Beiträge von kaltblut

    Hi bonny,

    was hast Du denn, Angst daß er ausrastet? Dann gibt es nur zwei Wege: Türschloß tauschen oder weg, Abflug, untertauchen, zur Polizei. Hast Du jemanden wo Du hin kannst?

    Wenn Du Angst hast, daß er einen Abflug macht, ändern kannst Du nichts. Es ist weder Dein Job die Kneipen abzusuchen noch, in den Hinterhöfen nachzusehen, ob da jemand liegt. Es ist seine Sache und Deine Sache ist es Dich vor all dem zu schützen, sich um Dich zu sorgen.

    Schreib einfach bonny und versuche Deine Gedanken zu sortieren, es wird Dir helfen. Ich schicke Dir jede Menge Kraft um da durchzukommen, aber durch mußt Du da jetzt.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo,

    ach, wie interessant, das ist also wuppen. Ich dachte wuppen hat was mit Wuppertal zu tun oder mit einer amerikanischen Großbäckerei, die flache Fleischklöpse zwischen die Brothälften legt, aber das ist ja dann woppen. An einem sonnigen Tag gut gewoppt den blauen Himmel genießen, entspannt den fleißigen Hummeln zusehen, mich macht das eher stoffellig, wo ist Stoffel eigentlich? Hier im Freien, 9. Stock, freier mit Blick über die große Stadt, das ist schon klasse, aber so wirklich befriedigt das noch nicht meine Hirnzellen, ich muss meine Bausteine noch was wippen.

    Zufriedenheit kommt ja von innen, da denke ich jetzt mal drüber nach.

    LG kaltblut

    Liebe Bibi,

    als Schutz vor dem Eingeständnis der eigenen Abhängigkeit, machen Menschen die verrücktesten Dinge. Sie setzen enorme Energien frei nur um der Abhängigkeit geschickt nachzukommen und diese zu vertuschen. Dazu gehört auch auf den Partner zu verzichten oder diese so zur Sau zu machen, daß er einen Abflug macht. Leider passiert vieles unbewußt.

    Einer meiner Brüder kontrolliert seit über 30 Jahren seine abhängige Frau, nennt sich selbst aber nicht abhängig. Ich glaube, der größte Hammer in 30 Jahren war, als es vor einigen Monaten anfing im Kopf zu arbeiten. Er kann nichts kontrollieren, er ist selbst abhängig und Co.

    So lange alles unbewußt ist, ist da auch nichts mehr zu verstehen, ist auch keine Beziehung möglich, ohne Gefühle geht es nicht.


    Lasse ihm seinen Spaß, till die Bibi und suche Dir eine neue Identität. Gehst Du in eine Gruppe?

    Ich wünsche Dir ruhige Gedanken.

    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo Ette,

    Illusion wäre, das es mir besser geht, wenn ich nicht ich bin. Es geht mir besser, wenn ich besser damit leben, umgehen kann, besser zurechtkomme, mit mir.

    Schau mal raus, Putzwetter, meine einzige real werdende Illusion ist, dass ich morgen angehalten werde, weil der TÜV im Oktober abgelaufen ist. Ich muss gar nicht mehr tiefer gehen, es ist alles längst in mir.

    Lieben Gruß karl

    Hallo Ihr Lieben,

    wo wir bei Matte sind:

    wenn alles schon in uns ist, wir es aber nicht verstehen können und das was wir verstehen nur paar Prozent sind, warum mache ich mir überhaupt einen Kopf drüber? Ich werde den Rest meines lebens Zeit haben zu lernen und selbst mit 80 noch neue Fehler lernen (wenn ich denn so alt werde). Ich möchte gar nicht noch tiefgründiger Denken, weil es mir heute nichts bringt, die verantwortliche DNA zu entziffern, morgen wer weiß. aber ich weiß auch, dass ich schon über dem Mikro saß und jede zelle auseinandergenommen habe, klassifiziert in gut und doof, hat es was gebracht? Mir schon, aber jetzt, heute eben nicht.

    LG Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    nicht weg, warum, mir geht es doch gut bei und mit Euch, nur viel zu tun, obwohl, ich wäre jetzt gerne an einem Brutzelstrand wäre. Also muß ich mich hier gerade was rar machen.

    Um Mißverständnissen vorzubeugen:

    Ich bin die vergangenen Tage 2x bei meiner Frau ausgeflippt, dann in Depression und Selbstvorwürfen verfallen. An diesen 2 Tagen ging wie immer die Welt unter. Dann die Sonne, dann war Nacht und dann war es wieder gut. Und? Ist doch normal oder? Ich muß auch täglich auf den Topf, mein Ding. Wichtig bleibt, daß wir nicht vergessen auf den Wasserknopf zu drücken und gegebenenfalls mit der Bürste nochmals nachreinigen. Im Übrigen haben Sitzpinkler weniger Putzarbeit.

    Es ist nichts für ewig, was heute gut ist, kann morgen stinken. Meine Frau hat damit überhaupt nichts zu tun, ich, nur ich, habe auf irgendwas reagiert, egal was da in mir ab ging, was mir da hoch kam, was da anfing zu stinken, ich ganz alleine bin damit nicht klar gekommen. Das zu lernen ist mein Job, mit oder ohne sie, für mich. Das ist unser Job. So lange wir unseren Job nicht richtig machen, passiert was, was uns unzufrieden macht, was nicht gut für uns ist, was stinkt.

