Beiträge von lavendel

    hallo luca,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. ich hab dich mal in die rubrik "kinder von alkoholikern" geschoben, hier findest du viele wie dich (und mich).

    du willst nicht hilflos zusehen, wie sich dein vater totsäuft, das kann ich verstehen, das ist für ein "kind" - denn kind bleiben wir ja alle irgendwie - auch besonders schlimm.

    wenn du hier ein bisschen liest wirst du feststellen, dass es viele geschichten gibt wie deine, und auch die ratschläge und kommentare sind immer die gleichen: du, ich wir können niemandem helfen, der nicht einsieht, dass er ein alkoholproblem hat und sich selbst helfen (lassen) will. das ist schlimm, aber es ist so.

    was du versuchen kannst: rede mit ihm, wenn er nüchtern ist. erklär ihm, dass du dir sorgen um ihn machst und findest, dass er zuviel trinkt und sich damit schadet. frag ihn, ob er hilfe haben möchte, vom alkohol wegzukommen. WENN das so sein sollte, wäre der normale weg zum hausarzt, dann eine entgiftung unter aufsicht, anschliessend therapie und/oder selbsthilfegruppen. aber all das funktioniert eben nur, wenn der betroffene will. das hört sich aber in deinem beitrag nicht so an.

    dann bleibt dir letztlich nur, dich abzugrenzen, ihm klarzumachen, dass du den kontakt mit einem ange- oder betrunkenen vater nicht willst und diesen auch konsequent verweigern, treffen und telefonate nur, wenn er nüchtern ist. alles andere abblocken. du bist nicht für ihn verantwortlich, auch wenn du dich vielleicht so fühlst: DU BIST ES NICHT!

    versuch dich abzulenken, es dir schön zu machen. wenn es dir hilft, könntest du auch mal schauen, ob es bei dir am ort selbsthilfegruppen gibt. es gibt solche gruppen, manche nur für kinder und jugendliche, andere auch altersgemischt. oft hilft schon das reden und das gefühl, dass man mit solch einer situation nicht allein ist.

    hast du denn wenigstens eine freundin, mit der du darüber reden kannst, oder andere familienmitglieder? wohnst du noch zuhause, oder kannst du deinem vater aus dem weg gehen?

    ich hatte auch alkoholikereltern und weiss genau, wovon du redest... aber trösten kann ich dich auch nicht - leider. dir nur anbieten: schreib hier was das zeug hält, du wirst immer antworten bekommen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo kerstin,

    was meinst du WIE SCHÖN ein geburtstag ohne kater am nächsten tag ist???? :D

    kauf dir doch deinen lieblingssaft und nimm ihn mit, dann kannst du es auch ein bisschen zelebrieren.

    und das mit der aufregung ist auch verständlich, aber sag dir immer wieder: es ist GUT, was du da machst, richtig gut! und lass dir die anderen leute den buckel runterrutschen, im zweifelsfall sind die nur eifersüchtig auf deine stärke!

    gruß

    lavendel

    hallo pyra,

    willkommen hier im forum.

    ja, letztlich hast du schon antworten bekommen.

    noch etwas zu den beleidigungen: wie lilly schon sagt: diese argumente sind sooooo typisch, hat mein freund auch eins zu eins gesagt. wenns nicht so traurig wär könnte man schmunzeln über so viele klone....

    entscheidend ist doch, ob DU dich so wohlfühlst - und das ist ja nun überhaupt nicht der fall. du hast sorge, dass da was massiv im argen ist, was eure beziehung und natürlich dich beeinträchtigt - und dein freund macht sich darüber lustig - wie fühlt sich das an? ich frag ja nur... tatsache ist doch, dass ihm deine gefühle völlig schnurz sind und ihm das bier wichtiger als du - sonst könnte und würde er es lassen.

