Beiträge von kaltblut

    Zitat von Mandelbaum

    Tief in meinem Inneren sehne ich mich nach einem Ort und nach Menschen, wo ich bedingungslos akzeptiert werden, wo ich keine Maske aufsetzen und mich nicht verbiegen muss. Ob es so etwas überhaupt gibt?

    Hallo Mandelbaum,

    herzlich willkommen. Klar gibt es diese Orte, diese Menschen, diesen Umgang und dieses sich nicht verbiegen müssen.

    Das findest Du hier virtuell oder in entsprechendem Umfeld, wenn Du anfängst zu suchen und beginnst Deine Gewohnheiten zu ändern.

    Einen guten Austausch und schreib doch noch etwas vor Dir.

    Lieben Gruß
    Kaltblut

    Liebe Pellebär,

    schön Dich hier wieder zu lesen. Nach Deinem Anmeldedatum bist Du ja schon fast 2 Jahre wieder hier. Nicht zu fassen wie schnell die Zeit vergangen ist.

    Ich wünsche Dir auch weiterhin einen guten Weg, viel Sinn und innere Ruhe.

    Alles Gute auf Deinem Weg, wie lesen uns.

    Lieben Gruß Karl

    Hallo MähSchaf,

    herzlich willkommen, einen guten Austausch und viele gute Erkenntnisse.

    Stell Dir vor, Du wärst 15 Jahre weiter, ein bis drei Kinder sind Dein Lebensinhalt und ein weiteres Erwachsenes wird von Dir mitgeschleppt. Zum heutigen "immer noch gut" kämen Existenzängste, Ängste um die Kinder und Deine Batterien wären etwas leerer.

    Viele Coabhängige die hier landen stecken genau da: Batterien leer, Ängste, Ratlosigkeit und nicht mehr fähig sich zu ändern.

    Die Frage ist dann nicht mehr warum er, sondern warum "ich"- nur zu der Frage kommen wir nicht mehr, weil der Kopf was anderes macht als die Abhängigkeit. Nicht trinken wollen und trotzdem trinken müssen, ist also garnicht so weit weg vom sich keine Gedanken um den anderen machen wollen und ihn trotzdem immer im Kopf zu haben. Über die Warums in einem anderen Kopf zu grübeln ist ganz schön anstrengend und führt selten zu etwas.

    Klasse, dass Du Dein eigenes Leben und gute Zukunftsaussichten hast, behalte das gut im Auge.

    LG kaltblut

    Hallo Maria,

    Zitat

    „Wie bewertest du das selbst heute? Hast du entschieden? Oder wurdest du entschieden?“.

    Es gibt keine klare Antwort. Ich sage heute: ich wurde entschieden, d. h. ich habe so lange den Freunden widerstanden, bis ich es nicht mehr habe und dann habe ich getrunken, obwohl ich es nicht wollte, aber das Glas habe ich geführt, ohne weitere Einwände.

    Zitat

    „Es geht mir um die Frage, ob ein Rückfall die vorherige Entscheidung wieder zu trinken beinhaltet.“

    Wie Hartmut schreibt: da passiert ein Verhaltensrückfall. Hartmut ging in den Biergarten und rein damit, ich ging in die Kneipe und habe irgendwann entschieden: rein damit. Also habe ich das letztendlich so entschieden. Zwei Muster, zwei unterschiedlich lange Vorgänge, gleiches Ergebnis: Rückfall.

    Welchen Anteil da mein Unterbewusstsein hatte, ob das hinter mir stand und leise flüsterte: ich auch, mach schon, komm ich nehme es dir ab- keine Ahnung. Dem geht es heute gut, ich denke, dass es solchen Müll heute nicht mehr wagen würde. So Dinge wie Speichelfluss, Glückgefühle, Erwartungshaltung und Lust gibt es nicht mehr, wenn ich Alkohol sehe oder daran denke, nur Eckel und das dürfte auch in der Natur eher so eingerichtet sein. Es wäre also natürlich, dass das Unterbewusstsein sagt: lass die Finger davon, so was kommt mir nicht rein.

    Anders kann ich das nicht beschreiben, ein klares Ja oder Nein habe ich nicht.

    LG Karl

    Hallo Maria,

    da ich ja nun fifty fifty bin, schreibe ich trotzdem mal, denn halb gibt es ja nicht. Was für einen Rückfall sprichst Du denn an? Einen Bewussten oder einen Unbewussten?

