hallo hoffnungslose,
auch von mir noch ein willkommen hier.
ja, deine geschichte - und auch deine gefühle - kannst du hier in ganz vielen threats eins zu eins wiederfinden. ein bisschen hat mich das am anfang erschreckt, aber mittlerweile finde ich das glatt "gut"
, weil es den druck und die sorge von einem nimmt, "einfach nur so" anders, komisch, bekloppt, hilflos, unerwachsen.... usw. zu sein. die folgen eines trinkendenden elternteils auf uns kinder sind überall ähnlich, du befindest dich hier also in "bester gesellschaft"
. die gefühle von hass und liebe kenne ich auch, auch das hoffen, wenn es mal gut geht, den neid auf die vermeintlich "normalen" familien, all das. auch die hilflosigkeit, den gedanken "irgendwer muss sich doch kümmern", all das. das hab ich so lange gemacht bis ich wirklich das gefühl hatte, kurz vorm durchdrehen zu stehen. erst da war ich soweit zu sagen "erst ich, dann meine eltern, und wenn sie in dere gosse landen, kann ich es auch nicht ändern". mag sich jetzt sehr kaltschnäutzig anhören, aber anders konnte ich nicht mehr. und wirklich besser ging es mir zumn ersten mal nach dem auzug, und zum zweiten mal, nachdem ich den kontakt völlig abgebrochen hatte. jetzt habe ich mit meiner mutter wieder kontakt, aber ich halte große distanz, und sobald ich auch nur das gefühl habe dass sie was getrunken hat, lege ich den telefonhörer auf. ihr leben, ihre entscheidung, ICH werde daran NIE etwas ändern können. also sorge ich für MICH.
du hast in deinem threat gefragt, ob die alkis überhaupt wissen, was sie ihren kindern antun, und ob sie das mit vorsatz tun. diese frage hat mich auch lange umgetrieben. ich bin dann in eine gemischte selbsthilfegruppe gegangen (alkis uns angehörige), und hab dort den alkis sehr genau zugehört. und sie machen sich gedanken, sie schämen sich, sie bedauern - auch während sie trinken - aber sie können nicht anders. mich hat das ein bisschen frieden finden lassen, denn irgendwie hab ich früher meiner mutter auch unterschwellig bösartigkeit unterstellt, wenn sie gesoffen hat. das ist jetzt anders. das ändert nichts daran, dass es mich belastet, aber dieser gedanke, dass es ihr schnurz ist, der ist nicht mehr so stark, und das tut mir gut.
und zum thema shg: mir hat das unglaublich geholfen, mit mir selbst frieden zu schliessen. in meiner shg waren sogar alkis, die ich richtig gerne gemocht habe. mir hat die shg geholfen zu sehen, dass (trockene) alkis ganz normale, liebenswerte menschen sein können, und mir hat enorm geholfen, quasi "fremden" all die fragen zu stellen, die ich meiner mutter nie stellen würde, wie zum beispiel, ob ihre kinder ihnen leid tun. bei uns wurde auch nicht nach details gefragt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass du bammel hast, wiedererkannt zu werden. gibt’s vielleicht etwas weiter weg ne shg, der du dich anschliessen könntest?
wünsche dir viel kraft.
lieben gruß
lavendel