• Hallo Melanie,

    Zitat

    mich ärgert es zum beispiel , wenn mir unterstellt wird, ich ginge in die luft oder bei einem anderen mal ich wäre angeblich aggressiv wenn ich lediglich gedanken die ich habe hier aufschreibe.

    Warum ärgert es Dich, wenn Du doch genau weißt, dass es nicht so ist und Du mit Deiner Wahrnehmung nicht aggressiv rüber kommst? Dann könntest Du doch um so gelassener damit umgehen. Aber trotzdem ärgerst Du Dich über Unterstellungen - weil Du es nicht magst, dass Dir was unterstellt wird. Wobei andere (Fremdwahrnehmung) Deine gefühlte Unterstellung wahrscheinlich gar nicht als solche sehen. Schon alleine der Hauch einer Unterstellung löst bei Dir heftige Emotionen aus, die Du dann wieder spiegelst. Und genau darum geht es bei Uwe´s Post, zu schauen, ist es jetzt wirklich so, dass der andere mir was unterstellt oder habe ich so eine ähnliche Situation schon früher gehabt und trage einfach diese Gefühle noch in mir oder triggern sie einfach in mir. Wenn so ein Gefühl in einem hochkommt, einfach erst mal bei sich zu schauen: warum ärgere ich mich gerade so maßlos und womit verknüpfe ich es gerade. Vielleicht, weil mir früher immer so viel unterstellt wurde, wo ich mich nicht wehren konnte und ich mich klein gefühlt habe.

    Eine alternative Antwort wäre doch gewesen, dass man einfach schreibt: "Sorry, dass hast Du jetzt mißverstanden - so habe ich es nicht gemeint, ich habe es jetzt so oder so gemeint." So habt ihr Euch gegenseitig angetriggert. Du hast es als Unterstellung gesehen und der andere so, als ob man ihn extra nicht verstehen wollte. Ein Triggerpad - sozusagen.

    Das zum sachlichen Thema Fremd- und Selbstwahrnehmung.


    Gruß

    BC

  • Hi, Melanie
    Nun, wenn ich mal bewerten darf: ich halte dich für einen wichtigen Bestandteil dieser SHG. Und hinter den Bestandteilen des Forums stehen Menschen mit all ihren Eigenschaften.
    Sicher war die „Rakete“, die ich aus deinen Worten herausgelesen haben will eine Spekulation, meine Phantasie. Doch nicht weil ich unsensibel bin, sondern weil ich deine Beiträge gerne und oft lese. Wo ich meinen Knöpfe fürs „hochgehen“ habe, steht „Gerechtigkeit“ und „Freiheit“ drauf. Hat mit meiner Geschichte zu tun und dem Gefühl zu wenig davon abbekommen zu haben. Es ist natürlich nur eine Ahnung von mir, wenn ich behaupte: „Dein Knopf für explosionsartige Rechtfertigung ist das Wort Egoismus.“ Und das, (unterstelle ich mal) aus dem gleichen Grunde. Selbst wenn es nicht explizit geschrieben steht und du dein Selbstbewusstes handeln in Frage gestellt siehst. Der Thread „gesunder oder kranker Egoismus“ ist ja ebenfalls ein Beispiel dafür, dass dir das Thema am Herzen liegt. Das ist doch auch völlig legitim.
    Meine Wahrnehmung (auch fürs Selbst) ist letztlich nichts anderes, als das ungenaue erraten der gegebenen Ereignisse. Mehr an „Wahrheit“ ist meiner Meinung nach nicht möglich. Selbst wenn ich hier alle Sinne zur Verfügung hätte, sehe ich immer ein Stück von meiner Historie und werde aus dieser Erfahrung und den dazugehörigen eigenen Vorstellungen heraus antworten. Das wird nur gelegentlich zu den gleichen Ergebnissen führen. Das wir uns darüber austauschen können ist ein Privileg, dass vielen versagt bleibt, da sie meinen Sich und die Welt verstanden zu haben.
    Wenn ich völlig danebenliege - :oops:
    Jetzt handle ich mal (augenscheinlich) selbstlos und versuche ein paar Gäste zufrieden zu stellen. Herzlichst – Uwe.

