Beiträge von Welia

    Hallo Candygirl,

    ich glaube, die Antwort hast du dich damit selber gegeben; der Arbeitskollege von deinem Mann trinkt nie, und war sehr nett zu dir.
    Ist es nicht das, was du bei deinem Mann vermisst?
    Auch ich behaupte immer, ich liebe meinem Mann nicht mehr, auf jeden Fall nicht mehr so, wie ich ihm mal geliebt hatte, aber diese Liebe war krank, also weiss ich in dem Fall gar nicht was gesunde Liebe ist, von gesunde Beziehung gar nicht zu sprechen...

    Manchmal habe ich gedacht: wäre ich überhaupt fähig, eine gesunde Beziehung aufrecht zu erhalten? bin ich nicht Beziehungsgestört?
    Ich weiss es nicht!

    Auf jeden Fall hätte ich Angst, solange ich nicht ganz sicher bin, dass ich gesund bin, mich neu zu binden, jemanden mit meiner Kontroll oder Klammersucht Weh zu tun.
    Du schreibst, der Freund von deinem Mann trinkt nicht... ist er trockener Alkoholiker oder schmeckt ihm Alkohol überhaupt nicht?
    Ich glaube, wenn ich mich an einem trockenen Alkoholiker binden würde, hätte ich ständig Angst, falls ich noch Co-Verhalten habe, dass ICH ihm wieder zum Trinken bringe.

    Kann überhaupt ein kranker Co- ein Mensch, der nicht trinkt, oder nicht mehr trinkt, zum Trinken bringen?

    Zitat von Nanni

    Liebe Welia,

    ich verstehe was Du meinst. Mein Mann trinkt ja nun nicht mehr und irgendwie muss ich da den Mittelweg finden. Ich will ja in einer zufriedenen, gleichberechtigten Partnerschaft leben. Und da kann ich meiner Meinung nach nicht nur meine Bedüfnisse durchsetzen. Und da jetzt zu erkennen was Kleinkram ist und was mir wirklich wichtig ist, dass finde ich schwierig.
    Ich habe schon ein paar Grenzen gesetzt und war positiv überrascht von seinen Reaktionen. Er setzt sich mit meinen Empfindungen auseinander, dass war zu Trinkzeiten gar nicht denkbar. Wir hatten jetzt auch schon Auseinandersetzungen, da muss ich aufpassen nicht in meiner Schmollecke zu verschwinden und auch stop sagen, wenn der schwarze Peter wieder in meine Richtung geschoben wird. So nicht mehr! Ich glaube es ist mir schon ganz gut gelungen und ich arbeite ja noch weiter an mir. Und erwarte das selbstverständlich auch von ihm. Und bevor wieder Co :arrow:lieber eine Ego-Zicke :D
    Nanni

    Hallo Nanni,

    entschuldigung, die Situation erkannte ich nicht, ich dachte dein Mann trinkt immer noch... klar sieht es anders aus, wenn ein neuer Anfang beidseitig gemacht wird..
    Ich wünsche dir viel Glück, du hast in dem Fall geschafft, wovon andere nur träumen können.

    Zitat von n i c i

    Ein Mensch hatte einem Traum : Er betritt einen Laden. Hinter der Theke sah er einen Engel, den er fragte : "Was verkaufen Sie ?" Der Engel gab freundlich zur Antwort : "Alles, was Sie wollen."
    Da sagte der Mensch :"Dann hätte ich gerne das Ende aller Kriege, Brot für die Hungernden, Arbeit für Arbeitsuchenden, Lösungen für die Probleme der Randgruppen, Verständnis der Menschheit für die Natur, gesunde Kinderseelen.." Da fiel ihm der Engel ins Wort: "Entschuldigen Sie, lieber Mensch, Sie haben, glaube ich etwas falsch verstanden : Wie handeln hier nicht mit Früchten, wir verkaufen nur den Samen..."

    Hoffnungen sind wie Samen... wenn du nur Samen streust und hoffst, daraus wird eine Frucht, kannst du evt. Glück haben aber evt. auch nicht.
    Erst wenn du Unkraut fernhälst und immer wieder Wasser gibt, wird der Samen mal ein Bäumchen und vielleicht mal Früchte tragen.
    Ich habe nichts gegen Hoffnungen und auch nichts gegen Träumen aber die Handlung muss danach erfolgen!

    Hallo Nici,

    Hoffnungen kannst du höchstens brauchen, um Zielen zu setzen aber um diese Ziele zu verwirklichen, musst du die Hoffnungen aufgeben, vor allem, wenn sie eine andere Person betreffen und im Jetzt bleiben, denn nur das was du jetzt machst, oder nicht machst, kann deine Zukunft verändern.

