Beiträge von kaltblut

    Liebe Melanie,

    Du bist ja nun eine erfahrenen Frau, die hier in 4 Jahren über 5000 Texte verfasst hat, mit sich experimentiert, sich entwickelt und ändert, bei sich ist und immer wieder bei anderen landet.

    Ich verstehe nicht, wie Du über eine scheinbar nicht funktionierende Beziehung schreibst und sofort darüber nachdenkst, ob der Ex von damals, der ganz gute Qualitäten hatte, heute wieder passen könnte, nur weil er nicht mehr trinkt.

    Bei dem Durcheinander, dazu noch einpaar Hormonschwankungen, da kann nur alles durcheinander kommen. So kommt mir das bei Dir wie Rückfall auf Rückfall vor. Natürlich kannst Du Dir ein IAS, einen Rückfall oder was auch immer gönnen, so was passiert, Du bist ja eine erwachsene Frau. Nur, wenn Du Dir in regelmäßigen Abständen an Kerlen die Finger verbrennst, dann verkockelst Du die Finger, auch das sind und bleiben Deine.

    Dagegen gibt es Grundsteine, dafür bedarf es keiner Kettensäge. Vielleicht fängst Du mal an nicht nur das zu spüren, was Dir im Bauch gut tut, sondern auch das was Dir nicht gut tut.

    LG Karl

    Zitat von verzweifelt2012


    Ich such eigentlich nur Hilfe um ihm zu helfen. Ist das bedenklich? Hängt ja auch nur mein ganzes Leben dran um genau zu sein :cry:

    Hallo verzwefelt2012,

    noch ein herzliches Willkommen.

    Bedenklich? Eben, denk mal drüber nach und hör dann nicht mehr auf.

    Es gehört zu unserer Krankheit, dass wir all unsere Energie und was wir haben in die Krankheit des Partners, in den Partner, in das woran wir uns klammern und festhalten investieren. Das hilft uns nicht dahin zu sehen, wo es weh tut, nicht tatenlos mit anzusehen, dass wir keinen Einfluss haben und es hilft uns unser fehlgeleitetes Verhalten auszuleben.

    Das geht so lange gut, wie noch etwas auf dem Konto ist. Eine Krankheit kommt ja nicht von heute auf morgen, die entwickelt sich ja über Jahre und Jahrzehnte.

    Bis das angeschlagene Körper- und Organkonto abgeräumt ist, kann es dauern, bis das Job-und Bankkonto leer ist kann es dauern und das Liebes- und Partnerkonto hält dank Kinder und Abhängigkeiten oft bis unter die Erde.

    Ein Leben als geblendetes Kaninchen am Straßenrand zu verbringen ist so lange möglich, wie Du es kannst und nicht zuläßt, Dich in die falsche Richtung zu bewegen. Unter die Räder zu kommen geht ganz schnell.

    LG Kaltblut

    Liebe Melanie,

    wenn ich Stress und Auseinandersetzungen brauche, dann lasse ich mich zum Mond schießen oder stelle mich unter den Hammer vom Lukas.

    "Beziehung" wird oft mit aneinander reiben, messen, ziehen und dem Kick am Siegen bzw. Verlieren verwechselt. Irgendwann nur den ausgerissenen Arm des Partners festzuhalten kann doch nicht richtig sein?

    "Unabdingbares Band" - was ist das - IAS ? Dafür gibt es Werkzeuge, von der Schere bis zur Kettensäge.

    Lieben Gruß Karl

    Zitat

    Ich kenne jedenfalls niemanden, der sich bewusst entschieden hat süchtig/abhängig zu werden, wovon oder wonach auch immer

    Hallo Marion, hallo Manfred,

    ich habe mich dazu entschieden, ich habe es mir nur verschwiegen, mich belogen, schön gelabert im Kreise gleichgesinnter Massen.

    - ich habe geraucht, obwohl auf der Verpackung fett drauf steht, was mit mir passieren wird.
    - ich habe getrunken, obwohl ich spürte das mir das nicht gut tat
    - ich habe gefressen, obwohl ich spürte, wie mich das belastete
    Das kann ich jetzt noch auf einige andere Bereiche, wie Coabhängigkeit, übertragen.

    Ich habe weggehört, wenn mein Körper mit mir sprach.

    Solange es mir leicht fiel, den Hintern nicht hochzubekommen brauchte ich nicht zu denken, nicht zu handeln. Erst als die Konsequenzen aus meiner Faulheit, meiner Unehrlichkeit, meiner Unfähigkeit mein Leben zu leben grösser und belastender wurden, sprang der Selbstschutz, der Überlebenswille wieder an. Das hätte auch unter der Erde enden können.

    Meiner Unfähigkeit zu leben aus dem Weg zu gehen ist einfach, legal und wird breit gefördert.

    LG Karl

    Hallo BC,

    was kann der andere mir geben und mehr und mehr und mehr, um mich immer wieder zu befriedigen. Was muss ich dem anderen geben, um ihn immer wieder zu befriedigen und mehr und mehr und mehr.

    Wie sol das funktionieren, wenn ich mir nur selbst geben kann, was ich brauche?

    LG Karl

    Hallo Matthias,

    danke, dass Du schon so lange am Ball bist und Dich mit Deiner Erfahrung nicht aus der Ruhe bringen lässt. Hier huschen ja gerade viele Themen über den Bildschirm.

    Zur Trockenarbeit:
    Es fällt mir heute leichter, viele geänderte Abläufe in meinem Leben nicht mehr direkt als Arbeit zu betrachten. Dazwischen liegen aber auch Unverständnis, Betonpfeiler, die mir immer im Weg standen und Beulen verpassten und jede Menge vollgerotzter Eimer, die einfach so aus mir raus liefen. Ich kann nicht mehr genau sagen, ob mich die Feststellung Alkoholiker zu sein und mir diesen Umstand einzugestehen mehr durchgeschüttelt hat, denn ich war ja hier als Co, wegen meiner saufenden Exfrau oder die Tatsache einen Schritt aus meiner Coabhängigheit herauszutreten, indem ich mich von meiner Exfrau trennte oder ob es jede einzelne festgestellte Fehlprogrammierung war, jedes Begreifen hinter dem Alkohol, hinter der Coabhängigkeit und hinter der Unfähigkeit mein Leben zu leben.

