den kontakt rigoros einschränken, alles was intrige ist, ablehnen, sich schimpftiraden nicht mehr anhören und auch kein interesse mehr zeigen (dein vater erzählt dir ja eh nix) und vor allem keine dreckigen yoghurtbecher mehr sortieren? und wenn dann kommt "aber ich bezahle deinen unterhalt" sagen "dazu bist du auch vor dem gesetz verpflichtet" und falls er dann droht ihn streichen zu wollen im hinterkopf zu haben, dass es eben die rabiat-lösung gibt? nur mal so als denkanstoß....

    und zu deinem freund? warum sollte er dich verlassen? natürlich hast du davor angst, dass er rückschlüsse von deiner familie auf dich zieht - diese angst hab ich auch immer gehabt. ih hab andersrum auch angst gehabt, dass mich mein ex-freund irgendwo blamiert und die leute schlecht über MICH denken, wenn er sich daneben benimmt. das hab ich einer freundin dann auch mal erzählt, und sie hat mir den kopf gewaschen, dass sie ja wohl erwachsen sei, und sehr wohl unterscheiden könne zwischen mir und meinem freund. und so ist es bestimmt auch bei dir!

    lieben gruß und viel dickkopf wünsche ich dir!

    lavendel

    Zitat von elle

    ich glaube, im Vorgebirge, so um den "Heimatblick", da gibt's noch jede Menge Brombeeren (passt das zu Holunder?), die saufen da oben auch nicht wegen des Hochwassers ab..
    Gruß, elle

    he, hier nicht meinen geheimtipp verraten :wink:, nachher stürmen die alle den heimatblick und essen das ganze brombeereis weg und die hecken leer 8).

    lavendel,

    die rote johannisbeeren in der marmelade mit banane mischt - yammi!

    Zitat von Spedi

    bleiben ca. 32 kg übrig. Damit komme ich gerade so über den Winter, ab April / Mai gibt's dann wieder frischen Aal. Du kannst ja mal zum Probieren vorbeikommen...

    sach mal spedi, wo wohnst du nochmal ganz genau? ich liiiiiieeeeebe räucheraal.... :wink:.

    lavendel

    hallo tecki,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    du schreibst:

    Zitat

    Ja, auch ich bin neu. Ich frage mich gerade was ich hier mache. Es fällt mir sehr schwer über meinem Mann und seinem Problem mit dem Alkohol zu schreiben. Manchmal leide ich, mal schäme ich mich, mal hasse ich, mal habe ich einfach nur Mitleid. Ich weiß welchen weg ich gehen sollte, ist ja alles so einfach. Keine Kinder, habe arbeit. Aber ich schaffe es nicht zu gehen.

    dieses gefühl, das du da beschreibst, kennen wir wohl alle hier, die wir uns als angehörige hier angemeldet haben. man schämt sich, für seinen trinkenden partner, und auch für sich selbst, dass man sich das alles gefallen lässt und doch (noch) nicht geht. man versucht alles mögliche zu ändern, den anderen zu überzeugen, zu kontrolleieren, alles ohne erfolg, zweifelt immer mehr an sich, an der liebe, verkriecht sich und wird immer kleiner. furchtbar.

    nachvollziehbar ist das alles, aber es ist nicht gut. du bist auch ein mensch mit dem recht auf ein schönes leben, und wenn der trinkende partner dem entgegen steht, muss man einfach neu nachdenken, ob dieses leben weitere jahre, jahrzehnte so weitergehen soll. ich unterstelle dir einfach mal, dass du dich genau das fragst, und deshalb hergekommen bist?!

    ich kann dich nur ermuntern, dir hier alles von der seele zu schreiben. es ist anonym, und solange du nicht details wie namen, orte etc. schreibst wird dich nie jemand identifizieren können - du kannst also ganz offen sein. sieh dieses forum doch einfach als dein tagebuch, wo du deine gedanken aufschreibst. nur mit dem vorteil, dass du hier hilfestellungen bekommen kannst - weil nämlich ganz viele von uns vor einiger zeit genauso da standen, wo du jetzt stehst. ich auch. ich bin mit den gleichen gedanken wie du hergekommen, und mit hilfe habe ich es geschafft zu gehen, weil mein partner nicht dauerhaft aufhören will zu trinken. und ich persönlich möchte nienienie wieder dahin zurück, sondern habe wieder gelernt, mein eigenes leben ohne ständiges unter strom stehen zu geniessen.

    also, ich kann dich wirklich nur ermuntern: versuchs mit dem schreiben, wie beissen nicht und können dich alle gut verstehen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo.

