Beiträge von kaltblut

    Hallo Bruce,

    natürlich bin ich sicher, dass ich nicht mehr trinken werde, heute traue ich mir das einfach zu, ich traue mich. Ich laufe doch nicht durch die Gegend und denke fortwährend an einen Rückfall. Wenn ich rückfällig werden sollte oder in ein cocolores Loch falle, dann hat das sicher einen Grund. Der interessiert mich aber heute nicht, denn ich bin hier und im Heute. Ich habe dieses Anhängsel der Sucht und- das bekomme ich nicht mehr los, hängt es halt da irgendwo rum, fertig.

    Ich wundere mich, dass einige der Ansicht sind, dass durch ein Sicherheitsgefühl nichts mehr in sich rein zu kippen scheinbar etwas Neues, Unbekanntes ausgelöst werden soll, dass zurück an die Flasche führt. Es gibt immer zwei Seiten, also kann ich immer rückfällig werden, aber hier und jetzt nicht, da bin ich mir ganz sicher und das gibt mir Power.

    Hier steht ja nun schon einiges. Warum soll mich „sicher“ fühlen zu einem Rückfall führen? Mir das jetzt anzudichten oder mich wieder zu verrücken, weil, ich könnte ja und überhaupt, lasse ich da vorsorglich. Durch ein Wort in meinem Sprachgebrauch oder einen Satz auf meine Gesamtsituation zu schließen, halte ich für mich für überflüssig. Mein Verstand stellt mir nur wenige Prozent von dem zur Verfügung, was in meiner Birne abläuft. Von dem wenigen sind noch weniger Worte. Mir reicht es da zu einem bewussten Nein gekommen zu sein. Heute ist das so, das war auch schon anders, die Mühlen mahlen eben langsam.

    Das Suchtgefühl ist nicht mehr in meinem Bewusstsein, das ist irgendwo im Unterbewusstsein. Im Bewusstsein sind Gedanken, die dahinter stehen, die eine ganze Maschinerie in Gang setzen können. Die Zahnrädchen dieser Maschinerie gut zu schmieren, das ist mein Job. Ich schließe einfach aus, dass ich mir nochmals Gift in die Birne kippe.

    Solange ich die Naturgesetze beachte, schließe ich vieles aus. Gründe zu suchen, um mir genüsslich im Falle des Falles einen zu verpassen oder mich selbst unentwegt für unmündig zu erklären, gibt es genug. Ich brauche keine Sucht, um mich unentwegt in meiner Selbstbeschränkung zu suhlen.

    Rückfälle liegen immer in der Vergangenheit und im Außen und da hat mein Sicherheitsgefühl keinen Auslöseanteil dran.

    Zitat

    „Mich würde auch interessieren, wie langjährig Trockene mit ihrem Wissen von heute ihre Gefühle ihres ersten Jahres rückwirkend betrachten.“


    Ich verstehe nicht mehr was ich damals gemacht habe, das ist mir fremd geworden. Der ganze Rattenschwanz ist nicht mehr mit mir verwachsen. Vielleicht hängt er und stinkt noch da rum, da habe ich nichts mehr mit am Hut, fertig.

    Heute ist mir unvorstellbar, dass es damals nicht ging, dieses einfache Lassen.

    Zitat von Karsten

    Wenn ich hier lese, sehe ich viele Forenteilnehmer, die sich in einer Sicherheit wiegen, nach ein paar Wochen oder Monaten alles wissen zu glauben, sich als stabil bezeichnen und so weiter.


    Der Rest ist ein Job fürs Leben, das begann an dem Tag als ich aufhörte zu trinken und was sind da ein paar Worte.

    Zitat

    „War's das schon?"


    Das war es schon, um anzufangen mit dem Ändern.

    LG Kaltblut

    Zitat von BlueCloud

    "Zucker" und "Lassen"Ich weiß gar nicht, wo dieses immer wieder beschriebene Gefühl der Unmündigkeit herkommt. Niemand bestimmt über mein Leben - noch nicht einmal ein Arzt. Ich kann alles, was mir nicht passt ablehnen, muß keine Medikamente nehmen, wenn ich es nicht möchte, keiner Operation zustimmen, wenn ich es nicht will - alles meine mündige Entscheidung. Ich ändere schon durch meine Entscheidungen, die ich treffe.
    Genau das ist meine einzige Freiheit und auch meine Macht: mich entscheiden zu können - die Wahl zu haben.

    Liebe BC,

    schön zu lesen, dass es der Muskel ist, gute Besserung. Vielleicht gestattest Du nochmals was zurückzublättern, ich bin nicht so schnell. Meinst Du das Gefühl der gewollten Selbstbeschränkung? Nachdem ich hier an zahlreichen Betonpfeilern meinen Härtegrad überprüft habe, spediert wurde und die Beschränkung auf mich selbst aufgehoben habe, bin ich dazu in der Lage die antrainierte Unmündigkeit abzulegen.

    Das war nicht immer so. Ich war abgefüllt mit Fehlinformationen, mein Umfeld war fehlprogrammiert und von außen strömte ununterbrochen das auf mich ein, was mich davon weg bringen wollte, um nur ja nicht anders zu sein. Ich klammerte und wurde getackert. Das ist aber nichts Neues und ist nachlesbar bei einschlägigen Menschen bis viele Jahrhunderte v. u. Z., also eine Urbeschränktheit oder ein hartnäckiger, unnatürlicher Evolutionsstrang.

    Es liegt in meiner Hand zu ändern. Nur, wenn mir da dauernd einer drauf klopft, wenn das Umfeld von meiner Beschränktheit lebt, wenn ändern so schwer ist und nicht ändern noch nicht weh tut, warum sollte ich da was ändern? Woher weiß ich denn, dass das richtig ist, was alle meinen falsch zu sein?

    In 50 Jahren Fehlprogrammierung entstehen kranke Verwurzelungen bis tief ins Erdreich, der Stamm verhunzt bis hoch ins Geäst und die Blätter krausen sich, bevor sie jedes Jahr neu sprießen . Da gibt es nur fällen oder umpflanzen, also rigoros eingreifen. Ganz selten wird ein ausgewachsener Baum umgepflanzt. Das lohnt nicht, krank ist kaputt, weg damit. Kranke Menschen sind dagegen wie ein volles Fass, alleine nicht leer zu bekommen.

    Altes weg, in Neues hinein, in Freiheit. Das Neue und ich, wir können noch wenig mit uns anfangen und dem Alten bin ich jetzt ein fetter, unnützer Dorn im Auge. 80% Rückfall oder 98%, wie auch immer, ich kenne keine 2% umgepflanzte Bäume. Ich bin heute dankbar, zu den paar zu zählen. Meine Freiheit ist heute auch nicht zu müssen, sondern die Wahl zu haben. Gestern hatte ich die auch, nur nicht gesehen oder nur gesehen, was ich sehen sollte. Mündige Blindheit.

    LG Kaltblut

    Hallo Drybabe,

    was nichts kostet ist nichts, d. h., es trifft mich ja nicht wenn was kaputt geht. Ich habe selten Menschen in diesem Forum erlebt, die den Wert und die Vielseitigkeit dieser virtuellen SHG erkannt haben, damit arbeiteten und sie dann beschädigten. So lange ich mich nicht damit identifiziere, sind die Akzien wenig wert.

    Die für ein trockenes Leben unterwegs sind, sind anders gepolt als die, die mal schnuppern und ihre Fahne noch nicht riechen. Kaputtmachjumping ist ja auch noch jung. Draußen werden Papierkörbe umgeschmissen, Scheiben eingeschlagen und Gesichter verbeult, hier eben nur Pixel aufgelöst.

