Beiträge von kaltblut

    Hallo Pain,

    herzlich willkommen und klase, daß Du hier schreibst.

    Du könntest noch einiges tun, über viele Jahre, es sollen auf diesem Weg schon Ehen und Kinder entstanden sein und nach 20 oder 30 Jahren wurden die alten Gedanken wieder aufgenommen.

    Du könntest auch anfangen nach Dir zu sehen, heute oder in Kürze, wenn Du so weit bist und feststellen, es gibt da noch viel mehr.

    LG Kaltblut

    Hallo Jochen,

    da hast Du klasse Ansätze für Dich gefunden. Das interessante ist doch, daß all die künstlichen Füllmittel, nicht die Löcher stopfen, die wir Jahre mit uns herumschleppen.

    Bis zum Rand abgefüllt als schweizer Käse, da schießt alles durch die Löcher wieder raus.

    Viel spaß beim Zuschmieren der Löcher, es geht und liegt in Deiner Hand.

    LG kaltbut

    Hallo Trauerkloss,

    frag einfach, es sollten Antworten kommen und einige Antworten findest Du vielleicht in den Grundsteinen.

    Ich habe mit meiner Frau geredet, wir hatten sogar einmal ein ganz tolles Gespräch, einige Stunden später hatte es sich ausgetollt. Die Änderung kam erst als ich weg war. Ich kann gut verstehen dass Du noch mit ihm zusammen lebst, eine Beziehung einfach so zu beenden, nur wegen dem bisschen Saufen ist nicht einfach, wo es doch schon so viele Jahre so war, da ist vieles taub geworden, in der Nase, auf der Zunge, im Ohr, am Auge, im Bauch und im Kopf.

    Bei mir funktioniert das langsam wieder etwas und das gebe ich nicht mehr her.

    Es liegt in Deiner Hand Gleichgesinnte zu finden und Dich über mögliche Veränderungen auszutauschen oder unverändert in seelischen oder körperlichen Schmerzen zu suhlen. Das konnte ich auch gut.

    LG und ein schönes Wochenende Kaltblut

    Hallo,

    wow schon über 6 Wochen keiner mehr zufrieden gewesen.

    Ich bin zufrieden, habe heute Dinge gemacht die ich schon lange nicht mehr gemacht habe, die Sonne scheint und ein Eichhörnchen besuchte mich am Wasserbecken im Hof.

    LG Kaltblut

    Lieber Jochen,

    wenn Dir jemand sagt: trennt Dich von dieser Frau, das Leben bietet so viele Möglichkeiten, dann wirst Du tausend Gründe finden warum das genau bei Dir nicht so ist. Du wirst tausend Antworten finden die alle neue Fragen aufwerfen und immer mehr ein kleines Bisschen mehr weh tun. Da musst Du jetzt durch, so oder so oder Du gehst, wie viele die hier landen und denkst, was Du hier liest ist von Spinnern und Verrückten geschrieben worden die anders sind als Du, dann komm bitte wieder, denn es gehört dazu immer wieder neu anzufangen, dann sägst Du halt mal Sägemehl, im Wald.

    Es geht hier um Dich, nicht darum was die Leute sagen, nur um Dich.
    So um die Zeit vor 3 Jahren, telefonierte ich nach einem schönen Wochenende in der Rehaklinik in der meine Frau wegen eines Infarktes war und sie lallte mich an ich möchte doch später nochmals anrufen, sie säßen gerade alle so vergnügt zusammen. Ich war damals außer mir, weil der Infarkt nicht zur Trockenheit führte. Ich bin nach 3 Jahren erstmals am Telefon ausgeflippt und wurde gefragt: wenn du mir nicht vertraust, dann hole mich morgen ab, ich werde die Koffer sofort packen. Ich habe die Koffer nicht abgeholt, es dauerte nochmals über 2 Jahre.

    LG und ein schönes Wochenende Kaltblut

    Hallo Jochen,

    Seite 50, wow, Du liest das alles, hm, lange her, die habe ich mal überflogen, da gibt es schon zu viele Gedächtnislücken, gut das alles hier steht. Auch heute noch kommen da starke Gefühle hoch. Die Gefühle in uns gehen ja nicht weg, nur weil man sich trennt oder ein neues Leben beginnt. Sich zu trennen ist ja kein Gedankendelete.

