so anders : Dann hat Dein Kind sehr wahrscheinlich immerhin noch eine andere Oma & Opa - nämlich die Eltern Deines Freundes/Mannes ![]()
Nicht zu schwarz sehen. Besser gar keine Großeltern als welche, die einen nur fertig machen. Sowas braucht dann auch kein Kind !
Beiträge von Jessie1983
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Bei mir wechselt das ständig.
Derzeit ist es mir relativ egal, was aus meiner Mutter wird. Es gibt aber auch Zeiten wo ich nur auf nen Anruf warte, das ihr etwas passiert ist oder schlimmer noch, das sie tot ist. Dann bin ich permanent nervös, hibbelig, hab Angst, kann nicht schlafen,...und das geht dann meistens Tagelang so.
Dann gibts Zeiten, in denen Hass, Wut und Enttäuschung aufkommt. In solchen Momenten kann sie froh sein, nicht vor mir zu stehen.
Mitleid hab ich nicht mehr, nein. Das hatte ich als Kind immer aber mit den Jahren erkannte ich, das man damit kein Mitleid haben muss.
Die Schuld suche ich nicht bei mir, das passiert eher selten. Meine Mutter hat den frühen Tod meines Vaters nie verkraftet und fing dadurch mit dem Trinken an. Da ich selbst ein kleines Kind war, das in all ihren Mist mit hineingezogen wurde, weiß ich das ich nicht der Grund für ihre Sauferei bin. Der Grund liegt an nicht verarbeiteten Kindheitserinnerungen und letzendlich am Tod meines Vaters. Da sie Psychologen bis aufs schärfste verurteilt (obwohl sie nie bei einem war...), besteht ihre Sauferei nun seit guten 16 Jahren in etwa und da vergeht einem irgendwann das Mitleid und man sieht nur noch zu, das man schnellstmöglich von der Person wegkommt und den Kontakt unterbindet. -
Spedi hat dazu schon das Richtige gesagt. Dein Mann handelt völlig richtig, bleibt auf Ditanz und lässt sie ihr Leben führen. Kannst sehr stolz auf ihn sein das er diesen gewissen Abstand zu ihr hat. Es könnte auch anders laufen, er könnte sich permanent sorgen um sie, sich für sie verantwortlich fühlen und daran zu Grunde gehen, weil sie seine Bitten nicht erhört.
Wenn sie trinken will, wird sie das tun. Man kann niemanden zwingen oder umkrempeln. Das hat Dein Mann verstanden und Du solltest das auch verstehen. -
Liebe Anna, auch ich kann nachempfinden, wie es Dir geht denn es gibt viele Gemeinsamkeiten bei unseren Erfahrungen !
Du bist nicht für Deinen Vater verantwortlich. Wenn er seit Jahren unglücklich mit sich, seiner Ehe und seinem Leben ist, ist das sein Problem. Er ist DEIN Vater, er ist Erwachsen, er ist Vorbild und sollte wissen, was er aus seinem Leben macht. Das aller, aller schlimmste ist, die Schuld bei euch Kindern zu suchen. Bei Dir, weil Du ausgezogen bist z.B. Das eine hat mit dem anderen wenig zutun.
Was das Thema eigene Kinder angeht - so hab ich leider auch mal gedacht. Ich habe meine Tochter vor 2 1/2 Jahren bekommen und war auch voller Hoffnung, das meine Mutter dadurch sieht, wie schön das Leben sein kann. Ich kann mich noch gut an die Sätze meiner Mutter erinnern. "Ich muß nun endlich gesünder Leben, ich will eine gute Oma sein". "Ich hab wieder einen Sinn im Leben und möchte, das ich ein Teil im Leben meiner Enkelin bin". PUSTEKUCHEN!!!
Es wurde NICHTS besser, es wurde weitaus schlimmer !!!
Meine Tochter lag damals mit 8 Wochen eine ganze Weile im Krankenhaus. Es war die Hölle, die absolute Hölle. Ich war sowas von fertig mit den Nerven und anstatt immerhin da mal den Alk wegzulassen, mich zu unterstützen, mir zu helfen, machte sie mir nur Vorwürfe. Ich sei viel zu freundlich zu den Ärzten, ich solle auf den Tisch hauen um zu erfahren, was mit meiner Kleinen los ist, diese Götter in Weiß würden sie krank machen....
