Hallo cduck,
ich habe ne ganze Weile geglaubt, dass ich nass nur meine "negativen" Gefühle weggesoffen habe und nur sie nun trocken für mich spürbar sind und empfand das auch als Nachteil.
Bei mir war es aber so, dass ich sehr wohl alle Gefühle letztlich "wegsoff", auch die positiven.
Nass habe ich mit Alk an all meinen Gefühlen "rummanipuliert", damit sie entweder weg oder anders sind oder noch stärker werden.
Negative Gefühle sind mir unangenehm. Das waren sie für mich nass genauso wie heute trocken.
Die Illusion, dass es ein Leben ohne (negative) Gefühle geben könnte, habe ich zum Glück nicht mehr, denn das gab es für mich auch nass nicht.
Es ist der andere Umgang mit meinen Gefühlen, das Weglassen irgendwelcher „Mittelchen“ für den Zweck, meine Gefühle anders haben zu wollen, der meine Trockenheit jetzt von Trinkpausen unterscheidet.
Meine Gefühle werden nicht "schicker" oder angenehmer dadurch, dass ich sie verleugne, wie ich es lange mit Alk versuchte.
Mein Umgang mit meinen Gefühlen, egal welchen, wird wohl immer wieder mal eine Herausforderung und mal eine Entlastung für mich bleiben. Dass ich dafür inzwischen keinen Alk mehr brauche, verschafft mir aber durchaus immer wieder ein positives Gefühl.
Gruß Penta