    A/Februar von sieben Jahren vertraute ich auf einer Abschlussfeier nach stundenlanger Gegenwehr den unterstützenden Aussagen von "besten" Freunden (die wussten das eben nicht besser), dass ich kein Alkoholiker sei und solle mir das beweisen indem ich trinke und dann feststellen würde, dass nichts passiert. Ich habe den Freunden also irgendwann bewusst vertraut. Ich war der Auslöser > fehlleiten lassen, Umfeld nicht geändert, abgestürzt, ja, ich war bewusst schuld, das hätte ich vermeiden können. Glaube, Hoffnung, Fehldeutung, Vertrauen, abgeben an andere, kann zu einem Rückfall führen.

    Kapitulation, Vertrauen, Abgeben an eine höhere Macht, was immer das ist, Glaube, Hoffnung, so bin ich aus dem Durcheinander raus gekommen, trocken geworden, klar geworden, getrennt, geschieden, gesund geworden. Wie Du liest, fast genau mit dem, was mich in den Rückfall führte.

    Ich bin jetzt über 7 Jahre trocken und behaupte nach wie vor aus voller Überzeugung „nie mehr“. Jetzt hier und heute kann ich das behaupten, sagen, denken, leben. Was macht das für einen Unterschied, mir dauernd ins Hirn zu langen und mir mit Eventualitäten den Tag zu versauen, davon werde ich depressiv, bissig und böse, also krank. Bissig, böse und krank sein wollen wir doch nicht wirklich.

    Natürlich trinke ich Alkohol, wenn ich in der Wüste bin, verdurste und nichts anderes mein Überleben sichern kann, ich greife dann nach allem. Jetzt, hier und heute, reduziert auf den kleinsten Nenner meiner 24 trockenen Stunden, kommt mir kein Gift in den Körper, nicht so lange ich irgend einen bewussten Einfluss darauf habe.

    Einen unbewussten Rückfall habe ich noch nicht erlebt. Ich bin aber unbewusst, recht einfach, ohne viel dafür zu tun zu tun trocken geworden, durch Kapitulation und Abgabe an eine höhere Macht, ohne jetzt genau zu erklären was das für mich ist.

    Nun ist das, was mir bewusst in meinem Hirn präsentiert wird, also meine greifbaren Gedanken, also dass, womit ich mir einbilde auf ewig trocken zu bleiben nur der kleinste Teil dessen, was da oben produziert und abgewickelt wird. Der größte Teil geht ja für die Steuerung meines Organismus drauf, also all das, was durch das Unterbewusstsein gesteuert wird. Ich schaue auf den Monitor, schreibe, denke, mache und das alles ist unbedeutender Kleinkram für mein Hirn, das hat viel wichtigere Aufgaben. Das steuert z. B. die Produktion meiner Nachfahrenherstellung, für die Matthias schon mal Tütchen verteilt, die Bereitstellung von Magensäften oder wann was wieder aus meinem Körper abgeführt werden soll, sagt wie viele Millionen Zellen gefüttert und repariert werden sollen, wann Organe abgestellt werden müssen und und und. Es ist einfach so, dass ich darauf keinen Einfluss habe. Das macht eine höhere Macht, das macht mein Organismus, das macht sonst was und wenn da irgendwas Unbewusstes sagt: sauf, dann saufe ich, egal wie viele Grundsteine ich mit mir rumschleppe, egal wie viele Schritte ich erklettert habe und egal, was ich davon halte.

    Nur jetzt ist das nicht so weit, jetzt kann ich alles Erdenkbare dafür tun anders zu handeln, Prävention zu betreiben, dafür sorgen, dass aus 60Minuten, 24h, ein Jahr oder Jahrzehnte werden. Die paar Prozent meines Bewusstseins können das.

    Praktisch lässt sich das ganz einfach mit dem hin- und her in einer Beziehung vergleichen. Wenn Du verhütest, beugst Du einer ungewollten Schwangerschaft vor, Tütchen von Matthias drüber, alles ist gut. Geht was daneben, an einem fruchtbaren Tag, dann könnte neun Monate später was ungewolltes Kleines draus werden, dumm gelaufen. Einfluss hast Du auf Kerle, Timing, Tütchen, Abtreibung, Erziehung, aber „Null“ auf das was in Deinem Körper passiert. Welches clevere Kerlchen in Dein Ei schlüpft kannst Du Dir weder erträumen, noch meditieren, noch sonst wie beeinflussen, das passiert einfach, egal wie doof, intelligent, reich oder arm Du bist. Wenn Du in anderen Kulturkreisen unterwegs wärst, z. B. in Indien, könnte es Dir passieren, dass Du keinen Einfluss auf die Kerle hast, zudem erschlagen oder aufgehängt wirst. Prävention geht also ziemlich weit, im Kloster zu landen wäre u. U. auch eine Lösung. Es ist nichts Schlimmes genau dort einen Mönch zu treffen, solange ich wollen kann. Manchmal kommt mir das was ich lese vor als wäre ich in einem Kloster, nur das Leben, das ist da draußen.

