Beiträge von kaltblut

    Hallo lunasole,

    herzlich willkommen, hier bist Du richtig und bei mir fängt auch einiges an zu pochen.

    Du bist weder verantwortlich, noch schuld, was auch immer für Nachrichten kommen werden. Du kannst nichts dagegen tun, ich schicke Dir etwas rheinischen Falalismus. Entweder Du siehst zu und gibst all Deine Lebensenergie und wirst immer verzweifelter oder Du denkst an Dich und Deine Kinder. Unterstütze ihn so weit Du es kannst, aber lasse Dich und Deine Kinder nicht leiden und Leid hast Du genug, auch genug gehabt.

    Gewollten Tod auf Raten kannst Du nicht stoppen, das kann nur er selbst. So wie Du es beschreibst, spielt er kein gefährliches Spiel, sondern hat nur noch einen Bolzen. Es gibt dabei auch nichts zu verstehen und selbst wenn Du es verstehen würdest, es würde nichts ändern. So oder so bleiben genug tiefe Narben. Halt die Notrufnummer bereit, mehr liegt nicht in Deiner Hand.

    Vielleicht denkst Du auch einmal daran, was Du Dir wert bist, was Dir Deine Kinder wert sind und Ihr Ihm wert seid, wenn er Euch bewusst mitleiden lässt und sich fortwirft. Um es trotz all Deiner Liebe und Deinem Kummer klar zu sagen: steht auf Deiner Stirn Abfalleimer?

    Ich erinnere mich an einen Satz, der da hieß „…..und denn letzten Weg gehen wir gemeinsam“, Yorkies Aufschrei und Webbys Antwort auf die Frage: „Warum soll jemand das Trinken einstellen, wenn die Aussichten in Kürze den nächsten Infarkt zu bekommen relativ hoch sind? ich würde ganz spontan antworten: um die zeit bis zum nächsten infarkt wenigstens 100% zu erLEBEN und noch genießen zu können... „

    Wenn es das nicht wert ist, überlege Dir was Du wert bist.

    Fühl Dich ganz lieb gedrückt kaltblut

    Hallo zusammen,

    ja, es gibt schöne Bikes und jeder liegt auf seiner Diva am Besten. Hinter mir steht ein Bild, als wir vor einigen Jahren den Pordoi hoch knallten. Das ist da, wo man oben steht und vom Tal breit grinsend die Lafrawellen nach oben donnern hört. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Kumpel im letzten Jahr:

    „Du verstehst das nicht, ich kann mit dem Ding nicht mehr fahren, ich denke immer ich falle um, keine Kraft, kein Gefühl, nix funktioniert, sch. Italoschrott und mit den Gedanken bin ich auch immer wo anders, zu gefährlich, ich komme nicht mit“, Tour abgesagt, die Kerle haben einen ganzen Reifensatz auf Sardinien verblasen und ich Trübsal. Wisst Ihr was ich meine?

    Mein Ältester fährt Duc, bis nächste Woche noch gedrosselt, dann kommt die Drossel raus und dann darf er Amseln. Kann sich jemand vorstellen wie das ist, mit einem unbändigen Adler hinter einem 25kw Drosselchen abgehängt hinterher zu tuckern? Leute, ich bin kein Kamikaze, ich bin auch nicht der unheimliche Michi, der mit seiner alten Goldwing Flügel hatte und nie zu sehen war, aber es ist ein Erlebnis, wenn Hihgtechplastic an der Bushaltestelle stehen bleibt, nur um nachzusehen, was das für grollende Panzergeräuche im Nacken sind. Sie war meine fest eingeplante Umzugsreserve nach Berlin, jetzt bleibt sie.

    Machen wir uns nichts vor, Metall schmeiß man nicht einfach weg, egal von welcher Geliebten, egal ob Kolbenringe oder Eheringe, es sitzt assimiliert in den Knochen und wenn man sich ansieht, dann kommt dieses innere Beben, diese Vertrautheit und man kann nichts dagegen tun, nur annehmen, schnell weg und vielleicht schafft man es noch auf diese Seite. Dieses 9/11 Gefühl, das kann man nicht einfach abstellen.
    Es wäre vermessen zu sagen, dass alles im Lot ist, meine Ventile klappern, würden sie es nicht, wäre was hin und ohne Euch hätte ich bestimmt schon irgendeinen Schei. gebaut. Danke Euch allen.

    Wenn sie es braucht, dann kann ich sie zerlegen und neu aufbauen, aber meine Ehe nicht, dafür gibt es keine Ersatzteile, keine Garantie, nur Verschrottung, das ist Werksbeschi... erster Klasse.


    Es wird immer deutlicher, dass wir es nicht nur mit einem Ölwechsel zu tun haben und wie blind, wie unbeholfen wir sind. Mein Kumpel kennt mich in- und auswendig, hat alles genau mitbekommen, Freundschaften überstehen auch Ehen. Wir babbeln seit 20 Jahren täglich, manchmal wie Waschweiber. Trotzdem wieder der unbedarfte Spruch: „…jetzt bist Du fast wieder der Alte, werde ganz normal und trinke einfach mal wieder was, das wird Dir nicht schaden und dann weiß Du, dass alles OK ist.“

    Er hat es nicht begriffen, kann es nicht begreifen, es gibt nichts zu begreifen. Das ist nur unser Ding. Ich habe ihm dazu was gesagt, da war Stille in der Leitung „..der Dreck ist im Hirn und es spielt keine Rolle ob er was macht, ob ich damit umgehen könnte oder nicht, ich hasse den Dreckskerl, weil ich weiß, dass ich es später nicht verstehen würde.“


    Deshalb besteht die Welt aber nicht nur aus Dreck und ich hatte gestern von einem dicken Brummer besuch. Da krabbelte ein riesiges Vieh am dunklen Fenster rum. Ich dachte schon an eine kleine Vogelspinne. Wir haben wohl eine Bombus lapidarius Königin unterm Hausdach, so wie seit vielen Jahren unter meinem Bürodach. Ein mächtiges beeindruckendes kleines Tier, fleißig, ab Februar, wenn andere noch pennen, raus bei Wind und Wetter, abends die Letzte, unermüdlich am Schaffen und im Herbst, wenn die Bienen und Wespen sich schon abgemeldet haben, dann sind das die, die immer noch rum brummen und vor Erschöpfung unter den Linden liegen. Wisst ihr eigentlich wie klasse das ist, jedes Jahr begrüßt zu werden? Wenn ich dann an so was denke und die eine oder andere positive Entwicklung verfolgen kann, da vergeht vieles, da geht es mir richtig gut.


    Vorgestern gab es übrigens Steak, schön in kleine Streifen geschnitten, dazu frischen Knoblauch, Pfeffer, Salz, Pigmente, Arrakaroma, Orangenaroma, Kräuter, Ingwer, Avocado, Gurke, Möhre, Brokkoli, Blumenkohl, Bohnen, Kokosnuss und zum Schluss Milch mit in die Pfanne, mich hat es umgehauen, ja nur eine Singleportion, geht. Gestern war Minestrone dran, war was viel, der Rest ist eingefroren und da ich keine Suppenteller habe, muss ich erstmal bei Eiway passendes suchen gehen. Heute bastele ich was aus Tomaten, Mozarela, Limonen und Kartoffeln, im Ofen und dann ist wieder Zwinkertag an der Gemüsetheke. Samstag ist nach langer Zeit der Käsepapst wieder dran. Die Tage können so schön sein, wenn wir sie zulassen, es sein lassen und es tut einfach gut, auch von den anderen Frühlingsprüngen zu lesen.


    LG kaltblut


    NS: 180000 Zeichen = so 52 volle Wordseiten, macht Spaß, Nüsse zu knacken, Kapitel 1 steht in 2 Wochen, dann gehts ans Eingemachte. Wie schnell alles geht, wenn man sich ungezwungen, ungehemmt voll auf etwas stürzen kann und alles aus dem Bauch raus lässt.

    Hallo botika,

    schön dass Du hier bist und so viel vorhast, pass trotzdem weiter gut Dich auf und lies Dich durch.

    Unseren Arzt habe ich damals konkret gefragt: was kann man denn machen, zumal wir in einigen Monaten nach Berlin ziehen wollen? Er meinte nur: sie werden schneller wieder da sein als sie denken. Spinner habe ich gedacht. Jetzt bist Du dran zu denken.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du die richtige Entscheidung für Dich triffst.