    LG Kaltblut

    Zitat von silberkralle


    ich hab früher oft n paar kondome in der tasche gehabt, die hab ich an leute die mir frust gemacht haben verschenkt, mit den worten: "hier, damit sich sowas wie du nich fortpflanst" ich hab meinen frust einfach zurückgegeben und mir gings wieder gut.

    Lieber Matthias,

    danke für diesen Satz, Du bist ein Kerl. Das gibt ganz neue Perspektiven.
    Gibt es die Dinger als Smily?

    LG Karl

    Liebe BC, lieber Uwe,

    in der Natur gibt es keine bewussten Verblödungen, also so was wie: trink Bier und du bist ein ganzer Kerl, es obliegt aber deiner freien Eigenverantwortung bevor du betrunken oder abhängig wirst das Glas stehen zu lassen und da sind wir ja wieder bei der Beschränkung des Menschen auf sich selbst. Diese Beschränkung macht uns so einzigartig, dass wir es als das scheinbar intelligenteste Lebewesen schaffen natürliche Lebensmittel zu zerstören, sie neu zusammenzusetzen und hochwertiger anzupreisen als die Natur sie uns zur Verfügung stellt. Unsere Entwicklung setz dem noch eins oben drauf: wir glauben das sogar. Das ist die Perfektion der Beschränktheit.

    Mal anders: Wir haben hier im Forum den Aufruf: „geh zum Arzt und hole dir Hilfe, denn ein kalter Entzug kann tödlich enden“. Das ist eine klare Vorgabe, eine Voraussetzung zum Überleben, zum trockenen Leben. Was passiert da eigentlich?

    Da haben wir zwei in Eigenverantwortung denkende freie Menschen. Einen, der es gewohnt ist, dass die Helden auf der Brustwarze angekrabbelt kommen um Hilfe zu bekommen. Einen, der widerwillig fertig und abgewrackt Hilfe erwartet und bereit ist an allem zu zweifeln, was er aber nicht darf, denn sonst ist er noch nicht am Tiefpunkt angelangt. Mehrere Komponenten die nicht zusammen passen und da soll etwas draus gewurschtelt werden. Die Wurst die da raus kommt ist nicht natürlich.

    Schauen wir uns den Ersten genauer an, der in der Regel in acht Minuten für eine Entscheidung bereit stellt:
    - umfangreich ein oder mehrere Jahrzehnte ausgebildet und über die Jahre auch viel wieder vergessen
    - gesteuert durch Gesetze, Kassen und Vorschriften, was erheblich sein Tun einschränkt
    - ausführend nach Industrievorgaben, was ihn vom Handeln zum Patientenwohl noch weiter entfernt
    - beeinflusst von Umfeld, Medien und Umwelt, wie wir alle
    - handelnd nach eigenem Gutdünken und Ermessen, fortwährend damit beschäftigt Medizin zwischen Humanität, Wettbewerb und Selbstvorteil anzuwenden
    - mich, wenn ich der Patient wäre, der im BC-Gelassenheitsbeispiel irgendwo präsent ist
    - und all dem ganzen unerfüllten Müll im Kopf, der uns alle vom Brauchen bis tief in die Sucht begleitet(e)

    Im Achtminutentakt trifft diese vermüllte Person die Entscheidung über mein Überleben. Die verwurschtelte Wurst ist nicht natürlich. Autos werden da komplexer behandelt und dabei ist der Aufbau eines Autos im Vergleich zur Komplexität des menschlichen Organismus ein unbedeutender Pupser.

    Auf der anderen Seite der unten angekommene, winselnde Abhängige, der froh und dankbar sein darf, dass ihm aufgeholfen wird, dabei spielt es keine Rolle, ob es der Trinker oder der in Depression dahin siechende partner- oder situationsabhängige Angehörige ist, es geht darum, das beide nicht wissen was mit ihnen los ist und dass der Körper nicht mehr natürlich funktioniert.

    Wer bitte soll sich denn in diesem nicht natürlichen Gemauschel noch zu Recht finden? Mein jahrzehnte falsch programmierter Körper? Wenn sie es könnten, würden mich die noch freien Lebewesen als mahnendes Beispiel im Zoo ausstellen.

    Es geht mir nicht darum zu diskreditieren, am System oder an Berufsständen oder Einzelnen zu nörgeln, auch nicht so vermessen zu sein und zu behaupten ich würde nicht mehr bewerten, nur noch lassen, da würde ich mich ja selbst in Luft auflösen, es geht immer nur darum:

    „Ändern was ich kann, annehmen was ich nicht ändern kann und beides bewusst unterscheiden, lebenslang, das hört dann einfach nicht mehr auf. So wie ich mal immer mehr krank wurde, kann ich auch immer mehr gesund werden, das dauert nur.“

    Mülltrennung fängt mit Gelassenheit an, erst mit der Trennung, mit dem Lassen komme ich ganz aus dem Müll heraus, auf einen geraden Weg und eines Tages stinke ich nicht mehr mit, wie die Müllberge um mich rum. Gut, für die werde ich zum Stinksack, das war ich früher auch schon mal, nur anders.

    Um von vermüllt und verwurschtelt wieder auf den Ursprung, also auf die Gelassenheit zurückzukommen ein Praxisversuch: schaut Euch doch mal die Hinterlassenschaften aus kräftig beworbenem, scheinbar extra gutem Industriefutter, ob trocken, aus Dosen oder tiefgekühlt ist unbedeutend, genau an, incl. der Duftnote und vergleicht das mal mit einem richtigen Bioköttel. Wie würde erst ein Pferde- oder Kuhstall riechen, wenn die auch noch unser Zeugs vorgesetzt bekämen? Mehr braucht es nicht um die Natur zu verstehen, nur zwei Häufchen. Gelassen betrachtet, sind die Häufchen ganz einfach vielfältig zu adaptieren, nur Größe und Geruch nehmen zu.

    Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum Freiköttler verfolgt und die Hinterlassenschaften in Tütchen verschwinden.

    Das geht dann auch nahtlos in die neue BC-Überschrift Bewertung über.

    Bewerten, das und am Außen werten. Es ist auch nicht natürlich, das was auf mich zu kommt einfach an andere abzugeben. Dieses Privileg hat nur der Mensch, vielleicht noch der Kuckuck und paar Würmer, Parasiten, Viren und Bakterien, aber keiner mit so einem großen Hirn. Sich abgeben an Freunde, Bekannte, Gesellschaften, Firmen, Kirchen, Glauben, Regierungen, an Wetter, Götter, an Sucht und Krankheiten, bei Ärzten, Spitälern, Foren und da sind wir wieder hier. Werte im Außen suchen, sich abgeben statt zu lassen. Da sind wir bei der Krönung, die Verwertung der Verwurschtellung: dem großen Traum der Erlösung vom Loslassen, vom Lassen.

    Mir geht es besser, seit ich das immer mehr lasse.

    Schönen Tag noch und lieben Gruß Kaltblut

    Hallo BC,

    danke für Deine klaren und verständlichen Zeilen.