Das "positive" an all dem war, das ich dadurch den Absprung geschafft habe. Ich habe mich von meiner Mutter verabschiedet. Wir sind damals fast Nachbarn gewesen bis ich in ein anderes Bundesland zog und den Kontakt abbrach.
Ich konnte sie nicht mehr ertragen. All ihren Seelenmüll, die Ausraster im Suff,.... es machte mich irre. Ich hatte mein eigenes Leben das genug Probleme bereithielt, ich konnte es nicht länger ertragen mich um sie zu kümmern, was letz endlich nie was brachte. Ich redete fast 15 Jahre auf sie ein. Ich bot meine Hilfe an, hatte enormes Mitleid, ich gab ihr Adressen von Psychologen, Selbsthilfegruppen, Internetforen, der Seelsorge. Ich diskutierte und diskutierte aber es half nicht. Sie hörte nicht meinetwegen mit dem Alk auf, sie hörte nicht meiner Tochter wegen mit dem Alk auf, sie hörte nicht für sich selber auf. All die Jahre waren also völlig zwecklos. All die Mühe, Zeit, die Nerven, die Hoffnung..es war alles für umsonst.
Ein Kontaktabbruch solte wohl immer der letzte Weg sein, ganz klar. Für mich war es besser, als weiterhin mit ihr leben zu müssen. Ich habe meine Mutter nicht vergessen, ich denk jeden Tag an sie und habe große Angst, irgendwann zu erfahren das sie aufgrund ihrer Sucht sterben wird aber es gibt für mich keinen anderen Weg mehr wenn ich ein normales Leben führen will und meine Tochter großziehen will, ohne irgendwelche Suchtprobleme und deren Konsequenzen in unmittelbarer Nähe zu haben.
Egal, wie es bei Dir weitergehen wird, such die Schuld nicht bei Dir denn da bist Du an der völlig falschen Adresse.
Alles Gute ! -
Ja, das war viele Jahre ganz ähnlich bei mir.
Ich hatte einen ziemlichen Männerverschleiß als Teenie und junge Erwachsene, muss ich leider zugeben. Dummerweise war ich immer sehr naiv, nahm alles für bare Münze was mir erzählt wurde und wenn die Worte "ich liebe Dich" fielen, war ich ganz hin und weg und der Überzeugung, meinen "Deckel" gefunden zu haben. Das war immer mein größtes Problem. Die ewige suche nach dem Mann, der mich "aufnimmt", der mich versteht, der mich liebt, der sich um mich sorgt, dem ich etwas bedeute, der zu jeder Tages und Nachtzeit für mich da ist...
Silvester 2001 verließ mich, mal wieder, ein Partner woraufhin ich mir das Leben nehmen wollte. Tage drauf saß ich vor meinem Hausarzt, der mich von kleinauf kannte, und erzählte ihm die Geschichte. Er sagte damals zu mir ich sei besessen davon, meinen Partner fürs Leben zu finden und dass das völlig unnormal und äußerst gestört sei, mit 17 den Mann fürs Leben finden zu wollen. Ich hätte den frühen Tod meines Vaters nie überwunden und sei dadurch auf einer völlig falschen Schiene gelandet...
Ich war leider wirklich besessen davon und sah in fast jedem neuen Partner meinen Deckel. Klar, dass das IMMER nach hinten los ging. Ich hab geklammert bis zum geht nicht mehr, wollte ihn IMMER erreichen können, wenn ich gepfiffen habe, sollte er springen damit ich wusste, das ich mich auf ihn verlassen kann. Ich musste also die Nummer 1 in seinem Leben sein und war ich das nicht, fing ich an zu diskutieren, bis ich irgendwann natürlich verlassen wurde, was mir erneut den Boden unter den Füßen wegriss. Mein Selbstwertgefühl war eigentlich noch nie groß ausgeprägt aber dadurch war im Prinzip gar nichts mehr da. Wenn ich abgelehnt bzw. verlassen wurde, lag das somit immer an mir und ich redete mir ein, nichts wert zu sein. Weil ich einfach dumm war, zu fett war, zu hässlich war, zu viele Probleme hatte, nicht liebenswert war, einfach ein sche*** Mensch war, den keiner brauchte!.......
