Beiträge von kaltblut

    Hallo IceGirl,

    super, dass Du den Mut hast wieder zu schreiben und an Dir zu arbeiten. Klasse Buch und wer sagt denn dass Nieten was zum Schämen sind? Bei mir halten Nieten alles zusammen was nicht alleine zusammen hält, ganz schön wertvolle Dinger.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    LG Kaltblut

    Hallo Bine,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Ich möchte versuchen,so viel wie möglich richtig zu machen.Mein Verhalten evt von euch "begutachten " lassen und mir auch notfalls sagen lassen, das es keinen Zweck hat,an eine Chance zu glauben

    Wie würde es Dir denn gefallen, wenn Du die Freiheit hättest ohne fremde Anleitung, also ohne Beschlechtachtung, nur aus dem was Du Dir erlesen hast, also aus Dir selbst heraus auf Deinen rechten Weg zu finden?

    LG Kaltblut

    Hallo kwiep,

    dieser Thread hier richtet sich an die Angehörigenkerle, die sich weder ausdrücken können, noch sehen wollen oder können dass sie etwas mit sich herumschleppen, was da nicht hingehört.

    Ich danke Dir für Deine ausführlichen Schilderungen Deiner Einstellungen als Alkoholiker. Mir zeigt das wieder einmal, dass wir nach dem Loslassen des Suchtmittels überhaupt nicht so weit auseinander sind, so lange die psychischen Störungen durch Alkoholeinwirkungen noch nicht irreparabel fortgeschritten sind. Vor allem aber, verdeutlicht es mir den gravierenden Unterschied zwischen den Geschlechtern. Ich habe hier im Angehörigenbereich noch keine länger „trockene“ Frau erlebt, die auch nur annähernd so eine festgefahrene Einstellung gehabt hätte und wir haben hier ganz schön knallharte Vollkontaktweibchen.

    Vielleicht ermutigt es ja andere Kerle, Ängste und Unsicherheiten zu überwinden und sich frei zu schreiben, denn Kerle denken an der Wurzel anders.

    Kwiep, lass uns doch mal in Deinem Thread nachlesen, was Deine Trockenheit mit Psychoanalyse und Spiritualität zu tun haben könnte.

    LG Kaltblut

    Hi kwiep,

    jahrzehntelang aufgebaute emotionale Fehlentwicklungen sind ja nicht weg, nur weil ich nicht mehr trinke. Sich auf das „nicht mehr Trinken“ zu konzentrieren führt mitten in die hohe Rückfallquote. Ich kenne keinen Alkoholiker der mit der Flasche im Hirn trocken wurde, obwohl es welche geben soll.

    Erkannte Lust- und Triebbefriedigung kann niemals meine Mängel langfristig beseitigen. Krankhafter Egoismus führt genau in diese hoffnungslose Richtung. Indem ich andere Menschen benutze, wächst mein Druck, der erzeugt Scham, Schuld, Verwirrung, Druck und behindert meine Entwicklung. Nur mein spirituelles Wachstum, körperlich, geistig, geistlich und seelisch kann mich da raus führen. Sonst ist das wie Stillstand, nachdem ich die Wunderpillen einwerfe.

    LG und schönes WE Kaltblut

    Hi kwiep,

    nenne es falschsozial, anderssozial, unbekannt fehlgeleitet sozial, sozial gut aussehendes Verhalten verdeckend über die eigenen Mängel ausbreiten = sgvüdema. Sgvüdema= z. B. den Partner oder die Kinder reich zu beschenken und weiterhin emotional abzublocken, jetzt halt trocken.

    Ich bin hier in diesem Forum aufgelaufen um meiner Frau zu helfen. Mein soziales Verhalten meiner Frau gegenüber. Ich tat etwas Gutes für meine Frau. Jedem der behauptet hätte ich mache das zur Selbstbefriedigung hätte ich einen Vogel gezeigt. Wahrscheinlich hätte ich geknickt das Forum verlassen.