    Wunschdenken, Erwartung, Vergleichen, Bewerten, damit ist der Tag gepflastert, nicht nur von anders denkenden Menschen, für mich geht das bis zu ganzen Gesellschaftsapparaten. Aus dem TV, dem Radio, der Zeitung und aus Geschlabers, dröhnt das was andere wollen, keiner fragt da ob ich das überhaupt will. Dinge, die nichts mit mir zu tun haben ändern mich und bringen mich in eine Richtung in die ich sonst überhaupt nicht gehen würde. Sein lassen, gehen lassen, los lassen, lassen und gelegentlich kommt mir schon mal der Wunsch hoch, eines Deiner nicht vom Parkplatz stammenden Tütchen zu besitzen und in bestimmte Richtungen abzufeuern.

    Ändern, hinnehmen, unterscheiden, lassen und immer wieder nicht bewerten. Als ich damit anfing, wurde ich für viele bekloppt. Es geht mir gut damit, das hat mich wachgerüttelt und klappt immer besser. Ich verstehe es immer noch nicht astrein, ist ja auch kein Wunder, wenn mir die scheinbar heile Welt um mich rum ununterbrochen etwas anderes vormacht.

    In der Natur gibt es eine Hackordnung. Fressen und gefressen werden. Der Haken ist, dass wenn zwei gierig Hungrige an ein Stück wollen, entweder einer verhungert oder verletzt auf der Strecke bleibt. Selten werden beide einfach so satt, dafür sorgen auch die, die davon profitieren. Die, die gierig und hungrig sind, sind nun mal in der Mehrzahl.

    Dummschwätzer, also genau die, die mir entsprechend Deinen Beispielen was andichten und mein so spät erlangtes Freidenken wieder in die Tonne klopfen wollen, Müllproduzenten die irgendwas wollen, um sich an mir zu befriedigen oder auch Medien, die ihre Werbung in Sendungen, Radio und Zeitungspapier verpacken, um mir so was andere wollen aufzudrücken, für all die ist heute wenig Platz in meinem Leben, wenn ich es schaffe immer helle am Ball zu bleiben.

    In der Natur gibt es solche Irreführungen nicht.

    Gelassenheit entsteht bei mir, indem ich mich immer mehr von nicht Natürlichem frei mache.

    LG Kaltblut

    Liebe Melanie,

    das ist klar und verständlich, danke für Deine Zeilen.

    Als ich meine Frau loslassen sollte, da ziepte es im Kopf, in der Brust, im Bauch und was tiefer, das eine hängt ja mit dem anderen zusammen. Da bleibt nur noch die Frage zu klären, warum ich trotzdem nicht loslassen konnte und als ich los war immer noch dran hing?

    Die ganzen Zusammenhänge unserer chemischen Abläufe sind eine Sache. Eine andere Sache ist es gemeinsame Höhepunkte zu erleben, einen Strich drunter zu ziehen und zum Alltag überzugehen, während es im Kopf, in der Brust, im Bauch und was tiefer unendlich rum ziept.

    In der Situation werde ich die klaren Worte aufnehmen, als verstanden nicken und einfach weiterhin in die glitschige stinkende Masse langen. Es unterscheidet da den einen wenig vom anderen. Der Apfel muss erst reif sein bis er von Baum fällt und manche sind dann eben schon faul.

    LG Karl

    Hallo Hans,

    ich war ½ Jahr hier im Forum und es ging nicht mehr weiter. Als mir ein liebes Forenmitglied den Rat gab, mich um mich zu kümmern, meinen Weg zu gehen und mich zu retten, habe ich das gemacht.

    Die Konsequenz war, dass meine Exfrau sich mit der Unfähigkeit Trocken zu leben auseinandersetzte und 6 Monate später in LZT verschwand und trocken wurde.

    Ich hatte sie nicht fallen gelassen, was für mich die Reaktion auf meine unerfüllten Wünsche und Gefühle wäre, sondern los gelassen, im Sinne einer Aktion aus grundlosem, uneigennützigem Tun, wie ich dachte. Wir sind dann wieder zusammen gekommen. Gemeinsam zogen wir in ihre große Stadt, wobei sich mein Gemeinsam eher auf die Errichtung eines Nests und monatelangem Pendeln bezog. In der weiteren Konsequenz lebte sie neue Krankheiten aus und bei mir wiederholte sich das komplette kranke Coverhalten, nur was anders, eben ohne Alkohol. Ob ich da irgendwas schneller bemerkte weiß ich nicht, nur die auffälligen Parallelen mit denen ich nicht klar kam, jetzt ohne Alkohol.

    Aus dem entstehenden Druck, zwischen Krankheit, erneut nicht gehen können und der Notwendigkeit gehen zu müssen sowie dem Job- und Pendeldruck, kam es Monate später zum Eklat, der nicht mit Loslassen, nicht mit Fallenlassen, sondern mit Abschneiden und Urknall endete.

    Die Verarbeitung dauerte nochmals einige Monate, denn die Zerschneidung eines masochistischen Bandes geht nicht nur mit einem sauberen Schnitt.

    Ich habe aufgehört meine Nase zu tief in andere zu stecken, denn meist sind es nur paar cm bis es stinkt.

    Meine Erfahrung als Coabhängiger: ich bin dankbar dass meine Exfrau einen Infarkt bekam und getrunken hat. Ich bin jetzt 5 Jahre durch die Krankheit meiner Exfrau trocken, glücklich geschieden und geht es mir sehr gut.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    wieder ein trockenes gutes Jahr rum. Die Jahreshighlights:

    Nach Wandern und Kraxeln wiederentdeckt, die Berge bieten viel Auslauf, passt nach Überfluss.
    Meerrettischblüten, die strahlend weiß auf dem Balkon nach oben wuchsen.
    Rote Miniäpfel, die herrlich schmeckten und bisher von meiner als Vogelfutter im Garten hingen.
    Gekürzte Kilometerlaufzahlen, enn in der Natur läuft kaum ein Tier regelmäßig zum Spaß 20km, dafür sind Fingerübungen beim Laufen dazugekommen.
    Hakaido Kürbis zu Gorgonzola, eine atemberaubend leckerer Mischung
    Die tägliche Begrüßung im Büro wie ein frisch Geliebter
    Die wunderbaren kleinen roten Blüten des Ananas-Salbei
    Es gab eine klasse Reise mit den Kids, da haben wir alle viel gelernt
    Klettern in den Bäumen, Spaß am Tanzunterricht, endlich einen Sportverein in Reichweite gefunden und viele gemeinsame Kilometer auf den Bikerücken.
    Die kurze Massage meiner 90jährigen Mutter ließ sie erstrahlen und die Umarmung der Kinder tut mir einfach gut. Highlights, nichts Besonderes, nur tiefe Augenblicke in mir.

    Gut, einiges war auch nicht so gut, voll verguckt:
    Ich habe was zugenommen, da kann ich nachlegen und mit leben, hihi.
    Für einige Prüfungen bin ich noch nicht reif, manchmal ist in der Birne nur Birnensaft, aber ich habe ja Zeit was draus zu machen.
    Eine neu angefangene Fremdsprache liegt rum, die geht so auch nicht in meinen Kopf
    Überhaupt sind da paar Löcher drin. Das ist so wie die Kinder immer über den Käse philosophieren: je mehr Käse- je mehr Löcher- je weniger Käse. Da habe ich ein Problem mit, denn je mehr ich lerne, je mehr vergesse ich und je mehr ich vergesse- eben, je mehr suche ich immer was ich vergessen habe. Das fühlt sich oft an wie reale Zeitlupe. Da komme ich nochmals drauf.
    Geschäftlich ist noch vieles zu tun. Obwohl vieles klar und geradlinig ist, wollen die Leute lieber bekleckert werden. Das liegt in der eigenen Beschränktheit und der Fremdsteuerung, das kenne ich ja vom Trinken und Coen, heute großes Ehrenwort und morgen abgestürzt, nur ein Kleinwenig anders. Am Kaffeetrinken arbeite ich noch, auch an meinem Bankkonto.