    Lieben Gruß bis dann Kaltblut

    Zitat von Gotti

    Bitte, laßt euch nicht abschrecken, denkt nicht so viel über Sinn oder Unsinn nach. Schreibt euere Gedanken weiter auf.! Außer mir warten bestimmt noch sehr viele auf euere HILFE.

    Hi Ihr Lieben, hi Gotti finde ich klasse,

    Illusionen? Vor was denn? Vor uns? Ich finde es am Interessantesten, wie tiefgründig wir vor uns selbst, vor unserem nicht Angenommenen die Augen verschließen. Immer wieder.

    Je weniger tiefgründig ich auf die Suche gehen, je besser geht es mir.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    ich versuche mal kurz zusammenzufassen, was bei mir in 1 ½ Jahren so abging:

    „Es geht um Alkohol in abhängiger Form, um vom Abhängigen abhängige Angehörige, um uns, wie wir das los bekommen, um was Neues rein zu bekommen, in uns und um konsequentes geradliniges Verbiegen.“ Jetzt versteht mich wieder keiner, dann nochmals meine längere Kurzversion:

    Einpaar Monate bevor ich auf diese Seiten fand, war meine Welt noch ganz in Ordnung. Wir tranken täglich, Gesellschaftsgenußtrinker, fast alle in unserem Umfeld waren wie wir (also benebelt bis plemplem). Als ich hier las, war ich zuerst ungläubig erschrocken, später wurde ich krank, co.-krank, viel später alkoholkrank, noch viel später bekloppt, mit Unverständnis beschlagen. Ich war es schon Jahre und die Menschen in meinem Umfeld sagten plötzlich: ich sei nicht mehr normal, durchgeknallt, eben krank.

    Meine Frau hatte mit 43 einen Infarkt und ich dachte: so das war es, jetzt trinkt sie weniger oder hört ganz auf. Sie trank weiter, damit kam ich nicht mehr zu recht, Suff, Infarkt, die geliebte Prinzessin verlieren? Die Frage war: welchen Grund sie haben sollte, den Suff ohne Lebensgarantie einzustellen? Die Antwort war: „um die Zeit bis zum nächsten Infarkt wenigstens 100% zu erLEBEN und noch genießen zu können“.

    Mein größten Co-Schritte mit denen alles begann waren, daß ich hier las, schrieb und dann ihre Weinflaschen nicht mehr nach oben in die Wohnung trug, die arme, herzgeschwächte zierliche Frau mußte jetzt Tüten schleppen (dafür brauchte ich einige Wochen). Diese Kleinigkeit kann ich für mich ungefähr so einstufen: ein Mann muß einmal im Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen, ein Kind „bekommen“ und eben dieses. Das war auch irgendwie wie Ehebruch, aber Ehebruch hatten wir auch so, sie hatte immer einen im Bett, neben mir, diesen Flaschengeist, meinen Nebenbuhler und der war mit der Zeit wertvoller als ich, ich wurde für mich wertlos. Durch so einen Sche.. wurde ich mir wertlos, weil ich machtlos war, gab ich mich immer mehr auf, es ist mir unbegreiflich, ich vergaß mich selbst, total Kopfschuß.

    Da fragte ich mich, gibt es hier keine Anleitung, wo alles steht, damit alles was schneller geht? Alles steht hier, auf Tausenden von Seiten, selbst wenn sie komprimiert in mein Hirn gelangt wären, es hätte Monate und Monate gebraucht, sie zu verstehen. Was alles passierte, könnt ihr im Forum nachlesen. Unsere Geschichten hier ähneln sich, oft sind sie viel härter als ich sie mir hätte vorstellen können. Hier durfte ich lesen, begreifen und schreiben, die Texte veränderten sich, ich veränderte mich, jedesmal wenn ich las. Jedes geschriebene Wort steht hier, unwiderruflich und es steht hier immer noch, wenn ich es längst vergessen habe. Oft waren es nur einzelne Worte, kurze Gedanken, irgendwo in diesem riesigen Werk der Lebenserfahrung, die mir einen verpaßten und auf den richtigen Weg brachten. Es gibt Bücher, die habe ich mehrmals lesen müssen, bis ich sie verstand, andere verstehe ich bis heute nicht, wieder andere brauchte ich nur anzusehen und alles war in mir. Hier habe ich manchmal geschrieben und als ich auf „Enter“ drückte, war die befreiende Lösung in meinem Hirn oder wenn ich ratlos auf Antwort wartete, wenn es mich zerriß, vollbrachte die Stille lauter Wunder.

    Ich bin froh, daß meine Versicherung die Prämien nicht wegen drohender Überflutungs- und Wasserschäden erhöht hat, es gab Eimer voller Rotz und Wasser. 100kg strammes Kampfgewicht sitzen im Büro, sagen Termine ab, lassen alles platzen, zappeln aufgelöst rum, versinken in sinnlosem Gejammer statt einen mächtigen Tritt mit spitzen Schuhen in die Donnerfurche zu bekommen. Das hätte noch nicht mal was genutzt. Ich habe lange gehampelt, gepaart mit zahlreichen Co-Rückfällen, wertvolle Zeit, unbezahlbar, meine Zeit, für mich.

    Co-abhängig, was sage ich, ich war gelähmt und fast wahnsinnig, wäre mein Nebenbuhler, der Flaschengeist, ein echter Kerl gewesen, er würde heute einige Oktaven höher reden, weil ich ihm die Bömmelchen abgeschnitten hätte, aber das war es ja, er war nicht greifbar, dieses Monster. Das ich langsam aber sicher auch einige Oktave höher sang, das wurde mir anfangs gar nicht bewußt, aber deshalb war ich nicht hier, denn es ging ja um meine Frau.

