Zitat von Weitsicht
VERSUCHE NICHT ETWAS BEI "ANDEREN" IN ORDNUNG ZU BRINGEN, SONDERN SEI EINFACH DA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diese Aussage versuche ich zu leben, besonders bei meinen mttlerweilen erwachsenen Kindern. Das ist manchmal schwer, den Mund zu halten, zumal, wenn ich erkennen kann, dass es ein Fehler ist, wie der/die andere sich, verhalten.
Ich lerne daraus auch meine eigenen Gefühle und Denken besser wahrzunehmen, was kommt da bei mir hoch, was ausgedrückt werden möchte. Was ist mein Eigenes, was ist verinnerlichtes was durch meine Erziehung hochkommt. Hier immer wieder zu unterscheiden, ist für mich unerlässlich.
Ich habe meine Werte und meine Ziele, diese sind nicht unbedingt die Ziele und Werte von anderen.
Da-Sein, Zuhören können, bis der/die andere ihre Lösung in ihrem Inneren, für ihre/seine Herausforderungen gefunden hat, ist mitmenschlicher.
Auch hier heisst es für mich, weiter zu üben.
Und doch ist es wichtig einen eigenen Standpunkt zu haben, Boden unter den Füssen zu spüren, Kinder sind was "Heiliges" und die "Schwächsten" in unserer Gesellschaft, diese gehören geschützt und geliebt, wenn ihnen Unrecht geschieht, sollte und darf ich nicht schweigen.
Wenn meine Kindheit mit einer alkoholkranken Mutter, einen Sinn gehabt haben sollte, für meine menschliche Entwicklung, dann kann ich es nur darin erkennen, dass Aufklärung für Erwachsene geschehen sollte, wie sie am liebevollsten ihre Kinder begleiten können. Sie gehen dabei nicht leer und ausgelaugt hervor, denn als Belohnung bekommen sie Kontakt zu ihrem "wahren Selbst", zurück.
Alles Liebe Weitsicht
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Hallo Weitsicht,
schön, dass es Dich gibt und hier so viel kraftvolle Zeilen zusammengetragen wurden, danke. Bei Euch großen Kinderchen muss ich erstmal paar Gänge runterschalten, was bei Euch alles steht ist ja nicht so einfach zu lesen, zu verarbeiten und aufzunehmen, da lese ich gerne langsam und vieles mehrfach, da kann ich nicht einfach mal drüber zu huschen, was in einem ganzen Leben entstanden ist.
Zurück zum Danke. Warum ich meiner Frau noch dankbar bin. Ich bin mir heute keinem belastendem, körperlichen Missbrauch bewusst, auch keinem seelischen, als Individuum wurde ich mit allen Dingen ausgestattet um zu leben, als Kind, bis heute als Kerl. Klar habe ich mal den Arsch versohlt bekommen, wurde bestraft oder sollte ins Internat abgeschoben werden, dass sehe ich nicht mehr als belastend an. Großmutter hatte die bei meinen älteren Nachkriegsgeschwistern eingesetzten Züchtigungsinstrumente schon lange entsorgt. Das was nicht stimmte wurde aufgearbeitet, hier.
Vielleicht hätte ich schon vor 10 oder 20 Jahren auf das Forum stoßen sollen, aber das gab es ja da noch nicht und ich war noch nicht bereit dazu. Ich lebe im Paradies. Während meiner Lebenszeit gab es keinen Krieg, keine Not, keinen Zwang, keine Unterdrückung die ich nicht selbst erzeugt habe und ich durfte mich entwickeln wie ich dachte dass es gut sei für mich. Dabei lief verschiedenes falsch, körperlich, geistig, seelisch, wie bei anderen auch, trotzdem bin ich mit 50 an einem heilenden Punkt angelangt, ich für mich und ich tue mir gut, immer besser. Wenn ich heute zurückblicke, dann darf ich für mich durchaus festhalten, dass viel Sabber- und Laberzeit verging, bis ich mir selbst den Mund abputzen konnte und das Lätzchen beiseite legte.
Wir sind 5 Kinder, mit Wurfschüben, dass wir eigentlich Einzelkinder in einer großen Familie sind. Eigentlich gut bis besser gestellte Kinder, einer sogar was mehr wert, das ist mir am Allerwertesten. Alle haben wir einen weg, fünf Cos, drei Alkoholiker und die Mehrfachsüchte kenne ich von den Geschwistern jetzt nicht alle so genau. Ich kenne kaum suchfreie Menschen, dafür aber viele die nicht wissen wie sie am Tropf der verquerten Gedanken, Mittel und Gewohnheiten hängen.
In dem Maße wie die Muster erkennbar, die Strukturen, die Symptome und Ursachen sichtbar werden, kann ich erlernen damit umzugehen und beginnen zu leben, anders umzugehen mit mir, anders zu leben mit mir, anders mit meinem Umfeld, meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden und meinem Job, vielleicht auch mit einer Partnerin.
