Beiträge von Feeli

    Ja Joanne,

    Du schaffst das. Bring Euch in Sicherheit und dann leg los. Und sobald Du Dich bedroht fühlst, ruf die Polizei. Das ist das Einzige, das hilft. Mir war allein der Gedanke daran früher hochnotpeinlich, aber es war das beste, was ich in der entsprechenden Situation habe tun können.

    LG
    Feeli

    Hallo Andrea,

    Als mein XY zur LZT gefahren ist, hat er vorher bestimmt zehn Mal gesagt 'ich werde keine Therapeutenschlampe'. Nein, auch er hat nie jemanden an sich rangelassen. Nein, stimmt nicht so ganz. Ein Mal wurde er weiter verwiesen, weil die Psychologin schon mich und meine Eltern da hatte, das wurde ihr zu viel. Da war ich dabei, das kann ich bestätigenUnd ein Mal hat er sich eine ausgesucht, die wohl keine Kassenzulassung hatte und ihn deshalb nach fünf Sitzungen nicht mehr behandeln durfte (? klingt nicht ganz glaubhaft, oder?).

    Wenn ich mir eine üble Erkältung eingefangen habe, war er von meiner Husterei immer total genervt. Er lag gleich halb im Sterben, aber ich habe genervt :evil: .

    Und als er noch nicht gesoffen hatte, wollte er ständig von mir, dass ich mich krankschreiben lasse. Sowas wie bezahlter Urlaub war das für ihn. *tsst*

    Schreib nur immer schön all die Dinge, die mit ihm und Eurer Beziehung nicht gestimmt haben, auf. Mir tat das / tut das immer sehr gut.

    LG
    Feeli

    Also für mich war es so, dass mein Verstand mir gesagt hat, dass ich mich trennen muss, aber mein Herz war da ganz anderer Meinung. Nur hatte ich meinem Herzen schon zu oft nachgegeben und alles war immer schlimmer geworden, also habe ich probehalber mal meinen Kopf benutzt. Das kann sich lohnen :lol: . Ich war diese ständige Angst um mich, um ihn und was mich in der nächsten Zukunft (nämlich wenn ich nach Hause komme) oder in weiterer Zukunft (gesundheitlich, beruflich...) erwartet, einfach Leid. Und ich hatte endlich begriffen, dass ich an ihn überhaupt nicht mehr herankomme. Dass er macht, was er will und wenn ich mich auf den Kopf stelle und mit den Füßen wackele. Endlich verstand ich, dass ich mich nur auf mich verlassen kann.

    Egal ob man nun geht oder bleibt, man handelt immer gegen sich selbst, gegen Herz oder gegen Verstand. Nur war es bei mir eben so, dass sich mein Herz dann nach relativ kurzer Zeit wieder mit meinem Verstand vertragen hat und ihm endlich mal gefolgt ist, ohne ständig aufzumucken :roll: . Wenn es auch nach wie vor nicht ganz ohne Beschwerden aus der Herzgegend abläuft...

    Feeli

    Hallo Waldliebende,

    Es hat ganz schön lange gedauert, aber ich habe jetzt festgestellt, dass ich dich da abholen wollte, wo Du gar nicht stehst. Du willst einen Weg gehen, der für mich ungangbar gewesen wäre, Du willst Dich - so sehe ich das - von Deinem XY innerlich trennen, aber mit ihm zusammen wohnen bleiben und mal in aller Ruhe schauen, in welche Richtung er sich denn entwickelt. Mit dem Wissen er ist Alkoholkrank und Du co-abhängig. Vor allem nach außen soll alles beim Alten bleiben.

    Da ich es weder selbst so gemacht habe noch mir vorstellen kann, wie das ist, sehenden Auges so etwas mitzumachen, können wir beide kaum voneinander profitieren. Deshalb ziehe ich mich aus Deinem Thread zurück, was die aktive Teilnahme angeht.

    Ich glaube, Dein Weg erfordert wesentlich mehr Kraft, als meiner es getan hat. Diese wünsche ich Dir.

