GuMo,
ich hab hier nicht nur nicht geschrieben, sondern ich hab auch ne ganze Zeit lang nicht mehr gelesen.
Diesen Abstand hab ich gebraucht.
Einfach mal weg von dem Thema, und sehen ob sich der Alltag auch schon "ohne" gestalten lässt.
Ja, das kann er. Und es gelingt mir immer besser.
Auch kann ich meine immer wieder kehrende Blinkerlämpchen (alte Verhaltensmuster ) schnell erkennen und ggf. abstellen wenn nötig.
Ich hab mich hier sehr schwer getan "neuankömmlingen" zu schreiben, weil ich Angst hatte, mich beim Antworten zu sehr in ihre Gefühlswelt zu versetzen.
Und genau das wollte ich um jeden Preis verhindern, ich wollte keinerlei Gefühle von damals hochkommen lassen.
Diese radikale Angrenzen von Ihm, von den Gefühlen damals, hab ich gebraucht um es durch zu ziehen.
Das ist viell. auch nur ne Schreibblockade, aber ich denke, hier falsch im Offenen.
Ich hab gemerkt, das die anfängliche Vorstellung, dass einem hier von den Mods oder den anderen gesagt wird :
ja, Er hat viel falsch gemacht, ..und komm wir zeigen dir , wie Du es besser machen kannst...nicht viel mit der shg, dem Forum zu tun hat.
Man muss da schon sehr an sich arbeiten, Dinge lesen, die man nicht lesen möchte, spüren, was man nicht spüren möchte,
aber nur so geht es. Ja, da wo es weh tut, gehts lang.
Und das die letzten Jahren sehr viel mit MIR zu tun hatten, hab ich erst hier erst hier begriffen.
Noch bin ich am ausklamüsern, was da im einzelnen nicht richtig tickt.
Aber ich weiß, dass es nicht unbedingt mit XY oder anderen Menschen um mich zu tun hat, sondern allein mit mir, und dem was ich anderen an Position verteile.
Nun versuch ich erst meine Position neu zu justieren, und dann meinen Gegenübers. Eine gesunde Sache sozusagen.
Ich weiß, dass es noch ein langer Prozess wird, denn es geht tiefer,
es muss tiefer gehn das spür ich.
Aber nun weiß ich: man kann es schaffen, auch wenn man sich Jahre schon verrannt hat. Auch wenn man finanziell und gesundheitlich angeschlagen ist.
Auch wenn man eine solche Entscheidung für/gegen die Kinder fällen muss.
Ich kann nur Mut aussprechen, es zu tun. Wir haben nur dieses eine Leben, und nur für unseres und des der Kinder sind wir verantwortlich.
Und da hilft auch kein...aber wir lieben uns doch...aber Er hat schon so viel mitgemacht...etc.
Diese Krankheit und unsere Co-Abhängigkeit sind so zerstörrend, dass ich keinem zumuten möchte damit zu leben. Am wenigsten mir und den Kindern.
Alles, was einen da rausbringt, gilt es zu riskieren.
Und wenn erstmal ein Abstand erreicht wurde, sieht man wie die einzelnen und seid Jahren einstudierte Mechanismen auffliegen.
Ein Zusammspiel von Pest und Kollera.
Etwas was mich stellenweise krank gemacht hat. Körperlich und auch geistig.
Manchmal hatte ich den Eindruck kurz vorm burnout zu sein,
hab an mir gezweifelt, als ich anfangs begann Einkäufe zu horten, vor lauter Zukunftsangst.
Die Jahre der Erkrankung hab viele Spuren hinterlassen, ich flipte schon innerlich aus, wenn ich nur den Duft von Alk wahrnahm.
Ich erkenn einen Abhängigen schon auf 100 Meter Entfernung, das ergab sich schon aus der jahrzehnte langen Beobachtung meines XY
....so hab ich gemerkt, dass sich viele meiner Sinne allein dafür haben schärfen lassen.
Gott wie erschreckend ist das denn.
Kaum zu verkennen, dass da ein großes Änderungsfeld besteht.
Darum denk ich, ist mein Schritt nun in den geschlossenen, der richtige.
Ich werde aber hier immer wieder vorbei schauen.
Und ich kann nur jedem raten, erstmal einen Schritt raus aus dem Dunst zu gehen, um dann zu sehen, was von seinen Leben und der davon anfänglichen Vorstellung/Liebe davon übrig geblieben ist.
Um dann nicht mehr in den Dunst zurück zu treten, sondern sich für ein neues selbstbestimmtes, gesundes und glückliches Leben zu entscheiden.
GsD darf man das in jedem Alter tun. Und je früher, desto besser.
Viel Mut den Zweifelnden,
und ein dickes Dankeschön euch allen, ohne die ich es viell. weg geschafft hätte, aber nicht begriffen hätte immer noch das falschen Handwerkszeug dabei zu haben.
LG nici 