    Mir wurde klar, es ging auch um mich, also war ich hier für uns. Mein Sozialverhalten bezog sich also auf uns. Ich tat etwas Gutes für uns, unsere Ehe, unsere Zukunft. Jedem der behauptet hätte ich mache das zur Selbstbefriedigung hätte ich einen Vogel gezeigt.

    Später begriff ich, ihr war nicht zu helfen, da keimte das für „Uns alle“ auf. Ich tat etwas Gutes für alle, Held sein dürfen. Jedem der behauptet hätte ich mache das zur Selbstbefriedigung hätte ich einen Vogel gezeigt.

    Erst viel später wurde mir klar, mein soziales Verhalten betraf nur mich. Es war mir unbegreiflich, dass ich für mich hier sein sollte, denn ich war noch nie irgendwo nur für mich gewesen. Ich habe Geld verdient für andere und etwas abbekommen, ich war mit meiner Frau zusammen und habe mich durch sie gut gefühlt, meine Mängel emotional an ihr befriedigt. Ich kam mir dabei nicht in den Sinn.

    Vieles kommt mir heute immer noch nicht in den Sinn, aber vieles wird immer deutlicher.

    Jeder kann mit seinen Mängeln leben und es bleibt anderen ja auch nichts anderes übrig, denn sie haben ja keinen Einfluss auf andere. Je mehr ich mich um meine Mängel kümmere, je weniger erschrecken sie mich und dann darf ich mir meine Ängste und Sorgen auch ansehen ohne sie mit einer Sucht oder Fehlverhalten zu verdecken. Ängste führten bei mir zu depressiven, suizidalen Merkmalen. Damals hätte ein Flashback, z. B. auf der Autobahn zu einer spontanen Fehlentscheidung führen können. Da bin ich heute meiner Frau dankbar, durch ihre Krankheiten meine Mängel aufgedeckt zu haben.

    Für was brauchst Du denn einen Vergleich, es geht doch hier um Dich. Du wirst doch wissen was Du mit Dir rum schleppst. Es geht doch nur darum, aufkeimende auslösende Gefühle zu benennen und zwar Deine.

    Alles ist legitim, es war für mich auch mal legitim mir abends ein schönes Fläschchen Wein genussvoll einzuverleiben und voll gefressen, überarbeitet, mit Kippe im vollen stinkenden Ascher vor dem Fernseher einzupennen. Das sind die typischen Verniedlichungen und Blockungen, die gerne mit einer sozialen Handlung manipulativ getünscht werden. Ein bewusstes Schulterklopfen hat meist nur den Zweck das eigene unterentwickelte Selbstwertgefühl zu stärken, also einen eigenen Mangel kurzfristig auf Kosten anderer zu beseitigen. Eine scheinbar allmächtige Waffe um sich auf Kosten des anderen, der eh mit schwachem Selbstwert ausgestattet ist zu erheben. Jeder der wie ich damals bei jedem Korkenblub zusammenzuckte und einmal wach wurde, wird verduften, wenn er für die kranke Mängelbeseitigung anderer einstehen soll.

    Ein Kind wird z. B. vom saufenden Vater geprügelt, weil es keine Fluppen am Automaten ziehen will. Die Angst hängt auch nach Jahrzehnten noch in den Knochen. Die fehlende Vaternähe verhindert jegliche normale Nähe zu Männern. Vater macht den Mund auf = Saufdruck, Fresssucht, Spieldruck usw. , daraus entwickelt sich z. B. Herpes oder ein Hautausschlag, denn das Kind hat vielleicht unbewusst gelernt zu reagieren oder wenn es etwas Falsches isst, sich blutig gekratzt hat, hat es Schonzeit, das wiederholt sich in der Ehe und später bei den Kindern die ihr spärliches Selbstbewusstsein beim Betroffenen aufpolieren. Das geprügelte Kind ist zwischenzeitlich Doktor geworden, steht unter Dauerstress weil es andere ja vor ähnlichen Situationen bewahren muss.