    überleg dir, ob das, was drum herum schön ist, DAS aufwiegen kann - die entscheidung musst du fällen. bei mir hat es das nicht aufgewogen - und ich bin froh drum. es wird nämlich immer schlimmer werden, deine sorgen, all deine gedanken werden nur noch um ihn kreisen, du wirst unruhig sein, das kontrollieren anfangen (oder vielleicht tust du das auch schon?!), versuchen mit ihm zu reden, abgewiesen werden, demnächst die abende allein verbringen, weil er an- oder betrunken ist... dieser verlauf ist genauso typisch wie die derzeitigen "argumente" deines freundes.

    also: entweder er hört auf, mit hilfe, oder du trennst dich, oder ihr geht zusammen vor die hunde. das sind die drei möglichkeiten, die ich sehe....

    hoffe für dich, dass du auf DICH schaust!

    gruß

    lavendel

    hallo daniel,

    ich hab das ultimatum erst da gestellt, als für mich die schmerzgrenze erreicht war, als ich wusste, ich kann so nicht mehr weiterleben und auch wusste, dass ich mich trennen würde, wenn er nichts tut. ja, und ich hab dann vor ablauf (ich hatte ihm 10 wochen gegeben, und nach sechs war immer noch nichts passiert, als dann die kabarett-absage kam) des ultimatums bitzartig gemerkt "er will überhaupt nicht. er hält still, wenn ich meckere, beschimpft er mich, er macht sich über mich lustig und meine sorgen lächerlich". das wurde mir blitzartig klar, und da hab ich gedacht "warum weitere vier wochen warten, der zustand wird derselbe sein, nur dass ich weitere vier wochen gewartet und gelitten hab". deshalb die verkürzung.

    aber ich hab auch lange gebraucht zu merken, dass es mich kaputt macht, dass ich mich nur nur erniedrigt und gedemütigt fühlte, vorher hätte ich das nicht gekonnt.

    Zitat

    Mein Problem ist, dass meine Frau die ganze Zeit mich beschimpft und beleidigt, mich verantwortlich macht für Alles und Jedes. Ihre Verleugnung ist absolut. Sie sieht überhaupt nicht ein, dass sie Alkoholikerin ist. Ihre Ausrede, sie verträgt nur keinen Alk ist offenbar ziemlich typisch.

    das war bei uns ganz genauso. beschimpfungen, mich für dumm verkaufen, runterspielen, lächerlich machen - das ist typisch, wird dir jeder alki hier bestätigen, dass er es auch so gemacht hat. streit vom zaun brechen, um dann wieder einen grund zum trinken zu haben: und natürlich bist DU schuld, nur du, weil du ja nicht lieb warst, kein verständnis hast, sie nicht unterstützt.... der ganze sermon. überall gleich. hat nix mit dir zu tun, das musst du dir immer wieder sagen.

    Zitat

    Früher habe ich immer um Verzeihung gewinselt, mich für Dinge entschuldigt, die ich gar nicht begangen habe, nur um mit ihr in (scheinbarer) Harmonie zusammen zu sein.

    hab ich auch gemacht, aber das ist doch gaga, oder? nur um des lieben friedens willen sich alles gefallen lassen? jeden freund würdest du rausschmeissen, nur bei der eigenen partnerin versagt der selbstschutz.

    kann dir wirklich nur viel glück wünschen. du könntest es ja mit einem ultimatum versuchen, damit du das gefühl hast, sie hätte noch ne ernsthafte chance gehabt zu begreifen, was du sonst tust. denn das wird sie dir wohl nicht zutrauen, dass du sie verlässt, hat mein freund wohl auch nicht geglaubt und deshalb weiter auf zeit gespielt. die frage ist, ob du das noch willst, eine zukunft mit deiner frau? bei mir verblassen langsam die schlimmen dinge aus seiner saufzeit, das hätte ich auch nicht gedacht. aber mit jedem tag, den er nicht trinkt und wieder "normaler" wird hoffe ich, dass er die kurve endgültig kriegt. aber ich bin auch froh, dass ich immer schon akribisch tagebuch geführt habe (auch unabhängig von ihm) und nachlesen und -fühlen kann, wie ich mich wirklich gefühlt habe. das ist wichtig, damit man nicht an sich selbst verzweifelt, wenn der andere einem mal wieder versucht einzureden, dass man spinnt. wär das ne idee für dich?