    Für mich bedeutet Arbeit Leistung, Energieverbrauch, Druck, sonst benenne ich das anders, vielleicht Freude, Glück oder Orgasmus. Arbeit ist eine Beschäftigung, was tun, schaffen, mit Anstrengung, unter Belastung, mit Mühe, Qual und unter Strapazen. Genauso war mein Trockenwerden und da unterscheide ich heute nicht mehr zwischen coabhängig und Suchtmittelabhängigkeit = Frau, Alkohol, Süßigkeiten, Nikotin, mein Verhalten, denn Sucht ist Sucht. Ich wurde nicht nur trocken weil ich nicht mehr getrunken habe, sondern weil ich fähig wurde zu ändern. Jede einzelne Änderung verlangte von mir Mut zum Tun und beinhaltete Unsicherheit und Angst. Der fehlende Mut, die Unsicherheit, die Angst, ließen bei mir keine Freude aufkommen. Natürlich habe ich mich über jede erreichte Stufe gefreut und natürlich bin ich nicht 24 Std. mit einem Jammerdeprischädel rumgelaufen, ich habe auch gelacht, aber nicht über das was mir Angst machte.

    Damals kreisten meine Gedanken um Verlust und da kamen Gefühle hoch, die Depression und Suizidgedanken in mir kreisen ließen. Ich habe kein Patentrezept gefunden, wie ich mir die überschäumenden Fehlpolungen meiner Gefühle hätte wegdenken können. Ich habe auch heute keins, außer den vielen kleinen Stückchen, die mich aneinandergereiht ausmachen. Es ist da etwas trostlos, einem frisch Trockenen, der den Änderungsprozess anschiebt, mit bleib im Heute, bei dir oder das wird schon, gib dir Zeit zu kommen oder Betonpfeiler drüber zu ziehen, wenn sich gerade Abgründe auftun.

    Es wurde keine Muskelkraft verbraucht, nur Hirnschmalz = größter Energiefresser = Hirn = Vorarbeiter und der kostet Energie. Freudestrahlend und voller Elan den ersten Schnee wegzuschaufeln ist mir zwar auch fremd, nur, davor habe ich keine Angst. Ich mache meine Arbeit gerne, aber freudestrahlend und lustvoll gehe ich mit meiner Frau in die Berge oder ins Bett und nicht an die Arbeit. Die Vorstellung, mich erfüllt in Erwartung trockener Tage aus einer Beziehung zu lösen, aus einer Abhängigkeit lachend heraus zu tanzen fällt mir schwer, so orange kann ich nie werden, da müsste ich schon noch einige Betonpfeiler köppen. Für mich bleibt es anfangs harte Trockenarbeit immer wieder über seinen Schatten zu springen und für jemanden, der sein Leben massiv ändert, sind anfangs Wochen, Monate und Jahre weit weg. Heute ist es keine Arbeit mehr trocken zu sein, anders zu denken oder anders zu sein, eher so als wäre mir ein Bart ins Gesicht gewachsen, der wäre einfach, genauso wie die tägliche Rasur.

    Lieben Gruß Karl

    Liebe Melanie, lieber Matthias, hallo Ihr Lieben,

    späte Sommergrüße zurück, ich bin in allem was langsam geworden, nur die Zeit, die vergeht viel zu schnell. Andere Menschen sehen, grüßen oder im Kopf haben ist eine schöne Sache, aber keine Notwendigkeit, um ihren Wert zu schätzen. Sie haben ein gutes Plätzchen und das reicht mir. Meine Mutter ist 36 1/2 Jahre älter als ich und wenn ich dieses stolze Alter auch erreichen sollte, werden die Wenigsten von uns Schreiberlingen und Leseratten, die wenigsten in meinem Umfeld, wahrscheinlich noch real da sein. Sie sind dann im Kopf, in Erinnerungen, also, so wie hier im Forum, nicht greifbar und wertvoll, naja, sofern mein Hirn dann noch mitspielt.

    Muss Trennung immer sein, haben wir noch ein Chance, gibt es auch Positives, heißt es gelegentlich? Nö, zuerst kommt immer nur Lebensänderung und ändern ist immer so was. Aber dann, in dem Sinne mal wieder was Intimes und Persönliches:

    Rückblick Kurzfassung: Frau abhängig, Forum gefunden, Coabhängigkeit erkannt, Änderungen, eigene Sauferei und Fehlprogrammierungen = Süchte erkannt, Änderungen, getrennt, ausgezogen, trocken, 1 Jahr rum, Frau in Therapie, trocken retour, neuer Versuch, nicht geklappt, 2 Jahre rum, seit ü2 ½ Jahren neue, schöne Beziehung.

    Ü6 Jahre rum. Ich möchte keine der gemachten Erfahrungen missen, aber auch keine nochmals durchmachen. Vieles, was sich oben so im Zeitraffer liest ist weit weg, danke, dass ich das Forum und Hilfe fand.

    29.12.2010 Essenz aus 4 ½ Jahren Forum: Heute, im Heute bleiben, nicht bewerten, lassen, grundlos ändern und ordnen.

    So - weiter im Heute: meine tolle Singlewohnung ist getauscht gegen Familienleben, mit Haus, Garten und Glücksfee. Wir leben jetzt zusammen. Uns war etwas mulmig zusammen zu ziehen, schließlich haben wir beide unsere Paarpleiten hinter uns gebracht. Die Freizügigkeiten, die Eigenständigkeit des für sich leben können, das nicht mehr anpassen müssen, das nach Belieben zurückziehen können, hat ja auch was und wird schnell zur Normalität. Vom extremen Klammercolisten, zum „der Mensch ist nicht für Bindungen geschaffen“, ist es da nicht weit, zur Mitte schon. Anfangs schrieb ich hier an einen Freund „dann werde ich Extremist“. Extremen Misst gibt es in der Mitte nicht. Jetzt schauen wir mal, was wir noch so drauf haben. Paarleben heißt üben, probieren, fummeln, immer was tun, sich auseinandersetzen, fühlen, lernen, entwickeln, weit über die Naschkatzenzeit hinaus und nie mit den Kopf am Busen des anderen schnarchend einpennen. Dauernachtgaumensegelsteifmacher könnte vielleicht mehr Paare erfreuen, als die Pillchen für paar Minuten hin- und her.