    LG kaltblut

    Hallo Bruderhans,

    toll dass Du den Mut gefunden hast hier zu schreiben.

    Es gibt kein Patentrezept, kein einfaches Loswerden. Deine ersten Schritte sollten zum Jugendamt und zum Anwalt führen. Da wirst Du Hilfe bekommen, sei es weitere Adressen oder was Du machen kannst. Freunde und Verwandte hast Du bestimmt schon durch.

    Deine wichtigste Entscheidung ist zuerst einmal, dass Du weißt was Du für Dich und für Deine Tochter willst. Dein Haus, all das Erarbeitete, stehen ganz hinten an, das ist im Augenblick nichts mehr wert. Wenn Du Dir ganz klar bist, dann wirst Du wahrscheinlich einen Abflug machen müssen, in neue 4 Wände, mach es, für Deine Tochter und für Dich.

    Drei Schichten werden Dich genug belasten, Du brauchst Abstand und einen klaren Kopf. Kannst Du einige Tage fort, langes Wochenende mit Deiner Tochter?

    Es geht nicht, Tochter und Mutter, Tochter und Vater, alle und Haus, Du wirst da einen Weg finden.

    Bruderhans, Ihr steckt da bestimmt schon lange drin, Du packst das.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du auf diesen Seiten noch viel finden wirst.

    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    da bin ich doch in einigen Berichte über Betrügereien, Putze und Geliebte gestolpert und dass irgendwer einfach nur auf das Knöpfchen drücken muss, damit wir schnell den Kopf wieder verlieren und es uns erneut zerreist.

    Ganz so einfach ist dass nicht. Einige können das jetzt nicht so direkt nachvollziehen, aber ich war immer ungelöst und daneben, wenn sich dieser Kerl mit uns im Bett amüsierte. Wer es mag, OK, für mich nicht, das war lustvoller Zwang und führte zum Schluss nur noch zum Kolbenklemmer.

    Ist es da nicht verständlich, dass ich seit langer Zeit auch eine Geliebte habe? Ja, Mund zu, eine reinrassige, unbändige, rote Italienerin, mit zwei mächtigen dicken Dingern, nur für mich. Und? Das ist nun einmal so, mir tut das gut. Wenn sich einiges aufstaut und der Frühling sticht und am Sonntag war so ein Tag, nix am Rhein sitzen und Trübsal blasen, auspacken, Gas geben, frisch machen. Es bleibt das Zweitgrößte, wenn Zwei übereinander herfallen, wenn es überall vibriert, wenn man miteinander verwächst und die rostenden Knochen Joghurtbecher verblasen.

    Ich wollte mich zu erst trennen, ein Abwasch, weg damit, kenne mer nit, bruche mer nit, fot do mit, und habe auch schon eine sanfte, anschmiegsame, immer gut funktionierende Nachfolgerin. Drauf und erledigt, eingefahren, geht immer an. Nix tägliche Streicheleinheiten und wenn man sie mal richtig ran nehmen will, kaputt. Eine zuverlässige Japanerin, die ist anders. Aber wir zwei Alten, wir kommen so gut auf Touren, der Gummi kann ganz schön heißt werden und dieses rechts fallen lassen, links fallen lassen, gepaart mit diesen mächtigen, fühlbaren, Auf- und Abschwingungen, da kann keine Japanerin so richtig dran klingeln, das ist alte Zen Schule vom Feinsten.

    Nach so einer kurzen Spritztour, na ja, das dauert schon über 2 Stunden, da bin ich ausgewechselt, habe nur noch ihr mächtiges Brummen im Kopf, mein Schnarchen ist dagegen ein Summen und ich bin kaputt.

    Es gibt nicht so viele schöne Tage in Deutschland, aber wenn wir einen haben, dann können wir ihn festhalten und alles geben, an die schönen Dinge denken oder sitzen bleiben und vor uns hin faulen. Bald ist Frühling, ich behalte sie, werde mich nicht trennen, sie ist zwar nur ein Haufen längst überholtes, altes, italienisches Eisen und ich verliere mich auf der Diva immer wieder, aber sie macht mir großen Spaß, lässt mich wunderschöne Dinge spüren, denken und das hat nichts mit Vergangenem, mit Kopf verlieren, mit sein lassen, zu tun.


    Wollt Ihr wissen wie das ist, so ganz alleine in einer fertig eingerichteten alten Junggesellenbude, ohne TV, ohne Radio, ohne Internet, ohne Frau und Frühlingssonne? So ganz ohne, keine Bodenkosmetikerin, ohne Köchin, ohne Bügelfrau, ohne Haushaltshilfe und der auf den Kopf fallenden Decke?

    Samstag rief plötzlich die Stimme meiner lieblichen gesundenden Frau an: das Fenster hängt aus der Halterung, du musst schnell kommen und das richten. Ich habe meine Gäste angesehen, wollte entsetzt los und sagte: kein Problem, in 2 oder 4 Stunden, ich habe die Familie da, keine Zeit. Vieles klärt sich dann von ganz alleine, vieles bleibt für immer in uns und die Zeit rast schneller als ich auf meiner roten, heißen Italienerin fahren kann

    Nun, die Abende sind lang, die Nächte kurz, es macht riesigen Spaß und ich habe meine Aufgabe. Es ist toll, endlich einmal eine Gebrauchsanleitung gelesen und begriffen zu haben (Staubsauger), einen eigenen Stabmixer zu besitzen, übrigens, das Ding hat einen ganz schön erotischen Griff. Es macht einfach alles Spaß, vom Einkaufen und durch Supermarkt schlendern, mal zu gucken wer denn noch so spät alleine einkauft, dem Vorbereiten der Speisen, dem Kochen, dem genussvollen Verzehren bis zum anschließenden Abwasch, ohne Spülmaschine und dem abschließenden Tee kochen. Jetzt denkt Ihr bestimmt, Spagetti aus der Tube oder Eier mit Bratkartoffeln und Speck, falsch. Kochen ist Chemie, wie die Liebe, es muss Spaß machen, mit Leib und Seele, manchmal geht’s, manchmal nicht, aber man kann für nichts garantieren.

    Gestern habe ich mein erstes Junggesellensteak auf dem alten Herd gemacht, abgehangen und trocken, mit Zuckerbohnen, Kartoffeln, Mango, Knobi, Kräutern, Ingwer, Chili und verschiedenen Gewürzen, das war irre. Vorgestern wurde mit frischen Feigen und Huhn experimentiert, aber das war was labbelig und lasch. Vorvorgestern gingen lange rote Paprikas in den Ofen, mit einer Füllung aus Kiwi, Fetakäse, Rinderhack, Charlotten, Avocados, Manoguemehl (habe nicht gefunde, wie mans schreibt), Gewürzen und natürlich allem was auf der Fensterbank wächst, das war ganz irre.

    Es geht, Singleportionen zu kochen und abzunehmen. Wir haben zu zweit immer üppig gekocht, vieles entsorgt, schade drum. Er war immer dabei, kenne mer nit, bruche mer nit, fot do met. Ihr habt hier viel schönere Geschmacksstoffe im Forum, da heißt es: ausprobieren. Unser ganzer Tages- und Wochenablauf drehte sich um den Spinner und ich habe mich resigniert ins Büro oder vor den Fernseher verdrückt, wie bekloppt. Kotelett oder Lamm, mit frisch geknackten Nüssen könnte ich mal machen, aber da sind die Portionen immer so groß.

    Ich lerne jeden Tag, z. B. Duftkissen, die liegen normal im Wäscheschrank, machen sich aber auf dem Lokus auch ganz gut und frisch Gewaschenes muss man gleich aus der Waschmaschine holen und aufhängen, nicht erst am Folgetag über die Heizung hängen, sonst stinkt es und Duftkissen nützen auch nichts mehr. Auch habe ich keine Ahnung, wozu man einen Schneebesen, bestückt mit kleinen Liebeskugeln benutzt, die Dinger gehören ins Kugellager meiner Roten, lustiges Ding. Das mit dem glänzenden, streifenfreien Abwasch, das klappt noch nicht, dafür hatten wir früher Tabs, aber das bekomme ich noch raus, hab eh keine Nachbarin, also braucht es auch noch nicht zu klappen.

