Beiträge von kaltblut

    Hallo Chopin,

    was schreibst Du denn da, sauer auf Dich selbst und nichts getan? Pott hat es schon passend gesagt. Da brodelt der Vulkan und Dein Kopf arbeitet weiter und das ist doch eine ganz große Entwicklung. Ratschläge verarbeiten, Hilfe annehmen und Umsetzen dauert halt und die wenigsten Menschen sind in der Lage laut Jawohl zu rufen, sich umzudrehen und das war es. Habe einfach Geduld mit Dir, was sind zwei Monate? Jede Entwicklung braucht Zeit und Du bist auf dem Weg und dass Du Dich entschieden hast weiter zu schreiben ist doch ein ganz großes „Ja“.

    LG kaltblut

    Hallo Burkhard,

    herzlich willkommen und schön das Du hierher gefunden hast. 16 Jahre sind eine lange Zeit und erstaunlich, wie schnell ein Jahr wieder vorbei ist. Jetzt denke einmal ein Jahr weiter, an Dich, an Deine Tochter. Was wäre das Schlimmste was passieren könnte? Könnte es so viel schlimmer noch werden?

    Führerschein weg, kommt vielleicht eh bald, Job weg, sicher auch, lebensbedrohliche Zustände wahrscheinlich auch. Du hängst da mit Deiner Tochter voll mit drin, ohne Chance etwas ändern zu können.

    Ändern kann nur sie etwas an ihrer Krankheit, wenn sich etwas ändert, wenn Du nach 16 Jahren sagst, dass Du die Nase voll hast und etwas änderst, wenn sie um das nackte Überleben kämpfen muss, nur noch eine Chance hat und Hilfe annehmen will, für sich.

    Denk mal ein Jahr weiter, ist da Dein Wunsch, Dich weiter zu buckeln und mit auf der Strecke zu bleiben, zwei Kaputte und Deine Tochter vielleicht auch? Du kannst für Deine Tochter sorgen, auf kleinerem Fuß leben, wie auch immer, aber zusammen wird bei Euch allen was passieren, weil alles nichts mehr wert ist. Ist Deine Frau so viel mehr wert als Ihr?

    Hoffnung, Burkhard, die wirst Du hier finden, wenn Du Dir durchliest, wie viele Gleichheiten all die Menschen hier haben, Liebe und Hoffnung, zwei starke Verbündete des Alkohols. Du wirst hier viele Dinge finden, die Dir Erklärungen für 16 Jahre geben, es ist Zeit da raus zu kommen, aus Deiner Abhängigkeit.

    Schildere Deine Situation und stell tausend Fragen, viele werden sich beim Lesen erübrigen, manchmal fängst Du Dir noch unverständliche harte Antworten ein, sie sind wertvoll um zu erkennen, dass Du nichts gegen den Alkohol tun kannst, aber für Dich, für Dein Leben und das Deiner Tochter.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo blondie,

    das Abstellen und fehlende Entzugserscheinungen sind durchaus möglich, irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass die Entzugsauswirkungen auch einige Wochen auf sich warten lassen können. Die ausgestrahlte Ruhe und Gelassenheit, das Einigeln, ist auch nicht ungewöhnlich, zumal Du immer davon ausgehen kannst, dass gut getarnte Schlupflöcher irgendwo vorhanden sind. Meine Frau verabscheut harte Sachen, trotzdem habe ich einmal eine halbvolle versteckte Flasche gefunden, zufällig und dachte noch, dafür trinkt sie jetzt keinen Wein mehr. Dass das einige geschrumpfte Weinflaschen waren wusste ich nicht.

    Prinzipien, wie kein Alkohol am Steuer und Verantwortungsbewusstsein, sind ebenso nicht außergewöhnlich. Ich habe einmal gefragt, wie man morgens nach 4 abendlichen Flaschen Wein wieder nüchtern sein kann
    statt mit Alkoholvergiftung irgendwo zu liegen, henri erklärte es mit 0,66 Promille. Aha. Bei mir war die Wirkung einer Flasche eine andere, der halbe Folgetag hinüber. Regelmäßig 7 Flaschen Bier, 3,5l, 5%, macht eine ganz Menge, 2 Flaschen Wein, so um die 140gr. Alkohol oder ¾ Flasche Korn. Da es kein Bisschen gibt, liegt ein Problem nahe, ob das für immer ist, kann Dir nur Dein Mann nach einem Arztbesuch sagen. Wie Spedi auch schreibt, ist es für Dich, für Deine Entscheidungen auch nicht wichtig, es geht um Dich und Deinen Weg.

    Warum soll sein Verantwortungsbewusstsein abhanden gekommen sein?
    Abhängig zu sein, heißt ja nicht in jedem Falle alles stehen und liegen zu lassen. Die Bandbreite und der Abhängigkeitsgrad sind doch sehr groß. Meine Frau hat alle Tagesarbeiten, incl. Job hervorragend und vorbildlich abgewickelt und ist nie unter Alkohol gefahren bzw. konnte das sehr geschickt auf mich lenken, ich fuhr abends hin und zurück und wenn sie tatsächlich fahren musste, nüchtern blieb, weil ich etwas trank, gingen wir früh und sie war anders.

    Es ist die Ruhe und der Zweifel die Dich jetzt beirren. Vergiss bitte nicht, dass er die Schauspielkunst beherrscht wie kein anderer, wir sprechen nicht von auswendig Gelerntem, sondern von Gelebtem und Ihr habt ihm jetzt erstmal mächtig eine verpasst, da arbeitet etwas, sei wachsam, jeder Film macht uns nur etwas vor, nicht umsonst haben Dokus die geringsten Einschaltquoten. Ich bin mal mächtig aus der Hose gesprungen, da hat sie mich in den Arm genommen, gedrückt, ich war platt und gut war es.

    Vor den Kids würde ich auch nichts verheimlichen. Sie werden alles mitbekommen. Meine mögen und respektieren meine Frau. Sie stehen meinen Problemen gemäßigt gegenüber, es ist nicht ihr Problem. Ich war dankbar, dass sie da waren und sie haben mir gut getan, wenn sie sich meinen Krams angehört haben.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo teufelchen,

    bei allem was bei Dir auch kommt, fallen mir die Worte ein, die jemand zu Schlafstörungen schrieb (sorry, finde sie nicht mehr genau):

    „freu Dich über die zusätzlichen Stunden, der Körper holt sich was er braucht“.

    Bei aller Zerrissenheit, Wut, Trauer und was mich auch immer nachts umherirren lies, waren diese Stunden gut zum Lesen, Denken, Schreiben und Arbeiten, irgendwann holte sich der Körper die benötigte Ruhe.

    „Dem Wahnsinn bist Du näher als er“, da kann ich baggerschen nur bestärken, er legt Deine 14 Seiten beiseite, hebt verständnislos die Schultern, das war es. Ich kann gut nachfühlen, wie das Kuscheln zu dritt ist und wie man dabei wahnsinnig wird.

    Teufelchen, ich erinnere mich wie ich kopfschüttelnd durch das Büro lief und sagte: ich hätte die Reise mit den Kids nicht buchen sollen, ich hätte es nicht tun sollen. Heute nach ½ Jahr, habe ich viele schöne Erinnerungen, ich denke auch daran Flaschenträger gewesen zu sein, aber zunächst an die schönen Stunden mit den Kids, dass wir unser Ding gemacht haben, viel gesehen haben, eine Bikerhorde Sonntags über den Broadway düste, wovon einer mit Weely in den parkenden Autos landete, die Kids gerade die Kamera an hatten, dass mir die Reise gut getan hat und unsere Crashstunden sind ganz weit weg.

    Wenn Du nichts mehr umbuchen kannst und willst, wünsche ich Dir die Kraft, Deine Urlaubserholung auf Dich zu richten, ganz auf Dich und Dich durch nichts beirren zu lassen, Du schaffst das, weil Du viel mehr Kraft hast, als uns das Ende vorgaukelt, für Dich, nur das ist wichtig.