    Meine Gedanken sind fertig geschrieben, nur verändern sie sich während des Schreibens, während des Lesens, von morgens bis abends. Ein schönes Gefühl. Es gibt noch viel zu deleten und zu verändern. Danke, dass Du mich auf einige alte Gedanken aufmerksam gemacht hast. Als ich hierhin kam, es war nicht viel anders bei mir und ist hier nachzulesen.

    Der Waldbaumgedanke ist gut. Herzen sind unverschenkbar, ohne Deins kannst Du nicht leben, es wird immer Deins bleiben und es ist ziemlich kompliziert an anderes an dessen Stelle zu setzen.

    Vielleicht fängst Du mit der Liebe an, statt mit Bäumen. Was liebst Du an Dir?

    LG Kaltblut

    Hi Raspel-Karolin,

    gerne: inflationär, das ist ein passender Begriff, so wie Neurodermitis oder Allergie für anderes, jeder scheint sich heute zu holen was er braucht. Obwohl viele Menschen wissen was sie zu tun haben, was ihnen gut tut, was ihnen hilft, ziehen sie es vor nichts zu verändern und suchen Gründe für die Gründe der Gründe, die eventuell und vielleicht mit der Ursache verknüpft sind, aber nichts ändern. Die Änderung liegt in mir, nur in mir, nicht im Außen, nicht in Gründen, nicht bei meinen Eltern, obwohl auf sie vieles zurückzuführen ist, nicht bei meiner Frau, obwohl ich wegen ihr hier landete.

    Natürlich tut es weh, wenn ich hier ankomme, endlich Menschen treffe die mich verstehen, die wie ich fühlen, endlich meinen Frust loswerden darf, um festzustellen das weder der Alkoholkranke noch die Gründe, Symptome und Ursachen, etwas dafür können, sondern nur ich.

    Im Heute leben, heißt nicht im Müll des Gestern, nicht im vernebelten Morgen. Nicht bewerten heißt keine Gründe suchen, d. h.: jetzt grundloses Tun.

    Daran arbeite ich jetzt. Es ist richtig, dass es eine Zeit gab, wo ich nicht wusste und später nicht wahrhaben wollte, dass nur ich es bin, dem diese Erkenntnisse weh tun und nichts ändern konnte, ne, nichts ändern können wollte. Dafür durfte ich viele Ehrenrunden machen. Es gibt viele Menschen, auch hier, die es vorziehen Ehrenrunden zu drehen, einige bis in die Kiste. Dann wird ihr weites, voll gestopftes Mäntelchen über dem Sarg ausgebreitet und sie wundern sich, dass keiner den Schlabbersack tragen will.

    Als ich gestern zum Jahrescheck beim Arzt war und gleich an Rezeption saß, durfte ich an diesem wundersamen Erlebnis teilhaben, wie die Patienten reihenweise antrabten und sich wie im Discounter verhielten: verschreiben sie mir das und dieses, ich brauche was gegen und für und über, ein Päckchen Gesundheit, ein wenig gegen die Krankheit. Alles mit einer Selbstverständlichkeit- und Gelassenheit, als wäre es ein Stück angeborener Alltag.

    Ich bin nicht Co-Abhängig auf die Welt gekommen, meine Mutter hatte auch keinen Schabau in der Muttermilch, ich wurde nicht zur Kinderarbeit verpflichtet, bekam keinen Tabak ins Essen, wurde nicht gemästet oder verdörrt, lebte weder im Fernseher, noch war eine Spielkonsole(editS:Käferchen :wink: ) in meinem Bett, geschweige ein PC im Kinderwagen. Es ist mein Kopf er sich in Gedanken lullt, mein Arsch der auf einem Sessel klebt und sich nicht bewegt, mein Körper, der sich voll sabbert und vor sich hin gammelt und bereitwillig sein Hirn öffnet um sich zu müllen zu lassen. Es ist doch interessant, dass es unzählige Krankheiten gibt, eine nach der anderen oder viele zusammen, aber kein Mensch kann Gesundheiten haben. Ich trage meine Gesundheiten jetzt offen in mir. Ups, ob das jetzt Ärger gibt, vielleicht ist der Name „Gesundheiten“ ja geschützt, damit ihn keiner benutzen darf.