    Wenn ich nachts müde werde, dann gehe ich pennen, penne und werde früh wach, ohne schlaflose Nächte. Hier liegt ein super tolles Buch an meinem Singlebett, über 3 Wochen, 4 Seiten sind gelesen, fange an zu lesen und penne. Ja, ich bin jetzt ein Singlepenner, aber früher brauchte ich solche tollen Bücher, um nach stundenlangem Lesen zu pennen.

    Wisst Ihr, manchmal denke ich, wir denken einfach viel zu viel. Ich denke jetzt mal daran, wie kompliziert es ist, das andere Geschlecht zu verstehen und dass es bei der Sucht nichts zu verstehen gibt, aber beides Zusammen, da tilt meine Festplatte.


    Liebe Frauen, es tut mir unendlich leid, aber es macht mir richtig Spaß ohne Euch, ohne das Vorgeworfene „bin ich Deine Putze“ und erst recht ohne meinen Nebenbuhler, aber ohne Euch, ohne Eure fliegenden Besen, wäre diese Welt für uns sinnlos, ihr bleibt das Größte.

    LG kaltblut

    Liebe Elle,

    hallo und ein Willkommen. Du hast Dich doch vor drei Jahren schon einmal gewaltig erhoben, bist aufgestanden und hast gerufen: basta, nicht mehr mit mir, ohne Rücksicht auf Verluste, für Dich, Angst beflügelt. Schau mal aus dem Fenster, da knallt die Sonne. Und jetzt? Schuldgefühle, ab ins Hamsterrad, Türe zu, in den Keller oder raus in die Sonne?

    Wenn mich die zarte und liebliche Stimme meiner Frau erreicht, dann hilf nur schreiben und raus damit, weil ich mir sonst auf die Finger klopfen müsste. Geh einfach zum Rhein runter, vielleicht sitze ich da und winke Dir zu.

    Andere Gedanken sind doch schön und aus diesem Tunnel kommst Du genauso schnell raus, wir Du rein gekommen bist und falls ich nicht da bin, schau Dir die Ameisen an, die schaffen was, jeden Tag auf´s Neue.


    LG kaltblut

    Hallo Neverfee,

    hier fliegen aber die Besen. Lass Dich einfach nicht unterkriegen, wir wissen dass Du ein Problem hast und nicht aus Langeweile hier bist. Das Ding beschäftigt Dich, weil es Dir nicht hätte passieren dürfen und zeigt uns, egal ob Kittel- oder Overallträger, irgendwie ziehen wir alle an der gleichen Strippe.

    Du bist es doch gewohnt Unangenehmes auszusprechen und auf Widerstand zu stoßen und wir vielleicht etwas hoch sensibel für dieses Thema, aber es gibt für keinen wirklich einen Grund deshalb pikiert den Schwanz einzuziehen. Wir können nur voreinander lernen und sind alle nur Kittel- oder Overallträger. Da kannst Du uns jetzt begleiten, aktiv werden oder Dich als Ausstellungspüppchen im Schaufensterkasten zieren.

    Wenn Dir terminiertes, gelegentliches Kochen und Nachtisch reichen ist doch alles in Butter. Wenn Du Dich aber nackt, als Frau ohne Kittel verlieren willst, dann wirst Du irgendwann in dieser stinkenden klebrigen Masse sitzen – so oder so, da kommst Du ohne bekleckerten Kittel nicht raus.

    Hau jetzt nicht gleich in den Sack, die meinsten Antworten stehen in den Texten oder mach einfach etwas Deinen Kittel auf und zeig uns etwas von Dir.

    LG kaltblut

    Liebe Ette,

    ja, das kann ich sehr gut verstehen, es ist ein Stück unseres Sein lassen.

    Seitdem ich begriffen habe, dass ich nicht der Einzige bin, nicht alleine stehe, es so nicht schaffen kann und hier im Forum, im Freundes- und Bekanntenkreis, täglich so viele und immer mehr aus ihrem zugeschütteten Schutzbunker kriechen, seitdem die ersten gut gemeinten, mit Händen und Füßen abgewehrten Worte: „in Liebe fallen lassen“, alles zu geben und dafür noch eins auf die Fresse zu kriegen, Realität wurden, haben die ganzen Mb´s, der ganze Papiersack, all die Gedanken, gefüllt mit Tränenbächen und Zentner schweren Bauchschmerzen, für mich eine neue Bedeutung bekommen. Das ist nicht mehr „mein Sack“. Der Sack gehört all denen, die stumm und isoliert jeden Tag mehr Dunkel haben, den stummen Forum Besuchern, den Weggesperrten, denen, die sich nicht trauen, noch nicht die Kraft haben sich zu öffnen, um aufzuschreien, sich noch nicht eine Klatsche ins Gesicht einfangen möchten.

    Ette, ich habe etwas Wundeschönes geschenkt bekommen und ich werde es da benutzen, wo es richtig schön die Nüsse knackt, mit kleinen aneinander gereihten Silben.

    „Dieses Buch ist der liebevoll erschütternde Alltagsbericht aus 3 ½ Jahren Leben, gepaart mit neuneinhalb Wochen, es gibt kein Mord und Totschlag, es fließt Herzblut, Alltag. Alltag, wie wir ihn tagtäglich hinter verschlossenen Türen erleben, in unserer Nachbarschaft, bei unseren liebsten Freunden, in unserer Familie, an unseren Arbeitsplätzen. Herzblut, vergossenen von vielen Millionen Betroffenen, von noch mehr Angehörigen, von Vätern, Müttern, Kindern und Geliebten. Abgefülltes Herzblut, präventives, selbst bestimmtes Töten auf Raten, mit der geduldeten Unterstützung fast aller. Wir leben mit davon, vom Töten.“

    Das füllt meinen Tränensack, nicht mehr Vergangenes, es wird heiß werden und es ist Zeit, Zeit aus kleinen aneinander gereihten Silben klare Worte zu schaffen.

    Alles Liebe kaltblut

    Liebe Marietherese,

    es sind Erfahrungen wie Deine, die einem die Sprache verschlagen.

    Es gibt kein Mittel nicht darauf reinzufallen und die Liebe, die meint es eigentlich nur gut und ist doch ein großer Gegner. Sie lässt uns blind tanzen, auf dem Dach.

    Ich weiß jetzt eines: was auch kommen mag, ob verlorenes Bares, Folgeschäden im Bauch oder was wir alles mit uns rumschleppen, wir schaffen das. Unsere Knochen sind vielleicht nicht mehr die Jüngsten, nicht mehr biegsam wie mit zwanzig, aber wir haben noch Mächtiges auf der Pfanne, mehr als mit zwanzig.

    Du hast richtig gehandelt, viele machen das aus Liebe, aus Unkenntnis nicht. Ich rede mit meinen Kids darüber, es hilf mir. Es haut uns immer wieder von den Beinen, es gibt kein Mittel dagegen, nichts zu verstehen, aber es gibt auch kaum Wunden, die nicht verheilen. Du hast mit 53 viel mehr auf der Pfanne als mit zwanzig und Du wirst das packen. Es gibt viel mehr Normales als wir denken, halt daran fest.

    LG kaltblut

    Liebe Pantha,

    meine Hochachtung vor Deinem Mut, vor Deiner Leistung, vor dem Willen Deines Freundes, seiner Stärke, Euren Durchhaltevermögen und Eurem Leichtsinn.

    Eigentlich bin ich ein ganz Ruhiger, der auch wenn es Sch.. vom Himmel regnet den Löffel hält und daraus Sahne quirlt, aber sorry, wenn ich Deine Worte verfolge, dann muss ich auf den Topf laufen und mich übergeben. Nicht aus Neid, weil Ihr etwas schier Unmögliches geschafft haben wollt, nicht weil ich verbittert wäre, sondern weil Ihr an Wunder glaubt, die es nicht gibt und dabei müsste mir eigentlich ein Stein vom Herzen fallen, das Ihr etwas mit Handauflegen geschafft habt.

    So wie Du Deinem Freund beschrieben hast, war er und ist er immer noch verseucht, bis die in kleinste Zelle. Es gibt keinen Scharm vor dieser Seuche, nur ein bekennendes Ja, und weg, mit aller Konsequenz, mit aller erdenklichen Hilfe eines Arztes, einer Entseuchung, einer Therapie und Langzeitmaßnahmen.

