Beiträge von lavendel

    liebe pauletta,

    man kommt über den schmerz hinweg. ganz bestimmt. und dein leben wird besser werden. auch ganz bestimmt. ich drücke dir ganz feste die daumen. du hast doch alles versucht, es ging nicht. irgendwann kommt man an den punkt, und dann hat meine wahl und keine kraft mehr.

    ich finde es gut, dass du diesen schritt gehst! uns jetzt sieh zu, dass du dich verwöhnst mit allem, was dir gut tut: essen, trinken, baden, sauna, kino, konzerte, was auch immer. freundinnen, quatschen, lästern.... es geht vorbei.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo elfriede,

    danke dass du geschrieben hast, hab immer mal wieder geguckt. na super, jetzt auch noch nen wasserrohrbruch :( .

    ja, und bei allem anderen kann ich dir/euch nur die daumen drücken. gut, dass dich dein adrenalinspiegel noch am laufen hält. ich denke, in solch einer situation kann man alle kräfte mobilisieren. es ist auch gut, dass du dir gedanken machst über "hart auf hart". und mit den schläuchen? klar ist das nicht schön, aber wenn es eine chance gibt: natürlich. aber eben auch, wenn es keine mehr gibt zu sagen "nicht mit allen mitteln".

    dir einen ganz lieben gruß

    lavendel

    hallo schneckchen,

    Zitat von Schneckchen

    Ist es die richtige Entscheidung nur aus Schuldgefühlen heraus wieder nach Hause zu gehen obwohl ich genau weiß dass es mir dann wieder schlechter gehen wird?

    nein, das ist definitiv nicht die richtige entscheidung. wie du selbst schreibst, du kannst nichts tun, nur deine mutter kann etwas tun. du musst auf dich aufpassen, lass dich nicht wieder einfangen und dir ein schlechtes gewissen machen. sei froh, dass du ein bisschen abstand hat, und du merkst ja auch, dass es dir samit besser geht. bleib stark.

    gruß

    lavendel

    liebe mita,

    lass dich wenigstens mal virtuell drücken, du arme. aber schau mal, jetzt seht ihr doch ganz deutlich, dass es so nicht mehr weitergeht, du rasselst durch deine prüfung, deiner mutter geht es sicher auch nicht gut, dein vater sucht einen sündenbock - dabei ist ER der einzige, der an der situation etwas ändern könnte - und er will augenscheinlich nicht.

    es ist einfach das beste für euch, abstand zu bekommen. vielleicht bringt ihn das ja zur besinnung. ich kann mir vorstellen, dass das schlimm ist für dich, aber glaub mir, die alternative dazubleiben würde dich letztlich mehr belasten. ich finde es gut, dass ihr auszieht! für euch! sonst geht ihr nämlich auch daran kaputt.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo robert,

    Zitat von robert73

    natürlich will ich ein Leben ohne Alkohol erlernen, da es aber in unserer Gesellschaft normal ist alkohol zu trinken fällt es doch schwer die Menschen die Alkohol trinken nicht zu verurteilen.

    normal ist relativ, und überleg mal, wer dich "verurteilt" weil du keinen alkohol trinkst. in meinem umkreis gibt es ganz viele, die keinen alkohol trinken, und ich finde das völlig normal. hier im kollegenkrei: es ist völlig "normal", dass wir zwei drei von 10 haben, die orangensaft statt sekt trinken, wenn hier mal auf was angestossen wird. keiner fragt warum, geschweige denn, dass jemand "verurteilt" würde.

    ich glaube, dass es die angst ist, ohne leben zu "müssen", die angst sich damit auseinanderzusetzen und zu sagen "ich trinke keinen alkohol", wenn man gefragt wird. oder gar zu sagen "ich bin alkoholiker". das ist was in dir drin, was du scheust, das ist nicht die aussenwelt, die dich verurteilt. und selbst wenn das so wäre: dann hättest du erstens den falschen umgang, solche leute tun dir (und auch niemandem sonst) gut, und zweitens: was kratzt es dich, was "die leute" sagen, wenn du mit dir im reinen bist?

    gruß

    lavendel

    hallo einsicht,

    was mir so auffällt in deinem threat: du schreibst nur davon, wie deinen sohn der krebsbefund seines papas belastet, und ob das unbedingt sein musste, weil dein sohn ja eh genug zu knapsen hat. hallo? hat er vielleicht auch an seiner mutter zu knapsen?