    Ich versuchte mit meinen Problemen umzugehen, machte grobe dumme Fehler, sah nur noch Alk, Werbung, Promille, das ganz Ausmaß gesellschaftlicher Eigenbestimmung, gut, ich war Co abhängig, machte merkwürdige unnormale Sachen, aber deshalb hatte ich noch nichts an der Schüssel, ich war nur wie ich sein mußte, für mich, nach meinem Verständnis, einfach voller Unverstand. Plötzlich ging es nicht mehr um ihre Krankheit, es ging um meine Gesundheit. Was immer da in mir abging, ich verdanke der Krankheit meiner Frau auch meinen neuen Weg. Ich hätte nie zugegeben, selbst darin verstrickt zu sein, meine Laufmaschen waren noch unter der Hose, unbegreifbar unsichtbar. Es war mir nicht möglich, konsequent Ordnung in mein Hirn zu bringen. Dann war da ja noch diese Liebe, eng umschlugen mit dem Alk, ein ungleiches untrennbares Paar, unkaputtbar in meinem Hirn. Zusammen bohrten die sich immer tiefer. Es war klar worum es hier ging, um eine unheilbare Krankheit und daß ich kein Mittel dagegen hatte, alles wertlos war, wenn es um „Ihn“, meinen Nebenbuhler aus der Flasche ging, aber es war doch nur harmloser Wein, überall an der Tagesordnung. Ich war nur ein Mittrinker, nur der Flaschenträger, nur ein Versorger, nur ein vor den Karren gespanntes Brauereipferd, ein Kaltblut. Ich armer wertloser Ehemann, sülz, sülz, ich geh mal den Nußknacker und die spitzen Schuhe suchen.

    Dann ging ich zum Anwalt, machte Druck und das Trennungsjahr lief, ich kündigte die Wohnung, zog aus, wir waren endgültig getrennt. Es gibt Menschen, die leben konsequent zack zack zack, bei mir dauerte jedes kleine Zack lange, sehr lange, Schwabbelpudding in Liebescreme, immer wieder rein und raus aus den Kartoffeln, Wasser marsch. Vieles wollte ich verstehen können, bis ich begriff: es gibt nichts zu verstehen, nur sein lassen. Liebevoll aufzugeben um selbst frei zu leben, damit es mir gut ging, damit sie lebt, los lassen, damit wir leben können, sein lassen, nicht mehr gelebt werden und dafür noch eine geklatscht bekommen, was für bescheuerte Widersprüche, es gibt keinen anderen Weg. Nicht pro Forma, nicht als Mittel zum Zweck, nur Ganz, um nur vielleicht, neu zu beginnen. Für jeden Buchstaben des Seinlassens brauchte ich einen Monat und noch länger. Meine Einstellungen schwankten von besinnungslosem Klammern, endlosem Zweifeln, Ex und Hopp bis zum losgelösten Seinlassen, neuen Zielen und wiederholten Abstürzen, aber hier war ich nicht alleine, es wurde eine unendliche Geschichte, zeitlos, mit permanenten Veränderungen. Oft habe ich mit einem „ich will nichts mehr davon hören“ den Link ausgeknipst, es war erschreckend, das ganze Ausmaß geduldeter, forcierter, tödlicher Selbstbestimmung zu erkennen.

    Sie machte einen kalten Entzug, einige Wochen ging das gut, bis es nicht mehr ging, da hing sie wieder dran, voll. In meiner neuen Wohnung ging es mir erstmals wieder richtig gut. Bis ihr Mietvertrag auslief, da kamen wir auf wundersame Weise wieder kurz zusammen, sie entschloß sich für einen Entzug, mit Langzeittherapie und zog bis zum Antritt bei mir ein. Endlich war ich am Ziel. Meine Frau wird gesund. Was sind 3 Wochen, davon war ich noch 10 Tage verreist, dachte ich. Wir trafen ein saublödes Abkommen: kein Alk in meiner Wohnung und die paar Tage stehe ich mit fortsehen durch, weil, kalter Entzug geht ja gar nicht. Daraus wurden 8 Wochen, Dosis und gegenseitige Hassliebe gingen ab wie mein Drehzahlmesser nach einer heftigen Drehung am Gasgriff. Höchsttouren. Sie trank heimlich, ich sah fort, wir beschissen uns unerträglich immer mehr. Ich wollte nur noch weg, sie wurde 100 Jahre älter, zerfiel in meinem Beisein. Später legte ich mal Bilder mit ihr von paar Jahren übereinander und mußte ein großes Bäuerchen entsorgen, was hatte sie sich schlimm verändert.

    Das kommt vom Runtertrinken. Runtertrinken, das ist die Akzeptanz sich einreden zu lassen, daß ohne Gummi schon nichts passiert, irgendwie Doppeltod.. Zieht einmal den Stöpsel aus den Bier- und Weinflaschen. Eine Flasche Bier ist ein halbes Wasserglas Destilliertes, ein Flasche Wein, kann da schon über den Rand schwappen. Seht Euch das Konzentrierte eines Monats an, nur Wein, nur Bier, nur tödliches Gift, in Strömen. Nur, ein Glas Konzentriertes ist nicht das Gleiche was es vorher war, eher wie Spülmittel und Abflußreiniger zu vergleichen.

