Hallo Freyj,
Zitat
Ich habe es jetzt über drei Jahre mitgemacht und es hat sich jetzt gebessert. Klar, muss ich erst einmal schauen ob es sich so auch hält und ich wäre froh, wenn seine jetzige Meinung und Einstellung auch so bleibt, natürlich kann es aber auch wieder schlechter werden.
ja, die ersten 3 Jahre waren ein Klacks, und konnte ihn schnell einsichtig stimmen, er nahm sich dann viele Jahre zurück, kontrollierte zum großen Teil seinen Konsum auf ein Minimum, der mich un die Kinder noch relativ glücklich leben ließ.
Dann hin und wieder kleine Aussetzer, nichts Großes, konnte ich auch immer wieder rechtfertigen...der Stress..der neue Job...war ja alles noch kein Problem, konnte im Hintergrund ja alles regeln.
Und wir hatten ja schließlich auch schöne Tage, glückliche, eine ganz normale Family halt.
Und Agressivität, oder gar Schläge waren nie bei uns an der Tagesordnung.
Auch um uns rum trennten sich viele Paare, wegen der unterschiedlichsten Dinge. Und ich sagte immer, tja, man muss ja nicht gleich auseinander rennen, man darf nicht so schnell aufgeben, man muss miteinander daran arbeiten.
Das tat ich, ich arbeitete daran, ich redete meinem Mund fusselig, machte Arzttermine und Therapietermine aus, er ging ja auch hin. Saß seine Zeit dort ab, und machte dann sein Ding.
Meinen Tiefpunkt hatte ich Freyj, als ich sah, wie meine Rolle (Kontrollieren der Flaschen, seines Aussehens, ...) mittlerweile die Kinder übernahmen. Und als ich dann von der Kindern zu hören bekam, dass er trotz seines Versprechens , trotzdem trank, als er mit ihnen alleine war.( das hatte aber die letzten 4 Jahre gut geklappt, ich habe ihm vertraut)
Dann gab es paar Eskalationen...und ich musste handeln.
Am Anfang schütze ich meine Familie, der Kinder zu liebe,
und jetzt musste ich sie der Kinder und mir zuliebe aufgeben.
Es ging viele, viele Jahre gut - so dachte ich - war ja alles in geordneten Bahnen, und ich hab nicht gleich aufgegeben, sie habe gekämpft für meine Liebe und für die Familie, ca. 14 Jahre...
und jetzt steh ich da, hab ein unendlich schlechtes Gewissen, wenn ich überleg wie lang ich an das "Gute" gedacht habe, und dabei das Wohl meiner Kinder riskiert habe.
Und warum, nur weil ich geglaubt habe, weil ich ihm geglaubt habe, weil ich ihn nicht im Stich lassen wollte.
Im Rückblick was hätte ich anders machen sollen :
Ich hätte von vornerein mehr nach mir und den Kindern schauen sollen,
ich hätte mich nicht mit Gerede abspeisen lassen sollen,
ich hätte es handfest sehen sollen, dass ER was unternimmt,
das ER die Termine macht, dass ER in die Therapie gehen will und nicht damit sie (ich) Ruhe gibt, seine Zeit dort absitzen.
Jetzt wo ich ihn dazu verdonnere SEIN Leben selbst zu gestalten sehe ich er will garnichts machen, er macht nichts.
Ja, Freyj die ersten 3 Jahre waren echt noch schön, weil ich sie mir schön vorgestellt hab.
Ich wünsch Dir auch, dass es wirklich so ist, wie es den Anschein hat,
aber wehe Du wachst wie ich erst auf, wenn Dich verzweifelte Kinderaugen anschauen " warum hast Du so getan, als wenn alles in Ordnung ist...warum hast Du uns nicht früher daraus geholt.."
Ich will nicht den Glauben an Liebe und Füreinanderdasein verlieren,
aber ich bin nicht mehr so naiv, dass ohne Beweise einfach glauben zu wollen.
Dafür hab ich zuviel Verantwortung als Mutter.
Wie gesagt, muss nicht bei Dir so enden,
aber Du kannst dann nicht sagen, es hat mich keiner gewarnt.
Liebe Grüße,
nici