    als ich noch kind und jugendliche war, war für mich die angst vor der unberechenbarkeit und dem nächsten rückfall meiner mutter schlimmer auszuhalten als alles andere. andere "gefahren" waren nämlich sehr viel besser kalkulierbar.

    ich habe bei dir das gefühl, dass du dich mit vorliebe auf dinge stürzt, die nichts mit dir und deinem trinken zu tun haben - weil das einfacher ist. nebenschauplätze, statt sich mit dem EIGENTLICHEN schauplatz zu beschäftigen. hat meine mutter auch immer gemacht. glaub nicht, dass kinder das nicht durchschauen.

    gruß

    lavendel

    hallo,

    jemand schrieb hier:

    Zitat

    Die Rotwein-Reserven meiner Freundin (die im Jahr vielleicht mal n Schoppen davon trinkt...damit keine falschen Gedanken aufkommen) waren und sind hier im Haus nach wie vor vorhanden. Selbst in schlimmsten Momenten habe ich jedoch nie darüber nachgedacht, das Zeug anzurühren, weil ich es schlicht nicht mag........von den 2 Flaschen Absynth hier ganz zu schweigen.................

    das find ich aber ganz schön gefährlich, und auch nicht zielführend hier. ich denke mal das kriterium "geschmack" wird keinen, der ernsthaften "saufdruck" hat, abhalten. meine mutter hat mal bei mir ne flasche quietschsüßen eckes edelkirschlikör entdeckt und ausgetrunken - ich glaube nicht, dass ihr der geschmeckt hat. es ging um den alk. und ich finde es unverantwortlich hier zu propagieren - gerade wo hier viele "frischlinge" sind, dass man alkohol im eigenen haushalt schon irgendwie zurecht kommen kann und muss.

    gruß

    lavendel

    hallo oskarchen,

    ich verschieb dich mal in die rubrik "alkoholsucht". dort lesen mehr alkoholkranke, darunter auch viele mütter, die dir bestimmt tipps geben können. hier geht dein beitrag vielleicht unter, oder du bekommst nicht so viele antworten, wie du dir wünschst.

    gruß

    lavendel

    hallo ydubo,

    erst einmal herzlich willkommen hier im forum. du bist hier genau richtig, und wenn du mal in dieser co-rubrik liest wirst du festellen, dass es viele ähnliche geschichten gibt. aber natürlich ist für jeden von uns so etwas immer eine persönliche katastrophe. dennoch: die situationen sind ähnlich, und die lösungswege sind auch alle ziemlich gleich.

    zuerst einmal ein kommentar zu oskarchen:

    Zitat von Oscarchen

    Letztlich finde ich wirkt das Fremdgehen auf mich ,wie ein Stück gesunder Egoismus von dir .
    Er betrügt dich auch ständig aufs neue ,nämlich mit der ollen Flasche.
    Erst kommt die und dann du..........?!

    ich weiss nicht, ob ich fremdgehen als gesunden egoismus bezeichnen würde. so etwas zerstört die vertrauensbasis in einer beziehung dauerhaft, denke ich. wenn man so weit ist sollte man sich überlegen, ob man nicht nägel mit köpfen macht, ehrlich zu sich und dem partner zu sein und zu sagen "diese beziehung hat keine zukunft mehr, lass sie uns beenden." ich glaube, alles andere macht auf die dauer mehr kaputt, auch in einem selbst, als es nützt. und nützen sollte "gesunder egoismus" einem schon. soviel nur dazu, aber das ist meine persönliche meinung.

    ydubo, du schreibst

    Zitat

    Ich bin so durcheinander - ich gehe in eine Selbsthilfegruppe, in eine Tharapie für Co-Alkoholiker und bin doch immer noch gefangen in alledem, weil ich diese tiefe Verbundenheit und Liebe empfinde. Ich kenne ihn seit ich 17 bin und bin nun 38 Jahre alt. Ein Leben ohne ihn ist so schwer vorstellbar. Es reisst mir das Herz entzwei.

