Beiträge von kaltblut

    Hallo Muddi,

    auch ein herzliches Willkommen. Das kann man ja bis nach Köln spüren, was sich bei Dir aufgestaut hat und was Du für eine wunderbare Bombe bist. Du hast allen Grund Dich zurückzulehnen, der erste Schritt ist der Schwerste und dann beginnt es zu brodeln, unaufhaltsam, raus aus dem selbst gezimmerten Knast, bis es Dir wieder gut geht.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und schreib, hier kannst Du auch Deine Bomben abwerfen.

    LG kaltblut

    Hi Ihr Lieben,

    mein Barometer? Ziemlich real. Reale Liebe, 100% vom Bauch gesteuerte klare Vorstellungen. Ich denke mit dem aufgeräumten Bauch und der sagt mir:

    mit Maßlosigkeit, Selbstüberschätzung, unrealistischen Vorstellungen und manchmal angekoppelten Vorwürfen kann ich nichts mehr anfangen. Das gibt es auch nur gelegentlich mit abendlichem Pegelstand, also weg damit.

    Ayki hat es mal ungefähr so ausgedrückt (finde es nicht mehr direkt): Schnauze voll von der ewigen Selbstüberschätzung.

    Ich mache viel Misst, überschätze mich, treffe falsche Entscheidungen, bin gelegentlich enttäuscht, über mich, über den riesigen, nicht funktionierenden Apparat, das gehört zum Leben, zum Geschäft, aber auch wenn es knüppeldick kommt, dann muss man da durch, aufräumen, fertig, weiter. Manche Dinge sind unrealistisch, z. B. ein Buch zu schreiben, gegen Windmühlen anzugehen, Prävention, aber es lohnt sich, das ist mein Ding. Das kostet Geld, das habe ich nicht, aber die Mittel und Wege dazu und die werde ich nutzen.

    Selbstüberschätzung bedeutet für mich, dass ich hier sitze, darauf warte, dass sich die Arbeitsplätze, die Firma von selbst tragen, ohne den Hintern hoch zu bekommen, irgendwer mir sechs Richtige im Lotto ausfüllt, auch der rheinische Fatalismus hat Grenzen und es wäre fatal, würde ich nochmals blind vom Dach springen, platsch.

    Maßlosigkeit beginnt bei mir- und ich bin weder Erbsenzähler noch Korinthenkakker, mit zu üppigem Kochen, wenn ich für vier Personen koche, 1 ½ essen, der Rest entsorgt wird, Hobby und Spaß hin oder her. Wenn ich zwei oder drei Zimmer brauche, in Fünf leben will, die ich mir nicht leisten kann. Wenn ich in 3 Jahren viele Reisen mit tollen Erlebnissen gemacht habe, sie als lapidare Geschäftsreisen abtue und mit 1 Woche Sonnenschein vergleiche. Wenn ich meinen Schotter verqualme und versaufe, meinem Partner Vorhaltungen mache, dass die Kasse leer ist, um in einem Atemzug die letzten Einnahmen zu verbraten. Das erinnert mich an meine Kids, wenn die Pulle leer war und winke, winke mit erwartungsvollen Kulleraugen das Fläschchen hingehalten wurde, nichts nachkam, da konnten sie ein mächtiges Organ bekommen. Ich mag kein Geschrei mehr, wenn die Milch verschüttet wurde, kommt sie nicht zurück und von alleine schon gar nicht.

    Da sind wir wieder bei Ayki: „Liebe ist ein Geben und Nehmen und bedeutet genauso Arbeit wie auch eine Veränderung nicht einfach auf einen zugeflogen kommt.“

    Ich stehe konsequent zu und hinter meiner Frau und erwarte Veränderungen. Diese Veränderungen hören nicht mit einer Trockenheit und LZT plötzlich auf. Nicht nur bei ihr, wir haben uns beide zu verändern, müssen daran arbeiten, investieren. Auch wenn ich morgens Goldeier legen würde, sehe ich mich nicht in der Rolle des Prinz Karneval. Ich sehe mich auch nicht in der Rolle des, finde es nicht mehr, er schrieb: ich gebe ihr 2 Wochen, dann schmeiß ich sie raus. Unsere Beziehung ist viel wert, mehr als fort geschmissen zu werden und ich erhoffe mir einen Mehrwert.

    Meine Frau ist nicht ganz unten angelangt, sie ist noch helle, trotz Infarkt und Abhängigkeit und gerade deshalb baue ich auf diese große Chance. Ich möchte mich genauso wie sie, eines Tages wieder voll einlassen, ganz fallen lassen, wenn ich das Gefühl habe, dass es nicht platsch macht und das habe ich heute noch nicht. Richtig Elle, Fragezeichen, die müssen erst zu Smilies werden. Ob meine Erwartungshaltung richtig ist, was sein wir, ob wir das schaffen, das weiß keiner, das können wir nur gelassen auf uns zukommen lassen, uns darauf einlassen und sehen ob wir in der Spree, in der Agger, in der Sieg, im Rhein lustig umher plantschen oder im Bottnischen Meerbusen absaufen.

    Die Monate hier, bald habe ich mein Jahresjubiläum, haben mich weder hart, gefühllos, noch lieblos werden lassen, aber trocken, klar, aufgeräumt und frei von unbewußten Abhängigkeiten. Danke.

