Beiträge von drybabe

    Moin!

    Entschleunigung! Stichwort für mich heute.

    Die paar Tage Bettruhe haben mir nicht nur körperlich gut getan, sondern auch meinem neudeutschen " Mindset ".

    Es gibt derzeit einige Baustellen, also so richtige Baustellen hier: Der Elektriker verlegt in diesem maroden Altbau neue Leitungen , Schaltkreise, FI-Schalter etc.

    Der Maler versucht, im Schlafzimmer die Außenwand mit irgendeiner Wunder-Silikatfarbe dazu zu bewegen, nicht mehr feucht zu werden ( außen ist ne Wärmebrücke oder wie das heißt , keine Isolation, da Denkmalschutz ).

    Der 1,5 Jahre alte Sche.. Kleiderschrank von Otto fällt in sich zusammen, wird morgen von nem Gutachter begutachtet, um dann hoffentlich postwendend von Hermes wieder abgebaut und mitgenommen zu werden. Oh, wie ich das hasse: Wer billig kauft, kauft teuer! Ja, ich gebe zu, da habe ich und die Gattin am falschen Ende gespart. Aber wir bekommen die Kohle wieder.

    Nun muss der Inhalt des Schranks in Umzugskartons so dekorativ in dieser kleinen Wohnung platziert werden, dass der Maler und der Elektriker sich austoben können.

    Zum Glück haben wir seit einem 3/4 Jahr eine kleine neudeutsch " Office-Wohnung " im selben Haus. Da können wir 3 ( ja, Katze muss mit ) uns dann zurückziehen. Einer arbeitet, der andere puzzelt rum.

    Ich habe derzeit so viele Ideen, die ich am besten sofort umsetzen möchte. Aber dann wird das alles nur halbherzig. Und das möchte ich nicht. ich bin ja froh, so viele Projekte zu haben, als ich noch gesoffen habe, hatte ich kein Hobby. Auch davor nicht. Da gabs nur Arbeit/Studium, und losziehen , feiern und trinken, später dann saufen.


    Also, mache ich mir eine Liste mit Prioritäten. Was ist am dringendsten? Was kann warten? Aber auch: Worauf habe ich am meisten Bock? Und dann gucke ich mal, wo die Schnittmenge ist.

    Beste Grüße

    drybabe

    du machst mich echt neugierig. schön das es dir besser geht.

    Danke, liebe dorothea ! Wenn ich im geschützten Bereich bin, berichte ich mehr von der Arbeit. Im offenen ist das keine gute Idee.

    Aber ich bin da echt super zufrieden. Und das in der heutigen Zeit und der Situation im Gesundheitswesen.

    Beste Grüße

    drybabe

    Moin!

    Immer wieder ein spannendes und fast philosophisches Thema " der Wille ".

    Mir hat der Alkohol jeglichen Willen genommen -> Kontrollverlust. Wie oft habe ich früher zu Saufzeiten am nächsten Tag gedacht " .... oh, ne.... hättest Du mal das und das nicht getan ...".

    Heute denke ich das kaum noch, höchstens beim Impulsshopping ( aber das gehört hier nicht hin :oops: ). Heute habe ich die Kontrolle über mein handeln und kann willentlich mein Leben ( in bestimmten Situationen ) beeinflussen.


    Hartmut : Zu deiner Ausgangsthese : Mit der Faust in der Tasche trocken werden, nur durch die eigene Willenskraft. Das funktioniert nicht.

    Denn vorher muss , und das meine ich ist zu 99% in Stein gemeißelt, die Kapitulation erfolgen.

    In meinem Falle: Ich lag vollgekotzt, vollgepisst in meinem Flur mit einer akuten Pancreatitis, und sah zwei Wege vor mir: 1. Leben ohne Alkohol, 2. Tod durch Alkohol. Ich habe mich für den 1. Weg entschieden. Aber das war kein Wille in dem Sinne, das war eine Einsicht : " Mit Alkohol werde ich in kürzester Zeit sterben, am Alkohol ". Doch, gerade, wo ich mich innerlich in diese Situation hineinversetze, war ein Wille da, der Wille leben zu wollen.

    Als ich kapitulierte, habe ich danach auf sehr wackeligen Beinen ( sowohl im wahrsten als auch übertragenen Sinne ) 2 Wochen abgewartet, um einen Platz in der schon längst beantragten LZT zu bekommen. Und da hatte ich den Willen, ein nüchternes Leben zu führen. Aber dieser Wille war nur die Eintrittskarte in die dann folgende Therape.


    Diese großspurigen Menschen, die oft am 1.1. oder nach dem Karneval sagen " Jetzt höre ich auf zu Saufen, aber in ne SHG geh ich nicht, da sind ja nur Alkoholiker " wollen es mit dem eigenen Willen und scheitern an demselben.