    Lieben Gruß kaltblut

    NS: Schuld??? Schick sie mir, ich habe wieder breite Schultern und kann einiges vertragen, denn es gibt keine Schuld.

    Hi funnie,

    Du hast jetzt viele Entscheidungen getroffen, eine neue Bude und jede Menge Ablenkung.

    Willst Du wissen wie das ist, aufzuatmen, alles zu richten und das erste Mal im eigenen Bett zu liegen?

    Es ist einfach nur schön.

    Funnie, dafür sind Filme ja da, um uns das vorzugaukeln, was wir selbst nicht finden, deshalb habe ich auch keinen Fernseher, kein Radio und meine Kids, wenn sie mal kommen, sind auf TV-Entzug, aber wenn zwei Jungs im Alter von 20 und 18 Jahren plötzlich Blödsinn machen, sich balgen und nicht mehr gehen wollen, dann sieht man dass alles möglich ist.

    Auch bei Dir ist alles möglich und das „Nicht so gut“ beinhaltet doch auch ein „Gut“ oder?


    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo Ayki,

    ich bin zwar von der anderen Fraktion, kann das aber gut nachvollziehen. Hätte ich ex und hopp gemacht, hätte sich alles bei uns anders entwickelt. Du hast Deinen Weg gefunden, wir unseren. Tatsache ist, dass ich mir oft überlegt habe, was machst du eigentlich, wenn es dich irgendwohin treibt und das doch eher mit Skepsis und Ablehnung betrachtet habe, trotz all der beflügelnden Gedanken.

    Ich denke, das Fallen lassen wäre sehr schwierig geworden und meine Beine schnell, aber sie wären langsamer geworden. PS, ich liebe Dich, beschreibt sehr schön was in uns abläuft. Das Zauberwort heißt nicht Liebe, Streit, Hass, Federn fliegen lassen und S.., es ist einfach Kommunikation, der Austausch von Anerkennung, Achtung, Respekt und „sprich mit mir“ und das hast Du jetzt.

    Genau wie Du es beschreibst, begann unsere Beziehung vor 3 ½ Jahren und fast wäre es durch etwas beendet worden, was wir nie gedacht hätten. Als ich von Komaerwachen und Scheidung schrieb, war das nicht dahergeredet, kein Angstmachen, das war endgültig, felsenfest beschlossene Sache und auch Dein „das denke ich nicht“ hat dazu beigetragen.

    Warum sollst Du verrückt sein? Weil da etwas Unbekanntes ist? Etwas Neues? Ist das nicht viel schöner als all die Kicks zusammen? Nimm es einfach, genieße es, was immer daraus wird, wir sind alle wachsam geworden und können jeder Klinge ausweichen, weil wir etwas Unschätzbares gelernt haben, hier.

    Ayki, ich habe seit 30 Jahren den Führerschein, fahre selten nach Vorschrift, mit dem Auto unfallfrei, bin vielleicht auf paar Punkte gekommen, vorausschauend, denke für andere mit, aber ich weiß, dass mich genau dann, wenn ich es nicht erwarte, jemand abschießen kann. Deshalb wird trotzdem weiter gefahren und der dickste Panzer kann mich nicht davor schützen.

    Für dieses „Umgehen“ brauchst Du keine dreißig Jahre, das liegt jetzt in Deiner Hand.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo zusammen,

    danke, dass Ihr die Mammutzeilen lest, ich weiß, es war etwas viel, aber es musste einfach raus.
    Lest und druckt Euch die Zeilen von Claus aus, tragt sie bei Euch, damit sie nicht aus dem Hirn verschwinden, Euch immer wachsam halten. Ich werde sie immer verteilen, wenn mein "Ach, Du auch" unbeachtet bleibt.

    @Schreck: Ja, der ist ein toller Redner, italienischer ex fast Österreicher aus hier. Nicht zu den Medien, die machen cut, ganz unten, beim Nachschub, weit vor einer greifbaren Gesetzesänderung, diesem Quatsch, Debatten über Alk Ü18. Das ist nichts anderes als Sylvester. Kaum einer Ü18 ballert 3 Tage vorher, es sind die Kleinen, die es eigentlich nicht dürfen, aus dem Nimmerland, aber die werden es schon frühzeitig lernen, dieses Nüsse knacken oder wie der Reduktionsfaktor mit Resorptionsdefizit gesundes Theater spielt.

    Lasst Euch das hier mal auf der Zunge zergehen:

    Bundesamt für Statistik: Todesursachen in Deutschland. Gestorbene in Deutschland an ausgewählten Todesursachen 2005. Fachserie 12 Reihe 4, Tabelle 2.3.2 „14.940“ Tote - auf Alkoholabhängigkeit und Lebererkrankungen zurückzuführende Todesursachen.
    Das ist der offizielle Reduktionsfaktor mit Resorptionsdefizit:
    „Anzumerken ist, dass sich wegen der sozialen Erwartungshaltung der Angehörigen auch Ärzte scheuen, eine Todesursache mit Alkoholbezug auf die Todesbescheinigung zu schreiben. Daher muss damit gerechnet werden, dass eher zu wenig als zu viel Alkoholtote amtlich erfasst werden“.

    Aus dem Bundesministerium für Gesundheit:
    Jährlich sterben ca. 42 000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (u.a. durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums (also 5% der Bevölkerung, ex und hop).

    Ups, da ist wohl irgendein offizieller Reduktionsfaktor mit Resorptionsdefizit statistisch geschrumpft.

    1,7 Millionen Abhängige oder 2,5 oder 3,0 oder 4,2 Millionen oder noch mehr offiziell Abhängige? Das macht dann zwischen 2-5% der Bevölkerung aus oder 3% die einfach weg sind, die Einwohner Berlins im offiziellen Reduktionsfaktor mit Resorptionsdefizit verschwunden, weg, gibt’s nicht mehr.

    Verstehe ich nicht, die wissen doch auch, ob sie 10km Autobahn, 100km oder 1000km überwachen, wissen auf Knopfdruck ganz genau wann ich mit wem wo war, aber eine ganze Hauptstadt, weg, einfach weg, dazu nochmals die gefährdeten Grenzgänger, macht dann nochmals München, Hamburg, Köln, Stuttgart, gut Düsseldorf nehmen wir dazu, einfach alles weg, dass wird mir zu kompliziert, ich glaube ich habe wieder diese braune klebrige Masse am Schuh. Wer sagte noch was von Männern, Gummiband und Laufen? Hier werde ich gerade geflitscht.


    Ette : bittersüße Freude… ganz lieben, ohne Messer in der Tasche und dabei wachsam frei bleiben.
    Die Liebe stellt uns ein Bein, die Abhängigkeiten, so oder so, es sind unsere Beine. Die brauchen wir zum schnellen Laufen oder zum Trotzen. Darüber sitzt unser Bauch und wenn ich ihn frage, ob die Erkenntnisse hier, die Erfahrungen, das Bauchweh noch schmerzen, dann sagt er nein, weil es ein Stück von uns war und ist, unser Leben, Vergangenheit und die Zukunft, die kann nur gut aussehen, so oder so, es liegt in unserer Hand. Ette, meine Frau meinte, hier sind sehr viele Frauen, dass Frauen mehr leiden als Männer, meist die sind, die traurig zurück bleiben. Es ist leider so, dass Frauen in der Evolution mit anderen Gefühlen ausgestattet wurden. Ich habe meine Mutter als Kind dafür gehasst, das sie so liebevoll und butterweich war, dass sie mich nicht zu einem harten Kerl gemacht hat und ich bin ihr heute dankbar, dass ich mit diesem Butterweichen in mir umgehen lernte. Wir lernen unsere Beine zu sortieren und dann ist es klasse zu stehen, zu gehen, zu laufen, zu leben und wenn es sein muss auch alleine.

