Beiträge von lavendel

    hallo nadia,

    willkommen hier im forum.

    du fragst ob du co-abhängig bist. ich denke die frage ist eher, wie es dir mit deinem partner gibt und ob du das gefühl hast, dass er ernsthaft etwas gegen seine alkoholsucht tun will. das halte ich für die wirklich wichtige frage, zumal da ja noch drei kinder im spiel sind, denen du das aufwachsen mit einem trinkenden papa unbedingt ersparen solltest.

    momentan sieht es mir so aus, als würde sich dein partner prima im gemachten nest arrangieren, dir erzählen, dass er ja dran arbeitet, aber trotzdem weiter trinkt. stimmt das? dann sehe ich kein ernstahftes bemühen, und ihr werdet imer weiter in die katastrophe schlittern. er müsste zum arzt, eine entgiftung machen und dann irgendetwas an therapie, sei es ambulant oder stationär, betreutes wohnen... da gibt es viele möglichkeiten. und du müsstest ihm zeigen, dass du nicht mit ihm zusammensein willst, wenn er weiter trinkt.

    nun doch noch kurz zur definition: du bist co-abhängig, wenn du deinem partner das trinken ermöglichst, indem du ihn deckst, unterstützt, für ihn lügst und ihm dinge abnimmst, die seine sache wären.

    viele grüße

    lavendel

    hallo chris,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    genauso wie es dir jetzt geht, ist es mir vor einem dreiviertel jahr auch gegangen: völlig fertig mit der welt, heulend, schimpfend, und - was fast das schlimmste war - eine wilde mischung aus wut, liebe, unverständnis, verlustgefühlen, dem drang, doch noch etwas drehen zu können, ihm doch noch begreiflich machen zu können, was wir alles tolles GEMEINSAM haben könnten, wenn er - ja WENN - er einshen würde, was ich schon längst gesehen habe: dass er alkoholiker ist und etwas tun muss.

    ich habe nahezu die selben anwürfe und beschimpfungen abbekommen - und das tut im moment einfach unglaublich weh - ich kann mich daran noch sehr gut erinnern. aber jetzt - mit ein bisschen abstand, tut es nicht mehr so doll weh, weil ich mittlerweile weiss, dass ALLE alkis so ticken, ALLE alkis am anfang so reden mit ihren partnerinnen, die vorwürfe, lügen, verschleierungen, das lächerlich machen - es ist alles fast überall fast identisch. das hilft dir vielleicht im moment nicht wirklich, aber vielleicht erleichtert es dich ein bisschen zu wissen, dass all das, was er jetzt in deine richtung abschiesst, nichts mit dir als person zu tun hat. es ist das wilde um sich schlagen eines alkis, der sein bisher so bequemes leben gefährdet sieht. mir hilft diese sehweise, weil ich es dann nämlich alles nicht mehr persönlich nehme.

    es ändert natürlich nichts daran, dass die situation, wie sie ist, furchtbar traurig ist: geplatzte träume und pläne, der hader, was man alles für den anderen getan hat und was jetzt mit füssen getreten wird - alles schlimm, keine frage, aber auch das beruhigt sich mit der zeit - und lieber ein ende mit schrecken, als diese situation mit einem nassen alki über weitere jahre.

    gut, dass du zu einer suchtberatung gehst - ich hoffe, du holst DIR :!: hilfe? ich bin auch für mich in eine selbsthilfegruppe (kreuzbund) gegangen, und es hat mir sehr geholfen. geholfen dabei, dass ich nicht an mir (ver)zweifle, dabei geholfen meinen partner so zu sehen wie er ist: ein alki der nicht wirklich aufhören will, zu sehen, mit welchen tricks ich konfrontiert werde, und diese zu durchschauen - es hat mir viel gegeben. kann dich dazu nur ermuntern.

    und natürlich dazu, dir hier alles von der seele zu schreiben - das hab ich auch gemacht. es tut gut zu wissen, dass man hier verstanden wird.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo christian,

    willkommen hier im forum. jetzt weiss ich auch, warum du hier bist :wink:, deine vorstellung im "wer ist wer" war ja sehr knapp :).