    Beste Grüße

    drybae

    Moin!

    So, lag 3 Tage flach. Heute geht es aber schon wieder. Muss ja auch mal ne Erkältung mitnehmen. Bin bisher von Corona und Konsorten verschont geblieben.

    Tatsächlich macht mir mein neuer job soviel Spaß, dass ich es echt schade fand, einen Dienst zu tauschen. Aber mit der Erkältung ging das nicht.

    Wer hätte nach den ganzen Querelen der letzten Jahre auf der Arbeit gedacht, dass ich einen Job finde, der mir wie auf den Leib geschnitten ist?! Keine direkten mesnschlichen Kontakte, alles Remote, herrlich!

    Später vielleicht mehr!

    Muss jetzt erstmal frühstücken.

    Beste Grüße

    drybabe

    Moinsen Martha66!

    Schön, dass wir uns auch hier " wiedersehen ".

    Den Punkt mit dem " H.A.L.T. " hatte ich schon total vergessen....krass! :shock: Gut, dass Du den anbringst. Das ist sehr hilfreich.

    Aber ne Frage hätte ich da ja mal: Du schreibst, Du warst " Kontrollverlusttrinkerin ". Das ist doch ein Symptom der Alkoholsucht, der Kontrollverlust. Also, wenn man anfängt, zu saufen, hat man über Menge und Ausmaß keine Kontrolle mehr.

    Daher meine Anmerkung: Jede/r Alkoholiker:in ( oh, wie ich dieses gendern hasse :cursing: ) ist ein Kontrollverlusttrinker.

    Beste Grüße

    drybabe

    Moin!

    Die einen oder anderen kennen mich vielleicht noch aus den " alten Forumszeiten ". In 04/2010 bin ich dem Forum beigetreten. Da war ich ein dreiviertel Jahr trocken, hatte eine 16-wöchige LZT hinter mir, habe wieder angefangen zu arbeiten und: Habe wieder angefangen zu leben!

    Mit den Jahren ist meine Beteiligung hier etwas abgeflaut. Die Trockenheit wurde stabiler und es kamen andere Dinge in mein Leben. Die Alkoholkrankheit blieb natürlich. Aber mir fiel das trockene Leben leicht. Natürlich gab es hin und wieder auch Phasen, wo der Fiesling ( dieser imaginäre Suchtteufel :evil: auf der Schulter ) sich zu Wort meldete. Aber mein Handwerkszeug hatte ich parat: Raus aus der Situation, den Druck durch z.B. einen Spaziergang o.ä. körperliche Betätigung ( Hardcore-Putzen gehört da auch zu :wink: ) loswerden.

    Ich bin nun 14 Jahre und 5 Monate und 1 Tag trocken. Dennoch fehlte mir mehr und mehr der Austausch mit Gleichgesinnten. Gerade, weil es auch nach dieser langen Zeit immer mal wieder Trigger gibt.

    Jo, und so bin ich wieder hier gelandet.

    Den Titel dieses Threads habe ich mir vor nem halben Jahr auf die Innenseite meines Unterarms tätowieren lassen ( natürlich in dezenter Fine-Art-Technik, andere Tattoo-Stile sagen mir persönlich nicht zu ). Für mich bedeuten diese 3 Worte sehr viel:

    - ich sehe sie täglich und denke an meien Trockenheit

    - ich erinnere mich an meinen Kampf gegen eine hartnäckige Infektion einer Gliedmaße, die mich fast das Leben kostete und mich 1 Jahr lang krass Opiatabhängig machte ( mir wurde das Zeug verschrieben, also, ich bin nicht alleine auf die Idee gekommen, das doch mal einzuwerfen)

    - dass ich auch zukünftige schwere Ereignisse meistern kann


    So, das war´s erstmal für heute. Ich habe nachher Nachtdienst und da ist es Usus, vorzuschlafen ( außerdem besteht mein Kater darauf, ein ausgiebiges Mittagsschläfchen mit mir zu machen. Tja, dem muss ich mich wohl beugen:love: ).


    Beste Grüße

    drybabe

    Moin!

    Ich war vor vielen Jahren hier im geschützten Bereich und habe mich sehr toll ausgetauscht.
    Seit dem 17.8.2009 bin ich trocken.

    Da diese Erkrankung aber immer ein Teil von mir sein wird, habe ich mir schon vor längerer Zeit gedacht, hier im Forum wieder den Austausch zu suchen.