    Feeli

    Also, ich habe das gerade nachgelesen, übernehme aber natürlich keinerlei Gewähr für die Richtigkeit der Angaben in dem mir vorliegenden Buch und es handelt sich auch um kein Zitat. Außerdem mache ich natürlich auch keine Rechtsberatung, für die ich auch gar nicht qualifiziert bin. Ich möchte nur den einen Hinweis geben, weil das Thema mich in ähnlicher Weise betrifft:

    Man kann einen Antrag auf gerichtliche Regelung der Nutzung einer Immobilie stellen, wenn man sich nicht einigen kann. Wobei das Gesetz prinzipiell vorsieht, dass die Immobilie weiter gemeinsam genutzt wird. Es werden bei weiterhin gemeinsamer Nutzung die Räume gerichtlich aufgeteilt oder Nutzungszeiten festgelegt. Das ist jawohl die Hölle! Da denke ich persönlich aber, stellt sich für ein Gericht auch die Frage der Zumutbarkeit, ganz besonders im Zusammenhang mit Alkoholismus und den entsprechenden Auswirkungen auf alle Beteiligten, besonders die Kinder.

    LG
    Feeli

    Guten Morgen,

    Das vertrackte bei mir war, dass XY sich schon zwei Mal geändert hatte, weil ich vorübergehend ausgezogen war. Wenn das auch andere Bereiche betraf.

    Insofern hatte ich durchaus die Hoffnung, dass mein Auszug, mein Gang zum Anwalt u.s.w. ihn zu der Einsicht bringen, dass er so nicht weitermachen kann. Meine Motivationslage war so bei 50%-50% würde ich sagen. Hätte XY seine LZT durchgezogen, wäre ich bestimmt noch ein Mal für ihn da gewesen. Somit war leider - mal wieder - mein Verhalten von seinem abhängig. Deswegen waren auch meine ersten Worte beim Anwalt 'Ich muss mich leider scheiden lassen.'

    Für mich als Co ist es entscheidend, vom fremdbestimmten zum selbstbestimmten Menschen zu werden. Klar, da ich alles selbst geregelt habe, habe ich auch viel entschieden. Aber eben auf einer anderen Ebene und IMMER mit dem Motiv, zu tun, was (auch) ihm gefallen würde.

    Feeli

    Guten Morgen Antilope,

    Da schreibst Du ein paar interressante Dinge.

    Zitat

    So hätte ich vor noch 1/2 Jahr nicht schreiben können.

    Vor einem guten halben Jahr hätte ich noch nicht geglaubt, dass ich mich jemals scheiden wollen würde. Da hatte ich das alles noch gar nicht begriffen.

    Zitat

    dass Du auf mich nicht unbedingt so Co-abhängig wirkst

    Ich? Nicht Co-abhängig? Da sieht man mal wieder, wie weit Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander liegen können. Ich war vor ca. sieben oder acht Jahren schon einmal bei einer Lebensberatung. Und die Psychologin hat mir damals schon gesagt, ich sei Co. Über den Berg komme ich mir selbst schon so halbwegs vor, das stimmt. Aber meine Störung war trotzdem sehr stark. Meine schlimmste Zeit war relativ kurz, bevor ich mich hier vom passiven zum aktiven Teilnehmer gewandelt habe. Da ging es mir wirklich ganz dreckig.

    Zitat

    durch das Co-Dasein habe ich sehr viel über mich selbst gelernt

    Das kann ich nur bestätigen. So sehr, wie sich mein Denken und Fühlen in den letzten Wochen und Monaten geändert hat, habe ich mich vorher noch nie verändert, glaube ich. Und ich denke, das ist etwas, worauf man durchaus stolz sein kann. Was kann anstrengender sein, als seinen eigenen Charakter umzubauen?

    Zitat

    Wer kann Dich noch aufhalten ?

    Ein Rückfall. Und deshalb treibe ich mich auch hier rum, gehe zu meiner 'offline-SHG' :wink: und zur Therapeutin. XY schafft es nämlich immer noch, mich von innen zu berühren. Und häufiger wünschte ich mir immer noch, alles hätte nicht so weit kommen müssen. Deswegen bin ich so stark darum bemüht, wirklich zu verinnerlichen, dass ich durch ein Drehkreuz gegangen bin. Nein, eigentlich nicht ich, sondern er. Und dadurch kann man nicht zurück gehen.[/quote]

    LG
    Feeli

    Hallo Joanne,

    Das ist komisch. Meine Anwältin sagte zu mir, ich darf ihn nicht aussperren, weil das Haus auf uns beide eingetragen ist. Aber ist sozusagen erstmal die Scheidung in die Wege geleitet, ist es durchaus möglich, dass ein Richter einer der beiden Parteien das Haus zuspricht. Vor allem deshalb, weil es keinem zugemutet werden kann, die Wohnung mit einem Alkoholkranken zu teilen. Vielleicht musst Du also erst das Schreiben von Deinem Anwalt aufsetzen lassen, dass Du Dich scheiden lassen möchtest?