    Zitat

    „Ich kann mit meinen Mängeln leben, wenn andere das nicht können oder wollen, dann ist es mir prinzipiell egal.“

    Sicher, Dir, anderen eben nicht, denn es geht ja darum nicht nur nicht zu saufen, sondern etwas zu ändern. Nicht nur sich nicht mehr für den Partner aufzuopfern, sondern etwas zu ändern. Ein Egal, ist tropfnass und tropfnass führt selten zur Veränderung, sondern zurück. Da spielt es keine Rolle ob zurück eine Flasche oder die gleiche alte Rolle in einer neuen Beziehung ist.


    LG Kaltblut

    Hallo kwiep,

    danke für Dein Post. Wäre es jemals zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen meiner Frau und mir gekommen, ist außer Frage, was mein doppeltes Gewicht hätte anstellen können, ebenso was das Anstellen dadurch mit mir gemacht hätte.

    Wie Du nachlesen kannst, war meine Konsequenz einzupacken, zu gehen, um eskalierende Umstände zu vermeiden. Es liegt in der Natur des Menschen, dass genau hier unterschiedliche Grenzen existieren, die fast alles mal Zwei beinhalten.

    Um die Grenzen zu überschreiten bedurfte es weder Verbalattacken, noch Gewalteinwirkung, sondern lediglich dem Auffinden des wunden Punktes, um in scheinbar angemessener Art im Hirn etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen.

    Wir haben gelernt unser egoistisches Verhalten mit Sozialem zu vertuschen, die einen haben sie sich weg gesoffen und die anderen weg geholfen und tollste Begründungen dafür entwickelt. Um bei mir zu bleiben: um meinen Liebesmangel zu beseitigen, habe ich mich intensiv um meine Frau gekümmert, denn von ihr bekam ich was ich brauchte und mein Selbstwert stieg. Trotzdem reichte das nicht aus und ich habe z. B. gefressen. Meine Frau hat sich darüber aufgeregt ohne zu wissen warum ich fraß. Gleichzeitig hatte sie meisterhaft gekocht und ihre Freude an meiner Mästung. Ich habe bewusst versucht die Fresserei aufzuhören, das ging so wenig wie das Trinken, das Rauchen u. a., viele verkettete Umstände, wo egoistische Motive durch Körperreaktionen und Ursachen durch Symptome und asoziales Verhalten verdeckt werden.

    Bei ASOZIAL tut es doch weh. Wenn jemand behauptet ich sei asozial tut mir das weh, je nach dem wo ich bin, bekomme ich für dieses Wort gleich eins aufs Maul. Da kann ich doppelt spüren wie weh das tut.

    Ich ging in die Schnarchklinik, weil meine Frau Angst hatte ich könnte durch ein Schlafabnorm nicht mehr aufwachen. Dass das an meiner Fettleibigkeit, am Rauchen, am Saufen, am Bewegungsmangel lag hat mir bis heute niemand gesagt. Tabletten hätte ich bis heute täglich einnehmen können die irgendetwas bewegen würden, wahrscheinlich Folgeschäden und Ängste davor, was wohl ohne Tabletten mit mir sein könnte. Alles aus einem asozialen Verhalten heraus, mit dem ich unbewusste Mängel verdeckte.

    Da frage ich doch gleich einmal, welche Mängel hast Du, was verdeckst Du, wo siehst Du asoziale Verdrängungen und hast Du eigentlich zwischenzeitlich einen eigenen Thread oder hüpfst Du immer noch durch die Gegend?

    Mann ist man meistens, wenn die Kontrolle des Hirns von einigen überflüssigen Zentimetern übernommen wird.

    LG Kaltblut

    Hallo Gerd,

    danke, dass Du den Thread ausgräbst und klasse, dass Du an Dir weiter arbeitest. „Spaßgesellschaft“, wie wäre es mit „Verschleißgesellschaft“?