    und zu deiner letzten frage: ja, die "langfassung" meiner geschichte steht im geschützen, natürlich viel ausführlicher und mit den täglichen irren und wirren. deshalb schrieb ich ja, so stringent wie es jetzt scheint, war es natürlich nicht. im geschützten deshalb, weil ich nicht möchte, dass das www rückschlüsse ziehen kann, und weil dort in einer kleineren gruppe kontinuierlicher und damit auch vertrauter miteinander gerabeitet wird. hier in der offenen sind die leute oft nach einzwei wochen weg, das ist in der geschlossnen nicht so. wir begreifen uns da als virtuelle selbsthilfegruppe. kannst ja mal überlegen, ob das zusätzlich auch was für dich wär.

    alles liebe

    lavendel

    hallo daniel,

    habe mir erlaubt, deinen neuen threat hier hineinzukopieren und dann zu löschen. es ist für dich (und uns :wink:) besser und leichter, wenn wir deine geschichte in einem strang verfolgen können. das neue hatte ich zum beispiel noch garnicht gelesen, als ich dir geantwortet habe :oops:.

    lieben gruß

    lavendel

    von smilla und rockabella am 16.4.2007

    Hallo Daniel;

    Hör auf deiner Frau klarmachen zu wollen dass sie Alkoholikerin ist,
    verwende deine Energie darauf es DIR klarzumachen.

    Freundschaftliche Grüsse Smilla
    _________________

    Lieber Daniel

    Mein Ex-Freund ist auch ein Bett-Pinkler...

    Zu deiner Situation. Ich kann dich nur allzu gut verstehen... Ich an deiner Stelle würde sie verlassen... Aber das ist so leicht "dahergesagt".... Ich weiss wie es ist wenn Gefühle im Spiel sind... Jeder kann so leicht Ratschläge erteilen wenn's nicht um's eigene geht... Versuche mal deine Situation von aussen zu sehen... versuche deine Ehe anzuschauen als würdest du ein anderes Paar beurteilen... was würdest du IHM raten?