    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht, ob das jetzt noch fragen darf, weil ich in Kürze einige Tage die Reifen blank fahre, aber zu Recht hat mich meine Frau gefragt, was ich eigentlich erwarte, was sich ändern soll, wenn sie trocken ist und aus der Therapie kommt (so E/Mai geht es los).

    Für mich heißt das zuerst einmal, dass sie die Basis für ein weiteres, bewusstes Leben hat, lebt und ich nicht beim bewussten Ableben und ihrem Zerfall zusehe.

    Für mich heißt das, dass ihr Tag, also auch meiner, nicht mehr von einer Flasche gesteuert wird, Dinge gemacht werden können, die mehr oder weniger heute nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.

    Für mich heißt das, dass unsere Werte nicht mehr zu bestimmten Stunden einseitig kippen, dass auf Vertrauen, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortung, Füreinander, Achtung, Respekt, Kommunikation uneingeschränkt aufgebaut werden kann.

    Für mich heißt das, dass es sich lohnt, gemeinsam an einer Zukunft, an unserer Beziehung zu arbeiten. Damit meine ich auch, dass es mir nicht möglich ist, an einem gewollt auf Raten Ablebenden zu glauben und dabei in die Beziehung zu investieren, aber auch wenn wir alle morgen auf der Strecke bleiben können, leben wir mit einer Perspektive besser.

    Für mich heißt das nicht, dass unsere Welt dann in rosarote Tücher gewickelt ist, alles nur schön, erfüllt und harmonisch abläuft, aber dass wir anders mit uns und unseren Alltagsproblemen umgehend können. Ich sehe deshalb nicht, dass ich mich nicht mehr in mein Schneckenhaus zurückziehe und sie nicht gelegentlich einen Teller fliegen lässt, dass gehört gelegentlich zum Alltag, aber zum gesunden Alltag.

    Für mich heißt das auch nicht, dass ich nicht nochmals meine Frau über alles stelle, sie ihren Beitrag zur Beziehung einbringt, sie sich selbst lebt, wie ich mich.

    Eventualitäten einer LZT lasse ich mal bewusst weg, auch Sprünge vom Kleiderschrank.


    Was würde es für Euch bedeuten?


    LG kaltblut

    Hi Paddy,

    genau, jeder hat seine Bedeutungskurve. Sexualität ist für mich keine Liebe, das ist ein körperliches auslieben der Triebe. Dieses Auslieben geht schnell vorbei und nach einigen Monaten bleibt oft wenig, nass oder trocken, lassen wir das also weg.

    Für mich hat Liebe etwas mit den von Dir genannten, vielleicht altmodischen Werten, vielleicht sind es ja auch nur Wunschvorstellungen zu tun: „Nämlich Vertrauen, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortung, Füreinander, Achtung, Respekt“ und Kommunikation, beidseitig, ganz und nicht nur ein Bisschen. Diese Werte wachsen in Jahren und nicht in einigen Höhepunkt gesteuerten Augenblicken.

    Wären diese Eigenschaften nicht da oder massiv gestört, wie von Dir beschrieben, ist die Beziehung ein Mittel zum Zweck, ein Benutzen, einseitig, ich würde mich irgendwann entfremden und tschüss, nass oder trocken.

    Die Trockenheit selbst ist für mich kein Garant, dass die o. g. Werte einfach so da sind oder immer bleiben. Für mich ist damit auch ein daran Arbeiten und Verinnerlichen verbunden, auch ein Loslassen, weil nur zusammen wächst, was nicht gebunden ist, alles andere beschädigt diese Werte. Beschädigt war ich, als ich klammerte, Co war, zappelte und nichts dagegen tun konnte. Beschädigt ist sie, wenn sie unter „Seinem“ Einfluss steht und von Prozenten geklammert wird.

    Ich habe auch Tage, wo ich vieles von mir weise, null Bock auf Gefühle habe und meine Ruhe brauche. Aber ich habe nicht diese 2. Person in mir, die, die v. g. Eigenschaften täglich verschiebt, keinen steuernden Nebenbuhler in mir, der durch die nassen Umstände Tag für Tag zum Superstar mutiert und dann alles andere wertlos in den Schredder wirft. Es mögen ja nur Stunden sein, aber die Erfahrungen hier zeigen auch, dass aus Stunden Tage, Wochen oder Monate werden und dann verschwinden die Werte eben immer öfter, bis zur Lieblosigkeit.

    Meine Frau liebt nass und trocken, sie hat Werte, die in bestimmten Stunden verschoben werden und irgendwann wären sie weg.

    Nimm es mal so: in meiner Bude ist kein Alkohol, keine Riedels, kein Nachtmänner. Einen kalten Entzug dulde ich ebenso nicht. Also trinkt sie abends heimlich, schmuggelt das Glas von A nach B und dreht die Lippen bei einem Kuss fort, ich könnte ja was riechen. Sie betrügt mich in diesen Augenblicken mit diesem kleinen Hosenscheißer aus der Flasche. Ich werde damit jeden Tag auf ein Neues gefordert, das belastet die Beziehung, ich vertraue ihr, auch darauf, dass in Kürze der Entzug, die LZT etwas ändern werden. Unsere Beziehung wäre bedeutungslos, ein wichtiger Grundstein zerbröselt, wäre keine Änderung in Sicht, ich wäre endgültig fort, erledigt, ebenso, wenn die anderen o. g. Werte sich verflüssigt hätten, aber sie sind bei uns beiden da. Wir haben dieses Auslieben hinter uns, halten an diesen altmodischen Wunschwerten fest und daraus entsteht etwas noch Schöneres. Deshalb glaube ich auch weiterhin an den Bestand unserer Ehe, daran, dass wir beide uns lieben, dass der Nebenbuhler verschwindet, auch wenn es keine Garantien gibt und die gibt es nicht, nicht nass, nicht trocken, nicht mit Vertrag.