    Es war mal einer hier der schrieb nach 2 Tagen: morgen schmeiß ich sie raus. Beeindruckt hat mich das schon. Weg war er, ob er damit die Probleme auch bei sich löste, wer weiß.

    Ich konnte gut den Schwanz einziehen und mich aus der Affäre ziehen. Harmoniesüchtig, die unangenehmen Gefühlsdinge des Lebens nicht ansehen, denn das war Weiberkrams. Ich lese manchmal, dass Kerle, also Männer, also das starke Geschlecht, also die, die den Schwanz einziehen weder etwas dafür können, dass es in der Partnerschaft nicht funktionierte, noch können sie darüber empfinden was denn überhaupt ihr Anteil sein könnte. Um Gefühle und die Wärme anderer Menschen aufzunehmen ist eine Geschlechtumwandlung überflüssig, ich muss es nur zulassen und die Unbehagen erzeugende Abweichung von Klischee meiner Umwelt löst sich auf. Deshalb muss ich nicht mal esoterischen Weichspüler schlucken und mir auch nicht mit dem Ohngbömmel auf die Nuss klöppen. Das passierte einfach, anders als ich es kannte. Zündkerzen wechseln und die Karre lief wieder, hier was und da was alles in Butter, ist nicht. Loslassen und Zulassen ist ein langwieriger Prozess bei dem eine revolutionäre neue Einheit entsteht.

    Neulich stieß ich auf eine interessante Zusammenstellung von Störungen, die uns dazu veranlassen „uns selbst“ und andere abzulehnen, zu missbrauchen, zu schädigen, Ärger, Aggressionen aufzubauen, zu lügen, zu betrügen, zu vergelten, Vertrauen zu zerstören und uns immer weiter bis in die Vergnomung zu verstimmen und wer sich hiervon nichts überstülpen kann, der ist wirklich unverbesserlich:

    Zu den Störungen zählen wenn wir: autoritär, tyrannisch, rechthaberisch, egoistisch, aggressiv, hemmungslos, verantwortungslos, unehrlich, unzuverlässig, geizig, neidisch, launisch, ungeduldig, überempfindlich, depressiv, voller Selbstmitleid sind, abheben, andere bevor- oder benachteiligen, benutzen, hochmütig, missionarisch, verquert, maßlos und arrogant- über das Maß hinaus sind, das wir uns und andere uns bei vollen Bewusstsein zugestehen würden.

    Partner, Kinder, Familie, Freunde, Bekannte, Mitarbeiter und Geschäftspartner reagieren darauf. Vieles davon hatte ich meiner Frau angedichtet, ich habe ihr sogar eigene Worte geschaffen, die doppelt wehtaten, weil es die es im Duden nicht gibt und sie trotzdem ins Schwarze trafen. Meine eigene Vergnomung habe ich dabei nicht gemerkt.

    Mein Lebensziel ist es mit mir, mit den Menschen, mit der Natur in Einklang zu leben. Deshalb wurde ich geboren und bekam Leben geschenkt. Geschenktes tut normalerweise nicht weh und macht auch keine Angst. Das ist eben auch nur die Verpackung und die muss erstmal weg, die muss ganz einfach weg da. Was ich aus meinem Geschenk mache liegt in meiner Hand, ob ich Mann oder Frau bin ist dabei gleich.

    Es ist kein Fehler auf die Fresse zu fliegen, so lange ich wieder aufstehe und da wo es blutet kann ich ein Pflaster draufkleben.

    LG Kaltblut

    Hi seti,

    um es noch deutlicher zu sagen:

    ich habe meine Frau nach allen Regeln der Kunst missbraucht, denn ich wusste nicht was sich hinter meinen fehlgeleiteten Gefühlen verbarg und sie mich genauso. Und das geht ganz einfach: ich glaubte das zu haben, was meiner Frau fehlte, denn ich bekam ja von ihr das was mir fehlt oder befriedige mich an ihr einfach, damit meine ich nicht sexual, sondern geistig, an ihren Worten, an ihrer Intelligenz, an ihrer Ausstrahlung, an ihrem Sein, was in meinem irr geleiteten Hirn als Erinnerung an einen fernen Mangel irgendwann unbefriedigt eingemeißelt wurde.