    In dem Maße, wie ich bei mir entmülle, weglasse, loslasse, werde ich frei für Veränderungen.

    Spediert: jetzt unbewertet grundlos leben.

    Alpenrose : hihi, mir wurde anfangs gesagt: du kannst einen Alkoholiker nicht verstehen. Ich bin Alkoholiker, dankbar dass ich das herausgefunden habe und dass ich es bin, sonst hätte ich mich nie verstehen können. Ich reiche mir, die anderen muss ich nicht mehr verstehen, zumal wir für mich abgesehen vom Feintuning und Gründe suchen gleich sind. Als Alkoholiker gibt es eine klare Linie: nicht saufen sonst tot. Bei Coabhängigen ist das oft anders: erst mehrere Tode sterben bevor es vorbei ist. Danke, dass Du mal vorbeischaust.

    Gotti : schön Dich zu lesen. Wenn ich in der SHG, hier in der Geschlossenen und Offenen oder im Leben die Menschen betrachte, dann sind die, die konsequent verändern und weglassen die, die ein zufriedenes, meist gesundes Leben führen. Thera ist gut, die Monats- oder Quartalsbesuche möchte ich nicht mehr missen, das ist eine feste Einrichtung geworden.

    @Thelma: da triffst Du einen Nagel im Kopf, Lobanshee weiß was sie sagt und es tut gut bei Euch zu lesen. Es tut gut die Normalitäten zu verschieben, denn wer will schon unnormal sein und mit Stempel rum laufen. Die Allgemeinheit legt die Normalität fest. Meine ist das nicht mehr, meine finde ich in der Natur. Da wächst jede Menge Unkraut und- das gehört dazu, ich muss es ja nicht essen, aber es hat seinen Platz im Garten, da kann ich noch so viel zupfen und sprühen und brennen und vergenen. Eigentlich bin ich Unkraut für die Gesellschaft, denn ich arbeite an meiner Gesundheit, an meinen Gesundheiten, die es so gar nicht gibt. Das ist gar nicht so schwer, genau wie Du schreibst: wir machen es so schwer.


    LG Kaltblut

    Hallo Weitsicht,

    schön, dass es Dich gibt und hier so viel kraftvolle Zeilen zusammengetragen wurden, danke. Bei Euch großen Kinderchen muss ich erstmal paar Gänge runterschalten, was bei Euch alles steht ist ja nicht so einfach zu lesen, zu verarbeiten und aufzunehmen, da lese ich gerne langsam und vieles mehrfach, da kann ich nicht einfach mal drüber zu huschen, was in einem ganzen Leben entstanden ist.

    Zurück zum Danke. Warum ich meiner Frau noch dankbar bin. Ich bin mir heute keinem belastendem, körperlichen Missbrauch bewusst, auch keinem seelischen, als Individuum wurde ich mit allen Dingen ausgestattet um zu leben, als Kind, bis heute als Kerl. Klar habe ich mal den Arsch versohlt bekommen, wurde bestraft oder sollte ins Internat abgeschoben werden, dass sehe ich nicht mehr als belastend an. Großmutter hatte die bei meinen älteren Nachkriegsgeschwistern eingesetzten Züchtigungsinstrumente schon lange entsorgt. Das was nicht stimmte wurde aufgearbeitet, hier.

    Vielleicht hätte ich schon vor 10 oder 20 Jahren auf das Forum stoßen sollen, aber das gab es ja da noch nicht und ich war noch nicht bereit dazu. Ich lebe im Paradies. Während meiner Lebenszeit gab es keinen Krieg, keine Not, keinen Zwang, keine Unterdrückung die ich nicht selbst erzeugt habe und ich durfte mich entwickeln wie ich dachte dass es gut sei für mich. Dabei lief verschiedenes falsch, körperlich, geistig, seelisch, wie bei anderen auch, trotzdem bin ich mit 50 an einem heilenden Punkt angelangt, ich für mich und ich tue mir gut, immer besser. Wenn ich heute zurückblicke, dann darf ich für mich durchaus festhalten, dass viel Sabber- und Laberzeit verging, bis ich mir selbst den Mund abputzen konnte und das Lätzchen beiseite legte.

