Beiträge von heidi13

    Hallo Angy,

    als EKA finde ich es schon schlimm genug, wenn man als Kind eines Alkoholikers sowas mitmachen muss, weil sich die Mutter nicht vom Vater der Kinder trennen will.

    Aber wie man sowas seinen Kindern freiwillig antun kann, kann ich ehrlich nicht verstehen. Bitte lese doch mal bei uns EKAs und denke nochmal darüber nach, ob Du Deinen Kindern das nicht lieber ersparen willst.

    Und glaub mir: sie kriegen mehr mit als Dir lieb ist.

    Lieben Gruss
    Heidi

    Liebe Hepzibah,

    als Sofortmassnahme würde ich an Deiner Stelle erst mal versuchen, mich für eine gewisse Zeit aus der Schussbahn zu bringen. Sprich: mal für 1-2 Wochen bei einer Freundin, Kindern, Geschwistern, etc. unterzukommen. Und ihm auf keinen Fall sagen, dass Du weg bist für einige Zeit und schon gar nicht, wo Du bist.

    Ist die Wohnung den Ärger wert? Ohne einen Umzug wird es vermutlich viel schwerer, sich zu lösen. Wenn Du in der Wohnung bleiben willst: Türe nicht mehr öffnen und Polizei rufen, sobald er wieder zu randalieren beginnt. Telefonnummer wechseln (Geheimnummer) und nicht mehr rangehen.

    Alles Gute & lieben Gruss
    Heidi

    Um Gottes willen - ganz bestimmt nicht. Wer will schon Krebs? Die Ursachen für Krebs sind heute wissenschaftlich immer noch nicht geklärt. Aber gewünscht habe ich mir ihn sicher nicht.

    Ich habe das auch nicht auf mich bezogen, ich wollte der Themenerstellerin nur aufzeigen, wie das Verhalten meines alkoholkranken Vaters gegenüber seiner kranken Frau bzw. Tochter ist und dass sich damit in der Regel gar nichts ändert.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    Hallo,

    bitte sei vorsichtig, was Du Dir wünscht .. es könnte in Erfüllung gehen.

    Ich bin ein EKA, mein Vater trinkt länger als ich lebe. Ich kenne ihn nicht anders. Meine Mama ist vor 3 Jahren an Krebs erkrankt und 3x darfst Du raten, wer lieber gesoffen hat als sich um seine todkranke Frau zu kümmern. DIE Erfahrung wünsche ich echt niemandem.

    Meine Brüder und ich haben uns mit der Pflege von Mama abgewechselt, weil auf ihn 0 Verlass war und ist. Einmal ist er sogar aus "Eifersucht" (weil sie mehr Aufmerksamkeit bekommt als er) auf sie losgegangen. Zum Glück konnte ich dazwischen gehen und sie schützen. Da war sie gerade 1 Tag nach einer sehr schweren, langen Operation aus dem Krankenhaus draussen.

    Seit einem halben Jahr kämpfe ich selber gegen meinen Krebs. ER hat es noch nicht einmal geschafft, zu fragen, wie es mir geht.

    Da wünscht Du Dir echt das Falsche.

    Liebe Grüsse
    Heidi

    Hallo Wärme,

    bei mir ist die Konstellation genau gleich. Vater trinkt, Mama ist Co - seit ich denken kann.

    Ich habe meiner Mutter Weihnachten vor 2 Jahren ein Buch über die Familienkrankheit Alkoholismus geschenkt, in dem das Thema Co-Abhängigkeit auch gut angesprochen wird.

    Seither konnte sie sich zumindest emotional mehr von ihm lösen und hat dieses "Ich bin schuld, dass ER trinkt" ablegen können.

    Sie hat es bestimmt 20 Mal gelesen und mir mindestens ebenso oft gesagt, dass das das Beste war, was ich ihr jemals geschenkt habe.

    Ansonsten versuche ich mich so weit wie möglich, abzugrenzen. Weil mich seine immer wiederkehrenden Versprechungen, die er ebenso wiederkehrend nicht einhält, krank machen.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Mia,

    die Fragen beantworte ich auch gerne :)

    1. Sie haben keine klaren Vorstellungen davon, was normal ist.
    Das ist wohl so, v.a. ist der Umfang an Forderungen an mich selbst immens. Ich wurde als Kind auf Leistung getrimmt und verlange mir die selber auch immer noch ab. Vorteil im Nachteil: ich bin enorm willensstark und verkrafte meine aktuelle Chemotherapie (nach Mama hab jetzt ich Krebs) deutlich besser als "es normal ist" (O-Ton Ärztin).