    Hallo Nici,

    Hoffnungen haben mit der Zukunft zu tun und ich probiere mich darin zu üben in der Gegenwart zu bleiben, ist zwar nicht immer schön und nicht so spannend aber ich glaube, es ist etwas, was ich lernen muss...
    Denn dabei bin ich gezwungen, statt Hoffnungen nachzujagen, die ich nicht beeinflussen kann, die Realität des Momentes zu gestalten.
    Ich finde zwar die Aufgabe, die ich mich gestellt habe nicht so reizend, wie davon zu träumen, was ich alles machen könnte, aber dadurch falle ich nicht mehr so tief, wenn es sich doch nicht realisiert.

    Hallo Nanny,

    du schreibst, es fehlt dich schwer deine Grenzen zu schützen und keine Ego-Zicke zu werden.
    Ueber eine solche Gedanke bin ich letztens auch gestolpert, ich habe gedacht; so wie ich jetzt geworden bin, in der Ehe, wollte ich nie werden.... eben keine Ego-Zicke...
    ABER....
    Ich habe es auch nicht ausgewählt Co-abhängig zu werden, wurde so gemacht in der Kindheit und ich habe nicht ein Mann gewählt, der mich dazu bringt Ego-Zicke zu werden, zu meinem eigenen Selbstschutz.

    Partner von Alkoholikern, müssen manchmal anders reagieren, als man es sich erträumt hat, wir haben auch eine andere Stellung als in einer normalen Partnerschaft... Zudem haben wir als Co-abhängig der Sinn verloren für das, was uns gut tut, darum benennen wir uns Ego-Zicke, wenn wir ganz normal und selbstbewusst reagieren.
    Ich denke, der Weg aus der Co-abhängigkeit geht nicht ohne sich Ego-Zicke zu fühlen, gegenüber Menschen, die uns schaden und ausnutzen.
    Ich beobachte gern andere Paaren, die kein Problem haben mit Alkohol und mit Co-abhängigkeit und sie haben es auch nicht nötig, sich selber zu behaupten und den Weg freizuschaufeln.
    Also... lieber Ego-Zicke und mein Selbstschutz bewahren als zurück in der Co-abhängigkeit hineintrampeln... und dabei kaputt gehen...

    Hallo Nici,

    ich verstehe auch vollkommen, wie du dich momentan fühlst, ich habe auch gerade eine Phase , der viele Fragen aufwirft, und wo ich mich fühle, als hinge ich in der Luft.
    Ich vergleiche das, was ich erlebe mit einer Bahnfahrt, ich sitze an meinem Platz und gucke die Landschaft an, sitze bequem, meine die Welt sei in Ordnung, und dann fährt der Zug in einem Tunnel, ich spüre die Dunkelheit und die Enge, und bin froh, wenn der Tunnel zu Ende ist, dafür hält der Zug an einem Bahnhof wo Leuten herströhmen, und hin und her unruhig herumlaufen, bis sie ein Platz gefunden haben, und ich wünsche mich endlich wieder abfahren zu können, und die Landschaften weiterhin zu geniessen, aber neben mir kommt eine Person, die störend auf mir einwirkt, und ich probiere mich auf die Landschaft zu konzentrieren und die Person nicht zu beachten, aber sie ist da....
    und ich frage mich, wird die Person, bald aussteigen aus dem Zug, oder sollte ich mich ein anderes Platz aussuchen?
    Ja, im Moment sieht es bei mir so aus, wie während einer Bahnreise....

    Hallo Blaubaerchen,

    Ich stecke in eine langjährige Ehe und habe es aufgegeben momentan daran zu glauben, dass ich mich von meinem Mann körperlich trennen kann, ich hätte zuviel zu verlieren auf die finanzielle Basis und ich möchte auch nicht von ihm wegziehen, solange ich es aushalte... ABER damit ich es aushalte, musste ich mich von ihm emotional trennen und zwar so, dass seine böse Blicken, seine Vorwürfe, sein Mangel an Konversation, sein ständiger Blick auf die nächste Flasche mich nichts mehr ausmacht.
    Eine Zeitlang habe ich genau geguckt, wie sein Verhalten zu mir geworden ist, habe bemerkt, dass er eine Konversation mit mir aushält, aber nur solange die Weinflasche auf dem Tisch noch nicht fertig ist, wenn sie fertig ist, steht er auf, auch wenn ich immer noch am Reden bin, oder er schneidet das Thema ab, weil er kein Interesse mehr hat am Tisch zu bleiben und sich lieber weiterhin mit Trinken versorgt, wenn ich nicht mit ihm am Tisch bin.
    Heute konnte ich sein Verhalten genau beobachten, ich habe es nicht getan, um ihm zu kontrollieren, aber um zu wissen, woran ich wirklich bin, und muss sagen....
    Wir sind getrennt...wir leben noch zusammen und von Zeit zu Zeit erleben wir auch schöne Momenten miteinander, da wir beide die Natur lieben, aber es sind einzelne Momenten.
    Ob es mich genug ist?
    Klar wäre mich lieber, es wäre anders, aber es macht mich nicht krank, dass es so ist.
    Wenn er mich was vorwirft, weiss ich, er tut das, um sich selber ein Grund zu geben, weiterhin zu trinken, nicht ich bin Schuld aber er sucht sich ein Schuldiger, und zufällig bin ich halt da... es macht mich nicht mal noch Weh....
    ER hat sein Weg gewählt, ich meinen!
    Das kann nicht jeder, sich emotional trennen innerhalb der Beziehung und wer es nicht kann, sollte das Weite suchen.
    Ich habe es gelernt, Schritt ab Schritt, was aber nicht heisst, dass ich es weiterhin so machen werde, vielleicht entscheide ich mich morgen, oder übermorgen anders...