    Wir sind 5 Kinder, mit Wurfschüben, dass wir eigentlich Einzelkinder in einer großen Familie sind. Eigentlich gut bis besser gestellte Kinder, einer sogar was mehr wert, das ist mir am Allerwertesten. Alle haben wir einen weg, fünf Cos, drei Alkoholiker und die Mehrfachsüchte kenne ich von den Geschwistern jetzt nicht alle so genau. Ich kenne kaum suchfreie Menschen, dafür aber viele die nicht wissen wie sie am Tropf der verquerten Gedanken, Mittel und Gewohnheiten hängen.

    In dem Maße wie die Muster erkennbar, die Strukturen, die Symptome und Ursachen sichtbar werden, kann ich erlernen damit umzugehen und beginnen zu leben, anders umzugehen mit mir, anders zu leben mit mir, anders mit meinem Umfeld, meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden und meinem Job, vielleicht auch mit einer Partnerin.
    Manche Menschen haben fast alles gemacht und erlebt, aber ihr Schlabberlätzchen nie abgelegt. Ich möchte noch viel mitnehmen und noch einiges weitergeben. Ich habe ja gerade erst angefangen zu lernen und mitzunehmen, ist doch klasse, mein Leben, für mich. Ich bin meiner Mutter und meinem Vater dankbar, dass sie mich gezeugt haben, ich wäre sonst nicht hier und würde mich nicht über die klasse Texte und Antworten in Deinem Thread freuen.

    Meiner Frau bleibe ich auch dankbar, denn wir wussten nicht was wir taten. Nichts was in meiner Ehe passierte geschah mit bewusster Boshaftigkeit und das was böse war, haben wir nicht anders gewusst. Es hilft mir nicht wirklich zu wissen wer Opfer und Täter ist, es ist heute nicht mehr wichtig.

    Den Rest kann ich richten oder die Natur macht es einfach so.
    Als ich hier anfing zu schreiben. Da habe ich gelegentlich mal gekotzt, gekribbelt oder überreizt den PC ausgemacht, weil ich akzeptieren musste, dass auch mit mir etwas viel nicht stimmte. Es ist besser geworden. Heute darf ich einige Muster erkennen, durchbrechen, verarbeiten, ändern, bei mir, in meiner Familie, bei meinen Geschwistern, meinen Kids, in meinem Job, bei meinen Freunden und Bekannten, ich für mich.

    Manchmal weiß ich noch nicht was ich mit den vielen neuen Eindrücken anfangen soll, wie ich reagieren und agieren soll, dabei hilft mir wieder Mutter Natur, ich bin ein Teil von ihr. Mir ist heute Augenhöhe wichtig. Als ich noch mehr mit meinen Testosteronschüben dachte, da hätte ich das nicht bedenken können. Heute geht das. Mit meiner Frau ging das nicht mehr. Dabei war es unwichtig wer auf dem hohen Ross saß. Wir haben aneinander vorbei gesehen. Manche Menschen haben mit mir jetzt Probleme, es sind ihre, nicht meine, dann gehen sie halt aus meinem Leben, denn sie gehören dann nicht dahin.

    Zitat von Weitsicht

    VERSUCHE NICHT ETWAS BEI "ANDEREN" IN ORDNUNG ZU BRINGEN, SONDERN SEI EINFACH DA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Als ich schon eine Weile hier war, konnte ich mit Egoismus nicht viel anfangen und irgendwann war auch meine Frau nicht nur egoistisch, sie hatte für mich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Für mich- und das war anmaßendes Unrecht. Heute gibt es sogar Menschen, die halten mich für egoistisch bis hin zu narzisstisch gestört, denn sie akzeptieren nicht das andere ein Recht darauf haben sich zum Anderssein zu entwickeln, hm, dabei fühle ich mich gesund und munter wie ein Karpfen im Teich. Wie auch immer, heute kann ich gut ohne andere leben, mich. Ich kann diese Menschen nicht bedauern oder belehren oder um Verständnis bitten, sie sind zu diesem Zeitpunkt eben anders und passen nicht zu mir.