Aber mein Traum wurde doch noch wahr und im Jahre 2002 traf ich wirklich DEN Mann für mich, der alles für mich tat, alles stehen und liegen ließ wenn ich Hilfe brauchte, der einfach IMMER da war und all das verkörperte, was ich suchte. Er ließ sich durch nichts abwimmeln oder vertreiben, er war immer da. Mein Engel ! Dieser Mann ist mittlerweile mein Ehemann geworden, wir haben eine gemeinsame Tochter und ich habe das gefunden, was ich all die Jahre so sehr gesucht und gebraucht habe.
Ohne ihn wäre ich in der Gosse gelandet, viell. wäre ich auch längst nicht mehr hier. Er ist also für mich im wahrsten Sinne des Wortes wirklich ein Engel. -
Danke für eure Antworten.
Das was Du schreibst Unikat, ist schrecklich und es tut mir sehr leid, das es so kommen musste :-(.
Genau DAS ist meine größte Angst. Das ich irgendwann erfahre, das sie gestorben ist. Meine Mutter hat im Prinzip niemanden außer mir. Zwar einen Freund aber der ist ziemlich link in meinen Augen, unterstützt sie voll und ganz bei ihrem Alkproblem und ist in keinster Weise eine Hilfe.
Also würde ich wahrscheinlich noch nicht mal mitbekommen wenn sie ins Krankenhaus käme, wenn sie sterben würde....Und das ist das, wovor ich die größte Angst habe weil ich weiß, das ich das nicht ertragen würde und mir niemals verzeihen könnte.Meine Mutter war 7 lange Jahre mit ihrem Ex-Freund zusammen. Er war ein lieber Kerl, ich mochte ihn sehr. Leider war er trockener Alkoholiker, was er nicht lange blieb bei meiner Mutter. Sie gab sich auch in seiner Anwesenheit jeden Tag die Kante, er kaufte für sie den Wein ein und dann ging es rund. Beleidigungen, Handgreiflichkeiten etc pp,....
Er hat sich echt alles bieten lassen von ihr. Er war in meinen Augen einfach der hilfloseste Mensch, den ich kannte. Beide Eltern durch Selbstmord verloren wodurch er früh am Alkohol hängen blieb und einfach nur einen "Sinn" im Leben gesucht hat, einen Halt...den er nie fand bzw. an der völlig falschen Stelle suchte - nämlich bei meiner Mutter!
Das Ende vom Lied war, das der Mann so psychisch fertig war, bis er alles verlor. Seine Wohnung, seinen Job und letz endlich zerbrach auch die Beziehung 2006 und er verlor erneut gegen den Alkohol.
Ich versuchte immer mal wieder per Brief und Postkarten den Kontakt zu ihm aufzunehmen. Mitte 2010 erfuhr ich dann, durch enorme Umwege, das er in einem Männerwohnheim gelandet war und im Juli 2009 verstorben ist, was mich ZUTIEFST erschütterte. Erst ein Jahr nach dem Tod habe ich erfahren, das er gar nicht mehr da ist. Ich fuhr dann fast 4 Stunden zu seinem Grab weil ich es einfach "live" sehen musste, um es realisieren zu können. Ich mache mir heute noch schwere Vorwürfe, mich nicht mehr dahinter geklemmt zu haben, den Kontakt zu ihm erneut aufzunehmen,... Ganz, ganz schlimm !Meine Mutter hat lang versucht, mich umzustimmen. Sei es per Email, Brief und Päckchen mit Sachen für meine Tochter, die umgehend zurück gingen. All das artete immer wieder in Streit aus, in enlose Diskussionen und Beleidigungen beiderseits, bis ich meine Emailadresse sperren ließ und mir eine neue Handynummer besorgte, um endlich Ruhe zu haben.