    @ Diandra: Ja, wir wussten es nicht, jetzt haben wir begriffen, leben, nicht gelebt werden, wir wollten und konnten nicht und es ist wunderschön, egal was wann wo kommt, ein Stück erfahren und wenn ich zurück blicke, es waren die wichtigsten Erfahrungen meiner 48 Jahre. Aber davon mal abgesehen, wir haben beide immer noch eine Hantelbank und die kann auch sonst mal herhalten, soll ja vorkommen, dass in normalen Beziehungen irgendwann auch mal wieder andere Federn fliegen und ich werde es genießen.

    @ Elle: ja, es hat sich viel getan, bei ihr, bei mir, für die Zukunft, wie die sein wird, das werden wir sehen, aber eines weiß ich, es wird Zahnrädchen in Zahnrädchen greifen, es macht mir Spaß und meine Frau wird an dieser Aufgabe, am Leben, auch ihren Spaß haben, für sich. Dieses „in Liebe fallen lassen“ war ein langer Knast, aber wenn die Tore sich öffnen und man da raus geht, dann will man nicht mehr zurück, es tut auch kein bisschen weh daran zurück zu denken, wir haben unsere Erfahrung und wissen jetzt wie man Fahrrad fährt, unverlernbar und die Gänsehaut, die lassen wir ab jetzt mal für die, deren Nüsse wir später knacken hören.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Celine,

    wenn jemand das kann, dann geht es auch.

    Dazu gehört einfach zu akzeptieren:

    1) Du, machst Dein eigenes Ding, ditto evtl. Kinder und Angehörigen, also nur ein bisschen
    Beziehung, was evtl. geht, aber bisschen Papa, bisschen Mama?
    2) Du, die Kinder, die Angehörigen sind immer an 2. Stelle und ihr akzeptierst das
    3) Du siehst bewusst bei der Selbstzerstörung zu, also Beihilfe
    4) Du akzeptierst, dass das Umfeld mit leidet

    Wenn Du das auf Dauer kannst, dann wird wahrscheinlich auf Dauer etwas nicht mehr mit Dir stimmen.

    Also 5) Du akzeptierst, das Du nichts wert bist

    Überleg Dir gut, ob Du dafür ans Kreuz willst und irgendwann bist Du wertlos festgenagelt.

    Alkoholiker sind zunächst Menschen. Menschen die es genauso wert sind zu leben und geliebt zu werden
    wie nicht Alkoholiker. Ich kann 1-5 nicht akzeptieren, es zerstört mich, ich will leben, nicht gelebt werden.
    Dauerhafte Beziehungen sind manchmal nicht leicht, auch ohne Alk, aber mit, nur für gelebte Menschen.

    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo, guten Tag Ihr Lieben,

    Teufelchen hat mal geschrieben, dass es nicht nachzuvollziehen ist. Es gibt nichts zu verstehen.
    Meine Frau sagte: du kennst das Gefühl nicht, wenn du abends zur Tanke musst und etwas brauchst, vielleicht nur von deinen Kippen, wenn du abends zum Automaten gelaufen bist, aber das ist nicht das Gleiche.
    .
    Nein ich kenne das Gefühl nicht zur Tanke zu laufen, es war immer etwas vorhanden, in jeder Wohnung, an jedem Ort, in jeder Minibar, überall, es gab Vorräte, ich war nie Label gebunden. Es gibt Dinge, die ich nicht verstehe. Ich habe mich oft gefragt, was denn da wohl abging, in ihr, in mir und warum. Es gibt nichts zu verstehen, wenn ich mich nicht selbst verstehen kann, wie soll ich meine Frau verstehen – es bleibt ein unverständliches Etwas.

    Aber ich habe aufgearbeitet. Die letzten Jahre. Während dreien war es normal, nach getaner Arbeit etwas zu trinken, ein Bier zum Essen, 2-3 irgendwas zum Abschalten, es gehörte zum Tagesabschluss, auch der Zoff in meiner ersten Ehe. Wer weiß, wie es gewesen wäre, hätte es Euch schon gegeben.

    Die folgenden 2 Jahre ging es geschäftlich bergab. Es war das Abwickeln einer vorprogrammierten Situation. Ich zog aus der ehelichen Wohnung aus, in ein 20qm Rattenloch, vernaschte meinen Computer mit für die Kids gekauften PC-Spielen, qualmte wie blöde und trank mein Bier dazu. Hätte jemand gesagt, dass ich ein Problem hätte, ein Alkoholproblem, ich hätte ihn ausgelacht. Ja, ich hatte ein Spielproblem, computersüchtig, Nächte lang, Wochen lang, Monate lange Situationsverdrängung. Bis zur Auflösung, dafür benötigte ich nur Minuten und alles war klar. Ein Gedanke an Alkohol? Schwachsinn.

    Als ich mit meiner jetzigen Frau zusammen kam, hatte ich kein Problem mehr, ich trank wenig, aber mit und war qualmfrei. Wenn wir abends telefonierten, trank ich ein Bier dazu, es tat gut.. Später ein Irgendwas, dann Wein. Es war ein Genuss. Irgendetwas begreifen? Nein. 1 ½ Jahre vorher, anlässlich unseres Kennenlernabends, hat sie Wein getrunken und ich war beeindruck, was diese tolle zarte Frau verputzen konnte, beeindruckt! Sie fuhr sogar Auto, in der großen Stadt und wisst Ihr was ich damals offen dachte: die sind alle irre hier, da laufen die Uhren anders, was die alles dürfen, das gibt es bei uns nicht, einfach toll und klasse, die große Stadt, klar da wird auch ein Auge zugedrückt, bei so viel Prominenz. Ja, erschreckend, aber es war kein beunruhigender Einzelfall, alle knallten beim Essen was weg und fuhren Auto, alle.

    Wenn wir uns später trafen, war der Wein eine klasse Ergänzung zur Klassefrau und für mich auch. Als wir zusammen zogen, war der Wein dabei. Ich trank, fast 3 Jahre, jeden Tag 1 Glas, 2 Gläser, 1 Flasche, am Wochenende auch 2 und? Es gibt Abhandlungen darüber, wie gesund und vorbeugend der Kram ist. Ich wusste nichts von Euch, von Alkoholproblemen, es war ein Stück Normalität - für mich. Ob ich ein Problem hatte? Nein, nicht wirklich, sie ja, sie hatte ein Offensichtliches, eine sch… Situation, die es unlösbar zu knacken galt. Vielleicht hatte ich ein Problem, als ich mich entschloss: wenn sie nicht aufhört, dann trinke ich eben mit.

    Wenn Spezialisten, Vertrauenspersonen diesen Schwachsinn von runter trinken propagandieren, was haben wir hier für einen schweren Stand. Wie können andere uns verstehen, wenn wir uns selbst nicht verstehen?

    Ich verbringe hier in diesem Forum seit Monaten mehr Zeit als mit meiner Frau, meinen Kindern, in meinem Job und ich könnte keinen Therapeuten bezahlen, der sich so viel Zeit nimmt und es ist es tausendmal mal tausendmal mehr wert hier zu sein.

    Nein, ich gehöre nicht auf die Alkoholikerseite, ich bin nur Angehöriger, Co-Abhängiger und hätte ich damals Speichelfuß, Nachschubversorgung, Depotanlegung, Gedankengänge und Körperreaktionen zeitig gedeutet, ich hätte mich trotzdem uneinsichtig gewehrt, ich habe kein Problem. Dieser schleichende, uneinsichtige und undurchsichtige Prozess, gehört in die Aufklärungsarbeit der Grundschulhausaufgaben. Das Weingut am Rhein erhielt neulich eine Antwort auf die Werbesendung: verstorben.
    Wann es Gewissheit wurde? Als ich wieder aufhörte zu rauchen und das abendliche Weinglas schmeckte, ich rauchte da lieber wieder. Es steht in diesem Forum, kein Spezialist hat es je gesagt.