    Alles Liebe und viel Kraft
    Rocka

    von daniel am 16.4.2007

    Hallo,

    letzte Woche hatte meine Frau im Vollrausch einen Fahrradunfall. Dabei hat sie sich eine Rippe geprellt und den Unterkiefer gebrochen. Sie hätte echt umkommen können, bei dem Unfall! In der Rettungsstelle haben sie von Alkoholabusus geschrieben, und ihr wurde von der Polizei der Führerschein entzogen, wegen Trunkenheit im Straßenverkehr (obwohl sie nur mit Fahrrad unterwegs war.). Diese Geschichte hat mich dazu bewogen, ihre Lüge und Selbstlüge nicht mehr hinzunehmen, dass sie keine Alkoholikerin ist. Sie sagt (seit Jahren), sie hat kein Verlangen nach Alkohol, und deshalb ist sie keine Alkoholikerin. Sie sagt, sie habe viele Probleme, aber keine Alkoholproblem. Sie sagt, sie trinkt halt nur zuviel und verträgt das nicht. Sie weiss, sie muss den Alkohol lassen, sagt sie. Aber sie leugnet, dass sie ein Alkoholproblem hat. Ich habe ihr dieses Wochenende ungefähr zehn Mal gesagt, dass sie ein Alkoholproblem hat. Sie schlägt mir dann jedesmal die Tür vor der Nase zu. Meinem Vater (der selber regelmäßig trinkt, aber ohne Kontrollverlust, halt ungefähr eine halbe Flasche Wein täglich, schnell hintereinander runtergekippt, und dann Schluss) habe ich mitgeteilt, dass meine Frau ein Alkoholproblem hat, damit er - wenn er zu Besuch kommt - keinen Alkohol mehr trinkt. Ich selber habe beschlossen, kein Alkohol mehr zu Hause zu trinken. Seit drei Wochen ziehe ich das durch. Es fällt mir verdammt schwer, weil ich
    selber auch gewohnt bin, Alkohol zu trinken. Aber es hat diesbezüglich klick gemacht. Ich glaube, ich werde eine Veränderung nur hinbekommen, wenn ich selber nichts mehr trinke. Ich brauche einen klaren Kopf. Ich bin Co-abhängig, das weiss ich inzwischen (seit einigen Tagen lese ich in diesem Forum und es ist erstaunlich, wie sich die Geschichten ähneln. Allerdings sind die Co-Abhängigen meistens doch Frauen, glaube ich. )
    Soll ich weiter meine Frau mit der Wahrheit konfrontieren? Aber sie verweigert sich jeglichem Gespräch! Und das Zusammenleben ist kaum noch erträglich! Die Kinder (drei Töchter) leiden darunter. Ich weiss eigentlich nicht weiter. Ich weiss nur, ich muss klar im Kopf bleiben, Tag für Tag überstehen. Ich wünsche mir dir Kraft, meine Frau (seit 16 Jahren sind wir zusammen!) endlich zu verlassen.
    Einmal hat meine Frau im Suff neben das Bett gepinkelt. Die Geschichte ist mir eingefallen, als ich gerade die Sache von dem Ehemännern gelesen haben, die ins Bett pinkeln. Es ist schon wahnsinn, was die Co-Abhängigen so aushalten.
    Gruß
    Daniel

    hallo daniel,

    meine geschichte gibts in kurzfassung unter https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic3517-0.html. hab sie jetzt auch mal mit update nach oben geholt, weil ja viele neue da sind. natürlich ist es nicht so glatt gelaufen, wie es jetzt aussieht, es war mit unheimlichen ängsten verbunden, solchen, dass er sich was antut, dass er stalking betreibt (die befürchtung hatten allerdings eher meine freunde als ich :shock:), auch mit sehnsucht, selbstzweifeln, aber mir war soooo klar, das ich so nicht mehr leben kann, weil ich daran kaputt gehe.

    und bei dir sind noch kinder im spiel, für die ist das besonders schlimm, weil sie nämlich hilflos sind. trotz aller schwierigkeiten: es lässt sich sicher irgendwie organisieren. wenn deine frau sterben würde, würde das leben auch weitergehen.

    ich finde es auch gut, dass du nach aussen offen bist. es hilft dir ganz sicher, nicht mehr so zu tun als ob ihr die tolle familie wärt. lass sie schimpfen, versuch auf durchzug zu stellen. ich weiss, dass das schwer ist, ich trage meinem freund auch im tiefsten herzen noch dinge nach, die er mir im betrunkenen zustand an den kopf geworfen hat. versuch es unter "unzurechnungsfähig" zu verbuchen und es nicht so sehr an dich heranzulassen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo charlotta,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    deine gedanken kann ich gut verstehen, mir ging das auch eine ganz zeitlang so mit meinem freund.

    erstmal aufmerken, dann anfangen zu beobachten, zu zählen, erste vorsichtige versuche, den konsum anzusprechen, verleugnen eines problems, mein schrittweiser rückzug, bald hab ich dann selbst nichts mehr getrunken, erste sticheleien deswegen, dann öfter das "vorglühen", damit es mir scheint, als würde er reduzieren, bei allen nach aussen immer der charmante, witzige, gepflegte und tolle mann :shock:. abends immer früher ins bett, unangenehme gerüche, ausreden für abgesagte verabredungen, wein schon mittags "ist ja so schön entspannend, hab ich mir jetzt verdient" und von meiner seite erst ärger, dann enttäuschung, dann ekel und irgendwann verachtung. und dann hab ich mich für mich und gegen einen ständig alkoholisierten menschen an meiner seite entschieden. mit ultimatum, d.h mit vorankündigung "entscheide dich, mit wem du leben willst, mit mir oder dem alk". das hab ich erstmal verloren, und mich getrennt. aber mittlerweile scheint ihm klargeworden zu sein, dass ich es ernst meine. er trinkt nicht mehr und geht in eine selbsthilfegruppe.