    Da draußen gibt es dieses „nicht mehr wollen können“, ein Teil der Krankheit. Der Organismus ist so nicht lebensfähig, einfach krank, also wird die höhere Macht, was auch immer das für uns ist, alles daran setzen zu reparieren was zu reparieren ist oder Ärzte und wenn nicht, dann gehen eben die Lichter aus.

    LG Karl

    Hallo Nys,

    was macht der Body, tut sich was? Wieso Fett meiden? Fett macht nicht fett.

    Meine Erfahrung ist, dass sobald alles Unnatürliche nicht mehr in den Körper wandert, also z. B. Industrienahrung, Zucker, Getränke, Industriebrot, fällt das Gewicht. Kommen ausreichend Bewegung an der fischen Luft dazu, purzeln die Pfunde, nach paar Jahren geht langsam wieder nach oben. Das liegt dann oft an der Gewohnheit, am Stress, am fehlenden Schlaf, also so ähnlich wie "nur trinken alleine reicht nicht", kennste ja so Sprüche.

    Wenn das alles passt und die Pfunde trotzdem stagnieren, könnte es ja auch an was ganz anderem liegen, z. B. an Stoffwechselstörungen. Fehlende Insulinproduktion, mangelhafte Insulinverwertung, Hormonverschiebungen und ähnlich gelagerte Störungen lassen sich mit Erbsenzählerei nicht beheben, da sind ganz andere profesionelle Eingriffe erforderlich. Die meisten Menschen nehmen durch Stresssituationen, so wie in einer kranken Beziehung zu. Bei einigen ist es aber genau andersrum, wissenschaftlich gibt es noch keine belegte Erklärung dafür.

    Übrigens, Kalorienzählerei ist eine lustige Beschäftigungstherapie für Menschen, die sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigen wollen. Kalorien geben Brennwerte an, aber nichts über deren Verwertung, also wie ich die verarbeite und wie viele ich überhaupt brauche. Dafür ist eine umfangreiche Bestandsaufnahme erforderlich, die bringt mehr als Kalorien zu zählen.

    BMI ist auch so was, festgelegt als Spielball durch die Industrie. Knochengewicht, Gliedergrößen, Körperproportionen sind genauso unberücksichtigt wie Organe oder Muskelaufbau. Da die Menschen unterschiedlich sind, lassen sie sich auch nicht in ein Schema pressen. Also ebenso etwas, um sich an Nebensächlichkeiten festzuhalten.

    Was sind eigentlich ein, zwei Kilo mehr oder weniger? In der zweiten Zyklushälfte wird automatisch Wasser für einen bestimmten Zweck bei Euch eingelagert oder wenn ich was salziges Esse, nimmt mein Körper einen Wasserausgleich vor oder wenn es kälter wird, wird mehr Energie gebraucht, da schreit manch ein Körper nach Power = Aufgewicht. Nun reagiere ich blöderweise auf bestimmte Pollen, d. h., da kann ich mit rheumaähnlichen Vergiftungserscheinungen reagieren, Atembeschwerden, geschwollenen Gelenken und habe schnell zwei Liter mehr Wasser im Körper. Das zieht sich dann von März bis August. Wenn ich auf Geschäftsreisen unterwegs bin, können unkontrolliertes Verhalten, Kaffee, Getränke, zwischendurch Geknabbers und Essverhalten ähnliches auslösen. Wenn ich nach Kalorien und BMI gehe, gehe ich spätestens jetzt an die Decke. Kaloriendurchschnittsverbrauchswerte und BMI bedenken auch nicht meine Hirnleistung. 60% meiner Energie wandert dort hin, egal was da für Müll produziert wird. Je nach Körperarbeit gibt es theoretische Verbrauchswerte, für Hirnleistung nicht. 60%sind ja auch unbedeutend.

    Nun bewege ich mich ja auch auf ein neues wechselhaftes Alter zu, d. h., ich bekomme mehr weibliche Hormone und der Fettgehalt im Gewebe steigt, bei Euch ist es umgedreht, klasse, wenn dann so was Überflussiges wie BMI und Kalorien mein Leben bestimmen und ich anfange Ergänzungsmittel oder Medikamente einzuwerfen, die das Durcheinander verschlimmern.

    Der Knaller aber ist, das ein gutes Übergewicht nicht schadet, sondern nur Vorteile gegenüber Hungerhacken hat. Wenn es erforderlich ist, z. B. im Falle hoher Beanspruchung, bei Infekten, Viren, Krankheit, Unfall, also Fällen, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten, sind zusätzliche Reserven wichtig und verlängern das Lebensalter. Die, die älter werden, haben meist länger mehr auf den Rippen.