    Keine Firma, kein Geld, kein Status, kein Ansehen, kein Vertrauen, keine Zuversicht und keine Liebe sind es wert, leichtsinnig, vertuschend mit der Seuche umzugehen, weil alles mit den Bach runtergehen wird, so wie der feierlich entsorgte Schabau.

    Lest was das Zeugs hält. Es gibt hier Menschen, die nach 8, 14 und mehr Jahren da wieder anlangten, wo Ihr vor 60 Tagen aufgehört habt. Diese Menschen waren kein Wackelpudding, sie waren aus Stahl und sind einfach so geschmolzen. Ihr könnt stolz auf 60 Tage sein, es ist eine sehr große Leistung, keine Frage, 60 Tage die im Rückblick 2007 vielleicht nicht erwähnt werden, weil nichts Sonderliches passiert ist, außer Eurem leichtsinnigen, scheinbaren Erfolgserlebnis, sorgt dafür auch weiterhin stolz darauf zu sein.

    Wenn ich Dir das schreibe, fällt es mir bestimmt nicht leicht so zu denken. Es gibt viele Menschen die jedes Jahr am Baum landen, es gibt viele Lottokönige, aber für beide liegt die Chance bei einigen Millionen zu Eins. Summerdream schreibt „ihr habt wirklich ein megaglück gehabt“.

    Ich wünsche Euch den richtigen Weg aus der Leichtsinnigkeit und dass „gehabt“ nicht eintrifft, sondern zu einem gefestigtes Haben wird.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    manchmal, da gibt es unverständliche Worte für die, die auftauchen und mal eben so den Schlüssel abholen wollen, um aus irgendwas raus zukommen. Dann hört man Worte: was willst du überhaupt, komm wieder wenn du es willst, es wirklich willst.

    Dann arbeitet es auch ohne dass wir an die Hand genommen werden. Dann lösen für manchen unbedeutende kleine Worte eine grollende Lawine aus – in uns.

    Dann sage ich Euch was meine Antwort ist:

    Wenn es jemand darauf anlegt, dann findet er mich.
    Wenn es jemand darauf anlegt, dann findet er sie.

    Nur, dazu braucht man keine Details aus dem Forum.
    Ich habe nichts gefunden, wonach irgendwer sagen könnte:
    Den kenne ich, das ist….Die kenne ich, dass muss die….. sein – nichts.

    Ich habe mal: „Wenn ich mich jetzt zwischen einem Leben ohne Alkohol und Offenheit und Ehrlichkeit entscheiden muss, dann für Letzteres.“ Es gibt nichts zu verheimlichen, auch nicht frei zu erfinden, dazu ist das Thema an sich viel zu tödlich.

    Im Gegenteil, wenn jemand von Euch morgen an meine Türe klopfen würde, dann würde ich mich freuen und Tee aufsetzen und wenn es nicht passen würde, wenn es mir peinlich wäre, dann könnte ich mich immer noch dumm stellen. Nur wozu?

    Ich weiß nicht mehr wie es ist, wenn es nicht passt, weil ich offen und ehrlich damit umgehen kann, stolz darauf bin. Es gab einmal eine Diskussion über Stolz, von Johannes Rau und er meinte, dass man nur stolz auf etwas sein kann, was man selbst erschaffen hat. Ich habe etwas erschaffen, mich, mich auf dem Sumpf gezogen, mein Mittel, meinen Nussknacker gefunden und es gibt keinen Grund, auf andere herabzusehen, die es nicht geschafft haben, auch nicht auf die, die es noch nicht einmal versucht haben.

    Wenn ich mit meiner Ex-Vermieterin darüber spreche, einer eher fremden Person, dann weil sie mich darauf anspricht, weil viele hinter unserem Rücken darüber sprechen. Weil unser ganzes Umfeld es mitbekommen hat und der Andere glaubt die wöchentlichen Kisten, das Flaschengeklapper, das nächtliche Gepolter umfallender Flaschen auf dem Balkon, die Veränderung der Person und und und bekommt keiner mit. Er ist es selbst, der seine Intimitäten frei gibt.

    Wenn jemand es anders sieht, dann ist das sein gutes Recht.
    Aber es gibt kein davor Fortlaufen, kein Verstecken, davor nicht, es gibt nur die nächsten 24 Stunden.

    Die Liebe KM, die wird verschenkt, einfach so, auch an Alkoholiker, auch wenn sich Wege trennen, geschenkt bleibt geschenkt. Du weißt was ich meine.

    Gestern Nacht zeigte der Zähler auf der ersten Seite, dass viele hier unterwegs waren.
    Wir haben 4933 registrierte Benutzer. Unsere Benutzer haben insgesamt 69722 Beiträge geschrieben. Der Rekord liegt bei 374 Benutzern am 10.12.2005, 14:50 und über dem Editor steht leuchtend rot:
    "Beachte bitte, dass alle offenen Bereiche von jedem gelesen werden können."

    Und wenn es nur 1 wäre, ein einziges Wort kann so viel bedeuten. Deshalb ist dieses Forum so wertvoll, weil jedes Wort uns alle anspricht, uns allen hilft, deshalb opfert Ihr Eure teure Zeit zum Schreiben, zum Antworten und zum Lesen. Wenn Euch anderes wichtiger wäre, wenn Ihr die Bedeutung des Forums nicht begriffen hättet, wenn es Euch egal wäre, ein lustiger Zeitvertreib wäre, dann wären wir nicht hier. Vielleicht hat das auch was mit Apfels Kaffee zu tun, die einen bringen welchen mit, die anderen, von denen man es dachte, nicht.

    Wer etwas dagegen unternimmt, gegen die Krankheit, kann mächtig stolz darauf sein, auf jede 24 Stunden, egal auf welcher Seite der Wand er steht.


    LG Kalli Kaltblut

    Ihr Lieben, Apfel,

    ich wollte Dir eigentlich etwas posten, aber ich habe mächtige Bauchschmerzen bekommen, einen Gewissenskonflikt und ich brauche Eure Hilfe, Eure offenen und klar gesprochenen Worte, um da wieder raus zu kommen. Auch die von Karsten, von Euch Moderatoren, ihr habt die richtigen Werkzeuge um alles zu lösen.

    Darf ich dieses Buch schreiben, darf ich in die Welt, in die Welten hinaus ziehen, ihn nach?

    Ihr, ich, wir, wissen noch nicht was passiert, wenn diese kleine Funzle ein Feuer entfacht, was alles passieren wird. Ich habe die ersten 11 Seiten fertig und ich sehe Euch unruhig auf Euren Stühlen hin und her wackeln. Eigentlich sind es mehr, weil in diesen sündhaft teuren Exemplaren im Buchhandel auf einer Seite nur eine halbe Schreibseite und weniger steht. Rein rechnerisch werden es 688 Seiten, Seiten die dazu da sind ihm zerschmetternd die Nüsse zu knacken. Es wird keine Namen geben, es wir Anonymität geben und doch werden wir uns alle wieder finden, in unseren Bäuchen.

    Wir haben uns heute getroffen. Ich habe ihr gedankt, für das was sie mir geschenkt hat und gesagt, dass ich wieder Schreibe, weiter schreibe, über das was in unserem Bauch ist. Das es nicht mein Ding ist, nicht ihres, nicht unseres, dass es um viel mehr geht, um viele Kristallnächte, jeden Tag, hier und überall.

    Sie sagt, AA steht für anonym. Deshalb darf nichts in die Welt getragen werden, was in irgendeiner Form, Art- und Weise Rückschlüsse auf beteiligte Personen, insbesondere auf sie selbst schließen lässt. Sie hält es für pietätlos, für Vertrauensbruch, für ein Niedermachen, für ein Messer in die Kerben ritzen, wenn ich nur entfernt etwas Intimes, unsere Geheimnisse etwas aus unserem Bauch, aus Eurem Bauch zu Papier bringe oder hier, jetzt in Eurem Forum schreibe. Nein, sie hat mich noch nicht gefunden.

    Ich bin hier, weil es meine Heilung förderte und je mehr ich Euch von mir gab, je mehr konnte ich spüren, wie es wirkte, mein Mittelchen.