    Was ist denn Deine tolle gigantische Liebe? Was steht denn dahinter, dass Du Ängste entwickelst, wenn sich etwas in Deinem Leben verändert? Lieben als entweder oder? Entweder liebe ich dich oder nicht? Sicherung rein oder raus? Ja oder nein ist für Dich das Einzige an dem Du Dich festhalten kannst? Ich frage Dich das, weil es die Fragen sind die mich in den Wahnsinn trieben.

    Meine Frau hat schon gesoffen als ich sie kennen lernte, ich habe das auch nicht erkannt. Wir hatten trotzdem drei tolle Jahre bis ihr Infarkt das einleitete, was bei gesunden nicht assimilierten Menschen schon nach wenigen Monaten eintritt: sie rosten sich los.

    Was gibt es denn Schöneres, als eine vollkommen ungezwungene, losgelöste Beziehung? Eine Beziehung die sich fruchtbar entwickelt ohne den Partner zu brauchen, ohne sich zu gebrauchen. Hunde sind Gebrauchsgegenstände, die werden nach Ablauf der Nutzungsdauer auf Anweisung des Halters getötet. Hast Du irgendwelche Berechtigungen, Ansprüche, Rechte an Deiner Frau? Einen Job zu erledigen der unter Druck und Zwang gemacht wird, kann nie ein Ergebnis erzielen wie einer der mit Freude und Hingabe ausgeführt wird. Das sind Naturgesetzte, die auch auf Beziehungen zutreffen. Was verstehst Du denn unter ungezwungen, losgelöst? Der Nächste bitte? Ich hatte genau diese Wahnvorstellungen. Ich hatte meine Gedanken in meine Frau projiziert. Was hast Du denn überhaupt anzubieten, dass Dich Deine Frau mit Freude und Hingabe zwanglos zurück möchte?

    Das schlimmste Übel sind die Frauen, die sich verzweifelt an ihren Kerlen festkrallen, weil sie unfähig sind alleine auf eigenen Beinen zu stehen. Da werden die Kinder noch dressiert, dass sie sich ans andere Hosenbein hängen, bis jeder glücklich ein Holzbein in der Hand hält. Und es gibt auch einige Kerle die so sind. Ich gehörte dazu, irgendwann wurde ich so und kam da nicht mehr raus. Jeder Hund will ausbüchsen wenn er eingesperrt ist, denn er spürt was ihn blüht.

    Ich hatte mir angemaßt, alles von meiner Frau zu wissen, innen und außen, jede Zelle, jedes Haar, jede Pore, jeden Gedanken. Irgendwann passte ich zu meiner Frau, aber eben nicht so wie sie es tatsächlich brauchte und das war für mich unvorstellbar, denn für mich war sie doch perfekt und da tat ich eben alles damit das Ding in die Hose ging. Was hast Du anzubieten, dass Dich Deine Frau mit Freude und Hingabe zwanglos zurück möchte?

    Die ganze Pampe wiederholte sich als der Alkohol weg war und Folgekrankheiten auftraten und das wäre immer weiter gegangen, bis unter die Erde.

    Du kannst an Dir arbeiten, da wo es weh tut, wo es brennt, schmerzt, wo die Tränen kommen. Das macht Deine Frau in ihrer Therapie, da ist keine Zeit um Deine Hand zu halten, Deine Frau lernt zu leben. Die größte Freiheit ist losgelöst zu leben.

    Zitat von seti


    Was wäre das denn für eine Ehe, wenn einem vollkommen egal wäre was in dem anderen vor sich geht.