    LG kaltblut

    Hallo Evi,

    da haben ja nun einige Knüppel aus dem Sack auf Dich eingedroschen. Schön, dass Du hierhin gefunden hast und auch ein herzliches Willkommen.

    Wie das ist, wenn Du Jahre investiert hast, etwas aufbaust, alles verlierst und auf Deiner Stirn der Pleitegeier aufgedruckt ist, dass hast Du ja erfahren. Als ich einmal ein Fax an das Amtgericht ab sandte,
    stand ein bestellter Insolvenzanwalt auf der Matte und erlöste mich aus dem Trauma mit folgenden aufklärenden Worten:

    „mein Job ist es sie aus der Situation herauszuführen, es nützt der Gesellschaft nichts, wenn sie für unvermeidbare Entwicklungen noch bestraft werden und dem Staat ein Leben lang auf der Tasche liegen“.

    Frag mich mal wie schnell die Jahre vergangen sind, was alles passiert ist, mit wenig an den Füßen, was wir alles gemacht haben, es war und ist eine verdammt gute Zeit, trotz vieler Probleme. Übrigens, von meinen monatlichen Rückführungen können nicht mal die Verwaltungskosten gedeckt werden, das ist auch letztendlich unwichtig, es geht darum weiter etwas zu bewegen, egal wie hoch der Schuldenberg ist.

    Du nimmst Dein Leben in die Hand, arbeitest hart, machst und drehst, warum sollst Du da nicht weiterkommen, nicht auf eigenen Beinen stehen können? Privatinsolvenz heißt nicht 7 Jahre geknüppelt zu werden, sondern wieder auf die Beine zu kommen. Keine Cashkarten zu haben, nichts zu besitzen heißt nicht mittellos zu sein, so lange wir etwas bewegen, wie Du, stehen alle Türen offen.

    Es stimmt mich nachdenklich, wovon Dein Mann sich die Kante gibt, wenn das ganze Gehalt abgeführt wird, er dürfte schon noch was zum Leben übrig haben.

    Es geht hier aber um Dich, um Dein Leben und da heißt es den Weg zu finden, Insolvenz hin oder her, die ist nun mal, aber was in Dir abläuft, das kannst nur Du bestimmen.

    LG kaltblut

    Hallo elle,

    gestern war ich in Godesberg und dachte: ja, ihr Bönnchen, ihr habt es auch gut, 3x Lifemusik am Theaterplatz, am Donnerstagnachmittag. Ich saß zwischen den Älteren in der Sonne und habe in mich hinein gegrinst.

    Es ist schön, sicher auf eigenen Beinen zu stehen, den Kopf frei zu haben. Es gibt mehr als genug anderen Alltagskram, da brauchen wir diesen ganzen Rattenschwanz von fremd Gesteuertem einfach nicht mehr und plötzlich geht es uns richtig gut. Genieße die Zeit, wir haben viel zu wenig davon.

    LG kaltblut

    Hallo Maria,

    die Alkoholabhängigkeit bringt jemanden unter die Erde, früher oder später. Die Co-Abhängigkeit lässt Dich aber leben, auch wenn der Partner/in nicht mehr unter uns verweilt. Für mich bedeutet das, der Alkohol muss weg, nur lebend kann man weitere Schritte gehen und aus der Co-Abhängigkeit herausfinden.

    Irgendwann habe ich für mich gesagt, wenn ich schon nichts dagegen tun kann, dann trinke ich mit, ich hatte ja kein Problem damit, dachte ich. Deshalb würde ich sagen, dass alles möglich ist.

    Der Weg zwischen co-gesteuerter bzw. normaler Hilfe ist sehr schmal, aber er bietet dem Kranken eine breite Ausnutzungsmöglichkeit. Ich unterscheide heute für mich mit einem klaren „Nein“, wenn ich irgendetwas mit der Sucht in Verbindung bringe und ein schlechtes Gefühl bekomme. Vielleicht liege ich manches Mal daneben, aber es hat noch nicht geschadet zu oft „Nein“ zu sagen, zu oft „Ja“ schon.

    LG kaltblut

    Hallo Caro,

    auch ein herzliches Willkommen. Du wirst sicher viele Antworten in den einzelnen Themen finden und kannst zu Deinem Schluss kommen. Etwas schwarz auf weiß wird Dir aber nur Dein Partner selbst geben können. Diese Grauzone ist sehr undurchsichtig, aber die meisten Fische landen in der Pfanne, wenn sie erstmal am Hacken hängen. Hast Du ihn schon einmal darauf angesprochen und tolle Antworten bekommen?

    Du wirst hier feststellen, dass Dein Empfinden normal ist, weder überzogen, noch durchgeknallt und das Deines Mannes, für ihn, aus Sicht des vielleicht Abhängigen genauso. Der Verbrauch ist relativ, hängt von vielen Faktoren ab, aber er steigert sich, wie die Abhängigkeit.