    Dann war sie endlich in stationärem Entzug, im Krankenhaus, sofort in LZT. Nach 4 Wochen hatten wir ein Paargespräch, klasse, Eiseskälte mit dem Hypergetue eines naß denkenden Alkoholikers. Die Birne sagt „ich trinke nichts mehr, was willst du, kleines Würstchen, ich bin der Größte und schaffe alles“. Eigentlich gab es zu diesem Zeitpunkt für mich nur 3 Fragen: wo stehen wir, haben wir gemeinsam eine Chance, will sie ihren Weg alleine gehen, was will ich überhaupt? Ich eingebildeter Pinsel explodierte etwas. Statt stolz auf ihre Leistung zu sein, sie anzuhimmeln für ihren trockenen Weg in ein neues Leben, alles Kaputt, Ehe hin, Scheidung, erledigt, Schnauze voll, was war ich ein arroganter Dummkopf. Sie ging dann uneinholbar ab wie eine Rakete, wurde trocken im Kopf und ich stand dort wie der Oberhirni, begriff nichts mehr, als wenn sie arabisch sprach, ich kölsch. Da war plötzlich weder zu begreifen was mir fehlte, noch warum es bei ihr so ab ging. Extrem ausgedrückt, waren wir vorher zwei Durchgeknallte und jetzt wo all das Durchgeknallte weg war, knallten wir wieder durch.

    Wir näherten uns wieder durch mehrere kleine Wunder und ich zog die Scheidung zurück. Angst machte sich breit, daß sich alles wiederholen könnte, alles von vorne begann und die Angst ging. Ihr Körper wurde blitzschnell repariert, restlos, blendend gut, ein Wunder der Natur. Ich stelle mir das so vor, daß man in einer Langzeittherapie jeden Tag ein Saatkorn eingetrichtert bekommt, viele kübeln die gleich wieder aus, andere nach einigen Monaten, einige erleben wie sie sich entfalten, wurzeln schlagen, um dann in voller Pracht zu erblühen. Meine Frau blühte, während ich von Blumenladen zu Blumenladen lief und fragte: habt ihr das oder das, hammer nit, kreßte nit, jid et nit, mußte dir backen Jung. Es war was enttäuschend, daß meine Frau alles bekam was sie wollte, ich mußte mir alles backen und bin dann doch immer wieder auf meinen Nüssen nach Hause gekrochen. Nußknackerzeit, ich habe diesem Alkohol die Eingeweide rausgeholt und seine Nüsse tausendmal geknackt. Das geilste Gefühl war dann, als ich feststellte, es waren immer meine eigenen, wie ungerecht. Später suchte ich mir eine SHG und einen Therapeuten, Fremde Hilfe neben dem Forum, hätte ich es nur schon viel früher getan, es hätte mich weiter gebracht als Nächte lang zu grübeln, aber ich war im Corausch, fertig und habe es nicht bemerkt.

    Meine Frau ist mit Alk oder ohne, ein ganz liebenswerter Mensch, wie wir alle. Was ich hier alles für Dinge in meiner Birne feststellt habe, daß hat mir oft genug noch viel mehr die Füße vom Teppich gezogen. Ich hielt mich nicht für dumm oder unfähig, mein Leben war schon bewegend, irgendwie vorher auch im Lot, aber so was, Rechtfertigungen ohne Ende, Kindheitserlebnisse, Leidensdruck, Masochismus, Egoismus, zu viel lieben, gefährliche Liebe, fehlender Egoismus, entweder oder und sowohl als auch, unstrukturiertes Denken und Handeln, kapitulieren, der Sinn, sein lassen, los lassen, Stille, innere Ruhe, Kontrollgedanken, Verzichtsgedanken und im Ernst, auch für die jungen unbändigen Dinger, ESEHIKS - es ist nicht alles so wie es aussieht, es geht auch anders oder meine verbalen Ausrutscher, wenn ich mich selbst nicht verstand, ach da sind noch ganz tolle Erfahrungen, aber für die war ich ja gar nicht hier, denn ich hatte ja kein Problem, im Gegenteil, ich schrieb: bei mir war alles paletti, prima Kindheit gehabt und übersah alles. Oberhammer war die Erkenntnis, daß all die vielen Erkenntnisse so unbedeutend, gegen all das war, was undeutlich und ungreifbar an Gefühlen durch meinen Bauch wanderte, mich lenkte und steuerte. Häh? Trockenarbeit, die Cos sind aber meist trocken und denken: das ist nicht unsere Sache, denkste: Co Arbeit und das ein Leben lang. Vielleicht ist meine wichtigste Erfahrung, daß mit oder ohne Alk die gleichen Probleme da sind, für mich gibt es da keinen Unterschied mehr.

    Da steht bei uns Cos schon mal: Alkoholiker du bist an allen schuld, du und dein Gesaufe. Jetzt stelle ich mir einen Alkoholiker vor und einen Co Abhängigen und beide sind ja von der Struktur her etwas sehr gleich, ja, ich weiß, aber im Prinzip. Ich weiß heute nicht mehr genau, wer da mehr jammert oder mehr falsch ist oder mehr irgendwas ist, aber ich weiß, es hört sich unwirklich an, wenn der Alkoholiker sagen würde: Co Du bist an allem schuld. Warum eigentlich nicht? Weil es keine Schuld gibt.

