Hallo Ihr Lieben,
gestern ist mir in der Gruppe aufgefallen, wie gut es war das Forum zu finden, alles in mich reinzusaugen, meinen Weg zu gehen, später noch tiefer in den Eingeweiden der Geschlossenen zu versinken und in eine Gruppe zu gehen. Ich hätte vieles nicht verstanden.
Heute weiß ich, ich hätte nie erlebt wie es ist, wie sich Menschen vor meinen Augen verändern oder nicht, wie es sich anfühlt, daneben zu stehen, zuzusehen, nichts zu tun, die Machtlosigkeit zu akzeptieren. Ich hätte wahrscheinlich nie verstanden, was mit mir alles passiert. Ich freue mich darauf was noch kommt. Komische Erkenntnis, aber ein schönes Gefühl, ich bin dankbar hier zu sein und die kleinen fehllaufenden Rädchen der Familienkrankheit in mir weiter neu justieren zu dürfen.
Ich hätte mir viele der einzelnen Schritte die kamen nie zugetraut, weit von mir gewiesen, mich weder damit tiefgründig auseinandergesetzt, noch wirklich versucht den Blickwinkel zu ändern, es wäre mir nicht möglich gewesen. Ich hätte es mit Gewalt nicht erfahren können, nicht mit Druck, nur mit Gelassenheit und Zeit, ich hätte es weder verstanden noch zugelassen, es war mir neu, fremd, unbekannt, unbegreifbar, unakzeptable, unerlebt.
„Ich bin am Ar...“ was gibt es denn an so einer Situation noch Positives? (bin ich jetzt nicht mehr). Hätte mir jemand gesagt: „bleib ruhig sitzen, Dein Weg führt zum Ar.., mitten durch die Rosette und zurück, ich hätte das Fenster geöffnet, den Monitor mit Maus und Tastatur auf der PC gelegt, alles gewissenhaft aus dem Fenster fallen lassen und kopfschüttelnd den Stinkefinger gehoben. Da muß ich doch heute drüber lachen, ich bin genau da angelangt, von oben nach unten, einmal durch und jetzt auf dem Weg zurück, ganz langsam zurück. Als ich in das Forum kam, da ging es darum was meine Frau sich reinschüttete, jetzt geht es darum was bei mir rauskommt, das nenne ich Entwicklung. Andersrum hat mich lange alles was mit Alk zu tun hatte empfindlich angekotzt, ich möchte nicht wissen wie und was aus meinem Körper noch alles heraussprudelt. Das sind halt Veränderungen.
Ich muß gerade ziemlich aufpassen, wenn ich Menschen erlebe, die wie heute mit Kindern am Bistrotisch stehen, gemeinsam ein riesiges Fastfoodding reinwürgen, der Sabber rechts und links rausläuft, daß ich nicht selbst anfange im Vorbeigehen zu würgen. Das sind halt alles so merkwürdige Entwicklungen, die nichts mit Alkohol zu tun haben, nur mit der Struktur quersitzender Gedanken.
LG Kaltblut