    hab dir das alles einfach mal aufgezählt weil ich denke, dass die verläufe alle ähnlich sind, und wie lilly schreibt: alkies sind nicht nur die unter der brücke, sondern können auch die eigenen freunde, eltern, kollegen - oder man selbst - sein. ganz normale, nette menschen....

    wünsche dir ausreichend aufmerksamkeit für DICH, damit du für dich lebendig bleibst und nicht ebenfalls schaden nimmst. dein freund tut das nämlich für meine begriffe schon.

    viele grüße

    lavendel

    hallo goosy,

    auch von mir ein herzliches willkommen.

    ja, das ist schlimm, was mit deiner mutter passiert ist. aber vielleicht ist es auch eine chance für sie, wenn sie jetzt im krankenhaus ist, denn manche kommen erst durch solch einen vorfall zur besinnung.

    wenn du magst, kannst du in der rubrik "kinder von alkoholikern" einen neuen threat aufmachen, da lesen und schreiben viele wie du, das könnte dir eine hilfe sein.

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo rhea,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    die kernfrage ist ja, ob du leidest an deiner häuslichen situation und ob du den wunsch hast, etwas zu ändern. aber auch wenn du dich erst einmal "nur" austauschen willst mit anderen angehörigen, bist du hier willkommen und kannst sicher eine ganze menge lernen für dich.

    ich hab auch erstmal angefangen zu lesen und zu schreiben und hab dadurch meine gedanken geordnet bekommen und bin dahinter gekommen, was ich eigentlich wirklich will.

    gruß

    lavendel

    hallo sundown,

    du schreibst:

    Zitat

    was mir durch den kopf geht, was mich nicht loslässt, ist SEINE zukunft, ist das nicht eigenartig?

    nö, finde ich garnicht eigenartig, ging mir ganz genauso. die ersten tage wochen sind meine gedanken nur um ihn gekreist, wie es ihm geht, was er macht, ob er den absprung schafft oder ganz unten landet, alle solche dinge. bis hin zu schuldgefühlen und sorgen, ob er sich was antut, sich totsäuft, dass er mit mir wenigstens einen stabilen faktor in seinem leben hatte. ich denke, davor ist man einfach nicht gefeit, schliesslich hat man den menschen geliebt und auf eine gemeinsame zukunft gehofft.

    Zitat

    immer noch fühle ich mich, ja, vielleicht nun mitschuld an seinem vorprogrammierten untergang, ich weiss das ich nicht schuld bin,

    genau das! keine schuldgefühle haben. dein freund hätte etwas ändern können, er hätte sich in behandlung begeben können, hat er aber nicht. er, nur er kann was an seinem leben ändern, du nicht. du bist jetzt nur dir schuldig, dass du für dich ein lebenswertes leben führst. wenn er für sich entscheidet, dass er in sein umfeld zurückgeht und dort weitertrinkt zeigt das doch, dass er trinken will. und daran kannst du nichts ndern.

    du fragst, wie es mir geht. mein freund scheint die kurve gekriegt zu haben, er trinkt nicht mehr und geht in eine selbsthilfegruppe. ob das mit uns wieder was wird, wird die zeit zeigen, das weiss ich nicht. aber wir haben wieder kontakt und ich bin soooo froh, dass ich im letzten jahr gesagt haeb "entweder der alk oder ich". es wäre nämlich sonst ewig so weiter gegangen mit seiner sauferei und meinem unglück.

    halt die ohren steif!