    Ich habe letztes Jahr mehrmals eine Zeit nicht geraucht und musste feststellen, dass dann aus dem abendlichen Weinglas zum Essen zwei wurden. Da habe ich beschlossen die Raucherei später aufzuhören, um erstmal abstinent zu leben. Wenn Du jetzt eine Bestätigung möchtest, ob ich damit ein Problem hatte, ja, hatte ich, denn es gab auch Zeiten, wo ich unbewusst die Veranlagung Deines Mannes teilte, bis ich hierher fand.

    Schreib einfach was mehr von Dir.

    LG kaltblut

    Hi Sams,

    das Thema „Alkohol“ wird immer da sein, wenn Du einmal infiziert bist und die weit reichenden Zusammenhänge siehst. Heute frage ich mich, ob es etwas geändert hätte, wenn ich frühzeitig als Kind aufgeklärt worden wäre. Tatsache ist, dass meine Milchzähne faul waren, die meiner Kinder wurden geputzt, versiegelt und strahlen.

    Bei mir ist das Thema in den Job eingeflossen, dabei fielen gerade wieder ganz neue bisher unbekannte Betrachtungen auf:

    - geplatzte Termine und Geschäfte, die in direktem Zusammenhang stehen
    - ein wichtiger Kollege aus UK befürwortet zwar ein Präventionsprojekt, wird es aber nie umsetzen, weil selbst abhängig. Er sitzt jetzt beim Dinner so weit weg wie möglich.
    - Kunden gaben zu verstehen, dass das Thema zu uninteressant ist, zu wenig Aktion beinhaltet.
    An dieser Stelle war ich sprachlos. Ja, es ist nur unser Ding, es betrifft nur Betroffene, nur viele Millionen Menschen.

    Wir lernen und es ist ein weiter Weg, aber es liegt alles nur in unserer Hand.

    LG kaltblut

    Hi Paddy,

    entschuldigt die späte Antwort, war verreist. Ich finde kein generelles über einen Kamm scheren. Auch wenn viele Betroffene das gleiche Los gezogen haben, sehe ich darin nichts Grundsätzliches.

    Es gibt nasse Fakten, Gleichungen, situationsbedingte Abläufe und Meinungen. Genau wie Du schreibst, bestimmte Abläufe haben nichts mit nass, trocken oder nicht Alkoholiker zu tun.

    Unter Alkoholeinwirkung sinkt die Hemmschwelle. Vorhandene Veranlagungen werden mit sinkender Hemmschwelle leichter ausgelebt, aber deshalb sehe ich immer noch kein generelles Nass-Liebe-Muster, das nur durch den Nasszustand permanent geprägt ist.

    Im Zustand der Suchtbefriedigung, wenn Speichelfluss nur bei Gedanken an Flüssiges aufkommt, wird meine Frau zu einem ungesunden Überegoist. Da kann sie nicht mehr lieben, weil sich alle Gedanken nur um die eigene Suchtbefriedigung drehen. Da kann sie weder sich selbst lieben, noch anderen etwas entgegen bringen, ohne Druck sehr wohl.

    Was wir für einen nassen Alkoholiker wert sind, das haben wir ja alle festgestellt, nichts, wenn „Er“ ruft.


    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    toller Thread, klasse was ihr einbringt.

    Für mich gibt es kein klares Ja oder Nein, da sowohl die Abhängigkeit, die Menschen an sich und der Beziehungsgrad unterschiedlich sind.

    Jetzt denke ich mir mal die täglichen alkoholgesteuerten Veränderungen und Abläufe weg, denke mir mal Lust und Schmetterlinge weg: was bleibt ist der Mensch den ich liebe, meine Frau.

    Ich weiß dass ich gestern daneben war, weil ich einfach diesen Menschen brauchte und er war nicht da, das war nicht lieblos, einfach enttäuschend. Ich wäre auf Euch alle sauer gewesen, wäre ich mit Euch verheiratet und keiner wäre da gewesen. Das war meine unverstandene falsche Erwartungshaltung, kein Co-, kein Helfer-, kein Kindheits- oder sonstiges Syndrom, kein Schönreden, ein einfaches menschliches Fehlverhalten.

    Ob sie lieben, Gefühle geben kann? Sie kann, relativ unendlich lieben. Relativ, weil sie gesteuert ist. Erholt und frisch, ja, wenn der Druck kommt, nein, eingepegelt ja. Da ist sie eine funktionierende Alkoholikerin, wo ich immer kühler werde, meine Gefühle schwinden. Wäre die Versorgungspipeline zu, würde ich mich baggerschen 100% anschließen, nein, alle Gedanken und Gefühle kreisen nur um ein Ziel, alles andere ist wertlos. Sie glaubt, ihre Gefühle gehen trocken auf „Null“, nur, ist es so? Wir werden es erleben.

    Genauso wenig glaube ich, dass die Liebe zu unseren Kindern einfach so in ein Alkschema gesetzt werden kann. Wenn ich nicht mehr denken und handeln kann, ist alles gleichgültig. Ich habe auch mit klarem Verstand und ohne Alk schon Tage nicht mit meinen Jungs gesprochen, hätte sie am Liebsten in den A.. getreten, bin ich deshalb ein liebloser Unmensch? Nein, ich liebe meine Kinder, so wie sie ihre Tochter über alles liebt, so lange der Druck sie nicht einnimmt.