  • Hallo Herr Rothämel
    Wenn Sie Ihre letzten Beiträge noch mal lesen, werden Sie feststellen, dass Sie doch recht besserwisserisch und oberlehrerhaft „rüberkommen“ (kein Wunder, dass es zu „Abwehrreaktionen“ kommt). Da ich Sie besser kenne, als Sie meinen, würde ich mir von Ihnen etwas mehr Bescheidenheit und Verständnis wünschen.
    Hochachtungsvoll – Ihr „Alter Ego“

  • Haha, Ihre eigene Selbstreflektion in aller Ehren, Herr Rothämel, aber erlauben Sie mir doch an dieser Stelle zu sagen, dass Ihre Ausführungen für mich oftmals einleuchtend und erfrischend vernünftig rüber kommen, und meistens auch immer zum passenden Zeitpunkt.

    (Das soll jetzt aber nicht heissen, dass ich immer 100 % alles verstehe, was Du so von Dir gibst.) ;)

    Gruß, Bruce

  • Sehr geehrter Herr Alter-Ego,

    ich als Außenstehende bzw. Fremde habe nicht die Wahrnehmung, die Sie gerade beschreiben. Ich für meinen Teil nehme Herrn Rothaemel nicht als besserwisserisch oder gar oberlehrerhaft wahr. Ganz im Gegenteil - ich empfinde seine Beiträge sogar als erfrischend und ehrlich aus ganzem Herzen kommend.

    Ein gutes Beispiel für Selbst - und Fremdwahrnehmung.


    Mit freundlichen Grüßen

    B. Cloud

    :)

  • hallo uwe,

    nin ich fands nicht lehrmeisterhaft von dir sonder für mich sehr informativ. dein beitrag ist einer der wenig herzlich guten, wenn ich auf emmozionaler ebene mich mit dir austauschen darf. für mich passt es wobei ich über den ein oder anderen eindruck den du mir von mir vermittelt hast sehr wohl schmunzeln und lächeln konnte. aber in allen punkten kann "man" ja auch nicht immer ins schwartze treffen. :wink: wiederspruch leg ich keinen ein...lach...da bin ich mir selbst so nahe das ich damit umgehen kann.

    lieben gruß
    melanie

  • Hallo Uwe

    Wer mich nicht versteht oder angepisst ist kann nachfragen , wer mich nicht verstehen will , wird eh endlos diskutieren .

    Wenn ich bei meiner Trockenarbeit auf das Wert legen würde ,was andere über mein Schreiben denken , wäre ich wohl besser am Stammtisch geblieben . Ich muss das was ich schreibe für mich verstehen, egal wie ich ticke.

    Uwe, ich habe mir in meinem Schwarz Weiß Denken, erst vor kurzem was ganz wichtiges angeeignet. Ich akzeptiere es einfach, wie ich bin.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo
    Wenn sich „das andere Ich“ mit mir beschäftigt, braucht es nicht zwingend gerecht und objektiv zu sein – wichtig ist es mir, dass es einen anderen Blickwinkel aufzeigt. Das Ego an sich ist zu selbstverliebt. Eine Sicht von der vermeintlich anderen Grenze, lässt eine genauere Standortbestimmung zu. Wo schlinger ich gerade lang, auf dem breiten Grat der Mitte - zwischen den Extremen.
    Hartmut, mir hat mal ein Mitarbeiter einer Kopie-Werkstatt erläutert, dass selbst die simpelsten Drucker rund 243 Grauabstufungen zwischen schwarz und weiß besitzen. Diese Aussage hat einiges in meinem Denken verändert. In puncto Toleranz und was die „Verurteilungen“ von richtig und falsch angeht. Bei der persönlichen Bewertung komm ich mittlerweile von Hell-Schwarz bis Dunkel-Weiß – ich mach also auch Fortschritte.
    Gruß –Uwe.

  • lieber uwe,

    wie kann man bzw das ego zu selbstverliebt sein? ich denke liebe ist was wunderbares und dafon kann man doch nie genug haben oder nicht?

    ich finde schon. für mich bedeutet es ja nicht der ausschluss der liebe des anderen, wenn ich mich selbst lieben kann. eher eine grundvorraussetzung auch anderen menschen liebe geben zu können. heisst dich nicht umsonnst lieber erst dich dann kannst du andere lieben!

    einen schönen abend
    melanie

  • Hallo Uwe

    Zitat

    dass selbst die simpelsten Drucker rund 243 Grauabstufungen zwischen schwarz und weiß besitzen

    da kann ich ja froh sein das ich kein Drucker geworden bin :) Meine teilweise Nachtblindheit und Rot Grün Schwäche scheint mir ja da entgegen zu kommen :)

    Aber Spaß beiseite . Jeder macht die Entwicklung , die er sich zugesteht.

