Hallo Ihr Lieben,
Skeptiker werden an Exenglorifizierung, festgehaltene alte Liebe und Schönreden denken. Nun, seit ich hier aufschlug ist viel vorgefallen, trotzdem bin ich meiner Frau dankbar und das ist etwas ganz Natürliches. Ja, die bereits erwähnten Veränderungen wären vielleicht auch so gekommen, bei mir, bei ihr, nur anders, irgendwann. Ich kenne Menschen bei denen ist heute noch alles unverändert, da wird gesoffen, gefressen, geglotzt, gespielt, geschluckt, gekauft, verdrängt, gehurt, kontrolliert, funktioniert, belogen, betrogen, gearbeitet, erkrankt und was da sonst hinter den geschlossenen Türen abgeht geht mich nichts an, da ist man wer, auch als Coabhängiger, einige werden damit von uns gehen, andere vielleicht irgendwann noch wach.
Durch die „Krankheiten“ wurden bei mir Beschleuniger gezündet, Veränderungen griffen um sich wie ein loderndes Feuer und meine Bremsschirme sind oft verbrannt. Ich bin frei, suchtmittelfrei, so wie ich heute Suchtmittel definiere, erkennen kann, Gedanken demaskiere, analysiere, ansehen und auflösen kann, nicht immer, aber es gibt natürliche Warnmelder, die meine Sprinklerzentrale auf Hochtouren laufen lassen oder einfach etwas passieren lassen. Ich habe meinen Anfang gefunden und erstarre nicht mehr beim Anblick des Endes. Es wiederholt sich vieles, nur immer was anders und ich bin auf einem anderen Platz, mein Beobachter mit vertauschten Rollen.
Vieles was ich meiner Frau in meinem Kopf vorwarf, was ich nicht begreifen und nicht verstehen konnte, was mein Gleichgewicht verlagerte, meinen Geist, meine Seele und meine Gesundheit angriff ist heute verständlich, ist heute auch in mir, ein erkannter und geschätzter Teil von mir, obwohl es nur ein klitzekleiner Teil vom unbegreiflichen Ganzen ist. Andere haben damit heute ihre Probleme, aber das sind nicht mehr meine. Mit dem Vollzug der ineinander greifenden Veränderungen haben wir uns laufend selbst überschlagen und nie mehr einen parallelen Highway befahren. Wir kamen nicht mehr auf eine Augenhöhe. Hochmut, Arroganz, Blindheit, Dummheit ließen uns beide vergnomen.
Unverständliche Dinge gingen in uns ab und es bereitet mir heute noch Mühe in die Tiefe zu gehen und Narben anzusehen, es ist weder erforderlich, noch bringt es mir etwas. Dieser Teil der verschrumpelten Vergangenheit wird mich immer begleiten und ich kann Gutes daraus ziehen, heute. Ich war unfähig in meiner Ehe natürlich zu bestehen. „Ich“, denn was in meiner Frau abging, geht mich nichts an.
Einen Schlüssel des Unverständnisses fand ich erst neulich, hier im Forum, ich konnte das nie ausdrücken. Immer wenn wir diskutierten und palaverten, regte sich meine Frau auf, daß ich nicht beim Thema blieb, den Punkt nicht ausdiskutierte und mich rechtfertigend und austeilend auf etwas anderes stürzte. Ich habe nie begriffen was sie laberte, was für einen Punkt, für mich war dieser markante Punkt ihres Hirnes so klar und leuchtend verarbeitet, daß ich schon längst woanders war, dachte ich. Unbegreiflich, daß ich überhört wurde und ich nie verstand was sie genau wollte. Zwei, die sich nicht mehr verstanden. Wie hätten sich zwei unstrukturierte Hirne verstehen sollen? Wie könnten sich im Wandel befindliche strukturierte und unstrukturierte Hirne verstehen? Mehr Intelligenz oder weniger Intelligenz reichen da nicht aus um aus der Dummheit zu kommen. Verstehen geschieht auf einer anderen Ebene.
Es bringt mir etwas, wenn ich nicht an die böse Lösung unserer Beziehung denke, wenn ich an die schönen Erinnerungen denke, an daß was ich lernen durfte, was ich durch meine Frau mit Pauken und Trompeten für Veränderungen erfahren habe. Dabei denke ich nicht nur an das, was hier steht und sich bis an mein Lebensende fortschreiben läßt, sondern auch an die neuen Dinge von denen ich keine Ahnung hatte, die eine wertvolle Bereicherung meiner gesteigerten Lebensqualität sind.
Es hat lange gedauert bis ich denken konnte: „ich liebe mich“
Es hat noch länger gedauert bis ich laut sagen konnte: „ich liebe mich“
Es hat noch viel länger gedauert bis ich „ich liebe mich“ sein konnte.