    2. Es fällt ihnen schwer, ein Vorhaben von Anfang bis Ende durchzuführen.
    Definitiv nein. Ausser ich will was nicht wirklich.

    3. Sie lügen, wo es ebenso leicht wäre, die Wahrheit zu sagen.
    Aktiv lügen nicht, manchmal nicht alles erzählen schon eher. Prinzipiell bin ich aber ein Fan von Ehrlichkeit.

    4. Sie verurteilen sich gnadenlos.
    Ja, leider. Bei anderen bin ich sehr tolerant, mir gegenüber aber gar nicht. Ich bin mein schärfster Kritiker.

    5. Es fällt ihnen schwer, Spaß zu haben.
    Nicht wirklich. Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch.

    6. Sie nehmen sich sehr ernst.
    Eher nicht. V.a. nehme ich mich nicht sehr wichtig. Wäre schön, wenn ich meine negative Grundeinstellung mir gegenüber mal etwas ändern könnte.

    7. Sie haben Schwierigkeiten mit intimen Beziehungen.
    Mit Intimität habe ich kein Problem, aber bis ich jemandem vertraue dauert es sehr lange. Und bis ich jemanden als Freund bezeichne auch. Dafür halten diese Freundschaften jetzt auch schon 10, 20 Jahre.

    8. Sie zeigen eine Überreaktion bei Veränderungen, auf die sie keinen Einfluss haben.
    Ja, das stimmt. Ist mir noch nie aufgefallen. Obwohl ich selber gerne Veränderungen vornehme, mag ich es überhaupt nicht, wenn sie von aussen kommen. Das kann ich nicht kontrollieren, steuern, vorhersehen.

    9. Sie suchen ständig nach Anerkennung und Bestätigung.
    Oh JA. Immer schon und immer noch. Auch wenn ich weiss, dass ich etwas sehr gut mache, brauche ich dafür die Anerkennung und Bestätigung von aussen. Immerhin bin ich inzwischen den Schritt weiter, dass ich immerhin meine eigene Leistung anerkenne. Früher hab ich die auch noch schlecht gemacht und mein Licht unter den Scheffel gestellt.

    10. Sie haben meistens das Gefühl, anders zu sein als andere Menschen.
    Definitiv. Viele empfinden mich als sehr extrem und das bin ich wohl auch.

    11. Sie sind entweder übertrieben verantwortlich oder total verantwortungslos.
    Ersteres. Ja. Ein Traum für jeden Arbeitgeber ...

    12. Sie sind extrem zuverlässig, auch wenn offensichtlich ist,
    dass etwas oder jemand diese Zuverlässigkeit gar nicht verdient.

    Jein. Extrem zuverlässig im Berufsleben / Team. Weniger zuverlässig, wenn es um meine privaten Belange geht. Das ärgert mich selber, dass ich mir selber offensichtlich weniger wert bin als andere es sind.

    13. Sie sind impulsiv. Sie neigen dazu, sich mit Verhaltensweisen
    festzurennen, ohne alternative Handlungsmöglichkeiten oder eventuelle
    Konsequenzen ernsthaft zu bedenken. Diese Impulsivität führt zu
    Verwirrung, Selbstverachtung und Kontrollverlust über ihre Umgebung.
    Das Resultat ist, dass sie enorm viel Energie aufbringen müssen, um das
    angerichtete Durcheinander wieder zu beheben.

    Ich bin zwar recht impulsiv, aber ohne dabei destruktiv zu sein. Viele lieben das an mir - und ich selber auch. Ich kann sehr gut über mich selber lachen. Ab dem 2. Satz stimmt es bei mir also nicht mehr.

    Was mir immer wieder auffällt:
    Ich bin deutlich belastbarer und härter im Nehmen als andere, sehr bodenständig und ein Stehaufweibchen, da ich schon so oft wieder bei Null anfangen musste. EKA zu sein, hat für mich nicht nur Nachteile - es hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Aber der Weg ist natürlich ungleich schwerer.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Sonnenstrahl,

    diese Leistungssucht und das Herunterspielen der eigenen Leistung kenne ich auch nur allzugut ... leider.

    Werbung ist schwer. Für einen selber noch schwerer. Und für die meisten ist der Beginn der eigenen Selbständigkeit harzig und läuft langsamer an als gewünscht. Da gibt es absolut keinen Grund, sich zu schämen.