    Beziehung, d. h., dann wenn wir zusammen sind, sind wir zusammen, also beieinander und nicht irgendwo anders, nicht vor der Glotze, nicht am PC, nicht am Telefon oder im Job, einfach ungeklammert zusammen. Das ändert sich jetzt etwas, denn jetzt sind wir ja noch mehr zusammen. Da sind wir schon mal zusammen und gedanklich wo anders. Auch eine neue Situation die es zu meistern gilt.

    Von den extremen Höhen in tiefe Wasser abzutauchen, zu gemächlichem an der Oberfläche paddeln und zu akzeptieren, dass weder das Tiefe, noch die Höhe an uns zerren kann, solange wir es nicht zulassen, ist eine wertvolle Erfahrung. Bodenständigkeit heißt ständig geerdet zu sein, wie langweilig. Hinhören und obacht geben kann ganz schön banal, einfach und gewöhnlich sein. Mir kommt das immer wieder so vor wie, Gas geben zu müssen, laufen zu müssen, Sport treiben zu müssen, fressen zu müssen, mich an was abgeben zu müssen. Dann trotze ich und werde zu einem faulen Sack. Da muss ich noch mal tiefer ran. Kerlistisches Sackkratzen bringt mich nicht weiter. Ein aktiver fauler Sack wäre dann ein agiler Sackhüpfer. Da bekommt Agility eine ganz neue Bedeutung. Vielleicht bin ich ja gar kein Kaltblut sondern ein Hund und musste einfach nur an die richtige Leine. Ich mache mir auch nichts vor, wenn ich an Querelen denke. Wenn einer mal pupst und ich denke es stinkt, da sind auch bei mir genug Urinstinkte die hoch kommen.

    Mein Vorsatz ist es mit weniger schneller mehr zu erreichen. Nur, genau da liegt der Ausgang in die Beschränktheit, ins Nichtstun, in Faulheit, in Gier, in Angst, in Krankheit. Das sortiere ich noch, denn geistige Phrasen sind dann eher wie Sack zu und ab in den Müll, dazu Urinstinkte, was für eine Stänkermischung.

    Einen Ursprung meiner Krankheiten sah ich in der tollen Wissenschaftssendung im 3.TV. Manche Kinder werden geboren und erhalten keine Aufmerksamkeit. Sie beginnen darum zu kämpfen bis sie ableben. Andere bekommen zu viel und verlangen ebenso danach, bis zum Schluss. „Mitte“ ist da so eine Sache. Meine Chancen da raus zu kommen sind ziemlich begrenzt. Erkennen und agieren, nur was? Was in und mit mir passiert mache ich überhaupt nicht, sondern mein Unterbewusstsein, ohne mich. Von den übrigen paar Prozent beschäftigt sich der größte Teil mit was anderem, nur meistens nicht mit mir. Ich muss mich mir ja nicht aufdrängen. Aufdringlich ist mein Bestimmerhirn schon genug. Es steuert alles, reißt sich egoistisch alles unter den Nagel, und gibt erst ab, wenn es ein lautes Bäuerchen gemacht hat. Da ist es egal, ob vorübergehend andere Funktionen und Organe abgestellt werden, erst in die Birne, dann der Rest. Der Sack ist so egoistisch, dass er sogar Teile seines eigenen Hirns abstellt. Vielleicht überträgt sich sowas ja auch.

    Gelegentlich muss ich überprüfen, ob es offensichtliche Änderungen in meinem Neuleben gibt. Hier ist ja nun vieles aufgezeichnet und dann frage ich mich: halte ich mich an alles was ich aufgenommen habe? Wie soll das möglich sein, bei so einem raffinierten Hirn, das mich und sich selbst tagtäglich austrickst?

    Jemand meinte mal hier: Wenn ich mich mit so viel beschäftige, dann habe ich ja keine Zeit mehr für was anderes, das sei doch kein Leben mehr. Klar, alles auf einmal geht nicht, deshalb geht es ja auch immer weiter und das dauert. Mit bestimmten Dingen kann ich heute nur noch wenig anfangen, früher war das genau umgekehrt. Trinken, Coanteile ausleben, rauchen, fressen, Zeit verplempern und Verplempermenschen, da ist viel drauf gegangen und ich fand das auch noch gut, so gut, dass es fast zum Tod machen war. Immer alles in der Waage zu halten ist als wäre ich ein Puppenspieler, da ist alles in Bewegung, so hat es die Natur vorgesehen, nur dass es noch nicht so richtig klappt. Ich stelle mir das schon mal wie so einen Augsburger Puppenhampelmann vor: lauter Fädchen die in Bewegung sind, Ernährung, Außen, Umfeld, Innen, Bedürfnisse, Umwelt, Mitte, Gesundheit, immer alles schön ausgeglichen halten- und das mit den paar Prozent Bewusstsein. Klar geht das und da ist ja noch der Rest, der alles immer wieder durcheinander bringt, bremst oder ausbremst.

    Wenn ich mich als Ganzes betrachte, so von oben, dann sehe ich allerlei Verunstaltungen. Mein Job ist es bei mir zu sein, hinzusehen und zu ändern. Ich kann die Welt, das Außen nicht ändern, andere kann ich nicht ändern, die Vergangenheit kann ich nicht ändern, nur mich. Nichts geschieht auf Knopfdruck. Das Brot im Backofen braucht Zeit. Natürliches Essen braucht Zeit. Verdauung braucht Zeit. Entwicklung braucht Zeit. Ich brauche Zeit. Manchmal bin ich dann kein Hampelmann, sondern eher etwas zwischen diesem nächtlichen Laberkastenbrot und einer Schlaftablette.