Egoistisch, narzißtisch, masochistisch, sadistisch, Paranoia, Alkoholiker, sind nur einige Dinge von denen ich keine Ahnung hatte, nur vom abstoßenden gräßlichen Klang der fehlgedeuteten Bedeutung. Alles ist längst in mir, in gesundem Maße, nur, mit fehlender Balance wurde ich ein schiefer Typ. Ich maßte mir an, in einem gesunden Maß zu schreiben, für mich, über meine Frau maßte ich mir an krank und ungesund zu denken, ich, aus meiner Sicht. Ich habe als Kind, vom Schieferberg einer Müllkippe auf eine böse fette gefährliche Ratte mit einem Stück einer dünnen Schieferplatte gezielt, geworfen, sie gespalten. Das waren gräßliche Laute. Wir haben uns gräßlich verhalten und ich bin dankbar dafür, daß ich die Entfremdung erfahren durfte. Dann lese ich wieder die Frage: ob es denn hier nicht eine Beziehung gibt, die es geschafft hat. Vielleicht sind meine Frau und ich jetzt gespalten, getrennt viel zufriedener, glücklicher als zuvor. Denn das Leben geht ja weiter, das Leben und das gelebt werden hat aufgehört. Gut, du stehst da und kannst nichts dagegen tun, ansehen, hinsehen und plötzlich zerfällt alles, einfach so, vorbei.
In dem Augenblick, als bei mir etwas nicht mehr richtig zu ticken drohte, da tickte alles einfach nur anders richtig, verändert und das war gut so. Menschen haben die Begabung den Punkt unbewußt zu finden der richtig weh tut, wir haben das auch geschafft, nur nicht worauf es ankam. Nicht mit umherfliegenden Schieferplatten, Gewalt oder Wandalismus, feiner, mit Ignoranz, mit Worten, mit Körpersprache, schärfer als die neuen zehnklingigen, achtstähligen Superrasierer, mit feinen nachklingenden schneidenden auf uns gerichteten Gedanken. Ich hatte fünf Jahre Profilierungszeit, da wurde es Zeit zu gehen, sonst wären wir beide gespalten gefallen.
Wenn ich durch die Posts klicke, dann kann ich nicht glauben, daß so viel Zeit zwischen dem Entschluß mich hier anzumelden, um Hilfe zu bitten und heute liegt, daß so viel passierte und so viel ganz anders wurde, als ich es mir erhofft hatte. Irgendwann kreuzen sich alle Wege, nur anders eben. Anders werden ist nicht schlecht, anders sein ist gut. Die Muster werden sichtbar. Viele Krankheitsmuster, Syndrome und Ursachen, sie gleichen sich so.
Ich habe viel mitgenommen, von meiner Frau, sie war ein guter Coach. Manchmal habe ich für sie gedacht, übersinnliche Fähigkeiten, sagt ja schon das Wort: Übersinnlich, sich sinnlich über jemanden stellen, das kann ja nur in die Hose gehen. Denken für andere, über deren Sinn denken, wo ich meinen eigenen Sinn nicht sah. Sinnlos. Übersinnlos.
Daß die Hirnzellen solche Dinge erfassen, daß ich mit all den frei gewordenen Gedanken überhaupt umgehen kann, ist alleine schon ein Wunder.
Meine Zukunft ist ganz neu ausgerichtet. Diese Gefühl was älter zu sein, aber in einem jüngeren Körper, mit mehr Wissen läßt mich erahnen wie es wäre, mit dem Wissen einiger Jahre Zukunft im Körper eines jungen Burschen zu sein. So ähnlich fühle ich mich, minus viele Kg, aufgeräumter, schneller, flexibler, gerader, ruhiger und mit klaren Lebensbestückungen ausgestattet, nach denen ich mich 50 Jahre lang gebückt habe, nur hob ich tuend, drehend, machend immer das Falsche auf.
Da waren nur Gedanken die sich aneinanderreihten, die Veränderungen herbeiriefen, die mir heute übersinnlich und sinnvoll erscheinen. Mein Überhirn scheint sich geöffnet zu haben, was immer das ist, es war vorher blockiert, mit Suff, Co, Kippen, Fernsehen, Süßigkeiten, Fressen, Liebe, Arbeit, tun, drehen, machen, Aktionen mit Reaktionen bis zur Starre und vielem anderen Schwachsinn, sinnlosem Überschwachsinn, einfach blockierte Synapsen.
Nicht die Grundlosigkeit brachte uns zusammen, sondern Abhängigkeiten, unbekannte Süchte. Das sollte so sein. Vieles was meiner Frau widerfuhr, durfte ich später erfahren, nur etwas anders. Vieles was ich erfuhr hat oder wird sie erfahren, nur etwas anders. Die vergangenen Jahre waren unverzichtbar, ich möchte keinen Tag missen, jeder hat mich weiter gebracht, zurück zu mir.
Viele Menschen haben mich weiter gebracht, das Forum, die reale SHG, Freunde und Bekannte, Ärzte, meine Frau, meine Kids, die Familie und ich mich, da darf ich einfach immer wieder danke sagen.