    Ich bin Kalli Kaltblut, keiner der mich nicht kennt und das dürften 99,9% von Euch sein, weiß wer ich wirklich bin. Keiner weiß, ob ich im Knast sitze, ob ich der freundliche Kerl von der Post bin, Eure Kreditkarte in den Schlitz des Abbuchungsautomaten an der Tanke stecke, ob ich gerade im Flieger Sitze und die Preise für die Ölreserven 2010 aus handele. Keiner weiß, ob ich tatsächlich ein mächtiger Eisbär oder der spindeldürre kleine Traumtänzer bin. In Köln könnt Ihr vielleicht vierstellige Personenzahlen in der Auskunft finden, auf die mein Profil passen könnten, aber bin ich überhaupt aus Köln, sitze ich vielleicht in Hamburg, in Düsseldorf, in Stuttgart, in München, in Berlin oder zwischen über 20.000.000 Menschen in Sao Paulo? Ich weiß nicht mal mehr, ob ich bei der Anmeldung Karsten meine Daten angeben musste.

    Habe ich irgendetwas von mir gegeben, womit die Anonymität meiner Frau nicht gewahrt ist? Gibt es hier irgendetwas, womit ich Euch ein Zeichen gab, das ist sie, steinigt und verbrennt sie? Was habt Ihr mir für Zeichen gegeben? Ihr habt mir Euren Bauch gegeben, Ihr könntet ich sein und ich Ihr.

    Ich bin bereit zu deleten, es in meinem Herzen zu tragen und niemand kommt da ran, auch er nicht, ihm knacke ich die Nüsse, so oder so.

    Ich habe nur einen Nussknacker, einen mächtigen Nussknacker in mir, Ihr habt das Zeugs zu deleten, Kalli Kaltblut zu deleten, sagt Ihr es mir, macht es, wenn Ihr es glaubt, dass es sein soll, dass es zum Sein lassen gehört.

    Ich bin jetzt müde, habe 2 Nächte nicht geschlafen und hart gearbeitet, ziehe trotzdem die Jacke an und frage meine Kinder ob ich den WDR sehen darf und setze dann diesen File. Nachtrag: er hat alles gesagt, dieser beeindruckende Bericht.

    Wir sehen uns oder auch nicht, es liegt alles in unserer Hand, nur in unserer.

    Kalli Kaltblut

    Ihr Lieben,

    danke für Eure lieben Zeilen.

    Ich heiße Karl, Freunde nennen mich Kalli, hier bin ich Kaltblut, kalli kaltblut.

    Da wo ich jetzt wohne, ohne Radio, ohne TV, ohne Radau, alleine, nur mit Sarah Brightmans sanfter Stimme „the war is over“, Laura Pausinis gefühlvollem Schmettergesang „from the inside“ und chinesischem Tee, da ist es ist wunderschön, alleine, in meinen alten, knarrenden, Geschichten erzählenden Wänden, Ihr Liebling, Thomas Mann, er würde sich hier sehr wohl fühlen.

    Ich wollte mich eigentlich im privaten Bereich einschreiben, nicht mehr „nur“ Eure anregenden und tollen Diskussionen in der Öffentlichkeit verfolgen, aktiver sein, dabei sein, dazugehören. Aber es ist etwas in mir passiert.

    Ich habe mich entschlossen, den Namen Kalli Kaltblut als Pseudonym für eine besondere Aufgabe zu verwenden. Nicht ich, Ihr, die Ihr mich die vergangenen 9 Monate begleitet und Mut gemacht, den Weg gezeigt, aufmerksam meinen inneren Bruch verfolgt, erlebt habt, wie Liebe und Selbstaufgabe keine Chance hatten, die Ehe, auch ohne Tragikhighlights zerbrochen ist, wie aus Unverständnis und Ratlosigkeit, Einsicht und lösende Selbstständigkeit wurden. Ihr, die Ihr mir so bedeutende, ergreifende Worte geschrieben habt, anerkennend zu mir steht und es tut so gut. Vielleicht hat mich das überheblich gemacht, aber ich glaube daran, es ist nicht vorbei, es beginnt, es waren immer die kleinen Davids die Fürsten straucheln ließen und deren harte Nüsse knackten.

    Es gibt Dinge, die ich immer noch nicht verstehe, nie verstehen werde, nie verstehen kann. Ihr gabt mir damals zu verstehen, dass es kein „nur ein bisschen krank“ gibt, sondern entweder ist man krank, lebenslang oder nicht. Ich kann das Wort „Alkoholiker“ heute aussprechen, müsste es, müsste vieles verstehen können, es gibt nichts zu verstehen.

    Wir haben telefoniert, sie will und es arbeitet, aber meine Schuhe passen nicht mehr. Sie ist jetzt aktiv in einem AA Kreis ist, wo sie von Vielen geraten bekam, nur schnell weg, wenn du von deinem Mann keine Hilfe bekommst. Es gibt nichts zu verstehen, ihr habt es mir gesagt, sie wird nie mehr ihr Misstrauen in diese Welt gegen grenzenloses 11 Minuten Vertrauen eintauschen, nicht in der Lage sein, mir liebevoll die Hand zu reichen, sie versteht genauso wenig, kann nicht das Weiße zwischen den Buchstaben deuten. Die Wege gehen weiter und weiter auseinander und es gibt so wenige Brücken, die Brücken sind so schmal.

    Ich betrachte mich nicht mehr als Co, nicht als Light-Co, vielleicht als einen, der nicht ganz normal ist, weil er manchmal anders entscheidet und handelt als es die Meisten tun würden, aus welchen Gründen auch immer, weil ich bin ich, gestern, heute, morgen und das ist auch gut so.

    43 Jahre hatte ich nur gelernt wie man viel Kohle dreht, schafft und es schafft alles in den Sand zu setzen, gelebt zu werden. Es waren Warriors of Light, die Leben brachten. Diese Menschen, wie meine Frau, wie eine klasse Spreefee, ein lieber Lippstädter Engel, eine marokkanische Wüstenbraut und curitibanische Freunde, sie sind überall unter uns, auch hier im Forum, wie Ihr, ausgestattet mit nur einem kleinen Beutelchen Hoffnung, sie können bewegen, so wie- und es tut so gut zu lesen – „…wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen ganz leicht berühren, am richtigen Ort und zur rechten Zeit!“


    Später floss viel Licht in unsere täglichen Briefe. Ja, es gab da schon Telefon und SMS, aber meine Frau war nicht nur eine Leseratte, sie war ein ganzes Leserattenvolk und wenn sie mit ihrer Fingerspitze sanft ein Buch berührte, war es lehr gesaugt. Wir hatten eine große, unsere Kommunikation, auf diesem Wege, die Basis jeder Beziehung. Wenn sie als gelehrte Wortgewandte zwischen 22h und 1h, also nach 1 ½ bis 2 ½ Flaschen Wein, zu euphorischen Reden überging, denen ich nur bedingt folgen konnte, nie in angemessner Geschwindigkeit hätte argumentieren, noch treffend antworten können, schluckte ich still den einen und anderen Brocken. In der Zeit nach ihrem Absturz schrieb ich es auf, also bis zum morgendlichen liebevollen Abschiedkuss einer mich zart drückenden anderen Frau, um es auf dem Frühstückstisch zu hinterlassen, weil bei ihr das einzig wirklich Zählende das geschriebene Wort war.

    So kamen viele Seiten zusammen und wenn ich heute „dessen“ statt „dem seine“ schreibe, wie es für den Kölschen frei übersetzt von „dem sing“ heißt, so habe ich das meiner Frau zu verdanken. Ich werde nie Germanist, meine Markenzeichen sind buks in der Headline. Heute ist vieles ihrer Kunst verdunstet, wie das rote Zeugs beim Kochen eines Ochsenschwanzes.

    Nein, das war nicht unsere einzige Kommunikation, da wäre es ein gelegentliches „mach dich nackisch“ geworden und keine Ehe. Wir hatten ein sensationelles Vorspiel bis zu unserem Jawort. Auch nicht die üblichen 9 Minuten Ehe Alltagdurchschnitt, es war mehr. Unsere Kommunikation war auch sich ganz und gar zu geben und zu wissen, nur durch Loslassen, Dich Dich sein lassen, wachsen wir weiter zusammen, bis zum Sein lassen. Ich weiß nicht wie Ihr das mit Euren Kerls und Bräuten macht, aber es war ein wunderschönes Gefühl, so wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, wenn ich auf Geschäftsreise ging, für zwei Tage, für zwei Wochen und täglich bis null Uhr wartete, um voller heißer Gedanken den Brief, die Aufmerksamkeit des nächsten Tages erwartungsvoll zu öffnen.