    Ich habe morgen meinen nächsten Termin, ich frage nochmal nach.

    Wenn dir die Information denn überhaupt etwas nützt, denn Du möchtest diesen Schritt zurzeit nicht gehen, richtig?

    Feeli

    Hallo Andrea,

    Auch da sehe ich wieder zahlreiche parallelen zu meinem XY. Und ich habe sehr oft versucht, ihn zum Reden zu bringen. Weißt Du warum? Weil er wollte, dass ich versuche, ihn zum Reden zu bringen. Dazu, mit mir auf Feste meiner Familie zu gehen, musste ich ihn schon fast zwingen.

    Es ist immer irgendwie so gewesen, als ob alles nur dazu diente, dass ich mich gedanklich - wie auch anders - mit ihm beschäftige. Aber meinst Du, er hätte auch nur ein Mal nach meinen Gefühlen und meinen etwas dunkleren Flecken in der Vergangenheit gefragt?

    Ich will da keine bösen Absichten unterstellen, ich stelle nur Fakten dar.

    Feeli

    Hallo Antilope,

    Zunächst einmal schönen Dank für die netten Worte.

    Ich selbst war jahrelang in den verqueren Gedankengängen gefangen. Habe aus Mitleid, falscher Loyalität und wegen meines riesen Dickschädels an XY und unserer Beziehung festgehalten. So bin ich eben gestrickt.

    Sehr viele meiner Gedankengänge kann ich bei anderen, die hier schreiben, wiedererkennen.

    Da ich mich selbst noch nicht als völlig 'über den Berg' betrachte und durchaus auch mal falsche Sehnsüchte aufkommen, hilft es mir, bei anderen zu schreiben. Denn wenn ich die Gedankengänge von anderen in den Kontext der Co-Abhängigkeit rücke, tue ich das auch mit meinen eigenen. Ich kann mich dann besser von außen betrachten und bin nicht mehr so in mir selbst gefangen.

    Klar freue ich mich, wenn ich andere zu anderen Denkweisen oder bestenfalls zu anderen Handlungsweisen animieren kann. Doch das wichtigste bei der Sache ist, dass ich mich mit mir selbst auseinandersetze. Damit ich nicht rückfällig werde. Wenn andere von meinem Erfahrungsschatz profitieren können und mir bestätigen, dass ich das Richtige getan habe, weil es auch ihnen durch die gleiche Handlung besser geht, dann bestärkt mich das ungemein. Wenn ich aber mal keine Lust auf dieses Forum habe, dann schaue ich einfach nicht rein.

    Daran, wie oft ich hier rumschwirre, kann man erkennen, wie sehr mein Wesen noch mit diesem Teufelskreis der Co-Abhängigkeit verbunden ist. Ich bin jedoch optimistisch, dass es schon bald immer weniger wird. Und würde ich nicht hier rumschwirren, wären meine Gedanken ja doch beim gleichen Thema. Sie würden sich aber vielleicht eher im Kreis drehen. Oder wie siehst Du das? Habe ich Dich richtig verstanden?

    Liebe Grüße

    Feeli

    Hallo Andrea,

    Mit den Liebesbekundungen verhält es sich meiner Meinung nach so wie mit den Vorträgen, dass sie jetzt trocken sind und es auch bleiben oder anderen Besserungsschwüren: XY glaubt sich selbst. Nur steckt nichts dahinter, er kann seine Versprechungen nicht umsetzen. Er glaubte also in dem Moment, in dem er es sagte, dass er liebt. Aber für den Stoff hätte er jederzeit seine Oma verkauft. Und Dich erst recht.

    Vielleicht liege ich falsch, ich weiß es nicht.