    dass da eine ganze menge wut über die eigene kindheit da ist, wenn man in einem alki-haushalt groß geworden ist, ist ganz "normal", auch dass man sich wünscht, dass die eltern das eigene leiden anerkennen. aber in den meisten fällen klappt das nicht, da wird entweder das trinken relativiert, oder aber der eigene "verdienst" des nicht-trinkenden elternteils sehr hochgehalten, so nach dem motto "das kind hatte doch alles". das ist bitter, aber damit musst du wohl leben, du wirst deiner mutter kaum eine andere sichtweise beibringen können.

    was dich ja jetzt (unter anderem) umtreibt ist der wunsch deiner freundin nach einem kind, dem du nicht gewachsen fühlst. warst du schon mal bei einem psychologen, um mit ihm deine kindheit aufzuarbeiten? sowas kann sehr hilfreich sein, gerade um sein eigenes leben als erwachsener bestehen zu können. denn es ist einfach so, dass das aufwachsen in einer alki-familie einen haufen macken hinterlässt, derer man alleine nur schwer herr werden kann. vielleicht wäre das eine idee?

    gruß

    lavendel

    hallo estupendo,

    willkommen hier im forum!

    die frage ist ja nicht, ob wir fragen haben, sondern was du dir wünschst? austausch über deine kindheit mit einem alki-vater, oder austausch über dein leben als trockener alkoholiker?

    wenn du etwas mehr über dich schreibst, können wir auch besser auf dich eingehen!

    gruß

    lavendel

    hallo funnie,

    so weh dir das jetzt sicher tut, kann es dir auch helfen, von ihm loszukommen. zeigt es dir doch, welchen platz du in seinem leben hattest, und auch, dass deine entscheidung RICHTIG war. das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich glaube schon, dass es dir helfen wird.

    ich mache mir bei meinem ex auch solche gedanken, und ich glaube, wenn er eine neue hätte würde es mir viel leichter fallen, den endgültigen schlussstrich auch emotional akzeptieren zu können. also: sieh es als chance für dich, und bemitleide sie nicht und versuch, nicht allzu bitter zu werden.

    gruß

    lavendel

    hallo kahla,

    willkommen hier im forum. zu deinen fragen:

    Zitat

    Was ist denn eine Entgiftung? Wo und wie geht sie vonstatten und wer beantragt sie? Ist man dann längere Zeit in einer Klinik?

    um zu entgiften, gehst du zu deinem hausarzt und erzählst ihm/ihr EHRLICH von deinem problem. dann bekommst du eine überweisung ins krankenhaus, wo du unter aufsicht entgiftest, d.h. der alkohol aus deinem körper verschwindet. unter aufsicht ist wichtig, denn wenn du den alk einfach so absetzt (kalter entzug) kann das tödlich enden, das solltest du auf keinen fall tun. der körperliche entzug dauert in der regel 5-8 tage. dann solltest du auch besprechen (im krankenhaus oder einer suchtberatung) wie es weitergehen sollte - auch das ist von fall zu fall unterschiedlich. ambulante oder stationäre therapie, selbsthilfegruppen, es gibt da eine menge möglichkeiten. auch mit deinem mann solltest du ehrlich sein, du brauchst seine unterstützung, und das klappt nur, wenn er weiss, wie es um dich steht.

    ja, und wir hier sind natürlich auch gerne für dich da!

    gruß

    lavendel

    hallo daja,

    willkommen hier im forum.

    schön, dass du einfach so drauflos schreiben kannst, vielleicht hilft dir das ein bisschen. und mit deinen gedanken bist du auch völlig "normal". die angst, dass ein elternteil rückfällig wird, hat wohl jedes "kind" - auch wenn es schon lange erwachsen ist. dazu hat sich zuviel eingebrannt durch die früheren erlebnisse.

    und auch der gedanke "eigentlich hab ich es ja noch ganz gut gehabt" ist wohl für kinder von alki-eltern ganz normal. ich denke das bei mir auch, andere schlagen die hände überm kopf zusammen bei meiner lebensgeschichte. ich denke, das ist ein natürlicher - und guter - schutzreflex, damit man nicht verzweifelt - und das ist gut so! ich finde auch, dass einem dieser gedanke hilft, trotz allem halbwegs fröhlich ins leben zu schauen, und das ist eine menge wert. besser als ständig zu hadern, damit schadet man sich nur selbst.