    Hallo Candygirl,

    so war es bei meinem Mann auch, als die Kinder kleiner war und er hatte seine Arbeit... dann musste er ein paar Schicksalschläge aushalten, fiel in Depressionen und danach im Sauf...
    Ich habe heute mit ihm Klartext geredet, ohne Drohung aber doch gesagt, dass er krank ist und wo er Hilfe suchen kann (nicht bei mir) und er hat zugehört, habe ich zuerst gemeint...dabei hat er nur gewartet am Tisch, bis seine Weinflasche leer war.
    Aber mindestens weiss er, dass ich seine Lügen nicht glaube und ich kann mich wieder vermehrt meiner eigenen Entwicklung zuwenden.

    Ach ja, noch was Aurora,

    ich freue mich, wenn ich deine Fotos angucken kann im geschlossenen Forum, ich werde nämlich auch bald dabei sein und werde sicher dich sicher dort auch meine zeigen..

    auch dich schöne Festtagen...

    Ach Graupe,

    22 Jahren hat es bei dir gedauert? bei mir hat es 35 Jahren gedauert, also warst du ein Turbo neben mir...
    aber wenn es solange gedauert hat, hält es dafür umsobesser.
    - ich lasse mich nicht mehr überreden, irgendwo hinzugehen, wo Leuten sind, die mich nicht gut tun.
    - ich lasse mich nicht mehr sagen, was ich zu fühlen, zu denken oder zu machen hätte, er versucht es zwar immer wieder aber hoffnungslos.
    - ich lasse mich nicht mehr einreden, was gut für mir sein sollte.
    - ich lasse mich nicht einschüchtern oder manipulieren.
    Letztens habe ich begriffen, dass er das alles probiert, wenn ich schwach bin, entweder wenn ich krank bin, Kopfschmerzen habe oder gestresst bin, und habe darauf reagiert, indem ich mal sagte, ich sei krank und war es nicht, als er anfing mich wieder plagen zu wollen habe ich so auf dem Tisch gehauen, dass er sich nun nicht mehr getraut es zu versuchen und endlich darf ich in Ruhe krank werden.

    Hallo Aurora,

    Ich hatte früher ein Zittern, habe ich gelegenheitlich immer noch, beim Arzt hiess es, weil es meine Mutter gehabt hatte, es wird vererbt.
    Wer es glaubt wird selig!
    Wenn ich fotographiere kann ich sogar Makros machen, was eine ruhige Hand erfordert und das Zittern ist weg!
    Ich habe aber gelernt, dass ich sehr tief schnaufen muss und dann der Atem anhalten...
    Ich habe auch meine Fotos in einem Forum gezeigt und es tut tatsächlich gut, wenn andere Leuten Freude dran haben.
    Später habe ich Kürse gemacht, mit dem Programm Photo-impakt, denn ich von einer Freundin zum Geburtstag bekommen habe, und konnte dann Graphiken machen, auch das bereitet mich viel Spass.
    Eine Zeitlang wäre ich nie draussen gegangen, wenn ich nicht musste, nun gehe ich draussen sogar wenn es regnet, damit ich die Tropfen auf die Blätter fotographieren kann.
    Weisst du, mich wurde vieles missgönnt von meinem Mann, ich hatte Freundinen, die er verscheucht hat, ich hatte ein Hund, denn ich sehr gut erzogen hatte und er hat es mich 15 Jahre lang vorgeworfen, obwohl er ihm gemocht hat, aber es war, wie ich es nenne, versteckte Eifersucht.
    Und immer kam dieser Satz von ihm: du musst.... oder du darfst nicht....
    Bis ich mal reagierte und antwortete: ich muss 2 Sachen.... ich musste auf der Welt kommen und werde mal sterben müssen.... da kann man nichts ändern, aber alles anderes was dazwischen ist, entscheide ich nun selber und lasse mich nicht davon abbringen, ob es dich gefällt oder nicht".
    Und so habe ich es gehalten....
    Ich musste mal ein neuer PC kaufen, muss meine Patronen bestellen, damit ich drucken kann, musste mein erster Fotoapparat ersetzen und ich habe nie mehr gefragt, ob ich darf oder nicht.
    Bei Meckereien hatte ich schon vor dem Kauf meine Antwort bereit.
    Und jetzt interessieren ihm zwar weder mein PC, noch meine Fotos, ausser ich drucke sie aus, aber er hat es aufgegeben mich zu bevormunden.