    In der Summe ein zufriedenes Jahr.


    Der Umzug nach Bayern hat mir gut getan. Gut, es gibt immer schon mal Verständigungsprobleme, aber, wir sind uns alle doch ziemlich gleich. Hier kann ich gut arbeiten, mich gut ernähren und auf die Gesundheit achten. Gib Obacht, wie ich das in meiner Ausbildungszeit hasste. Obacht auf mich geben. Ja, da bin ich eine ziemliche Sau drin geworden und könnte manch einem auf den Keks gehen, aber auch ruhiger, andere sind nicht ich.

    Eines der aufregendsten Gefühle ist es zu wissen, zu spüren, dass weder Suchtmittel, noch Essbares, noch Beschäftigungen oder Streicheleinheiten in verbaler und horizontaler Art ein Verlangen ausüben das über das Maß der Natürlichkeit hinausgeht. Dieser Speichelfluss, der bei bestimmten Gedanken entsteht, diese Heißgelüste, diese Kicks, die sind dabei was auf der Strecke geblieben. Das ist wie drucklos, manchmal wie ein platter Reifen, manchmal dieses genießende Tuckern. Gemächlich in der Mitte. Ist ja auch klar, beim Abheben stoße ich mir nicht mehr die Birne an der Decke und falle nicht mehr durch den Boden bis in den Keller.

    Da habe ich jahrelang überdreht, diesen Zustand für normal gehalten und jetzt, wo es nicht mehr so ausschlägt, wo ich in meiner Mitte bin, wo es in mir nicht mehr bekloppt spielt, da soll ich das für normal halten? Wie sollte ich denn auch ich sein, wenn alles bekloppt spielte und ich es nicht mal merkte?

    Jetzt denkt mein Kopf eben was anders und auch das hat Konsequenzen. Ich weiß nicht wirklich, ob langsam langsam normal ist oder nur langsam daneben ist. Multiples Denken war doch gar nicht so schlecht, also vieles auf einmal denken. Nun denke ich ja bewusst weniger, da ich ruhiger bin, dürfte es innendrin unbewusst auch ruhiger zu gehen und da der Birneninhalt mein größter Kalorienverbraucher ist, ist ja auch ganz klar, wo die Pölsterchen herkommen, die kommen nicht vom Weihnachtstisch, sondern vom Hirnschwund. Wenn bei uns Kerlen was schrumpelt ist eh alles vorbei. Da gibt es noch Anpassungsbedarf.

    Natürlich sein, so wie die Natur es vorgibt, hatte ich verlernt. Die Summe der Abweichungen war nicht normal im Sinne der Zellprogrammierung. Trinken und Coabhängigkeit waren da ja nur die Spitzen des Eisberges. Unter der Wasseroberfläche befanden sich die eigentlichen Entartungen, da ging es rund. Endlich den Partner gefunden zu haben, der die Sehnsüchte befriedigte, gepaart mit Konsum, überladen, überfressen, überdrehen, das kann nur im Karussell mit Übergeben enden. 50 Jahre Fehlprogrammierung lassen sich nicht mit einem Reset einfach neu starten, das ist nicht mit Finger in den Hals und weiter wieder i. O.

    Das braucht Jahre, um steife Glieder zu ölen, Sehnen zu entzerren, Nerven richtig reagieren zu lassen, aufgeblähte Zellen zu halbieren und irre Hirnzellen neu zu justieren.

    Natürlich sein, ist nicht zu überdrehen, sondern gemächlich im Fahrwasser dahinsegeln, ohne Tsunami, ohne Sturm, ohne Flaute, immer schön in der Mitte und aufhören gegen die Segel zu pusten, denn wie meinte eine liebe Freundin: ich kann keinen Wind machen. Stress, Druck, Angst, Unruhe sind typisch und normal unter den Lebewesen, wie fressen und gefressen werden, aber nicht in dem Ausmaß wie von zivilisierten Menschen selbstgemacht.

    Die Ursache der Krankheit liegt immer in der Vergangenheit und im Aussen. Es gehört zu meiner Genesung im Heute zu leben, die Vergangenheit sein zu lassen und das Aussen zu ändern. Es gehört zu meiner Genesung, im Einklang mit der Vergangenheit und dem Aussen leben zu lernen und mit den Ursachen der Krankheiten zu leben. Wenn ich mit mir in Frieden leben will, kann ich mich vor der Vergangenheit und den Aussen nicht auf ewig aus dem Staub machen.

    Ich habe damals die Entscheidung getroffen, dass wenn ich schon nicht helfen kann und die Frau nicht trocken bekomme, zumal sie in meinem Kopf nach dem Infarkt nicht mehr lange zu haben schien, dass ich mich mit kaputt saufe. Der Grund zieht weitere nach sich, wie die Unfähigkeit mein Leben zu leben und dem in 50 Jahren aufgebauten Müllhaufen verirrter Bedürfnisse und Gefühle. Darin befinden sich unzählige neue Fragen und Gründe. Mich abschalten und aus dem Staub machen geht nicht, zumindest nicht ohne erneuten Absturz, ohne körperlichen Zusammenbruch, ohne neue Krankheitsausbrüche und davor werde ich mich hüten, aber ich kann lernen liebevoll und natürlich mit mir umzugehen, mich gut hüten. Da sind wir wieder bei: ich bin mein Hirte, mir wird an nichts mangeln.

    Nichts mangeln, wie soll das gehen, bei von Geburt an eingeimpften Werteverschiebungen? Es fällt mir immer leichter, mich aus Dingen zu lösen, wo ich festgeschweißt war. Angetackert in der Gesellschaft, das ist unnatürlich und steht so nicht in meinen Zellen. Saufen, fressen, rauchen, nicht bewegen, vor der Kiste glotzen, am PC hocken, ungewollte Werbung konsumieren, ununterbrochen telefonieren, Ärzte aufsuchen zum Richten, Medikamente nehmen, behandelt werden, das ist wie sich selbst verstümmeln, sich abschießen und so nicht in mir drin programmiert. Dupliziert in meine Familie, in meinen Beruf, in meine Freunde und Bekannten multipliziert sich alles um ein Vielfaches. Abhängigkeiten von anderen. Andere zum Abladen meines Mülls, zum Beschimpfen, zum Druckablassen, zum Manipulieren, zum geduldeten Missbrauchen zur Befriedigung meiner Fehlprogrammierungen.

    Direkt hinein in die Auseinandersetzung. Mich aus-ein-ander-nehmen. Nur, wie setze ich mich wieder zusammen? Dafür gibt es keine Werbung. Um den Müll zu entsorgen darf ich teuer bezahlen.

    Nicht mit mir in Frieden zu leben beinhaltet anderen ihren Frieden zu nehmen und führt direkt in die körperliche Armut, in die geistige Verblödung. Will ich das, kann ich das, muss ich das? Loslassen habe ich nie gelernt. Festhalten schon, bis hin zum Fliehen vor und verbohrten Festhalten an Rechtfertigungen, Symptomen und Krankheiten. Jeder der mir zuhört, der mir aus dem riesigen Geldbeutel der Gemeinschaft hilft, füllt mit mir seinen fetten Sack.