    viele grüße

    lavendel

    hallo funnie,

    willkommen zurück.

    ich denke, am anfang ist immer erst die releichterung da, dass der ständige druck und die angst weg ist, man fragt sich, warum nicht schon eher und wundert sich, dass es nicht mehr weh tut. ich denke, es ist gut erst einmal zu verdrängen und wieder zu kräften zu kommen. die gefühle kommen wahrscheinlich früher als dir lieb ist :wink:, und dann hast du immer noch zeit genug sie aufzuarbeiten.

    jetzt freu dich aber erstmal an deinem neuen, freien leben!

    viele grüße

    lavendel

    hallo spätzelchen,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    ich kann mich meinen vorrednerinnen nur anschliessen: es sieht nicht gut aus. dein mann sieht sein problem nicht, du bist unglücklich, du wirst ihn nicht gegen seinen willen "trockenlegen" können, und: auch mein exfreund war nüchtern mein absoluter traummann. nur: was nützt mir das, wenn immer das damoklesschwert des absturzes, der demütigung, der unzuverlässigkeit und der tiefen verzweiflung über mir hängt?

    dazu kommen noch die kinder: ich bin selbst mit alkoholabhängigen eltern aufgewachsen und kann dir sagen, dass es für ein kind die hölle ist. eltern meinen oft, die kinder kriegen das nicht so mit, sie haben doch alles... pustekuchen. kinder leiden viel mehr, als eltern merken. und zumindest deine 16jährige dürfte ja noch zuhause wohnen.

    überleg dir gut, wie lange du euch das noch antun willst/kannst. es wird sicher nicht besser, sondern immer schlimmer werden.

    gruß

    lavendel

    hallo paulgess,

    willkommen hier im forum.

    so wie du das angehst, sehe ich nicht, dass du dauerhaft trocken werden kannst/willst: ratschläge zum kalten entzug schlägst du in den wind, dein arbeitgeber darf nix mitbekommen (ehrlichkeit gehört zum annehmen der krankheit), therapie nur dann, wenn sie in den alltag passt und dann noch, als "frischling" in anderen threats mitzumischen: all dies signalisiert mir, dass du es (derzeit) nicht wirklich ernst meint.

    falls ich unrecht habe, bitte ich dich schon jetzt um entschuldigung, aber die erfahrung lehrt, dass der weg in die trockenheit mit oben genannten ansätzen und einstellungen kaum möglich ist. wenn das trockenwerden nicht allererste priorität in deinem leben hat, wirst du allergrößte schwierigkeiten haben sie zu erreichen. sagt die erfahrung.

    gruß

    lavendel

    hallo tanja,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    du möchtest wissen, wie du deiner mutter helfen kannst. garnicht. das ist brutal, ich weiss, aber ich weiss auch, wovon ich rede. meine eltern sind/waren auch alkoholiker, mein vater ist tot, meine mutter lebt noch.

    bei mir stellte sich mit mitte 20 die frage, wie das verhältnis von mir zu meinen eltern weitergehen soll. ich hatte mittlerweile alles durch, als ich zuhause wohnte sowieso, aber auch nachdem ich zum studium weggezogen bin: telefonterror, suizidandrohungen, schuldzuweisungen, abstreiten, etwas getrunken zu haben, attacken von selbstmitleid.... kurz, meine mutter hat mir das leben mit ihrem trinken zur hölle gemacht, aber natürlich war es nicht das trinken, sondern die umstände, der böse mann, die bösen kollegen, die böse tochter... das ging immer weiter, bis ich nicht mehr konnte und den kontakt abgebrochen habe.

    es geht nicht, du kannst keinen alki dazu bringen hilfe anzunehmen, wenn er/sie nicht will. die sucht ist stärker, die "liebe" zum alk ist stärker als ALLES andere. als ich das eingesehen habe, blieb mir nur noch die flucht, und zwar um MICH zu retten. ich hab mir auch diese gedanken gemacht "ich kann sie doch nicht hängen lassen, dann wird es immer noch schlimmer, dann landet sie in der gosse, sie ist doch meine mutter.....". aber letztlich ist das trinken völlig unabhängig von dem, was du tust oder nicht tust. letztlich hast du die wahl, gemeinsam mit deiner mutter unterzugehen (psychisch), oder dich abzunabeln. etwas dazwischen gibt es nicht. es tut weh das einzusehen, und es dauert lange, bis es dahin kommt, ich weiss.