    Losgelöst heißt nicht egal, mit Freude und Hingabe zwanglos zusammenzufinden ist die tiefste Vereinigung die zwei Menschen finden können.

    LG Kaltblut

    Hi seti,

    was bei Dir abläuft kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir hatten auch so was wie ein Paargespräch in der Therapie, nur dass bei uns der Kamm anschwellte und alles auf Angriff und Explosion stand, eventuell auch nur bei mir. Ich wollte eine Entscheidung, weil ich genau diesen Hick Hack nicht mehr mitmachen wollte. Die habe ich dann getroffen, klare Kerlsache, zack zack, konsequent und beim ersten Windchen aus der Richtung meiner Frau kam ich vom Kurs ab und stand wieder zur Disposition als selbsternanntes Cohänneschen.

    Ich habe auf keine Warnung oder liebevoll gemeinte Hinweise gehört. Das musste wieder alles zack zack, konsequent wie Kerle sein müssen, sein. Ich hatte die Scheidung eingereicht, ich war derjenige welche, also musste ich auch alles schnell und konsequent in Ordnung bringen. Dachte ich.

    Meine Frau kam zurück, ging ohne Existenz, Job und Kapital einfach mit neuem Lebensmut in die Welt. Da konnte doch was nicht stimmen, dachte ich und mußte alles tun um meine Fehlentscheidungen weg zu machen.

    Sie war plötzlich innerhalb weniger Wochen vollkommen verändert und raste wie ein ICE an mir vorbei, da kam ich nicht mehr mit und holte mir kurze Zeit später weitere Hilfe. Wir waren immer mehr entfremdete ganz unterschiedliche Menschen. Es war uns nicht möglich, gegenseitig auf eine Stufe zu kommen, es gab da immer größere Unterschiede. Wie beim Ping Pong, flogen die Bälle hin- und her, trotzdem versuchten wird es. Es war mir nicht möglich loszulassen, damit wir uns einfach entwickeltrn, mich und meine Frau vollkommen separat zu betrachten und sich losgelöst neu zu formieren.

    Es ging dann noch ein Jahr, bis ich mich verbraucht hatte. Batterien leer, Coabsturz 249, den brauchte ich. Was alles in meiner Birne war, waren total verquerte Gedanken.

    In dem Maße wie ich mich von den kranken Gedanken an meine Frau lösen konnte, konnte sich in mir der Heilungsprozess entwickeln.

    Wann fängst Du damit an? Angehörige sind schon verquert genug, was soll Dein Schwager noch dabei? Jemand der mir heute so jämmerlich am Rock rumzupft würde ich einfach vor die Türe setzen.

    Um es anders auszudrücken: es geht Dich nichts an, was in Deiner Frau abgeht. Es geht um Dich, also kümmere Dich um Dich.

    LG Kaltblut

    Zitat von Howard

    ...werde ich nachher wieder meine Sucherei nach den Verstecken beginnen und den Verbrauch kotrollieren. Ich komm mir dabei so blöde vor, ist das normal ?

    Hallo Howard,

    nö, aber ein Teil unserer Krankheit. Überleg Dir mal, wie viel Zeit ein Abhängiger unter Umständen verplempert, um seine Einkaufsquellen regelmäßig zu wechseln, Verstecke zu entwickeln und damit sich unauffällige Auftankgelegenheiten zu verschaffen, damit er nu ja nicht auffällt und der Partner damit verbringt zu kontrollieren, weil es ihn innerlich zerreißt. Zwei Menschen die ihre Lebenszeit, oft über Jahrzehnte verplempern, als hätten sie beide Geliebte.

    Genau, kümmere Dich um Dich, dann wirst Du erleben wie sich vieles ändert. Was willst Du ihr denn erklären warum Du dort bist? Geh doch einfach, es geht sie nichts an.

    Jemand der noch nie einfaches, kaltes Wasser getrunken hat, muss erst durstig genug sein um davon genüßlich zu kosten.