    Zu den täglichen Ritualen gehören heute Gymnastik, Bewegung, vollwertige Kost, viel frische Luft, klare Gedanken und manchmal alles zusammen. Und Weglassen. Je mehr ich lasse, je mehr kommt zurück. Nur, wie soll ich das verstehen, wenn der Kick fehlt, der Druck, die Last, das Überdrehte, das Auseinandersetzen und Kämpfen, das mich in der Summe mit dem Wohlwollen meiner Umgebung krank machte? Klar, ich hätte auch in Arbeit aufgehen, ein hübsches Sümmchen abzwacken können und wäre in der Abhängigkeitsstufe xy hängen geblieben. Gut abgehangen ist meist nur totes Fleisch, dazu möchte ich noch nicht zählen. Mir schien es wertvoller, die Zeit in Bücher, mich, Ausbildung und Umdenken zu stecken. Sozusagen bin ich mein Steckenpferd.

    Umdenken ist eben nicht spediert, also schnell und direkt, es bedarf gelegentlicher Umwege, bei mir zumindest. Eine lange sportliche Diskussion, mit den offensichtlichen Drank nach perfektion, alles wissen zu wollen und feiner Selbstkontrolle, unterbrach ein Mitstreiter mit den einfachen Worten: hört einfach auf zu denken, in Notsituationen schaltet der Körper alle unwichtigen Organe einfach ab, auch euer Hirn und dann macht er was zu tun ist. Vielleicht auch was ich nicht mag, ich bekomme das ja dann nicht mehr mit, mich fragt ja keiner und dann noch geschrumpelt, gut, dass ich das nicht mitbekomme.

    Im Einklang mit der Natur, mit mir zu leben, bedeutet nicht, dass ich „Sommer in Orange“ spiele, auch nicht, das ich mir täglich was vor die Stirn klatsche und erst recht nicht, das ich mich im esoterischem Gebömmels weg beame, das ist von Draußen. Ich bin einfach bei mir, denn alles was von außen kommt, ist draußen, das bringt mir wenig, das bin nicht ich.


    In Köln saßen wir Nachts, im Regen, draußen, bei einem Italiener in der Altstadt. Sie fragte mich, ob ich, wenn ich denn Single wäre, in einem Baggerschuppen auf die Pirsch gehen würde. Das wurde eine lange Nacht. Es ging um Beziehung. Meine mit mir ist voll OK. Unsere fühlt sich Klasse, rund, unbelastet und frei an. Ohne Last, ohne Bedingung, ohne Grund, frei. Wir führen eine anständige Beziehung. An und ständig, mit uns zusammen und jeder für sich, einfach so.

    Baggern, Bestätigung finden, Anerkennung, Testosteron produzieren, Männchen sein, Hirn aus, Schwanzsteuerung ein, Glückshormone tingeln lassen oder enttäuscht den Hebel auf Selbstbefriedigung umlegen. Ich kann mir das nicht mehr vorstellen, aber alleine zu leben, ohne dabei wirklich etwas zu vermissen sehe ich heute gelassen- und das geht sogar mit mehreren zusammen. Genau das war für mich damals unvorstellbar und ich lief tagelang wie ein räudiger Opferkater um den Block und wollte nicht mehr, fraß unzähliger Bücher in mich rein und hatte regelrechte Buchorgasmen, wenn ich wieder was Passendes fand, um ins nächste Loch zu fallen.

    Die Krönung im Leben ist doch etwas vorgelebtes eines Tages zu wollen und nicht zu können. Es zu können und zu wollen und nicht zu dürfen. Anzukommen, es zu können, zu wollen und zu dürfen, um festzustellen, dass alles schon längst grundlos da ist.

    Wie dumm ist es denn, auf andere sehnsüchtig, neidvoll, gar hasserfüllt herab zu blicken? Hass auf andere ist immer auch Hass auf mich, auf was ich nicht bin, nicht kann, nicht habe, nie bekommen habe, was mir fehlt, was ich nicht konnte, nicht durfte, was schon lange in mir ist. Täglich wurde mir Müll eingetrichtert und ich machte den Schlund weit auf, ganz weit auf.


    In den kommenden Jahren muss ich eine Altersvorsorge aufbauen, ein Einkommen erwirtschaften und gesund bleiben. Im Heute mit den Erfahrungen der Vergangenheit für morgen schaffen. Da prallt einiges aufeinander. Das geht nur in Harmonie, nur mit mir zusammen.

    Kern bleibt die Gesundheit. 6-10 Lebensjahre war die Hochrechnung 2006, als es los ging.. 5 sind verbraucht und es geht mir so gut wie nie zu vor. 5 von heute wieder 40 möglichen Jahren heißt auch, noch 35 Jahre am Ball bleiben. 35 Jahre im Heute, mit den Erfahrungen von gestern für morgen schaffen. Wie meinte eine liebe Freundin: wenn die Knochen knacken, sind wir im knackigen Alter. Alter lass knacken bekommt da eine neue Bedeutung.

    Immer mehr erscheinen und kacken reihenweise ab. Gebildete, besser Gestellte, Persönlichkeiten, das scheint ein Teil vom System zu sein oder nur das Altern. Wobei, die, die nicht so viel haben, leben laut Statistik kürzer. Mein Job ist mein Ding für mich so zu drehen, dass es passt und dazu gehören:

    Nur das in mich reinzulassen, nur das zu tun, was mir auch gut tut. Da habe ich Probleme, denn konsequent, im Kern, kommt Korinthenkackerei aus nicht umgesetzter Konsequenz. Wenn ich etwas so mache, dass es mir nicht gut tut und durch anderes, bekanntes Tun vermeidbar gewesen wäre, dann ist das jedesmal wie saufen, wie Rückfall. Das passiert mir immer wieder bei vollem Bewusstsein, nur sind es im Verhältnis zu früher, unbedeutende, kleine Dinge. Nicht hoch kommen, also, aus dem Sessel, mit Genuss was falsches Essen, Fehlentscheidungen oder Kaffee trinken.

    Kaffee trinken macht bei mir was. Einerseits bin ich im Kopf heller, andererseits matt im Körper, die scheinbare Leistungssteigerung ist eben nur Schein. Es folgt immer, immer wieder ein Durchhänger, sei es durch Gelenkschmerzen, ist ja klar, Gift im Körper oder durch gesteigert Aggressivität, gefolgt von Depression. Je nach Umfeld und Situation folgt falsches Essen. Meist gehört viel sitzendes Palavern dazu. Dann meldet sich mein Körper und beginnt zu schreien. Heute ist er so geschult, der meldet sich einfach, tickt aber trotzdem falsch.

    Wenn ich dann lese, was bei den Völkern vor tausenden von Jahren abging, warum, wieso und weshalb, was in Ägyptern oder in Mesopotamien alles passierte, wie Änderungen 1000, 500 oder 200 Jahre brauchten, wie die letzten 100 Jahre dagegen einer Explosion gleich kommen und wie unbedeutend da meine Restlaufzeit ist, da kann ich mich gelassen hinsetzen und was ich habe neu betrachten.

    Ich habe das Glück gehabt, mich von anderen und ihrem Geschlabbers lösen zu können.
    Dann sind da die Werkzeuge: im Heute, loslassen, grundlos, ändern, nicht bewerten, ordnen und die Anwendungsbereiche: Bewegung, Ernährung, Umfeld, Lebensbedingtes

    Das brauche ich jetzt nur noch so zu mischen, dass ich damit im Heute, mit den Erfahrungen von gestern für morgen arbeite und je mehr ich konsequent mein Ding für mich durchziehe, je mehr gibt mir das. Mehr ist das gar nicht.