Ob ich was verloren habe? Ich habe nur gewonnen. Wer will den Wert der Ehe, eine Beziehung, der Liebe, der Erfahrungen und Veränderungen bewerten, beziffern, erfassen, begreifen? Ich, für mich. Ich habe nur gewonnen, Leben gewonnen, mein Leben, mich.
Meine Frau hat mich an neue Gedanken geführt, zu Veränderungen und neuen Werten, an Kunst, an Architektur, an Literatur, an Hinterfragen, an Ordnung, an ein anderes Sauberkeitsverständnis, an höhere Ansprüche, an anderes Kochen, an Tischkultur, an neue Eßgewohnheiten, an Geschmack, an Entschleunigung, an Gefühle, an die Liebe, an das Leben, an Lebenshygiene. Auch meine Ernährungsumstellung und die nicht mehr krankheitsorientierte, sondern auf Gesundheit ausgerichtete neue Lebensführung ist auf den Kern der Veränderungen zurückführbar. Ja, ich habe gemacht, doch die Anstöße kamen von außen und durch die Krankheit. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, ungezwungen meine Geschäftsessen trocken und qualmfrei zu verbringen, an vollen Schreibtischen, Vorratsstellen, Bäckereien, Metzgereien und Klopsbuden ohne Regung vorbeizulaufen und andere einfach sein zu lassen, unbewertet sein zu lassen, heute ist das so, nicht immer, aber immer öfter.
Als ich hier ankam konnte ich mich nur durch blumenreiche Umschreibungen langsam verständlich machen, das war ein anerlebter Ausdrucksfehler. Viele Texte habe ich hier zigmal gelesen, weil es mir unmöglich war so was zu verstehen, Dummheit ist nichts Schlimmes, aber ich kann aus der Wiederholung der Wiederholung lernen. Glaubt denn wirklich irgendwer, ich hätte begreifen können das ich von dem was meine Frau in sich rein schüttete, einmal bei dem landen würde, was bei mir rauskommt? Heute weiß ich, daß auch Stuhlverstopfung ein alltägliches Krankheitsbild und Alarmzeichen zur Überprüfung meines Wohlbefindens ist und gerade Abführmittel in Tee- oder Pillenform klasse Suchtmittel sind, die generationsübergreifend durch falsche Weisheiten verbreitet werden. Nicht nur mit dem was ich in mich rein schütte, was ich esse, auch noch mit dem was aus mir rauskommt wird Kohle gemacht, richtig fette Kohle.
Die Veränderungen, schränken mich nicht ein und blockieren nicht mein Handeln, sie sind Alltag geworden, liebgewonnen, wie erlerntes Lesen und Schreiben, sie sind einfach, wie die Ergänzung einer Muttersprache, mit all ihren Einschränkungen und Warnsignalen Alltag geworden, Normalität, eingebettet in die grundlose Liebe und den Widersprüchen des Lebens an sich.
50 Jahre Fehlprogrammierung können nicht einfach deleted und umprogrammiert werden, das ist ein langer Lebensprozeß. 95, 98, 2000, ixpe, asta la vista baby, jahrzehntelanger Schrott den ich mit mir rumschleppe, wie in meinem PC, immer neu, immer up to date, die Updates, Sicherheitsfiles und Überarbeitungen kosten heute mehr Zeit und Geld als der Nutzen. Ich will diesen überforcierten, unhygienischen Lebensmüll nicht mehr in mir verwalten.
Vor so 200 Jahren meinte mal ein Frankfurter VIP, wenn er mit anderen disputiert und im Recht ist, dann weiß er nie ob er nicht schon Augenblicke später im Unrecht ist. Die Natur richtet das. Das Leben, die Natur sind viel zu schön, um an vergangenen blockierten Synapsen festzuhalten.
Manche meinen ich sei ein Radikaler, ein Unnormaler, ein Verrückter. Stimmt, ich habe radikal meine scheinbare Normalität verrückt, verändert. Im meinem Umfeld befinden sich heute mehr kranke Menschen als ich je für möglich erachtete, achtbare liebenswerte Menschen, viele sind etwas älter, so 10,20,30 Jahre, mit geänderter Lebensführung, seit so 10, 20, 30 Jahren, da ist pures Leben und innen drin, jünger als ich es bin, an diesem Jungbrunnen arbeite ich.
Ich bin mein Happyend mit dem ich mir noch lange Zeit lasse.
Lieben Gruß Kaltblut, auf einem sicheren und festen Weg, unabhängig.
Der Rest steht im Butterweichen und Steinharten, da habe ich Steine weich gekloppt und Butter hartgeschlagen, für die Harten gestreichelt. Ich bin hier nicht alleine. Viel mehr steht bei den anderen. Ich bin hier nicht alleine, alle die hier schreiben hinterlassen ein Stück ihres Lebens, jeden Tag neu, unbezahlbar, kostbar erfahren, einige zahlten mit Lebensstücken.