Seit guten 6 Monaten hab ich nun nichts mehr von ihr gehört. Ich weiß also im Prinzip nicht, was bei ihr los ist, ob sie ggf. schon GANZ unten angekommen ist und irgendwo auf der Straße pennt...Ja, ich habe GOTT SEI DANK - für mich - den tollsten Menschen an meiner Seite der all den Mist schon 8 Jahre miterträgt und mich versteht und unterstützt, wo er nur kann. Er ist mein Engel. Wenn ich ihn nicht hätte, wäre ich heute nicht mehr hier. Ich hätte die letzten Jahre ohne ihn nicht verkraftet und bin jeden Tag dankbar darum, ihn an meiner Seite zu haben.
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Gehts euch auch so das, gerade in der Weihnachtszeit, wieder Zweifel hochkommen, ob das alles so richtig war, wie man entschieden hat ? Ob es nicht die "Pflicht" der Kinder ist, ihre suchtkranken Eltern, gerade an Weihnachten, um sich zu haben ? Ist blöd formuliert, ich weiß. Ich kriege es derzeit aber nicht besser hin :-(...
Weihnachten - das Fest der Liebe, der Familie....Ich muß sagen das es mir nach wie vor schwerfällt, an Weihnachten nicht depressiv zu werden. Mittlerweile ist es das 3. Weihnachten ohne meine Mutter denn im Dez. 08 brach ich den Kontakt ab.
Es ist nicht so das diese Gefühle nur jetzt zum Fest hochkommen, das passiert häufiger mal. Allerdings an Weihnachten immer enorm da man ja auch ständig dran erinnert wird. Von Nachbarn gefragt wird, wer denn alles vorbeikommt und warum man seine Eltern nicht um sich hat...
Ich bin eh so ein totaler Weihnachtsmensch und stehe auf dieses "Friede, Freude, Eierkuchen - Getue". Alle lieben sich, alle sind glücklich...
Da ist es natürlich bitter, jedes Jahr aufs neue das Gegenteil davon zu erleben, was die angeborene Familie betrifft. -
@ lillemöp : Ob Du es glaubst oder nicht - Dein Tipp ist für mich Gold wert :-).
Ich bin leider einer der Menschen, die Entscheidungen IMMER SOFORT treffen. Auch wenn das oft völlig verkehrt ist und dadurch noch mehr Probleme entstehen. Immer muß ich alles übers Knie brechen, ohne abzuwägen, ohne ausführlich darüber nachzudenken. Dadurch kommt mir auch nie in den Sinn, einfach mal abzuwarten, ein paar Nächte drüber zu schlafen um die Sache dann ggf. von einer ganz anderen Seite zu sehen.
Es ist so ein simpler Satz und doch ist es einer der Sätze, die in meinem Wortschatz überhaupt nicht existieren weil bei mir immer sofort entschieden werden muss. Deshalb danke ich Dir wirklich dafür. Ich werde mir Zeit lassen und in Ruhe darüber nachdenken, bis ich mir sicher bin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.@ Marcello : Auch Dir danke ich für Deine Antwort.
Das mit dem stolz sein ist so eine Sache für sich. Ich hab mir echt die Finger wundtelefoniert (naja, nicht ganz - aber fast
), bis ein Termin mal in greifbare Nähe gerückt ist ...und doch bin ich nicht stolz, das getan zu haben bzw. dort hingegangen zu sein - obwohl ich stolz sein könnte auf mich aber ich bin es einfach nicht. Das meinte ich mit meinem Selbstbild. Ich könnte wohl sonstwas für Wunderleistungen erbringen, für mich selbst wäre es nichts wert, ich hätte besser sein können, ich hätte mehr tun können...
Oft fühle ich mich, in der Hinsicht, wie eine Magersüchtige. Die wollen auch immer und immer dünner werden, hübscher werden, perfekter werden. Im Grunde ist das bei mir auch so der Fall, nur das ich glücklicherweise diese Essstörung nicht auch noch mitgenommen habe...
Zu seiner Aussage "magische, utopische Denkweise"...Hm....
Mein größtes Problem ist definitiv die Verlustangst. Die Angst meine Tochter, aber insbesondere meinen Mann zu verlieren, ist tief in mir verankert. Mein Vater starb mit Anfang 30 an Krebs, meine Mutter wurde somit mit Ende 20 Witwe und ich mit 8 Halbwaise. Durch dieses Erlebnis rutschte sie in die Alkoholsucht.