    Als ich in das Forum kam, hätte ich mich übergeben können als ich begriff, dass ich bei meiner Frau nichts tun konnte, als ich begriff, dass ich selbst dran hing, als ich begriff, dass nur die Trennung eine Basis zum Leben war. Ich hätte auch oft würgen können, wenn ich manches hier las und mir dachte, das auch noch alles und das noch und dieses und jenes, das brauche ich wirklich nicht. Ähnlich habe ich auch bei Beginn meiner letzten Ausbildung gedacht, soweit muss es ja nicht gehen. Es ergibt sich von ganz alleine, dass wenn sich eine Schraube nicht mehr tiefer rein dreht, sondern erleichternd wiederaus dreht, immer mehr zum Positiven ändert und immer mehr Müll wegfällt.

    Das Einzige, was ich für mich tun muss ist am Ball zu bleiben und weiter ändern.

    Natürlich habe ich schiss, wenn ich Entscheidungen treffen soll, die mir in 12-15 Jahren das aufbauen sollen, was mir 35 Jahre Unterhalt bringen soll, denn vieles was ich mache ist eben gegen den Strom schwimmen, anders sein. Das erlebe ich jetzt immer häufiger. Meine Ernährung ist anders, meine Zeiteinteilung ist anders, mein Verhalten ist anders und vieles akzeptiere ich in meiner Umwelt und meinem Umfeld nicht mehr. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich ein Außenseiter bin, anders, nicht mehr dazu gehöre und das sind eben die Meisten.

    Rechnerisch müsste ich also das Dreifache schaffen, aber nach meinen neuen Maßstäben in viel kürzerer Zeit, mit viel weniger Einsatz als früher, in viel trockeneren Tüchern und vor allem: sicherer.

    Da ist nur noch das eine vom anderen zu unterscheiden. Soviel ist das gar nicht.

    Faulheit macht gierig, Überfluss macht masslos, gierig, faul im Überfluss vegetieren macht Angst. Menschen mit Angst sind blockiert zu ändern und klammern, sind angetackert. Der Ursprung der menschlichen Beschränktheit, der Vorbote der Vergnomung, liegt also in seiner Gier, in seiner Faulheit und in seiner Angst.

    Da muss ich mal noch länger drüber nachdenken und die gekreuzten Paradoxien ordnen, Struktur und Konsequenz rein bekommen, aber das mache ich ja schon länger und die hoffentlich noch vielen Jahre im Heute vorauszuplanen motiviert mehr, als sich im Bett zu suhlen und depressiv über Zeit, Ort und Umsetzung des Suizid nachzudenken.


    Die Frage ist, wie schaffe ich es in der Mitte zu bleiben? Einige Menschen glauben, das geht nur mit Lernen, mit Arbeit, mit unermüdlichem Festhalten, mit Klammern, Fernbleiben und immer weiter an sich arbeiten. Da kann es tausend Regeln und Erfahrungsberichte geben, es geht nur mit Tun und dem Mut dazu haben es tu tun, in kleinen, kleinsten, allerkleinsten Schritten.

    Ich mag ja meist angekommen und aus der Mitte heraus klingen, bin ich das denn? Nö, ich habe genauso Existenzfragen, Gesundheits-, Umfelddifferenzen und stehe mir auf dem Verstand, wie alle anderen auch. Früher konnte ich mir ins Hirn langen, nur, oft denke ich, dass ich schon überall war und trotzdem wiederholen sich Dinge, die mir nicht gut tun, nur immer was anders.

    Ist doch klar, wenn ich in einem kranken Umfeld lebe, mit krankem Partner, dessen Freunden und Familie, die Kinder den Kranken Krams auf mich zurückstrahlen, dazu all das mache, was das Umfeld erwartet, wie fleißig zum Arzt zu laufen und mir die Birne mit Pharmazeutika zu ballere, kaputten Fertigmüll aus der Werbung esse und trinke, dazu in verqualmter Bude regungslos, erstarrt abhänge und erwarte, dass da was mit mir passiert. Das ist nicht anders, als wenn neben meinem Bett eine Flasche Bier stehen würde, nachts scheint die Sonne und ich habe Durst.

    In diesem Durcheinander bin ich der gemachte Streithahn, hört sich auch noch gut an: Ich bin eine Kämpfernatur, ein Aus-ein-ander-setzer.

    Ich muss mich heute weder messen, noch streiten, denn das tut mir nicht gut. Die beste Art Streit zu vermeiden ist ihm aus dem Weg zu gehen, notfalls zu laufen. Wenn das nicht geht, auszuweichen. Wenn das nicht geht, vor der Eskalation abschalten oder diese ausschalten. Dann bin ich bei mir. Letzteres ist ein Tiefpunkt, Ende, Finite, Krankheit, kaputt, unter Umständen tot.

    Der einzige Haken an der Sache ist, dass ich nur auf mich Einfluss habe, nicht auf das Aussen. Manchmal denke ich, so schnell kann ich gar nicht laufen, so aus Gummi bin ich nicht, um mich so zu verbiegen, wie es das Umfeld gelegentlich verlangt oder so viele Knöpfe und Scheren gibt es nicht um abzuschalten oder Kabel durchzuschneiden, denn ich lebe nicht in der Isolation oder unter dem Glasschutzhaube eines Therapiezentrums, sondern mitten unter Menschen und die haben ihr eigenes Ding im Kopf.

    Vieles ergibt sich aus meinen Fehlern, die ich immer noch nicht abgestellt habe, aber der Weg, der wird immer klarer und unbeschwerlicher.

    Ziel ist es aufzuhören über wenn und aber nachzudenken. Das macht es einfacher zu leben. Viele Menschen hier, im Umfeld, in Politik und Wirtschaft winden sich tagtäglich mit unglaublichem Eifer, Mut, Anstrengung und Schlaberkrams, als wäre es eine feuchte Flasche neben dem Bett.

    Manche Dinge die ich an meiner Exfrau gehasst habe, sind ein Teil von mir. Wenn meine Rechtfertigungen, Gründe und Vorwürfe nichts anderes projizieren als mein eigenes Befinden und meine Opferhaltung transparent ist, dann bin ich mir transparent im Weg.

    An dem Punkt liegt alles wieder in meiner Hand und da bin ich wieder am Anfang vom Ende oder beim Käse oder bei mir, nur anders.


    Einen guten Rutsch ins neue Jahr, gute 24h und danke, dass es Euch gibt.

    LG Kaltblut

    Der Rest steht hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3884.html

    Zitat von Karotte

    Mein Freund, meine Liebe, mit Ihm arbeite ich seit einem Jahr z.B. am Thema Vertrauen und Miteinander reden. Er ist weg.

    Hallo Karotte,

    schön Dich wieder zu lesen, wenn es auch nicht schön ist, blöde Sache. Hätte denn etwas einseitig zurecht Geredetes noch was gebracht?

    Aus meiner Sicht, so als Kerl, ist das so: Liebe ist einfach und wenn meine Partnerin ein Jahr lang an mir rum arbeiten würde, täglich und immer wieder, dann wäre da was ver-traut und auseinander gequatscht. Ich führe keine Beziehung zum Arbeiten. Leben und Arbeit, Liebe und Arbeit, Gesundheit und Arbeit, Freude und Arbeit, Freiheit und Arbeit, Trockenheit und Arbeit, fällt Dir was auf? Das passt nicht.

    Beim letzten Arbeiterstaat fielen die Mauern durch den eigenen Druck von ganz alleine. Warum soll das in einer Beziehung anders sein?