    Aber es ist doch auch total egal, oder? Es sind die Taten, auf die es ankommt, nicht die angeblichen oder tatsächlichen Gefühle. Und seine Taten sprechen jawohl für sich. Sei froh, wenn Du Dir XY aus den Schuhsohlen gekratzt hast.

    Liebe Grüße

    Feeli

    Hallo Joanne,

    Du kannst Deinen Mann auch per richterlicher Anordnung zum Auszug aus dem Haus zwingen. Klar, Du willst Dich vielleicht nicht verhalten, wie ein A... aber schau mal Deine Baustellen an:

    Zitat

    bin nur mit den Nerven total am Ende

    Zitat

    weiß das es so nicht weitergehen kann

    Zitat

    immer wieder das selbe

    Zitat

    ich gehe kaputt daran,jeder Streit macht mich schwächer

    Hey, da musst Du echt was machen. Deine Tochter leidet ja auch und Du willst ihr bestimmt ein gutes Beispiel sein, indem Du Dein Leben in die Hand nimmst und etwa daraus machst?

    LG
    Feeli[/quote]

    Hallo Waldliebende,

    Ich war mal verzweifelt. Das hat mich dazu gebracht, mich zu trennen. Verzweiflung entsteht, wenn man nicht mehr sieht, wohin man sich bewegen kann oder muss, um vorwärts zu kommen. Das habe ich glücklicher Weise hinter mir gelassen.

    Mir geht es jeden Tag besser und ich freue mich über bzw. auf mein neues Leben.

    Was ich ausdrücken wollte, ist, dass ich Trauerarbeit leiste. Das ist auch viel Denkarbeit. Und dafür bekomme ich oft Anstöße von anderen hier im Forum. Es tut gut, weil die Ratschläge alle gut gemeint sind und oft mit dem Erfahrungsschatz derjenigen gefüllt, die schon ein gutes Stück weiter auf ihrem Weg zur Zufreidenheit mit sich selbst sind.

    Feeli

    Hallo Mohn,

    Manchmal schreiben mir auch Leute hier im Forum Dinge, da fange ich gleich an, zu weinen. Das braucht nur ein einzelner Satz sein. Meist ist es eine Frage. Manchmal weiß ich in der ersten Sekunde gar nicht, warum ich anfange, zu heulen. Ich denke dann darüber nach und bin ganz erstaunt, dass da tatsächlich ein wunder Punkt bei mir ist, von dem ich vorher gar nichts wusste. Bis ich das Ganze durchdacht habe, habe ich wieder sehr viel über mich gelernt. Und wieder ein Stück verarbeitet. Mich wieder ein Stück besser kennengelernt.

    Es ist anstrengend, denn wer ist schon gerne traurig. Aber es tut auch sehr gut, wenn ich dann wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu mir vorwärts gekommen bin.

    Deshalb freue ich mich, wenn ich Dich zum Nachdenken angeregt habe. Auch wenn ich Dich dadurch erstmal traurig gemacht habe. Du darfst mich deshalb auch sehr gerne in meine Wunden pieken :wink: .

    Feeli

    Na Süße?

    So ein Mist. Weil meine Schwiegermutter genau wie die Schwester Deines XY das krankhafte System mitträgt, hat meine Therapeutin damals von mir gefordert, dass ich auch mit ihr keinen Kontakt mehr habe. Habe ich dann auch gemacht und bis heute 100% eingehalten. Da habe ich mit meinem Ex schon deutlich mehr Kontakt. Das Letztere ist nicht richtig. Ich glaube aber, es ist o.k., weil wir uns sachlich und per E-Mail unterhalten. Wird er unverschämt, antworte ich nicht. Hat er nur Blabla auf dem Herzen, antworte ich nicht. Jetzt bin ich abgeschweift. Was ich sagen wollte, ist, dass es für mich besser war, nicht nur den Kontakt zu XY abzubrechen, sondern das ganze kranke System zu verlassen.