    Gesund, fertig, ausgeheilt, was denkt Ihr denn, nie sind wir das. Ich werde für immer einen weg haben und denke, alle haben den einen und anderen weg, alle, jeder, vorher, nachher, mit oder ohne Alk. Ich habe mein Leben nochmals durchlebt, gesehen was ich alles gemacht habe, was alles vermeidbar gewesen war, es sollte so sein und deshalb möchte ich keine dieser Erfahrungen missen. Übrigens, der Leiter meiner SHG ist 34 Jahre dabei, seine Frau ist 34 Jahre trocken, er ist also 34 Jahre aktiver Co. Falls also jemand die Frage hat: wir lange es dauert bis er wieder OK ist: bis morgen, immer nur bis morgen, ein Leben lang bis morgen. Überflieger haben ein Problem. Man sagt auch als Faustformel die halbe Zeit, die es gedauert hat. Heute finde ich es richtig geil, daß ich noch so 25 Jahre an mir rumfummeln darf, vor Monaten wäre ich laufen gegangen.

    Ich habe meine Wohnung wieder gekündigt und ziehe dann zu meiner Frau nach Berlin. Meine Frau hat nie geglaubt, daß ich dahin ziehe, Kerle ziehen nicht zu Frauen, nur Frauen zu Kerlen. Wie die Zeit rennt, was sich alles verändert hat, was alles möglich ist, wer weiß das wirklich, es gibt keine Versicherungen, keine Garantien für nichts. Das ist Leben.

    Das was ich während meiner Zeit in diesem Forum erfahren habe, es bezieht sich nicht nur auf meine Ehe, nicht nur auf meine Frau oder mich, es bezieht sich auf meinen Job, meine Familie, Kinder, Bekannte, Freunde, Geschäftspartner, auf mein ganzes Leben, es verändert alles, in mir und es ändert meinen Umgang mit ähnlichen Situationen. Das glaubt keiner? Lest einfach was, ihr werdet es erkennen. Dabei ging es doch anfangs nur um meine Frau, sie hatte ein Alkoholproblem, ich doch nichts.

    Es ist ein Wunder das wir noch zusammen sind oder auch nicht. Ich stelle mir vor, daß jede/r mit jeder/m glücklich sein könnte, es aber nicht so ist, weil die Vorstellungen nie ganz erfüllt werden oder weil sich im Laufe der Jahre Entfremdungen ergeben haben oder weil es sehr viele Veränderungen gegeben hat, also vieles nicht mehr wie früher ist. Alles um uns herum verändert sich, auch unsere Gedanken, unsere Haut und Haare, unsere Gewohnheiten, alles, es ist nicht mehr wie früher. Wieso halten wir eigentlich an diesem „Alten“ fest, ohne uns zu ändern? Wir wünschen uns zur Selbstbefriedigung, daß sich alles nach den Vorstellungen vergangener Zeiten verändert, warum fangen wir nicht bei uns an? Warum also nicht mit dem alten Partner glücklich sein? Ja, keine Härtefälle, meine Frau und ich, wir waren nie ein Härtefall, Achtung und Respekt haben wir nie verloren. Wir waren ganz einfach an einem Punkt wo sich alles in alle Richtungen öffnete. Ich lernte, meine Frau nackt zu sehen – ohne Alkoholnebel, ohne erblindende Liebe und konnte entscheiden, was mir das nackte Überbleibsel wert war und versuchte es weiter. Ich versuchte, das war schon wieder voll Co.

    Wir hätten heute beide irgendwo anders sein können, wir sind es aber nicht. Die Familie Zurhorst schreibt da schöne Bücher drüber, ich drücke das mal so aus: meine Frau und ich, wir lieben uns wie die Meisten anderen auch, gut, wir sind verheiratet, Fangeisen und Formalitäten binden etwas mehr, aber unser Trennungsjahr war abgelaufen. Wenn Zwei zusammen sind, dann sprechen sie eine Sprache, sie verstehen sich, irgendwann nicht mehr. Selbst wenn sie es beide wieder wollen, verändert jeder Lernschritt etwas die Sprache, wenn der Partner trocken wird, seine Denke ändert, der Co sich ändert, dann sprachen wir jeder was anderes, mal chinesisch, mal kölsch, mal badenserisch, mal icke, mal insulanerisch, da schauen wir uns eben nur dumm an, dachten ballaballa und verstanden uns nicht, wie denn auch und dann immer getrennt und das und dieses, man wird sich fremd, es kommen fremde Versteher, unerfüllte Bedürfnisse und neue Gefühlsachterbahnen. Dumm gelaufen, vielleicht sind wir dann eingeschnappt, gekränkt und keiner wagt einen Schritt über den eigenen Schatten, viele neue und alte Situationen gießen Öl ins Alltagsfeuer. Klar, da ist es einfacher flacker, flacker ein neues Lämpchen anzuzünden und tschüß, einmal im Leben konsequent sein, die eigenen Bedürfnisse über alles stellen, erst ich, dann du und da kann es schon mal einfacher oder besser sein, ganz neu zu starten, warum nicht? Warum wir also immer noch zusammen sind? Es gibt noch ein „sowohl als auch“ oder fragt meinen Boss, der weiß alle Geheimnisse, ich nicht. Alles was paradox. Verstehen muß man das nicht wirklich, verlangt es nicht von Eurem Hirn. Vielleicht so: wir haben versucht uns auf uns selbst und dann neu aufeinander einzustellen.

    Ich kann übrigens immer noch nicht verstehen, warum wir damals für vergorenen Fruchtsaft so viel Geld ausgegeben haben. Lt. Gesetz muß nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums alles entsorgt werden. Das muß man sich mal reinziehen, die Entsorgung kostet gewöhnlich Geld. Wir haben für den entsorgten Mist noch bezahlt, fast mit unserem Leben, öffentlich selbstbestimmte Lebensinflation, was klar beweist: ich bin verrückt, aber nicht alleine.