    Beste Grüße

    drybabe

    Das finde ich ja genau das, was am Anfang so wichtig ist: Für sich selber zu analysieren, in welchen Situationen habe ich getrunken, welche Situationen triggern mich. Das hat ganz viel mit Deiner eigenen Trockenarbeit zu tun. Um diese Situationen herauszufiltern, musst Du Dir derer bewusst sein.
    Klasse, wie Du das schon nach so kurzer Zeit hinbekommst!
    Beste Grüße
    Michi

    Moin MieLa!
    Ich finde es auch äußerst wichtig, warum ich Alkoholikerin geworden bin. Einfach, um mich und meine Krankheit besser zu verstehen.
    Es gab hier im Forum lange Diskussionen darüber, ob es wichtig ist oder nicht.
    Im Endeffekt kann das nur jeder für sich selber beantworten. Genauso, wie nur jeder für sich selber beantworten kann, ob er Alkoholiker ist.
    Durch die Langzeittherapie damals und dann den Forumsaustausch und Gespräche mit anderen Alkoholikern habe ich viel über mich gelernt. Das wäre mir so wohl nicht passiert, wenn ich nicht nach den Gründen für mein Trinken gesucht hätte.
    Ich finde es jedenfalls sehr gut, dass Du Dich mit den Gründen, Ursachen auseinander setzt. So lernst Du Dich und Dein neues trockenes Selbst besser kennen.
    Beste Grüße
    Michi

    Moin Frei!
    Auch ich möchte Dich in Deinem neuen, vermutlich wichtigsten Lebensabschnitt, Deiner Abstinenz, begrüßen!
    Wenn die Ärzte ihr ok gegeben haben, dann kann es ja jetzt richtig losgehen mit der Trockenarbeit!
    Die erste Zeit habe ich es absolut vermieden, alleine Getränke einkaufen zu gehen. Und in den meisten Getränkeabteilungen sind die alkoholhaltigen Getränke ja in der Mehrzahl. Das kann einen schon mal triggern! Kannst Du nicht die erste Zeit in Begleitung einkaufen? Stichwort : Risikominimierung !?

    Ich find es toll, wie Du die ersten Hürden genommen hast und wünsche Dir für Deine Langzeittherapie alles Gute!

    Und wer weiß, vielleicht gewinnt eine alte Freundschaft, die aufgrund des gemeinsamen Suffs irgendwann ein jähes Ende nahm, ja neuen, trockenen Boden :wink: !
    Herrliche Grüße
    drybabe

    Moin Frei!
    Du machst tolle Fortschritte! Klasse!
    Auch wenn Du bis zur Entgiftung moderat weitertrinken sollst, was ich auch nur dringend empfehlen kann, verändern sich schon einmal Deine Gedanken. Und die werden dann Deine Taten!

    Das mit der Kohle ist echt doof. Aber, überleg mal, wieviel Geld wir alle versoffen haben. Da ist diese Summe, die Du für die Therapie bezahlen sollst, wenigstens gut angelegt.

    Die Lektüre des von Dir genannten Buches gab mir damals auch den einen und anderen Anschubser, wirklich ehrlich zu mir zu sein. Und da es nahezu in der Natur der Alkoholkrankheit liegt, sich selbst und sein Umfeld zu belügen, ist das schon ein " Dicker Wälzer ", den Du bereits vor Therapiebeginn bearbeitest. Finde ich sehr gut von Dir!
    Weiter so!
    Beste Grüße
    drybabe

    Moin Frei!
    Das ist schon super, was Du schreibst.
    Gefühle aushalten - ein ewiges Thema!
    Warum haben wohl die meisten von uns gesoffen? U.a. weil sie/ich bestimmte Gefühle, ob diese nun negativ oder auch positiv sind, nicht im Stande waren, auszuhalten.
    Sei stolz auf Dich!
    VG
    drybabe

    Moin Frei!
    Ich finde, Du machst es gut! Du hast vieles in die Wege geleitet. Du hast Dich hier angemeldet. Und ich denke herauszulesen, dass Du nüchtern werden willst.

    Hast Du auch die Beiträge hier gelesen, wo die Mitglieder erzählen, wieviel Zeit es dauerte, bis sie nüchtern werden konnten? Wie oft jemand doch wieder gesoffen hat?
    Du machst Dich klein, das schreibst Du selbst. Das kenne ich sooooo sehr aus der nassen Zeit. Es ist aber so, dass Du, genauso wie andere hier und meiner einer , an einer chronischen Krankheit leidest. Da kann man nicht einfach "Schnipp" machen und trocken biste!

    Sehe Dich bitte nicht als Versager. Klar, der Weg zur stabilen Trockenheit ist lang, aber hier ist auch noch keiner über Nacht trocken geworden.

    Ich würde mich freuen, wenn Du hier im Forum bleibst und wir Dich begleiten können auf Deinem Weg!
    Kopf hoch!

    Beste Grüße
    drybabe

    Moin Frei!
    Ich finde es sehr gut, dass Du Dich hier angemeldet hast und dass Du den Weg des Trockenwerdens gehen willst.
    Hier wirst Du viel Unterstützung zu jeder Zeit finden.
    Viele Grüße
    drybabe