    ich halte es mittlerweile so, dass ich mit meiner mutter nur noch kontakt habe, wenn sie nüchtern ist. wenn ich auch nur den hauch einer angetrunkenen stimme höre sage ich ihr am telefon "ich telefoniere nicht mit dir, wenn du getrunken hast" und lege auf. das ist hart. aber alles andere kann und will ich nicht mehr.

    das problem hier sind deine geschwister, da kann ich verstehen, dass du dich verantwortlich fühlst. hier wird sich irgendwann die frage stellen, inwieweit man sie noch guten gewissens bei deiner mutter lassen darf. was sagt die suchtberatung dazu?

    viele grüße

    lavendel

    hallo sina,

    willkommen hier im forum!

    deine geschichte hört sich sehr interessant an, vielleicht magst du dich ja mal im "wer ist wer" vorstellen und hast auch lust (in einem eigenen threat) ein bisschen mehr von dir zu schreiben?

    gruß

    lavendel

    hallo sylvia,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    sich das erste mal zu öffen ist immer ein riesenschritt, aber ich denke, dass er dir gut tut. wie speedy schreibt: wir beissen nicht, und wir cos können dich alle gut verstehen, also keine falsche scham oder schüchternheit!

    wir alle haben erstmal "klein" hier angefangen und nach und nach festgestellt, wie gut der austausch tut und wie viel man lernen kann. und irgendwann ist man im besten fall nicht mehr coabhängig.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo summerdream,

    mir geht es (mittlerweile!) genauso wie kleine biene. vergessen werde ich nie, das geht einfach nicht. vergeben? ich weiss nicht. mein vater hat mich mal explizit darum gebeten, kurz bevor er gestorben ist. gleichzeitig hat er aber die vergangenheit relativiert, so nach dem motto "es tut mir leid, ich war kein guter vater, aber soooo schlimm wie du es beschreibst war es ja auch nicht." ich hab dann gesagt, ja ok, ist gut, es hatte keinen sinn, er hätte mich nicht verstanden (oder wollte nicht?!).

    bei meiner mutter ist es ähnlich, da kam früher immer "ihr habt doch immer alles gehabt", und wie schwer sie es doch im leben gehabt habe. was soll ich dazu sagen? ich hab das nicht verursacht, und ich habweiss gott nicht das gehabt, was ein kind zum heilen aufwachsen braucht. ein bisschen kam mir das so vor wie "ich trink doch jetzt nicht mehr, also ist die vergangenheit vergessen", wie du schreibst. nein, ich werde die vergangenheit nie vergessen. kann ich garnicht. aber sie spielt auch keine große rolle mehr in meinem leben. ich lebe im jetzt.

    wenn ich es also so recht überlege: nein, ich hab meinen eltern nicht verziehen, aber ich hege auch keinen groll mehr gegen sie. das hab ich früher getan, ich hab mir selbst leid getan und meine eltern gehasst, aber irgendwann tat auch das nur noch weh, und mit ausreichend abstand sind auch diese gefühle verschwunden. übrig geblieben ist ein bisschen mitleid, liebe, weil es ja meine eltern sind, nicht mehr.

    und zu der kombination glauben und vergeben? ich glaube auch im tiefsten innern an gott, bin auch sehr in meiner kirche und gemeinde verwurzelt. was ich schon sagen kann: mein glaube hat mir zweierlei gegeben: gelassenheit, und dass ich anschauen und akzeptieren kann, was in meiner kindheit passiert ist und zweitens eine ziemlich stabile selbstliebe, die mich vieles einfach mit abstand betrachten lässt. in bin der überzeugung, dass ich gewollt und geliebt bin, so wie ich bin und auch (auch wenn sich das jetzt ganz doof anhört) dass mein weg so vorgezeichnet war, weil ein plan dahintersteckt, den ich nicht begreife, der aber alles in allem sein gutes hat und haben wird.