    Ich darf zum Glück selbst entscheiden, womit ich meine Zeit verplempere, ob in meine Gesundheit oder in das was mir eingeredet wird und die Industrie ist da sehr erfinderisch.

    LG und alles Gute auf Deinem Pfundsweg Karl

    Hallo Manni,

    schön, dass Du den Mut hast hier zu schreiben. Weißt Du, was mir in den vergangenen 8 Jahren noch nie passiert ist? Dass irgendwer gesagt hätte: nein Danke, ich bin Alkoholiker und da trifft Dein Beispiel zur Inkontinenz sehr treffend.

    Da ist wohl wieder mal der Wunsch der Vater des Gedanken.

    LG und gute 24h Karl

    Liebe Nys,

    genau, je mehr wir uns mit dem auseinandersetzen, was scheinbar bei anderen hinter etwas steckt, begeben wir uns immer weiter weg von der Realität und öffnen wenn und aber Scheune und Tor.

    Es ist nicht was Du daraus machst, dachtest was evtl. und überhaupt vielleicht konkret gemeint war, es ist meist viel unbedeutender, nur das was da steht, das führt am Wenigsten zu Fehleinschätzungen und Rattenschwänzen von Gedanken, die nirgendwo hingehören, sondern die eigene Persönlichkeit, die des Partners, der Kinder, Freunde, Kollegen und aller sonstigen Beteiligten falsch programmieren. Zigmal verstärkt wir es dann noch durch das eigene Unverständnis.

    Nimm mal Saufen und nicht saufen wollen, da baut sich was auf, was meist auf andere abgeleitet wird oder Co sein, also unfähig sein, sein eigenes selbstbestimmtes Leben zu leben. Da baut sich was auf, was meist auf andere abgeleitet wird.

    Das kannst Du jetzt von der Liebe, über die Depression fortführen bis zum Stuhlgangproblem. Statt die Ernährung und liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern, fällt es oft leichter einfach mal was zu denken, was gar nicht existiert.

    Davon unabhängig finde ich es gut, dass Du darüber schreibst und uns daran teilhaben läßt, dass es auch ein Leben nach dem Irrenhaus gibt, in dem wir uns alle mal befunden haben.

    LG und fleißig Stämme aus dem Wald holen, der nächste Winter kommt bestimmt Kaltblut

    Zitat

    Bei mir ist es dadurch im späteren Leben zu Beziehungen gekommen in denen ich nicht als Ganzes geliebt = nicht ganz geliebt wurde. Ich wurde nur in Teilen angenommen und die anderen Teile habe ich dann einfach abgespalten und vergraben, --- bis sie mit aller Wucht zurück kamen.

    Liebe Nys,

    die Sucht des unerfüllten Suchens lässt die Menschen die tollsten Gedanken zurechtzimmern.

    Du hast also im Kopf des Partners festgestellt, dass er Dich nur in Teilen liebt und dann hast Du die Teile, die er nicht geliebt hat einfach in die Tonne geklopft und jetzt ist die Tonne aufgegangen und hat sich sozusagen als Hirnrecycling mit aller Wucht über Dich ergossen?

    Vielleicht bleiben es ja auch nur Hormone, die Dich zur Marionette Deines Denkens machen.

    LG Kaltblut

    Hallo Olli,

    genau und wie Hartmut schreibt, ergeben sich auch Freundschaften und Beziehungen in diesem Forum. Ich habe hier viele Menschen persönlich kennengelernt und Freundschaften geschlossen und meine Frau hätte ich ohne das Forum nicht kennengelernt, ich wäre nicht nach Bayern umgesiedelt und hätte vielleicht nie erfahren, dass eine Beziehung auch ganz anders sein kann.

    Richtig, es kommt es immer darauf an, was man draus macht. Ab den Augenblick, wo sich krankes Verhalten auflöst und wir sind ja nun mal hier, weil etwas nicht stimmt, wo sich die Prioritäten in ein reales Leben zurückbewegen, erledigen sich bestimmte Abläufe von selbst.

    Übrigens: zu zweit sind meine Frau und ich die kleinste reale SHG. Ich wache lieber neben ihr Frau auf, als neben dem Monitor, sie fühlt sich einfach besser an.

    LG Karl

    Hallo Olli,

    für mich sind beide SHG klasse Ergänzungen auf meinem Weg. Ich möchte weder das eine, noch das andere missen.