    Hallo Melinak,

    als Kind wurde mich das Weinen verboten, darum bin ich so froh, wenn ich wieder weinen kann, nur müsste es vielleicht nicht gerade in der Nacht sein, wenn ich schlafen sollte, anderseits habe ich nach dem Mittagessen bewusst mein Mittagsschläfchen gemacht und somit der Manko wieder aufgehoben...

    Ich habe mein Hobby mit der Natur in Verbindung gesetzt, Fotographieren und Verarbeiten auf dem PC, dann kann ich meine Fotos angucken, wenn draussen schlecht Wetter ist und Fotos zeigen an Freunden per Internet macht auch Spass.

    Das Fotographieren zwingt mich auch dazu ein wenig mehr nach draussen zu gehen, denn die Natur finde ich nicht vor dem Fernsehen oder am PC...

    Hallo Melinak,

    so geht es mich auch, ich kann sehr wohl geniessen und mich daran freuen, an jedem Strohalm halte ich mich fest, was reine Freude für mich sein kann, vor allem finde ich es in echte Freundschaften und in der Natur.
    Da kann ich mich gehen lassen...
    Und manchmal habe ich eine ganz traurige Phase, leider oft in der Nacht, wo ich nur noch weinen kann, denn ich trauere die Illusion, die ich nicht halten konnte, und habe erst noch eine Freundin, die sehr krank ist, das gibt mich so zu schaffen an der Gedanke, wie schön wir es zusammen gehabt haben und jetzt wird es womöglich nie mehr möglich sein.
    Doch ich glaube, ich muss diese Momenten von Trauer annehmen, die gehören zu meinem Leben und gehen auch wieder vorbei...
    Und wenn ich nachts weinen muss, weiss ich ... morgens pfeifen die Vögel wieder extra für mich.... und das Leben geht weiter, auf der Suche nach Glücksmomenten.

    Hallo Melinak,

    ich wollte dich nur schreiben, dass ich auch deine Leserin bin, deine Beiträge sind sehr offen und vor allem warmherzig und optimistisch, die tun einem gut und helfen mich, positiv in mir zu horchen...

    Hallo Rosa Li
    ich finde es super, in deinem Alter, dass du auch guckst, was die ältere Generationen noch davon haben, dass sie zusammen geblieben sind.
    Und dass du dich fragst, ob es das ist, was du willst.
    Ich hatte in deinem Alter kein Beispiel, nur das was ich in der Familie erlebt hatte und da war mein Mann noch lange nicht so schlimm, wie es mein Vater gewesen war.
    Wenn ich zurückgucke hatte ich sehr schlechte Voraussetzungen von ihm wegzugehen, ich war Co- , Ausländerin, wurde mit 19 schon schwanger, und hatte als Muster ein viel schlimmerer Fall gehabt...
    Aber du schaffst es schon, da bin ich sicher, übrigens, das was du über die Therapie erzählst ist sehr interessant... vermutlich will die Therapeutin beide Gehirnhälfte anregen mit dem Fingerspiel....

    Hallo Wichtel,

    du schreibst, du hast die Liebe deines Leben verloren, bist du sicher, dass du ihm noch liebst? man kann nur verlieren, was man gehabt hat.
    Ich habe auch bis vor kurzem gemeint, ich hätte versagt, aber ich habe mich beweisen können, dass nicht ich versagt habe, denn ich arbeite an mir als Co-abhängige und wenn mein Mann nicht an sich arbeitet, heisst es nicht, dass ich versagt hätte, sondern, dass er versagt.

    Hallo Susanni,

    ich habe es nur geschafft, mich emotional zu trennen, als ich einsah, dass ich nur noch an einer Illusion klammerte, und das ist sehr schmerzhaft, sich das bewusst und ehrlich zuzugeben.
    Irgendwie wollen wir doch alle gerne Illusionen und Träumen pflegen, was wären wir ohne unsere Hoffnungen, ohne unsere Träumen, und ohne unsere Illusionen.
    Aber die Realität erträgt keine Träumen und keine Illusionen...die Realität aber machen wir uns selbst, tagtäglich....