    Als ich einige Wochen hier gelesen hatte, da dachte ich, was eiern die denn da rum, manche - also wirklich, Co muß ganz schön krank machen, warum hauen die ihren Typen nicht einfach raus, was da alles für Gedanken waren und wie schnell verging Monat um Monat. Wenn ich jetzt nachlese ist es, als hätte ich liegend auf kräftigem grünem Gras geschrieben, auf irischem Irrengras. Irrengras, weil es schon irre ist, daß sich alles was geschrieben steht verändert, mit uns, mit unseren Gedanken. Wie soll man das verstehen, Buchstaben die sich magisch in unserem Hirn verändern, neu formieren, hier in diesem Forum, das Forum, „es lebt“.

    Dieses Jahr gibt es viel zu feiern, geiles Gefühl, was für ein Jahr. Am Schönsten sind nicht die gefeierten Tage, sondern die Erkenntnisse und da könnte ich täglich was feiern, mich. Das kann man arrogant empfinden, ich finde es geil. Wenn ich noch viele, viele Jahre solche Gefühle mit meiner Frau teilen darf, wenn wir uns nicht wie früher verschließen, bekämpfen, anekeln und weiß der Geier was wir alles angestellt haben, sondern jedes Anecken gelassen als Herausforderung betrachten, dann haben wir eine verdammt geile Zeit vor uns.

    Ohne das Forum, ohne Karsten, ohne die Moderatoren, ohne Eure Beiträge, ohne die geballten Texte in diesem Forum wäre alles anders gekommen, es sollte genauso sein und dafür bedanke ich mich ganz herzlich für Eure Zeit, für Euer unbezahlbares Lebenswerk. Ich bin dankbar, daß ich so viele Menschen hier kennen gelernt habe. In diesem Sinne wünsche ich allen verzweifelten, hoffnungslosen und aufgelösten Besuchern, in diesem Forum die passenden Worte für ihren Weg zu finden, ob lange oder kurze, die, die Euch auf Eurem Weg Kraft und Hoffnung für den nächsten Tag geben. Macht Euch klar was Ihr wollt, was Euch wichtig ist, es geht hier um Euch, nur um Euch und dann ist auch die "Lebenskleptomanie" vorbei.


    Lieben Gruß kaltblut (bin was weg)


    Übrigens, wie ich das hinbekommen habe, daß ich noch mit meiner Frau zusammen bin? Ich habe nichts hinbekommen, es ist einfach so… Auf meiner Toilette saß eine Spinne, monatelang saß die da, in der Ecke und immer wenn ich sie packen wollte, war sie weg, in einem Spalt. Weiß der Geier was die da gemacht hat, da war nichts zu mampfen. Neulich war sie weg, aber eine 3x so Große saß da, nicht lange. Versteh ich auch nicht, aber mache Dinge liegen nicht in unserer Hand, wir müssen nicht alles verstehen.

    Lieber Mann,

    ich kenne keinen, der mit so kurzen Worten mein Hirn so zum Qualmen bringt, saublöde Sache.

    Ich wünsche Dir gute Genesung und dann haben wir ja eine Menge Zeit, nach der Reha die Gummikuh was zu pflegen.

    Spedi steht ja irgendwie für schnell, laß Dir viel, viel Zeit.

    Alles Liebe kaltblut

    Hallo Michael,

    wenn Du überlegst, welch große Schritte erforderlich waren um eine stabile Trockenheit hinzubekommen und wie hoch das Rückfallrisiko ist, da ist auch viel Co - Trockenarbeit angesagt ist.

    Vor allem hat mir das Forum hier geholfen mein Leben, also mich, zu überdenken und einzustellen. Das ist dann eine nicht endende Story und dauert hoffentlich noch viele Jahrzehnte. Voraussetzung ist das uneingeschränkte „Wollen“, bißchen ist dann eher was runtertrinken, also unbeschränkter Corausch und das bedeutet für beide etwas Radikales.

    Für mich muß heute die Mischung stimmen. Heute war ich beim Therapeuten und nur weniger Sätze sind hängen geblieben, die hatten was, obwohl ich eigentlich schon dachte, was mache ich hier eigentlich.
    Hier schreibe ich manchmal viel und verstehe mich selbst nicht, dann lese ich was und bin genau da wo ich hin wollte und wenn morgen SHG ist, bin ich überzeugt, daß es irgendwo klingelt, vom Zuhören bei den anderen, wir sind da nur 2-5 Leute.

    …„Als meine Frau aus der LZT kam, war sie gut erholt und randvoll mit neuem Input aufgefüllt. Angst machte sich breit, daß sich alles wiederholen könnte, alles von vorne begann und die Angst ging. Ich stelle mir das so vor, daß man in einer Langzeittherapie jeden Tag ein Saatkorn eingetrichtert bekommt, viele kübeln die gleich wieder aus, andere nach einigen Monaten, einige erleben wie sie sich entfalten, wurzeln schlagen, um dann in voller Pracht zu erblühen. Meine Frau blühte, während ich von Blumenladen zu Blumenladen lief und fragte: habt ihr das oder das, hammer nit, kreßte nit, jid et nit, mußte dir backen Jung. Es war was enttäuschend, daß meine Frau alles bekam was sie wollte, ich mußte mir alles backen.

    Ich war schon so lange hier, getrennt, bereit zur Scheidung, da kommt meine Frau und zieht an mir vorbei wie der Wirbelwind. Da war plötzlich weder zu begreifen was mir fehlte, noch warum es bei ihr so ab ging. Extrem ausgedrückt, waren wir vorher zwei Durchgeknallte und jetzt wo all das Durchgeknallte weg war, knallten wir wieder durch.