    Ich habe aufgehört , mich immer weiter zu entwickeln, zu verbessern oder des Vergleiches mit anderen . Ich bin auch nicht immer gerecht, auch nicht immer ungerecht , bin fehlerbehaftet bis hin zur Perfektion getrieben. Was ich unterwegs gut befinde , nehme ich mit, was nicht ,das nicht .

    Ich versuche mich jedoch immer mehr in Gelassenheit (klappt aber nicht so wie ich immer will) die ja bekanntlich im Kopf anfangt .

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Melanie
    Selbstverliebt trifft es auch nicht wirklich richtig – unkritisch wäre in diesen Zusammenhang die wohl bessere Wortwahl gewesen.
    Danke – Uwe.
    Hartmut, wenn ich gelassen auch mal Un-Gelassenheit zulassen kann, ausgelassen sein - auch Lassen kann - was für eine Ausgeglichenheit. Zum Glück ist Abstinenz kein Wettbewerb – ich hätte das Gefühl in Rückstand zu liegen. So weiß ich lediglich um der Erreichbarkeit persönlicher Wünsche. Das tut gut.
    Gute Nacht für heute – Uwe.

  • hallo uwe,
    ich weiss nicht wie das zustande kommt, das es zu einem wettkampfgefühl wird. wenn länger trockene oder länger schreibende benennen wie lange sie schon an sich arbeiten es dann auslöst, das es zum wettkampf wird. da ich selbst kein wettkampftyp bin, kann ich das nicht nachempfinden. kannst du mir das erklären?

    gruß
    melanie

  • Hallo Uwe,

    Zitat

    Zum Glück ist Abstinenz kein Wettbewerb – ich hätte das Gefühl in Rückstand zu liegen.


    zum Glück? :shock:
    Ist es Glück, dass du sie (Abstinenz) nicht dazu machst? Oder ist es Glück, dass es nicht zum guten "Ton" gehört, diesen Wettbewerb zu führen?
    Oder biste froh, dass du dich ihm "gerade so" entziehen kannst?
    Diese Wettkämpfe, egal wo, führe doch immer nur ich. Sie gehören zu dem, was früher das Rumgebalze war, also vollkommen in der Norm (ich sag mal, der natürlichen Norm).
    Was du nicht willst, nimmste nicht. Dann kann es auch kein Glück sein, an manchen Wettbewerben, auch wenn sie ganz sicher immer wieder stattfinden werden, nicht teilzunehmen.
    Wobei für mich nicht immer so eindeutig auszumachen ist, welche Wettbewerbe mir tatsächlich aufgedrängelt werden. Ich denke, die meisten eröffne ich selbst. Meistens schon von Beginn an unter der Voraussetzung, zu unterliegen.

    Gruß Penta

  • Melanie, Penta
    Ich schreibe extra, dass Abstinenz kein Wettkampf ist. Die „Gewichtsklassen“, das eigene Tempo, die persönlichen Veranlagungen und Hintergründe sind einfach zu verschieden. Und ja, ich finde, dass es zum Glück so ist - denn: des Glückes Tod ist der Vergleich!
    Heute, meine ich, weit weg vom „Wettstreits-Denken“ zu sein – das war bestimmt nicht immer so.
    „Schneller, Höher, Weiter“ …leben auf der Überhohlspur und dabei möglichst alles auch perfekt hinbekommen. Leistungsorientiertes Dasein. Das geht nicht vorbei, nur weil der Alkohol wegegeschlossen wird. Einen Klienten, den ich heute als meinen Freund schätzen darf, habe ich zu seinem Abschied aus der ambulanten Therapiegruppe (die er drei Jahre besucht hatte), mit auf den Weg gegeben. „ Du bist für mich der Ansporn, dass man das auch schneller schaffen kann!“ Worüber wir heute beide lachen können, war damals ganz schön heftig. Neid spielt bei solchen Gelegenheiten, sicher auch eine Rolle. Die Eifersucht, dass jemand etwas erreicht hat, von dem ich noch gar keine Ahnung hatte, wie ich es hinbekommen könnte – das Ziel aber als persönliche Erfordernis schon definiert war.
    Ich will solches Streben und die Gefühle dazu jetzt aber auch nicht schlecht machen. Sie hatten durchaus für meine persönliche Entwicklung einen motivierenden Charakter. Die Auseinandersetzung mit den Themen „Scheitern“ und Enttäuschung“ erkannte ich dabei als eine Notwendigkeit.
    Die Gründe für mein alkoholfreies Leben heute, haben sich gewandelt. Ich denke, meine „Geschwindigkeit“ gefunden zu haben. Die ist nicht gleichmäßig. Ruhephasen haben nunmehr die gleiche Berechtigung, wie die gelegentlichen „Raketenstarts“. Geduld und Ungeduld führen ein vergleichsweise „harmonisches“ Miteinander.
    Ich neide auch niemanden mehr um seine Zufriedenheit, sondern freue mich für ihn mit – das ist bei weitem entspannter und kommt als Wohlgefühl zurück.