    Meine Frau bleibt in meinen Augen ein wunderbarer Mensch, eine Königin von Saba, eine geraubte Sabinerin. Kennt Ihr das prickelnde Gefühl der Versuchung, wenn andere den Kopf schütteln und Eure Gedanken sagen: Nein, ich habe mein Zuhause, meinen Partner? Der Versuch etwas ändern zu wollen war es wert, allemal, ich bin nicht zerbrochen, ich habe mit Eurer Hilfe mein Mittelchen gefunden.

    Vom Winde verweht heißt der Film, bei dem Frauen in die Tücher schluchzen und die Kerle mit leichten Gaumenvibrationen den Hausfrieden stören. Wir hatten Kommunikation, die Basis jeder Beziehung, verweht, wir hatten Liebe und alles was dazugehört, verweht, wir hatten viele, schöne unvergessliche Erlebnisse die ich in meinem Leben unverwehbar nicht mehr hergebe, die in mir sind, genauso wie all die von mir gefüllten Flaschen mit Kullertropfen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: ich bin kein Softi, kein Matcho, ich werde auch nie der knallharte Egoist, einfach nur ein Kerl, der seine Gefühle verarbeitet, einfach nur Kalli Kaltblut. Da ich aber ein sch. Gutmensch bin, finde ich auch daran etwas Gutes. Durch die vergangenen Jahre darf ich jetzt erfahren wie schön es ist, diese Gefühle heraus zu schreiben und mit jedem Kullertropfen passiert etwas. Sebastian hiippi, Deine Worte waren nicht umsonst, jeder Kullertropfen ölt meine Finger um Seiten zu füllen.

    Übrigens: pleite sein heißt nicht mittellos zu sein, es gibt Mittel die nicht mit Gold aufzuwiegen sind. Wir haben sie alle, diese mittellosen Mittel, die bewegen können, dazu bedarf es keiner Akademie, keinem Schotter, keiner Titel, sie sind überall, einfach bücken und aufheben und dieses „einfach bücken und aufheben“ kann das Schwerste sein, weil wir uns immer wieder an dieser unsichtbaren Wand den Kopf einstoßen.


    Nach Ihrem Infarkt im April letzten Jahres sagte ich ihr: „ich werde Dir ein Buch schreiben, einmal im Leben möchte ich ein richtiges Buch schreiben, für Dich, Du kannst gar nicht abhauen ohne es gelesen zu haben.“

    Im Juni hörte ich auf, als ich verwirrt in diesem Forum landete. Gut, dass ich aufhörte, die Pause hat mit Kraft gegeben, unverwundbar auf ihn herabzusehen und mit meinen Worten zu antworten, gelassen hinter ihm zu stehen und mit ihrem liebevollen, sanften, morgendlichen Kussmundlächeln nicht nur den Vorschlaghammer, den schweren Amboss gleich mit, einfach so zerschmetternd fallen zu lassen, das ganze Arsenal. Mein Boss hat mir etwas geschenkt und ich werde es nutzen, einfache aneinander gereihte Silben, Worte, wie er sie schon seit 2000 Jahren benutzt. Ich werde nie einem Verein beitreten, aber er ist da, in mir, in uns.


    Sie ist fort, anders. Das Buch werde ich fertig schreiben, es wird dauern, nicht für sie, für Euch, für uns, für alle Betroffenen auf beiden Seiten und wenn ich selbst am Kölner Bahnhof stehen muss und die handgedruckten Exemplare aus dem Rucksack anbieten werde, ich werde, denn die Liebe, die kann man nicht kaufen, nicht stehlen, nicht borgen, sie wird nur verschenkt, aber nicht an ihn, an diesen triumphierend grinsenden Geistesverwirrer in ihrem Kopf, er bekommt eine harte Nuss.

    Es wird nur meine und ihre Details enthalten, das, was in meinem Bauch ist, raus will und doch sind es auch Eure Bäuche. Viele haben Worte geschrieben wie „das könnte meine Geschichte sein“ und ich habe mich bei Euch täglich wieder gefunden. Karsten, es gibt Dinge, die verstehen sich von selbst. Du, Ihr, habt etwas Großartiges, Bleibendes und Hilfreiches erschaffen, es ist etwas passiert, Zeit es passieren zu lassen.


    Es hat den Titel „ Die unbeugsame Gebeugte“, und auf dem Klappentext soll stehen:

    Dieses Buch wurde in Erinnerung an eine geraubte Spreeprinzessin geschrieben, „die unbeugsame Gebeugte“. Für die Menschen , die tagtäglich auf der einen oder anderen Seite einer undurchdringbaren Wand stehen, für Menschen die unbeugsam gebeugt werden, bis auch der letzte Liebesgedanke verödet ist, ihre heile Welt ins Chaos stürzt, das jahrtausende alte gefühlvolle Lied der Lieder im alltags Gekrächze verstummt. Für die, die nichts, gar nichts dagegen tun können, außer in Liebe zu gehen oder sich selbst zu kasteien, um triumphierend lächelnd kastriert zu werden. Für die, die ein aussichtsloses Gemetzel anführen, eine barbarische Alltagsschlacht von vielen Millionen Menschen gegen eine vielfach so hohe zerbrechende Anzahl machtloser Angehöriger, die hier, gleich nebenan, in Deinem Haus, in Deiner Stadt, in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt, täglich ein Stück Lebenssaft entzogen bekommen. Du, Du, Du und Du auch, Ihr alle seit an diesem Aufmarsch beteiligt und das Kriegsgejaule übertönt den Lärm vergangener gemeuchel Zeiten gewaltig.

    Nehmt es mir bitte nicht übel, aber ich habe mir reiflich überlegt, alle freie Power in diese eine Aufgabe zu stecken, für uns, gegen ihn, es wird sicher Zeit bis 2008 brauchen und die Nächte sind kurz. Ihr wisst was ich meine. So ein Text, so eine Antwort, etwas Überlegtes und nicht mein anfangs aus Unverständnis los Geplappertes, etwas aus dem Bauch, dass auf direkten Weg ins Hirn wandert, etwas, das schneller ist als unsere Stoff aufsaugenden Nerven, so wie Ihr es mit Eurer kostbaren Zeit erschafft und vielen Menschen damit Licht in den dunklen Wegsperrraum bringt, das braucht etwas.

    Wenn Ihr im Dezember in das Kino geht, den goldenen Kompass anschaut, dann könnt Ihr mich sehen, als mächtiger, unverwundbar gepanzerter Eisbär, auch er musste gehen. Nur, Pullman hat mich vorzeitig mit einem magischen Messer ausgestattet, mit dem ich durch die Welten schlüpfen kann, ihm nach.

    Cashewnüsse sind eine herrliche Speise Zutat, ein gesunder Knabbergenuss. Ihre Blüten eine prächtige Wonne, ihr Fruchtfleisch eine butterweiche aphrodisierende Zugabe in einen traditionellen brasilianischen Getränk, der Saft ein belebender Genuss und ihre grüne, junge, steinharte Nuss höchst giftig.

    Er hat sich eine harte Nuss ausgesucht, aber ich habe einen viel, viel mächtigeren Nussknacker als er.

    Danke, ich Wünsche Euch viel Licht, wir hören voneinander, je kürzer die Nächte, je schneller bin ich zurück. Vor 2000 Jahren schlug man sie in Stein, heute in die Tasten, diese aneinander gereihten Silben, diese Worte, die uns nicht mittellos machen.


    Alles Liebe Kalli Kaltblut

    Hallo zusammen, sofern Euch der Karneval nicht verschluckt hat,

    also, ich habe all die Texte nochmals durchgelesen, was ich so von mir gegeben habe, Eure Kommentare, Eure Anteilnahme (Danke) und so richtig habe ich selbst erst jetzt verstanden, wie schleichend ich mich in den vergangenen Monaten verändert habe.

    Vom Aufschreien, vom Klick machen, von Abstinenz, von Annehmen, von damit Leben, bis in den September, als etwas passierte und von da an hat sich der Bohrer immer tiefer festgefressen.

    Das waren 9 Monate, wertvolle Monate, von denen ich drei verschwunden war, ausgestiegen, um damit, um mit mir klar zu kommen, zu sehen wie unser Glück wie eine in Zeitlupe zerplatzende Flasche in tausend Puzzlestücke zerfällt.

    Total bescheuert, im Leben gibt es keine Zeitlupe, nur ein Ratz Fatz. Es ist jetzt Zeit.

    Ayki79 hat einmal geschrieben und ich bin froh es gefunden zu haben:
    Natürlich wünsche ich mir keinen toten Mann - ich wünsche mir ein NORMALES Leben OHNE Alkohol! Aber diese Gedanken machen mir Angst!und marie_on45 schrieb einmal:
    Du hast etwas geschafft was leider nur sehr wenige Angehörige schaffen und das zeigt mir das die Liebe zu Deiner Frau sehr groß ist und viel stärker als ihre Krankheit.
    Ich habe großen Respekt vor Deiner Größe und Liebe.
    @marie_on45: Danke für Deine Worte. Die Liebe, Marie, die ist es, die den Bauch vom Kopf trennt, wir beginnen zu kämpfen, wo es nichts zu kämpfen gibt und gehen beide daran unter. Die Liebe ist unendlich, aber vielleicht ist es zu akzeptieren, dass sie nicht dazu gehört.
    Yorki schrieb einmal: Aber durchknallen wirst Du nicht, ich glaube an Dich!

    Wie gesagt, ich will meine Frau, die trocken und klar im Kopf ist, die mir liebevoll die Hand reicht, ich respektiere, schätze und achte sie, ich liebe sie, wenn mein Nebenbuhler nicht da ist und da dieser Hirni nicht geht, bin ich fort, ich dulde keinen zweiten Kerl auf unserer Mattratze.

    Ich hatte nie einen Gedanken daran, dass sie unter der Erde besser aufgehoben ist, aber meine Ex-Vermieterin fragte ängstlich, was sie denn nur machen soll, wenn einige Tage die Rollläden nicht hochgezogen werden und etwas passiert sein könnte?
    Ich habe damals einmal das geschrieben:
    Wisst Ihr, wie wunderschön es ist, wenn dieses zarte Wesen im Bettchen liegt, den Kopf zufrieden lächelnd dreht und mir einen morgendlichen Abschiedskuss auf die Lippen presst. Der Tag ist dann wunderschön, nur diese blöden Gedanken, die waren Anfangs nicht da.
    oder
    Übrigens: ich liebe meine Frau nach wie vor sehr, respektiere und achte sie, mit und ohne Krankheit, mit und ohne Abhängigkeit und allen sich ergebenden Problemen, weil das auch ein Stück unserer Beziehung ist.

    Wisst Ihr lavendel, Diandra und Annika, wenn ein Kerl wie ein Baum, und ich betrachte mich als einen, der von Dragon Ball Z, dass sind die, die immer eins auf die Fresse kriegen und gestärkt wieder aufstehen infiziert ist, der von der Wind unter den Weiden, dem kleinen Prinzen, Carnegie, Coelho und Höhergestellten jede Menge Unterstützung erhielt, halt ein scheiß Gutmensch, flennend einen Abflug macht, dann bewundere ich Eure Power. Von Euch allen.

    Ich habe das der Vermieterin geantwortet:
    Und, würde es was ändern? Wenn wir gebraucht werden, sind wir eh nicht da, kommt der Wagen sie eben was später abholen.

    Nein, keine 180° Drehung, das ist ein Fourfifty mit doppeltem Rittberger, alles hat sich geändert, alles.

    Ja, marie_on45 und Teufelchen: „Respekt“, „ Auch wenn Du Dir noch soviel Mühe gibst, richtig nachvollziehen wirst Du das alles als nicht Betroffener dieser lebensgefährlichen Erkrankung niemals“.

    Ich halte mich jetzt für stark genug weiterhin klar Position zu beziehen, lebe glücklich mein Leben und es ist wunderschön.

    Ja, Skye, „Ich hoffe, dass nichts anderes dabei herauskommt, als ein kerngesundes Kaltblut“, ich bin kein kaltblut mehr, draußen scheint die Sonne und das Eis ist geschmolzen, es ist wunderschön, gesund durch Bonn und Köln zu ziehen und Yorki, keine „Verzichtsgedanken“ zu haben, einfach nur sein lassen.

    Ich werde ihr zum Abschied, als ich vorige Woche den letzten Krams abholte, aufgelegtes, überhebliches, breites Grimassengrinsen nicht mehr vergessen, dass er 3 ½ Jahre vor mir bestens gehütet hat, dieses Horrofilm Flaschengeist Grinsen der Missgeburt in ihrem Körper, wie es uns die Adern gefrieren lässt. Nein, kein kaltes Blut mehr, er hat keine Chance.

    Es bedurfte keiner Peitschenhiebe, keiner Wutausbrüche mit Knochensplittern, Beulen, blauen Flecken oder zerstochener Reifen, keinem Rosenkrieg in unserer Beziehung. Das Ding ist auch so zerbrochen. Sie bleibt eine Hauptrolle in meinem Leben, auch wenn sie nicht mehr daran teilnimmt und hat mir damit doch noch etwas Verbindliches mit auf den Weg gegeben, diese Ehefrau, in diesen 3 1/2 Jahren, diese unbeugsame Gebeugte. Aber er, der Grimassenschneider, der hat seinen letzten Trumpf verspielt - nimm sie mit.

    Wisst Ihr, durch das Schreiben hier, durch Eurer lesen, durch Eure Kommentare, durch die immer wieder neu eingestellten Themen anderer, durch das Leben dieses Forums, habt Ihr mir viel gegeben und vieles erleichtert. Ihr habt mich nicht an die Hand genommen und zum Doktor Plemper, der wird es schon richten, geschickt. Ihr habt mein Hirn in Bewegung gebracht, für unausweichliche Entscheidungen.

    Ich bin nicht in den privaten Bereich gegangen, sorry, weil ich manchmal dachte, das Forum frist mich auf und würde mich vollkommen vernaschen, wenn ich noch tiefer eintauche und manches Geschäft platzte weil ich hier war, aber es hat mir unendlich viel, viel mehr gegeben als alles andere in meinen 48 Jahren.

    Auch habe ich manches von der unbeugsamen Gebeugten und mir preisgegeben, das vielleicht nicht hierher gehört oder anonymer besser aufgehoben wäre, aber es hat mir geholfen und ich kann trotzdem jedem mit erhobenem Haupt in die Augen sehen.

    Es ist jetzt Zeit - nicht butterweich, nicht steinhart zu sein, sondern gefestigt und klar meinen zu Weg gehen. Aus „es ist wie es ist“, ist „es war wie es war“ geworden, Vergangenheit.

    Es ist jetzt Zeit, diesen Thread zu beenden, abzuschließen, weil es so viele Menschen hier gibt, die ganz tief bis über den Hals im Sumpf stecken, wo ich nie gewesen bin. Unsere Aufmerksamkeit wird dort mehr benötigt.

    Ich kann Euch allen nur tausendmal danken und mit all Euren Lese- und Schreibstunden, mit Eurem Arrangement und Eurer Zeit- und Zeit ist Geld, also mit Eurem Geld, habt Ihr bewiesen, dass diese Einrichtung eine unverzichtbare Hilfestellung für alle ist, egal wie groß oder klein die Probleme erscheinen.

    Vielleicht konnte ich nichts bewegen, der unbeugsamen Gebeugten nicht helfen, meine Liebe, meine Ehe nicht retten, aber Ihr habt etwas bewegt und wir werden auch weiterhin etwas bewegen. Ich glaube daran,
    und wenn wir täglich nur einen Tropfen vernichten, nur einem guten Gedanken spenden, es ist es wert.

    Bis bald kaltblut

    Hallo Jekosan,

    schön, dass Du den Mut zum Schreiben gefunden hast und hier bist.

    Mein Gott, wie oft sich alles wiederholt.

    Ich sehe die Bilder, wie sie tagsüber arbeitet, abends beginnt, morgens zur Schule fährt, wie der Vater ihrer Tochter ihr stückchenweise, bis zum Sorgerecht immer mehr entzieht, sie vor die Tür setzt, jeglichen Kontakt von Mutter und Tochter unterbindet, das Gericht Besuchsverbot erteilt und ich stolz zum Flaschenträger wurde.

    Bei allem was auf Dich zu kommt und es wird einiges, Du kannst noch das Jugendamt einschalten, wenn Deine Tochter es will, loswerden wird ein harten Brocken, es sei denn, Du gehst und findest mit einem Anwalt eine Lösung. Du wirst einige Schmierereien über Dich ergehen lassen müssen, aber wenn Du das acht lange Jahre durch gestanden hast, dann werden Dir die nächsten befreienden Monate, der Gedanke an ein besseres Leben, an Dein Leben, genug Power einhauchen, um das durchzustehen.

    Wenn Du in der Öffentlichkeit stehst, wirst Du Dich wundern, wie viele Menschen Dich unterstützen werden und mach Dich frei davon, dass sie mit dem Finger auf Dich zeigen.

    Vielleicht kostet es Dich Überwindung den Abflug in eigene 4 Wände vorzunehmen und zuzusehen, was in Eurem Haus passiert, aber wenn Du es finanziell packst, es ist es wert, für Dich, für Deine Tochter.

    Du findest hier nicht nur Menschen, die in ähnlichen Situation stecken, Du findest hier viel Stoff zum Denken, zum Klarwerden, zur Beruhigung, Tag und Nacht. Bevor Du die Brocken hinwirfst, lese und schreibe was das Zeugs hält, Du kommst da raus.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und einen klaren Kopf kaltblut

    Hallo Ayki79,

    ja, kein Mitleid, kein Bedauern, keine trüben Gedanken daran, damit fängt alles so harmlos an. Wir haben noch oder wieder die Gabe, nach rechts oder nach links zu gehen, selbst zu entscheiden.

    Machen wir uns nichts vor, es gibt keine Versicherung, die uns dagegen versichern würde und so liegt alles nur in unserer Hand.

    Lieben Gruß kaltblut

    Liebe Amica,

    wenn jemand kein Schweinefleisch essen kann oder darf, weil es die Religion verbietet, weil er aus Gesundheitsgründen darauf verzichten muss, dann fällt es dem Partner leicht auch darauf zu verzichten – oder? Wird einfach nicht mehr eingekauft. Warum also nicht auf Alkohol verzichten? Weil es schick ist, weil es dazu gehört, weil es gesund und vorbeugend sein soll? Weil es wichtiger ist als alles andere?

    Ab wann ist der Partner weniger wert als ein Stück irgendwas? Wenn er nicht mehr ohne kann!!

    Ich kenne niemanden, mit dem ich nicht über Schweinefleischverzicht reden darf, aber viele, mit denen ich nicht über Alkoholverzicht reden kann.

    Lieben Gruß kaltblut

    Liebe Roxy,

    Du läufst einfach gegen die Pumpe, päng, immer wieder. Du wirst immer wieder ein rotes Blatt ansehen und Dir absolut sicher sein, das ist rot. Ein Copperfield ist nichts gegen den Meister der Gedankenvernebelung, aus rot wird rosa, dann grün, dann blau und Du kannst nur was dagegen tun, wenn Du Dich fest akzeptierst, rot ist und bleibt rot, Deine Einstellung, Dein Weg, Dein Leben, es geht um Dich, nicht um ihn.

    Schuld??? Bist Du schuld daran, wenn ich morgen unter die Räder komme, weil wir in Köln 6 Tage durchknallen? Ja, Du bist Schuld daran, und, ändert es was? Lass Dir alle Schuld auf Deine Schultern packen, ich schicke Dir einen großen Müllsack, packe alles rein, schicke ihn zurück, er passt in meine noch leeren Schränke, dieser Schuldsack.

    Lieben Gruß kaltblut

    Liebe Etoile,

    zu erst mal: Gänsehaut. Wenn Dir jetzt tausend Leute schreiben und auf die Füße treten, dann wirst Du wahrscheinlich den Schwanz einziehen, noch mehr grübeln und zu dem Schluss kommen: das sind alles Meinungen von eingefleischten Alkhassern, die keine Ahnung von Liebe, Kraft und Stärke haben. Du findest hier über 2 Jahre Lebenserfahrung von vielen hundert Menschen und Du kannst jetzt, sofort nachlesen, wie sie zerbrochen sind und aufgegeben haben, zum Glück, vor wenigen Jahren gab es so etwas noch nicht.

    Wenn die eine und andere Versöhnung da war ist alles sowieso nicht mehr so schlimm.

    Irgendwann wirst auch Du diesen sensiblen Fisch, diesen so gut zu Dir passenden, diesen lieben und alles verstehenden Menschen von der Bettkante schubsen. Ich sage das als ein Kerl, der in seinen Augen mit einer hochintelligenten, gefühlvollen, wunderschönen Frau verheiratet ist, meiner ehemaligen Traumfrau und Dinge erlebte, die ich mir den kühnsten Träumen nie hätte vorstellen können. Einer Frau, die mir unendlich viel gegeben hat, wo ich glücklich war, bis es nicht mehr ging. Alles für den anderen aufzugeben ist eine Sache, schwer genug, sich selbst eine andere. Mit jedem Tag wirst Du etwas müder und gibst ihm etwas mehr von Dir, etwas was fort ist.

    Viele Antworten hast Du Dir selbst schon lange gegeben. Nur die Entscheidungen, das Tun und Machen, das liegt bei Dir, das kann Dir keiner nehmen, dafür brauchst Du auch nicht zu kämpfen, nur machen oder noch einige Monate leiden. Deine Schmerzen sind schon da, aber sie werden Stellen erreichen, die Du jetzt noch nicht erahnst.

    Etoile, ich hatte eine wunderschöne Zeit mit meiner Frau, trotz aller Umstände, ich denke gerne daran, aber ich lebe heute, hier und jetzt, für das Morgen. Mein Arzt sagte mir damals auf die Frage: wie soll das denn jetzt weitergehen und vor allem, wenn wir nach Berlin ziehen? Ich dachte ich höre nicht richtig, dieser Arzt meinte doch glatt, ich soll mir keine Sorgen machen, ich wäre schnell wieder zurück. Spinner habe ich gedacht. Recht hätte er gehabt.

    Du und ich, wir sind 15 Jahre auseinander und in 15 Jahren, da fließt viel Wasser den Rhein runter. Eine Praxis kann man abschreiben, kostet Geld und? Das was auf Dich zu kommt, kannst Du weder bezahlen, noch ist es das wert. So wie Du Dich beschrieben hast, bist Du in der Lage trotzdem auf Deinen Beinen zu stehen. Hier sind Menschen, die sind viel Älter und erfahrener als wir und sie stehen vor ähnlichen Entscheidungen, die Gefühle im Bauch, dieses Kribbeln, diese Traurigkeit, diese Enttäuschungen, die sind auch in vielen Jahren nicht anders. Nur der Neuanfang, der wird schwieriger und sie machen es trotzdem, um wieder Frieden und Glück zu finden. Meine neue Wohnungseinrichtung kostete nichts, im Verhältnis zu dem, was ich in den letzten 3 Jahren (gerne!!!) verplempert habe. Mit Ring, nach vielen Jahren, da wird Dir nicht nur ein Schrecken in den Knochen stecken, da werden Dir einige herausgerissen sein.

    Denk einfach mal darüber nach, es kommt sowieso wie es kommt.

    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo Annika, hallo Lavendel,

    danke und ich vertraue Euch noch was an, die unendliche Konsequenz: ich liebe meine Frau, achte, respektiere und bewundere sie und da kann sie die boshaftesten Salven loslassen, aber es ist wie es ist und heute habe ich erstmals darüber nachgedacht, wie schwer ein gemeinsamer Neuanfang sein wird, wenn sie es schaffen sollte und will und das ich eigentlich nicht mehr dazu bereit bin. Ich denke auch sie weiß und fühlt das, diese unendliche Konsequenz.

    Und wenn ich mir jetzt vorstelle, was all die Jahre in ihr abging, zu wollen, nicht zu können und sich immer wieder diesem verdammten Nebenbuhler zu beugen, es ist viel schlimmer zu ertragen, als das was ich mitgemacht habe, aber es ist wie es ist.

    Letztendlich entscheiden nur wir selbst, ob wir glücklich sein wollen oder nicht, vielleicht brauchte ich den Lehrgang, dem Glück hinterherzulaufen. Vielleicht brauchen wir alle hin und wieder diesen Lehrgang, damit wir nicht vergessen, wie schön das Leben ist.

    Liebe Grüße kaltblut