    jetzt haltet ihr mich bestimmt alle für bekloppt :oops:. aber irgendwie hab ich tief in mir diese überzeugung, und die hilft mir dinge zu ertragen, aus allem noch etwas positives zu ziehen und im großen und ganzen zufrieden und zuversichtlich zu sein. jetzt. im großen und ganzen, das heißt nicht, dass ich, wenn ich im dicksten schlamassel stecke sage "ja, lieber gott, wie schön". eher so als grundüberzeugung. aber ob das was mit vergeben zu tun hat :?:. vielleicht so: ich kann meine eltern lassen, ohne groll und ohne hass.

    so, jetzt hab ich auch durcheinander geschrieben :?.

    lavendel

    hallo sorrow,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier. du hast ja schon gemerkt, dass du mit einem deiner probleme (alkoholabhängiges elternteil) hier goldrichtig bist, wenn du dich austauschen möchtest. meine eltern sind/waren auch alkoholiker, ich kann mir also vorstellen, dass dir vielleicht allein schon das schreiben hilft, dich etwas zu sortieren.

    viele grüße

    lavendel

    hallo starlight,

    du fragst:

    Zitat

    Kann mir einmal jemand Für und Wider erklären?

    das kannst letztlich nur du selbst. nur du kannst entscheiden, wie tief deine gefühle für deinen partner sind. nur du kannst entscheiden, ob du damit leben kannst/willst, einen alkoholiker an deiner seite zu haben. nur du kannst entscheiden, ob dir das zu viel angst macht, oder ob du all das, was passieren KÖNNTE - nicht muss :!: erstmal eher entspannt erwarten kannst. ich denke, das ist bei jedem unterschiedlich.

    wenn mein exfreund aus eigenem willen hätte trocken werden wollen, hätte ich die beziehung mit ihm weitergeführt. ER wäre es mir wert gewesen, und auch das WIR. wenn ich JETZT jemanden neu kennenlernen würde, und er wäre wackeliger oder nasser alki, würde ich ganz weit laufen, weil ich genau weiss, was das bedeutet. ich würde mir das freiwillig und ohne eine ganz starke basis mit dem anderen und dem (realistischen!) optimismus, dass er einen gute chance hat - weil ER trocken werden will, nicht antun.

    du siehst: es gibt kein fixes für und wider für bzw. gegen eine beziehung mit einem alki, es hängt vom einzelnen ab, dem willen, der basis, der geduld und den gefühlen. also lass dich nicht von den vielen schlimmen erfahrungen hier runterziehen - vielleicht gehört dein partner ja wirklich zu den exemplaren, die es schaffen. es gibt sie tatsächlich, ich kenne ein paar :lol:. hör auf dich, versuch herauszufinden, wie ernst es deinem freund mit dem trockenwerden ist - und dann wirst du schon das richtige tun.

    und wenn du nicht sicher bist: frag uns. wir sind experten 8).

    gruß

    lavendel

    hallo felicity,

    herzlich willkommen hier im forum.

    wenn du ein bisschen liest wirst du feststellen, dass du nicht alleine bist, das ist allein doch schon mal was.

    mit deiner angst vor einem rückfall bist du auch nicht allein, ich denke, den hat jeder angehörige eines alkis. allein weil wir wissen, dass er immer passieren kann, und auch recht häufig passiert. aber trotzdem solltest du das jetzt geniessen - solange deine mutter trocken ist - und dass ein rückfall passiert, ist ja auch noch garnicht ausgemacht.

    dass wir kinder auch noch im erwachsenenalter und den auswirkungen unserer alki-geprägten kindheit leiden, ist einfach leider so :(. ich denke, ich hab auch ne menge macken, die ich lieber nicht hätte, aber damit muss ich leben, und mit therapeutischer unterstützung kann man der schlimmsten folgen auch herr werden.

    und wie katy schreibt: sie ist deine mutter, und davon kann man sich als kind einfach nicht frei machen, auch wenn viel mieses vorgefallen ist. mir ging es so, als mein alki-vater gestorben ist: ich hatte nie ein gutes verhältnis zu ihm, und trotzdem tat es mir weh, als er starb.