    Wenn Zwei zusammen sind, dann sprechen sie eine Sprache, sie verstehen sich, irgendwann nicht mehr. Selbst wenn sie es beide wieder wollen, verändert jeder Lernschritt etwas die Sprache, wenn der Partner trocken wird, seine Denke ändert, der Co sich ändert, dann sprachen wir jeder was anderes, mal chinesisch, mal kölsch, mal badenserisch, mal icke, mal insulanerisch, da schauten wir uns eben nur dumm an, dachten ballaballa und verstanden uns nicht.“

    Dann wird gelegentlich gefragt, ob es nichts Positives zu berichten gibt, in der Form yuhuh, wir sind wieder ein tolles Paar mit allem drum und dran und und und. Vielleicht anders: Alk weg, Qualm weg, Cholesterin runter, Bauch weg, noch was Sport, geht doch und die blöden Liebesgedanken aus dem Hirn, weg mit der Lust oder dem Wunsch nach zugelassener Nähe und in 1 Jahr oder in 2 sehen wir noch mal nach was gebacken ist. Wenn alles schön gebacken ist, dann kann dat wieder wat werden. Glaubt es, ich kann auch mit dem Backofen umgehen, grillen, braten, backen. Mal kurz die Oberhitze auf Umluft umgestellt und am Thermometer was gespielt, schon ist das Ding in die Hose gegangen, verkokelt, eben durchgeknallt.

    LG kaltblut

    Zitat von Innocent

    Jetzt will sie mich nicht mehr, und ich stehe da und weiß nicht ob ich mir mit einer Art eigen Hypnose solange eingeredet habe, dass ich sie liebe und brauche. So das ich heute mir sicher bin ich liebe sie.

    Hi Innocent,

    was macht denn Deine Eigenhypnose? Bist Du jetzt in Winderschlaf?


    LG kaltblut

    Hi Emma,

    genau, all das ist wichtig, um auf irgendeine Art und Weise andere Gedanken zu bekommen, wobei ich denke, es gibt tolle Alternativen. Angeln, Laufen, Wandern, Biken, paar Tage ins Kloster, auf ein Kind warten oder frag den Professor mal, ob er Dir zeigen kann, wie man 24 Stunden beobachtend sitzen bleibt ohne dat Föttchen hin- und herzubewegen.

    Irgendwann muß der Kopf klar sein, Ende mit dem Weglaufen vor dem beschädigten Ego und dann müssen die Bremsbeläge so zupacken, daß Du stehen bleibst, fast auf der Stelle, mit langer Bremsspur, sonst bist Du weg, weg gedreht.

    Das wird Euch dann beiden gut tun:

    Zitat von kaltblut


    8 Wochen Dschungelcamp, 6 Wochen Wüstencamp, 4 Wochen ans Meer, dann denkst Du nicht mehr daran was sie wohl denkt, wenn Du denkst, was sie denkt. Hauptsache, Dir geht es gut.

    Meine Kolibris zwitschern, dass man im Ruhen viel Kraft finden kann.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    ich fühle mich immer noch ziemlich rund und rolle wie eine blitze blank geputzte silberne Kugel gemächlich über den Roulettetisch, um in irgendeine Zahl zu fallen. Es gibt da viele Unbekannte in meinem zukünftigen Leben, aber ich bin keine Flipperkugel mehr, die überall wo sie antitscht durch die Gegend geflitscht wird, um getilt die Sicherung durchknallen zu lassen.

    Ich stöbere etwas in Vergangenem rum und finde laufend ältere Threads, die mich zum Erstaunen bringen, die ich vor Monaten ganz anders verstanden hätte, die vieles in meinem Aufgeschriebenen ausradieren.

    Vor einem Jahr hätte ich noch wild gegen Schatten gekämpft, heute versuche ich eher die dicken Dinger zu sezieren, zu zerlegen, ohne gleich Adrenalin und andere Stoffe durch mein Hirn zu pumpen, manche lasse ich mir auch einfach genüßlich auf der Zunge zergehen und stelle mir vor, wie ich noch vor kurzem damit umgegangen wäre:

    Da war die Frage wer es einfacher hat wieder klar zu kommen, der Co oder der Alkoholiker. Der Alkoholiker schützt sein Leben, der Co sein kaputtes Ego - meist vor sich selbst. Also ist der Co eigentlich sein eigenes Übel und der gehaßte Alkohol nur ein vorgeschobenes Relikt unserer unverstandenen Dummheit. Das mag jetzt weh tun, soll es auch.

    Auch ging mir durch den Kopf, wie Alkoholiker mit Verzichtsgedanken leben und mal so eben sozusagen nebenbei von den Prozenten wieder eingefangen werden. Passiert uns Co´s ja nicht anders, wir verzichten auf vieles in unseren Beziehungen, leben mit Rücksicht, machen große Fortschritte und leben in riesigen Rückfallschritten.

    Der Alkoholiker ist ja nun in der Lage, schauspielerische Glanzleistungen zu erzeugen und kann Energien zur Verblendung seiner Sucht erzeugen, die einfach unschlagbar genial sind. So was kann der Co nicht, da ist er klar benachteiligt, er ist eher das Gegenteil, vielleicht ein Jammerlappen, geht hops an Depressionen und die Leute sagen kopfschüttelnd: …hätte ich nicht gedacht. sozusagen eine geistige Implosion. Andererseits, was ich für Energien in Rechtfertigungen der Rechtfertigung verballert habe und wie lange -Wahnsinn. Da mache ich meinen Kopf auf und muß erstmal all die Kolibris raus lassen, die mir damals ins Hirn ges… (ausgeschrieben: gesungen) haben.

    Meine Frau und ich, wir hatten eine ganz tolle Kommunikation. Keine 7 Minuten Tagesdurchschnitt, wir redeten beim Kochen, Essen, Abwasch und nachher, jeden Tag. Wir redeten über alles, viel und was im Raum stand, daß hinterließ ich ihr handgeschrieben am Frühstücktisch oder sie mir abends zum Frühstück. Schöne liebevolle Worte, Blöcke voll, viele Seiten. Irgendwann wurde da etwas Zwanghaftes draus. Wenn abends was in der Luft stand, ich über ihren Abnippelaugenblick durchgehalten hatte, dann schrieb ich und druckte und wenn es die ganze Nacht dauerte und fuhr dann ins Büro. Anfangs antwortete sie, dann nicht mehr, da war ich schon hier im Forum, ich schrieb und schrieb und schrieb wie ein Irrer. Was habe ich für irre Energien verballert, wenn ich mich am Folgetag für die Aussagen vom Vortag rechtfertigte, weil ich von ihr keine Reaktion erhielt. Ich rechtfertigte mich mir selbst gegenüber. Mein Ego glänzte vor blinder Dummheit und machte mich selbst recht fertig.

    Das mag jetzt wie was weh tun, soll es auch, dagegen hilft was kochen und essen:

    Gestern wollte ich mir ein Gesundheitssüppchen machen, da wurde aber ein Häppchen draus:
    2 Scheiben Sellerie oben mit scharfer Currypaste und Tomatenmark bestreichen, mit Limonensaft beträufeln, mit Mohrenstreifen, Lauchzwiebeln, Knoblauch, brutzeln lassen, dick Parmesan, Petersilie und Pfeffer mit Salz drauf, rein spachteln.

    LG kaltblut

    Hi Ettena,

    meine Ehe ist auch etwas Fern, 600km und ich habe gerade gedanklichen Entzug nach meiner Frau.

    Als ich sie kennenlernte, da war das normal das getrunken wurde, alle tranken, ich auch, das gehörte zum Job, essen, Wein, was zum Magen aufräumen, Absacker. In der Vorpaarungszeit, habe ich mir darum auch keine Gedanken gemacht. Als wir das erstemal nachts verschwanden, da hatte sie einen Tee und? Wenn wir uns alle 14 Tage trafen, gehörte das dazu, das war normal, für mich genauso. Wenn wir abends telefonierten, trank ich paar Bier, sie paar Wein, und? Nach meinem damaligen Verständnis waren wir voll und ganz normal. Sensibilität für mich und meine Frau, den Pegelstand auf ccm genau an jedem gewählten Wort, jeder Bewegung und Handlung abzulesen, das kam ungewollt viel später, erspar Dir die Erfahrung.

    Meine Frau war nie verheiratet, ich war wieder Single und auf der Suche nach was Festem. Das knallte prächtig und wir haben uns als wir zusammenzogen unsere Freiheiten abgeschubbelt, bis wir paßten. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, irgendwann paßten wir, obwohl wir unpassender nicht sein konnten.

    Ihr Verbrauch stieg und bei mir passierte auch was, es stimmte was nicht mehr. Auch ohne Alkohol wäre irgendwas hoch gegangen, an die Decke. Das zu lösen, mich vielleicht noch in eine Beziehungstherapie zu schleifen, unmöglich, da hätte ich kein Verständnis für gehabt, aber da war ja das noch mit dem Suff obendrauf, Oberhammer, unverkraftbar. Praktisch habe ich lange rumgehampelt, selbst nach ihrem Infarkt noch mehrere Monate, fast 1 Jahr bis sich etwas änderte.

    Wenn Du mich jetzt fragst, ob es das wert war und ob ich das nochmals machen würde, dann würde ich folgendes antworten: ich würde es nochmals machen und es ist mir alles Mögliche wert, aber ob ich könnte, ist eine andere Frage. Mit den damaligen Erfahrungen wäre ich nicht in der Lage diese Zeit nochmals zu durchleben und mit den heutigen Erfahrungen, weiß ich nicht ob mein Körper das nochmals überstehen würde. Mit den Erfahrungen, die meine Frau heute besitzt und meinen Veränderungen, glaube ich fest daran, daß wir alles gemeinsam überstehen können, egal welchen Namen wir dem Kind geben.

    Mein Selbstschutz hält sich aber für immer die Option offen, einen Abflug zu machen, wenn ich drohe auf der Strecke zu bleiben. Damals war ich zu allem fähig und traute mir auch zu Welt zu heilen. Wenn Du hier im Forum die Geschichten studierst, Du hast ja Zeit, wenn Du ihn nur alle 14 Tage siehst und wenn Du sie nicht hast, wäre wichtig, für Dich.

    Vielleicht kannst Du aber mal was genauer erklären, warum Ihr in der Zeit nie mal paar Tage länger zusammen gewesen seid. Unabhängig von unterdrückter Abhängigkeit, mir würde das stinken. Bist Du Dir sicher, dass da überhaupt eine zweiseitige Beziehung ist?

    LG kaltblut

    Zitat von Ayki79

    Wie immer, es hat sich nichts geändert...

    Hi Ayki,

    so, nichts geändert? Ich erinnere mich da an ein Rumpelstilzchen, das keines mehr ist, sozusagen entrümpelt oder entstilt oder entzickt.

    LG kaltblut