    LG Kaltblut

    Hi Howard,

    hm, zwei Flaschen Wein, so grob überschlagen sind das vier Liter Bier oder 0,6 Liter Vodka, täglich.

    Eine der größten Enttäuschungen erleben immer wieder die Menschen, die ihre Partner in die Gruppen zerren und dann feststellen, dass all das Zerren so lange nichts nützt, bis derjenige von ganz alleine will. Das funktioniert oft ganz gut, wenn er sieht, wie der andere sich einfach verändert, weil er sich um sich kümmert.

    Deine Frau ist ein Stück Deinens Lebens, so wie Du ein Stück Leben Deiner Frau bist und wenn da plötzlich etwas fehlt, durcheinander kommt, ist das die beste Voraussetzung um neue Wege zu gehen.

    LG Kaltblut

    Hallo Howard,

    herzlich willkommen hier im Forum. Was und wie viel sie trinkt ist eigentlich gar nicht so wichtig, sondern wie Du und Deine Kids damit umgehen können, wie es Dich und die Jungs belastet. Gründe wird es eines Tages genauso geben wie Sand am Meer. Du wirst nie mitbekommen was wirklich getrunken wird, um den Bedarf zu decken, aber gute Coabhängige vergeuden täglich Stunden damit Geldbewegungen und Einkäufe zu kontrollieren, Flaschenstände zu kontrollieren und Verstecke zu suchen.

    Charitas, Suchthilfe, Kirche, Dein Hausarzt, alle helfen Dir weiter mit guten Anlaufstellen. Adressen realer Selbsthilfegruppen in Deiner Nähe findest Du im Netz. Hilfe findest Du hier, indem Du raus lässt, was Dich belastet und liest wie es Betroffenen ergangen ist.

    Wie Du vor gehst? Du kannst Dich um Dich und die Jungs zu kümmern, Hilfe durch Nichthilfe. Glaube mal nicht, dass aufmerksame Menschen nicht mitbekommen was im Umfeld passiert.

    LG Kaltblut

    Hallo Seti,

    noch ein herzliches Willkommen in diesem Forum. Warum sollte sie denn die Ehe aufgeben, seid Ihr so damals auseinander gegangen?

    Die ganzen Veränderungen die damals bei mir passierten, dann bei ihr, dann bei mir, usw., das waren unglaubliche Erfahrungen, damals unverständlich, heute bin ich dankbar dafür. Ich war stolz darauf meine Frau auf Händen zu tragen und nie in Gedanken bei anderen gewesen zu sein. Wie krank das in meinen Kopf alles war zeichnete sich ab, als ich sie zum Ende der Therapie besuchte. Dieser freundliche Umgang mit den anderen Betroffenen, diese Herzlichkeit, dieses Verständnis, ich hatte das nicht und sah die erstmal mit Abstand und als Konkurrenten. Da konnten auch sofort und problemlos Filmchen in meinem sanierungsbedürftigen Hirn ablaufen. Zu dem Zeitpunkt ging es mich überhaupt nichts mehr an, was meine Frau tat und machte, wir waren verbindlich getrennt. Sie hatte nie vor gehabt sich scheiden zu lassen, sie musste nur erstmal weit genug weg von mir, um zu sich selbst, zurück in ihr Leben und ihre Zukunft zu finden. Zu dem Zeitpunkt konnte ich damit nichts anfangen, ich war noch auf einem anderen Trip und hatte ihr einige Wochen vorher die Gerichtsunterlagen zur Scheidung in die Klinik schicken lassen, Finito, Ende, man muss Entscheidungen treffen, ex und hopp . Ich erhielt hier in diesem Forum, von meinem Anwalt, von Freunden guten Beistand und habe natürlich vieles ignoriert, als sie aus der Klinik kam, trocken und verändert und meine Co-Sterne fingen wieder an zu leuchten, anders, neu.

    Ich wünsche Dir viel Geduld mit Dir.

    LG Kaltblut