    21 jahre kennen ist eine lange zeit, da hast du recht. ob das, was da bei euch läuft, allerdings noch liebe ist, wage ich zu bezweifeln. verbundenheit sicher schon, allein durch die zeit, aber was ist zeit?

    was er sagt, er müsse trinken weil du ihn betrügst oder "böse" bist oder was auch immer, ist alles quatsch. alkoholiker trinken, weil sie süchtig sind, da ist es völlig schnurz, was drumherum passiert. und dein mann wird immer weiter trinken, wenn ER nicht einsieht, dass er ein massives alkoholproblem hat, und dieses FÜR SICH SELBST lösen will.

    und du musst dir überlegen, was du dir für dein leben vorstellst. willst du so weiterleben? du bist jetzt 38, hast also noch gut und gerne mehr als die hälfte deines lebens vor dir. willst du wirklich so weitermachen? wenn ich deine zeilen so lese, hört sich das für mich abgesehen vom alkohol nach einer völlig zerrütteten beziehung an, die irgendwann böse eskalieren könnte. erzähl mir nix von liebe, wenn dein mann dich körperlich und psychisch bedroht, gewalttätig wird und dir hinterherspioniert.

    du musst dich fragen, ob du eine chance siehst, dass dein mann trocken werden will. dann können wir dich hier unterstützen. wenn du diese chance nicht siehst, solltest du dich trennen.

    gruß

    lavendel

    liebe elfriede,

    falls du hier noch mal reinschaust: ich denke sehr an dich. was das nun alles medizinisch heißt weiß ich nicht. aber wenn dein mann es schafft hat er wohl hoffentlich verstanden, dass mit dem alkohol endgültig schluss sein muss.

    gut, dass du wenigstens mit deiner familie reden kannst, und vielleicht auch gut, dass du sich hast krankschreiben lassen, wenn du das jetzt brauchst. und noch was: wenn dein mann klar ist überleg dir, ob es nicht dinge gibt, die du ihm schon immer mal sagen wolltest. oft hört man ja, dass angehörige dann, wenn es zu spät ist sagen "ich wollte noch so vieles sagen". ich will nicht schwarz malen, nur so als anstoß. mir ging es so, dass ich sehr froh, war, dass als mein vater gestorben ist, wir vorher manche dinge einfach mal ausgesprochen hatten und ich nicht nachher sagen musste "ach hätte ich doch....". verstehst du was ich meine?

    ich finde es auch gut, dass du es so drastisch aufschreibst, vielleicht macht das dem einen oder anderen auch noch mal deutlich, was alkoholmissbrauch wirklich heißt und was passieren kann. gerade in letzter zeit finde ich hier viele verharmlosungen, über die ich nur mit dem kopf schütteln kann.

    liebe grüße

    lavendel

    liebe elfriede,

    oh weh. ja, dazu kann ich kaum etwas sagen um dich zu trösten. ich kann dir nur ganz viel kraft wünschen und hoffen, dass du damit fertig werden kannst.

    was sagt denn der arzt? hast du mit einem sprechen können? hast du jemanden, der bei dir ist, mit dem du reden kannst, eine freundin vielleicht, oder familie?

    ich drücke dich mal ganz feste aus der ferne.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo clematis,

    heiße dich hier auch herzlich willkommen und kann mich kathrin nur anschliessen: wenn dein vater nichts tun will, wird sich nichts ändern. keine mensch kann einen alkoholiker dazu bringen mit dem trinken aufzuhören, wenn der nicht will.

    jeder alkoholiker muss seinen persönlichen tiefpunkt erreichen, um dann vielleicht damit aufhören zu können oder zu wollen. aber davon scheint dein vater ja noch meilenweit entfernt zu sein. er hat ja noch seine familie, deine mutter unterstützt ihn, indem sie ihm keine grenzen zeigt, ihr alle (über)lebt mit seinem trinken. solange das so ist, oder solange er nicht ein anderes gravierendes problem durch den alkohol bekommt (gesundheitlich, verlust von fühererschein oder arbeit, trennung von der familie...) wird er für sich keine notwendigkeit datu sehen aufzuhören.

    du kannst in solch einer situation nur an dich denken. dich so weit wie möglich abgrenzen (darf ich fragen, wie alt du bist?) und versuchen, dich da nicht so weit reinziehen zu lassen. ich finde es völlig normal, dass du kaum anders kannst als abweisend zu sein, wenn dein vater am vortag getrunken hat, das ist mir auch so gegangen.

    und wenn es für dich zu schlimm wird: es gibt suchtberatungen, oder auch gruppen für kinder von alkoholkranken eltern, vielleicht würde dir sowas auch helfen?