    Ich wünsch Euch einen schönen Tag – Uwe.

  • lieber uwe,

    danke für diesen beitrag. ich finde mich da sehr wieder in deinen aussagen. wettkämpfe waren mir immer zu wieder. jeder hat sein tempo. ich hatte eine zeit wo ich dachte die zeit läuft mir dafon und war wie getrieben vorwärts zu kommen. kein wunder denk ich heute, damals war ein jahr lebenszeit in meinem kopf wie festgebrannt. heute, drei jahre danach kann ich auf athmen. keine lebenszeitbegrenzung mehr, der krebs kam nicht wieder und die gefahr das er wieder kommt scheint inzwischen wieder normalisiert zu sein. klar ist mir das ich auf mich aufpassen werde.ich weiss auch heute was mich damals getrieben hatte, die angst war es. seit diese nicht mehr überdominant da ist leb ich ruhiger. das zu mir und mienem erlebnis und meiner erfahrung die ich machte mit tempo.

    wett"streit" in dem sinne wie gesagt kenn ich nicht. ich glaub aber es liegt daran das ich keinem neide der schneller ist oder besser ist sondern mich für diesen menschen einfach freuen kann wenn dem so ist und ich mich gern dann auch in einem konstruktiven lernen von ihm dann auch weiterbilden kann. ich erinner mich gern an die bilder der therapeutin meines sohnes, der lernte ein guter freund zu werden für andere. ein guter gewinner und ein guter verlierer zu sein. beide bilder waren ritter, der eine gold der andere silber also beide wertvoll. dann der drachen dazu der neid, wut, eiversucht als deutung hatte der immer wieder kämpft im inneren jeden menschen und den es sich lohnt auch an zu schauen und zu besiegen.es liegt im inneren eines jedem menschen wie er damit umgeht um eben als guter gewinner oder verlierer aus einem wettkampf raus zu gehen. streiten das tu ich eh nicht gern.die bilder damals waren thema in gesprächen mit mir, die da für mich bewusst machten das ich das was mein sohn lernt selbst zum glück schon lange leben kann.

    einen schönen tag
    melanie

  • Hallo Uwe,

    wenn ich den Vergleich zum Wettbewerb mache, ist er für mich des "Glückes Tod". Ansonsten ist er mir wichtig. Wie sollte ich sonst meine Entwicklung oder meine Erfahrungen mit dem "abgleichen", was mir unter anderem in SHGs "geboten" wird?
    Ich vergleiche, bewerte und gleiche an, setze mich ab oder was auch immer. Je nachdem, wie und wo meine Bedürfnisse sind.
    Wettbewerbe entstehen da inzwischen eher weniger. Nicht aus Glück, sondern wegen meiner anderen Ausrichtung.
    Ich wünsch ne schöne Woche und auch sonst.

    Penta

  • glück auf

    n wettberb, bei dem n mittbewerber n paar jahre vorsprung hat, birgt sowieso ne riiiiiiiiiiesen rückfallgefahr, weil der gedanke unvermeidlich is: "den kann ich ja niiie einholen.

    schöne zeit - jede/r für sich und alle gemeinsam

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • hallo zusammen

    was mir beim wettkampfgedanken auffällt ist, das krankheit kein spiel ist sondern bittere realität und wer da nicht die kurve bekommt der büsst mit dem leben.

    russisch roulett wär das einzige spiel das hierfür in frage kommt.da spielt jeder der das spielt mit seinem leben, ganz bewusst. da das bei der sucht allerdings wieder nicht in frage kommt kann der vergleich hier wieder hinken.

    es lohnt sich nicht auf wettkampf zu gehen, es gibt dabei einfach zu viele verlierer.

    gruß melanie

  • Hallo
    Ich will zumindest der erste sein, der sich in den Osterurlaub verabschiedet. Ich hab eine Internetfreie Woche in Thüringen bei Schwester, Bruder und Muttern gebucht.
    Tschau und gute Zeit bis nächsten Dienstag – Uwe.

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