    gruß

    lavendel

    hallo finchen,

    Zitat

    Ich weiß eben nicht ob es für seinen (und meinen) "Denkprozess" vielleicht nicht gut ist, wenn wir uns alle zwei Tage oder so sehen. Aber den Kontakt ganz abbrechen geht auch nicht und das will ich auch nicht. Ist es sinnvoll, Regeln dafür aufzustellen?

    das ist einfach unsinn. das einzige was seinen "denkprozess" ganz vielleicht noch fördern könnte ist, wenn er so tief gefallen ist, dass er garnicht mehr anders kann als zu handeln oder zu verrecken. du verlängerst sein leiden und deins mit diesem ständigen sehen. du kannst dir kein leben aufbauen, er hat dich an der angel, jammert kräftig, und du machst dir einen kopp.

    lass ihn fallen!!!!! tief, noch tiefer, ganz tief. so wie ihr das macht, wird das nämlich nix, darauf gebe ich dir brief und siegel. als ich meinen freund verlassen habe, nach wochen des taktierens und des gezackeres von seiner seite hat er sich mehrere tage komplett abgeschossen, und da war er dann endlich :!: so tief, dass er sich hilfe geholt hat. ohne mich, meine wollte er nämlich die ganze zeit vorher nicht, er hatte ganz genau dieselben "ja, aber...s" wie dein freund. ausreden, lügen, um dich ruhig zu stellen.

    also, mach weiter so, und wir lesen uns in mehreren monaten an der selbsen stelle wie jetzt, oder sei endlich konsequent, dann hast du vielleicht noch eine chance auf ein "normales" leben.

    lavendel

    hallo cornelia,

    ist "richtig" alleine sein nicht weniger schlimm als in einer beziehung alleine zu sein? nach dazu mit einem trinkenden mann? ich frag ja nur....

    andere möglichkeit: sich mit der idee der trennung im hinterkopf ein soziales netz aufbauen, das dich auffangen könnte? bekannte, freundinnen? ich weiss ja nicht wo du wohnst, aber in vielen größeren städten gibt es die möglichkeit, über anzeigen freizeitpartner/innen zu finden. so hab ich das mal gemacht, als ich mit meinem trinkenden freund nur noch einsam war. und es hat funktioniert :wink:.

    im übrigen: wenn du dich in einem forum anmeldest, um hilfe zu bekommen, weil dein mann trinkt musst du auch mit ratschlägen leben können, die dir erstmal nicht schmecken.

    sag doch mal ehrlich: nutzt es dir, wenn ich dir erzähle, dass ich alleine in die oper und ins theater gehe, und mir das mittlerweile SPASS macht? hilft es dir, wenn dir jemand sagt, dass man auch allene spazierengehen kann? das ist doch nicht die hilfe, die du dir erhoffst, oder doch?

    gruß

    lavendel

    hallo sundown,

    ja, der weg ist bestimmt schwer, aber das, was noch gekommen wäre, hätte dich noch mehr kaputt gemacht. bei mir war auch der tiefpunkt erreicht, als ich mir überlegt hab, wegen der sauferei meines freundes vor einen baum zu fahren. deshalb kann ich deine gefühle gut verstehen.

    mir ging es am anfang auch mies, ich hab mich immer wieder gefragt, ob es richtig war, ich hab ihn so furchtbar vermisst und rotz und wasser geheult, aber ich WUSSTE, das es für mich nur diesen einen weg der trennung gab, um selbst nicht unterzugehen. und du hast den schritt auch getan, und es kann für dich nur besser werden. wenn du hier im forum die unendlichen geschichten der leidenden frauen (oft über jahre!) liest WEISST du, dass dein weg der gesündere ist.

    das sachen holen in 14 tagen könntest du doch planen. ich hätte da mehrere ideen: lass eine freundin oder einen freund dabei sein, sei nicht alleine. das macht schreiereien und ähnliches schwerer. die frage ist ja auch: hast du überhaupt noch etwas mit ihm zu reden, zu klären? wenn nicht: warum stellst du die sachen nicht einfach gepackt vor deine tür und bist nicht da? oder lässt sie durch jemanden anders zurückbringen, oder schickst sie mit der post? es gibt da eine ganze menge möglichkeiten, wenn du ihm nicht begegnen willst- denn vor dieser begegnung hast du ja offensichtlich angst. also schütze dich!