    Das Thema Fremdgehen ist ein immer wieder angesprochenes juckendes Thema. Alkohol löst Hemmungen und evolutionsbedingter Jäger- und Sammlerquatsch sind gute Ausreden, genauso wie kontrolliertes Irgendwas. Ich kenne wenig funktionierende Beziehungen, aber in denen gibt es diesen Quatsch nicht, entweder hüh oder hot. Für unsere Veranlagungen gibt es bestimmt viele plausible Begründungen, aber dazu bedarf es keinen Alkohol. Meine Denke.

    Wenn ich mich voll auf eine Beziehung einlasse, dann bin ich abhängig, mit allen Für und Wider. Bei einem bisschen Beziehung habe ich keine Verpflichtungen, geht es mir gut, besser sogar, weil ungebunden, frei. Besteht nicht die Kunst einer ganzen Beziehung darin, sich gebunden, abhängig und verpflichtet trotzdem frei zu fühlen, ganz zu lieben?

    Bis bald bin jetzt auch fort kaltblut

    Hallo zusammen,

    heute war ein dummer Tag, bin leider blöd ausgerastet, abgestürzt. Sie ist nicht da, wenn ich sie einmal dringend brauche, wenn ich nur einen vertrauten, Mut machenden Blick benötige, egal, wir können nicht darauf bauen und haben unsere Mittel, es ist wie es ist, es ist alles in uns, so oder so.

    Bin auch auf Tour, bis nächste Woche kaltblut


    Es ist die Liebe, die Hand in Hand mit „Ihm“ zusammenarbeitet, zwei unheimliche heimlich Verbündete.

    Die Liebe, die kann einem ganz schön was wegknallen. Wegknallen, nicht im Sinne von Knallen, von Päng, sondern eher so von, der braucht mal was vor die Klatsche, eine geklatscht. Es sagt aber keiner was, es sagt keiner gleich kommt das Dachende, es ist wie bei „Ihm“, es sagt keiner was und wenn einer was sagen würde, wir wären taub, blind, doof.

    Das ist ja nun mal so, sie macht uns unempfindlich gegen alles, lässt den größten Mist als zuckersüße Küchenstückchen in unserem Bauch herumtanzen und wir tanzen, einfach so auf der Straße, am helllichten Tag und freuen uns wenn andere dumm schauen. Wir glauben dann alles unbeschadet überstehen zu können und die anderen, die können unsere Liebe sogar noch sehen, fühlen, schmecken, grabschen, vielleicht sogar mit dabei sein? Quatsch, da bin ich zu schinant, Gardinen zu, Rollläden runter, Fenster zu, zumal „Er“ ja schon mit in der Kiste lag, unbemerkt und hämisch grinsend.

    Die Liebe, die hat was und mal ganz ehrlich, ist es nicht ein herrliches Gefühl, auf zwei Turtelnde zu treffen, denkt man da nicht gleich: die Glücklichen und hebt ein kleines bisschen mit ab? Manch einer meinte: so etwas wie Euch habe ich noch nicht erlebt, unglaublich, da habe ich mein Leben lang von geträumt und strahlte, einfach so, auf dem Dach, 14. Stock, ohne Netz. Neulich sah ich einen Ü50 mit einer U30, Händchen haltend, verträumt daher schlendern und dachte: die Nächsten, hier geht es zum Dach, bescheuert.

    Gut, es gibt viele Schmerzen in einer Partnerschaft, in einer Beziehung, in eine Ehe, aber nach einem kompromisslosen „Jawort“, einem bis ans Ende, auf immer und Ewig? Es ist schmerzhaft, wenn jemand geht, uns verlässt, weil sich die Richtung ändert, weil sich die Wege trennen oder weil jemand für immer geht, das tut weh. Liebe verlieren, Behaglichkeit, Gewohnheiten, Wohlstand, Existenz, Träume, immer für einen mehr, als für den anderen. Der, der geht hat seine Entscheidung getroffen, das war es, er geht seinen Weg, so oder so, hat in diesem Augenblick losgelassen. Der, der verlassen wird, wird abgeschnitten, hat nichts zum Festhalten, nicht zum Loslassen, er schwebt im Raum, wie nach dem blinden Tanz auf dem Dach.

    „In Liebe Fallen lassen“ was für Worte. Ich meine Frau aufgeben, fallen lassen, wegen dem Arsch? Wie komme ich denn dazu, sie liebt mich, steht hinter mir, ich liebe sie, stehe das mit ihr durch, die Liebe ist unzerstörbar stark und stärker als ein dünnes, ein dickes oder armstarkes Band, ein dickes tragendes Stahlseil. Die Liebe ist stärker, unkaputtbar, niemals gebe ich sie auf. Ich meine geliebte, mich heiß umschlingende Frau wegschuppsen, vom Dach schuppsen, damit ich nicht mit runterfalle, damit sie nicht fällt? Haben wir halt ein paar Schmerzen - und, es gibt Leute die zahlen dafür, das gehört einfach zum Leben, da müssen wir durch. Wer hat sich diesen Scheiß eigentlich ausgedacht?