    Oft bin ich verhalten. Wenn ich mich nicht bewege, dann werde ich rund. Rund werden heißt bei mir schwerfällig sein. Das schlägt aufs Gemüt, das macht anfällig für noch mehr weniger bewegen, für mehr reagieren, fressen, glotzen, für Launen, Abhängigkeit, Maßlosigkeit, Krankheit, Gier, Faulheit, Ärzte, Fremdbestimmung, Stress, Kampf. Ein unglaublicher nicht endender Kreislauf, bei dem ich immer offener für das werde, was ich los werden will. Paar Sachen nicht beachtet und es passiert was. Die einfachsten, aneinandergereihten Vorläufer einer Passiert-was-Bombe kann ich oft sofort erkennen, meist wenn es zu spät ist, dann zerreißt es mich. Mangelerscheinungen im Körper, durch Ernährungsfehler, durch Bewegungsfehler, Fehlprogrammierung in der Psyche, durch falsche Gedanken, durch falschen Umgang, nicht gutes Umfeld, Stress, Hektik, private Änderungen, durch Fehlentscheidungen, durch unangenehme Konsequenzen, durch Unnatürlichkeiten, durch Abhängigkeiten, durch Ängste, durch Unehrlichkeiten, durch Reaktionen auf Reaktionen. Scheinbar urplötzlich kommt etwas hoch. Mit dem ersten Gedanken kann ich die Uhr danach stellen und dann hängt wieder was rum, was nicht dahin gehört.

    Ich kann da jetzt suchen, untersuchen und von A- nach B laufen, warum und weshalb erlernen und dann kommt es doch ganz anders. Meine Energieversorgung ist so was. Da sagt einer halb zehn in Deutschland musste dir was rein ziehen, machen alle so, da biste wieder leistungsfähig. Woher wollen die denn wissen? Die sagen das einfach, kassieren jeden Tag ihren Obolus und Millionen machen, jeden Tag. Nun kann es aber sein, dass bei mir nicht mehr genug Insulin produziert wird oder genau diese vom Hirn unterdrückt wird, nicht genug Glukose, die Stoffe nicht hochwertig, nicht natürlich genug sind, nicht genug Sauerstoff bereitgestellt wird, nicht richtig verwertet wird, mein Hirn nach besonders großen Suchtpaketen verlangt oder von allem etwas. Vielleicht sind auch schon einige Zellbereiche versauert und gären vor sich hin, stehen kurz vor der unkontrollierten Teilung, statt Powerleistung zu erzeugen. Wenn ich in meinem Job so einen Stuss labere wie ich es draußen oft höre, dann heißt es: Abmahnung, zahlen. Andere dürfen das und bekommen schulterklopfend alles über den Tisch geschoben. In dem Wirrwarr soll ich den Überblick behalten? Das erscheint mir heute recht viel für meine paar Prozent Bewusstsein, zu kompliziert und da ist es schon mal leichter und angenehmer, andere für die eigenen Unzugänglich zu missbrauchen, sich abzulenken und nicht hinzusehen. So was passiert, bei mir, bei anderen, immer wieder.

    Da nutzt es mir wenig, dass ich weiß woher, warum und weshalb. Weiß, dass mein Bewusstsein unbedeutend ist und in mir die Fäden gezogen werden, was ja dann Abhängigkeit von mir wäre- und mich bekomme ich ja nicht los. Manchmal ist es mir einfach zu doof, immer anders zu sein, natürlich zu sein und gegen all das anzuleben, was mir aus allen Rohren von klein auf vorgelebt, vorgemacht wurde und wird. Selbst einige meiner Vorturner oder die, zu denen ich aufblicke, die, die doch immer sagen und vorleben wie es sein müsste, sind die, die überhaupt nicht so sind, wie ich es mir erlebt und erdacht habe. Selbst in einer namhafter Gesundheitswissenschaftssendung, liefen im Abspann die Namen großer Junkfoot Lebensmittelkonzerne, ehrenhalber, verstehe. Einige wenige Weggefährten sind da ähnlich „anders“ gepolt und denen scheint es gut damit zu gehen. Ich freue mich dann riesig, wenn ich wieder einen entdecke.

    Langsam verstehe ich was Ehrlichkeit bedeutet. Trotzdem bei mir bleiben. Das tut oft weh. Bewusstes Wegsehen tut irgendwann weh. Nur- vor mir wegsehen, vor mir auch? Das ist am Schwierigsten zu erkennen – und dabei in der Mitte, bei mir zu bleiben, ist noch ein weiter Weg. Um das Wörtchen Ehrlichkeit für mich so zu verstehen, ein Freund lies es mal denkend in mir, habe ich 1 ½ Jahre gebraucht, ganz schön lange.

    Der Alkohol, die Coabhängigkeit, das ganze Drumherum der letzten 6 Jahre, das sind unbezahlbare Lehrstunden, um mich immer weiter auf Neues vorzubereiten. Was mache ich denn als Wrack, wenn die Gesundheit nicht mit spielt, ohne Geld, wenn alles verpulvert ist, ohne Zeit, wenn ich nur noch Löcher stopfe, alleine, ohne Familie und Partnerin, weil mich keiner mehr erträgt? Wenn die Lifepoints aufgebraucht sind, bleibt noch die Lotterie. Glücksspiel macht süchtig, heißt es im Abspann jeder Glücksspielwerbung. Da gefällt es mir besser, wenn ich mich immer wieder selbst als Hauptgewinn ziehe und bei mir im Jetzt bleibe.