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo bernd,

    das freut mich sehr für dich, und ich hoffe für dich, dass du nun zur ruhe kommen wirst.

    natürlich bricht für ute eine welt zusammen, ich kann mir gut vorstellen, dass sie bis zum ende gehofft hat. aber es liegt nun in ihrer hand, wie euer kontakt weiter aussehen wird. du darfst kein schlechtes gewissen haben, du musst an dich denken, und ute muss für sich arbeiten.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo cornelia,

    willkommen hier im forum.

    also, deine beiträge machen mich ja ein bisschen sprachlos, wenn ich ehrlich bin.... du weisst durch deinen familiären hintergrund ganz genau, was der alk anrichtet und wie es voraussichtlich mit deinem mann weitergehen wird, und du fragst, wie du dein leben lebenswert gestalten kannst???? weglaufen, und zwar ganz schnell.

    sieh mal, du hast doch am eigenen leib erlebt, wie das ist mit alki-eltern (ich auch), und jetzt hast du das gleich in grün (hatte ich auch). mir war - gerade mit meiner vorerfahrung ganz schnell klar, worauf das trinken meines freundes hinauslaufen wird, und dass ich so auf keinen fall leben will, das hatte ich 20 jahre meines lebens zu genüge. so müsste es dir doch auch gehen, oder?

    du solltest dich fragen, wie du dir dein leben vorstellst, und dann ernsthaft gegenprüfen, ob dir das mit deinem mann realistisch scheint. wenn du dir chancen ausrechnest, dasss er aufhören würde/könnte/wollte, dann könntest du versuchen das zu erreichen, durch ein gespräch, ein ultimatum, was auch immer. wenn dir aber von vorneherein klar ist, dass das keine aussicht auf erfolg hat, dann hast du wohl ein größeres problem als "nur" zu fragen

    Zitat

    und alleine etwas zu unternehmen das macht auch wirklich keinen Spaß.Schließlich hat man das Zusammenleben mal anders gedacht gehabt .... wollte gemeinsame Pläne schmieden .....

    dann solltest du dir über ein eigenes leben ohne deinen mann gedanken machen - und nicht darüber, wie du neben einem nassen alki in frieden leben kannst - das geht nämlich nicht.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo lilith,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    ich kann dich gut verstehen, ich brauchte auch erst meinen persönlichen tiefpunkt, ehe ich bei meinem freund nägel mit köpfen machen konnte. hab auch immer gedacht "aber ich liebe ihn doch" und hab gehofft, dass meine liebe ihn "heilen" könne. klappte aber nicht, und mit ihm bin ich immer weiter den bach runtergegangen, körperlich wie seelisch. als ich dann das erste mal den gedanken hatte "ich will nicht mehr leben, weil ich das nicht mehr aushalte" war DAS für mich MEIN tiefpunkt, und ab da konnte ich handeln - vorher ging es einfach nicht.

    kann dir trotzdem nur raten, nicht so lange zu warten, wie sehr dich das ganze mitnimmt, weisst du ja jetzt schon.

    wünsche dir viel konsequenz und stärke.

    gruß

    lavendel

    hallo sundown,

    hab dich mal bei lilith rausgeschnippelt, sonst gehst du dort unter mit deiner geschichte.

    heisse dich herzlich willkommen hier im forum und finde deinen entschluss sehr gut zu sagen "bis hierher und nicht weiter".

    wenn du magst, begleiten wir dich gern auf deinem weg.

    gruß

    lavendel