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo einfach*du,

    das hört sich gut an bei dir. du hast eine konsequenz und eine stärke, die nicht so häufig ist, hut ab.

    Zitat

    Ich hab 10 Jahre lang allein gelebt und ich habe das sehr gut gemeistert.

    das zum beispiel ist sehr gut. damit bist du dann nämlich nicht so in gefahr umzufallen wie viele, die furchtbar viel angst vorm alleinsein haben. ich hab mir auch gedacht, besser allein als mit einem nassen alkoholiker, und auch, wenn ich meinen partner gerne trocken zurück hätte (und auch die hoffnung noch nicht aufgegeben habe) kann ich mich durchaus auch ohne ihn gut amüsieren :wink: .

    Zitat

    Das mit dem Ultimatum ist mir verdammt ernst und ich bin davon überzeugt, daß er mich gut genug kennt. Denn sonst war nach einem Streit bzgl. des Alkohols immer nach geraumer Zeit von, naja, höchstens 2 Tagen wieder alles okay. Diesmal bin ich weg

    .

    auch gut. du handelst geradezu vorbildlich konsequent :wink: .

    Zitat

    da stellt ich ihm dann das Ultimatum. Er meinte, es wäre Erpressung und ich sagte ihm, das kann sein, aber ich sehe keine andre Möglichkeit und ich würde gehn. Es liegt an ihm wie seine Zukunft aussieht.. mit mir oder ohne mich.

    genau so sieht es aus. du musst für dich wissen, wie ein leben aussieht, in dem es dir gut geht. er kann dannentscheiden, was ihm wichtiger, du oder der alkohol. er hat es ja schliesslich in der hand, gegen seine sucht anzugehen. meiner hat auch am anfang immer über die "erpressung" geschimpft und gott und die welt dafür verantwortlich gemacht, dass ich ihn "hängenlasse". "terrorgruppe" und "fremdsteuerung" war dann noch ne nettere titulierung meiner hilfestellungen (dieses forum hier und eine reale selbsthilfegruppe).

    natürlich ist das hart, was du durchziehst, aber es ist die einzige möglichkeit. und kalt ist das wahrlich nicht. du rettest dich, und vielleicht hilfst du ihm so dabei, vom alkohol loszukommen. er sollte dir dankbar sein. und außerdem: hart und kalt ist, was ein uneinsichtiger, nasser alkoholiker seinem umfeld antut. also: geh du deinen weg. du kannst nur gewinnen, und vielleicht ziehst du ihn mit. ich wünsche es euch.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo einfach*du :wink: ,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden ist. es geht vielen so, dass allein das sich von der seele schreiben schon mal gut tut, und obendrein kannst du hier eine menge lesen und lernen und dabei feststellen, dass du mit deinem problem nicht alleine bist.

    zu deinen konkreten fragen: ich schreib hier mal aus meiner perspektive, die ähnlich ist (war) wie deine. auch ikomme aus einem alkoholikerhaushalt mit stiefvater, und auch mein partner hat sich als alkoholiker entpuppt.

    Zitat

    Ich dachte aufgrund meiner Kindheit bin ich evtl. voreingenommen, als ich meinen Partner kennen lernte und ich ab und zu mal dachte, er trinkt zuviel.

    nein. ganz einfach. wir kinder aus alkoholikerfamilien sind nur viel aufmerksamer und misstrauischer als andere, und ich denke wir können die zeichen oft besser und schneller deuten als unbelastete. mein freund hat mir auch immer vorgeworfen, ich würde aus meiner kindheit übertragen. vertrau auf dein gefühl.

    Zitat

    Er beschuldigte mich der Schauspielerei.. der Berechnung (er ist nicht arm und hat einen gut bezahlten Job).. und nun auch noch der Bosheit…

    das ist auch "normal". nasse alkoholiker suchen oft die schuld bei den anderen und verdächtigen sie aller möglichen dinge, die man nur tun würde um ihm zu schaden. alles quatsch. sowas gibt sich wieder, wenn man trocken wird. nicht davon beeindrucken lassen, nicht an sich herankommen lassen. einfach verbuchen unter "derzeit nicht zurechnungsfähig". das mag sich vielleicht ein bisschen flapsig anhören, aber mir hat das geholfen. mein partner hat mich beschuldigt, ich würde ihn umbringen wollen, wenn ich ihn auf sein trinken angesprochen habe. ich würde ihm schaden..... anfangs hat mir das weh getan, weil ichs für bare münze genommen habe, aber später hab ich das dann ignoriert, und es hat mich auch nicht mehr berührt.