    Seine Schwester verhält sich auch Co-abhängig. Hast Du das gemerkt? Sie wird von ihrem Bruder benutzt und manipuliert. Deshalb ruft sie bei Dir an, was sie eigentlich nicht will - sie verbiegt sich also. Schlecht behandelt hat er auch sie. Und manipuliert wird sie, sodass sie glaubt, er meint es dieses Mal ernst. Es geht aber nicht darum, ob er es ernst meint. Es geht darum, was er TUT. Hat er es denn die anderen Male durchgezogen, wenn er sich dauerhaft ändern wollte? Woraus liest man denn am besten zukünftige Entwicklungen ab? Aus den vergangenen natürlich! Wahrscheinlich glaubt er sich selbst, was er sagt. Aber sein Gehirn wurde umgebaut. Da sind ein paar Weichen falsch gestellt. Er kann sich so ohne weiteres gar nicht ändern!

    Du hast das ganz richtig gemacht, erstmal auf Zeit zu spielen. Und Dich jetzt abzulenken, halte ich auch für eine sehr gute Idee. Tu Dir was Gutes!

    Feeli

    Guten Morgen,

    Ja, Mohn, sich zu trennen ist oft auch ein (oft) sinnloser Manipulationsversuch. Ich bin hier wahrlich kein Vertrter des Singlelebens, ich war selbst noch nie alleine.

    Doch: Ich habe mich getrennt, weil ICH die Situation nicht mehr ertragen konnte. Weil ICH endlich Zuverlässigkeit und Kontinuität in meinem Leben haben wollte. Weil ICH planen können wollte. Der Anblick von XY auf der Couch, so gut wie besinnungslos (er hat dann die Augen nicht mehr richtig aufbekommen, ein Lid hing auf halber Höhe), hat sich für immer in mein Gedächtnis gebrannt. Ich will so etwas nie wieder sehen. Es geht um mich, nicht um ihn dabei!

    Dass man den Alkoholiker in seinem Verhalten unterstützt, indem man ihn versorgt, ist dabei nur der Nebeneffekt. Ich hätte es auch überhaupt gar nicht aushalten können, XY dabei zuzusehen, wie er in seinem eigenen Dreck ertrinkt. Wie er sich dermaßen zuschüttet, dass ich nicht weiß, ob er es diesmal auch wieder überlebt. Mal ganz abgesehen davon, dass er die ganze Zeit meine Knöpfe hätte drücken können, wäre ich auch nur im gleichen Haus gewesen.

    Beim Süchtigen muss der Wille zur Veränderung kommen, damit er sich von seiner Sucht löst. Wenn aber für ihn der Haushalt geschmissen, die Rechnungen bezahlt und die Arbeitgeber belogen werden, wenn der Arzt bereitwillig krankschreibt und die Verwandtschaft noch Geld zusteckt, warum sollte sich ein Alkoholkranker dann überhaupt ändern wollen?

    Und bei der Co-Abhängigkeit besteht doch die Sucht nach XY. Der Alkoholkranke muss 100% von seiner Droge weg, um die Krankheit zu stoppen. Muss dann ich als Co nicht auch komplett weg von meiner Droge? Ich kann für mich jedenfalls sagen, dass ich erst dann wieder halbwegs Luft bekam, als ich die totale Kontaktsperre hatte.

    Liebe Grüße

    Feeli

    Guten Abend Waldliebende,

    Ob jemand seinen Tiefpunkt hat, ist ganz einfach zu erkennen: Diese Person leitet sofort tiefgreifende Veränderungen ein und bleibt dabei. Wie im Tal, es geht nicht mehr tiefer oder das Niveau bleibt, es geht stattdessen nur noch aufwärts. Der Aufstieg ist beschwerlich, aber am Ende hat man einen freien Blick auf die Umgebung, den der Nebel im Tal oftmals verschleiert hat. Und doch hat man zwischendurch große Lust, sich einfach mal wieder fallen zu lassen, denn abwärts geht es ja viel bequemer. Außerdem kennt man die Landschaft da unten schon.

    Nein, Dein Mann hat seinen Tiefpunkt nicht erreicht. Und meiner Meinung nach schätzt Du seine Krankheit auch total falsch ein, wenn man sozusagen nur ein richtiges Vorbild (in dem Fall Dich und Deine neu gewonnene Unabhängigkeit) vorgesetzt bekommen muss, um zur alles entscheidenden Einsicht zu gelangen. Du kannst ihn nicht manipulieren, vergiss es.