    Erst in den letzten Wochen habe ich es ganz angenommen, für meine Leben und kann laut und deutlich im Restaurant fragen: „kochen Sie ohne Alkohol, ich bin Alkoholiker.“

    Und ich kann all dem überspielenden Gelabere meiner Gesprächspartner locker gegenüber treten, mit einem Augenbrauenhochziehen und einem kurzen „Ach“ Du auch? - antworten.

    Vielleicht habe ich mich auch deshalb aus der Co-Abhängigkeit befreit, vielleicht war das der Grund, warum ich noch so lange bei der Stange war, krumm und verbogen, vielleicht war das der Grund, warum ich fort, mich trennen musste, um jeglicher Versuchung zu entgehen. Es gibt nichts zu verstehen.


    Es geht hier auch um meine Frau, um ihren Weg, um ihr Leben, es geht um: gibt es auch Positives zu berichten?

    Ja, sie ist definitiv rückfällig geworden. Hat den lebensgefährlichen kalten Entzug nicht durchgehalten, sie hätte auch einen Stein haben können. Ich warne alle eindringlich davor, sich in irgendeiner Form auf diesen tödlichen Weg einzulassen. Ich warne alle „neidisch“ zu sein, auf die, die es scheinbar erfolgreich versuchen und es ist taktlos unverschämt, in den Startlöschern zu sitzen und die mit faulen Eiern zu bewerfen, die es dann doch nicht schaffen. Gerade die, benötigen nicht den freien Fall, sondern Hilfe.

    Als ich mich verabschiedete erhielt sie noch die Nachricht, dass sie kaltblut alk suchen soll, da findet sie Antworten, von einem unwissenden, dummen, entsorgten Ehemann. Ja, ich habe mich geoutet, sie hat mich gefunden und hier erschrocken gelesen. Wäre ich der Einzige gewesen, ich wäre als guter Schauspieler abgestempelt worden, aber wir sind viele, sehr viele die alle in der schwankenden Nussschale sitzen. Sie ist aus dem Koma erwacht und ihr habt es möglich gemacht, Eure Erfahrungen, Eure Worte, Eure unbezahlbare Zeit. Ja, es gibt hier harte Töne, disziplinierte Kommissanweisungen, Regeln, die ich einst auch nicht verstand und manches „ja und aber“ musste ich abgelegen, es gibt nur ein Ja oder Tod. Draußen, da gibt es zartes Hauptstreicheln, von „Ihm“ empfohlene Therapeuten, die nach 2 Monaten mitteilen: wissen sie, eigentlich bin ich ja keine Suchtherapeutin, aber bringen wir das noch zu Ende, Unbewusste, wie wir einst, Hand in Hand mit „Ihm“ arbeitend und Hilflose, die verlassen frei fallen, platsch, tot.

    Scheidung, ex und hopp? Mein Leben leben, frei von jeglicher Belastung, 24 Stunden glücklich strahlen? Laut rufen: Leute, ich habe es geschafft, ich bin frei, seht her, es hat 10 Monate gedauert, so geht es, positiv in die Welt schauen? Ja, bin ich, mach ich, will ich, ich bin aufgewacht aus dem Koma, aber nicht alleine und es ist kein neuer Platz frei in meinem Herzen.

    Ich wäre nicht Kaltblut, ich wäre ein gezügeltes, schlachtreifes Brauereipferd, ein Stück kölsche Pferdekochwurst, die es immer noch am Schlachthof zu kaufen gibt, wenn ich nicht verstanden hätte warum Diandra u. a. einen langen Weg gehen. Ich würde nicht weiter schreiben, wenn nicht etwas kaltblütiges Verrückendes in mir wäre.


    Wir haben uns getroffen, auf ein Dinner, es war mehr als ein Abschiedsessen gedacht, vielleicht unser letztes gemeinsames Dinner, deshalb habe ich ein Sternerestaurant ausgesucht, von dem ich schon 3 Jahre träumte. Sie sah einfach klasse aus, eine Klasse für sich.

    Ich habe die Wirtin bei der Reservierung gefragt, ob sie auch alkoholfreie Sterne zaubern kann, weil ich ein Alkoholproblem habe. Sie konnte und ich habe selten ein so vorbildliches, einfühlsames Verhalten erlebt. Man muss es nur klar und deutlich aussprechen lernen. Der Tisch war etwas geschützt, das Essen, unglaubliche – bleibt sitzen - 9 Gänge+, 5 Stunden Gaumenexplosionen, Speichelfluss und pappsatt. Nein, das ist nicht mein Alltag, aber es ist es manchmal in Leben wert, dafür koche ich die kommenden Wochen gerne auf Sparflamme. Nicht nur das Essen war verzaubernd. Ich vermisse es, ihren Bewegungen, ihrer Gestik zu folgen, ihren Worten zu lauschen, sie bewundernd anzusehen, ihre Anwesenheit, ihre Gefühle zu spüren. Es war ein wunderschönes Gefühl und „Er“ mein Nebenbuhler war erstmals seit langem nicht anwesend, kam nicht rein, stand draußen vor der Türe, im kalten Regen und drückte sich schüttelnd die Nase am Fester platt, dieser überflüssige Idiot.

    Sie wollte mir die ganze Zeit etwas sagen und bat mich später noch hoch in ihre Wohnung. Ich wäre kein kaltblütiges Kaltblut, wenn ich dem Hengst in mir eine Chance gelassen hätte und die Chance beim Schopfe gepackt hätte. Ich bin ein Mann, ihr Mann, sie eine Frau, meine Frau, das macht zusammen mehr als einige wilde Minuten. Wir haben über zwei Stunden geredet, über sie, über Euch, über die Klinikunterlagen, über das Leben. Sie lernt von Euch, für ihr Leben.

    So ein Abend, das ist einer, von dem man im hohen Alter noch den Enkelkindern erzählt, die dann lachend rufen: Opa, das hast du schon hundertmal erzählt.


    Was immer auch in Zukunft sein wird, die Entgiftung mit Langzeittherapie hat sie voll und ganz für sich, nur für sich und ihr Leben, angenommen, die Papiere sind eingereicht, alles andere war gestern, sie wird leben und vielleicht, nur vielleicht, werden wir unsere restlichen Jahre gemeinsam verbringen dürfen. Ich glaube daran, es wird eine schöne Zeit und wenn es anders wird, wie Ihr so oft geschrieben habt, dann habt Ihr mir genug Kraft gegeben, auch meinen Weg alleine zu gehen

    Ich denke, sie wird eines Tages ihre Nase in den Wind halten, hier schreiben, ihre Geschichte, ihre Sicht, sich frei machen und ihren weiteren Weg Mut machend vortragen. Das sind ihre Worte, bevor wir ein Paar wurden und vielleicht, hat schon jemand ähnliches gedacht:

    Liebe vergiss es. Aber nur S** zu haben und anschließend schweigend im Bett zu liegen weil man sich nichts zu sagen hat ist ziemlich ernüchternd. Ich habe keine Ahnung von Liebe. Vielleicht bin ich einfach immer zu misstrauisch, verstecke mich hinter irgendwelchem Geschwätz. Die Starke, die niemanden braucht, alles allein durchsteht, na kennst das ja - da kann "Mann" ja vielleicht auch nicht hinter die Kulissen schauen.

    Liebe hat für mich was mit Angst zu tun. Hingabe, Gefühle das macht mich ja auch sehr verletzlich, angreifbar und ich möchte doch immer auf alles gefasst sein, immer als erste das Messer aus der Tasche ziehen ...

    Ich liebe dich - die meisten Leute gehen für meine Begriffe ziemlich inflationär mit diesem Satz um, gemeint ist doch meist, ich fühle mich gerade wohl bei/mit dir oder ich bin verliebt, Kribbeln im Bauch und
    Schwitzehändchen etc. Aber Liebe ?? Vielleicht hänge ich die Latte ja auch zu hoch. Alle reden ständig über Liebe - Lieder, Filme, Bücher, Werbung, Freunde, Bekannte. Irgendwie fühlt man sich doch als Versager wenn man da nicht mitreden kann.