    Im Heute sein = gestern war schön, war gestern, erledigt.
    Nicht bewerten = es ist wie es ist, sagt die Liebe.
    Loslassen = es funktioniert nicht mit festklammern und arbeiten.

    Ich wünsche Dir einen klaren Kopf und besinnliche Festtage.

    LG Kaltblut

    Liebe Emma,

    ich kann Dich gut verstehen und lasse Dir etwas zum Nachdenken hier:

    Meine ExFrau fiel damals einfach so um, Infarkt. Ich war wohl noch mehr aufgelöst als sie und als sie in der Reha schon wieder am Saufen war, ging mir der Hut hoch, da bin ich hier gelandet, das ist 5 Jahre her. Da meine ExFrau scheinbar nicht mehr lange hatte, nicht aufhören konnte zu saufen, ich nicht ohne sie leben wollte, habe ich einfach die Entscheidung getroffen mit zu saufen. Wahrscheinlich hätte ich es sogar geschafft vor ihr zu gehen. Ich wurde rund, unbeweglich, bekam psychosomatische Gehprobleme, keine Luft, war alkoholabhängig, qualmte 4 Schachteln Kippen, voller Depressionen, suizidgefährdet und meine körperliche und mentale Stärke war eher ein Wackelpudding.

    Etwas hat mich dann wachgerüttelt, vielleicht das viele schreiben hier, das viele lesen oder auch die Kommentare, die oft sehr weh taten. Da war allerlei Müll der raus mußte.

    Das ist jetzt nicht unbedingt vergleichbar mit Deiner Situation, aber ich habe gedacht, das bekomme ich schon hin, denn ich war ganz schön stark.

    Als ich auszog und die Scheidung einreichte, trocken wurde, da wurde sie es auch. Die Welt war für mich wieder i.O. und wir kamen auch im Kopf wieder zusammen. Da musste noch viel mehr bei mir passieren und deshalb ging ich in den geschützten Bereich, in eine reale Gruppe und zu einem Therapeuten. Als Folge der Vorgeschichte, bekam meine ExFrau neue Krankeitsprognosen und meine Rolle übertrug sich nahtlos auf die neue Situation. Es hat nochmals fast 1 Jahr gebraucht, also über 2 Jahre, bis das kleine Gefühl in mir, dass immer sagte: "es stimmt da was nicht zwischen uns", in der Lage war mich zum Abflug zu bewegen. Das ist 3 Jahre her und es geht mir heute gut mit meinem neuen Leben, Freiheit ist ein gutes Gefühl. Damit meine ich nicht mal die Freiheit von meiner Frau, sondern die Freiheit von all dem Müll, Dreck und den Abhängigkeiten in mir.

    Du und ich, wir haben unterschiedliche Schuhe an, nur, wir haben die Möglichkeit uns da Heftzwecken rein zu legen oder bequemes, angenehmes Schuhwerk zu tragen. Es gibt nichts Positives daran, Heftzwecken im Schuh zu haben, es sei denn Du liebst es gegen Naturgesetze zu verstoßen.

    Es geht nur darum, wie es Dir gut geht. Im Zweifelsfall gehört dazu Dir den Mund zu verbieten. Wenn Du damit zufrieden bist und damit gut lebst, einen kranken bis in den Tot zu pflegen, dann gibt es keinen Grund zu jammern. Ich kenne einige Menschen, die mit ihrem abhängigen Partner zusammen leben, zumal der Suff, um den es hier geht oder die Coabhängigkeit, gegen vieles einfach ausgetauscht werden kann. Der Zerfallsprozess ist nur ein anderer. Ich kenne keinen, der rückblickend diese Prozedere nochmals mitmachen würde. Nichts zu ändern ist ein teures Vergnügen.

    Ich kenne einige, die dankbar sagen:
    Die Jahre, als wir anfingen zu ändern, begannen uns um uns zu kümmern, jeder für sich, sind die wertvollsten unserer Zeit geworden und die hören nicht mehr auf.

    Wenn ich heute hier lese, dass sich Menschen aus humanitären und moralischen Gründen vor einen Panzer stellen, sich dazu verpflichtet fühlen mit einem nassen Alkoholiker zusammen zu leben, dann sollen sich diese Menschen einmal fragen: was ist der wirkliche Grund?

    Ich habe hier viele Gründe gefunden, die mich an meine ExFrau schweißten. Heute bin ich froh nachgesehen zu haben. Das tat jedesmal sehr weh, aber ich bin dabei weder verrostet, noch auseinandergefallen.

    LG Kaltblut

    Zitat von thomas13

    Bin ich ein Weichei, weil ich soviele Zweifel habe. Sollte ein Mann mehr Rückgrat haben, sollte er mehr durchgreifen, sollte er mehr "Mann"

    Hallo Thomas,

    wäre das schlimm für Dich? Zweifel sind immer gut, denn sie zeigen uns das alles zwei Seiten hat und die, die weh tut, schauen wir uns nicht so gerne an. Was ist denn für Dich ein ganzer Mann?

    Es kam mal jemand hier an und schrieb nach einigen Beiträgen: Morgen schmeiß ich sie raus und war nicht mehr gesehen.

    Entscheidend ist, wie Du damit umgehst, was Du für Dich tust. Was tust Du für Dich?

    LG Kaltblut

    Hallo Mora,

    danke für diesen Thread, mir geht es nicht viel anders und ich denke oft, es fehlt da was in der Birne.

    Wenn ich genauer hinsehe, dann habe ich vor 10, 20 oder 30 Jahren auch schon vergessen. Damals war ich anders beschäftigt. Da waren Jobs, Kinder, Familie, Aktivitäten die anders waren als das heute der Fall ist, bis hin zu dem Zeitpunkt, als ich so zugemüllt war, das nichts mehr ging. Zugemüllt mit Abhängigkeiten, mit Fehlverhalten, mit Reparaturen und Verdrängen.

    Ob ich damals mehr vergessen habe als heute kann ich nicht sagen, es fällt mir heute eben mehr auf. Ist ja auch klar, denn ich habe den Kopf ja jetzt auch freier und kann mehr ordnen, das war damals anders. Körperlich fühle ich mich fitter als vor 20 Jahren, trotzdem kann ich einiges nicht mehr. Das könnte mit dem Hirn ähnlich sein. Ich könnte natürlich auch ernährungsgeschädigt, medikamentengeschädigt, umweltgeschädigt, impfgeschädigt oder dummmodelliert sein. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ich unter kosmischer, bewusstseinsverändernder Strahlungseinwirkung leide.

    Ob ich dem Kind einen Namen gebe und ob es Mittel gegen xyz-Gedankenfresser gibt ist mir heute wurscht, denn eines werde ich sicher nicht mehr tun: mich durch Vermüllung oder Pharmazeutika abhängig machen.

    Dabei fällt mir ein, dass mein Weg raus aus dem Schlamassel übers Vergessen ging. Raus aus der Vergangenheit und raus aus der Zukunft, direkt ins Heute, mitten in mich rein, da bin ich doch ganz froh, dass mir einiges auf der Strecke blieb und oft einfällt, was ich früher weg war.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    manchmal kamen mir hier Worte hoch, deren Bedeutung plötzlich in einem anderen Licht vor mir standen. Wenn mir etwas besonders die Luft nimmt, dann weiß ich heute, es stimmt etwas nicht bei mir und darf nachsehen was das ist. Wenn mein gegenüber wissenschaftlich belegt 100%ig falsch liegt, dann hat er ein Recht dazu, genauso wie zu saufen oder sonst was anzustellen, wenn ich damit nicht klar komme, dann liegt das an und in mir.