    Warum ich ihr dankbar bin, hm, vielleicht hab ich etwas dazu beigetragen, dass sie trocken wurde, vielleicht haben wir in unserer gemeinsamen Zeit auch viel Mist gebaut, in dem sie mich unbewußt als absicherndes Auffangbecken für ihre verkorksten Jahre benutze und ich sie als mein Mülleimer für unbefriedigte Gefühle, wir hatten uns gesucht und gefunden. Tatsache bleibt für mich, dass die Umstrukturierung meiner Denke ohne die gemeinsam gemachten Erfahrungen nicht vorstellbar ist, also ich bin dankbar hautnah von meiner Ehefrau instinktiv darauf gestoßen worden zu sein.

    Du könntest es auch so bezeichnen: ich hab sie aus dem Mist gezogen, damit sie mich aus dem Mist holte. Heute kann ich ihr die Dinge verzeihen, die sie mir nicht angetan hat. Ich habe auch oft gehofft, dass sie mir einmal dankt oder sich entschuldigt oder an Märchen geglaubt. Heute fühle ich, dass alles dazu gehörte, dass unser unpässliches Verhalten mir half nicht rückfällig zu werden. Alles Andere hätte nur zu einem vorzeitigen Aufquellen alter unbehandelter Gefühle geführt. Heute kann ich gut damit leben, wenn andere mich für anders halten und Probleme mit mir haben, das sind jetzt deren, nicht mehr meine.

    ..und da sind meine 2 erwachsenen Jungs, zu denen auch in angespannten Situationen ein gutes Verhältnis besteht, denn ich bin da, ich muss nichts in Ordnung bringen.

    ..und gelegentlich lache ich in mich hinein, wenn ich lese: meine Co ist weg, ich bin geheilt. Ich gebe meine Co-Abhängigkeit heute nicht mehr ab, wir mögen uns, denn nur wenn wir uns vertrauensvoll im Auge behalten, verlernen wir nicht das eine vom anderen zu unterscheiden.

    LG Kaltblut

    NS: Co-Abhängigkeit, ist für mich ein missbrauchtes Wort. Der Co-Abhängige versteckt sich oft hinter dem breiten Mäntelchen seiner Abhängigkeiten und stopft sich unentwegt die Taschen mit Gründen voll.

    Hallo Karotte,

    da ich mir heute etwas wert bin, habe ich Forderungen an meine Kunden und Brötchengeber, die Prioritäten haben sich veändert und ich kann heute NEIN sagen.

    Früher hieß es: alles für den Kunden, wenn es dem Kunden gut geht, geht es mir auch gut. Das mag irgendwo auch richtig sein, nur hatte ich mich und meine Familie dabei vergessen.

    LG Kaltblut

    Hallo Jochen,

    danke, dass Du Dich an das Forum wendest und schreibst.

    Wenn Du noch etwas hier liest und die Entwicklungen verfolgst, dann haben eingefahrene Langzeitbeziehungen manchmal eine Überlebenschance, junge, vom Liebesrausch vernebelte Beziehungen halten meist nicht lange.

    Du bist erschrocken, kontrollierst, denkst ob Du es schaffst, das kann sich alles ziehen, auch einige Jahre. Ob es Dich glücklich und zufrieden macht, ob Dir eine Dreierbeziehung auf Verdacht so viel wert ist oder ob Du darauf wartest daß sich etwas bewegt und vielleicht eines Tage eine vollkommen veränderte Frau vor Dir steht liegt in Deiner Hand.

    Heilen oder helfen oder verändern kannst Du mit Liebe wenig.

    LG Kaltblut

    Hallo Karotte,

    seit ich mein Chaos gelüftet habe, geht es mir besser, denn nur geordnet und ohne dicke Haufen auf dem Schreibtisch kann ich durchblicken.

    Chaos ist für mich nicht mehr sympatisch oder kreativ, sondern lediglich unstrukturiert. Wenn ich später mal die Zeit haben werde, die ich durch Chaos in meinem Leben vertrödelt habe, werden das viele Jahrzehnte sein. Ein Teil meiner Tätigkeit ist einfacher, seit der Griff in die Ablagestapel des Lebens sortiert sind.

    Was in mir passiert, in meinem Leben, passiert auch in meinem Job.

