Ja, Susanni, ich werd es wohl Situationsabhängig entscheiden, wenn mir mal danach ist - aufschreiben, wenn nicht - dann nicht.
Und, Matthias, meine Badewanne wird wohl auch überlaufen.
Es sind so Erinnerungen an die Angst um die Kinder und um den Schmerz.
Die dramatischen Erlebnisse mit dem Schwiegervater und die Folgen.
Es ist so viel was ich angesammelt hab. Mit mir rum schleppe, und die wenn sie mal wieder hoch kommen mir die Kehle zuschnürn.
Ich habe in den letzten Jahren einige KkhAufenthalte gehabt, die ebenso wie die Trennung in einem Speedy-Gonzales-Tempo durchgestanden hab.
Vielleicht konnte ich es auch nur, weil ich mir dann aus Zeitmangel garnicht bewußt war, in welchem Dreck ich saß.
Zitat
Doch ich bin endlich so weit zwar Mitgefühl zu haben aber da nicht mehr mitleide
Ein guter Satz von Melanie : Mitleid ja, aber nicht mehr mit leiden.
Ich wär froh, wenn ich schon soweit wär.
Gelitten hab ich, aber ich hab es auch immer wieder geschaft, mich aus dem Dreck rauszuziehn. Ich habe den Krebs bekämpft, hab die UnterleibOP überstanden, bin zweimal kurz vorm Darmdurchbruch vorbei geschlittert, fast an dem Milzriss kaputt gagangen,...aber ich bin immer noch hier. Unde das lauter und demonstrativer denn je.
Aber ich kann nicht vergessen, wie ich immer allein war. Die Nacht über mich vor Schmerzen gekrümmt hab, weil Er nicht im Stande war mich ins KKH zu fahren, keinen Krankenwagen rufen konnte, weil sonst die Kinder mit ihm alleine gewesen waren. Und so hab ich die Kinder zur Schule geschickt, und bin dann zusammen gekrümmt mit dem Auto ins KKh gefahren, wo ich dann an Ort und Stelle zusammen gebrochen bin.
Die geplanten 3 Wochen Auffenthalt hab ich dann aber Sicherheitshalber in 3 Tage Intensiv und 3 Tage Station umgewandelt, weil ich Angst hatte was nach einer Woche ohne Alk wohl los ist.
Und auch wenn Grazia von blutigen Kinderhändchen erzählt, muss ich immer wieder daran denken, wie Er den Kindern Salat inclusive Scherben vorgesetzt hat. Und ich will mir garnicht ausmalen, was hätt noch alles passieren können.
Garnicht davon zu sprechen, wie beschämend es wohl für die Kinder war ihrem Papa die Hose auf dem Klo hochzuziehen, weil er nicht mehr imstande dazu war.
Oder wie wir Opa beim Verhungern zuschauen mussten. Verhungern, weil er sich nach über 25 Jahren diverse Heimaufenthalte, nicht anders zu helfen gewußt hat als sich mit aller Kraft, die ihm zwangsweise angeordete Magensonde aus der Bauchdecke zu reißen, um sterben zu dürfen.
Auch Er war mal ein liebevoller Vater, und ein lieber Ehemann,
den der Alk hat zu einem manisch depressiven Mann gemacht hat.
Dem alles genommen wurde, der geschlagen wurde, zeitweise fixiert war am Bett, dem alle Zähne gezogen wurden, mit Medi´s ruhig gestellt, mit der Magensonde am Sterben gehindert.
Was hab ich gekämpft für ihn. Ich weiß garnicht mehr, wie oft ich da am Sterbebett saß ( 1989, 1991, ....)???
Nee, ich kann und will nie mehr in meinem Leben so ein Leben begleiten.
Oh man, jetzt hab ich mich totgeschrieben. Aber löschen will ich es auch nicht, das gehört genauso zu meinem Leben dazu.
nici