    Schmerzen? Das waren keine Schmerzen, das waren nasse, in Salzeimer gesteckte, über den Zungen eine Ziegenherde hängende, tagelang abgeleckte Füße, oben rum schob sich langsam, Millimeter für Millimeter eine platsch machende Dampfwalze über den Körper und um die Mitte hüpften die Engelchen mit den Worten; loslassen, einfach loslassen und rissen sie im Sekundentakt immer mehr aus mir heraus.

    Wir sprechen hier nicht von: das darfst du nicht, mach das nicht, das sollst du nicht, wir sprechen hier von sein lassen, einfachem, unbereutem sein lassen, wie bescheuert kann man denn sein? „In Liebe fallen lassen“, alles zu geben und dafür noch eins auf die Fresse kriegen? Etwas wollen müssen, was man nicht will, um es guten Willens zu wollen, was ein Schwachsinn.

    Welche Ironie da drin steckte. Welche Ironie in mir steckte. Welche Ironie in ihr steckte, als „Er“ mich triumphierend aus ihrem zarten Gesicht anlächelte.

    Wann es vorbei war? Nie. Wenn ich „Ihn“ sehe, dann ist es als müsste ich gleich um mich schlagen, wenn ich an sie denke, dann ist es als kommt das kasteite Kastrierte langsam vom Bauch, die Speiseröhre in den Mund gekrabbelt und ich frage mich: was geht da ab? Wenn ich mit ihr telefonierte, da stieß ich auf den erbitterten, abstoßenden Hass der Abgestoßenen und reagierte mit Abwendung gegen „Ihn“. Liebevoll sind die Gedanken an die neuen Super-Blades, die aus der Fernsehwerbung, mit denen möchte ich bei ihm neue Filletiertechniken ausprobieren, an jedem einzelnen Häutchen.

    Als ich das erste Mal mit der lieblichen, vertrauten, gefassten, sicher stehenden und dem Hamsterrad entlaufenen 1. Stimme Kontakt hatte, da durchlief mich ein wilder, wehmütiger Strom heißen Verlangens, da kannte ich seine grinsende Fratze noch nicht, jetzt probier ich mal das große Steinschneidende aus.

    Wir stehen auf der 86. Etage des Empire State Buildings, nicht ganz oben, aber in Schwindel erregender Höhe, einem Monument der Geschichte, aus ihrer Lieblingszeit, ihr Traum. Die Kids drehen ihre Runden, die Speiderchips voll knipsend, der Wind bläst uns zart ins Gesicht, der Straßenlärm dröhnt von den klitzekleinen Fahrzeugen bis nach oben, welch ein gigantisches Ausblick, was für ein überwältigendes Gefühl und ihr zarter Körper schmiegt sich erholsam an meinen, wir berühren uns, küssen uns, schließen die Augen und genießen den freien Fall.

    „Sie“ lässt uns wieder tanzen, auf dem Dach, Schritte die wir noch nie probiert haben, federleichte, geisterhafte Bewegungen im Rhythmus der gigantischen nie schlafenden Stadt, alles bewegt sich, 24 Stunden, „Sie“, diese Liebe. Sie flüstert uns glücklich, sanft und erotisch ins Ohr, wir tanzen weiter, über den Köpfen all der kommenden und gehenden Besucherscharen, über die hohe Absperrung hinweg , wir sind in einem mächtigen unaufhaltsamen Aufwind, eng verbunden, unsere Träume rauschen an uns vorbei, über 320 Meter freier Fall, das sind über zwei Sprünge vom Kölner Dom, purer freier Fall und das Altimeter an unseren Handgelenken piepst schrill, blink wild mit roten digitalen Lettern, in „Seiner“ unbekannten Sprache, CoCoCo, wir merken es nicht, platsch, Doppelplatsch. „Sie“ weint, „Er lacht“, wir hin.

    Hallo Sams,

    wir lernen damit umzugehen.

    Ich war einmal so durchgeknallt, dass ich nur noch Hochrechnungen, Verbrauchswerte und Pegelstände im Kopf hatte, was sehr hinderlich bei abendlichen Verpflichtungen wurde. Dann folgten kranke Zuordnungen,
    aha, der auch und die, aha. Abends saßen wir einmal beim Dinner und eine nette Kollegin haute 2 Halbe weg, ich habe mich lange nicht mehr so vor einer netten Frau geekelt.

    Die Erfahrungen sind da, werden wahrgenommen, sie stören heute nicht mehr. Die abendlichen Veränderungen meiner Frau, die stören, damit kann ich nicht mehr umgehen und ich denke auch nicht mehr mit einer anderen Abhängigen, das bleibt eingeprägt.

    LG kaltblut

    Hi Stoffel,

    kennst Du das mit dem Hamsterrad? Du bist da drin und drehst, immer schneller, immer schneller, bis Du raus fliegst, anhalten geht nicht mehr. An dem Tag wo die Chemie in Dir wieder stimmt, wo Kontostände, Knutschflecke, Telefonate, Treffen und und und von Dir abprallen, so wie der eine ohne Schirm nicht vor die Türe geht, der andere freudestrahlend mit Joggingjäckchen durch die Nässe läuft, an dem Tag wird vieles anders sein, da bist Du raus aus dem Hamsterrad.

    Du hast jetzt Hörner aufgesetzt bekommen, all die ganze Verantwortung, Kinder, den Alltag und den Verlust zu verarbeiten. Da fällt man in tiefe Löcher, aber Du kommst da wieder raus.