    Ich denke außerdem, die Loslösung aus einer Beziehung, die einen nachhaltig schädigt, kann man nicht mit schulischen Lernerfolgen vergleichen. So, wie Alkoholkranke nicht ausschleichend ihre Sucht bekämpfen können, indem sie 'einfach' jeden Tag ein bisschen weniger trinken, können Co-Abhängige dies meiner Meinung nach auch nicht. Es ist ein Vabanque-Spiel: Ganz oder gar nicht.

    Andere hier sehen Dich auf dem richtigen Weg in Deinem Tempo. Das wünsche ich Dir auch. Allein, mir fehlt der Glaube (Goethe darf man schon zitieren, oder?). Letzten Endes beurteilen kannst das natürlich nur Du und Du glaubst ja anscheinend fest daran. Also: Weiter so!

    Feeli

    Hallo Joanne,

    Tut mir Leid, dass Du Kummer hast.

    Frozen Tears schreibt, die Alkoholsucht wird immer schlimmer. Das stimmt. Und auch Deine Co-Abhängigkeit wird immer schlimmer. Ich fühlte mich damals wie eine Ratte in der Falle, die verzweifelt einen Ausweg sucht. Es gab aber keinen. Bzw. nur den einen, den ich dann letzten Endes gegangen bin. Es sind Höllenqualen, die Du durchmachst. Ich weiß das noch sehr gut.

    Du stehst an einer Kreuzung. Gehst Du in die eine Richtung, weißt Du, was Du bekommst. Und was Du noch bekommen wirst, lässt sich für Dich schon sehr gut erahnen. Er hört nicht auf, weder für seinen guten Ruf, noch für seinen Job, noch für Deine Tochter, noch für Dich. So langsam wirst auch Du wohl der Meinung sein, dass Du alles versucht hast, ihn vom Alkohol wegzubringen. Gehst Du in die andere Richtung, weißt Du nicht, was auf Dich zukommt. Der Weg sieht aus Deiner aktuellen Position steiler und steiniger aus. Aber er ist keine Sackgasse.

    Ich habe mir immer eine glückliche Ehe und eine gut funktionierende Partnerschaft gewünscht. Dazu gehören aber immer zwei. Ich musste den Kampf aufgeben, aber ich bin froh, dass ich es getan habe.

    Feeli

    Hallo Hartmut,

    Na, ich bin froh, dass Du mich nochmal zum Nachdenken angeregt hast. Die Selbstreflexion hilft mir bei der Verarbeitung. Habe ein bisschen geweint, als ich geschrieben habe. Weil da immernoch Stellen sind, die mir weh tun. Je klarer mir so etwas wird und je weiter ich in mein Innerstes vordringe, das mir selbst ja total verschlossen war, desto besser. Ja, ich versuche, in der Zukunft alleine bei mir zu bleiben, wenn ich poste. Kann ich nachvollziehen, werde ich dementsprechend umsetzen.

    Hallo Doro,

    Ich sehe es eben so, dass man immer den Alkoholismus unterstützt, wenn man bleibt. Ob man das will oder nicht. Es ändert sich auch nicht unbedingt etwas im Alkoholikerverhalten, wenn man geht. Doch die Chancen steigen deutlich an. Glaube ich. Vor allen Dingen glaube ich, dass es vielen Cos durch die Trennung deutlich besser geht. Sich selbst sollte man doch am wichtigsten sein?

    Als bei mir noch nicht die Einsicht herrschte, dass ich etwas tun muss, dass es so nicht weitergeht, konnte ich keinen noch so gut gemeinten Ratschlag annehmen. Im Gegenteil, ich war sofort wieder in Verteidigungshaltung. Aber als dann der Wille da war, war es immer gut, wenn verquere Gedanken gleich von einer objektiven Meinung ins rechte Licht gesetzt wurden. Das half mir, meinen inneren Widerstand immer weiter zu brechen, mich auf mein neues Leben einzulassen.

    Wenn Du meinst, wenn Ihr meint, ich halte mich hier besser fern, tue ich das. Ich meine das jetzt ganz emotionslos. Vielleicht richte ich hier mehr Schaden an, als es Dir, liebe Waldliebende Nutzen bringt? Weil Du vielleicht (noch) gar keine Veränderung willst? Lasst es mich einfach wissen, ich werde es nicht als Kritik an meiner Person sehen.

    LG

    Feeli