    viele grüße

    lavendel

    hallo starlight,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    dein partner hat ja nu schon mal erkannt, dass es so nicht weitergeht, und auch erste konsequenzen gezogen und ist zur entziehung gegangen. das ist immerhin ein erster schritt, wie es weitergeht, wirst du sehen. aber allein die einsicht deines partners ist schon mal ganz wichtig, viele alkis sehen nämlich ihr problem erstmal gar nicht.

    wünsche euch alles gute auf eurem weg

    lavendel

    hallo jessy,

    wenn du schon überlegst nicht mehr leben zu wollen, weil du dich so ausgeliefert fühlst solltest du dir wirklich dringend hilfe von aussen holen. kein mensch ist es wert, dass man sich für oder gegen ihn umbringt :!:.

    deine vorbehalte, dass du anderen nicht zur "last" fallen willst kann ich auf der einen seite verstehen, aber auf der anderen seite: wenn es richtige freunde sind, werden sie für dich da sein! du würdest deiner freundin doch auch nicht sagen "du nervst", wenn sie deine hilfe braucht, oder?

    und nochmal zum hilfe annehmen: es gibt da wirklich einige möglichkeiten, die du ausprobieren solltest, und zwar solche, wo die leute dafür bezahlt :!: werden, dass sie dir helfen. vielleicht kannst du das besser haben? also:

    * dein hausarzt. der kann beurteilen, inwiefern deine körperlichen beschwerden ausschließlich psychisch bedingt sind. das wäre schon mal wichtig abzuklären. da musst du auch keine sorge haben, der hat schweigepflicht auch deinen eltern gegenüber.

    * den könntest du auch nach einer therapeutischen unterstützung fragen. die krankenkasse bezahlt in einem solchen fall wie deinem sicher eine therapie, oder nenne es erstmal "krisenintervention". sowas kriegt man in der regel auch ganz schnell, dann hättest du einfach mal einen unbeteiligten erwachsenen, der vielleicht raten kann.

    * wie gesagt die suchtberatung in deiner stadt. die hören dir auch zu.

    * dann gibt es gruppierungen wie die anonymen alkoholiker (aa), die haben spezielle gruppen für kinder von alkoholiker-eltern, die nennen sich al-ateen, glaube ich. ich kann mir vorstellen, dass es dir helfen könnte, dich mit deinesgleichen auszutauschen, das nimmt viel vom druck.

    sieh mal, das sind schon vier möglichkeiten, wo du dir hilfe holen könntest.

    zur suchtberatung könnte deine mutter auch mal gehen, wenn sie leidet. und dass dein vater erst recht trinkt, wenn ihr ihn verlasst, ist einfach quatsch. ein alkoholiker trinkt, weil er trinken will und trinken muss, nicht weil irgendwer irgendwas tut. das ist ganz wichtig: ihr seid weder dafür verantwortlich noch gar schuld daran, dass er trinkt! nicht vergessen!

    drücke dich mal ganz feste, meine kleine

    lavendel

    hallo jessy,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast!

    blöde situation, in der du da steckst, mir ging es früher genauso, ich kann mich also gut in dich hineinfühlen.

    das beste wäre natürlich, wenn du zuhause ausziehen könntest, aber oft geht sowas ja nicht, solange man noch zur schule geht :?. die frage ist, ob du noch leidensfähig bist, so richtig hörst du dich nicht danach an.... ich denke, in ganz schlimmen fällen gibt es sicher auch sowas wie betreutes wohnen oder so, aber das weiss ich nicht so genau...

    was du aber auf jeden fall mal machen könntest, wäre dir in deiner stadt die adresse der suchtberatung rauszusuchen (die caritas macht sowas zum beispiel) und da einfach mal hinzugehen. zu erzählen, ewas bei euch zuhause los ist und hören, ob es irgemdwelche möglichkeiten für dich gibt. die frage ist ja auch, wie das mit deiner mutter ist? kannst du mit ihr darüber reden? macht sie das alles klaglos mit? wäre es vielleicht eine option, dass ihr beide zusammen auszieht, wenn dein vater nichts gegen sein trinken tun will? wichtig ist, dass du jemanden zum reden hast, oft hilft allein das schon ein bisschen, jedenfalls ging es mir so, als ich mit 16 oder 17 das erste mal einem anderen menschen erzählt habe, was bei uns zuhause abging...

    und auch hier bist du immer willkommen!

    lieben gruß

    lavendel