    Was denkst Du denn was kommt? Du bist ein so liebevoller toller Mann, der sich um alles kümmert während ich mich hier um mich kümmere und dafür verzichte ich auf alles, bin ja neu verliebt? Was soll sie denn da verstehen? Deine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit? Wäre ich Deine Frau, ich könnte gut von Dir leben und kugelrund werden. Du bist jetzt am Ehrlichsten und Aufrichtigsten wenn du einfach den Dingen ihren Lauf lässt und ruhig anfängst ein Buch zu lesen oder sieh Dir Episode Kirk 134 an.

    Stoffel, hier geht es um Schotter, alles die Hälfte wert, Du bist verheiratet, hast Verpflichtungen Deiner Frau gegenüber, Aufrechnung von Rentenansprüchen, Unterhalt, Lebensstandarderhaltung, Kindergeld, Hausverkauf, Alimente für Deine Kinder, da kannst Du auf dem Papier stehen haben was will. Worse case:
    Schotterzettel am 30. April: da steht 800 und paar Gequetschte auf Dein Konto, der Rest weg.

    Mach einfach Dein Ding, quatsch nicht mit ihr, gebe ihr nichts von Deinen Schwächen, nichts von Deinen Stärken, lass die Suppe einfach köcheln, auch wenn es Dich in den Fingern juckt und bekloppt macht. Mach einen auf Spok, es geht hier um Dich. Du kannst immer noch Korrekturen vornehmen und was eines Tages sein wird, wer weiß das.

    LG kaltblut

    Hallo Ellie,

    was sind 4 Tage gegen 10 Jahre, ein Luftzug und doch ein gewaltiger Twister. 4 Tage die alles umhauen, sei stolz auf Dich. Meine 4 Tage waren ein „Nein, trage Deine Flaschen selbst“. Lachen werden wir später, wenn Du wieder happy bist, so oder so.

    Eure Kerls oder unsere Frauen, sie werden einfach von der Sucht gelebt. Ich glaube immer noch nicht, dass sie uns bewusst verscheißern. Nur wo ist der Unterschied. Letztendlich sind wir da reingerutscht und nach 4 Tagen oder halt all diesen kleinen Hallo-Wach-Dingen passiert was mit uns, unser durchgeknalltes Strampeln geht weg, vielleicht bleiben bei vielen hier und dort Wunden, tiefe Verletzungen, aber die heilen.

    Ich habe heute das Badezimmer ausgeräumt, dachte Flaschen mit Atemspray, was ein Sch.., ich brauche doch nichts mehr zu riechen, ich weiß es einfach, blind. Genauso wie Du keinen Promilletester mehr brauchst, Du weißt es einfach, sei froh, dass das teure Ding an der Wand gelandet ist.

    Ich glaube heute meine Frau liebevoll in den Arm nehmen zu können und zu sagen: lebe mit ihm, ich will euch beide einfach nicht mehr, tschüss und ich glaube daran wunderschöne Zeiten erleben zu dürfen, auch mit fliegenden Tellern und allem was dazugehört.

    Geh Deinen Weg und sei stolz auf bald 5 Tage.

    LG kaltblut

    Hi Stoffel,

    Vulkaner, für einen Augenblick OK, ich möchte keiner auf Dauer sein, keiner der keine Gefühle hat, keiner der nur nach festen Regeln lebt, der nie ausprobiert wie es wäre wenn. Ich habe in meinem Leben viel Mist produziert und auch weiterhin eine ganze Menge, viele würden den Kopf schütteln, wenn hier stehen würde, was ich gerade anstelle. Dazu stehe ich und werde immer wieder in diese glitschige stinkende braune Masse greifen, sie fortwischen, mein Job, mein Leben, ich fühle mich gut dabei.

    Andere leben ihr Leben, eben ihr Leben. Einer meiner älteren Brüder lebt anders. Er nimmt und nimmt, Kälte, Missgunst und Hass stehen auf seiner Stirn. Gibst Du ihm die Hand, schüttelst Du Dich, schaust nach ob was fehlt, sein Leben, er fühlt sich gut dabei. Ich glaube, ihn noch nie gedrückt zu haben.

    Du bist Zahlenmensch und weißt, dass auch die tollsten Bilanzen und Zahlen wertlos sein können, trotzdem das A und O in Deiner Branche und bombensichere Entscheidungen sind plötzlich nichtig. 90/10 brauchen wir manchmal, aber es ist nicht das Leben. 100/0 brauchen unsere Partner, wenn es um die Sucht geht und ich wünsche es ihnen, egal was kommt.

    LG kaltblut

    @ elle: ja, ich habe Geduld, nenn es unbändige Geduld, mit klaren Dingen vor Augen, es ist schön daran zu denken und es tut nicht mehr weh nicht daran zu denken. Wir müssen erst verarbeiten und begreifen., fortlaufen bringt uns nicht weiter. Wie geht denn Dein Leben in Bonn weiter, tanzt Du schon auf den Rheinwellen?

    @ Stoffel: der Grad auf dem wir wandern, ist immer sehr schmal und oft vergessen wir dabei noch die Latschen gegen richtiges Schuhwerk zu tauschen. Aber Du weißt ja, dass hier überall Warnschilder hängen.

