Beiträge von kaltblut

    Lieber Harry,

    Maria hat da ja was Schönes von Dir zitiert. Schön dass Du Dich traust Dir hier Luft zu verschaffen, das ist wichtig. Ich kann Dich da gut verstehen. Ich habe auch so Aufstellungen, Abhandlungen und seitenlange Listen geschrieben.

    Da sind so viele Fragen und noch mehr Antworten. Wenn Du am Ball bleibst, dann kommt da was in Bewegung was Dir helfen wird. Du kannst Dir helfen lernen. Es geht hier um Dich und da steht eben die Frage, ob Du das noch unterscheiden kannst?

    Lieben Gruß und bleib am Ball Kaltblut

    Hallo Christine,

    noch ein herzliches Willkommen und Gratulation zu Deinem mutigen Schritt hier zu schreiben.

    Zitat von ronjaangel

    Das Problem ist nur, daß ich nicht nur mich von meinem Mann trennen würde sondern auch von allem was ich mir in meinem Leben aufgebaut habe. Ich weiß obwohl mir das alles gehört, könnte ich es nie alleine finanzieren und selbst ein Verkauf würde nie einen so hohen Gewinn erzielen, daß der Kredit abgedeckt wäre. Ich würde von der einen Falle in die nächste tappen und wäre in der Schuldenfalle, da wir nicht verheiratet sind. Er weiß das auch sehr genau und spielt diesen Punkt gegen mich aus.
    Ich hasse mich dafür erpressbar zu sein.

    Da das schon das zweite Leben ist, daß ich mir komplett neu aufbauen mußte, habe ich auch Angst in meinem Alter keinen Neuanfang von ganz unten zu schaffen. Meine Kinder können mir auch nicht helfen, sie wohnen einfach zu weit weg und die Familie meines Mannes hat andere Sorgen.

    Es ist ein totaler Teufelskreis und kein Ausweg in Sicht.

    Christine, so oder so wird es so lange an Dir rupfen, bis nichts mehr da ist, zerrissen, kaputt. Je fester ich hielt, je mehr ging kaputt. Ich war jeden Morgen stolz auf meine Frau, wenn ich glaubte die Welt würde sich ändern.

    Das änderte sich erst, als ich anfing bei mir nachzusehen, das dauerte. Der Teufelskreis fängt bei Dir an und der Ausweg genauso.

    Ich wünsche Dir, dass Du den richtigen Weg findest damit umzugehen wo Du keinen Einfluss drauf hast.

    LG Kaltblut

    Liebe Ette,

    danke für Deinen Besuch und das Du mal wieder den Austausch suchst. Ein Lebensbericht ist ja kein Diskussionsthread, aber Du gehörst ja hier mit zu meinen ältesten und wertvollsten Wegbegleitern, da kannst Du gerne mal Deinen Dampf ablassen. Ich hoffe, das ist jetzt keine Coabhängigkeit.

    Was allerdingst Deine Bewertung meiner Lebenseinstellung mit Inauthentizität zu tun hat, also mit nicht bei sich bleiben können, weiß ich nicht so recht das passt besser in Deinen Zufriedenheitsthreat, denn hier geht es ja um mein Leben und nicht um Deine Unpässlichkeit.

    Bei Dir steht so passend:

    Zitat von Ette

    … Die Strukturen der Co-Abhängigkeit werden nicht nur mit einem alkoholkranken Menschen gelebt. Kinder, Kollegen, Eltern, Freunde und natürlich auch Forumsmitglieder sind immer wieder gern genommene „Suchtmittel“.

    Die Streicheleinheiten und „Kuscheleien“ sind in meinen Augen ein prima Mittel, von sich selbst weg und auf die Anderen zu sehen. Solange ich das sehe, was den Anderen fehlt, muss ich nicht auf das sehen, was in mir selbst nicht vorhanden ist. Sicherlich gibt es immer wieder Situationen, in denen die Worte fehlen und ich in der Realität einen Menschen einfach in den Arm nehme. Hier hat dann einfach das Forum seine Grenzen. Mit kindlich anmutenden Äußerungen ist das sicherlich nicht zu ersetzen. Und Kraft kann ich Niemanden rüberschieben. Ich kann einem anderen Menschen lediglich wünschen, dass er die erforderliche Kraft in sich selbst findet. Verständnis kann ich äußern und erzählen, wie ich vielleicht ähnliche Situationen er- und durchlebt habe.

    Das wird mich aber immer wieder an meine eigenen Erfahrungen und womöglich auch Schmerzen erinnern. Nicht unbedingt einfach und schmerzfrei. Knuddeln und all die bildhaften Äußerungen sind hier deutlich leichter zu ertragen – von beiden Seiten.

    Ein Verhalten übrigens, das ich auch aus der realen SHG kenne. Vornehmlich von Co-Abhängigen, deren Partner trocken ist, denn sie sind dann ja „nicht mehr co-abhängig“. Wenn ich in solchen Situationen einer Person dieses Verhalten spiegele, habe ich es sofort mit einer großen Solidarität der anderen Angehörigen zu tun. In meinen Augen auch eine Form der Co-Abhängigkeit.

    Liebe Ette, wie wahr. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass ich einen gut gemeinten Gruß gerne annehmen kann und den von Dir oder Matthias/Silberkralle genauso schätze, wie von den Mitgliedern der realen SHG. Unsere Umärmelungen haben mich bisher nicht krank gemacht, nur die wilden Aufschreie der Menschen, die mit der Axt im Wald umherirrten und damit noch nicht umgehen konnten. Auch das gehört zu unseren unendlichen Lernstufen, das gesunde Mittelmaß, die Balance im gestörten Umgang mit uns und anderen zurückzufinden.

    Lebensbericht = kein Diskussionsthread

    LG Karl

    Liebe Ayki,

    schön, dass Du Dich wieder fragend an das Forum wendest, an Dir arbeitest und Dich weiter bewegst.