Seit Jahren bin ich davon ÜBERZEUGT, das es mir genauso ergehen wird. Das ich meinen Mann früh verlieren werde und genauso ende wie sie. Vielleicht nicht als Alkoholikerin. Aber eben so, das ich dieses Leben nicht mehr bewältigen kann, was ziemlich naheliegend wäre.
Ich bin der festen Überzeugung, das ich es nicht verdient habe, eine glückliche Ehe zu führen. Das etwas schlimmes passieren muß, weil unsere Bindung zueinander zu besonders ist und das es irgend jemanden geben wird, der uns das zerstört weil ich es nicht verdient habe und weil ich ein viel zu pessimistischer Mensch bin, anstatt jeden Tag dafür dankbar zu sein, was ich habe. Es klingt dumm aber meine Familie, meine Tochter, mein Mann sind mein Leben, sie sind in meinen Augen perfekt, auch wenn sie natürlich Ecken und Kanten haben, aber sie sind mein ganzer Lebensinhalt und der Sinn meines Daseins. Da ich mich aber selbst für den schlechtesten Menschen überhaupt halte (frag mich bitte nicht warum, ich hab nie was verbrochen, bin treu, ehrlich und im Prinzip schon okay so, wie ich bin und doch verurteile ich ALLES gnadenlos, was ich tue...), bin ich davon überzeugt, das ich früher oder später die Quittung kriegen werde und das mir all das genommen wird, was mein Leben ausmacht.
Ich hoffe, Du verstehst in etwa, was ich meine. Zu dieser und ähnlichen Aussagen meinte der Therapeut eben, dass es eine magische, utopische, völlig abwägige und dumme Denkweise wäre, die mir mein jetziges Leben sowie meine Zukunft zerstören wird (was ich ja mittlerweile selbst längst erkannt habe...). Dazu frage ich mich in Gedanken natürlich bei allem, was mein Vater wohl zu meinem Leben sagen würde. Was er von mir halten würde, was er davon halten würde, das ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen habe etc. Dazu sagte der Therapeut das ich auch lernen muss, mich von den Toten zu lösen und nicht mehr nach dem "was wäre wenn..." zu fragen, denn das bringt bekanntlich nichts denn ich werde nie diese, für mich so wichtigen, Antworten bekommen. -
Hallo,
Durch meine extreme Verlustangst, die seit heute vermutete Co-Äbhängigkeit (was ich stark anzweifele) sowie meine "magische, utopische Denkweise", laut meines Therapeuten, ergeben sich gerade ein paar Fragen für mich.
Ich war heut zum ersten Mal bei ihm, erzählte ihm einen Bruchteil meines Lebens und bin nun etwas verunsichert weil er meinte, ich solle meine Denkweise bearbeiten, negatives durch positives ersetzen, um glücklicher zu werden.
Hübscher Satz, das ist mir bereits seit Jahren klar nur hapert es an der Umsetzung denn ich bin pessimist durch und durch und kann nicht einfach so umdenken da ich nicht mal wüsste, wie ich das genau anstellen soll !
Generell wirkte er auf mich nicht allzu positiv/mitfühlend/helfend. Ich denke nicht, das er mir groß helfen kann/wird, zumindest kam es für mich so rüber. Nach dem Motto "denk um, dann wird alles gut", aber ohne weiteres zutun seinerseits.
Er war übrigens einer von 35!!! Ärzten, der mir sofort nen Termin gab, was mich schon etwas wunderte denn bei allen anderen gab es Wartezeiten von 6-12 Monaten....
Mir geht es insbesondere darum, meine Vergangenheit aufzuarbeiten, meine Verlustängste in den Griff zu kriegen und mit mir selber - mit meinem Selbstbild - ins Reine zu kommen denn diese Punkte sind ganz extrem in meinem Fall.
Nun meine Frage : Ist das ein Zeichen dafür, das es mit dem Therapeuten nicht klappen wird ? Sollte ich lieber einen anderen aufsuchen oder gar einen anderen Spezialisten für die o.g. Probleme oder ist es schon richtig, das für diese Punkte ein Psychotherapeut zuständig ist ?
Am 24.1. hätte ich ein weiteres Vorgespräch bei einer Frau, was mir irgendwie auch lieber wäre, wie ich heute festgestellt habe. Ich glaub Frauen sind da einfach gefühlvoller, tiefgründiger und suchen eher nach den Auslösern !