    Als ich hier auflief, da wurden Kräfte in mir aktiviert, die ich so noch nicht kannte. Über mich schreiben, von der Seele schreiben was ich dachte und fühlte, raus lassen, Feedback bekommen, Gleichgesinnte, Verständnis finden, das waren mächtige Antreiber. Zurück zu mir zu finden war da etwas anderes. Vorgelebte Entwicklungsstufen beachten und weiter zu denken als das, was vom Gefühl, ins Hirn, in die Finger, auf die Tastatur, in die Post gelangte, war wieder was anderes. Dazu trugen die Forumsregeln, Beschränkungen und Anregungen bei.

    Rum hampeln, Rechtfertigungen, Argumente, Gründe suchen und finden ist recht einfach. Gladiatoren, Mitläufer und Säckchenkrauler gibt es genug. Klar, ich mache mich davon nicht frei. Darauf zu stoßen, zu beachten und abzustellen ist eine unendliche Aufgabe, wie anecken ohne Beulen zu bekommen. Wenn alles aus mir herausbricht, so wie aus einer auf den Kopf gestellten Flasche, ist es schwer jeden Tropfen mit bloßen Händen aufzufangen und in einen neuen, passenden Behälter abzulegen.

    Hier im Forum gibt es Regeln, Geschriebene und Ungeschriebene. Gelesen habe ich schon viele, ob ich mich immer daran gehalten habe wage ich zu bezweifeln. Nicht über andere schreiben, bei mir bleiben, sachlich bleiben, nichts persönlich nehmen, den Kern sehen, sich nicht auf Spielplätze begeben, nicht plaudern, nicht zu viel schreiben, mehr von sich geben, offen sein, ehrlich sein, zu überlegen, spontan sein, Distanz wahren, die Meinung sagen, nicht provozieren, nichts Allgemeines ansprechen, nichts zerpflücken, keine Suchtverlagerung in das Forum, Abstand wahren, keine Partei ergreifen, nicht schleimen, nicht diskutieren, dem anderen seine gesunden und kranken Gedanken lassen, nichts Missverständliches schreiben, eindeutig, nicht mehrdeutig sein, die Anonymität wahren, mein Anspruchsverhalten überdenken, nicht denken was anderer denken können, darauf achten, was meine Gedanken bei anderen anstellen können, beim Thema Alkohol bleiben, keine Marken, keine Zitate, denn selbst das was andere nur im Mund hatten, kann schon geschützt sein oder einfach zur Seite gehen, wenn sich ein Pickel nähert. Das alles unter einen Hut zu bekommen, den Widerspruch des Widerspruchs und dabei am Ball zu bleiben, abzuwägen, was mir die Veröffentlichung von Gedanken überhaupt bringt, was ich damit offen und im Verborgenen befriedige, das ist wieder wie Flasche, nur größer, so wie das, was aus einem Wasserfass ausgelaufen ist wieder zurück zu bekommen, ohne Druck, ohne Belastung- das bleibt eine unendliches Aufgabe. Eine einfache Aufgabe. Einfach das Fass an die Gedankenrinne anschließen, irgendwann ist es von alleine voll. Das kann ruhig lange dauern, denn dazwischen gibt es ja noch Agility-Paar-Sackhüpfen.

    Sagen können, verstehen, ausdrücken, antworten und es dann doch nicht tun. Mensch sein beinhaltet die Freiheit anders zu sein. Das scheinbar gerade heraus posaunte erscheint dann schon einmal gebogen und Gebogenes gerade. Einfach was Krummes stehen zu lassen ist schwer, es geht aber immer besser. Das eine vom anderen zu unterscheiden ist bei mir eine unendliche Aufgabe, wobei, oft muss ich gar nichts unterscheiden. Immer sagen was ich denke und fühle, wann und wo immer und mich dabei als wertvoll achten ist eine längerfristige Angelegenheit, denn wenn ich denke „geschafft“, hat „edit“ in mir schon wieder zugeschlagen. Wenn ich mich an alles halte, dann muss ich nur noch akzeptieren, dass die Gedanken und formulierten Worte anderer deren sind und mit mir nichts zu tun haben. Da bin ich wieder bei den Aktiven, die meinen Weg im Laufe der Zeit kreuzten.

    Bei mir sein, das heißt Parameter beachten, agieren und nicht reagieren. Ich kann mir das schön reden, schön vorstellen und gehe wieder dahin, wo ich nicht mehr hin will, ohne was zu merken. Das passiert immer wieder mal, nur immer was anders.

    Agieren = Tun, im Heute, ohne zu bewerten, loslassen, ordnen, grundlos ändern
    Reagieren = es passiert etwas und ich mache was passieren soll, das was wer auch immer vor gibt.
    Das eine von anderen unterscheiden… Das Leben kann ein schönes gemächliches hin- und her sein…

    Natürlich funktioniert das nicht reibungslos. Z. B. über Grundlos haben wir uns mal hier gefegt. Was ist grundlos, wenn mein Bewusstsein unbedeutend an meinem Verhalten beteiligt ist und der Rest von einem egoistischen Urinstinkt in Grund und Boden manipuliert wird, zum willenlosen Reaktor degradiert wird? Im Entferntesten wäre das jetzt ein bewusstes Abbrennen agiler Reaktorsäcke. Glauben ja alle, dass so was geht, hatten wir neulich wieder…..

    Ich bin ja hier im diesem Forum um mich gesund zu machen und das dauert, bei mir dauert das. Ich kann mich hier nicht laufend selbst befriedigen, da ist mir einiges abhanden gekommen. Nö, ich will das auch nicht zurück. Das hat mir lange gut getan, geholfen. Jetzt möchte ich mehr Abstand und fahre damit ganz gut. Mein krankes Hirn ist ja da, in mir, das gehört zu mir und das kann ich schlecht hier lassen. Solange ich noch etwas zu schreiben habe und da ist ja wieder einiges zusammen gekommen, kokelt ja noch einiges in mir rum. Was kokelt muss raus, abbrennen, erlöschen, betrifft mich ja. Da wo es weh tut, da muss ich hin, was nicht heißt, überall meinen Senf dazugeben zu müssen.