    Zitat

    . stellte ein Ultimatum: Ich bleib nur, wenn du NICHTS mehr trinkst…

    mit sowas musst du ganz vorsichtig sein. wenn du das dann nämlich nicht durchziehst, wird sich nichts ändern, er wird dann deine drohungen nicht mehr ernst nehmen. aber du bist ja schon auf einem guten weg, indem du ins gästezimmer gezogen bist.

    das alleine wird aber sicher nicht reichen. damit dein partner wirklich vom alkohol loskommt (voraussetzung ist IMMER, dass ER es für SICH will, sonst klappt das nicht!), solltet ihr zum arzt gehen und offen darüber sprechen. dann wäre eine entgiftung angesagt (er soll um gottes willen nicht versuchen, das alleine zu hause durchzuziehen, das kann tödlich sein), gespräche in der suchtberatung, therapie, der regelmäßige besuch einer selbsthilfegruppe - wege gibt es viele, das muss in absprache mit einem arzt geschehen. dass er keine harten sachen getrunken hat, hat mit all dem nichts zu tun. das aufhören ist für einen abhängigen immer schwer, unabhängig von der trinkmenge und den konsumierten dingen.

    und wenn du fragen hast: immer schreiben. das tut nicht nur gut, sondern kann dir auch wirklich helfen. bei mir war es so, dass ich hier sehr von den ratschlägen der alten hasen und häsinnen profitieren konnte.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo schnitte,

    Zitat von schnitte

    Ich weiß, dass das total dämlich ist und wahrscheinlich reine Zeitverschwendung, aber leider hatte ich schon immer meine Probleme mit dem Loslassen...

    genau das ist es, so brutal das klingt. ich hab mir jetzt mal die zeit genommen und deinen ganzen threat von vorne bis hinten durchgelesen und festgestellt, dass sich NICHTS konstruktives tut. bei deinem freund nicht und bei dir auch nicht.

    dein freund trinkt nach wie vor, spielt nach wie vor die spielchen mit dir, läuft weg, redet nicht, macht versprechen, bricht sie, macht NULL anstalten, ernsthaft etwas ändern zu wollen. also: exakt gleicher stand wie im september, wo du angefangen hast hier zu schreiben.

    für dich gilt genau das gleiche: die gleiche angst, die gleichen sorgen. smsse schreiben, lauern, lauschen, ob er getrunken hat, gedanken über fremdgehen, über liebe, über zukunft, nicht vertrauen können, sich nicht verlassen können auf ihn, sich trennen wollen und dann doch nicht tun, ultimaten stellen und keine konsequenzen ziehen: alles genau wie vor vier monaten. letztlich könnte man deine beiträge würfeln und in eine beliebige reihenfolge stellen, man würde es nicht merken.

    und was hast du in den vier monaten an schönem, an lebenswertem gehabt? nichts. dein leben möchte ich mir nicht vorstellen und nicht leben. sag mal, willst du das nicht sehen? du schreibst irgendwo, dass dein freund dir knallhart gesagt hat, dass er es sich nicht vorstellen kann, sein leben lang keinen alkohol mehr zu trinken. was brauchst du denn noch mehr an bestätigung, dass sich nichts ändern wird?

    ein bisschen tust du mir leid, aber auf der anderen seite bin ich auch ziemlich sauer. wie kann man nur sein leben so wegwerfen? wie kann man sich das so lange und ohne jegliche aussicht auf besserung mitmachen? das MUSS doch nicht sein. gut, wenn du es so wählst, weil du meinst finanziell von deinem freund abhängig zu sein, kann ich dir kaum mehr raten. dann hast du dich letztlich für den tausch "geld gegen aussichtslose beziehung" entschieden, um das mal ganz krass auszudrücken.

    denn von liebe kann ich bei euch nichts erkennen. dein freund "hat" dich als freundin, also warum er soll er was ändern. du bist nicht bereit konsequenzen zu ziehen, egal was er tut, und sagst selbst, dass elementare dinge in eurer beziehung nicht stimmen. du suchst gründe und entschuldigungen für sein verhalten und tolerierst es. das ist keine liebe.