    LG Kaltblut

    Hallo Dagmar,

    schön Dich und Deine Veränderungen immer wieder zu lesen.

    Bei dem was sich früher in meinem Kopf abspielte, war ich nicht in der Lage Feinheiten zu beachten, zu hören und auszuwerten. Da folgten gewaltige Ausschläge und dann ein wegsacken und es kam keine Ruhe ins Getrieb, ein ausgeglichenes Dahinplätchern war die Ausnahme. Heute ist das was anders und es sieht ganz gut aus, daß das auch so bleibt.

    LG Kaltblut

    Hallo Backmaus,

    und sonst kann ich Dir so beantworten: es hat etwas gedauert bis ich akzeptierte, dass die Einhaltung gewisser Regeln und Verhaltensweisen, wie z. B. die Wahrung der Anonymität, Grundlage für die erfolgreiche Bearbeitung der Krankheit ist. Hier auf diesen Seiten steht eine Menge über mich, eigentlich viel zu viel, mir hat es geholfen schneller und effektiver zu verarbeiten und anzunehmen wie es ist.

    Ansonsten bin ich ein ganz normaler Kerl, wie die Meisten. Mein ganz normaler Tag sieht so aus, dass wenn ich arbeite, bin ich mit Leib und Seele und wenn ich keine Arbeit habe, dann noch mehr. Ein Sonntag wie heute, beginnt um 6h mit 1Stunden lesen und der Klärung der einen oder anderen Frage, wie z. B. heute, warum wir Hybridsaatgut züchten, aus dem einmal erntbare Früchte mit schönem Aussehen und geringem Nährwert entstehen, die aber für die Neuaussaat nicht verwertbar sind, also Einmalabfüllwegwerfkrams, entgegen jeglicher Naturgesetzte. Der Hintergrund liegt in der Saatgutkontrolle, sonst könnte ja jeder Gartenbesitzer sich sein eigenes Zeugs in Massen anbauen, womöglich noch andere versorgen, hallo, wo gibt es denn so was. Die totale Fresskontrolle, nicht nur, dass sie mir in die Tonnen gucken, demnächst guckt auch noch einer in die Töpfe meine Fensterbank, wie die Fleischkontrolle, vielleicht gibt es auch schon die Menschkontrolle.

    Dann meist eine Stunde oder so 10-12km laufen, einer kurzen Erholungszeit am PC einem Vollwertfrühstück und einer eiskalten Bestrahlung unter der Dusche folgt Bodyschrupping.

    Beim Anziehen fiel mir die Knieverstärkung mit Cevlareinlage ein, die voriges Jahr um die Zeit, da psychosomatische Geistesverstopfungen das Knie oft weg brechen ließen. Heute habe ich dann schon mal die Lammschulter angesetzt, die braucht auf meine Art so 8-10 Stunden bei knappen 100°C im Ofen und dann bin ich gemütlich zu Mutter, Schwesterherz und Nichte gefahren, um neben einem Sonntagsschwätzchen die gestern ausprobierte exotische Fruchtmischung mit hoher Agar-Agar Standfestigkeit auszuprobieren. Da das Wetter noch nicht genau abgeklärt war, habe ich den PKW dem Krad vorgezogen und einen höchst interessanten Bericht über rheumatische Erkrankungen auf CD gelauscht. Als ich zurück war, haben meine Kleine und ich auf dem Hof mit kindlichem Spaß einen Tanz im Flugsamen gemacht. Dann sind wir was losgedüst. Nachdem die Abendessenvorbereitungen abgeschlossen waren, habe ich mir ein gutes Stündchen Sonne im wild umher fliegenden Pollen gegönnt, Frau Holle lässt grüßen, ich sehe aus wie gefedert, nicht nur der Zauber tat gut, auch dass ich dieses Jahr mitten in dem Pollen sitze und nicht darauf reagiere, dazu habe ich die fleißigen Hummeln beobachtet und das prächtige brummen verfolgt.

    Gleich bereite ich noch was vor, denn die Gäste erwartet ein üppiger lustiger Salat, eine butterweiche Lammschulter die in einem Pfund verschiedener Kräuter, Avocado, Papaya und den üblichen Gemüsezutaten gegart ist, frischen Spinat und Brenneselgemüse sowie einer Mischung aus Bulgur und Nacktgerste. Zum Abschluss zwei Scheiben der steifen Fruchtmischung mit Sahne und einer Birnbaumblüte.