    Draußen, in der TV-Konsumgesellschaft wird öffentlich dokumentiert und festgehalten, wie andere leben. Da wird nachgespielt, geändert, vorgespielt, wie andere gerne wären. Dann wird gezeigt, wie andere hätten sein sollen können. Das ziehen sich Gucker ununterbrochen, gelähmt und im Abseits rein, um das dann selbst darzustellen. Geguckte Realität. Das ist dann reagieren = es passiert etwas und ich mache was passieren soll, fremdbestimmtes Chaos mit der manifestierten vorgelebten Bestätigung: das ist so richtig. Konsumieren ist richtig, saufen ist richtig, rauchen ist richtig, fressen ist richtig, aufschneiden ist richtig. Da schüttelt es mich gewaltig durch. Alle haben etwas davon, nur ich nicht.

    Von Zeit zu Zeit treffe ich auch Menschen, deren Teil der Krankheit es ist, mit Menschen zu spielen, das Ausleben kranker Anteile durch Manipulation und Missbrauch anderer, sich durch Kampf und Streit zu messen, zu positionieren, zu spüren, zu finden, sich auszudrücken wie einen fetten Pickel. Das ist gewöhnliche Urstinkerei. Dabei ist es keine Kunst, das eigene Ver-Halten nicht zu kennen oder bewusst zu übersehen, denn die Selbstlüge ist ja im Kern, im Unterbewusstsein gut aufgehoben versteckt, paar Prozent, was ist das schon, denn die fettesten Pickel sind innen drin.

    Da wird es jetzt kompliziert: sich selbst unbewusst belügen, um zur eigenen Befriedigung aus der Konsequenz der Beschränktheit andere zu missbrauchen. Das ist so, wie an einem Fiskalpakt zu arbeiten, dabei zu erfahren, dass es tief innen drin um Fäkalschieberei geht, für die es noch kein passendes Klärwerk gibt. Mit diesem Bakterienherd ist der abgeklärteste Wischmob überfordert, und – da hat jeder sein Recht darauf.

    Selbstklärung ist für mich, sich bewusst ansehen können, wenn eine Beule aufplatzt, ohne auf sich und andere zu zeigen, ohne sich zu vergraben. Besser es tropf einfach so heraus, als wenn etwas herausgeschnitten werden muss. Aufdringlich ist mein Hirn schon genug. Es steuert alles, reißt sich egoistisch alles unter den Nagel und gibt erst ab, wenn es sein Bäuerchen gemacht hat. Vielleicht überträgt sich sowas ja auch.

    Also, wenn ich alles tue um mein Hirn zu befriedigen, es liebevoll streichle und hege, es mit bestem Bergsauerstoff versorge, mich viel Bewege, die Zuleitungen frei halte, meinen Körper mit unverseuchtem Quellwasser und besten BioÖko tiereiweißfreien Rohstoffen versorge, in gutem Umfeld lebe und meine Lebenseinstellung immer weiter korrigiere, dann bin ich ganz schön abhängig. Noch abhängiger als je zu vor. Wo mag das nur enden?

    Alltag, das ist das Leben. Darin zu bestehen, das ist meine unendliche Aufgabe.

    Und keine Sorge, so lange meine Finger nicht vergischtet sind, noch was durchs Hirn rauscht, so lange geht noch was.

    Danke Karsten, danke Forum, LG und gute 24h Kaltblut

    ..und der Rest steht wie immer wo anders https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3884.html

    Hallo Manfred,

    danke für Deine Seiten, mit denen ich immer wieder viel anfangen kann.

    Zitat

    „Jetzt ist mit dem Aussprechen/Schreiben der inneren Konflikte vor anderen Menschen auch immer ein Risiko verbunden.
    Da, wo Fragen, Ratschläge, Kommentare, etc. möglich sind, da muss ich auch mit diesen rechnen und einen Umgang damit finden.“


    Das ist für mich ankommen, Mitte sein, die eigene Toleranz im Umgang mit Brauchen, gebrauchen und missbrauchen. Wenn ich monatelang ein Karnickel füttere, das gehäutet im Topf landet und von den Gästen wohlwollend mit Geschmatze und Gerülpse begutachtet wird, wird sich niemand daran erinnern, wie viel Löwenzahn liebevoll von den Kindern gezupft und gefüttert wurde. Ich werde auch nicht jammernd am Herd stehen und die Kinder trösten, auch nicht die verdauten Überreste am Folgetag aus dem Gully fischen, um daraus Gedenkfiguren zu formen, sondern mein Häufchen einfach obendrauf setzen, meinen Umgang finden.

    Danke Zerfreila:

    Zitat

    Und da gibt es dann auch mal nichts dran zu deuteln an einem Beitrag. Nein. Ich bin dankbar für das, was ich bekommen habe und weiß den Wert eines solchen Beitrags zu schätzen. Wertschätzung...

    ...Ein anderer Punkt ist vielleicht noch die Anspruchshaltung, sich ganz bequem und dann noch ohne eigene Beteiligung mit Erfahrungs- und Gedankengut versorgen zu lassen. Dann noch in dieser schon weiter oben angedeuteten Konsum-Mentalität.


    Wir hatten zu Hause noch die blöde Angewohnheit beim Essen nicht zu reden. Essen, wenn gegessen wurde. Reden, wenn geredet werden durfte. Hier kann ich lesen, schreiben, glotzen, essen, Kinder versorgen, Karnickel füttern und sogar den Läppi mit auf den Eipott nehmen- alles gleichzeitig und mich multiple befriedigen. Geteilter Wert bleibt geteilter Wert.

    Ändern wollen, was andere nicht wollen senkt die Quoten. Die Einschaltquoten einer unterhaltsamen Soap liegen solange höher als die bei einer lebenswichtigen Information, bis sich im Naturell des Menschen etwas ändert. Das dauert gewöhnlich Jahrtausende, gelegentlich fungieren Krankheiten als vorübergehende Brandbeschleuniger. Rutschig und flutschich ist eben angenehmer als knall und hart.