    Vielleicht hilft Dir das Planen eines Besuchs bei Deinen Gastfamilien ?

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Joanne,

    wow - welch Wandlung. Ich wünsche Dir alle Kraft, um das durchzuziehen!

    Ich lese schon lange stumm bei Dir mit, weil Du mich so sehr an meine Mama erinnerst. Ich hatte immer gehofft, sie findet die Kraft, um sich endlich zu trennen und uns Kinder zu erlösen. Leider hat sie das nie.

    Alles alles Gute!
    Heidi

    Hallo,

    ich habe 2 Brüder - einer älter, einer jünger, uns trennen jeweils nur 1, 2 Jahre. Von uns dreien bin sicher ich die mit den meisten Emotionen, der grössten Konsequenz und auch dem meisten Ehrgeiz.

    Meine Brüder reden nicht so sehr viel - zumindest nicht über das Thema. Von "sag ich nichts dazu" ist es jetzt immerhin schon ein " Mei - ist halt so. Kann ich nichts ändern daran". Sie haben das Thema immer verdrängt / nicht sehen wollen. Geredet wurde darüber bei uns nicht.

    Ein richtig inniges Verhältnis hatten wir Geschwister untereinander nie. Auch von Mama wurden wir nie in den Arm genommen. Eigentlich sind wir sehr kontaktarm (in jeglicher Hinsicht) aufgewachsen. Nachdem ich vor mehr als 10 Jahren ausgewandert bin und mehrere hundert Kilometer weiter weg lebe, wurde das auch im Erwachsenenalter nicht besser. Am ehesten hatte ich mehr Kontakt noch zum jüngeren Bruder. Seit er geheiratet hat, ist das relativ distanziert, scheint sich jetzt aber wieder anzunähern.

    Ich denke aber, wir sind ganz "normale" Geschwister. Wenn es einem von uns schlecht gehen würden, wären die beiden anderen zur Stelle. Das weiss ich sehr zu schätzen. Wir sind aber sehr unterschiedlich.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Frozen Tears,

    ich kenne den Gedankengut "Wenn sie sich doch endlich trennen würden" als EKA nur zu gut. Meine Eltern sind immer noch zusammen. Mein Vater säuft nach wie vor. Obwohl er meiner Mama während und nach ihrer Krebserkrankung mehr als deutlich ihren Stellenwert (keiner) demonstriert hat, kann sie sich nicht von ihm lösen.

    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Vermutlich aufgrund der Erfahrungen gehöre ich aber auch eher zu denen, die schnell aus einer Beziehung flüchten.

    Ich hoffe, hier lesen viele Mütter, die meinen, ihren Kindern den Vater nicht wegnehmen zu dürfen. Ihr habt keine Ahnung, was ihr euren Kindern durchs Bleiben antut.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo,

    Zitat

    Dann ist immer wieder ne Weile "Ruhe" und dann gehts von vorne los!

    Ja - GENAU so kenne ich es von meinem Vater auch. Nachdem er danach ja immer mit einem "blauen Auge" davon gekommen war und alles "wieder gut" war, ging und geht die Sauferei wieder von vorne los. Auch er würde sich nie eingestehen, dass er Alkoholiker ist.

    Und er hat unverschämt hohe regenerative Energien...

    Wenn sie nicht will, kannst DU leider gar nichts machen - ausser auf Dich zu schauen.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Anne,

    Du bist weder für Deine Mutter noch für Deinen Vater verantwortlich. DU bist das Kind. Sie sollten Dich beschützen bzw. hätten es tun sollen.

    Wenn sich Deine Mutter die Wohnung nicht leisten kann, soll sie eine günstigere nehmen.

    Ich kann Dir nur DRINGENDST raten, Dir eine eigene Wohnung oder WG zu suchen und keinen Kontakt zum Vater aufzunehmen. Schau auf Dich und hab Sorg zu Dir!

    Und was seine Schwester / Deine Tante da veranstaltet, ist mehr als daneben. Das geht gar nicht, da so einen emotionalen Druck aufzubauen.

    Geh Deine Weg - und geh ihn schnell, bevor Du noch mehr Schaden nimmst!

    Alles Gute!
    Heidi

    Liebe Marthe,

    Du stehst so früh auf, um zu spielen? Und abends spielst Du nochmals? Da könnte ich auch nicht entspannen. Auch solche Sachen rauben Energie.

    Reduziere mal das Spielen am Rechner, schlaf lieber länger, geniesse eine schöne heisse Badewanne, koch Dir was gesundes, mach einen Spaziergang an der frischen Luft, fahr Fahrrad - dann kannst Du abends auch schlafen.