    @ Albina, schreibe Dir mal hier, bis Du Deinen Thread aufgemacht hast:
    dann bleib jetzt mal ganz ruhig: ich kam verzweifelt aufgelöst hierhin, wie alle, wie Du. Meine erste Reaktion, mein erster Schritt, war ein „ich trage keine Flaschen“. Lachhaft für die einen, für mich ein großer Schritt. Nach Monaten wollte ich im September die Wohnung kündigen, im Oktober habe ich eine Klatsche vom RA abgeschickt und das Trennungsjahr begann, im Januar gekündigt, im Februar ausgezogen, im März lag die Scheidungseinreichung auf meinem Tisch. Schlussstrich, endgültig erledigt, aufgewacht aus der Ohnmacht, Monate vergangen. Nicht nur so dahergesagt, innerlich abgeschlossen und dadurch einen neuen Weg gefunden. Anders Albina haben wir keine Chance, sie nicht zu leben, ich nicht, nicht gelebt zu werden. Keine Liebe, kein Glaube richtet diesen Krampf, aber Du kannst hier was für Dich tun. So wie Dein Partner alle für behämmert hält, die das Thema ansprechen, so waren wir auch alle einmal ziemlich daneben.

    In Liebe fallen lassen, das Liebste hergeben, dafür noch eine Mitten ins Gesicht zu bekommen, einfach so, ohne irgendwas und zuzusehen, wie sie zerfällt, was für eine Ironie. Vielleicht noch vorspringen oder hinterher springen? Dafür haben wir einst keinen auf den Po bekommen, geschrieen, die Augen aufgeschlagen und sind erwachsen geworden.

    Manche können knallharte Entscheidungen treffen, durchladen, abdrücken und abschießen. Es schmerzt unendlich, immer wieder, es wächst kein ausgerissener Arm nach, aber die Wunden heilen. Ich habe viele Monate dafür gebraucht. Was sein wird, das wissen wir nicht, aber vieles könntest Du viel besser deuten als ich, ich wage nicht einmal daran zu denken. Vielleicht steht in diesem Thread morgen verstorben, erledigt und meine Geduld hat sich im Nimmerland aufgelöst, wir wissen es nicht.

    Mut machen kann ich Dir nicht, nicht ihn nicht fallen zu lassen, nicht ihn nicht auf zu geben, nicht für eine gemeinsame Zukunft, nur das Gegenteil. Du bist ihm wertlos, Deine Liebe ist wertlos, sein Leben nichts wert, Deine Dankbarkeit die Abhängigkeit einer willenlos Gezähmten. Willst Du das in Deinem Leben bleiben?

    Kein Mensch möchte das und kein Mensch ist so wenig wert, weniger als Müllsäcke.

    Da Du hierhin gefunden hast beginnst Du arbeiten, an Dir, an Deinem Wert, hier geht es um Dich, um Dein Leben und Du bist alles Wert. Ein Lieber Freund hatte damals geschrieben:

    „Drum stehet fest und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen“. Es gibt Dinge die haben Bestand, tausende Jahre, wir haben sie alle in uns, nur sehen wir sie oft nicht mehr.

    Für das Gift sind wir alle gleich, egal welcher Glaube, Farbe, Herkunft, Stellung oder Sprache. Du wirst Dich wundern, wie viele Menschen Dich verstehen, wenn Du den Mund aufmachst.

    Es liegt alles in Deiner Hand, hau in die Tasten und eröffne Deinen Thread, für Dich, für Dein Leben, hier bist Du etwas wert, Du bist es wert, für Dich.

    LG kaltblut

    Hallo Maria,

    herzlich willkommen und eine klasse Leistung.

    Ja, wie konntest Du das nur tun, Du bist jetzt an allem was kommt schuld und für alles verantwortlich. Diesen Schuh haben wir uns alle irgendwann angezogen und sind mit viel zu großen Stiefeln durch den Mist gewatschelt. Diese Schuldargumente sind aalglatt und wenn Dir so ein Ding durch die Finger rutscht, ist schon dasr nächste in Deiner Hand, über Jahre.

    Meine Frau meinte einmal, sie hätte die Nase voll von Ich Ich Ich Typen, um die sich alles drehen muss, das wäre auch ein Grund warum sie trinkt, ups dachte ich, es dreht sich doch alles um sie und ich konnte ehrlich aussprechen noch nie so viel Zeit mit einem Menschen und für einen Menschen aufgebracht zu haben. Meine Abwesenheit war ein Grund, mein Schnarchen war ein Grund, mein negatives Reden an Frusttagen, mein überschwänglicher Optimismus war ein Grund, die Liste ist unendlich.

    Er trinkt – seine Entscheidung, seine Verantwortung, nicht Deine.
    Dein Leben ist Deins – nicht seins
    Wenn ich aus dem Fenster springen sollte, wird mich kaum einer halten, keiner wüsste wann, wie und wo. Wer soll an meiner Entscheidung schuld sein? Du?

    Fühl Dich einfach hier gut aufgehoben, es ist nicht Dein Ding was passiert, Dein Ding ist für Dich Deinen Weg auf sicheren Beinen zugehen und da bist Du auf einem guten Weg. Auch wenn Du jetzt ein Zehnerticket für die Achterbahn gezogen hast und einige Brechtüten voll werden, es wird bald abgefahren sein.

    Lieben Gruß kaltblut