    So Karl, jetzt hole ich meine große Liebe von der Schule ab.


    @Spedi, Beikircher erklärt auf schöne Art den Unterschied zwischen einem Bayer und einem Rheinländer. Ich verstehe Dich und respektiere Deine Texte und Du hast es für isa vorbildlich formuliert, meine Frau hat etwas begriffen:

    1.) ihre Krankheit akzeptiert
    2.) sie will alles gegen ihre Krankheit unternehmen
    3.) beides vorbehaltlos tut
    und
    4.) „alleine die Erfahrung lehrt, dass es in den seltensten Fällen dann noch eine gemeinsame Zukunft gibt – „
    Ja, es gehört zum Sein lassen, nur das Leben zählt und wenn es so sein sollte, dann ist es so, nur durch los lassen kann etwas zusammen wachsen, wir werden wachsen.

    Kathrin schrieb anfangs auf meine Frage, warum soll jemand das Trinken aufgeben, wenn die Lebenszeit begrenzt ist:

    „ich würde ganz spontan antworten: um die zeit bis zum nächsten infarkt wenigstens 100% zu erLEBEN und noch genießen zu können...“

    Sie wird leben.

    Es gibt diese positiven Augenblicke, lasst uns einfach euphorische Luftsprünge machen und dabei nicht vergessen, dass es zum freien Fall nur weniger cm bedarf, ein Leben lang.

    Manch einer wird wieder denken: hat der verrückte Kerl es immer noch nicht begriffen? Dann will ich Euch einmal sagen, was vor meinem Fenster für ein Naturschauspiel los ist. Da steht ein mächtiger Baum. So eine graue Kacktaube, das sind die, die für die beschi….. Flecken im Lack verantwortlich sind, hat da ihr Nest und schon Eier gelegt. Zwei Elstern machten einen lauten Krach, wollten an die Eier und die Taube hat sie mutig in die Flucht geschlagen. Beeindruckend. Zwei blauschwarze riesige Krähen kamen, die Federn flogen, die Taube hat mutig gekämpft, aber sie hatte keine Chance und machte einen Abflug. Die Eier wurden genüsslich verputzt. Heute sitzt sie wieder in ihrem Nest und legt neue Eier, diese Kacktaube und die Krähen krächzen laut vom Dach. Die Natur ist hart, wir auch, wir können trotzen.


    Es sind Menschen wie Claus, die hilflos das durchlebten, was vielen bevorsteht. Lest die Wahrheit tausendmal, rotzt die Taschentücher bis oben hin voll und vergesst diese traurige Geschichte nicht mehr, druckt sie aus und steckt sie zur Erinnerung in Eure Geldbörse, damit sie immer an Eurer Seite ist. Jede Seuche wird gnadenlos ausgerottet, nur diese hier, unsere, die wird von allen Gesellschaftsschichten freudestrahlend forciert, bis in den Tod. Grundnahrungsmittel, was für abgrundtiefe Lügengeschichten seit Generationen in unseren Köpfen verankert sind. Ihr habt es in Eurer Hand, diese Anker zu kappen und wenn dabei einigen Köpfe rollen werden, dann rollen sie eben, tretet nach und lasst sie bis weit in den Elfer fliegen.

    Zugelassener, forcierter Tod auf Raten, eigenverantwortliches aufgeklärtes Töten und kein Schutzmann rührt einen Finger. Doch, vielleicht der Schutzmann Schnäuzerkowski, im Henneschen, da befinden wir uns nähmlich – mit „h“.

    Alkoholiker, eingestuft als Menschen unterster Brückenpennerklasse und doch angesehene Looser, auch in obersten Etagen, Brücken bauend. Bei solchen Worten da kommt es mir, dieser altbekannte Speichelfluss, dieses Kribbeln in den Beinen, dieses Verlangen nach etwas, nach meinem riesigen Nussknacker.

    Ja, Karsten, "In Liebe loslassen" bedeutet, dass man auf sein eigenes Glück verzichten muss, wenn man damit erreichen kann, dass jemand anders glücklich wird, Danke, danke an Euch alle. Hier gibt es viele Unglückliche die glücklich sein wollen, zählt auf mich. Ich werde Himmel und Erde in Bewegung setzen und Ihr werdet das Knacken harter Nüsse bis in das tiefste Loch hören können.

    Mein Thread endet hier nicht, er beginnt erst.

    LG kaltblut

    PS:

    Wer da alles seine Finger im Spiel hat und von „Ihm“ gesteuert wird? Ich habe lange Jahre dafür gebraucht es zu begreifen, obwohl ich „Ihn“ lange ergriffen in meinen Händen hielt:

    - der Kranke, der ist ein Abfallprodukt, blauer Punkt, braune Tonne, Deckel zu, recycelbar
    - der Angehörige, der hat ja nun wirklich keinen Schaden durch „Ihn“, außer einem Schaden, dann ist er auch nur ein Abfallprodukt, blauer Punkt, braune Tonne, Deckel zu, recycelbar.
    - der Reparaturservice mit der Couch und der mit dem weißen Kittel, die wären halt mit neuen Bürotätigkeiten, Ablage „P“ zu versorgen.
    - die Industrie, die hunderte von Gegenstöffchen nach alten Braugesetzen erschafft, die Maschinen, Computer und überlebenswichtigen Geräte erzeugt, ab in die Umweltforschung
    - leider auch alle Kabolmäuschen, die aufopferungsvoll ihre schlecht bezahlten Stunden abrackern und sich auf Gartenarbeit und Männe umstellen müssten
    - die Flasche leer Produzenten mit ihren Schlossbildchendruckern, Maurer und Maler werden immer gebraucht
    - die Werbeindustrie, die plötzlich riesige Werbeblöcke mit richtigen Filmen füllen müssten
    - die Winzer, Brenner und Stoffproduzenten, die sich Finger verbrennen
    - die Kneipiers und Gastronomen, die richtige Haushaltslöcher bekämen
    - die Lebensmittelindustrie, die schon unsere Kinderpausen mit Ihm bestückt
    - die Stores, die könnten auch Lese- und Chaträume auf den neuen Freiflächen einrichten
    - die grünen Beaufsichtiger, die endlich mit ihren Kids richtigeres Kasperletheater spielen könnten
    - unsere Oberbosse, die Macher und Verwalter unserer Steuern, die dann sinken, aber eigentlich nicht mehr zweckgebunden gebraucht würden, damit könnten neue Löcher gestopft werden
    - unsere Entscheider über Justitia, die lägen dann wie die Bosse und Macher in Diäten, würden aber schlank, nicht mehr gebraucht.
    - und seine Angestellten, die lochpräservativgesteuerten, prohibitionierten Präventionisten, aber die hätten geknackte Nüsse, wie er, ein Abfallprodukt, blauer Punkt, braune Tonne, Deckel zu, recycelbar

    Ich verstehe es ja auch nicht, alle haben was davon, so oder so, bis in den Ofen.

    Ihr Lieben,

    etwas noch: auch vielen Dank für die anregenden alkfreien Naturstoffe, die Ihr auf manchen Threads zum Kochen angeführt habt, es ist unglaublich was es alles gibt und es schmeckt tausendmal mal tausendmal besser. Die Natur, sie hält für uns vieles breit und wir brauchen uns nur umzusehen, es wächst überall was. So ganz nebenbei: 87kg, die war ich vor 15 Jahren oder 20? Ein Abfallprodukt aus 10 Monaten, aber steht mir gut und fühlt sich gut an.

    Als ich auf diese Seite kam, da habe ich zur Trockenheit angekreuzt: nicht wichtig. Es ist mir wichtig, so sieht mein zukünftiges Leben aus, ganz trocken. Danke Karsten für Dein gewaltiges Werk.

    Ich war in der Vergangenheit bei einigen Ärzten und Therapeuten, in max. 45 Minuten werden richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Hier dauert es etwas länger, aber mit der gewaltigen Power von Euch, von vielen Stunden, Wochen, Monaten, Jahre der Erfahrung. Ich bezweifele einfach, dass man diese Erfahrung erlernen kann.

    Als ich damals hierhin kam und manchen Thread verfolgte, da dachte ich: mein Gott, was eiern die denn da rum, zack zack erledigt und es hat Monate gedauert zu begreifen.


    Wenn sich die unbeugsame Gebeugte hierin verirrt, schmeißt die Unbeugsame bitte nicht gleich raus, sie glaubt an die Dinge, die hier nicht zugelassen sind, an schwachsinnige Ironie. Sie wird lernen, wie wir alle gelernt haben – zu leben, nicht gelebt zu werden. Sie ist ein liebenswerter Mensch, der ein Leben lang gebeugt wurde, sie ist es tausendmal mal tausendmal wert, wie wir alle, um zu frei leben. Ja, Ihr Lieben, sie bleibt in meinem Herz und es war ein weiter Weg, bis zum Sein lassen, es ist wie es ist.


    Für die einen war mein Fox potthässlich, für die anderen ein ausgeflippter wunderschöner Exote. Nicht alles was hier steht gehört hier hin und nicht alles was hier nicht hingehört gehört nicht hierhin, es kommt nicht darauf an was hier steht, nur was wir daraus entnehmen, begreifen, für uns, für die einen war mein Fox………...

    Ette, es sind die Widersprüche an sich, die uns bereichern, die Zerrissenheit kitten, die denken und handeln lassen. Ich bin gefestigt und habe viel gelernt. Ja, ich habe mich gewaltig mit Eurer Hilfe verändert, aber mein Kern ist der Alte.

    Dieses Buch, das wird vielleicht nicht viel ändern, nicht bei „Ihm“, aber es wird etwas was Ihr lieben werdet, was die Schmerzen lindert, was das sein lassen fördert und wer weiß, vielleicht wird es kleine Feuer entfachen, tausendmal mal tausendmal. Wenn es 2008 einen trockenen Sommer gibt, wer weiß, es kann schnell überall brennen und dieser selbstherrlichen Tötungsmaschinerie könnte es mächtig heiß werden, dann gibt es ein großes Nussrösten.

    Tschüss, ich muss Nüsse knacken, harte Aufgabe, aber ich packe „Ihn“ da, wo „Er“ nicht mit rechnet, wo es schmerzt, an den Nüssen, weil das meine Aufgabe ist.

    Bis dann, kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe verstanden, begriffen, angenommen, erledigt, ich bin ganz aufgewacht, jetzt bin ich wieder der, der ich einst war und bin, deshalb habe ich Euch um Rat gefragt, für meine schwabbel Konsequenz, keine Diskussionen mehr, Ende. Es ist alles in uns.

    Ohnmacht beendet man nicht durch aushalten, das ist KOMA, die Konsequenz ist : nur durch aufwachen und Scheidung.

    Ich danke Euch, dafür das ich so viel für mein weiteres Leben erfahren und lernen durfte, hier schreiben durfte, gelesen wurde, Antworten und Beistand erhielt, für Eure wertvolle Zeit und Erich Fried für seine Worte: es ist was es ist, sagt die Liebe – unheilbare Alkoholabhängigkeit, Dich Dich sein lassen - sein lassen.

    Alles Liebe und wir lesen voreinander kaltblut

    Hallo zusammen,

    @ elle: ja ich liebe meine Frau und es war ein weiter Weg, dieses „in Liebe fallen lassen“ und wenn „Er“ aus seiner Flasche kriecht, dann erwacht etwas, wäre es ein anderer, könnte ich abschließen. Ich bin nicht bereit einen, wie sagte das Diandra „Zunkunftsblick“ *schmunzel* , also einen Zukunftsschmunzelblick zu riskieren. Danke für Deine Worte, ja, lass uns den Duden revidieren, aber ich kann auch kaltblütigen Klartext reden:
    .
    Ich habe keine Ausbildung wie neverfree und ich bin auch nicht so geradlinig. Ich werde oft hin- und her geworfen, von Zweifeln und Hoffnung. Meine Uhren ticken manchmal etwas anders und das ist auch gut, weil das mein Ich ist. Nur, wenn man Regeln nicht beachtet, dann heißt dass Abflug. Mein Großer hat gestern gepennt und ich sah ihn schon im Duc-Himmel. Dreht auf, überholt in einer langen, freien Linkskurve und fährt einfach geradeaus, aber er hat eine gute Ausbildung, tolle Reflexe, einen Schutzengel und konnte den fast Abflug mit einem tiefen Schrecken und viel Putzarbeit meistern.

    Deshalb frage ich beide Seiten, ob ich meine Hausaufgaben nach bald 10 Monaten richtig gemacht habe, die Regeln klar begriffen habe. Es ist für mein Leben und es geht um meine Frau.

    44J., 46-49kg, lange Jahre Alkoholiker, mit 1-2 Liter Weinbedarf pro Tag, infarktgeschädigt, starker Raucher.

    Habe ich Eure Ratschläge, Erfahrungen und Erkenntnisse für Regelfälle richtig verstanden (Ausnahmen werden in diesem Forum nicht zugelassen, da viele tausend Erfahrungen das Gegenteil belegen):

    1. die Krankheit ist nicht zu heilen, aber zu stoppen
    2. die Krankheit ist ohne massive Gegenmaßnahmen nicht zu stoppen
    3. die Krankheit führt zum Leid aller Beteiligten bis zum Tot.
    4. kein Stopp ohne es voll und ganz zu wollen, ohne Abstinenz, ohne wenn und aber
    5. kein Stopp ohne Handlung
    6. kein Stopp ohne stationären oder ambulanten Entzug
    7. kein Stopp ohne Therapie
    8. kein Stopp ohne Langzeittherapie bei meiner Frau
    9. kein Stopp ohne SHG (reden wir bitte nicht über Forum und Realgruppe, meine vollwertige SHG ist hier, seid Ihr, ich meine eine SHG)
    10. kein Stopp ohne volle Akzeptanz der Krankheit
    11. kein Stopp ohne offenen Umgang mit der Krankheit, kein Vertuschen, Verharmlosen, Übergehen, Runterspielen, Unterdrücken.
    12. kein Stopp ohne Entsorgung und genaue Beachtung aller Versuchungsmittel
    13. kein Stopp ohne Umfeldveränderung bzw. Versuchungsvorbeugung

    Ist es richtig, dass bei Nichtbeachtung der Regeln ein Rückfall sehr wahrscheinlich ist?
    Habe ich das so richtig begriffen?

    Ich bitte Euch um Beistand bei meiner geistigen Unordnung.

    Bis dann und genießt den Sonnenschein kaltblut

    Liebe alleshatseineZeit,

    eigentlich sind es ja keine Tricks, weil der Partner es nicht weiß und unbewusst macht, verdrängt, nicht annimmt, genauso wie wir lange Zeit unbewusst Co. sind und den ganzen Sch.. noch unterstützen, ist beides unverständlich.

    Wir kochten täglich gegen 18h, fürstliche Menüs, Speichelfluss. Da kam das erste Glas. Sie gegen 20h topfit an den PC und gearbeitet, sogar bis 2h nachts, topfit. Passte doch toll, ich ins Büro, sie ihre Arbeit getan und ich konnte sie gleich morgens mitnehmen. Ausrede: ich bin Nachtmensch, annehmbar. Morgens bis 10h-11h geschlafen, verständlich, bis12h im Bett gelesen, das sind meine schönsten Stunden, verständlich, um 13h fit, auch noch klar. 17-18h, sehnsüchtig auf das Kochen gewartet und wenn ich später kam, gab es Ärger, auch klar, Unpünktlichkeit ist nicht akzeptable, bis auf das großzügig eingeräumte akademische Viertel, da kann man ja schon mal loslegen. Dass da ein Muster drin war, habe ich erst hier gemerkt, für mich war das 2 Jahre alles verständlich, auch wenn mein Tagesablauf ein anderer war.

    Der Begriff Spiegeltrinker, wurde mir ganz ausführlich von ihr erklärt, ebenso wie gesund es ist und dieses und jenes und das und dieses. Heute weiß ich, dass sie mir die Sch.. so gut gequirlt hat, dass ich mit großen Genuss rein gebissen habe, alles verständlich.

    Wenn es mal kochte, dann haben wir diskutiert, meist nach 22h oder später, selten am Morgen oder mittags, wenn die geliebte Normale Frau da war. Da war sie unzugänglich und wenn einmal, dann habe ich Abends kopfschüttelnd mit offenem Mund da gestanden, wie alles vergessen? Ein ungleiches Diskutieren, ein geistiger Übermensch gegen eine kleine kölsche Kochwurst. Zum Schluss war es so: an jedem Wort, an jeder Geste, an jeder Bewegung, lies sich der Pegelstand ablesen und die Zeit bis zum Abwinken. Das volle Abwinken kam dann im April letzten Jahres, Infarkt, Maschine überdreht, mit 43, nach dem ich 2 Jahre dachte: überstanden, geht doch.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo funnie,

    aus unserer Sicht, da wir es nicht begreifen können, ist es irgendetwas. Und wenn das begriffen wurde, dann freue ich mich über meinen mir so oft vorgeworfenen rheinischen Fatalismus: kenne mer nit, bruche mer nit, fot do met und schicke Dir etwas davon. Kopf hoch.


    Vielleicht etwas spät: @ neverfree: Besuchsverbot oder geschützten Umgang noch nicht erlebt? Sorry, da platze ich gerade und schreibe es einfach mal, da funnie ja so passend aus Berlin schreibt:

    der Kindsvater hatte kein Sorgerecht, war „nur“ Erzeuger und hat es sich auf clevere Weise in einer Notsituation erschlichen, von meiner Frau. Sie vier Monate später mittellos vor die Türe gesetzt und die Tochter behalten, eine große Tochter ist ja auch pflegeleichter. Das mag mit meiner heutigen Kenntnis und zum Schutz des Kindes letztendlich auch der richtige Weg gewesen sein, aber:

    Meine Frau hat um ihre Tochter gekämpft, wie ein Tiger und zum Schluss erhielt sie 6 Monate Besuchsverbot. Sag jetzt bitte nichts falsches, wir sprechen von einer Frau, die 11 Jahre intensiv alles nur für ihr Kind gegeben hat, die sogar intensiv den Kontakt zwischen Kind und Vater gefördert hat, was unter den damaligen Umständen ein sehr großes Opfer war, die alles dafür gegeben hat, dass dem Kind nichts dergleichen passiert, was ihr einst widerfahren ist und Du kannst sicher sein, dass nur der kleinste Gedanke eines Fremden zu etwas Schlimmem geführt hätte.

    Sie war zu dem Zeitpunkt schon abhängig, ein wie Wolfgang es schreibt „funktionierender Alkoholiker“ der zu unglaublichen Höchstleitungen auflaufen konnte und die Richter haben ganz klar entschieden: 6 Monate Besuchsverbot. Wir hatten eine anerkannte Fachspezialistin arrangiert, es gibt fette und dicke Ordner, richterlich, schwarz auf weiß festgehaltene Fehlentscheidungen. Auch Justitia hält ihre Waagschalen im Wind. Wir hätten bis zum Nimmerleinstag dagegen ankämpfen können, nur, dem Kind, um das es ging, hätte es nicht geholfen und meine Frau ist in dieser Zeit ganz auf der Strecke geblieben, Ziel erreicht.

    Müssen, neverfree, da kann ich Dir sagen wie das Müssen ist, wenn Dein Partner sich die Kannte gibt, weil keiner ans Telefon geht, jeglicher Kontakt bewusst unterbunden wird, wenn Urlaubsregellungen getroffen werden und nicht eingehalten werden, wenn Du 600km fährst, vor der Tür stehst und keiner macht auf. Was- Polizei holen, Jugendamt holen, Anwalt einschalten? Da wird lachend eine Strafe bezahlt und die Monate vergehen, bis das Kind entfremdet ist. Punkt.

    Es gibt diese Dinge, auch in Deutschland und auch das gehört zum Nüsse knacken.
    Ich hoffe Ihr seid mir nicht böse, aber da bin noch viel empfindlicher als bei meiner Frau.

    Funnie, es gibt sehr viele Wege, manchmal bedarf es Macht und Geld, manchmal auch nicht. Wichtig ist das Du weißt was Du willst.

    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo blondie,

    herzlich willkommen, schön dass Du hierin gefunden hast und so viel von Dir geschrieben hast.

    Die Antwort kann Dir niemand geben, nur Du selbst. Tatsache ist, das da etwas im Raum steht, das oft als Beziehungsproblem abgehackt wird und mit dem Satz: unüberwindbare Differenzen endet. Tatsache ist, dass Du etwas willst und wenig Chancen hast es zu bekommen. Tatsache ist auch, dass vieles anders wäre, wenn der Alkohol nicht im Spiel wäre.

    Bei Dir hat jetzt eine Sanduhr angefangen zu rieseln und die kannst Du nicht mehr abstellen. Er wird, wenn das Thema aufkommt, das Loch immer größer machen und der Sand ist dann irgendwann ganz schnell weg.

    Das Traurige daran ist, dass Du nachschütten kannst wie viel Du willst, Du kannst das jetzt nicht mehr stoppen, nur indem Du zu siehst und Dich aufreibst oder Deinen Weg gehst, an Dich denkst, mit allen Konsequenzen.

    Da Dein Mann Dich nicht versteht und Du nicht Ihn, no way, bleibt Dir nichts anderes übrig, als immer tiefer zu bohren, vielleicht wacht er auf.

    Zu den anderen Fragen hast Du bestimmt schon kopfschüttelnd etwas gefunden. Jeder bekommt Probleme und es wird immer schlimmer, die Frage ist nur wann, ob und wie lange Du darauf warten willst.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo nochmals,

    jetzt versuche ich einmal die gestrigen Abläufe loszulassen und schreibe deshalb noch mal unverblümt:

    Sie brauchte das Auto, Arzttermine, Therapeut etc. Kein Problem, ruft nach 4 Stunden wieder an, ich bin jetzt auf dem Weg und hole dich ab.

    Als das erste Kapitel fertig war, fiel mir was von den Schultern, Erleichterung, Glückgefühle, was auch immer, die Nacht durch geschrieben, nicht gepennt, auf jeden Fall lief die Pumpe auf Hochtouren, also es stimmte was nicht. Ich bin an die frische Luft und da stand sie auch schon. Unwohl und schleichend zum Auto, rein, toller Therapeut, Friseur und ihr wisst was Kunsthaar kostet, vor allem wenn man kurz vor den Miesen und einem Umzug steht. Trotzdem, eine Traumfrau und ich musste einfach sagen: du siehst toll aus. Sagt kein Wort, Eisberg, parkt vor der Wohnung, steigt aus, geht, kein tschüss, kein Danke, nix, Eisberg.

    Ich weiß, treudoofer Hund, statt die Beine in die Hand zu nehmen, mit klarem Kopf an die vergangenen Tage, Wochen anzuknüpfen und laut zwei englische Worte zu rufen. Sie will was = Auto, ich mache und Arschtritt. Da habe ich mich wohl in etwas reinmanövriert, in diese klebrige stinkende Masse.