    ich hab hier auch manchmal geschluckt am anfang, und manches wollte ich auch einfach nicht so deutlich hören, weil es konsequenzen erforderte, zu denen ich (noch) nicht bereit war. ich hab mich dann oft geärgert, es aber sacken lassen, und vieles hat dann in meinem kopf rumort, bis es endlich angekommen ist und ich verstehen und akzeptieren konnte, dass die hiesigen es einfach besser wussten als ich damals.

    das würde ich mich sehr wünschen von den "frischlingen" hier: dass sie auch unbequeme meinungen stehen lassen können, ohne gleich draufloszuprügeln, wenn das geschriebene nicht passt. dass sie darüber nachdenken, ehe sie alles besser wissen. dass sie erstmal bei sich bleiben und über sich schreiben, statt sich gleich überall einzumischen.

    und noch was zum ton: manchmal tut es auch uns - die wir hier viel zeit und gedanken investieren - weh, wenn auf uns draufgehauen wird, wir unflätig angegangen werden und beschimpft.

    danke für das eröffnen dieses threats.

    lavendel

    hallo ette,

    wünsche dir auch noch ein schönes wochenende, auch wenn du das jetzt nicht mehr liest.

    hab grad mal deine gedanken verfolgt vom anfang dieser woche an, und mich in vielem wiedererkannt. ich mache auch grad so meine gedanken, welche art von beziehung ich überhaupt haben und ertragen will - und da kamen mit deine gedanken sehr entgegen. ich kann gut nachfühlen, dass man - warum auch immer - angst vor nähe hat und sich deshalb partner sucht, die keine richtige nähe zulassen. ganz schön erschreckend dieser gedanke, wenn man gleichzeitig sagt, dass man sich jemanden an seiner seite wünscht :?. sowas richtiges kann aus dieser kombination dann wohl nicht erwachsen. gut, das wir jetzt viiiieeeel zeit haben, uns über uns gedanken zu machen :wink:.

    was mir auch genauso geht: die unendliche erleichterung, sich keine sorgen mehr machen zu müssen. mir ging es genau wie dir, wenn zu einer zeit, wo er normalerweise hätte zuhause sein sollen, keiner ans telefon ging, hab ich am rad gedreht, mir immer vorgestellt, er sei umgekippt, habe sich den kopf angeschlagen und liege in seinem blut :(. furchtbar, wie lebendig solche bilder sein können :shock:. jetzt denke ich immer noch oft dran, wie es ihm wohl gehen mag, und studiere die todesanzeigen in der hiesigen zeitung, aber trotzdem: es ist nicht mehr so nah dran. immerhin. es ist wirklich der helle wahnsinn, wie wir uns haben beherrschen lassen von gefühlen der angst, der sorge, des ärgers, der enttäuschung - umso schöner, jetzt beschwingt durchs leben traben zu können :D.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo sonnemarie,

    im prinzip bist du auf einem guten weg, und zwei mittel haben wir hier ja auch schon angesprochen: distanz und ablenkung und tagebuch schreiben. distanz ist ganz wichtig, denn sonst wirst du an ihm immer wieder das sehen, was du geliebt hast. mir ging es jedenfalls so: seine augen, seine stimme, sein geruch - ich wäre immer wieder umgekippt, hätte ich ihm die gelegenheit gegeben, drei liebe worte zu sagen. weil ich das aber wusste, habe ich (und tue das noch immer) distanz gehalten. ablenkung ist auch wichtig: ich hab mir am anfang meine abende und wochenenden so zugeballert mit terminen, dass ich kaum mehr zum überlegen kam: kino, ausgehen, kochen, ganz viel sport (austoben hilft, aggressionen abzubauen und macht stolz), obwohl ich eigentlich früher immer ein sportmuffel war.

    ja, und tagebuch schreiben. damit man nachlesen kann, wie man sich gefühlt hat. wenn bei mir mal wieder die schönen erinnerungen überhand zu nehmen drohen, lese ich, wie das so war vor einem jahr, vor einem halben, wie ich mich gefühlt hab, was ich mir gewünscht und nicht bekommen habe, wie er mit mir umgegangen ist. das hilft ungemein, die jetztige situation in einem ganz anderen licht zu sehen, nämlich in dem der freiheit, des lebens ohne angst und ohne spannung, einem leben mit einer zukunft. auch wenn das alleinesein natürlich immer auch mal wieder weh tut - das leben JETZT hat alles potenzial, das leben vorher hatte keins - ausser einer zukunft mit weiterem leiden. ich bin froh, dass DAS vorbei ist, auch wenn ich immer noch mal wieder sehnsuchtsanfälle habe. aber dann hilft: ablenkung, distanz, schreiben und den kopf einschalten.

    wünsche dir eine schönes wochenende

    gruß

    lavendel