Hallo Ihr Lieben,
back to normally, Veränderungen sind eine wundervolle Herausforderung. Ihr macht mich ganz wonnig, wickelig, meisig oder waren es Finken.
Auf meiner kurzen Tour durfte ich neulich erleben, wie schön vieles des hier Erfahrenen auch in Alltagssituationen einfließt. Geordnet und geplant eine Reise zu unternehmen ist besser als einfach drauf los. Früher habe ich selten geplant, einfach und weg. Neulich hatte ich eine gute Straßenkarte, eine etwas Größere und mancher hat sogar eigens fürs Motorrad ein Navi, dessen Halterung schon viel kostet, da ist schnell ein Batzen Cash weg. Planung ist das halbe Leben, wir kommen weniger durcheinander, wenn der Kopf aufgeräumt ist, geht vieles wie von selbst, wir haben alle Möglichkeiten uns Lebensqualitäten zu verschaffen, ob wir sie brauchen und vieles eher eine neue Unabhängigkeitseinschränkung, eine Lebensbremse ist, ist etwas anderes.
Dann kam neulich ein Gewitter, groß, stürmisch, mächtig, da hieß es einfach schnell weg, vor den großen schwarzen Wolken. und die Kartengrenzen waren weit überschritten, im Niemandsland, ohne Gewitterwolken, wir fuhren einfach, wie früher, auch schön, ungebremst.
Meine letzte für mich schlüssige Erklärung warum meine Beziehung zu Endes war, war, daß sich meine Frau nicht mehr in eine Beziehung einlassen kann, weil sie sich nicht mehr fallen lassen kann ohne wieder rückfällig zu werden. In was für einen Schwachsinn ich mich verlieren konnte, das geht mich genau genommen nichts an, ihre Sache, Hirn-Navi Off, meine Sache, zu weit über das Kartenende hinausgefahren, Normalität durch Empfangstörungen.
Gestern war ein herrlicher Tag, wie konzentrierter Jahresurlaub, der mit einer Fehleinschätzung begann: ein schnelles Auto schützt vor Wind und Wetter, ist aber gegen ein zwischen den Autos springendes Bike chancenlos. Ich gehe mit meiner Zeit zu ungenau und großzügig um, ich muß mit mehr Reserven planen. Dann war ich hinter einem LKW, einem Baumstammtransporter, einem mit Überlänge, wie ein nicht zu überholendes, stehendes Hindernis, da bin ich doch dankbar, daß ich viel Gelassenheit erfahren durfte und in solchen Augenblicken so schön langsam, frei denken kann, nicht mehr italienisch denke: den pack i oh noch und später, das es regnete.
Ich durfte fremde Menschen begrüßen, die ich schon sehr gut kannte. Ich bin dankbar zu spüren, wie Virtualität und Realität zu Bewußtsein verschmelzen. Ein schöner Tag, mit einem lieben edlen Seehundflokattirammler, er duftete gewitterbedingt, ich fand das OK, eine schöne Feststellung, wenn man sich riechen kann, kann man zusammen, er sprang, freute, sabberte und die neue, helle Autofahrerdehnbundhose erhielt keinen Fleck, nichts, wenn sich zwei verstehen und riechen können bleibt es fleckfrei. Ich habe mich erwischt, wie ich ein verdammt gutes Gefühl dabei bekam, als ich daran dachte welche Freude dieses Tier schenkt und mich gefragt, ob ich es beruflich vereinbaren könnte, mich an eine Seehundflokattirammlerin 12-15 Jahre zu binden, aber ich denke der Kerl ist clever und weiß ganz genau:
Bißchen schmusen und der Kerl schleppt mir ne Braut an, Paranoiden sind eine schöne Erfahrung. Als Kind meinten die Großen immer: das Kind hat eine blühende Phantasie, der wird mal Maler oder Musiker, wenns mich aufblüht, Pananoidenblüte, das liegt in der Familie, mein Vater hinterließ immer Duftblüten. Ich rieche den immer noch, den Seehundflokattirammler, das ist ja fast wie nach einer heißen Liebesnacht, wo man nicht weiß, duschen oder noch paar Wochen so rum laufen, ich hab doch nicht auf dem gepennt, ob er mir doch was angehängt hat?
Ich traf einen perfektionierten Spitzenkoch, mit Fähigkeiten und Parallenen. Ich habe gestaunt wir rund Parallelen werden können und sehne mich etwas nach einer Küche, ich will mal wieder ran, japanische Messer schwingen oder so. Schön zu spüren, wie trotz leerem Magen daß Genießen der angerichteten Speise im Vordergrund steht und einstiges gedankenloses Großfamilienschlingschaufeln der Vergangenheit angehört. Ein Teil der aufgeräumten Schüssel, es tut gut oft mit der Bratpfanne getroffen zu werden und die Sprünge verheilen. Ich habe einen Spiegel gesucht und sah ihn in anderer Gestalt immer vor mir, ein unglaubliches Erlebnis. Wir trafen auf ein Blitzgewitter in dem wir zu langsam waren und 12 intensive Austauschstunden verflogen im Flug, bodenständige Flugerfahrung, Lebenssicherheitstraining. Stehende Raubvögel, farbenfrohe Eichelhäher, durch Tannen huschende Miniraubtiere, Halbschatten mit Wuschelschwänzen und ein kleines Weißes, daß ich so noch nie gesehen habe. Kleines Schwarze OK, aber kleines Weißes, ich hab gesucht: eine Tannmeise. Was es alles gibt und ich dachte alle Meisen zu kennen, selbst meine.
Es ist schön offenherzige Menschen zu treffen, Gleichgewichtige, der Begriff gefällt mir, kompressionslose Gleichgewichtige, die sich auf einer Augenhöhe respektvoll annehmen zu können, sie zu verstehen, Vermißtes zu spüren, zu fühlen daß Dinge entstehen und sein können, sind, wie ich immer dachte daß sie bei mir und meiner Frau auch sein könnten. Gleich, nur anders, wie denkbar. Alles ist möglich, bei allen, wenn Zwei sich dazu entschließen dabei zu bleiben. Gleich, nur anders, ich bin dankbar für diese Erfahrung. Da kommt mir ein Gedanke: meine Frau war zu jung für mich, sie hätte 2 Jahre älter sein müssen, 2 Jahre mehr Neudenke, es kommt auf den Gedanken an der richtigen Stelle an und nicht wie das kleine Schwarze sitzt.
Mir ging nicht aus dem Kopf, daß Beziehung mit dem Auflösen der Gedankenübertragung beginnt.
Hm, da kommt mir was ins Hirn gekrabbelt, Frieden durch losgelassene Gedanken, meine, keine Chance abzuhauen, vor mir selbst zu flüchten, wenn ich gedankenlos bei mir bin.
Hi, was denkst Du gerade, ich bin gedankenlos, ach, toller Gedanke.
Die Rückfahrt, toppte nachts die Hinfahrt: nicht zu überholende Schwertransporter, erst Bäume, dann Brückenteile, suppi. Da wurde ich müde, ausgedacht und habe 3 Std. gepennt, es waren zwar nur noch 30 Minuten Fahrt, aber sicher ist sicher, wenn man kann dann soll man, was auch immer, besser als, als Sekundenpenner abtransportiert zu werden.
Die Natur regelt das alles, ich bin dankbar für diesen Tag. Konzentrierter 12 Std. Jahresurlaub, was mögen 365 konzentrierte Tage mit mir anstellen. Danke für diesen Tag, danke fürs Lesen.
LG Kaltblut