    Heute Abend hatte ich großen Spaß durch den Neuschnee zu latschen und meine Spuren zu hinterlassen. Große, kleine, enge, weite, schnelle, langsame Spuren im Schnee. Da noch Zeit war bin ich den gleichen Weg nochmals zurück und als immer noch Zeit war nochmals, dabei versuchte ich genau in der alten Spur zu laufen. Das klappte nicht und da kam die Idee, mich genauso zu bewegen wie vorher, das klappte nicht. Dann bin ich nochmals den Weg abgegangen und versuchte mich dabei genauso wie vorher zu bewegen und genau das Gleiche zu denken wie vorher. Das ging auch nicht, nichts ist so wie es mal war.

    LG Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    Update zur Jahreswende. Die einen wandern aus in den Norden, ich war ja schon mal im Osten, in der Hauptstadt, mit ihrem faszinierenden Leben, mit Prunk, Hektik und Anonymität hinter verschlossenen Türen. Jetzt bin ich im Süden gelandet. Wandern = ändern. Alte Männer müssen wandern, meinte einmal Freund und war weg, ich bin jetzt hier und so alt auch noch nicht.

    Der Zufall wollte, dass ich Menschen in einen funktionierenden ökologischen Geschäftsapparat auf meiner Wellenlänge traf, da stand fest, hier kommt mein neues Büro rein. Ein Steinwurf entfernt wurde eine Wohnung gebaut, gefragt, gebont, vier Monate später drin. Wenn es läuft dann läuft es. Nicht wie unhaltbare Rotze aus der roten Triefnase, überlegt, durchdacht, passend gemacht. Meine Lebensfreude wohnt nicht eine oder gar zwei Stunden weg, wie einmal angedacht, wir hatten uns Regensburg, Augsburg, Nürnberg, München und Co. genau angesehen, wir sind jetzt fast Nachbarn. Das spart Zeit, die in der kalten Jahreszeit besser zu zweit unter Daunengefieder angelegt ist, denn es wurde Zeit wieder richtig Nähe zuzulassen.

    Ich habe mir in den vergangenen 3 Jahren ein soziales Netz aufgebaut, das mich neben dem Forum, neben meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten nährte. Sportliche Aktivitäten, Vereine, SHG, Therapeut, Wege die mir so neu waren. Drehte sich doch früher alles nur um den Job - und Ex. Ich lief in meiner alten Stadt seit paar Jahren und musste die Vorbeikommenden immer anmachen nicht fortzusehen, um mal zu lächeln, zumindest zu grüßen, das ist hier anders. Die Leute grüßen und lächeln, einfach so, ich muss gar nichts dafür tun, es ist einfach so. Da gefällt es mir, das passt. Nichts dafür tun, damit es mir gut geht.

    Es hat sich ja einiges geändert. Regelmäßig laufen zu Zeiten, wo ich früher mit Kaffee und Fluppe vor dem PC saß. Gründe gab es genug. Regelmäßig Sport zu Zeiten, wo ich sonst vollgefressen rum hockte und glotzte. In meiner Frau hatte ich die ideale Begleiterin. Beim gemeinsamen Kochen gab sie sich ihrem Weinchen hin und ich erst meiner Trägheit, dann mit Weinchen, dann nass mit Wein, zuletzt trocken, mitten in der Isolation der Großstadt. Das sind Widersprüche, Großstadt, Isolation und pralle Hüften, Landstädtchen, Freiheit und pralles Leben.

    Es ging damals viel Zeit für das Forum drauf, für Kontakte, für mich, für unbändigen Nachholbedarf, denn ich saß ja mitten unter vielen in meiner Isolation, kam da nicht mehr raus und bin anfangs vor mir auch immer weiter fortgelaufen. Klar, forumieren macht auch süchtig, Dauerbildschirmglotzen macht krank, aber es hat mir gut getan, mich aufwachen lassen, wachsen lassen, raus aus dem Desaster geführt. Über Andere nachdenken ist auch so was. Andere kann ich nicht ändern, nur mich. Warum soll ich da andere bedenken und mich von mir abwenden? Ich habe Jahre gelernt zu tun, zu drehen und zu machen, auch bei anderen und mit anderen. Meine Fehlpolungen führten direkt in andere rein, jetzt verstehe ich auch den Begriff „Führungskraft“ besser.

    Ja, mein Suchtverhalten, wo kommt das denn her, ist es das überhaupt, wovon schreibe ich denn ?Es ist nicht mehr so wichtig, ob ich das Kind coabhängig, alkoholkrank oder sonst wie bezeichne. Was mir wiederfährt und nicht gut für mich ist, ist nicht natürlich. Ich war nicht mehr natürlich, vom Dumminoeffekt überrollt.

    Ich muss z. B. arbeiten um Geld zu verdienen, das ist natürlich. Von morgens bis abends laufen die Tiere draußen umher und machen irgendwas. Sammeln Nüsse, picken Körner, es wäre unnatürlich, würden sie den ganzen Tag im Baum abhängen und Kuckuckseier in fremde Nester legen. Es gibt da paar, aber dazu gehöre ich nicht.

    Es ist unnatürlich, wenn ich mit Kaufaufforderungen und Trends in eine Richtung getrieben werde, wo ich gar nicht hingehöre. Ich bin kein Asket, was soll ich spindeldürr und ausgezerrt umherlaufen oder meine Haare krankfärben, um nicht mehr grau zu sein, mir krank machende Pampe ins Gesicht klatschen, um nicht mehr unreif zu wirken, Fettpölsterchen absaugen lassen, um Bewegungsstarre zu kaschieren und sie woanders wieder aufsetzen zu lassen damit ich im Zentimeterbereich prahlen kann? Ich heiße doch Karl und nicht Hans.

    Es ist unnatürlich meinen Körper mit Giften, Kunstmüll und Präparaten vollzustopfen, der für die Verarbeitung vom Organismus mehr Energie verlangt, als ich rein stopfe. Es ist unnatürlich, dass ich für die ganze Stopferei Medikamente und Schnippeleien über mich ergehen lasse. Ganz vollgestopft wie eine Martinsgans, bis das Hirn platzt. Da kann ich mich ja gleich zu Sülze verarbeiten lassen, Gesülze habe ich genug geschrieben. Es ist unnatürlich, dass ich viele Mängel habe, die ich mir von außen angedichtet und zum Lebenskern machte diese zu befriedigen. Das ist genussvolle Hirnwichserei. Konditionierung der Konditionierung, Schrottpresse auf, da kommt nur ein kleines Häufchen Müll raus, Rechtfertigung der Rechtfertigung bis ich fertig war.

    Die Sache mit dem Natürlichen, das ist ja auch das, was meine Birne zu Brei werden ließ, Brei im Aspik. Als ich hier landete, war ich einer der nie viel nachdachte, ich machte und das war doch gut so. Machen, Macht, mächtig auf die Fresse fallen. Zum Arzt gehen, hören wo es lang geht, machen, fertig, gesund, ist doch ganz einfach. Machen und fertig, das ging irgendwann nicht mehr, ausgemacht. Einfach dumm stellen ging nicht mehr. So wie mit dem Trinken wollen, können, dürfen, machen und nix passiert, außer, dass immer wieder gute Rechtfertigungen und Gründe einfallen.


    Ich habe getrunken, weil ich nicht alleine leben konnte und meine Exfrau mein Ein und Alles war, festgepappt, wenn sie nicht mehr sein sollte, dann konnte ich ihr auch folgen, Gründe für eine Pappnase. Was für eine idiotische Rechtfertigung, bis das nicht trinken Wollen nicht mehr ging, bedeutete es doch gegen ein durch Giftstoffe künstlich verursachtes Verlangen anzukämpfen. Das funktioniert irgendwann nicht mehr, führt in den Tiefpunkt oder bis zum Tod. Der tägliche Lifezustand meiner Exfrau und das Forum mit dem ich mich identifizieren konnte, bewahrten mich vor der klassischen Erfolgsleiter in den Keller. Es ist nicht natürlich Giftstoffe in seinen Körper zu pumpen, das hat sich nur der Mensch zu Eigen gemacht. Dahinter stehen Ursachen, die erst dazu führen zu einem Ersatzbedürfnis zu greifen.


    Erst als ich aufhörte gegen die Natur zu sein, aufhörte zu wollen konnte der natürliche Heilungsprozess stattfinden. Paradox und kaum denkbar, denn in der Gesellschaft wurde ich von klein auf abgerichtet anders zu denken und zu handeln , anders zu reagieren mich unnatürlich zu entwickeln.

    Vater immer weg, Mutter überfordert, da wird halt auch mal Kappes gebaut und das Leben nicht mehr gemeistert, um Aufmerksamkeit, Liebe und Wärme zu erhaschen. Immer mehr oder anders rum, statt Kappes Ruhm und Anerkennung durch viel Leistung und in beiden Fällen wird sich in Folge hinterher gerechtfertigt und gerechtfertigt. Aufhören zu „Wollen“, da lacht doch jeder normale Dauerrechtfertiger drüber. In Anbetracht der unnatürlichen Verhaltensentwicklungen um mich rum, stehe ich da jetzt immer öfter alleine. Das gehört dazu.


    Wenn ich aufhören will zu trinken, wird mich die körperliche Abhängigkeit immer wieder zurücktreiben und wenn ich die Abhängigkeit los bin, wird mich mein „Wollen“ immer wieder überfallen, bis ich aufhöre zu wollen. Trinken, da stehen noch fressen, faulenzen und unzählige Alternativen an, die alle dazu beitrugen, dass mein Arsch in der Hose dicker und schwabbeliger wurde. Ist doch paradox: keinen Arsch in der Hose bin ich unten durch, breit und plattgesessen ist er was wert, dabei ist es doch genau andersrum, ein kleiner fideler Knackarsch ziert die Titelbilder der Modeblätter, die dicken Dinger passen ja auch nicht auf die Seiten.


    Das ist die Sinnlosigkeit einen süchtigen Menschen trocken zu bekommen. Als Kind hieß es: du darfst nicht, zu sollst nicht, du musst… Niemand kann den Ursprung meiner Sucht abstellen, das kann ich nur selbst. Die Grundbausteine des Forums befolgen ging noch einfach, irgendwann trank ich nichts mehr. Mich körperlich und geistig von meiner Exfrau zu trennen und das als etwas Natürliches, nicht mehr Gewolltes zu sehen, war ein ziemlich schwachsinniger Weg, auf dem mir viele Betonpfeiler im Weg standen. Paradoxerweise musste ich gegen jeden einzelnen gegen laufen, bis ich das Natürliche wieder umarmen durfte und die Birne überreif war. Spediert: „Gedanken stehen lassen“


    Das Forum hat mich geändert. Meine Süchte anzunehmen geht mir heute leichter von der Hand, weil es ein Stück von mir ist, akzeptiert, angenommen, ohne wenn, aber, vielleicht und überhaupt im Gegenteil, ich bin dankbar dass ich das weiß und sogar froh darüber dass ich es bin, denn erst die volle Akzeptanz der Fehlprogrammierung hat mich gesund werden und die Krankheit jetzt als etwas Positives, als etwas Natürliches erleben lassen. Das ist auch nichts Schlimmes mehr, Furcht und Angst und vor allem was andere darüber denken sind einfach. Vielleicht denken andere genauso wie ich damals und können nicht verstehen wie jemand eine Krankheit als etwas Gutes empfinden kann, das ist dann deren Ding, nicht meins oder sie haben selbst Angst davor, schieben das Problem weg, ihrs, nicht mehr meins. „Gedanken lassen“.


    Leichter wurde es als ich darüber sprach, nicht nur schrieb, also life, in der SHG, in der Schule oder auf Veranstaltungen. In meinem Umfeld waren einige ü30 Trockene, so wie sie damit umgingen, als wäre es das Normalste auf der Welt, das färbte ab, das heilte. Hinter dem wo ich so Angst vor hatte, steht noch viel mehr. Hätte ich mir in die Hose gepinkelt, hätte hinterher was viel Größerer raus kommen müssen, im Heute ist das nie passiert.


    Da es mein Ding ist und das Umfeld nicht so damit umgehen kann wie ich für mich, denn weder ein Forum, noch eine SHG oder betroffenen Menschen zählen zu meinem Dauerumfeld, spreche ich nur noch darüber, wenn es angebracht ist. Ich muss mich heute dafür nicht auf den Tisch einer Veranstaltung stellen und loslabern, es reicht wenn ich gefragt werde und sage: warum sollte ich Giftstoffe einnehmen. Die Leute die darüber reden wollen werden das schon, ich nehme mir auch einfach die Freiheit, nicht mehr mit Laberköppen zu diskutieren, es ist deren Körper und ich weiß was in meinem abgeht. Als ich hier ankam, kam lauter Neues in meinen Kopf, das musste raus und laufend stand ich vor einer Wand, das hat sich geändert. Die Reaktionen sind durchweg positiv, denn jeder ist irgendwie damit konfrontiert und trägt etwas mit sich rum. Wie bei allem, wenn mir jeden Morgen jemand etwas detailliert und farbenfroh über seine Verdauungsprobleme erzählt vergeht der Appetit.


    Das war mir lange Zeit nicht möglich und gehörte zum Heilungsprozess. Der eine dreht sich um und ist geheilt, das ging bei mir nicht, ich durfte die Coloslösung von der Pike auf lernen, mit vielen Fragen, viel Schreiben, noch mehr lesen und unendlichen Rechtfertigungen für unbewusst fabrizierten Kappes. Irgendwann muss ja mal gut sein oder auch nie weil alles immer haarscharf vorbei geht, dann stimmt immer noch was nicht. Bei mir stimmte noch lange was nicht. Das zu erkennen dauert, hoffentlich noch viele Jahrzehnte. Zum Glück sind wir alle anders gepolt. Der eine dreht sich rum und ist geheilt, der andere darf noch einige Rückfälle durchleben oder bleibt eben auf der Strecke.


    Ich bin heute heilfroh, dass ich in den geschützten Bereich wechselte. Das reichte mir aber nicht. Forum bleibt Forum so wie Cyber6s nicht real ist, da fehlt was zum Anfassen, die Haut bleibt das größte Organ, bei rund 2qm wird vieles unbedeutend klein. Ich bin dankbar im realen Leben in Selbsthilfegruppen oder hier im Forum viele Menschen kennengelernt zu haben. Das bleibt etwas Bleibendes und hat keinen Ausschaltknopf. Das Bindeglied zwischen Forum - SHG - meinen Erfahrungen und mir war ein erfahrener Therapeut, den ich fast 3 Jahre besuchen durfte.


    Manche Menschen sprechen von übertherapiert. Andere finden den Knopf nicht, um aus der Fehlprogrammierung auszusteigen und werden stattdessen rückfällig, bleiben krank oder hangeln sich von Schwafellast zu Schaafelast. Coabhängige sind da wahre Champs ihre Lebensunfähigkeit von Partner zu Partner gut auszubauen. Wenn ich einen Zähler am Rechner gehabt hätte, der all die Stunden die ich mich im Forum aufhielt gezählt , der all die Stunden aufaddiert hätte, die ich mich beim Laufen, Arbeiten, in meiner Freizeit und im Schlaf mit den hier aufgekommenen Gedanken auseinandersetzt habe, dann hätte die Endsumme ein krankes Ergebnis ergeben.


    Das war Forumieren im Exzess. Krank. Das alles hat mich gesund gemacht. Punkt. Danke.

    Danke, dass es das Forum gibt, Karsten allen Anschüssen stand hält, die Moderatoren ihre wertvolle Zeit einbringen und die Betroffenen nie weniger werden.

    Wie auch. So lange wie ich darüber nachdenke, wie ich darüber grübele, mich rechtfertige was ich denke und sage und schreibe, solange bin ich nicht fertig mit der Aufarbeit, mit ändern. Wie auch wenn ich über 50 Jahre ungesunde Entwicklungsarbeit betrieben habe. Solange bin ich krank und das bleibe ich, kann ich jederzeit von vorne beginnen. Wenn alles am rechten Fleck ist, dann stört es mich nicht mehr wenn ich die Zähne nicht auseinander bekomme, nur weil jemand etwas anders versteht als ich es meine. Das ist sein Ding, sein Weg, sein Leben und sein Tod.


    Ich laufe immer noch mit diesen kleinen Schritten, mit denen ich hier anfing. Die Strecken sind kürzer geworden, intensiver, ich mache mehr mit mir während ich laufe. Eine meine schönsten Übungen ist es zu laufen, die rechte Schulter nach vorne zu drehen, die Linke entgegengesetzt zurück, dabei den Kopf nach links und rechts zu drehen, das Brustbein immer auf das Kinn zu zubewegen, den Körper immer höher zu strecken und dabei Hintern wackelnd auf dem Außenriss zu laufen. Klar sieht das doof auf. Bin ich deshalb doof? Bin ich doof, nur weil andere nicht verstehen was in mir passiert, dann ist es doch deren Dummheit. Ich spüre doch nur was in meinem Körper abgeht, was andere dabei empfinden ist nicht mehr meins.


    Essenz aus 4 ½ Jahren Forum:
    Heute, im Heute bleiben, nicht bewerten, lassen, grundlos ändern und ordnen.

    Wenig scheint es und manchmal fallen mir die paar Sachen nicht ein, obwohl ich mich weder für Senil, noch Demenz, noch für Dumm halte, sie sind dann halt weg, verschwunden im Hirnaspik, aber ich weiß sie sind da. Ich den paar Worten steckt alles drin.

    Gut, anders ausgedrückt könnte ich es auch umschreiben: Ich wurde erst trocken und konnte neu entscheiden, entschied mich für das Leben, für mich, trennte mich und zog aus. Meine Exfrau wurde trocken, wir versuchten es nochmals. Ich besuchte einen Therapeuten, reale Selbsthilfegruppen und änderte immer mehr. Es funktionierte nicht mehr. Ich verlor eine Frau und bekam ein neues Leben geschenkt.

    Dieses Jahr gab es einige Prüfungen, paar habe ich noch nicht geschafft, aber ich kann alles jederzeit nachholen und überhaupt, wozu sind Prüfungen da? Für mich, um mich zu prüfen. Was haben mich andere zu interessieren, die nur mit voyeuristenscher Neugier in mich hinein blicken wollen? Dafür verstehe ich heute etwas von Dingen, die vor 5 Jahren nicht nur bömische Dörfer waren, sondern vor denen ich wissentlich und instinktiv die Augen verschlossen habe. Ich habe fortgesehen vor dem was auf mich zu kommt. Vor mir.

    Lieber trinken, als ohne zu sein, lieber Co als ohne meine Frau zu sein, lieber rauchen, als ohne zu sein, lieber arbeiten als Löcher zu stopfen, lieber fressen als auszuhalten, lieber ja sagen als jemanden gegen den Kopf zu stoßen, lieber fernsehen, als aufzuschauen, lieber nicht darüber nachdenken, als verwirrt zu sein, lieber überlasten als sich um mich zu kümmern, lieber keinen Sport, denn es ist ja so schön warm drinnen und bequem, lieber krank werden und sterben.

    Das Fehlernährung einiges mit sich zieht, dass offensichtliche Abhängigkeiten Folgen bringen, dass Erziehung und Manipulation etwas verursachen und dass Umfeld wirkt, das war zu viel um es sich auf einmal anzusehen. Aber geordnet geht das heute.

    Was habe ich denn dann noch vom Leben? Lohnt es sich denn ohne all das Jahrzehnte lang Festgetackerte noch zu leben? Das was ich in über 50 Jahren unbewusst an verketteten Abläufen konditioniert habe, das zu zerlegen ist meine eigentliche Aufgabe. Nicht trinken ist ein Teil, nicht mehr coabhängig zu sein, das ist ein Teil, nicht zu fressen, ein Teil, nicht rauchen, nicht nicht nicht nicht, alles nur Teilstücke raus aus dem Müll. Meine Mängel und Suchtstrukturen unbewusst zu erkennen, z. B. was ich mache wenn ich Streicheleinheiten, Kontakt und Liebe brauche, weil ich sie mir selbst gerade nicht geben kann, das ist ein Teilbereich.

    Indem ich erkenne wie ich das Feuer schüre, wenn ich mich mit Dingen von Außen, durch Freunde, durch Zeitung, durch Radio und Fernsehen volllabern lasse, habe ich einen großen Teilbereich geknackt. Ich brauche mindestens zehn Wiederholungen um etwas nicht zu vergessen. Wenn ich 8 Stunden während der Arbeit mit Radio und Werbung zugedröhnt werden, da höre ich einiges 20mal und mehr am Tag, das ist von mir zugelassener Missbrauch, da kann ich was tun. Abschalten.

    Wenn ich etwas esse, was mir nicht gut tut, dann muss ich das nicht. Womöglich esse ich täglich drei knackige Brötchen, belegt mit Kunstwurst und Süßkrams, dazu Limo,6 Tassen Kaffee und wundere mich, dass es mit den Kackwürstchen nicht mehr klappt. Für den einen normal. Die Speisen verbrauchen oft mehr Energie, als sie geben, dann fehlt was, muss ja irgendwo her kommen. Der Körper verlangt nach mehr und macht mich kribbelig, der Kaffee lässt mich kurzfristig aufdrehen um in ein Loch zu fallen und der Süßkrams bringt mich richtig rauf und runter. Die Mischung muss nicht sein. Wenn ich mich damit beschäftige, dann weiß ich wie mein Körper reagiert und kann agieren.

    Mein Körper reagiert, mein Biorhythmus reagiert auf Wetter und Umwelt, die Außenwelt um mich herum reagiert, was ich in mich rein stecke reagiert, meine Gedanken reagieren. Viel ist das nicht was da reagiert und mich ausgeglichen werden lässt, wenn ich erst mal anfange zu ordnen und mich nicht mehr mit dem Blöden, wie dem mich nicht befriedigenden Partner oder dem Suchtmittel beschäftige, dass ich nicht los bekomme.

    Ob das nicht schwierig und verwirrend ist, sich immer wieder mit sich und all dem Krams auseinanderzusetzen hieß es, dann hat man ja nichts mehr vom Leben, nur noch denken, die natürliche Lebensfreude beschneiden und du tust ja so, als wäre jeder süchtig und krank, hieß es.

    Ich dachte, mein Leben sei mit vorbei, als meine Frau einen Infarkt bekam und sie sich scheinbar weiter kaputt soff, weiter qualmte und verbrachte 24 Stunden in Gedanken mit ihr. Ich dachte, ich nicht, es kann nicht sein, dass ich auch abhängig bin und machte einen Bogen um alles was mit Alkohol zu tun hatte. So ging es mir oft und als ich einiges sortiert und geordnet hatte, war das alles gar nicht mehr so schlimm. Ich darf heute fast alles tun was andere, sofern es sie gibt, also gesunde Menschen auch tun, nur etwas anders und ich bin sicher nicht immer damit beschäftigt, was ich darf und was nicht. Ich tue nur immer weniger dafür, den Rest regelt das Natürliche in mir.

    Es ist besser täglich ein Stündchen über einfacheres Geldverdienen nachzudenken, als 24 Stunden zu arbeiten. So fällt es mir immer leichter zu beachten, was draußen los ist, wie das Außen reagiert, was ich in mich reinstecke, wie ich auf beides reagiere, was mir fehlt und was mir nur scheinbar fehlt, weil irgendetwas angetriggert wurde. Eine Stunde mit Gesundheit zu verbringen ist effektiver als einige Stunden im Wartezimmer zu sitzen.

    Die Frage ist doch, warum lange ich immer wieder in die stinkende braune Masse und schaffe es nicht einen großen Haufen guten Biodung hinzulegen? Wenn ich nie gelernt habe darauf zu achten, was ich oben in mich hineinstopfe, wie soll ich denn trennen was unten raus kommt?

    Wenn ich nicht weiß, wie was funktioniert werde ich genauso dumm und blockiert meine Beine im Bett lassen wie nach einem depressiven oder grippalen Anfall. Die Zeiten in die Apotheke zu laufen und mich mit dem Monatskrachermedikament an der Eingangstür zu zudröhnen sind vorbei, Allergie ade, es geht um Ursachenänderung.

    Mir gehen auch die Weichmacher, Tenside, Silikone, Entfetter, der ganze Krams nicht mehr aus der Birne. Sich heimlich vom Haushaltsgeld was abzwacken um sich verstohlen etwas ins Gesicht zu schmieren, auf die Haare zu pappen oder den ganzen Körper einzureiben, was genau das Gegenteil bewirk: Hautschrumpeln, Alterung, Schrumpelsalbe, das könnte doch ein tolles Produkt werden. Ist das eigentlich was anderes als saufen? Männer werden ja jetzt immer mehr als Zielgruppe erkannt und sollten regelmäßig in den Jungbrunnen fallen. Kopf rein, schwupps sind die Haare wieder am rechten Fleck. Abhängig im Jungbrunnen. Und der Typ, der seiner Frau immer was tolles, teures, Duftendes mitbringt, weil er sie nicht riechen kann, ist das was anderes als die Weinflasche zum Abhängigen zu bringen? Abhängig im Duftbrunnen. Übrigens, Haarspray besteht vorrangig aus Alkohol, also gut einsprühen, was in der Luft verbleibt geht auf direktem Wege in die Lunge, ins Blut, ins Hirn, zum Abhängen in Aspik. Das Versumpfte um mich rum, das kann ich genauso wenig ändern wie damals meine Frau, nur mich, nur meinen Umgang damit.


    Die Leute mit denen ich arbeite, durch ich mir erlauben kann hier zu schreiben, gesund zu leben und mich weiter zu ändern, das sind auch die, durch die ich mich damals irgendwo aufgestellte, wo ich nicht hingehörte. Ich kann gegen alles aufmüpfig werden, gegen Partner, gegen Krankheit, gegen Menschen, Institutionen, gegen die ganze Welt oder mich genau da einfügen wo es mir natürlich gut tut.

    Da wurde ich doch glatt gefragt, ob es nicht inkonsequent ist, dort produzieren zu lassen wo das größte Elend erzeugt wird, hier Arbeitsplätze zu vernichten und von Gesundheit zu reden. Nö, ich bin inkonsequent, ich bin nicht der große Zampano, kein Märtyrer und auch nicht der Weihnachtsmann. Wenn alle Bauern aufhören würden die Felder zu bestellen, die Massenviehzucht einstellen würden, die Autofahrer ihre Karren stehen ließen und alle Süchtigen trocken wären, das wäre unverständliches Chaos für jeden Coabhängigen und das sind nun mal mehr. Ich bin inkonsequent, das ist gut so, ich bin konsequent mit mir.

    Ob jeder süchtig, falsch verdrahtet oder krank ist, wurde ich auch gefragt. Das kann er sich am besten selbst beantworten. Ich kann nur für mich, über meine Reaktionen und Feststellungen sprechen und da war etwas nicht in Ordnung. Was habe ich schon für eine Bullenkacke von mir gegeben, das gehörte zum Gesundwerden. Andere sind da wieder ganz anders und haben ihre Art von Dünndickdarmentleerung. Es ist nicht in Ordnung, täglich Alkohol zu trinken, Packungen zu qualmen, Kaffee literweise zu saufen, zu schlingen und jeden Müll zu fressen, permanent auf die News der Glotze zu schauen, immer was bimmelndes in der Hosentasche zu haben, Kontakt und Abhängigkeiten haben zu müssen, Problem vor sich her zu schieben und gelebt zu werden statt zu leben. Müll gehört in die Klärungsanlage und dann darf ich mich auch gut riechen.

    Es geht mir gut, ich habe mich noch nie so gut gefühlt, auch wenn ich merke, dass ich älter werde, ich meine, ich fühle mich. Die Beziehung die ich führe ist etwas ganz Besonderes und so wird sie auch behandelt, losgelöst, grundlos und frei. Wir rücken immer enger zusammen, obwohl wir nichts festhalten und dabei entsteht diese wunderbare Nähe und Wärme. Paradox.

    2011 starte ich innen neu durch, alles neu. Ein klasse Frau an meiner Seite, 3 neue tolle große Kids dazu, ein Paar super neue Schwiegereltern, neue Wohnung, neues Büro, neues Arbeitsmaterial, neue Berufsausrichtung, neues Land, neues Umfeld, neue Leute, neu, neu, neu und erstmals kochen, blödeln, essen mit sage und schreibe 5 Jungs an einem Tisch. Neu ist die Betrachtung und der Umgang damit. Da wäre es doch jetzt ziemlich doof, wenn innendrin alles beim Alten bliebe. Kerl und Auto, fast wichtiger als eine Frau. Das letzte anhängende Reliquie war meine Kiste. Groß, schwer, stark, sicher, 9 Airbags, gekauft, weil das zierliche Weibchen so auf Sicherheit bestand und einen Panzer wollte. Panzer passt nicht zu mir. Ich bin das Ding nicht mehr los geworden. Immer was im Eimer, aber groß, stark und sicher, rundherum beschädigt, schon am Zulassungstag versaut, mal die AHK weggebumst, mal dieses, Mal das, aber nie genug um es mal richtig machen zu lassen. Eben ein Panzer. Weg damit. 6 Jahre Panzer fahren haben mich im Straßenverkehr enthekterisiert. Ich fahre jetzt 6l Diesel, unauffällig, handlich, mit bums unter der Haube, aber nicht mehr angebumst.

    Da sind wir wieder bei diesem, „das eine vom anderen zu unterscheiden“. Als ich auf Helfersyndrom und Coabhängigkeit angesprochen wurde, auf eigene Suchtanteile, da war ich sauer und der einzige Gesunde. Das eigene Hirn zu befriedigen war aber auch schwierig, da rein zu langen war komplizierter als mich anderweitig zu befriedigen. Die paar Sekunden des Abhebens in einen Dauerorgasmus zu wandeln sind es wert. Ist doch einfach: wer viel Quatscht macht große Haufen, jetzt wird es aber Zeit, wer viel hilft braucht Hilfe, da wo es trifft, da betrifft es mich und wo es weh tut, da muss ich hin.

    Als ich hier ins Forum kam, platzte in meinem Kopf endlich die harte Nussschale, ich begann zu lesen, zu schreiben und zu reden, konnte mich aus der krank machenden Verstummung befreien, Nüsse knacken, los brüllen, raus lassen, rechtfertigen und zerreden. Dieses los lassen, stehen lassen, musste erst wieder wachsen. Paradoxerweise bin ich ja heute wieder an diesem Punkt, an dem Punkt wo es stumm um mich herum wird, wo ich immer weniger zu sagen habe und zum Ende komme. Zweimal nichts mehr zu sagen, Ruhe, Stille. Die eine frisst auf, macht kaputt und zerstört, die andere bringt Leben. „Das eine vom anderen zu unterscheiden“.

    Es ist auch nicht natürlich, Stunden auf dem Sofa, vor dem Fernseher oder dem PC zu verbringen und den verkümmerten Körper und Geist noch weiter zu verschrumpeln. Schrumpelt doch eh alles und dann wird wieder rum geeiert für paar cm. PC, Forum, ich war viele Stunden hier, die reichen für vieles. Ungesund, unnatürlich, naja, wer weiß ob ich heute noch so gesund und überhaupt noch hier wäre, würde es das Forum nicht geben. Danke, dass es Euch gibt, hier bin ich gut aufgehoben.

    Mein Leben ist nicht an einer Perlenschnur aufgereiht, in der Natur liegen die schönsten Stücke überall rum. In dem Sinne, ich habe eine ausgeprägte Glotzsucht und muss das noch von alleine ausschleichen. Ich schleich mich dann mal, wünsche Euch noch paar erholsame, friedliche Festtage und denkt daran, alles ist möglich, es liegt in unserer Hand.

    LG Karl


    Der Rest steht hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3884.html

    Hallo co-iche,

    herzlich willkommen, den Anfang hast Du schon gemacht.

    Als ich hier landete, las ich erstmals Krams von dem ich nichts verstand, aber genau wusste worum es ging und scheinbar wusste hier jeder genau worum es ging.

    Du bist hier nicht alleine, lass Dir Zeit und fühle Dich hier gut aufgehoben.

    LG Kaltblut

    Zitat von dagmar007

    Diese Wärme kann ich auch nicht vermitteln, die muss jeder in sich selber entzünden.

    Hi Daggi,

    dafür ist doch die Weihnachtzeit da, jede Woche eine Kerze, Weihnachten brennt der Baum und wird zur Wunderkerze.

    Danke für Deinen Bericht.

    LG Karl

    Hi Paddy,

    ich sehe mich heute so: nicht trinken wollen bedeutete gegen ein durch Giftstoffe künstlich verursachtes Verlangen anzukämpfen. Das funktioniert irgendwann nicht mehr, führt in den Tiefpunkt oder bis zum Tod. Der tägliche Lifezustand meiner Exfrau und das Forum mit dem ich mich identifizieren konnte, bewahrten mich davor. Es ist nicht natürlich Giftstoffe in seinen Körper zu pumpen, das hat sich nur der Mensch zu eigen gemacht. Dahinter stehen Ursachen, die erst dazu führen zu einem Ersatzbedürfnis zu greifen.

    Erst wenn Du aufhörst gegen die Natur zu sein, also aufhörst zu wollen kann der natürliche Heilungsprozess stattfinden. Paradox und kaum denkbar, denn in unserer Gesellschaft werden wir von klein auf abgerichtet

    Wenn ich aufhören will zu trinken, wird mich die körperliche Abhängigkeit immer wieder zurücktreiben und wenn ich die Abhängigkeit los bin, wird mich mein „Wollen“ immer wieder überfallen, bis ich aufhöre zu wollen.

    Das ist die Sinnlosigkeit einen süchtigen Menschen mit Trinkverboten trocken zu bekommen. Ich durfte als Kind lernen: du darfst nicht, zu sollst nicht, du musst… Niemand kann den Ursprung einer Sucht abstellen, das kann der Betroffene nur selbst. Die Grundbausteine des Forums befolgen ging ganz einfach, irgendwann trank ich nichts mehr. Mich körperlich und geistig von meiner Frau zu trennen und das als etwas Natürliches, nicht mehr Gewolltes zu sehen, war ein ziemlich schwachsinniger Weg, auf dem mir viele Betonpfeiler im Weg standen. Paradoxerweise musste ich gegen jeden einzelnen gegenlaufen.

    Wer sind denn „Wir Süchtigen“, bezieht sich das nur auf Co +Alk oder auch auf allgemein, auf Drogen, Tabletten, Spiel und 6ssucht, ärztlich verordnete Dauerpharmazeutika, wie Abführmittel, Herzmittel, Salben oder auch auf Kosmetika oder Süßigkeiten, Kunstlebensmittel oder Konsum von PC + Fernseher, Kaufen, arbeiten, krank sein, konditionierte Angewohnheiten …. Also wenn ich mir das genau ansehe frage ich mich, ob es überhaupt „nicht Abhängige“ geben kann.

    Zitat

    „Eigentlich sollte man da doch instinktiv das Richtige tun. Aber das funktioniert bei uns nicht ( mehr?) oder?“

    Genau, wenn es oder wenn es wieder richtig funktioniert, natürlich ist, dann ist das auch nicht mehr so wichtig, den wir sind dann anders und auf dem richtigen Weg.

    LG Kaltblut

    Hi Hartmut,

    mich als coabhängig zu bezeichnen war nicht schwer, hatte ich doch endlich etwas Passendes um mich weiter zu Rechtfertigen, so wie ein Alibi, das mir frei gibt um meinen Hintern nicht hochzubekommen. Meine Wahrnehmung musste erst reifen, es war gar nicht möglich anzunehmen und zu begreifen, was da ablief.

    Lesen und verstehen konnte ich das schon, nur mit dem Umsetzen war es so wie mit den paar Gläsern. Die taten ja nicht weh und dass sie nicht gut waren wusste ich ja. Ich spielte meine Anteile runter, denn ich hatte keine offensichtlichen Probleme, die mussten noch wachsen. Wenn bei mir also alles OK war und jemand sagte, du hast da was am Hirn, dann war ich nicht fähig das anzunehmen.

    Erst viel später, durch die Unterstützung lieber Menschen habe ich begreifen dürfen, das Alkoholabhängigkeit nicht nur saufen ist, Coabhängigkeit nicht nur die Unfähigkeit sein eigenes Leben zu leben und das tat weh. Rechtfertigen, Gründe suchen und im Unbewussten zu leben war da angenehmer.

    LG Karl

    Hi Frozen Tears,

    die Suche nach Rechtfertigung für die Unfähigkeit sein Leben zu meistern ist unergründlich. Die, die gesund bleiben, nicht coabhängig werden, das sind dann wohl alles Männer.

    In Opferhaltung in der Cosülze suhlen und nach Rechtfertigungen suchen, hat mich lange und intensiv beschäftigt und zumindest immer wieder zum Tiefpunkt gebracht.

    LG Kaltblut

    Hallo,

    Coabhängigkeit ist die Unfähigkeit das Leben zu meistern und wenn ich in der Lage bin, wieder alles auf der Reihe habe, dann werde ich mir nichts mehr ausmachen, dann wird mir weder ein gesunder, ein kranker, noch ein saufender Partner was ausmachen, dann brauche ich nichts mehr zu kontrollieren oder zu tun und zu machen, weil es sich dann ausgebraucht hat.

    In mir ist dann wieder alles klar. Dann ergibt sich von ganz alleine, das ein Müllschlucker für Müll da ist und nicht für mein wertvolles Leben.

    LG Kaltblut

    Zitat von Sonnenschein

    "Verliebten" dann gegenseitig den "Leidensdruck" nehmen...

    Hallo Sonnenschein,

    mir wurde damals gesagt: das geht dich nichts an, nur die Konsequenz die ich daraus für mich ziehe sei wichtig.

    Ver-liebt ist eh schon vorbei und nur ein kleiner horizontaler Ersatz auf dem Weg ins Begreifen, was uns die Natur alles bietet.

    LG Kaltblut

    Hallo myself,

    für meinen Absprung habe ich zwei Jahre gebraucht oder noch länger, das waren einige Seiten.

    Heute weiß ich, dass ich nicht in der Lage war das zu verstehen was ich zu verstehen hatte und nicht in der Lage war, das zu tun, was ich hätte tun sollen, heute geht es immer besser.

    LG Kaltblut

    Zitat von myself

    Was ich liebe?

    Es ist ja nicht nur der Alkohol, wir haben ja auch jede Menge schöne Zeiten und die liebe ich.

    Hallo myself,

    Du meinst, Du liebst was war und das ist Dir mehr wert als das was ist? Und was ist mit Dir, Du bist doch jetzt, liebst Du Dich?

    LG Kaltblut

    Hallo Martha,

    da triffst Du mit dem Nagel in den Kopf. Arroganz und Liebesunfähigkeit fehlen da noch.

    Die Frage die ich mir heute stelle ist: wie komme ich zu solchen Gedanken? Wer gibt mir das Recht einen anderen Menschen zu beurteilen, ihm Charakterzüge anzudichten, die oft meinem kranken und verwirrten Hirn entspringen?

    Nur weil sie nicht mehr so empfand wie ich, habe ich ihr einen Knick in der Gefühlswelt angedichtet, vielleicht hat sie nie so gedacht wie ich, nur ich dachte das. Vielleicht habe ich ihr Egoismus und Narzissmus aufgelegt, weil alles in meiner kranken Vorstellung genau in dieses Klischee passte. War sie unzuverlässig, weil sie sich um sich, um ihre Bedürfnisse kümmerte und nicht mehr um mich? Ist das mangelnde Eigenverantwortung oder habe ich angedichtet und projiziert was meins war?

    Es stand mir nicht zu darüber zu urteilen, zu empfinden ist etwas anderes. Es steht mir zu darüber zu urteilen, was ist, wenn der eine sich verändert und der andere nicht, denn meist sind es ja die Coabhängigen die weiter an ihrem Suchtmittel unverändert rumnuckeln wollen. Dann geht die Kluft eben immer weiter auseinander.

    Ob das am Ende nur am Alkohol liegt, Martha, der Alkohol ist so vielseitig wie die Personen die daneben sind.

    LG Kaltblut

    Hallo Paddy,

    das sind scharfe Sätze, an die ich mich gut erinnern kann und ergänze durch:
    - sie mir Angst machte
    - sie mich unfähig werden lies mein Leben zu meistern
    Sie, sie, sie, sie, mein Kopf, ihr Kopf, Paranoia

    Heute ist dafür kein Platz mehr in meinem Leben. Mir wurde hier gesagt: Du kannst Dich entscheiden, es ist Dein Leben das Du vergeudest, sie kann tun und lassen was sie will, nur Deine Konsequenz daraus ist Deins. Ich habe das lange nicht verstanden.

    Die paradoxe Konsequenz ist, dass ich mit jedem Tag Loslassen tiefer zu mir zurückfand.

    Heute darf ich meine Beziehung grundlos leben und wenn etwas nicht stimmt, dann darf ich mich fragen was bei mir nicht stimmt. Bei mir, denn wenn ich nicht grundlos mit mir in guttuender Beziehung stehe, wie soll ich mit anderen klar kommen?

    LG Kaltblut