Bin gerade etwas verwirrt weil ich einfach etwas "mehr" erwartet hätte....Ich freue mich über eure Antwort...
LG Jessie
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Ich denke auch das Mr.Hardcore ne gute Einstellung dazu hat. In meinem Fall wäre das so niemals umzusetzen gewesen, da ich permanent Vorwürfe bekommen hätte und somit gab es für mich nur den letzten Weg - den Kontaktabbruch !
Ich wünsche Dir viel Glück, egal welchen Weg Du einschlagen wirst. -
Hey Kim,
Ich glaube, Du versuchst Dir das schön bzw einfach zu reden.
Es kommen Sätze wie "gäbe es dieses, gäbe es jenes, dann würden es viele Suchtkranke besser schaffen, vom Alkohol loszukommen". Das mag zum Teil stimmen aber es ist nunmal, wie es ist und die Angebote, die es gibt, sind vielfältig und sicher ist für jeden was dabei.
Der Betroffene könnte die tollsten Angebote bekommen. Meinetwegen eine Rund um die Uhr Betreuung zuhause. Und doch - wenn er es nicht schaffen kann, nicht schaffen will bringt auch das nichts, ihn von der Flasche fernzuhalten.
Den Kontakt abzubrechen sollte der letzte Weg sein, da hast Du recht. Und doch gibt es Alkoholkranke, denen nicht mehr zu helfen ist und wenn man dadurch ZU SEHR psychisch fertig gemacht wird, solte man Abstand nehmen. Das ist nicht einfach, das weiß ich leider nur zu gut aber es ist der einzige Weg.
Du musst für Dich entscheiden, was der richtige Weg ist und was Du ertragen kannst/ertragen willst aber ich denke es ist relativ aussichtslos, das Du Deiner Mutter helfen kannst wenn sie schon Jahrzehnte lang trinkt, das Gehirn entsprechend geschädigt ist und mittlerweile auch Probleme mit der Gesundheit auftreten.
Man sollte irgendwann die Realität so annehmen, wie sie ist anstatt nach dem "was wäre wenn..." zu fragen denn das führt bekanntlich nie zu etwas.LG J.
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Liz, was Du schreibst ist wirklich bewundernswert und ich finde es toll, wie klar Du das alles siehst und in Worte packen kannst. Deine Mutter kann froh sein, so eine Tochter zu haben die, trotz allem, zu ihr hält und probiert, zu verstehen. Ich hoffe, Du wirst nicht wieder enttäuscht !
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Hallo hilflose Tochter,
ich kann gut verstehen wie es Dir geht denn ich war in einer ähnlichen Situation wie Du. Ich kann mich Vivians Text nur anschließen denn ich sehe es genauso. Gehe auf Abstand und versuche, Deine Familie zu schützen. Als ich schwanger war dachte ich auch, wenn meine Kleine erst mal da ist wird sich meine Mutter ändern. Sie wird wieder Freude am Leben haben und versuchen, ihr Alkoholproblem in den Griff zu kriegen - um eine gute Oma zu sein. Weit gefehlt denn es wurde NOCH schlimmer als es eh schon war und als meine Kleine 6 Monate alt war, zogen wir weg (wir waren zuvor fast Nachbarn) und ich brach den Kontakt ab, weil ich dem seelisch nicht mehr gewachsen war. Auf der einen Seite meine kleine Familie, die viel Kraft gekostet hat und auf der anderen Seite meine Mutter, die mich ja schon seit Jahren psychisch fertig machte mit ihrer Sucht.