    Das fühlt sich dann schon mal doof an, denn nur weil ich scheinbar cofrei bin und ein trockenes Leben führe bin ich ja nicht geheilt.

    Mit hilft dann alles abzubrechen und wenn es nur für Minuten ist, ins Heute zurückzukommen, ins jetzt, zu ordnen, nicht zu bewerten, loszulassen und grundloses Tun.

    Klar geht das nicht auf Fingerschnipp, aber ich weiß ja heute, dass der Rucksack ganz schnell leer wird, wenn ich mich an die paar einfachen Abläufe halte.

    Rückfall ist für mich heute nicht mehr was es war, das wäre Endstadium, denn wenn es ausbricht und zu spät ist, ist ja schon viel passiert. Rückfall hat für mich auch wenig mit den Krankheiten zu tun. Rückfall beginnt bei mir im Gestern, im Morgen, bei Durcheinander, wenn ich die Naturgesetze vergesse, wenn ich beginne zu bewerten, nicht mehr bei mir bin, Gründe und Schubser brauche, wenn Rechtfertigungen mein Handeln bestimmen. Ich brauche Stress, um Leistung zu bringen, ich muss mal wieder richtig Gas geben, damit ich fit bin, ich brauche Abenteuer, damit ich Bestätigung finde, ich sitze auf meinen vier Buchstaben und bekomme nichts gebacken, sind für mich heute Anzeichen, dass ich nicht im Gleichgewicht bin und darf dann nachsehen was da nicht stimmt. Mir hilft das ganz gut.

    LG Kaltblut

    Hi Melanie,

    Du bist aber mutig, denn ich durfte Menschen erleben, die haben es in 30 40 gar in 60 Jahren nicht geschafft, sich darüber auszutauschen. Danke für Deine Zeilen.

    9-36 Monate dauert der Bann, der Menschen durch Reize verbindet. Wenn die Uhr abgelaufen ist, bröckelt es und manchmal bleibt ein Kotzbrocken auf der Strecke. Liebe ist grundlos, sozusagen schnibbelchenfrei und da trennt sich die Spreu vom Weizen.

    Als ich hier auflief, da wusste ich doch nichts von meinen Abhängigkeiten, ich war doch hier wegen meiner Exfrau. Dass sich jede Menge Süchte bei mir auftürmten, alles Symptome für Ursachen kam dann Stück für Stück hoch. Füllmaterial für fehlendes Bewusstsein, für verdrängte Natürlichkeit, für über Jahrzehnte produzierte Löcher, Verlustängste für scheinbar nach vorgelebten Sozial- und Gesellschaftsnormen mühevoll Erlerntes, Aufgebautes und Angefressenes, für Müll.

    Wenn Du Dich umschaust, gibt es noch fleißig Unterstützung aus dem TV, im Kino, im Radio, in der Zeitung, Symptom gesteuerte Verblödung, denn anderseits wäre vieles überflüssig.

    Dazu zählte auch rummachen, wie ich mir das als Mann in der Ehe vorstellte. Unsere Ehe bekam einen gewaltigen Knacks, als ich darauf keinen Bock mehr hatte und die immer angesoffene Ex erstmals abwies. Damit wuchsen auch meine Verlustängste, incl. dem Ausleben meiner Coanteile und allen anhängenden Verstrickungen der Verstrickungen.

    Es heißt ja auch bei uns Kerlen: du brauchst eine fürs Bett, eine für den Haushalt und die Kinder und eine zum Quatschen. Das erübrigt sich auf ganz natürlichem Wege, wenn der Müll innendrin weg ist, wenn aufgeräumt ist, wenn angekommen. Die Frage nach dem Warum und Wieso stellt sich heute nicht mehr. Wir sind einfach so wie wir sind und grundlos, grundlos erübrigt sich auch das Nachdenken.

    LG Karl

    Zitat von Sonnenanbeterin

    .... ich könnte kotzen.


    Liebe Sonnenanbeterin,

    Zitat von Sonnenanbeterin

    Da gehts mir ja immer noch gut (zumindest bilde ich mir das ein).

    manche Menschen fühlen sich im Erbrochenen gut. Sie wissen gar nicht, dass es auch anderes gibt auf der Welt. Bis sie irgendwann ausgebrannt mit drin liegen.

    Alles liegt in unserer Hand, auch ob wir den Putzeimer schwingen oder übers Tanzparkett swingen.

    Viele gute Gedanken Kaltblut

    Zitat

    ich bin so weit weg von jeglicher Sucht...

    Lieber Degger,

    ich bin ein süchtiger Mensch und die Sucht steht direkt hinter mir, immer. Als ich in das Forum kam wusste ich nicht was Sucht alles beinhalten kann.

    Coabhängig zu sein war doch ein Witz, das machte doch nicht krank, dachte ich damals. Vielleicht macht es das nicht wirklich, denn es ist ja auch ein Oberbegriff für all das was ich nicht fassen konnte. Um mein Leben nicht mehr zu meistern gehörte mehr dazu, all die kleinen Bausteine.

    Meine eigenen Abhängigkeiten von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Tee, falscher Ernährung und Fresssucht,Glotzsucht, Arbeitssucht, Geltungssucht, Helfersucht, Verantwortungssucht, Machtsucht u. a. durfte ich mir erst ansehen, als ich keine Angst mehr davor hatte und natürlich war bei mir vorher alles in Ordnung. Es gibt geprägte Suchtstrukturen in unserer Gesellschaft, die hören sich gut an, die werden hofiert, die geben Bedeutung. Macher zu sein ist so etwas. Immerzu zu machen, rastlos, ruhelos, erfolgsabhängig zu sein, mächtig zu sein, zu manipulieren und zu steuern.

    Genauso wie Du alle Rechte der Welt für Dich in Anspruch nehmen kannst, kann Deine Frau alles mit sich machen was sie will, mit Flaschen, mit allem wozu sie Lust und Laune hat, bis es nicht mehr geht. Sie hat ein Recht dazu, genauso wie Du das Recht hast zu jammern, zu wünschen, zu hoffen und zu glauben, durch mächtiges Schöngucken passiert irgendwas.

    Unerträglichkeit ist nicht mit Prozenten ausdrückbar.

    LG Kaltblut

    Hallo Degger,

    vielen Dank für Dein Post und herzlich willkommen.

    "…usw. haben wir alles schon hinter uns." Das verstehe ich jetzt nicht, warst Du dabei?

    „Von ihrer Langzeittherapie kam Sie als fremder Mensch wieder und wir mussten uns erst wieder annähern.“ Wie meinst Du das, dass sie sich erst wieder ins alte Muster einreihen durfte oder dass Du Dich in der Zeit geändert hast?

    Da Ihr selbstständig seid, könnt Ihr ja die Dinge ständig selbst so beeinflussen, dass sie scheinbar zu passen scheinen.

    Coabhängig bedeutet, sein Leben nicht mehr alleine meistern zu können. Es geht hier um Dich und draußen um Dich, nicht um Deinen Sohn, nicht um Deine Frau, auch wenn sie am wichtigsten in Deinem Leben zu sein scheinen. Wir haben oft die irrsinnige Einstellung, dass es mit weg schicken getan ist und vergessen dabei, dass wir es sind, die das Leben neu meistern lernen können, wir für uns. Der Partner ist krank, Gesundheit ist keine Freimarke, nicht käuflich.

    Mit hat hier zu lesen und auszutauschen geholfen. Ich wünsche Dir viele gute Erkenntnisse.

    LG Kaltblut