    du solltest dir wirklich mal überlegen, wie DU DIR DEIN leben vorstellst. du gehst gerade kräftig vor die hunde, merkst du das denn garnicht? willst du das? willst du in vier monaten noch genau da stehen, wo du jetzt stehst und wo du vor vier monaten gestanden hast?

    tut mir leid, das mag sich jetzt reichlich brutal anhören, aber so sehe ich es leider. und mir haben genau solche worte hier im forum geholfen, einen schlussstrich zu ziehen mit der folge, dass mein (ex)freund jetzt dabei ist trocken zu werden.

    lavendel

    hallo felidea,

    willkommen hier im forum bei uns. ich denke, du gehörst mit deinem thema in die rubrik co-abhängige, wenn du weiterschreiben möchtest. dann könntest du dort dein thema eröffnen, oder ich verschiebe dich dann dorthin, hier ist die kurze vorstellung gefragt. wenn du dort mal ein bisschen liest, wirst du viele ähnliche geschichten wie deine finden und einiges lernen können, gerade weil du ja schreibst, dass du noch nie kontakt zu alkoholikern hast. dies nur mal vorab.

    nun konkret zu dir. erste frage: macht dein freund einen entzug unter ärztlicher aufsicht? das ist ganz wichtig, alles andere, allein zu hause, eventuell auch noch mit medikamenten experimentieren ist lebensgefährlich. das sollte er auf keinen fall tun.

    was auch ganz wichtig ist: er muss für sich mit dem trinken wollen aufhören wollen, sonst klappt das nicht, er wird es immer als verzicht ansehen und dann ist der rückfall programmiert.

    und dann schreibst du:

    Zitat

    Ich weiß nur eins....Ich kämpfe um diesen Mann.....Egal was alle anderen sagen.......

    .

    da habe ich ganz ehrlich meine schwierigkeiten, siehe oben. nur wenn ER es ernsthaft will, solltest du etwas investieren, "kämpfen", wie du schreibst. ansonsten wirst du in dieser beziehung vor die hunde gehen, gerade weil du keinerlei erfahrungen hast und noch garnicht absehen kannst, was da auf dich zukommen wird wenn er weitertrinkt. du kannst ihm nicht helfen, er muss wollen und machen. du kannst ihn auf dem ernsthaften weg in die abstinenz unterstützen. wenn du sein trinken akzeptierst und bei ihm als nassen alkoholiker bleibst, hat das nichts mit liebe oder unterstützung zu tun, sondern damit würdest du im zweifelsfall seine sucht fördern und verlängern.

    du siehst, das ganze ist vielschichtig. um dir besser raten zu können wäre es sicher hilfreich, wenn du ein bisschen mehr schreibst.

    viele grüße

    lavendel

    hallo oskarchen,

    willkommen hier im forum. lebensgeschichten wie deine (und meine) wirst du hier viele finden, und ebenso viele arten, damit umzugehen. du fragst, ob es auch "erfolgsgeschichten" gibt. ja, die gibt es , wenn auch sehr viel seltener als den misserfolg. das allerwichtigste ist, dass dein mann für sich einsieht, dass er alkoholiker ist , und dass er für sich etwas ändern will, sprich trocken werden. das ist die basis, sonst gibt das nichts. inwieweit er bereit ist etwas zu tun, kannst nur du allein feststellen.

    in der regel braucht der abhängige seinen persönlichen tiefpunkt. der sieht bei jedem anders aus, mal ist es das körperliche befinden, mal eine abmahnung vom arbeitgeber, die drohung der partnerin ihn zu verlassen, führerscheinentzug.... irgendetwas, wo der betroffene dann ganz deutlich merkt, dass es jetzt richtig ernst wird. manche sagen auch, er muss etwas verlieren, was ihm ganz wichtig ist um aufzuwachen. es muss ihm richtig weh tun.

    bei mir war es so, dass ich meinem partner ein ultimatum gestellt hab, bis zu dem er erste schritte ergriffen haben musste, damit ich ihn nicht verlasse. die hat er dann nicht ergriffen, und ich habe mich getrennt. erst da hat er wirklich verstanden, was auf dem spiel steht, und sich auch da erst eingestanden, dass er alkoholiker ist. nun geht er seit ein paar monaten in eine selbsthilfegruppe (shg), und wir nähern uns langsam wieder an. ob das eine erfolgsgeschichte wird, muss die zeit zeigen.