    2 Stunden später Telefon, sie, eine ganz Gelöste, mit liebevoller Stimme, der Eisberg war weg: das Programm geht nicht. Da kann ich dir aus der Ferne nicht helfen, muss ich mir ansehen, aber ich kann eben mal vorbeikommen. Ja, wie bekloppt bin ich, dummer Hund. Sie: massiv abwehrend, das passt mir jetzt nicht, vielleicht morgen (war aber was sehr termingebundenes, geschäftliches, betrifft mich somit auch direkt). Wir das also am Tel versucht zu klären, dauerte zwar, aber wir waren auf dem richtigen Weg. Zwischendurch mal gefragt, was denn los war. Sie: wenn jemand so zum Auto geschlürft kommt, mich absichtlich warten lässt und noch nicht mal die Tageszeit sagt, ist doch alles klar oder? Ja. Dummer Hund halt. Nochmals gefragt, soll ich das nicht besser doch schnell machen, es ist wichtig. Massiv abgewehrt.

    Zwischendurch, in der alten Wohnung liegt Parkett, zigmal Computer, Küche, Computer Küche, klack, klack, man hört halt die Absätze auf dem Parkett. Na ja, Kippen liegen da, ging es durch den Kopf. Nur, die liegen gewöhnlich am PC und wenn ich was am PC mache, dann sitze ich da, egal wie breit mein Hintern wird. Da zieht mich nichts in die Küche, da machte es bei mir klack, klack.

    Co sein ist sch.., aber es hat was wie Allergie und das geht nicht mehr weg. Warum belastet mich so was noch, es ist nicht mehr mein Problem. Sie hatte intimen Besuch, es muss mir sch.. egal sein, „Er“ ist wieder da, mein ex Nebenbuhler. Klar gibt es für alles simple Erklärungen, simple Hirngespinste und nichts zu verstehen, aber ich kann ihn spüren, wenn er aus etwas Liebenswertem einen Eisberg, aus einem Eisberg etwas Liebenswertes macht und grinst.

    Auf jeden Fall bin ich dann wie ein räudiger Köter nachts durch die Gegend gelaufen. Jetzt ist alles wieder klar, ihr Weg führt direkt in diese klebrige stinkende Masse, sie wird auf dem von ihr gewählten Weg keine Chance haben, ich schon und meine Gedanken sind bei mir, nicht mehr bei ihr. Ihr alle seid meine Therapeuten und es tut gut, immer Neues zu entdecken.


    Jetzt aber ins schöne Wochenende kaltblut

    Hallo zusammen,

    @ Marietherese:
    schön, dass Du Dich auskennst. Ja, Cornucopia, was ein verzauberndes, missdeutendes Wort, wie treffend, wie einfüllsam, wie sein lassend. Ich kannte so einen Baum, er steht in Berlin, darunter ist eine Bank, da haben wir uns erstmals nach einer Irrennacht mit Herrn. Dr. W. B. M. zart zitternd geküsst, aber ich liege nicht darunter, brauche wie Du auch keinen untauglichen Ersatznektar, aber der Baum, der muss da weg.


    Ihr müsst Euch das mal alle auf der Zunge zergehen lassen, M. steht für ein symbolisches Michelinmännchen, kurz Michelinman: herr doktor dobbleyou bi michelinman und für meine rheinischen Landsleute: Büttenrede- dä heiß - ein langezogenes: herr doktor bi dobbleyou michelinman, du Ei. W steht übrigens, ohne Verletzung von Persönlichkeits- oder sonstigen Rechten für Wumme, B für Beam, also Herr Dr. Wumme Beam Michelinman, ein Irrer mit Colt, ein tragendes großes „Sch“ in ihrem, in unserem Leben.

    Den Baum hat das nicht gerührt, es rührte ihn nie, er hat viele dieser Cornucopias, viele Füllhörner, viele Hummelleichen, bis ich ihm die Nüsse knacken werde.


    Kapitel 1 ist fertig, 53 Wordseiten, 28141 Worte, 2751 Zeilen – Vorspiel und heißt:

    Gedanken an die Schuld des Seins sind vernichtender als ein schuldhaftes Leben

    Wenn dieses Ding im Kopf weiter frei beflügelt wird, werden es tatsächlich 688 Seiten.

    Kapitel 2 bis E/April – es werden die schönsten latent lattierten Liebegedanken
    Kapitel 3 bis E/Juni – da knallt es heftig, aber schön
    Kapitel 4 bis E/August – da geht es ans Eingemachte, in den Keller
    Kapitel 5 bis E/Oktober - da werden Nüsse geknackt, mit dem Großen, Bäume gefällt
    Kapital 6 bis E/Dezember – Leben, nicht gelebt werden, keine kasteite Kastrierung
    Kapitel 7 bis E/Februar - Wir leben davon, vom Töten
    Wahrscheinlich wird alles was schneller gehen, mal sehen.

    Ihr haltet mich nicht für einen Verrückten, aber ich bin einer, ein verrückter Verrücker, ich werde etwas verrücken, glaubt daran, ich habe einen mächtigen Verbündeten, der mir kleine aneinander gereihte Silben schenkte.

    Die unbeugsame Gebeugte habe ich verloren, meine Ehe scheint irreparabel, aber mein Leben, meine Gefühle, mein Bauch sind meins und sollte mich meine Frau eines Tages hier finden: es bleibt meins, alles andere ist Deins.

    Ich bin glücklich kleine Silben zusammen setzen zu dürfen, glücklich eine Aufgabe zu haben, glücklich viel Arbeit zu haben, glücklich zu leben und unglücklich, wenn verlangende Gefühle hoch kommen, wenn ich auf diesen geliebten versteinerten Eisberg treffe, dessen Medusablick mir den Atem nimmt, der muss da weg, aus meinem Hirn.

    Dafür gibt es diese Seiten „Selbsthilfe“, Eure Erfahrungen, auch wenn keiner erreichbar ist, wenn kein Freund ans Telefon geht, wenn es innen drin rumort, wenn wir den Mond anheulen und je mehr ich gelesen habe, war er weg, dieser Berg, ich danke Euch.

    Es sind nur ganz einfache Worte, von gewaltigen Auswirkungen, wenn wir sie begreifen. Vielleicht muss ich einiges umschreiben, weil ich lange Zeit als Doppellöwe und Hund dachte, aber ich habe den Tiger im Tank und den Dragon im Kopf. Schön mit diesen Gedanken zu erwachen.

    Ein schönes Wochenende kaltblut

    Hallo Neverfree,

    da muss ich aber mal schlucken:

    "Überlege mal, wieviel Zeit du in Gedanken bei deinem Mann und wieviel Zeit du in Gedanken bei dir bist. Bist du mehr bei ihm als bei dir, dann wird es kritisch und du mußt dich diesem Problem stellen, dir diese DU-SUCHT eingestehen."

    Mit stellen habe ich kein Problem, aber mit begreifen, wenn ich irgendwo lande, wo ich nicht hin will und heute bin ich dumm abgerutscht, plop, immer tiefer, aber mit dem Satz ist plötzlich alles wieder OK, einfach begreifen, danke.

    LG kaltblut

    Seht mal Ihr Lieben,

    nicht nur was Ihr geschrieben bekommt ist wichtig, auch das was Ihr für Euch aus all den Erfahrungen die hier geschrieben stehen mitnehmt. Ihr findet hier ein Bollwerk an sehr bitteren Erfahrungen und manche Schuhe will man sich einfach nicht anziehen, es dauert bis sie passen.

    Immer wenn ich während drei Jahren dachte es nicht zu schaffen und die Kurve kratzen wollte, kamen Gedanken an die erste Ehe, Egoismus und Beziehungsunfähig hoch. Irgendwie habe ich doch immer wieder eine Menge neuen Mut geschöpft und weiter gemacht. Wenn ich nachts umherirrte und das Handtuch werfen wollte, habe ich manche Zeile geschrieben, die sie nie gesehen hat. Es gibt diese Zeilen noch, irgendwo zwischen all ihren tausend Büchern, viele. Ich möchte diese Dinger nicht mehr lesen, denn schon beim Ersten hätte ich fort sein müssen. Hätte ich es getan, wenn Ihr es mir gesagt hättet?

    Bis ich im Juni hier gelandet bin und viel anfing zu arbeiten, über lange Monate.
    Nicht die Schönsten, aber die wertvollsten Monate meines Lebens.

    LG kaltblut