    LG Karl

    Lieber Old Flatterhand,

    Dein Satz: "Sagen bis wert" begleitet mich, seit Du ihn hinterlassen hast, danke.

    Ich habe mich darüber gefreut, nicht bis September warten zu müssen. .... und schon bist Du wieder weg.

    Trockene 24h und alles Gute Kaltblut

    Hallo BC,

    Du bist ja nun eine, die am Ball bleibt, die beim Thema bleibt, die trocken ist und mit sich was anstellt. Ich danke Dir dafür, dass Du einen Leitfaden hast und mich daran teilhaben lässt.

    Wiedergefunden:

    Zitat

    „Meist hat es gar nichts mit mir zu tun - denn ich bin so wie ich bin - es hat mehr mit dem Wunschdenken des Anderen über mich zu tun. Wie ich in seinen Augen zu sein und auf ihn und seine Meinung zu reagieren habe - gehen diese Bilder zu weit auseinander und kommt die Realität zum Vorschein, ist man verletzt - obwohl gar nicht verletzt wurde - es wurde einfach nur sein Leben weiter gelebt, sich weiter entwickelt, seine Meinung vertreten. Kompliziert - aber nach einer Weile auch begreifbar. Ich sage mir heute immer: alles hat zwei Seiten. Komme ich aber mit einer Seite eines Menschen nicht oder nicht mehr zurecht, dann lasse ich ihn gehen - still und leise.“


    Wenn ich alles was hier in diesen Forum geschrieben steht behalten könnte, wow, dann wäre ich ganz schön weit gekommen, aber, alles braucht Zeit, Wiederholungen, Zeit und nochmals Zeit und deshalb bin ich heute immer noch hier, z. B. um nachzusehen, ob auf der andern Seite von meinem Butterbrot, also da wo keine Butter und kein Käse drauf sind, nicht schon der Schimmel angesetzt hat.

    LG und schön dass Du am Ball bleibst Kaltblut

    Hallo Seti,

    das ist eine Überraschung. Wir hatten damals einen sehr tiefen Austausch, der viel in mir aufgerissen hatte und mich Dinge denken und aufschreiben lies, zu denen ich vorher nicht in der Lage war. Danke, dass Du mir mit Deiner Geschichte geholfen hast, mich und mein Handeln zu verstehen.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch und eine freie Zukunft.

    LG Karl



    Hallo drybabe,

    danke für Deinen Faden. Für mich ist das was in solchen Fällen abgeht zeitweise fehlender Verstand, fehlende Kommunikationsmöglichkeit, Freilassen von dem was in uns brodelt, eine der Krankheitsursachen und auf viel mehr anwendbar als nur die hier vertretenen Krankheiten, also umso wichtiger.

    Fehlende Kommunikationsmöglichkeit = Hilflosigkeit = Alternative brauchen, um mich auszudrücken, um mich zu rechtfertigen, zu verteidigen, um auszuteilen, um abzulenken, mich zu befriedigen, so wie es in mir drin ist, so wie ich es mitbekommen habe. Da wird zu den Mitteln gegriffen, die jedem zur Verfügung stehen, die jeder braucht. Die sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst und genauso unverständlich.

    Für mich war es anfangs schwierig, all das Neue zu verarbeiten und dann noch ruhig dabei zu bleiben. Dazu kamen einige, die immer alles besser wussten, die richtig oder falsch lagen, was ich überhaupt noch nicht beurteilen konnte (und das musste ich doch) und die, von denen ich lernte, ob mit knallharten Argumenten, die ich so nicht hören wollte oder mit verständlichen Streichelzooeinheiten. Was dabei besser war und was nicht ist ja was ganz anderes. Streiten und sich mit etwas, mit anderen auseinandersetzen heißt ja auch nicht kaputtmachen und Rübe ab, sondern sehen was draus wird. Das Glück einem den Kopf abzuschlagen ist auch nur von kurzer Dauer.

    Ich habe mich oft verrannt, festgebissen und über Dinge nachgedacht, über die es für mich heute wenig nachzudenken gibt. Es ist mein Ding, wann und wie ich über etwas nachdenke, rede oder schreibe und selbst wenn das vollkommen falsch ist. Wenn ich denke, dass jemand toll und verständlich schreibt, dann ist das mein Ding, denn für einen anderen kann es genau das Gegenteil bedeuten und morgen sieht das wieder ganz anders aus. Oft habe ich reagiert und bin dann auf Verwunderung gestoßen, denn der andere hatte es gar nicht so gemeint.

    Ich versuche dabei heute folgenden Weg zu gehen (meistens): nicht bewerten, stehen lassen und dabei nicht mehr rum zu eiern, ob das jetzt gelassen, also los gelassen von etwas ist oder gleichgültig, im Sinne von unwichtig bzw. gleich und gültig für vieles.

    a) Die Person kann nichts dafür, dass ich sie nicht verstehe
    b) Die Person kann nichts dafür, dass sie mich nicht versteht
    c) Ich habe mit der Aussage anderer wenig am Hut
    d) Es gibt keinen Grund sich deshalb auseinanderzusetzen

    Dadurch entfallen viele Fragen und Antworten, viele Auseinandersetzungen.
    Die Zeit kann heute anders eingesetzt werden und erspart mir Adrenalin, wodurch eine ganze Kette Folgeabläufe wegfällt.

    Manchmal wundere ich mich dann über mich, weil um mich rum alles viel zu ruhig und langweilig zu sein scheint.

    Am Schwierigsten war es zu akzeptieren, dass der Zustand normal sein kann.

    LG Kaltblut

    Zitat

    Ich habe auch die leise Ahnung, dass es ein immerwährender Prozeß sein wird - denn die Welt draußen steht ja nicht still und Trigger in Form von Abwertung lauern überall.