    Beim Essen ist dann noch hier und da was zu klären, denn meine Genstrukturen und die meiner 1. Frau haben sich hier und dort auf die Kinder übertragen, ist ja nicht schlecht, aber so wie ich an mir arbeiten kann, können meine Jungs vielleicht schon 30 Jahre früher vollwertiger Leben. Eines ist gewiss: unseren Erbschrott haben sie bereits in den Genen, da können sie nur vorbeugen, aber an ihrem Hirnschrott, den sie von uns und der Umwelt übernommen haben, können sie etwas tun, wenn sie wissen.

    Damit so etwas ungestört aufschreiben kann, natürlich mehr als hier, nachlesen und nacharbeiten kann, wenn es nicht so rund in mir ist, bin ich auch in der geschlossenen Abteilung.

    Ach übrigens, vor 2 oder 3 Jahren, da habe ich die Kinder Sonntags schon mal immer öfter angerufen und erklärt, dass ich nicht könne, nicht mitfahren kann, erkältet bin, überarbeitet, noch zu tun habe, denn mit Restalkohol wäre ich nie auf ein Motorrad, der konnte sich damals Sonntags schon bis Mittags breit machen.

    LG Kaltblut , aus einem ganz normalen Sonntag.

    @käferchen: danke für Deine Worte

    Hallo Ihr Lieben,

    schreiben und lesen haben heilende Wirkung und helfen Veränderungen herbeizuführen, darauf kommt es an.

    Wozu ich meiner Frau dankbar bin? Ohne die Krankheit meiner Frau wäre ich nicht hier gelandet. Erfahrungen hier im Forum, dazu der Therapeut und die reale SHG haben mich erkennen lassen, was in meiner Birne alles falsch lief. Das war mein Ding, aber der Auslöser war das Erkennen der Symptome durch und mit meiner Frau und die Ursachen zu finden. Dafür bin ich ihr dankbar, für die wunderbaren schönen Jahre natürlich auch. Ich denke einmal, daß mir durch meine geänderte Lebensführung mehr Jahre geschenkt werden, als vorher mit verquertem, selbst zerstörendem Hirn.

    Klar glaube ich an die Liebe. Sie ist für mich heute etwas anderes als damals. Ich glaube an die grundlose Liebe. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich mich nochmals so abgeben werde wie damals. Wenn sich zwei Menschen auf einer Augenhöhe begegnen, glaube ich fest daran, daß sich etwas Grundloses prächtig entwickeln kann. Dabei wird mein Alter keine Rolle spielen. Das kann morgen oder mit 82 Jahren sein.

    Unsere Kinder? Der liebe Gott wollte uns kein Kind mehr schenken, das hat er gut gemacht. Meine Jungs waren glücklich wenn ich strahlte, ich strahlte ja oft. Sie lebten ja nicht mit uns, schaden werden sie nicht genommen haben. Ob sie Schaden durch mein Verhalten während ihrer Kindheit genommen haben wird sich zeigen. Die Tochter meiner Frau hat Schaden genommen, was aus ihr wird kann ich Dir nicht mehr sagen.

    Weitsicht, ich weiß nicht wer welche Gefühle von wem übernimmt, aber ich weiß, dass ich mir an meinen Hintern packen kann, ich bin für mich da. Jeder kann aus ihm unbekannten Gründen von heute auf morgen irgendetwas bekommen und hat keine Ahnung, was er dagegen tun kann. Wir sind hier als Alkoholiker und Coabhängige, das sind kleine Päckchen vom Ganzen, viele haben ganze Frachtzentren im Gepäck. Wer ist denn der Süchtige, der der offensichtlich säuft oder co ist oder der, der aufgrund jahrelanger Ernährungsverblödung Mittel zur Lebenserleichterung verschrieben bekommt und an der verschriebenen Tablette hängt?

    Da sind wir wieder beim Anfang. Ich bin meiner Frau dankbar, dass ich durch ihre Krankheit viel über die Zusammenhänge gelernt habe, die mir heute meine Leben verbessern und bestimmt verlängern werden.

    LG Kaltblut