    du fragst nach al-anon und erfahrungen. zu al-anon kann ich dir nichts sagen, die kenne ich nicht aus eigener erfahrung. ich persönlich gehe einmal in der woche in eine reale shg vom kreuzbund. dort sind angehörige und abhängige gemischt, das gefällt mir sehr gut. mir hat die shg insofern sehr geholfen (dieses forum genauso, aber du fragtest ja nach einer "physischen" shg), weil ich dort erzählt und direkt feedback bekommen. ich war mir am anfang sehr unsicher, tue ich ihm unrecht, interpretiere ich über, wie soll ich mich verhalten. .. ich habe dort wie hier viele antworten von trockenen alkoholikern bekommen, quasi als spiegel. ich hab erzählt was mein freund sagt und tut, und hab mir da die interpretation aus alkoholikersicht abgeholt. das hat mir sehr geholfen, auch die rückendeckung, dass ich nicht spinne, dass es nur einen weg gibt, dass hoffen nichts nützt uswusw. also: ich kann es dir nur empfehlen. probier es aus, vielleicht ist das etwas für dich.

    ansonsten wünsche ich dir viel kraft, und wann immer du fragen hast: hier wirst du offenen ohren und antworten bekommen.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe pauletta,

    glückwunsch zu deiner neuen wohnung ist wohl nicht das richtige wort, aber ich denke du verstehst, was ich meine. es ist gut, dass du konsequent bist, und es ist gut, dass du so schnell eine neue wohnung gefunden und auch genommen hast. das heulen ist doch ganz natürlich, weil da einfach noch viele gefühle sind, und das wird sicher auch nicht so schnell vergehen. aber du weisst doch, dass dies jetzt der einzig gangbare weg war, und damit wird es irgendwann dann erträglich werden.

    ich drücke dir feste die daumen, dass du den kopf oben behälst.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo gequälte seele,

    herzlich willkommen in unserem forum, schön, dass du hergefunden hast, auch wenn deine geschichte natürlich nicht schön ist.

    wenn du hier liest wirst du feststellen, dass es vielen ähnlich geht wie dir, erstmal nichts sehen, dann ein langsames merken, kontrollieren, alkohol wegschütten, streit, schuldzuweisungen des alkoholikers, selbstmitleid, verlass mich nicht.... du sieht: diú bist nicht alleine mit deinem problem, und es wird dir sicher gut tun, hier zu lesen und zu schreiben.

    eines hast du aber vielen hier voraus, im positiven sinne. dein mann erkennt, dass er ein problem hat, und ihr geht erst einmal den richtigen schritt zum hausarzt. es ist ganz wichtig, dass er dort die WAHRHEIT erzählt, nicht beschönigt. bist du bei dem gespräch dabei? danach wird es sicher auf eine entgiftung hinauslaufen, ob krnakenhaus oder ambulant entscheidet der arzt. wie es dann weitergeht wird man mit euch besprechen: therapie ambulant oder stationär, selbsthilfegruppen... das werdet ihr sehen.

    was für dich ganz wichtig ist, und da finde ich dich sehr gesund: die entscheidung, nicht mit einem nassen alkoholiker leben zu wollen, denn dann würdest auch du vor die hunde gehen. für dich kann das also nur heißen knallhart zu bleiben und deinem mann ganz deutlich zu sagen "ich werde nur mit dir weiterleben, wenn du trocken wirst.". wichtig ist auch, dass er es für sich selbst erkennt, dass res so nicht weitergeht, und es selber will. wenn er es nur dir zuliebe tut, wird es nicht funktionieren.

    und dusolltest gerade jetzt versuchen, dir was gutes zu tun, dich zu verwöhnen, psychisch aufzutanken.

    wünsche euch viel kraft, und berichte mal. vielleicht tut es dir auch gut, hier einfach so weiterzuschreiben, ängste, gefühle, gedanken, alles was dich bewegt, auch fragen.... mir hat das sehr geholfen. mein partner hat auch getrunken und ist nach der trennung von mir jetzt dabei trocken zu werden. mich hat das forum auf diesem weg sehr unterstützt, einfach zu wissen, uich bin nicht allein, und vieles hab ich auch durch die "gespräche" hier gelernt und besser begriffen.

    lieben gruß

    lavendel