    Hier im Forum habe ich einen riesigen Fundus von Informationen, kann von überall auf der Welt und zu jeder Zeit in meiner Sprache darauf zugreifen und bekomme Feedback oder kann mir das wann immer nachlesen. Ich finde das klasse und mir ist nichts Vergleichbares bekannt. Die Qualität an Lebenserfahrung, hier in diesem Forum ist sehr hoch.

    Es bleibt aber virtuell, nicht greifbar. Das Leben spielt sich draußen ab, Praxis gibt es nicht am Monitor. Draußen da kann ich mich nicht hinter dem Monitor in meinen Wänden verstecken, auf off gehen, da ist alles was uns von Technik und Maschinen unterscheidet und ich hoffe dass wir noch lange nicht assimiliert werden. Ich möchte kein Metall drücken oder den Gelassenheitsspruch in einen Monitor sprechen. Der Kontakt unter den Menschen ist mir sehr wichtig. Fehlender Sozialkontakt führt in die Depression, zu einem der Krankheitsauslöser. Auf Dauerforumieren folgen Entfremdung und da ich bin ganz froh, dass ich von dieser Suchtverlagerung Abstand gewinnen konnte. Also alles in Maßen.


    Zuhören und reden sind nicht gleich lesen und schreiben.
    Deshalb finde ich beide SHG-Varianten sehr wichtig.

    LG Karl

    Hallo weinender Engel,

    mir schrieb mal jemand: das geht Dich nichts an!
    Ich war tagelang sauer, was für eine Frechheit.

    Du bist hier richtig und kannst ewig suchen. Wenn es Dir hilft, aber zum Lachen wird Dich das nicht bringen. Dafür bist Du doch hier und nicht um Dich an irgendwelchem Müll in anderleuts Hirn festzubeißen.

    LG Kaltblut

    Hallo Olli,

    „wollen“ ist für mich einer der Hauptgründe, warum Menschen rückfällig werden. Denk mal an die, die in Gedanken „ich will nicht“ auf der Zunge haben und das Glas zum Mund führen. Der Ansatz, dass „wollen“ oder „Willensstärke“ etwas bewirken passt nicht.

    Was wir im Bewusstsein empfinden, mit unseren Gedanken denken, ist ja nur ein ganz kleiner Teil unserer Abläufe und Informationen, die im Hirn verarbeitet werden. Ich bin z. B. nicht in der Lage meinen Zellen zu befehlen, was ja „wollen“ ist, teilt euch normal und hört auf euch unkontrolliert zu teilen. Das wäre ja dann so was, Krebs ade. Zellen sind von der Natur aus nicht krank programmiert, das machen wir selbst. Der Einfluss, hier bei uns das saufen wollen oder am Partner festhalten, kommt also immer durch die Lebensumstände, also durch das was ich anstelle bzw. durch das was von außen auf mich einwirkt.

    Eine Therapie ist immer eine begleitende Maßnahme zur Beschleunigung des Heilungsprozesses, z. B. durch Fachleute, hier durch das Forum, durch Gruppen, durch Freunde, Telefonate, Austausch und zu Verhaltensänderung führt, also etwas, was zusätzlich den kleinen Bewusstseinsbereich erweitert.

    Was passiert denn wenn ich am Tiefpunkt angelangt bin, entscheide da raus zu wollen und gegen meinen Organismus ankämpfe, nicht mehr trinken will? Ein hoher Prozentsatz wird rückfällig.

    In meinem Freundeskreis heißt es abgeben an eine höhere Macht oder einfach nachzumachen was andere erfolgreich vorleben oder einem Therapeuten zu vertrauen, sich also abzugeben in Unbekanntes, loszulassen und zu ändern. Es fällt mir heute immer noch schwer zu akzeptieren, dass meine Zellen nicht krank geboren wurden und nicht dafür da sind krank zu werden, sondern einfach nur natürlich gesund funktionieren wollen und dass ich der Einzige bin, der da Unordnung rein gebracht hat. Ich komme gelegentlich nur klar, wenn ich mich instinktiv präpariere oder therapiere und in meinem Hirn rum fummele.

    Vielleicht wäre da auch frühzeitiger etwas mit wegsperren, fixieren, Gewalt, mit Medikamenten, die einige gerne hätten, Hirnamputation, Dauerbehandlung und Therapie von außen möglich gewesen, wenn es den Heilungsprozess von innen, aus meinem Organismus heraus, aus mir selbst gefördert hätte.