    Hallo BC,

    gut das der Spuk vorbei ist. Triggern ist ja auch irgend sowas spukiges.Ich kann auf triggern abfahren oder triggern triggern sein lassen. Ohne dieses Neuwort fehlt mir nichts, ich bin bei mir und was die um mich rum mit sich anstellen geht mich nichts an, damit löst sich das Wort einfach auf. Sinnvolle Sprachschatzvernichtung. Das passt dem Umfeld selten, denn dort ist jeder mit seiner Sprachschatzerweiterung beschäftigt, dabei bedarf es so wenig, um auszudrücken was ich will.

    Das weiter zu lernen und in mich einzubauen ist es mir wert und war einmal unvorstellbar.

    LG Karl

    Hallo beagle,

    so wie Hartmut schreibt könnte es sein. So wie Du es anderweitig notiert hast,

    Zitat

    ..es ist so, dass der mensch im grunde auch ein "tier" ist. wir haben instinkte, und wir ordnen ein = beurteilen. Und das tun wir die ganze zeit. ist auch wichtig, denn als mensch hat man, wie auch ein tier, dafür zu sorgen dass man am leben bleibt. daher ist es für uns wichtig, ja lebenswichtig, menschen und situationen in blitzesschnelle einzuordnen = zu = bewerten.

    In sekundenbruchteilen sind wir in der lage eine situation als gefährlich odre ungefährlich einzustufen....

    ...wäre es gut, hätte ich nicht instinktiv meine Süchte, wieder besseren Wissens ausgelebt.

    Damit so was nicht so leicht nochmals passiert, darf ich mich regelmäßig befragen, ob mein Kurs noch stimmt, mir in mein Hirn langen, also in den paar Prozent Bewusstsein nachschauen was stimmt und was nicht. Das fällt mir nicht immer leicht und nicht umsonst heißt es, sich keine "W-Fragen" zu stellen. Diese w's, die vielen warum, wieso, weshalb, usw. bringen nach jeder Antwort neue Fragen und das kann ziemlich bekloppt machen.

    Mein Lebensziel ist es, gelassen mit mir und meiner Welt zu leben, bei mir zu sein, in meiner Mitte, ausgeglichen, beruhigt und jeden Tag neue Fragen zu stellen, bekloppt hin, bekloppt her und das eine vom anderen unterscheiden.

    Da war einmal die Gabe, dass ich nicht gefragt habe und in Ruhe leben konnte, bis ich feststellte, dass ich ziemlich auf den Arm genommen wurde. Je mehr ich mich damit beschäftige, je besser geht es mir heute mit den vielen Fragen und Antworten.

    LG Kaltblut

    Hallo beagle,

    stell Dir vor, dass Dein bewusstes Handeln nur 4% Anteil an den ganzen Abläufen in Deinem Organismus hat und der Rest, also 96%, von Dir nicht wahrgenommen werden. Du bist trocken, weisst das und tust alles dafûr, soweit Du es mit 4% wahrnehmen kannst und 96% machen ihr eigenes Ding.

    Der Rest passiert im Unterbewusstsein. Verhalten aufgrund von Wahrnehmungen, Gewohnheiten, Wiederholungen, Situationen, Gefühlen, Gedanken. Nicht trinken ist eine Sache, was dahinter steht ist ja noch da. Das ist wie bei Mundgeruch und Atembonbons, die halten nur eine gewisse Zeit vor. Das funktioniert nur, wenn es vom Mund bis zum Magen nicht mehr fault. Dafür ist mehr erforderlich als nur nicht zu saufen.

    Es gibt Dinge, die sind lange Zeit in uns reingelebt und die bekommen wir so schnell nicht los. Zu wissen, dass etwas nicht gut ist, heisst ja noch nicht, dass ich weiss, wie ich damit umgehen kann und wenn ich das weiss heisst das immer noch nicht, dass ich etwas ändere.

    Für mich ist auch nass sein, wenn ich als Überflieger oder Opfer unterwegs bin und nicht in meiner Mitte bin. Trocken oder vom Partner frisch getrennt und gleich wieder auf Liebeswolke 7, wie soll das funktionieren, wenn der Rest noch von der Wäscheleine tropft?

    Sich auf die Finger zu klopfen und das erste Glas stehen zu lassen ist eine Sache, sich laufend ins Hirn zu langen etwas ganz anderes. Wenn die Welt Dir einreden möchte, dass Du saufend / coend ein besserer Mensch bist, dann ist es erstmal schwierig, sich trocken trotzdem noch besser zu fühlen.

    Daraus ergibt sich der wichtige Weg immer weiter zu ändern. So wie das erste Glas stehen bleiben kann, kann sich auch immer mehr im Alltag, im Leben, in den Lebensgewohnheiten, im Umfeld ändern.

    LG Kaltblut

    Zitat von Melinak

    l eine gleichsetzung under der versuch einer gleichsetzung beider suchtformen. klar kann ich das nicht.


    Liebe Melanie,

    Cos werden Alkoholiker, Alkoholiker werden Cos, was gibt es da zu verstehen? Das Gefühl das mich dazu macht? Das nasse Denken, das etwas in mir in Bewegung setzt?

    Geht es hier um die letzten gehüteten Geheimnisse kranker Hirne?
    Partner = Flasche Flasche = Partner – es geht immer nur um volle Flaschen, voll, leer, hohl.

    Jeder Alkoholiker und jeder Coabhängige ist so lange patschnass, bis er begriffen hat, dass nicht der Alkohol und nicht der Partner sein Problem ist, sondern er selbst. Egal wen von beiden Du in einer Tropfsteinhöhle an die Leine hängst, er wird meterhohe Stalagmiten produzieren, bis er wieder festen Boden unter den Füßen hat.

    Übrigens hüte ich mich davor zu behaupten, keine nassen Gedanken mehr zu haben, manchmal wäre ich froh eine Windel in greifbarer Nähe zu haben, aber ich darf heute immer mehr aus den Köpfen anderer bleiben und das ist auch gut so, ich verstehe mich ja selbst kaum.

    Lieben Gruß Karl