Manche Menschen haben fast alles gemacht und erlebt, aber ihr Schlabberlätzchen nie abgelegt. Ich möchte noch viel mitnehmen und noch einiges weitergeben. Ich habe ja gerade erst angefangen zu lernen und mitzunehmen, ist doch klasse, mein Leben, für mich. Ich bin meiner Mutter und meinem Vater dankbar, dass sie mich gezeugt haben, ich wäre sonst nicht hier und würde mich nicht über die klasse Texte und Antworten in Deinem Thread freuen.
Meiner Frau bleibe ich auch dankbar, denn wir wussten nicht was wir taten. Nichts was in meiner Ehe passierte geschah mit bewusster Boshaftigkeit und das was böse war, haben wir nicht anders gewusst. Es hilft mir nicht wirklich zu wissen wer Opfer und Täter ist, es ist heute nicht mehr wichtig.
Den Rest kann ich richten oder die Natur macht es einfach so.
Als ich hier anfing zu schreiben. Da habe ich gelegentlich mal gekotzt, gekribbelt oder überreizt den PC ausgemacht, weil ich akzeptieren musste, dass auch mit mir etwas viel nicht stimmte. Es ist besser geworden. Heute darf ich einige Muster erkennen, durchbrechen, verarbeiten, ändern, bei mir, in meiner Familie, bei meinen Geschwistern, meinen Kids, in meinem Job, bei meinen Freunden und Bekannten, ich für mich.
Manchmal weiß ich noch nicht was ich mit den vielen neuen Eindrücken anfangen soll, wie ich reagieren und agieren soll, dabei hilft mir wieder Mutter Natur, ich bin ein Teil von ihr. Mir ist heute Augenhöhe wichtig. Als ich noch mehr mit meinen Testosteronschüben dachte, da hätte ich das nicht bedenken können. Heute geht das. Mit meiner Frau ging das nicht mehr. Dabei war es unwichtig wer auf dem hohen Ross saß. Wir haben aneinander vorbei gesehen. Manche Menschen haben mit mir jetzt Probleme, es sind ihre, nicht meine, dann gehen sie halt aus meinem Leben, denn sie gehören dann nicht dahin.
Zitat von Weitsicht
VERSUCHE NICHT ETWAS BEI "ANDEREN" IN ORDNUNG ZU BRINGEN, SONDERN SEI EINFACH DA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Als ich schon eine Weile hier war, konnte ich mit Egoismus nicht viel anfangen und irgendwann war auch meine Frau nicht nur egoistisch, sie hatte für mich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Für mich- und das war anmaßendes Unrecht. Heute gibt es sogar Menschen, die halten mich für egoistisch bis hin zu narzisstisch gestört, denn sie akzeptieren nicht das andere ein Recht darauf haben sich zum Anderssein zu entwickeln, hm, dabei fühle ich mich gesund und munter wie ein Karpfen im Teich. Wie auch immer, heute kann ich gut ohne andere leben, mich. Ich kann diese Menschen nicht bedauern oder belehren oder um Verständnis bitten, sie sind zu diesem Zeitpunkt eben anders und passen nicht zu mir.
Warum ich ihr dankbar bin, hm, vielleicht hab ich etwas dazu beigetragen, dass sie trocken wurde, vielleicht haben wir in unserer gemeinsamen Zeit auch viel Mist gebaut, in dem sie mich unbewußt als absicherndes Auffangbecken für ihre verkorksten Jahre benutze und ich sie als mein Mülleimer für unbefriedigte Gefühle, wir hatten uns gesucht und gefunden. Tatsache bleibt für mich, dass die Umstrukturierung meiner Denke ohne die gemeinsam gemachten Erfahrungen nicht vorstellbar ist, also ich bin dankbar hautnah von meiner Ehefrau instinktiv darauf gestoßen worden zu sein.
Du könntest es auch so bezeichnen: ich hab sie aus dem Mist gezogen, damit sie mich aus dem Mist holte. Heute kann ich ihr die Dinge verzeihen, die sie mir nicht angetan hat. Ich habe auch oft gehofft, dass sie mir einmal dankt oder sich entschuldigt oder an Märchen geglaubt. Heute fühle ich, dass alles dazu gehörte, dass unser unpässliches Verhalten mir half nicht rückfällig zu werden. Alles Andere hätte nur zu einem vorzeitigen Aufquellen alter unbehandelter Gefühle geführt. Heute kann ich gut damit leben, wenn andere mich für anders halten und Probleme mit mir haben, das sind jetzt deren, nicht mehr meine.
..und da sind meine 2 erwachsenen Jungs, zu denen auch in angespannten Situationen ein gutes Verhältnis besteht, denn ich bin da, ich muss nichts in Ordnung bringen.
..und gelegentlich lache ich in mich hinein, wenn ich lese: meine Co ist weg, ich bin geheilt. Ich gebe meine Co-Abhängigkeit heute nicht mehr ab, wir mögen uns, denn nur wenn wir uns vertrauensvoll im Auge behalten, verlernen wir nicht das eine vom anderen zu unterscheiden.
LG Kaltblut
NS: Co-Abhängigkeit, ist für mich ein missbrauchtes Wort. Der Co-Abhängige versteckt sich oft hinter dem breiten Mäntelchen seiner Abhängigkeiten und stopft sich unentwegt die Taschen mit Gründen voll.