    Für mich ist heute alles gut und eine Therapie eine sinnvolle Ergänzung auf die ich nicht verzichten möchte. Mich haben aber auch andere Schritte weiter gebracht, als die paar Gedanken, die ich aus den Vormittagen, die für den Therapeutenbesuch drauf gingen, mitnahm. Da waren aus zwei Stunden SHG ein, zwei Sätze an denen ich oft Wochen gearbeitet habe oder Themen hier im Forum, die in meinem Kopf waren oder nur ein Satz, der mir beim Morgenlauf noch in der Birne war, wenn ich am Frühstückstisch saß. Praktisch, also so auf Knopfdruck, hier und jetzt ist davon wenig abrufbar. Wenn ich die Lebenszeit in Finanzen umrechne, dann ist für das was durch mein Hirn irgendwo geflossen ist, wo es gut angelegt ist, wo ich aber selten spontan bewusst drauf zugreifen kann, eine Menge Knete drauf gegangen. Das ist mir heute viel wert, also quasi was Sinnvolles was nicht da ist.

    LG Karl

    Hallo Karl,

    Respekt vor Deiner Entwicklung und Deinen Erkenntnissen. Die Zeit wird Dich noch oft hin- und herwerfen, mit vielen Fragen ohne Schirm im Regen stehen lassen. Co-Abhängig sein bedeutet die Unfähigkeit sein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit jedem cm freien Raum entfernst Du Dich von dieser Situation und bekommst Klarheit zum Denken und Ändern.

    Es ist ein gewöhnlicher Vorgang, dass sich die Krankheiten auf Nebenschauplätzen verlagern, denn die Ursachen sind ja nicht behoben, die sind ja nicht weg, nicht aus dem Kopf, vor allem nicht bei allen Beteiligten, nur weil sich etwas bei einem ändert, da bieten sich Kinder, Verwandte, Freunde, Kollegen, Schlammschlachten oder neue Krankheitsbilder gerade zu an. Ziel kann es deshalb nur sein, mit den Auslösern klar zu kommen.

    Du, als nächster Beteiligter kannst am Wenigsten bewirken. Mir wurde damals geraten einfach da zu sein. Ich war dazu nicht fähig und habe das Leiden einfach noch paar Jahre in die Länge gezogen.

    Übrigens bekam meine Exfrau damals nach einem mehrmonatigen Kontaktverbot beaufsichtigtes Besuchsrecht, dass zudem vom Vater meist vereitelt wurde. Damals wusste ich nicht, dass das Gericht nur zum Wohle des Kindes entschieden hatte und sah nur diesen mit allen Tricks arbeitenden Kindsvater und die immer mehr absaufende Frau, die mit jedem Anwaltsbrief immer neue handfeste Argumente zum Trinken bekam. Für mich waren das akzeptable Argumente, drei weitere Jahre.

    Natürlich ist das nicht einfach so an dem Kind vorbeigegangen. Auch nicht, wenn es dann später zu Besuch war, wo die Mutter heimlich trank und dachte dem Kind etwas vormachen zu können. Heute kann ich sagen: für das Kind war der vorübergehende Bruch das Beste. Soweit konnte ich damals aber nicht denken, meine Verlustängste waren viel zu groß, die Gedanken noch zu verquirlt und die Abhängigkeiten... na ja.

    LG Karl

    Hallo Slowly,

    das ist ja interessant, dass Du den alten File aus dem Keller holst. Der hat ja fast fünf Jahre da unten gelegen und damals war ich noch einige Male in freudiger Hoffnung gewesen, dass alles wieder gut wird, was es ja auch wurde, nur anders, als ich damals dachte, dass es gut für wäre. Ich habe beim Nachlesen oft den Kopf geschüttelt, denn nach zwei Jahren Rumgehampels landete ich hier:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ic3884-552.html

    Im Post vom 16.7. 2008, nach stetem SHG-Besuch, zig Therapeutensitzungen und hin und her, da ging es ja erst richtig los in mir, also ich mit mir. Das Butterweiche endete nochmals ein Jahr später 2009 und das ist fünf Jahre her.

    Ob ich nun besonders langsam, begriffsstutzig, hinterfragend, widerspenstig, oberflächlig oder einfach nur blind oder dumm war ist nicht mehr wichtig, ich bin sieben Jahre trocken und noch einiges andere hat sich geändert.

    Ich habe vor vier Jahren eine neue Frau gefunden. Das hat sich übrigens hier im Forum so ergeben (wir sind unsere kleine Selbsthilfegruppe, denn dazu bedarf es nur zwei Menschen), drei fertige Kinder dazu geschenkt bekommen und bin nach Bayern gezogen. Wir haben auch unsere "kleinen" Höhen und Tiefen, aber so eine auslaugende Achterbahnbahnfahrt, immer kurz davor in den Wind zu kotzen und aus der Kurve zu fliegen wie damals, sowas haben wir beide nicht mehr erlebt. Das führte gelegentlich dazu, dass wir daran zweifelten, ob es denn ohne Beziehungsstress, ohne diese Hormonausschüttungen und ohne diesen Rattenschwanz an Müll richtig sein kann.

    Es scheint nicht immer die Sonne, aber es liegt in unserer Hand, ob wir Müll produzieren und unsere ganze Energie ins Müll hin- und her Schieben, in der Beseitigung des Mülls und dessen Folgemüll stecken oder nicht. Da heißt es in so einem Leben schon mal tiefer zu graben, Unkraut zu zupfen, umzugraben, neue Muttererde drauf zu verteilen und einfach zu akzeptieren, dass es anders ist, als wir es kennen.

    Anders sein funktioniert und eines Tages haben sich tausende wenn und aber in Luft aufgelöst- und das fühlt sich dann wieder so an, als wäre es nie anders gewesen.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Zitat von Beno

    Zu viele Forer berichten doch, dass die Alkoholiker so gerissen sind und sich auf neue Umstände immer wieder einstellen um ja weiter (heimlich?) trinken zu können. Um das einschätzen zu können, frage ich derweilen auch immer nach Eurer Meinung!

    Hallo Beno,

    heimlich, alles ist denkbar. Was wäre denn, wenn sie morgen nicht mehr trinkt, ist dann alles OK?

    Ich habe damals aufgehört zu trinken und das ging nur mit einem trockenen Umfeld, also bin ich ausgezogen. Drei Monate später stand meine Frau auf der Matte und wollte trocken werden, es dauerte noch was. Damals hatten wir das Agrement in meiner Bude kein Alkohol. Ich wußte sie musste, kalter Entzug nicht in meiner Bude, also wegsehen und das hat sie gerne angenommen, geruchsneutrale harte Sachen wurden mit Säften gemischt und sie hat gedacht, der bekommt das nicht mit. Als Angehöriger brauchst du nichts zu riechen, der Zustand sagt alles. Der Selbstbetrug hat mich ziemlich abdriften lassen, aber sechs Monate nachdem ich ausgezogen war, war sie dann trocken.

    Jede Änderung bringt Änderung und wir hatten es nochmals versucht.

    LG Karl

    Lieber Beno,

    "Schließlich nimmt sie meine Sorgen und Ängste nicht Ernst".

    Richtig, es ist Deins, nicht das ihre.

    "Nächste Woche werde ich einen Arzttermin vereinbaren und wir schauen dann,..."

    Wonach schaust Du dann? Du schaust für sie? Es bleibt ihr Ding nicht Deins.

    Das ist einer Gründe, warum wir Co's nicht trocken werden, weil wir mein und dein nicht trennen können.

    LG Karl

    Zitat

    Ein Geschwür, ein faules Bein wird abgeschnitten. Deine Frau ist gerade sehr faul, Du noch nicht.

    Zitat

    Naja, Karl, nun ist ein Mensch nicht einfach eine eiternde Beule, die man sich aus dem Fleisch schneiden lässt. Am liebsten noch unter Vollnarkose und alles ist gut.....

    Liebe Honeymaker,

    um Benos File nicht zu zerfleddern hier einmal eine Anmerkung:

    jeder der sich hier offenbart und schreibt, steckt irgendwie in der gleichen Situation. Er ist gelähmt Entscheidungen zu treffen, zweifelt und nicht in der Lage sein gesundes, selbstbestimmtes Leben zu führen, sonst wäre er nicht in diese Situation gekommen.

    Das führt zwangsläufig dazu Dinge zu verschönern, wegzusehen, zu übersehen, zu verharmlosen, bis die Spirale nicht mehr tiefer gehen kann. Es wäre unnormal, wenn das anders wäre, denn dann könnte er ja einfach damit aufhören, aber das geht nicht, so wie der Alkoholiker nicht einfach aufhören kann zu trinken.

    Als Folge ist er eben ein Mensch und keine eiternde Beule, die man einfach herausschneidet. Er verlängert das Leiden Partners unnötig, sein eigenes Leiden genauso, belastet das Umfeld, die Allgemeinheit stärker als erforderlich und stopft die Kinder mit Müll zu, die das Jahrzehnte mit sich rumschleppen dürfen. Das alles nur, weil Gefühle, Liebe, Hormone, Ängste uns unfähig machen klar zu sehen.

    Hast Du mal darüber nachgedacht, was es kostet, wenn ein Alkoholabhängiger seine Arbeiten nicht ausführen kann, krank ist, in Entzug geht, in Therapie geht, wenn Langzeitschäden behoben werden müssen, wenn der Partner ausfällt, behandelt wird, in Therapie geht, wenn Langzeitschäden behoben werden müssen, wenn sich die Kinder ungesund entwickeln, behandelt werden müssen, um dann auch wieder Langzeitschäden behandeln zu lassen? Daran hat der „abhängige“ Partner seinen Anteil.

    Alles weil es sehr weh tut den Partner mit einer Eiterbeule, mit einem faulenden Bein zu vergleichen. Je früher die faulen Gedanken akzeptiert werden können, je eher sind wir in der Lager gesunde Entscheidungen zu fällen.

    Alles weil es noch mehr weh tut sich selbst mit einer Eiterbeule, mit einem faulenden Bein zu vergleichen, denn wir, die Angehörigen, wir saufen ja nicht. Je eher gegen das was in unserer kranken Birne wütet etwas getan wird, je eher ändert sich etwas. Ob Du Deine Gedanken mit einer Eiterbeule, Ängsten oder sonst was verbindest ist da gleich und ich schrieb ja nicht, dass das etwas angenehmes ist.

    Natürlich bin ich keine Ausnahme. Ich benahm mich wie ein Affe, wurde explizit hier in diesem Forum darauf hingewiesen und hatte immer noch das glückliche Strahlen in den Augen, wenn ich daran dachte, dass alles wieder gut wird.

    LG Karl

    Guten Tag Beno,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Zitat von Beno

    Da magst Du richtig liegen, aber nur der Versuch bzw. die Anstrengung dagegen zu kämpfen ist es für mich Wert, Dinge in Gang zu setzen...und sei es auch noch so Unwahrscheinlich das das mit Erfolg gekrönt wird.

    Das Beste was Du in Gang setzen kannst, um zu einer Erleuchtung zu kommen, ohne selbst am Laternenpfahl zu landen, ist Deine Frau und ihr Getue abzuschalten. Was gibt Dir denn dieses unablässige in Gang setzen? Heldengefühle? Sicherheit? Trost? Bestätigung? Ängste? Ein Geschwür, ein faules Bein wird abgeschnitten. Deine Frau ist gerade sehr faul, Du noch nicht.


    Gute Coabhängige werden ähnlich wie der Alkoholiker geleitet, durch Wegsehen, nicht Wahrhaben wollen, vertuschen, beschönigen, durch Überanstrengung in Folge von Zusatzleistungen, von der ewigen inneren Auseinandersetzung etwas tun zu müssen, es aber nicht zu können, bis alles genauso zusammenbricht und nicht mehr weiter geht, als würden sie mit Schrumpfleber und Hirnzersetzung dahin vegetieren. Suizid, Burnout, Unfall, Infarkt, sorgen in Endstadium dafür, dass die Kinder wieder die Poppokarte gezogen haben, nachdem der nicht trinkende Partner unfähig wird den Nachwuchs zu betreuen, sich in Behandlung begibt und genauso wie der Trinker seinem Job und seinen Alltagsdingen nicht mehr nachgehen kann.

    Die Leidtragenden sind die Kinder, die, die zwischen den Eltern sind. Die Mülleimer für die Probleme der Erwachsenen, für deren Krankheiten und Fehlverhalten.

    Mit tuscheln, wegdrücken, verschweigen, wegsehen, werden Weichen gestellt, um dieses Verhalten an die nächste Generation weiter zu geben. Jetzt stell Dir mal vor, wie Du Dich windest und rumhampelst, um Deine Frau wieder hin zu bekommen. Deine Kinder machen nach was die Eltern machen, winden, rumhampeln, vertuschen, wegsehen, sich gegenseitig auf den Arm nehmen, alles mal zwei. Als Coabhängiger bist Du ja das Gegenstück zum Alkoholabhängigen, d. h. für die Kinder: es wird alles doppelt ungesund vorgelebt, Doppelpoppokarte.

    Der gesunde Umgang mit der Krankheit, mit den Krankheiten, ist der beste Grundstein um für die Kinder aus dem Müllberg auszubrechen. Einen Elternteil haben zu wollen, zu brauchen und ihn nicht zu bekommen, ist schlimm genug, aber doppelt? Ob Kinder verstehen und mit den Krankheiten der Eltern umgehen können ist eine Sache, die andere ist, dass wir Elternteile oft nicht in der Lage sind damit umzugehen und uns hinter Scham, Heldentum, Ausreden verstecken, es sogar vorziehen im faulen Geruch zu leben, um dem Unangenehmen aus dem Weg zu gehen.

    Wenn Du mit Deiner Frau sprechen willst, was hat denn Dein Sohn damit zu tun? Er möchte eine funktioniere Mutter und einen funktionierenden Vater und nicht Mülleimer für Euch sein.

    Beno, hoffentlich findest Du den richtigen Gang, alles Gute auf Deinem Weg.

    LG Karl