    Versuch beim Einkaufen einfach mal, Dir zu sagen: Heute kaufe ich keine Chips. Geh einfach nicht in die Reihe. Kaufe es nicht, dann hast Du die Versuchung nicht daheim.

    Ausserdem: man muss nicht jeden Abend einkaufen gehen. Das spart auch viel Zeit und Energie, wenn man nur alle 3 Tage in den Supermarkt muss.

    Am besten hilft mir auch viel Tee trinken - trinke zusätzlich aber auch Kaffee. Aber der Tee gibt viel Wärme und tut dem Körper einfach gut. Aber bitte ohne Zucker!

    Lieben Gruss
    Heidi

    Hallo Gela,

    bei mir ist es so, dass ich mich hervorragend konzentrieren kann, wenn es um Belange anderer geht - im Job z.B.

    Wenn es aber um _meine_ Angelegenheiten geht, lasse ich mich superleicht ablenken und alles andere ist wichtiger.

    Ich habe schon alles an Zeitmanagement ausprobiert, was es gibt und glaube, das Grundproblem liegt daran, dass ich meinen Angelegenheiten einfach nicht genügend Gewicht gebe.

    Die Nuss habe ich auch noch nicht geknackt - aber die Schale bröckelt schon ;)

    Sunnige Grüessli
    Heidi

    Hallo allerseits,

    es scheint ein weit verbreitetes Problem unter den EKAs zu sein, dass man regelrecht bedürftig / süchtig nach Anerkennung ist.

    Bei mir ist es so, dass es mich unglaublich trifft, wenn jemand Anerkennung bekommt, der (in meinen Augen) deutlich weniger Leistung bringt als ich und mir diese verwehrt wird. Dann drehe ich (innerlich) schier durch.

    Mir ist bewusst, dass ich das selber noch verstärke, dadurch dass ich
    a) super viel und sehr gute Leistung bringe
    b) ein Selbstläufer bin
    c) wahnsinnig viel Stärke nach aussen ausstrahle

    Viele sind überrascht, ob meiner Bedürftigkeit nach Anerkennung.
    Ich habe diese halt schon als Kind nicht bekommen - durch die spezielle Konstellation mit meinen Brüdern nochmals verstärkt. Irgendwie tue ich mich schwer, dieses Gefühl "keiner erkennt mich / meine Leistung an" abzulegen.

    Ich definiere mich nach wie vor fast ausschliesslich über meine Leistung. Wenn ich nichts tue, fühle ich mich schlecht - ich bin ein Workaholic par excellance mit einer extrem umfangreichen Uni-Ausbildung (fast alles nebenberuflich und selbstfinanziert) und für mein Alter wahnsinnig viel und breitgefächerte Berufserfahrung. Ich hätte also allen Grund, auf mich stolz zu sein und auch selber zu wissen, was und wie viel ich leiste. Dennoch brauche ich unbedingt Bestätigung und Anerkennung von aussen.

    Kennt ihr das auch?
    Wie kommt man da raus und macht sich unabhängiger vom Urteil anderer?

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Oh Melanie,

    ich habe nicht von "Selbstaufgabe" gesprochen - nur dass, der andere dem anderen "Sorge trägt" (wie man in der Schweiz so schön sagt) ... das finde ich schon sehr wichtig.

    Nachdem ich eine deutlich bessere Ausbildung als sämtliche Männer habe, würde ich meinen Job auch nie aufgeben.

    Auch für mich als EKA ist es schwierig, das Gleichgewicht zwischen "Eingehen auf den Partner" und "eigenes Leben leben" zu finden.

    Mir ist halt einfach wichtig, dass ich den anderen nehmen kann wie er will und er mich auch so nehmen kann, wie ich bin.

    Ich bin durchaus kompromissbereit, kenne inzwischen aber meine Grenzen sehr gut.

    Und: Eine gute Freundin von mir meinte auch mal, dass sie nicht wisse, ob sie und ihr Freund (17 Jahre zusammen inzwischen) noch glücklich wären miteinander, wenn sei einander nicht so selten sehen würden (er arbeitet Schicht, sie Normal). Da hab ich auch erst geschluckt - inzwischen verstehe ich das sehr gut.

    Ich glaube immer noch, dass es für jeden Topf einen passenden Deckel gibt - die Kunst ist "nur", ihn auch zu erkennen...

    Lieben Gruss,
    Heidi