Ich kann Dir nur raten, konzentriere Dich auf Dich und Deine Familie. Lass nicht zu, das Dein Baby in irgend einer Art und Weise in die Sucht Deiner Mutter hereingezogen wird. Es ist IHR Problem und solange SIE daran nichts ändern will, solltet IHR auf Abstand gehen. -
Schlimm, was Du da erzählst
. Es klingt leider wirklich so, als ob es schon Viertel nach 12 ist und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt um sein Problem anzugehen. Es muß einfach "Klick" machen, so schnell wie möglich aber das kannst Du leider nicht erreichen. Es muß von ihm kommen und mir scheint, dass das nicht passieren wird. Kontaktabbruch ist meistens der letzte Weg, den man gehen kann denn sieht der Alkoholiker dadurch das er nun WIRKLICH alleine dasteht, könnte es sein das er/sie wirklich was ändern will. Kommt natürlich auch auf die Person an sich an. Ich habe es nach Jahren des Psychoterrors so gemachht. Mich vor 2 Jahren von meiner Mutter verabschiedet, habe ihr ihr Enkelkind "genommen" und bin aus ihrer Gegend weggezogen. Tja, geholfen hat nichts. Nun ist ihre Lieblingsaussage "ich trinke WEIL ich ja niemanden mehr habe...". Völlig absurd das ganze aber man kann nichts hilfreiches tun. Ich wünsche Dir trotzdem viel Glück. Viell. wacht Dein Vater doch noch auf, ich würde es euch wünschen !!!LG Jessie
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Also, ohne Dir zu Nahe treten zu wollen : Warum lässt Du Deine SchwiMu die Kinder beaufsichtigen, wenn sie das augenscheinlich nicht kann ? Diese Situationen, bei denen den Kindern hätte was passieren können, kamen ja nicht nur einmal vor...
Ich würde ganz schnell Abstand von der Frau nehmen und VORALLEM die Kinder nicht mit ihr alleine lassen. Das sagt einem schon der klare Menschenverstand, wenn man Deine Geschichte hier ließt. Es kam schon oft genug vor das Kinder starben weil irgendwelche Verwandten nicht aufgepasst haben, weil sie stock besoffen waren !!!!! -
Hallo Kekskrümmel,
willkommen hier
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Dir wird keiner sagen können ob Dein Vater die Kurve bekommt oder nicht, wenn Du den Kontakt abbrichst. Ich habe von Alkis gehört bei denen es schnell "Klick" gemacht hat als sie bemerkt haben, das sie das wichtigste im Leben verlieren - nämlich die eigene Familie. Bei anderen hingegen hat es nie "Klick" gemacht bis zum bitteren Ende....
Du musst für Dich und Deine Kinder entscheiden, was der bessere Weg ist.
Als meine Tochter vor 2 Jahren geboren wurde, habe ich rigoros den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Unser Verhältnis ist seit Jahren schwer gestört durch ihre Trinkerei und als ich dann selber Mama wurde, wusste ich sofort, das meine Tochter nicht dasselbe durchmachen wird wie ich es musste. Tja, bis heute hat es nicht "Klick" gemacht. Ich würde eher sagen es ist noch schlimmer geworden weil sie nun die Ausrede hat "ich hab ja niemanden mehr, also MUSS ich ja trinken..." Komischerweise war das aber auch der Fall als ich noch da war und sie sich jeden Tag Wein hinter die Binde kippte....
Du siehst, man weiß nicht wie es kommt. Du solltest herausfinden, was DU selbst möchtest. Lass Dich und Deine Familie nicht zerstören. Es ist traurig genug das viele Menschen nicht zu schätzen wissen, eine eigene Familie zu haben in der man sich umeinander sorgt.
VIEL GLÜCK !LG
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ICH persönlich denke das sie gerade mal 18 ist, oft und gerne feiern geht und ggf. mit Menschen rumhängt, die am WE gerne trinken. Also in der heutigen Zeit relativ "normal". Hat sie denn keine Arbeit ?
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Tun kann man nichts groß solange es nur Drohungen sind ! Meine Mutter droht damit seit guten 14 Jahren. Einen Versuch sich umzubringen hat sie nie gestartet. ICH denke, wenn man sich wirklich umbringen will, dann tut man das einfach. Ohne darüber zu reden. Wie der Robert Enke beispielsweise. Droht man immer und immer wieder, sind das einfach nur Hilfeschreie, die bald keiner mehr für erst nimmt und die betreffende Person sollte sich dringend Hilfe suchen.
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Ich finde die Idee auch gut, dem Lokführer einen Brief zu schreiben. Wer weiß, wie es ihm geht und wie er damit umgeht. Da könnten ihm ein paar Zeilen sicher etwas weiterhelfen.
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Auch von mir herzliches Beileid. Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit